Nachrufe

Hans-Jürgen Witzsch verstorben

Von Gerd Ittner

Wie wir schon oftmals berichtet haben, werden in der BRD unbequeme Meinungen und historische Forschungsergebnisse mit staatsterroristischen Methoden unterdrückt. Ein weiteres bestürzendes Beispiel ist der Fall Witzsch. Der Revisionist und Studiendirektor Hans-Jürgen Witzsch aus Fürth mußte wegen seines Einsatzes für die geschichtliche Wahrheit 3 Monate Gesinnungshaft der BRD auf sich nehmen (vgl. VffG 2/2003, S. 212-222). Unmittelbar nach seiner Entlassung brachen die Symptome einer unheilbaren Krebserkrankung aus, und nach monatelanger schwerer Krankheit erlag Witzsch am 10. Dezember 2003 im Alter von 64 Jahren seinem Leiden.

Man darf annehmen, daß dies durch die psychischen Belastungen einer Gesinnungsverfolgung mitverursacht war, die nur mit den Hexenprozessen vergleichbar ist. Es sollte auch geklärt werden, ob und inwieweit Symptome seiner Krankheit bereits in Haft auftragen und ob diese adäquat behandelt wurden.

Die gleiche verlogene Selbstgerechtigkeit, mit der Galileo Galilei verfolgt wurde, trat auch bei der jetzigen Inquisition gegen den Revisionisten Hans-Jürgen Witzsch zutage.

Wenn wieder Einigkeit und Recht und Freiheit herrschen im deutschen Vaterland, werden auch die Märtyrer der Wahrheit und der Meinungsfreiheit, wie Hans-Jürgen Witzsch, rehabilitiert werden, und ihr Aufklärungskampf wird allgemein die gebührende Würdigung finden. Die Namen derer aber, welche jetzt noch aufrechte Deutsche wegen unliebsamer Meinungsäußerung und ihrem Bekenntnis zum Deutschen Reich verleumden, verfolgen und schikanieren, diese Namen werden dann nur noch Verachtung und Abscheu hervorrufen und schließlich ganz vergessen sein – wie die Namen der Schergen vergessen sind, welche einst Galileo Galilei verfolgten, weil der gegen die zwangsverordnete "Offenkundigkeit" seiner Zeit verstoßen hatte.

Der Studiendirektor (einstiger Leiter der Fachkommission für Geschichtslehrbücher an bayerischen Schulen) und Fachhistoriker Witzsch hat mit seinem "Arbeitskreis für Zeitgeschichte und Politik" wertvollste und – das zeichnete ihn besonders aus – akribisch quellenkundige Forschungsarbeit um die geschichtliche Wahrheit geleistet. Auch war er u.a. Autor für die Vierteljahreshefte für freie Geschichtsforschung. Hans-Jürgen Witzsch war ein Mann der unbedingten, wissenschaftlich festen historischen Sach- und Dokumentenbeweise. Deshalb wurde er von denen gehaßt und verfolgt, die von der Lüge leben. In zivilisierten Staaten müssen Behauptungen bewiesen werden, und kein Rechtsstaat hindert mittels Offenkundigkeits-Dogma eine Beweisführung.

Nicht nur mir werden die fachlich immer exzellenten Vortragsabende des "Arbeitskreis für Zeitgeschichte und Politik" unter Hans-Jürgen Witzsch in Erinnerung sein. Witzsch war ein unbestechlich der Wahrheit verpflichteter Geschichtswissenschaftler. Seine Arbeitsweise stützte sich auf Quellenbelege, auf Sach- und Dokumentenbeweisen und war damit der fachlich und charakterlich mehr als fragwürdigen Vorgehensweise eines Guido Knopp oder eines Michael Wolfsohn genau entgegengesetzt. Diese sollten sich fragen, weshalb das von ihnen vertretene Geschichtsbild von der "BRD" als Zwangsglaube verordnet wird. Warum stützt sich dieser Staat nicht auf Argumente, auf Sach- und Dokumentenbeweise, sondern auf Meinungsverbote, Forschungsverbote, Hinterfragungsverbote, Zensur, Gesinnungsterror und politischer Justiz im Stile der Hexenprozesse der Inquisition?

Es wäre Hans-Jürgen Witzsch zu wünschen gewesen, daß er den Zusammenbruch dieses völkerrechtswidrigen Regimes noch erlebt hätte – und damit die ersehnte Freiheit des deutschen Volkes, die wiedergewonnene Freiheit der Meinung und der Forschung. Das war ihm jedoch nicht vergönnt – das Vernichtungswerk der Inquisitoren an seiner Gesundheit war stärker. Doch seine Verfolger werden eines Tages zur Verantwortung gezogen und der gerechten Strafe zugeführt werden – auch wenn sie heute noch, wie weiland die Machthaber der DDR, sagen: "Die Mauer steht noch 100 Jahre".

Die Wahrheit läßt sich auf Dauer nicht unterdrücken.


Anmerkung der Redaktion

Der Autor dieser Zeilen wurde am 21. Februar 2004 in Marburg/Lahn wegen der Ausübung seines Menschenrechts auf freie Meinungsäußerung verhaftet. Aus Solidarität für ihn und zur Stützung des Rechts auf freie Rede geben wir der Welt die Möglichkeit zu erfahren, weshalb Gerd Ittner nun die Nachfolge Hans-Jürgen Witzschs als politischer Gefangener in Deutschland angetreten hat: weil er sein frisch-fromm-fröhlich-freies Mundwerk nicht halten konnte. Herr Ittner sitzt zur Zeit in der Justizvollzugsanstalt Suhl, PF 300352, D-98503 Suhl, ein. Wer ihm schreiben möchte, sei hiermit dazu ermuntert.


Quelle: Vierteljahreshefte für freie Geschichtsforschung 8(1) (2004), S. 107f.


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