Joel Haywards Schicksal in Neuseelands Händen:
vom Holocaust-Historiker zum Holocaust?

Von Thomas A. Fudge

In den letzten drei Jahren haben Zeitungen, nationale Zeitschriften sowie Fernsehprogramme in unregelmäßigen Abständen über die Joel-Hayward-Affäre berichtet - die Geschichte eines neuseeländischen Studenten, der eine umstrittene Magisterarbeit geschrieben hat. Angefochtene Studien und fragwürdige Schlußfolgerungen sind heutzutage an den Universitäten nichts Besonderes, doch Haywards unveröffentlichtes, zu seiner Studentenzeit verfaßtes Werk scheint noch heute, zehn Jahre später, ungewöhnliches und kaum abflauendes Interesse zu erwecken.

Gegen Ende 2002 brachte der neuseeländische Listener einen "Sonderreport" über das, was man gemeinhin als "Holocaust-Leugnung" zu bezeichnen pflegt.[1] Auf S. 28 prangende, einander gegenüberliegende Fotos von David Irving, Adolf Hitler und Joel Hayward sprachen Bände über die Stoßrichtung dieses Artikels. Als man dessen Verfasser Philip Matthews fragte, weswegen er einen neuen Beitrag über Hayward publiziert habe, entgegnete er, es sei schon eine Weile nichts mehr über diesen erschienen. Im betreffenden Listener-Artikel stand kaum etwas Neues oder Relevantes, so daß man sich mit Fug und Recht fragen kann, wozu das Ganze gut sein sollte. Fördert die Canterbury-Universität Holocaust-Leugnung? Die Antwort der Universität lautet nein.[2] Ist Hayward ein Leugner? Er verneint diese Frage. Stellt seine Magisterarbeit Holocaust-Leugnung dar? Seine Kritiker sagen ja (freilich oft, ohne sie gelesen zu haben), während andere (die sie gelesen haben) mit nein antworten.

Die Fakten

Im Juni 2002 trat Joel Hayward von seiner Stellung als Geschichtslektor an der Massey-Universität zurück, wo er als tüchtige Lehrkraft und produktiver Wissenschaftler Wertschätzung genossen hatte. Sein Rücktritt löste bei manchen Beifall aus. Andere bedauerten den Verlust, den die Akademie dadurch erlitten habe, und äußerten sich beispielsweise wie folgt: "Schande über die Gelehrtenschaft, die sich nicht hinter die notwendigen Freiheiten der Universitäten gestellt hat".[3] Was veranlaßte Hayward anderthalb Jahre nach der "Hayward-Affäre" dazu, noch am Anfang einer womöglich vielversprechenden Karriere gewissermaßen akademischen Selbstmord zu begehen? Worum es bei der sogenannten "Hayward-Affäre" wirklich ging, soll im folgenden kurz dargelegt werden.

1993 verlieh die Canterbury-Universität Hayward den Magistergrad mit der Note "sehr gut" für eine Studie über die Darstellung des Holocaust in der Geschichtsschreibung. Später verfaßte Hayward eine Doktorarbeit, und 1996 wurde er zum Lektor an der Massey-Universität ernannt. Ende 1999 wurde seine Magisterarbeit zur Zielscheibe öffentlicher Angriffe. Der Zentralrat der neuseeländischen Juden unterstellte, die Schrift stelle historischen Revisionismus und damit Holocaust-Leugnung dar, und forderte die Canterbury-Universität auf, Hayward den Magistergrad abzuerkennen.[4]

Hayward hat sich mehrfach für jede Form von Kummer und Seelenleid entschuldigt, die seine Arbeit möglicherweise ausgelöst haben könnte, und erklärte sich mit dem außergewöhnlichen Schritt einverstanden, seine Studie mit einem Anhang zu versehen, in dem seine Schlußfolgerungen modifiziert wurden; ferner arbeitete er mit der im folgenden eingesetzten Untersuchungskommission zusammen und unterließ allem Anschein nach nichts, um sich von der Holocaust-Leugnung zu distanzieren.[5] Die Untersuchungskommission war von der Universität unter Druck einberufen worden, um die gegen die Magisterarbeit erhobenen Vorwürfe unter die Lupe zu nehmen.[6] Sie bestand aus dem pensionierten Angehörigen des Obersten Gerichts Sir Ian Barker, der Universitätsprofessorin Ann Trotter sowie Professor Stuart Macintyre und war damit beauftragt, die Sache zu ergründen und Empfehlungen abzugeben.[7] Die Kommission verfaßte ein langes Gutachten, in dem sie zum Schluß gelangte, die Hayward-Studie sei mit "ernstlichen Mängeln" behaftet und Hayward hätte gut daran getan, "sich auf einem dermaßen umstrittenen Gebiet jeglichen Versuchs eines Werturteils zu enthalten..."[8] Freilich ging sie keinesfalls so weit, der Universität die Aberkennung des Magistergrads für Hayward zu empfehlen, und stellte sich auch nicht hinter die Anschuldigungen, Haywards Argumentation sei rassistisch oder ihr lägen unlautere Motive zugrunde. Die im Kommissionsgutachten vertretene Auffassung, die Magisterarbeit habe keine so hohe Benotung verdient, wurde in den Medien genüßlich ausgeschlachtet, doch nicht weniger als sechs amtierende oder pensionierende Mitglieder der historischen Abteilung beharrten auf ihrer Auffassung, daß es sich um eine erstklassige Arbeit gehandelt habe. Obgleich mit dem Kommissionsgutachten und seiner weitgehenden Entlastung Haywards die Sache erledigt schien, erhielt der junge Historiker in den Jahren 2000, 2001 und 2002 Hunderte von Briefen und Emails mit wüsten Beschimpfungen sowie beleidigende Telefonanrufe; gegen ihn, seine Frau und seine kleinen Kinder wurden Drohungen ausgestoßen, an der Massey-Universität wurde ein regelrechtes Kesseltreiben gegen ihn veranstaltet, und die Medien schwärzten ihn immer wieder an.[9] Seit seinem Rücktritt als Lektor ist es ihm nicht gelungen, irgendwelche seiner Arbeiten zu publizieren oder eine neue Stelle zu finden. Unter diesen Umständen geht es um mehr als um wirkliche oder vorgetäuschte Besorgnis über eine angeblich mangelhafte unveröffentlichte Magisterarbeit. Stehen letzten Endes gar akademische Werte und die Forschungsfreiheit auf dem Spiel?

Die Feindschaft gegen Hayward flammte nicht erst 1999, sondern mehrere Jahre davor auf.[10] Das Thema seiner Magisterarbeit war schon ein heißes Eisen, ehe er sie zu Papier brachte, und es fehlte bereits damals nicht an unverhohlenen Versuchen, Hayward zu zensieren.[11] Dieser war sich all dessen sehr wohl bewußt und ordnete unmittelbar nach der Benotung seiner Magisterarbeit an, diese für drei Jahre im Giftschrank verschwinden zu lassen. Nach Ablauf dieser Frist ließ er die Universitätsbibliothek wissen, seine Studie dürfe nur Forschern zur Verfügung gestellt werden. Die Bibliothek antwortete, sie habe entschieden, die Arbeit auch weiterhin im Giftschrank zu belassen, und bis Januar 1999 dürfe sie nur mit Haywards ausdrücklicher Zustimmung eingesehen werden.[12] Fast unmittelbar anschließend wurden Unterstellungen über seine angebliche "Holocaust-Leugnung" laut. Daß jemand schon so rasch Einsicht in die Schrift genommen hat, scheint ein recht unwahrscheinlicher Zufall. Die weiteren Entwicklungen bewiesen, daß es triftige Gründe dafür gegeben hatte, die Arbeit der Öffentlichkeit unzugänglich zu machen. Hatte Hayward etwa Dinge geschrieben, von denen er wußte, daß sie verwerflich waren? Die von Barker geleitete Kommission hatte keinerlei Beweise dafür vorgefunden, daß Hayward unlauter gehandelt oder bewußt Fakten unter den Tisch gekehrt hätte. War die Empörung über die Magisterarbeit vielleicht nur ein Vorwand für Angriffe auf Hayward?

Akademische Werte

Einer der Faktoren, welche die Hayward-Affäre so komplex machen, ist ihr offensichtlicher Zusammenhang mit den Themen der akademischen Freiheit sowie geistigen Modeströmungen. Haywards Verleumder behaupten, es gehe weder um das eine noch um das andere. Einer seiner Kritiker meinte, akademische Freiheit könne "nicht ohne akademische Verantwortung existieren".[13] Doch wurde von Juristenseite die Auffassung verfochten, die bei der Hayward-Affäre angewandte Interpretation der akademischen Freiheit biete nur ein "sehr begrenztes Recht auf akademische Freiheit".[14]

Bannerträger der akademischen Freiheit beharren darauf, daß die Universitäten Stätten der Weisheit und Gelehrsamkeit sein und daß die Studenten dort studieren und auswählen sollten. Der Begriff akademische Freiheit setzt voraus, daß es keine Tabuthemen und keine der Forschung verbotene Zonen geben darf.[15] Die ganze Hysterie um diese obskure Magisterarbeit paßt herzlich schlecht zu der von den akademischen Bibliotheken Neuseelands vertretenen Position. Offizielle Stellungnahmen lauten wie folgt: "Kein Material darf... aufgrund der Ansichten des jeweiligen Verfassers aus den Bibliotheken ausgeschlossen werden... [und] kein Material darf zensiert, Einschränkungen unterworfen oder aus den Bibliotheken entfernt werden, weil sich irgendwelche Interessengruppen oder Vertreter gewisser Weltanschauungen positiv oder negativ dazu äußern."[16]

Auch international bekannte Intellektuelle haben das Recht von Dissidenten verteidigt, Dinge zu sagen, mit denen sie selbst nicht einverstanden sind. Noam Chomsky plädierte für das Recht des "Holocaust-Leugners" Robert Faurisson, auszusprechen, was er über "zionistische Lügen" dachte.[17] Raul Hilberg erhob Einwände, als St. Martin's Press den Vertrag mit David Irving zur Veröffentlichung seines Buchs über Goebbels kündigte; er meinte: "Wenn diese Leute sprechen wollen, so soll man es ihnen erlauben...Ich bin nicht für Tabus und für Repression."[18] Universitäten und andere höhere Lehreinrichtungen werden als Märkte zum Austausch

von Ideen, als Diskussionsforen, als Hochburgen kritischen Denkens und ehrlicher Forschung sowie als der Ort schlechthin betrachtet, wo man den Status quo hinterfragen darf.[19] Wer so argumentiert, für den war die Hayward-Magisterarbeit eine legitime Inanspruchnahme der akademischen Freiheit. Andere argumentieren, Hayward habe sich einfach geirrt, seine Schlüsse seien falsch, seine Methodologie verkehrt, und seine ganze Magisterarbeit nichts als eine bewußte Verletzung wissenschaftlicher Standards. Angesichts dieser extremen Positionen mag man fragen, ob es bei der Hayward-Affäre letzten Endes wirklich nur um die Wahrheit und nichts als die Wahrheit geht. Weist sie auf wesentliche Schwachpunkte unseres Ausbildungswesens hin? Rührt sie vielleicht an die Frage der Verantwortung an unseren Hochschulen? Oder wurden hier die Grenzen der Toleranz in der neuseeländischen Gesellschaft auf die Probe gestellt?

So wie es keinen absolut freien Markt gibt, bewegt sich auch die akademische "Freiheit" innerhalb gewisser Grenzen, die teils durch nicht-akademische Faktoren bedingt sind. Hochgestellte Akademiker an den neuseeländischen Universitäten nehmen oft Rücksicht auf die öffentliche Meinung und auf politische Modeströmungen. Es kann vorkommen, daß sie es Postgraduierten nahelegen, die Finger von gewissen Themen zu lassen. Dann gibt es andere Gebiete, deren Untersuchung zwar erlaubt ist oder sogar ermuntert wird, bei denen es jedoch ratsam ist, bei der Anführung gewisser Argumente, der Vorlegung gewisser Beweise und der Ziehung gewisser Schlußfolgerungen Zurückhaltung zu üben. Dies gilt namentlich für Themenkreise, bei denen zeitgenössische politische oder ethische Fragen zur Debatte stehen. Manche Leute betrachten solcherlei Einschränkungen nicht als problematisch, sondern ganz im Gegenteil als lobenswert.[20] Der Holocaust an den Juden gehört zu jenen heiklen Themen, bei denen gewisse Überzeugungen so sehr in Mode sind, daß man sie - intellektuelle Erwägungen hin oder her - schlechthin nicht in Frage stellen darf. Die Hayward-Affäre bewog einen Kommentator zu folgendem Ausspruch: "...zumindest in unserem Lande kollidiert jeder, der überkommene Vorstellungen vom Holocaust hinterfragen möchte, mit allgemein akzeptierten 'Wahrheitsstandards'".[21] Die Gefahr bei diesem Denken liegt in der Zwiespältigkeit des Begriffs "Wahrheitsstandard". Bedeutet dieser Ausdruck "Standards bei der Feststellung der Wahrheit" oder "Aussagen, von denen behauptet sind, sie seien wahr"? Manche beharren darauf, daß die religiöse Bedeutung des Holocaust der Offenbarung Jahwes gegenüber Moses am Berge Sinai gleichzusetzen sei.[22] Ist dies ein "Wahrheitsstandard"?

Listener, 20. September 2003, S. 26

Was hat Hayward gesagt?

Der Kern der Kontroverse scheint darin zu liegen, daß Hayward nach Ansicht seiner Kritiker wohldokumentierte Fakten über den Holocaust nicht anerkannte.[23] In seiner Magisterarbeit untersuchte er die Schriften einiger jener Verfasser, welche die - in den letzten dreißig Jahren zu einem bedeutsamen politischen Faktor gewordene - Holocaust-Industrie kritisieren.[24] Ganz abgesehen von der Frage, ob Haywards Schlußfolgerungen wirklich so außergewöhnlich waren - ist es nicht die Pflicht der Universitäten und der Forscher, überkommene Vorstellungen zu überdenken? Die moderne Philosophie lehrt, daß alle Theorien, die es wert sind, verteidigt zu werden, immer wieder neu überprüft und getestet werden müssen. In seiner Magisterarbeit mit dem Titel "The Fate of Jews in German Hands: A Historical Enquiry into the Development and Significance of Holocaust Revisionism" ("Das Schicksal der Juden in deutscher Hand. Eine historische Untersuchung über die Entwicklung und Bedeutung des Holocaust-Revisionismus") setzte sich Hayward mit der Geschichtsschreibung über den Holocaust auseinander, insbesondere mit jenem Zweig davon, der als revisionistisch betrachtet wird.[25] Er gelangte zum Schluß, ein Teil der revisionistischen Literatur verdiene keine ausführliche wissenschaftliche Untersuchung.[26] Andere Schriften derselben Richtung stufte er hingegen als wichtig und respektabel ein. Er zog drei hauptsächliche Schlußfolgerungen aus der Geschichtsschreibung, dem vorhandenen historischen Beweismaterial und seinen eigenen Betrachtungen: Erstens, daß es keinen unanfechtbaren Beweis für einen persönlichen Befehl Adolf Hitlers zur physischen Ausrottung der Juden gegeben habe; zweitens, daß es unmöglich sei, die Zahl der getöteten Juden zu ermitteln; drittens, daß es in Konzentrationslagern auf europäischem Boden keinen systematischen Einsatz von Gaskammern zur Ermordung von Juden gegeben habe. Machen diese Schlußfolgerungen Hayward zum "Holocaust-Leugner"?

Die Behauptung, dem sei in der Tat so, läßt sich leicht nachprüfen. Erstens ist nie ein Dokument vorgefunden worden, dem sich entnehmen ließe, daß Hitler einen Befehl zur "Endlösung" erteilt hätte. Daß Hitler Antisemit war, wird niemand ernstlich bestreiten wollen. Daß er die Unterwerfung der Juden anstrebte, steht ebenfalls außer Frage. Beides hebt Hayward klar hervor. Daß Hitler einen Befehl zur Ausrottung der Juden erlassen hat, läßt sich nicht nachweisen.[27]

Zweitens erklärt sich Hayward mit der These einverstanden, daß Millionen von Juden in den Verheerungen des Zweiten Weltkriegs umgekommen sind.[28] Er betrachtet die Sechsmillionenziffer als symbolisch und meint, sie sei nicht dokumentarisch beweisbar. Es gibt keine zuverlässigen oder umfassenden Unterlagen, die es ermöglichen würden, die genaue Zahl der während der NS-Zeit Umgekommenen zu ermitteln. Alle Berechnungen sind unter diesen Umständen nichts weiter als Schätzungen, die unvermeidlicherweise weit auseinanderklaffen.[29] Die traditionelle Ziffer von "11 Millionen Nazi-Mordopfern" (Juden und Nichtjuden zusammen) ist im Grunde eine Erfindung des berühmten "Nazijägers" Simon Wiesenthal. In der Holocaust-Geschichtsschreibung hat diese spekulative Zahl beinahe schon kanonischen Status erlangt.[30] 1986 erklärte Shmuel Krakowski, damaliger Direktor des Archivs von Yad Vashem, Jerusalem, wo sich das internationale Zentrum für Holocaust-Dokumentation befindet, in einem Gespräch mit der Jerusalem Post, von den 20.000 ihm zur Verfügung stehenden Aussagen angeblicher "Holocaust-Überlebender" seien die meisten unglaubhaft, betrügerisch, unbeweisbar oder zumindest teilweise falsch.[31] Obgleich diese Aussage wenigstens ebenso "revisionistisch" ist wie die schärfsten Passagen in Haywards Magisterarbeit, gilt Krakowski nicht als Holocaust-Leugner. Wiesenthal gibt zu, daß er Zahlen erfunden hat, doch dreht ihm anscheinend niemand einen Strick daraus; Hayward hat lediglich andere in den Raum gestellte Zahlen hinterfragt und wurde deswegen in Acht und Bann getan.

Drittens galt es früher als ausgemacht, daß Juden in Konzentrationslagern des Altreichs massenhaft vergast worden seien. Diese Hypothese ist inzwischen von den meisten Historikern des Zweiten Weltkriegs über Bord geworfen worden, ohne daß man diese der Holocaust-Leugnung bezichtigte.[32]

(Siehe hierzu die hier abgebildete Karte, auf der ein Unterschied zwischen "Todeslagern" (d.h. Vernichtungslagern) und "Konzentrationslagern" gemacht wird). Die Beweise für den Einsatz von Gaskammern in Lagern auf polnischem Territorium sind stärker. Hayward stützte sich auf eine gewisse (heutzutage als höchst strittig oder widerlegt geltende) Studie, um das Ausmaß der Tötungen durch Gas in diesen polnischen Lagern in Frage zu stellen, und wegen seiner skeptischen Haltung etikettierte man ihn als "Holocaust-Leugner", obschon er unmißverständlich aussagt, unter der NS-Regierung hätten Millionen von Juden durch verschiedene Ursachen den Tod gefunden.[33] Er warf lediglich die Frage auf, wie viele davon in Gaskammern umgekommen seien. Doch manche seiner Kritiker behaupteten, er habe die Existenz von Gaskammern vollständig abgestritten.[34]

Daß die jüdische Bevölkerungsgruppe verschiedenen Diskriminierungs- und Verfolgungsmaßnahmen unterworfen wurde, ist unbestritten, doch bedeutet dies keinesfalls, daß man diese Maßnahmen nicht in neuem Licht betrachten dürfte. Aus diesem Grund besitzt weder diese Bevölkerungsgruppe als Ganzes noch irgendeiner ihrer Vertreter einen Anspruch auf Abschirmung vor einer sachlichen Untersuchung ihres Verfolgungsschicksals. Es trifft ferner nicht zu, daß das, was den Juden widerfuhr, sich fundamental von anderen Greueltaten unterscheidet, mögen deren Opfer nun Indianer gewesen sein oder Afrikaner, Zigeuner, die "Hexen" im Europa der beginnenden Neuzeit, die bei den stalinistischen Säuberungen in der UdSSR Umgekommenen, Iraker in Saddam Husseins Händen, von Kreuzrittern gejagte Häretiker oder jene Eingeborenenstämme, die im Verlauf der Geschichte immer wieder verfolgt und dezimiert worden sind. Es besteht ein gewaltiger Unterschied zwischen Antisemitismus und durch Forschungen abgestützten Schlußfolgerungen, die nicht den Werten, Ideen und Interpretationen semitischer Völkern und Kulturen entsprechen.

Unterschiedliche Deutungen sind nicht dasselbe wie Diskriminierung. Landläufige Ansichten zu hinterfragen ist kein Rassismus. Allgemein akzeptierte Auffassungen zu unterstützen oder ihnen zu widersprechen kann deshalb, ganz unabhängig vom jeweiligen Thema, ipso facto nicht als kulturelle oder religiöse Gefühllosigkeit charakterisiert werden. Auch jüdische Gemeinschaften sind alles andere als immun gegen Intoleranz, Gewalttätigkeit und Mangel an Achtung gegenüber anderen Religionen. Die in der Heiligen Schrift geschilderten Eroberungsfeldzüge des Volkes Israel sind nur ein Beispiel unter vielen. Wer behauptet, der Holocaust sei gewissermaßen kulturell oder historisch einzigartig und ohne Parallele, tut damit einfach eine Meinung kund, die weder verbindlich noch unbedingt überzeugend noch intellektuell obligatorisch ist. Wer letzteres behauptet, begeht "intellektuellen Terrorismus".[35] Ein so definierter Holocaust hat weniger mit der Geschichte zu tun als mit einem Mythos. Dies festzuhalten, stellt keinesfalls einen "totalen Verrat an der jüdischen Geschichte" dar.[36] Ob die Taten der Nationalsozialisten die "Banalität des Bösen" widerspiegelten oder ein kollektives Bewußtsein, ist eine Frage für den Forscher, nicht für den Gesetzgeber.[37] Es mag gute Gründe dafür geben, warum man Stanley Milgram einem Daniel Goldhagen vorzieht.[38]

Die Untersuchungskommission kam zum Schluß, Hayward habe sich weder des Rassismus oder Antisemitismus, noch der bewußten Verfälschung von Daten schuldig gemacht; freilich äußerte sie sich in ihrem Gutachten kritisch über die Qualität der Studie Haywards und befand, sie sei zu hoch benotet worden. Dies änderte aber nichts daran, daß die Magisterarbeit dieses geschichtswissenschaftlichen Novizen von Akademikern, Medienschaffenden und einem erheblichen Teil der Bevölkerung als Machwerk eines elenden Scharlatans abgetan wurde, eines unredlichen Burschen, dem man keine leicht beeinflußbaren jungen Menschen als Studenten anvertrauen dürfe, dem Arbeit zu verschaffen selbst außerhalb der Universität nicht ratsam sei und dessen Schriften verboten gehörten, auch wenn er seit seiner Magisterarbeit keine Zeile mehr über den Holocaust geschrieben hat.[39]

Häufig gezeigte Karte Deutschlands und Polens während des Zweiten Weltkriegs,
auf der nationalsozialistische Konzentrationslager sowie (angebliche) Vernichtungslager zu sehen sind.

Im Gegensatz zu vielen ehrgeizigen Jungakademikern hat Hayward keinerlei Versuch unternommen, seine Magisterarbeit der Öffentlichkeit zugänglich zu machen.[40] Ebensowenig war diese ausschlaggebend für seine Anstellung als Universitätslehrer. Ihre einzige Funktion bestand darin, ihm die notwendigen Qualifikationen für die Abfassung einer Doktorarbeit zu verleihen, die einem ganz anderen Thema gewidmet war.

Urteilt man nach den Artikeln im The New Zealand Jewish Chronicle, dem im Dezember 2000 von der Untersuchungskommission veröffentlichten Gutachten sowie den in den neuseeländischen Medien erschienenen Stellungnahmen, gewinnt man den Eindruck, bei der Hayward-Affäre handle es sich um nichts weiter als um einen simplen Fall von mangelhafter Forschung und inkompetenter Qualitätskontrolle.[41] Doch weist der Fall noch andere Facetten auf, von denen nur selten oder gar nie die Rede war. Während manche Kommentatoren die "mangelnde Ausgewogenheit" in der Hayward-Affäre gerügt haben,[42] taten andere das Ganze einfach als "hysterische Hetzkampagne" ab.[43] Daß die Medien kein Gras über die Sache wachsen lassen, beweist, daß wichtige Aspekte unbekannt geblieben sind.

Das Gutachten der Untersuchungskommission und die Reaktionen darauf

Im Dezember 2000 veröffentlichte die im April desselben Jahres von der Canterbury-Universität zwecks Überprüfung der Hayward-Magisterarbeit einberufene Untersuchungskommission ihr Gutachten, das 296 Seiten plus Dokumentation umfaßte.[44] Diese Expertise wurde von der Universitätsleitung entgegengenommen, und am 18. Dezember bestätigte der Universitätsrat offiziell den Empfang.[45] Allerdings war nicht jedermann mit dem Gutachten einverstanden. Mehrere namhafte Historiker der Canterbury-Universität stellten sich auf den Standpunkt, ihre Alma mater sei viel zu apologetisch gewesen.[46]

Vincent Orange, Haywards Magistervater, focht zahlreiche Schlußfolgerungen des Gutachtens an und kritisierte die Stellungnahme von Richard Evans (siehe unten).[47] Professor John Jensen von der Waikato-Universität weigerte sich ebenfalls, die grundsätzliche Richtigkeit des Kommissionsgutachtens anzuerkennen.[48] Wieder andere Akademiker vertraten die Meinung, die Schlußfolgerungen der Expertise seien "im voraus festgelegt" gewesen, die Kommission habe ihre rechtlichen Befugnisse überschritten, und die Canterbury-Universität habe in einer Frage offiziell Stellung bezogen, "die allem Anschein nach lediglich einzelne Akademiker betrifft".[49]

Im Februar 2001 setzte sich der Fachbereich Geschichte der Canterbury-Universität mit dem Gutachten auseinander und gab anschließend bekannt, sie billige "im großen Ganzen die Empfehlungen der Barker-Kommission".[50] Die meisten, aber nicht alle der betreffenden Historiker stellten sich hinter diese zwiespältige Resolution. Neben Orange führten drei weitere Angehörige der Abteilung Argumente gegen das Gutachten sowie die Stoßrichtung der Untersuchung ins Feld. Einer der Historiker bestand darauf, im Sitzungsprotokoll namentlich als Gegner sowohl des Gutachtens als auch der diesem seitens der Abteilung gewährten Unterstützung genannt zu werden.[51]

Unter den Befürwortern der Resolution gab es etliche, die freimütig einräumten, weder das Gutachten noch die Magisterarbeit gelesen zu haben. Ein prominentes Abteilungsmitglied argumentierte, es stehe den Historikern nicht an, Stellung gegen die Universität als Ganzes zu beziehen.[52]

Vincent Orange, der nicht an der Februarsitzung teilgenommen hatte, legte der Abteilung ein Dossier mit 31 Dokumenten vor, dem er den Titel "A Case for the Defence of Dr. Joel Hayward" (ungefährer Sinn: "Eine Lanze für Dr. Joel Hayward") gab.[53] Das Dossier enthielt Stellungnahmen von Akademikern, welche die Hayward-Magisterarbeit gelesen hatten, ferner Dokumente, welche den Fall von einer anderen Seite zeigten, sowie schließlich Material zu verwandten Fragen. Die betreffenden Unterlagen waren bereits der Untersuchungskommission zur Verfügung gestellt worden, hatten jedoch allem Anschein nach keinen nennenswerten Einfluß auf deren Schlußbericht ausgeübt.[54] Orange hatte dieses Dossier aus drei Gründen erstellt: Erstens zu Händen der Untersuchungskommission, zweitens als zusätzlichen Anhang zum Kommissionsgutachten, um diesem größere Ausgewogenheit zu verleihen, sowie drittens zwecks Aufnahme in die Universitätsbibliothek, damit Dozenten oder Studenten, die sich zukünftig mit der Hayward-Affäre beschäftigen würden, die Standpunkte beider Seiten kennenlernen konnten. Das Kommissionsgutachten ging nicht auf den Inhalt des Dossiers ein. Oranges Bemühungen, sein Dossier als Anhang in das Gutachten aufnehmen zu lassen, schlugen fehl, und auch seine anderen Ziele wurden nicht erreicht. Dies läßt die Behauptung der Kommission, sie habe "den vorliegenden Fall vollständig und gewissenhaft untersucht", in fragwürdigem Licht erscheinen, ebenso wie den Kommentar des Vizerektors Daryl LeGrew, laut dem das Kommissionsgutachten eine "offene und gründliche akademische Untersuchung" darstellte.[55]

Warum wurde der Zugang zu all diesen Unterlagen den direkt an der Hayward-Affäre Beteiligten oder daran Interessierten nicht leichter gemacht?[56] Es hätte Vincent Orange sowie den anderen Lehrkräften an der Fachbereich Geschichte, die sich gegen die Vorwürfe des Rats der Neuseeländischen Juden gewandt hatten, freigestanden, das Dossier auf eigene Faust zu verteilen. Daß sie dies unterließen, lag anscheinend daran, daß sie wiederholt von Universitätsangehörigen geäußerten Bitten stattgaben, gegenüber den Medien keine Stellungnahmen abzugeben und der Universitätsleitung die Verantwortung für die Kommentierung des Falls Hayward zu überlassen.[57] Obwohl der Universitätsleitung das Dossier zur Verfügung stand, zog sie es vor, von dessen Veröffentlichung Abstand zu nehmen. Aus diesem Grund war es der Öffentlichkeit nicht vergönnt, sich durch einen Vergleich der Standpunkte hüben und drüben ein ausgewogenes Bild von der Affäre zu machen.

Die Barker-Kommission hatte sich stark auf eine Expertise von Richard J. Evans, Professor an der Universität Cambridge, gestützt, der vom Rat der Juden Neuseelands zur Kommentierung von Haywards Magisterarbeit aufgeboten worden war.[58] Der Judenrat hatte der Kommission ursprünglich eine vierzehnseitige Stellungnahme zu Haywards Magisterarbeit zukommen lassen, in der er seiner Besorgnis Ausdruck verlieh und konkrete Wünsche bezüglich der Untersuchung äußerte.[59] Er unterstellte, die Studie zeuge von Unehrlichkeit, und forderte, Hayward solle der Magistergrad entzogen werden; ferner verlangte er, die Canterbury-Universität müsse sich von ihrer Unterstützung der Studie distanzieren, und deutete an, Haywards Schrift sollte aus der Universitätsbibliothek entfernt werden.[60]

Ermuntert durch seinen von den Medien weidlich ausgeschlachteten Sieg über David Irving (einen umstrittenen Fachmann auf dem Gebiet der deutschen Geschichte der dreißiger und vierziger Jahre) bei einem vielbeachteten Beleidigungsprozeß in London, wo das Gericht Irving im April 2000 der Verfälschung historischen Beweismaterials für schuldig befunden hatte, legte Evans ein 71-seitiges Gutachten vor, in dem Haywards Magisterarbeit scharf verurteilt wurde. Prof. Gerald Orchard, einer der angesehensten Anwälte Neuseelands, prangerte dieses Gutachten seinerseits gegenüber der Untersuchungskommission als "feindselig" und Werk eines "voreingenommenen Parteigängers" an, der kein "objektiver Experte" sei. Er warf Evans Übertreibung, Außerachtlassung von Fakten sowie verzerrte Darstellung vor und meinte, man dürfe sich im Fall Hayward nicht auf Evans' Meinung verlassen.[61] Die Untersuchungskommission anerkannte, daß Evans "allem Anschein nach nicht die von einem als Zeugen aufgebotenen Fachmann verlangte Objektivität an den Tag gelegt", unerwünschte Unterstellungen vorgenommen und eine gegenüber Hayward "höchst feindselige" Einstellung offenbart hatte. Sie behauptete, sich "redlich darum bemüht" zu haben, "Prof. Evans' Neigung zu extremen Formulierungen außer acht zu lassen", anerkannte die Expertise jedoch trotzdem als ausschlaggebend an und schien den im "Dossier der Verteidigung" enthaltenen dezidierten Erwiderungen auf den Evans-Bericht keine sonderliche Beachtung geschenkt zu haben.[62] Angesichts der tiefgreifenden Meinungsunterschiede zwischen den offiziellen Prüfern und Benotern der Hayward-Studie (Orange und Jensen) auf der einen und Evans auf der anderen Seite war der Untersuchungskommission von Juristenseite nahegelegt worden, eine Stellungnahme für diese oder jene Seite sei "eine Angelegenheit für kompetente Fachhistoriker".[63] Macintyre und Trotter waren wohl Historiker, aber keine "kompetenten Fachhistoriker". Solche wurden überhaupt nicht zu Rate gezogen. Warum verzichtete die Untersuchungskommission in dieser kritischen Phase auf einen solchen Schritt? Vincent Orange und Joel Hayward hatten ihrerseits einen strategischen Irrtum begangen, als sie es unterließen, sich an einen Fachmann für die Geschichte des Holocaust zu wenden und ihn mit der Anfertigung einer Expertise zu beauftragen. Anscheinend kamen sie gar nicht auf den Gedanken, dies zu tun, und dieser Irrtum sollte sich für sie als kostspielig und langfristig verhängnisvoll erweisen. Daß die Untersuchungskommission bereit war, die Expertise eines von den Hayward-Gegnern rekrutierten und als engagierter Gegner des Revisionismus bekannten Fachmanns zu akzeptieren, ist merkwürdig und läßt Zweifel an der Objektivität der ganzen Untersuchung aufkeimen.

Obwohl die Kommission Evans extreme Formulierungen sowie seinen Mangel an Objektivität moniert hatte, anerkannten sowohl der Rat der Juden als auch die Kommission selbst Evans als ansonsten untadeligen Zeugen. Evans ist ein ausgezeichneter Gelehrter, aber in Rezensionen seiner Bücher wird ihm vorgeworfen, bisweilen "über das Ziel hinauszuschießen", sich "müßigen Spekulationen hinzugeben", in manchen Fällen "die zur Diskussion stehenden Originalquellen nicht studiert zu haben", oft den Kern der Sache nicht zu treffen, zügellose Attacken gegen Andersdenkende zu reiten und oft Verwirrung an den Tag zu legen.[64] Anders gesagt: auch nach Ansicht mancher seiner Gesinnungsgenossen setzt sich Richard Evans selbst über zahlreiche solide Prinzipien jener historischen Methodologie hinweg, deren Mißachtung er Hayward angekreidet hat.

Evans läßt es auch in seiner Haltung gegenüber Wissenschaftlern, die sich nachweislich geirrt haben, an Konsequenz fehlen. In den achtziger Jahren entfachte das Buch eines jungen Politologen, David Abraham, einen Skandal. Evans hatte es positiv rezensiert. Als sich herausstellte, daß Abraham grobe Fehler begangen hatte, wurde er aus der Universität hinausgeekelt. Evans bezeichnete dies als durch und durch unfair, obgleich er selbst festhielt, das Buch strotze nur so von Irrtümern und Abraham widerspreche bisweilen seinen eigenen Thesen. "Ich persönlich bin der Meinung, daß Abraham zwar das Beweismaterial nicht absichtlich verfälscht hat, jedoch außerordentlich nachlässig damit umgesprungen ist, weit nachlässiger, als es in einem seriösen wissenschaftlichen Werk statthaft ist." Nichtsdestoweniger schloß er: "Daß Abraham keine Chance bekam, seine Fehler zu korrigieren... war sicherlich falsch."[65] Zur Rechtfertigung dieses Urteils zitierte Evans den Fall von Lawrence Stone, dessen frühe Werke sich als durch und durch fehlerhaft erwiesen hatten und der dann doch eine lange und produktive Karriere als hochgeachteter Wissenschaftler machte; seine Erstlingswerke sind so gut wie vergessen. Abrahams Thema war die Weimarer Republik, Stones Spezialgebiet ist das England der Neuzeit. Die Hayward unterstellten Irrtümer waren weniger schwerwiegend als die von Abraham begangenen, doch in seiner Expertise billigte Evans diesem jungen Historiker keine mildernden Umstände zu, schwieg sich über Haywards sonstige Forschungen aus und äußerte sich über dessen Magisterarbeit so, als sei diese der krönende Abschluß einer langen Karriere und keine Studie eines erst am Anfang seiner Laufbahn stehenden Akademikers. Warum? Während Evans Hayward in Bausch und Bogen verurteilte und die Aberkennung seines Magistergrads empfahl, äußerte er sich abermals zur Situation Abrahams und kommentierte, dessen Schicksal sei "glücklicherweise ein außergewöhnlich seltener Fall"."[66]

Unüberbrückbare Meinungsverschiedenheiten

Das Gutachten der Untersuchungskommission befriedigte keine der beiden Seiten. Es macht den Anschein, als habe es von Anfang an das Ziel verfolgt, die Lage durch einen Kompromiß zu entschärfen: E gab dem Judenrat sowie Richard Evans insofern recht, als es geltend machte, die Hayward-Studie enthalte ernsthafte Irrtümer, unterstellte jedoch nicht, sie sei unehrlich oder betrügerisch, oder Hayward verdiene seinen Magistergrad nicht, oder ihm solle der Magistergrad entzogen werden, oder die Arbeit selbst solle aus den Bibliotheken entfernt werden.[67] Andererseits stellte die Kommission Hayward auch nicht den von ihm selbst sowie Orange erhofften Persilschein aus und äußerte herbe Kritik am Prüfungsverfahren der Universität. Folglich waren beide Parteien verärgert; keine konnte behaupten, als Siegerin dazustehen, und die ganze Affäre schien allen Beteiligten nichts als Ärger eingebrockt zu haben. Die Akademiker fühlten sich verraten, und der Judenrat hatte den Eindruck, seine Bemühungen seien fehlgeschlagen. Der offizielle jüdische Standpunkt lautete dahingehend, daß das Resultat der Untersuchung unannehmbar sei.[68] David Zwartz äußerte sich gegenüber einer Zeitung wie folgt: "Wir müssen die Sache weiterziehen."[69]

Doch die Canterbury-Universität zeigte keine Bereitschaft, noch mehr Zeit und Geld in die Hayward-Affäre zu investieren, da sie diese als abgeschlossen betrachtete.[70] Da die Universität ersichtlich nicht gewillt war, Hayward den Magistergrad zu entziehen, ihm einen weiteren Nasenstüber zu versetzen, Vincent Orange (Haywards Magistervater, den manche als den eigentlichen Verantwortlichen für die Studie betrachteten) an den Pranger zu stellen und die Suppe weiter am Kochen zu halten, hätte man eigentlich annehmen müssen, die Sache sei nun glücklich ausgestanden. Hayward unterrichtete weiter an der Massey-Universität, und aus Pressemitteilungen schien hervorzugehen, daß seine Stellung ungefährdet war und die Universität nicht beabsichtigte, ihn im Regen stehen zu lassen.[71] Kurz und gut, man glaubte einen Schlußstrich unter die leidige Angelegenheit ziehen zu können.

Dem war aber nicht so. Es gab nämlich Leute, deren Leidenschaften durch die Affäre sowie deren Ausschlachtung in den Medien aufgeputscht worden waren, und diese Personen bedienten sich unüblicher und höchst fragwürdiger Methoden, um ihrem Ingrimm Ausdruck zu verleihen. Anfang 2001 erhielt Hayward wütendere Schmähbriefe als je zuvor und wurde außerdem mit obszönen Telefonanrufen belästigt. Mehr als ein Jahr nach der Veröffentlichung des Kommissionsberichts wurden Morddrohungen gegen seine Kinder laut. Ab und zu entschuldigte er sich von neuem für jegliche unbeabsichtigte Konsequenzen seiner Magisterarbeit und versuchte, normal weiterzuleben und weiterzuarbeiten. Da er sich verlacht und gedemütigt fühlte und den Eindruck bekam, selbst unter seinen Kollegen an der Massey-Universität schlage die Stimmung zu seinen Ungunsten um, waren seine Nerven der Belastung nicht gewachsen. Mehr als zwei Jahre lang mußte er ärztlich behandelt werden.[72] Er verlor jegliches Vertrauen zu den Universitäten und kam zur Überzeugung, zumindest in Neuseeland seien diese keine Stätten des freien Gedankenaustauschs mehr. Die vielgerühmte akademische Freiheit schien ihm nun eine bloße Chimäre, die jederzeit opportunistischen Erwägungen geopfert werden konnte. Er war nun überzeugt, daß jene Ideale, die seine Professoren und Lektoren an der Canterbury-Universität gepredigt hatten, nichts weiter als hohle Phrasen waren. Er glaubte nicht mehr an die hochgepriesenen Ideale der Akademie und betrachtete das Hochschulwesen als durch "Gleichgültigkeit und moralische Feigheit" unheilbar verseucht."[73] Im Dezember 2001 fiel Hayward tiefen Depressionen anheim und kündigte seine Stelle an der Massey-Universität auf Juni 2002. Die Alma mater unternahm offenbar keine Anstrengungen, ihm in seiner schweren Lage beizustehen oder ihm jene Unterstützung zu gewähren, welche bedrängten Lehrkräften üblicherweise zuteil wird.

Die Massey-Universität war Hayward also glücklich los - war die Affäre nun endlich ausgestanden? Von interessierten Kreisen wurde versucht, eine andere an der Canterbury-Universität verfaßte Studie mit der Holocaust-Leugnung sowie mit Hayward in Verbindung zu bringen, doch diese Bestrebungen schlugen fehl.[74] Hayward selbst standen freilich noch weitere unangenehme Überraschungen ins Haus. Anfang Dezember 2002 teilte ihm HarperCollins, ein größerer internationaler Verlag, über seine Zweigstelle in Auckland mit, daß er von der Veröffentlichung eines Buches, an dem Hayward als Koautor beteiligt war, Abstand zu nehmen gedenke. Bei dem betreffenden Werk handelte es sich um eine Sammlung von Aufsätzen über die neuseeländischen Militärpiloten.[75] Das Buch war damals abgeschlossen und bereit zum Druck. Hayward fiel aus allen Wolken und bat um eine Erklärung. Schließlich scheint ein Sammelband über neuseeländische Militärpiloten ein unverfängliches Thema zu sein. HarperCollins teilte Hayward als Grund für den in letzter Minute gefaßten Entscheid lediglich mit, der Verlag sei aufgrund des negativen Medienrummels um Hayward unter beträchtlichen Druck gesetzt worden, nicht mit ihm zusammenzuarbeiten.[76] Es ging also längst nicht mehr nur um die Frage, ob eine Magisterarbeit ihrem Wesen nach ehrlich gewesen war oder nicht.

Die Leute vom Verlag HarperCollins sind nicht die einzigen, die nichts mit Hayward zu tun haben wollen. Manche fürchten sich davor, mit ihm zusammen in einem Café gesehen zu werden. Andere befürchten, an ihn gerichtete e-mails könnten überwacht werden, und der Kontakt mit ihm könne schwerwiegende Folgen für ihre eigene Karriere zeitigen. Sie sprechen nicht mehr mit ihm, um nicht mit ihm in Verbindung gebracht zu werden. Manche seiner früheren Mitarbeiter hegen die Besorgnis, ihre eigenen Arbeiten könnten auf "häretisches" Gedankengut zu Themen überprüft werden, bei denen Gedankenfreiheit und geistige Unabhängigkeit unerwünscht sind. Hatte man dies alles schon vorausahnen können, als die Untersuchungskommission ein Jahr zuvor ihr Gutachten publizierte?

Kurz nach dem Schock, den die Absage von HarperCollins für ihn bedeutet hatte, wurde Hayward von Fonterra, einer großen Firma für Milchprodukte und Fleisch, angeheuert. Seine Aufgabe sollte darin bestehen, die internationalen Mitteilungen, Informationen und Ausbildungsdokumente der Firma zu verfassen.[77] Doch war sein erster Arbeitstag bei Fonterra zugleich auch schon sein letzter: Die Firma beschloß, auf seine Dienste zu verzichten, nachdem man ihr zu verstehen gegeben hatte, daß mit seiner Anstellung erhebliche Risiken verbunden seien.[78] Stand diese Reaktion noch im Verhältnis zu einem Fehltritt, den Hayward angeblich zehn Jahre früher begangen hatte?

Warum kommt die Hayward-Affäre nicht zur Ruhe?

Alle Entschuldigungen haben nichts gefruchtet. Die Kündigung seiner Stelle an der Universität hat Hayward nicht aus der Schußlinie genommen. Passivität erwies sich ebensowenig als Lösung, und die Affäre schwelt weiter. Eine Frage, der man keinerlei Aufmerksamkeit geschenkt hat, lautet wie folgt: Weshalb hat die unveröffentlichte, im Giftschrank verborgen gehaltene Arbeit eines unerfahrenen Jungakademikers einen solchen Wirbel ausgelöst? Rechtfertigen die unterstellten (jedoch unbewiesenen) Mängel der Studie die ganzen Folgen - deren unautorisierte Kopie, eine in den Medien lärmig breitgetretene, aber gleichwohl nicht öffentliche Untersuchung, ein landesweites Kesseltreiben, die Verhöhnung, Demütigung und gesellschaftliche Ächtung eines zum Abschuß freigegebenen jungen Historikers sowie den Ruin seiner Karriere? Wozu war all dies gut? Zu einem frühen Zeitpunkt wollten einige namhafte neuseeländische Akademiker wissen, worum es eigentlich ging, und forderten eine Untersuchung der "Motive für solche Aktivitäten".[79] Nach den letzten Medienkampagnen warf auch ein hochrangiger Angestellter der Canterbury-Universität die Frage auf, wem es wohl dienlich sein könne, die Hayward-Affäre nicht zur Ruhe kommen zu lassen.[80] Ein anderer Kommentator sprach Klartext: "Manche scheinen grimmig entschlossen zu sein, sowohl Joels Karriere zu beenden als auch jegliche Untersuchung der Fakten in bezug auf den Holocaust zu unterbinden."[81] Die Folgen, die sich aus letzterem ergeben, sind laut diesem Kritiker unkalkulierbar: Dogmatisches Festhalten an der überkommenen Holocaust-Version "verstärkt und legitimiert Engstirnigkeit, eine unrealistische Außenpolitik und barbarisches Verhalten."[82]

Doch nicht genug damit: Warum verweigerte man es Joel Hayward, zu Fragen zu publizieren oder auf Gebieten zu arbeiten, die mit dem Forschungsgebiet seiner Magisterarbeit nicht das geringste zu tun haben? Dies sind Fragen, welche die Medien nicht gestellt haben. Verdienen sie eine Antwort?

Was genau ist unter Holocaust-Leugnung zu verstehen? Geht es einfach um die Frage, ob weniger als sechs Millionen Juden starben? Erstreckt sich die Definition auch auf jene, die Mitleid für die 1945 in Dresden umgekommenen Deutschen äußern? Und auf jene, welche die Zeugenaussagen der Überlebenden kritisch hinterfragen, oder die meinen, auch andere Länder als Deutschland hätten Kriegsverbrechen begangen, oder die bestreiten, daß das jüdische Leiden während des Zweiten Weltkriegs etwas Einzigartiges war?[83] Ist es antisemitisch, die Elemente des "heiligen Mythos" von der jüdischen Geschichte der vierziger Jahre zu trennen? Ist es wirklich so unerträglich, wenn jemand bestreitet, daß der Holocaust "nicht mit normalen geschichtlichen Maßstäben zu messen ist", daß er "das Ereignis schlechthin" oder "das Geheimnis schlechthin" darstellt? Muß man denn unbedingt der Ansicht beipflichten, daß "jeder Überlebender mehr über das Geschehene zu sagen hat als sämtliche Historiker zusammen"?[84] Andererseits wird im Zusammenhang mit der heutigen Lage im Nahen Osten oft auch von Antisemitismus gesprochen, wenn jemand Sympathie für die palästinensische Sache äußert und meint, die Palästinenser sollten vielleicht territoriale Autonomie erhalten und nicht länger von Israel unterdrückt werden. Solche Argumente sind natürlich fadenscheinig und unsinnig, doch die Fesseln einer neuen Orthodoxie lassen erkennen, daß die Universitäten die freie Untersuchung gewisser Themen nicht zulassen können. Kann Moral denn so elastisch sein?

Es gibt am Holocaust nichts Erbauliches, und die persönlichen Erfahrungen Joel Haywards, der auszog, um den Holocaust zu erforschen, und dann zum Opfer eines persönlichen Holocaust wurde, sind ebenso wenig erbaulich. Betrachtet man die Affäre in einem größeren Zusammenhang, so wird es einem klar, daß es sich hier nicht bloß um einen "Sturm im Wasserglas" handelt.

Warum läßt man kein Gras über den Fall Hayward wachsen? Will man einfach für Schlagzeilen sorgen? Steckt hinter dem Ganzen nackte Bosheit? Haben wir es mit einer Hexenjagd zu tun? Die Hexenjäger im Europa der beginnenden Neuzeit zeichneten sich durch Hartnäckigkeit, hohe Erfolgsquoten und rücksichtslose Konsequenz bei der Durchführung ihres Programms aus. Können es sich ihre Nachfolger leisten, weniger wachsam zu sein? Gibt es in Neuseeland Großinquisitoren? Ist Joel Hayward das Opfer von Ansichten, die jenen der Hexenverfolger und Inquisitoren ähneln? Wenn ja, wie sollte die neuseeländische Gesellschaft darauf reagieren?[85]


Anmerkungen

Die Übersetzung aus dem Englischen besorgte Jürgen Graf.

[1]Philip Matthews, "In Denial: The continuing story of why a New Zealand university refuses to dishonour thesis denying the Nazi Holocaust" Listener (2-8 November 2002), S. 26-30.
[2]"We do not endorse or in any way condone Holocaust revisionism...," Daryl LeGrew, Brief an die Angestellten der Universität, 20. April 2000, sowie "Audit pans thesis on Holocaust" The Press (21. Dezember 2000).
[3]Tania Hinehou Butcher, "Relentless persecution of a respected academic" Manawatu Evening Standard (2. November 2002), S. 8.
[4]Dov Bing, Professor der Politologie an der Waikato-Universität, schlug bereits am 14. Dezember 1999 in einer Email an Vincent Orange Alarm. Zu den Einzelheiten siehe The New Zealand Jewish Chronicle 56 (April 2000), S. 1, 6. Der Rat der Juden Neuseelands beschaffte sich anschließend offizielle Universitätsdokumente, die es ihm ermöglichten, eine förmliche Stellungnahme zur Magisterarbeit abzugeben. David Zwartz reichte bei Alan Hayward, dem Urkundenbeamten der Universität (er ist nicht mit Joel Hayward verwandt), unter Berufung auf den Official Information Act 1982 am 4. April 2000 einen förmlichen Antrag auf Einsicht in die Akten ein. Alan Hayward gab die Unterlagen nur teilweise frei. Auf Ersuchen des Rates der Juden Neuseelands setzte sich das Büro des Ombudsmanns zweimal - am 19. Juni sowie am 14. Juli - wegen derselben Dokumente mit Vincent Orange in Verbindung, doch lehnte Orange das Gesuch ab. In seiner Antwort vom 17. Juli 2000 erkundigte sich Orange hingegen, woher David Zwartz von der Existenz eines Briefes wußte, den Orange am 21. April an den Kanzler der Universität geschrieben hatte. Ein Antrag auf Akteneinsicht wurde auch vom Rechtsbüro Macfarlane, Dougall, & Stringer gestellt, und zwar in einem Brief an Gerald Orchard vom 9. August 2000.
[5]The New Zealand Jewish Chronicle 56 (No. 6, 2000), S. 6; Sunday Star-Times (28. Mai 2000); The Press (31. Mai 2000); Brief der Untersuchungskommission an die Canterbury-Universität, 25. September 2000, S. 29, passim; Listener (24. Juni 2000), S. 5-6; Listener (9. November 2002), S. 8; Gutachten der Untersuchungskommission im Fall Joel Hayward (Canterbury-Universität, Dezember 2000), S. 34.
[6]Dame Phyllis Guthardt, Kanzlerin der Canterbury-Universität, Brief an Lehrkräfte der Universität, 20. April 2000; "Holocaust thesis investigated", The Press (27. April 2000); "Former High Court judge to chair Holocaust thesis inquiry", The Press (16 Mai 2000).
[7]Barker: Kanzler der Universität von Auckland von 1991 bis 1999 und ehemaliger Oberrichter am obersten neuseeländischen Gericht; Trotter: Professor emeritus der Geschichte an der Otago-Universität; Macintyre: Geschichtsprofessor an der Universität Melbourne. Der Untersuchungskommission wurde vorgeschlagen, bei ihren Sitzungen Beobachter zuzulassen, doch die Treffen fanden hinter verschlossenen Türen statt.
[8]Gutachten der Joel-Hayward-Untersuchungskommission, S. 86.
[9]Auf die negative Berichterstattung wird in den Anmerkungen zu diesem Artikel näher eingegangen. Beleidigende Telefonanrufe zwangen Hayward mehrmals zu einer Änderung seiner privaten Telefonnummer, und zu gewissen Zeiten wurde er tagtäglich mit Drohungen oder Schmähungen per Email bedacht. Vincent Orange, Brief an Miles Fairburn, 10. Februar 2001.
[10]Einzelheiten finden sich in verschiedenen Dokumenten und Briefen, z.B. Brief Joel Haywards an Vincent Orange, 22. April 2000; Brief W. David McIntyres an Alan Hayward, 25. Mai 1992; Brief Kingsley Mc Farlanes an Alan Hayward, 5. Mai 1992; Brief Kingsley McFarlanes an Alan Hayward, 9. September 1992; Brief Ian Catanachs an Vincent Orange, 5. Mai 1992; Gutachten der Untersuchungskommission im Fall Joel Hayward, S. 17-19, 73.
[11]Der Leiter des Fachbereichs Geschichte weigerte sich damals, die Angelegenheit zu untersuchen. W. David McIntyre, Brief an Alan Hayward, 25. Mai 1992, in dem McIntyre schrieb: "Die versuchte Einmischung ist unerträglich."
[12]Joel Hayward, Brief an die Untersuchungskommission der Canterbury-Universität, 25. September 2000, S. 3.
[13]"Eingabe an die Untersuchungskommission der Canterbury-Universität zum Thema der Magisterarbeit Joel Haywards" seitens des Rats der Juden Neuseelands, undatiert, Absatz 40, S. 8.
[14]L.L. Stevens, QC, "Memorandum für Angehörige der Untersuchungskommission", 15. September 2000, S. 15.
[15]Teil XIV der Regelung über das Bildungswesen von 1989 unterstreicht die grundlegenden Prinzipien der akademischen Freiheit. Sektion 161 (2) legt fest, daß Studenten und Universitätslehrer im Rahmen des Gesetzes die Freiheit genießen, allgemein anerkannte Ansichten zu hinterfragen und einer Prüfung zu unterziehen, neue Ideen vorzubringen sowie unpopuläre oder umstrittene Meinungen zu vertreten. Reprinted Statues of New Zealand (Wellington: New Zealand Government, 1996), Band 34, S. 167. Andere einschlägige Gesetzeswerke umfassen den New Zealand Bill of Rights Act 1990, Section 14. Grant Huscroft und Paul Rishworth, Hg., Rights and Freedoms: The New Zealand Bill of Rights Act 1990 and the Human Rights Act 1993 (Wellington: Brooker's, 1995). S. 500-504.
[16]Stellungnahme des Council of the New Zealand Library Association, 15. Mai 1980. http://www.lianza.org.nz/censorshiS.htm, von Bibliotheksangestellten positiv kommentiert. Siehe z.B. John RedMaine, Brief an Daryl LeGrew, 20 April 2000.
[17]Noam Chomsky, "The Faurisson Affair: His Right to Say It", Nation (28 Februar 1991), S .231. Chomsky ist ein namhafter jüdischer Intellektueller.
[18]Zitiert in D. D. Guttenplan, The Holocaust on Trial: History, Justice and the David Irving Libel Case, (London: Granta Books, 2001), S. 302. Hilberg ist ein geachteter jüdischer Historiker.
[19]Diese Prinzipien werden zum Beispiel von Frank Haden hochgehalten, "Holocaust denier should have freedom to upset", Sunday Star-Times (21. Mai 2000), aber auch von Tim Darlington, "Politics has no place in thesis arguments", Sunday Star Times (4. Juni 2000). Nach der Veröffentlichung des Kommissionsgutachten wurden Hayward-freundliche Leserbriefe in The Press (21. Dezember 2000 sowie 26. Dezember 2000) abgedruckt. Haywards Studenten stellten sich gleichfalls hinter diesen. "Backing for controversial ex-lecturer" Evening Standard (31. Oktober 2002).
[20]Es gibt Akademiker, die anders denken. Einer davon ist Chris Connolly, "Submission on Joel Hayward's Thesis" (undatiert, ca. Juli 2000): "Es ist nicht unsere Aufgabe, die Geschichte auf dem Gebiet der postgraduierten Studien zu 'kastrieren', indem wir Studenten produzieren, die vor jeder Kontroverse zurückschrecken."
[21]"Submission to the University of Canterbury Working Party on the Joel Hayward MA Thesis" vom New Zealand Jewish Council, undatiert, Absatz 23, S. 5.
[22]Elie Wiesel, "Words from a Witness," Conservative Judaism 21 (Frühling 1967), S. 43.
[23]David Cohen, "Revisionist history casts campus shadow" The National Business Review (22. November 2002), S. 4.
[24]Dies ist ein unbestreitbares historisches, soziales und politisches Phänomen. Siehe z.B. seine gründliche und leidenschaftslose Behandlung bei Peter Novick, The Holocaust in American Life (Boston: Houghton Mifflin Company, 1999) und Norman G. Finkelstein, The Holocaust Industry: Reflections on the Exploitation of Jewish Suffering, (London: Verso, 2000).
[25]J.S.A. Hayward, "The Fate of Jews in German Hands: An Historical Enquiry into the Development and Significance of Holocaust Revisionism," unveröffentlichte Magisterarbeit, University of Canterbury, 1993, 360 Seiten.
[26]Hayward, "The Fate of Jews in German Hands," passim, besonders S. 143-260.
[27]Siehe Christian Leitz, "Holocaust Research: The Current Position," History Now 6 (1) Mai 2000, S. 28: "Die Suche nach einem schriftlichen Hitler-Befehl wird weitergehen, so lange es in den Archiven Rußlands und anderer Länder noch unerschlossene Dokumente aus dem Dritten Reich gibt."
[28]Hayward, "The Fate of Jews in German Hands," S. 336.
[29]Israel Gutman, Hg., Encyclopedia of the Holocaust, 4 Bände (New York: Macmillan, 1990), Band. 4, S. 1797-1802 postuliert eine Opferzahl zwischen 5,6 und 5,9 Millionen, hält aber fest, diese Ziffern seien "Schätzungen". Die Gesamtzahl der Opfer des Zweiten Weltkriegs wird allgemein auf 50 bis 60 Millionen geschätzt.
[30]Yehuda Bauer, "Don't resist: A Critique of Phillip Lopate," Tikkun 4 (May-June 1989) p.67.
[31]Zitiert nach Barbara Amouyal, "Doubts over Evidence of Camp Survivors" Jerusalem Post (17. August 1986), S. 1.
[32]Ein Standardwerk (die Encyclopedia of the Holocaust, Band 2, S. 539-541) spricht von Menschenvergasungen in Neuengamme, Sachsenhausen und Ravensbrück, macht jedoch keine solchen für Dachau und Buchenwald geltend, die früher als Tötungslager betrachtet wurden.
[33]Hayward, "The Fate of Jews in German Hands," S. 336 sowie Anhang, S. 2.
[34]Haywards Diskussion der Frage der Gaskammern wurde gelegentlich so dargestellt, als sei er zum Schluß gekommen, es habe überhaupt keine solchen gegeben. "POW angry over thesis", The Press (20. Dezember 2000); "Audit pans thesis on Holocaust", The Press (21. Dezember 2000) sowie "MP wants choice of tutor probed", The Press (9. Januar 2001).
[35]Jean-Michel Chaumont, La Concurrence des Victims. (Paris: Editions le Doucouverte, 1997), S. 137, 148-49, 156.
[36]So argumentiert Elie Wiesel. Siehe Irving Abraham, Hg., Against Silence: The Voice and Vision of Elie Wiesel, 3 Bände (Washington, Holocaust Library, 1995). Andere Autoren meinen, die These von der Einzigartigkeit des Holocaust zeuge von "intellektueller Trägheit" sowie Fetischismus und weise Züge eines Kults auf (Peter Novick, The Holocaust in American Life, S. 9, 198), sei schlicht und einfach albern (Jacob Neusner, The Public Side of Learning (Chico, CA: Scholars Press, 1985, S. 128) oder "steril" (Finkelstein, The Holocaust Industry, S. 47). Die systematischste Behandlung der Lehre von der Einzigartigkeit des Holocaust findet sich bei Steven T. Katz, The Holocaust in Historical Context, Band 1. (New York: Oxford University Press, 1994, insbesondere S. 28, 58, 60).
[37]Eine Anspielung auf die Entrüstung, die Hannah Arendt mit ihrem Buch Eichmann in Jerusalem: A Report on the Banality of Evil (London: Faber, 1963) ausgelöst hat. Es lohnt sich der Hinweis darauf, daß "heute fast alle Gelehrten Arendts These akzeptieren" Novick, The Holocaust in American Life, S. 137.
[38]Goldhagen meint, institutionalisierter Judenhaß unter den Deutschen habe den Holocaust erzeugt. Daniel Goldhagen, Hitler's Willing Executioners: Ordinary Germans and the Holocaust (London: Little, Brown & Co. 1996). Bezüglich einer robusten Kritik siehe Miles Fairburn, Social History: Problems, Strategies and Methods (London: Macmillan, 1999), S. 263-80, sowie Raul Hilberg, "La Phénomène Goldhagen," Les Temps Modernes 592 (Feb-Mar. 1997), S. 1-10. Andererseits führte Stanley Milgram, eine Psychologin an der Yale Universität, in den frühen 1960er Jahren Experimente durch, die nahelegten, daß moralisch normale Personen unter diktatorischem Einfluß leicht Grausamkeiten begehen können. Stanley Milgram, Obedience to Authority: an Experimental View (London: Tavistock, 1974).
[39]Hierzu ein Beispiel: "Hayward ist nicht würdig, eine Vertrauensposition in der akademischen Welt einzunehmen." Kommentar von David Zwartz, zitiert in "Thesis supervision angers Jewish group," The Press (3 March 2001), S. 1.
[40]Manche warfen Hayward vor, seine Magisterarbeit verbreitet zu haben, während ihn andere dafür tadelten, sie hinter Verschluß gehalten zu haben. Es trifft zu, daß Hayward zwei oder drei Personen Kopien seiner Studie zukommen ließ. Dies stellt aber keine akademische Publikation dar. Man hat ihn dafür zwar kritisiert, doch war an diesem Vorgehen nichts Unübliches. Ob er Naivität an den Tag gelegt hat, spielt hier keine Rolle. Es ist gang und gäbe, daß Personen, die Forscher mit Informationen unterstützen, als Gegenleistung für ihre Hilfe ein Exemplar der betreffenden Studie erwarten oder sogar ausdrücklich verlangen. Dies war der Grund dafür, daß Hayward seine Arbeit einigen wenigen zugänglich machte. "Ich habe jegliche Verwendung und - vollständige oder teilweise - Veröffentlichung der Magisterarbeit ausdrücklich verboten, und sogar die unmißverständlich formulierte Anweisung 'Copyright 1993 J.S.A. Hayward Alle Rechte vorbehalten. Kein Teil dieser Magisterarbeit darf ohne schriftliche Genehmigung des Verfassers reproduziert, kopiert oder weitergegeben werden' im Innenteil des Buchs angebracht. Hayward fährt fort, seines Wissens habe lediglich Frederick Töben vom Adelaide Institute den Versuch unternommen, seine Arbeit zur Förderung der "Holocaust-Leugnung" zu benutzen. Sobald er, Hayward, davon erfahren habe, ergriff er "unmittelbare und erfolgreiche Schritte... um zu verhindern, daß dieser Mann meine Studie zu böswilligen oder schädlichen Zwecken verwendete". Joel Hayward, Brief an die Untersuchungskommission der Canterbury-Universität, 25. September 2000, S. 3-4. Die Studie rückte erst ins Rampenlicht, nachdem ein Exemplar anscheinend aus der Bibliothek der Canterbury-Universität entfernt, illegal fotografiert und verbreitet worden war. Dieser Diebstahl ist allem Anschein nach niemals polizeilich untersucht worden.
[41]David Zwartz, Vorsitzenden des Rats der neuseeländischen Juden, formulierte es unverblümt: "Die volle Verantwortung tragen unserer Auffassung nach die erfahrenen Berufshistoriker an der Universität, deren Aufgabe es war, die Studie [Haywards] zu leiten und einzuschätzen." "Making History", The Press (20. Mai 2000), S. 2. Später wurde Erstaunen darüber laut, daß Orange zum Koordinator der Untersuchungskommission des Fachbereichs Geschichte ernannt worden war, die alle Themenvorschläge für Magister- und Doktorarbeiten prüft. "Historian in thesis post" The Press (10. Juni 2000), S. 8. Von anderer Seite wurde der Ruf nach dem Rücktritt Oranges laut. "Shonky thesis a dire scandal" Sunday Star-Times (14. Januar 2001), S. A8. Siehe auch The New Zealand Jewish Chronicle 56 (No. 6, 2000), S. 1, 6, 7-8.
[42]Lyall Lukey, Leserbrief in der Sunday Star-Times (19. Januar 2001).
[43]Frank Jones, "Rabid Attack" Sunday Star-Times (21. Januar 2001).
[44]Report by the Joel Hayward Working Party. Das Kommissionsgutachten ist 89 Seiten lang, umfaßt aber einen über zweihundertseitigen Dokumentenanhang.
[45]Ein Zeitungsbericht behauptete: Der Universitätsrat "debattierte zwei Stunden lang die Befunde unter strengen Sicherheitsvorkehrungen", The Press (19. December 2000). "Der Vizekanzler: 'Auf seiner Zusammenkunft am Montag, dem 18. Dezember 2000, nahm der Rat den Bericht der Untersuchungskommission entgegen und billigte seine Präsentation vor der Öffentlichkeit'." Daryl LeGrew, Brief an Vincent Orange, 19. Dezember 2000.
[46]Z.B. Ian Catanach und Marie Peters an Vincent Orange, 30. Dezember 2000. Ein rundes Dutzend weiterer Wissenschaftler aus allen Teilen des Landes verliehen ihrer ablehnenden Haltung mit teils scharfen Worten Ausdruck.
[47]Vincent Orange, Brief an die Untersuchungskommission vom 18. Oktober 2000, sowie Orange, Brief an Miles Fairburn, 10. Februar 2001.
[48]"Viel Schaumschlägerei und Empörung um nichts!" Kommentar von Prof. emeritus John H. Jensen zur "Stellungnahme des Rats der Juden Neuseelands zu Händen der Untersuchungskommission der Canterbury-Universität bezüglich der Joel-Hayward-Magisterarbeit sowie des Gutachtens von Prof. Richard J. Evans", undatiert.
[49]Z.B. Martin Lally, Universität von Victoria, Brief an Daryl LeGrew, 1. Februar 2001. Zur juristischen Beratung siehe L.L. Stevens, QC, Brief an Ian Barker, 10. Oktober 2000, S 1-2.
[50]http://www.hist.canterbury.ac.nz/news/index.htm
[51]Protokoll der Sondersitzung des Departements, 21. Februar 2001, S. 2.
[52]Wenigstens drei neuseeländische Akademiker (außerhalb der Canterbury-Universität), die öffentlich zur Demütigung Haywards aufgerufen hatten, gaben zu, dessen Magisterarbeit nicht gelesen zu haben. Gewisse Personen traten im nationalen Fernsehen auf und geißelten die Studie, lasen sie aber erst nachträglich. Hierzu ein Beispiel: "Ich zögere nicht, dem Rat der Juden Neuseelands bei seiner Verurteilung der [von Hayward verfaßten] Magisterarbeit an der Canterbury-Universität beizupflichten" (Greg Ryan, Leserbrief in The Press, 5. Mai 2000, S. 4). Einen Monat später, am 6. Juni, räumte Ryan, Lektor an der Lincoln-Universität, gegenüber einem Mitglied des Fachbereichs Geschichte der Canterbury-Universität ein, daß er Haywards Arbeit nicht gelesen hatte. Siehe auch Chris Connolly, "Submission on Joel Hayward's Thesis," S. 5.
[53]Miles Fairburn, Memorandum an den Fachbereich Geschichte, 8. Februar 2001, sowie Vincent Orange, Brief an Miles Fairburn, 10. Februar 2001, S. 2-16. Das von Orange im Februar 2001 erstellte formelle Dossier umfaßt ca. 144 Seiten.
[54]Vincent Orange, Brief an Ann Trotter, 25. Mai 2000; hier wird auf viele der im Dossier enthaltenen Dokumente sowie Anhänge hingewiesen. Der Empfang der Dokumente wurde auch von Stuart Macintyre bestätigt; Brief an Vincent Orange vom 12. Juni 2000, S. 1. Weitere, recht ausführliche Hinweise auf diese Dokumente finden sich in Oranges Brief an "Ian Barker und Kollegen" vom 16. Juli 2000.
[55]Gutachten der Untersuchungskommission, S. 86, sowie Daryl LeGrew, Brief an die akademische Gemeinschaft, 21. Dezember 2000.
[56]Das Material wurde offensichtlich im Archiv der Universität untergebracht. Kanzlerin Phyllis Guthardt, Brief an Vincent Orange, 30. April 2001.
[57]"Wir sind der Ansicht, der Fachbereich Geschichte solle sich gegenüber Medienvertretern 'in Schweigen hüllen'. Ferner sollten wir abwarten, bis wir vom Vizekanzler gehört haben, was wir den Medien gegenüber verlauten lassen sollten." Judy Robertson (im Namen von Miles Fairburn, dem Leiter des Fachbereichs Geschichte), Brief an alle Lehrkräfte für Geschichte, 20. April 2000. Dies war der Grund dafür, daß Orange es ablehnte, in der Fernsehsendung 60 Minutes aufzutreten. Vincent Orange, Brief an Melanie Jones, 5. August 2000. Ein ähnliches Communiqué zirkulierte am 2. Februar 2001 und dann wieder am 23. Oktober desselben Jahres im Fachbereich Geschichte: "Wir werden 'keinen Kommentar' abgeben, und wenn jemand auf einen solchen besteht, werden wir ihn an den Urkundenbeamten verweisen."
[58]Evans erhielt die Berichte der mit der Benotung der Hayward-Arbeit beauftragten Historiker sowie den Brief Vincent Oranges an den Kanzler der Canterbury-Universität vom 21. April 2000 von den Anwälten Macfarlane, Dougall, Stringer zugestellt und wurde von David Zwartz ersucht, diese Unterlagen zu prüfen und zu kommentieren. Richard J. Evans, Brief an David Zwartz, 19. September 2000. Evans gelangte zur Schlußfolgerung, alle drei Dokumente seien problematisch, wobei er im wesentlichen die Argumente seines Gutachtens zur Hayward-Studie aufgriff.
[59]"Stellungnahme zu Händen der Kommission zur Untersuchung der Hayward-Magisterarbeit an der Canterbury-Universität", undatiert. Das Dokument besteht aus siebzig Erklärungen.
[60]Dieser letzte Punkt ist nicht unumstritten. In einem Artikel mit dem Titel "Holocaust thesis investigated" (The Press, 27. April 2000) hieß es, der Judenrat verlange die Entfernung der Magisterarbeit aus der Bibliothek, doch Mike Regan vom Rat der Juden Neuseelands bestritt dies (Canta, 3. Mai 2000), ebenso David Zwartz ("Flawed arguments", Sunday Star-Times, 28. Mai 2000, sowie in seinem Brief an Kanzlerin Phyllis Guthardt, 4. April 2000, S. 2).
[61]Gerald Orchard, "To the Working Party inquiry into JSA Hayward"s MA Thesis," 13. Oktober 2000.
[62]Siehe Gutachten der Untersuchungskommission, S. 36-37.
[63]L.L. Stevens, QC, "Memorandum for Members of the Working Party," 15. September 2000, S. 21.
[64]Journal of Social History 32 (No. 4, 1999), S. 941-942; History and Theory 39 (No. 2, 2000), S. 218-29; The Times Literary Supplement no. 4935 (31. Oktober 1997), S. 10; History - Reviews in History (Oktober 1999), sowie andere.
[65]Richard J. Evans, In Defence of History (London: Granta Books, 1997), S. 121, 123.
[66]Richard J. Evans, Lying About Hitler: History, Holocaust, and the David Irving Trial (New York: Basic Books, 2001), S. 248.
[67]Gutachten der Untersuchungskommission, S. 3, 57, 70 und 86.
[68]"An odious decision" The New Zealand Jewish Chronicle 57 (No. 3, 2000 [sic]), S. 1, 7.
[69]Kommentar von David Zwartz in Sunday Star Times (28. Januar 2001).
[70]Dem Vernehmen nach beliefen sich die Kosten der Untersuchung auf 200,000 Dollar. "Thesis casts shadow", The Press (20. Dezember 2000). Siehe auch Daryl LeGrew, Brief an Vincent Orange, 19. Dezember 2000, wo die Kosten auf zwischen 150,000 und 200.000 Dollar geschätzt wurden.
[71]"Varsity leader defends historian" The New Zealand Herald (15.-16. April 2000). Vizekanzler Barrie Macdonald von der Massey-Universität bestätigte die Wertschätzung, welche die Universität für Hayward hegte.
[72]Joel Hayward, Brief an Vincent Orange, 9 Mai 2000, in dem er auf seine Sonderbehandlung durch einen Arzt hinweist. 2002 gab Hayward wiederum an, regelmäßig medizinisch betreut zu werden.
[73]Joel Hayward, Brief vom 6. Dezember 2002, bei den Feierlichkeiten zur Pensionierung Oranges am selben Tag an der Canterbury-Universität öffentlich vorgelesen. In seinem Schreiben verlieh Hayward seiner Dankbarkeit für Orange Ausdruck, der vierzig Jahre lang an der Universität tätig gewesen war, und entbot ihm seine Glückwünsche.
[74]"Second Holocaust thesis controversy" The Press (24. Oktober 2002), sowie "Essay was revisionist" Waikato Times (23. Oktober 2002). Die Unterstellung stammte von Dov Bing. Ironischerweise wurde sie kurz darauf in einem Leitartikel in The Press als "Viel Lärm um nichts" abgetan. Man fragt sich, weshalb Herausgeber eines führenden Blatts es zulassen, daß auf der Titelseite "Viel Lärm um nichts" gemacht wird, und dann Druckerschwärze für einen Leitartikel darüber vergeuden.
[75]Glyn Harper and Joel Hayward, Hg., Born to Lead: New Zealand Military Commanders and their Style of Command.
[76]Tony Fisk, Brief an Joel Hayward, 29. November 2002. Fisk ist der Filialleiter von HarperCollins in Neuseeland.
[77]Joel Hayward, Brief an Vincent Orange, 4. Dezember 2002.
[78]Joel Hayward, Brief an Vincent Orange, 5. Februar 2003.
[79]John H. Jensen, Eingabe an die Untersuchungskommission, S. 8; Hayward, Brief an the Untersuchungskommission, S. 25, sowie Hayward, Brief an Melanie Jones vom 6. Oktober 2000, in dem er es ablehnte, an der geplanten Fernsehsendung 60 Minutes teilzunehmen.
[80]Alan Hayward, Brief an Vincent Orange, 17. Oktober 2002.
[81]Vincent Orange, Brief an Alan Hayward, 7. Mai 2000, S. 4.
[82]Charles Liebman, "What should have been done?" Jerusalem Report 2 (9. Januar 1992), S. 37.
[83]All dies stellt nach Deborah E. Lipstadt Holocaust-Leugnung dar. Denying the Holocaust: The Growing Assault on Truth and Memory (New York: The Free Press, 1993). Was für einen Grund kann es geben, diese Kriterien als verbindlich einzustufen?
[84]Elie Wiesel, "Trivializing the Holocaust," New York Times (16. April 1978); Harry J. Cargas, "An interview with Elie Wiesel," Holocaust and Genocide Studies 1 (1986), S. 5.
[85]Weder Joel Hayward noch Vincent Orange waren an der Abfassung dieses Artikels beteiligt, und keiner der beiden hat ihn vor seiner Veröffentlichung zu Gesicht bekommen.

Quelle: Vierteljahreshefte für freie Geschichtsforschung 8(1) (2004), S. 85-94.


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