Robert Faurisson und der Revisionismus in Italien

Von Carlo Mattogno

Im August 1979 veröffentlichte die maßgebliche Zeitschrift Storia illustrata ein Interview von Antonio Pitamitz mit Robert Faurisson,[1] das zu einem Meilenstein der revisionistischen Geschichtsschreibung geworden ist. Zu jener Zeit hatte ich bereits begonnen, mich mit dem Revisionismus zu befassen, und diese Lektüre war für mich durch die Klarheit dieses Textes, durch seine Wesentlichkeit und seine Belege von sehr großem Einfluß.

Mein erster Kontakt mit Prof. Faurisson war brieflich und fand im April 1981 statt. Im Jahre 1980 war sein erstes großes revisionistisches Werk[2] veröffentlicht worden, das ich mit großem Interesse gelesen hatte. Im Dezember schrieb ich dem Verleger des Buches, Serge Thion, einen Brief, den dieser an Prof. Faurisson weiterleitete, welcher mir Anfang April 1981 persönlich antwortete. Von den ersten Monaten des Jahres 1984 an entwickelte sich zwischen uns eine intensive Korrespondenz, die bis ins Jahr 1995 andauerte. Als sie begann, war ich dabei, nach mehr als 6 Jahren der Vorbereitung mein erstes revisionistisches Buch zu publizieren, das dann im folgenden Jahr erschien. Faurisson war für mich eine stete Stütze und ein Berater, der mir half, meine geschichtliche Forschungsmethode zu finden. Sein wacher Geist, seine große intuitive Fähigkeit, seine fundierten geschichtlichen Kenntnisse, sein feinfühliger kritischer Sinn und seine Vertrautheit mit der Tagespresse wie auch den Fachzeitschriften waren faszinierend und außergewöhnlich.

Im Frühjahr 1987 erschien in Frankreich die erste Nummer der "Annales de l'Histoire Révisionniste",[3] deren Hauptbeitrag aus der Übersetzung eines meiner ersten Bücher[4] bestand: "Le mythe de l'extermination des Juifs. Introduction historico-bibliographique à l'historiographie révisionniste".[5] Dies führte zu einem ersten persönlichen Treffen mit Prof. Faurisson. Er wollte nämlich - in seinem ständigen Bemühen um Genauigkeit in jeder Hinsicht, von der Prüfung der Quellen an - mit mir die Übersetzung und die Verweise des oben erwähnten Artikels überprüfen und war daher im Januar 1987 während einiger Tage fieberhafter Aktivität, aber auch angenehmer Gespräche, mein Gast.

Im Laufe der folgenden Jahre hatte ich Gelegenheit Prof. Faurisson mehrmals, in den USA und in Deutschland, zu treffen. Das Erscheinen des Interviews in Storia illustrata löste auch in Italien eine elende Verleumdungskampagne gegen Prof. Faurisson aus. Vor allem zeichnete sich dabei die jüdische Zeitschrift Shalom aus, die es im Februar 1987 fertigbrachte zu verkünden, Faurisson sei "kürzlich verstorben"![6] Diese systematisch auf Lügen und Verdrehungen aufgebauten Angriffe waren so widerlich, daß ich versuchte, jedesmal wenn sich die Gelegenheit dazu bot, die Dinge richtigzustellen. In meinen Büchern begann dies 1987 mit einer "Nota sulla polemica Wellers-Faurisson", die ich als Anhang in meine Studie Auschwitz: le confessioni di Höss[7] einbrachte. Das Buch Olocausto: Dilettanti allo sbaraglio[8] enthält eine lange und eingehende Widerlegung der pseudo-wissenschaftlichen Behauptungen von Pierre Vidal-Naquet, einem der lautesten und bösesten Kritiker von Prof. Faurisson. Auf mehr als 70 Seiten massivster Kritik habe ich damals die Lügen dieses miesen Dilettanten auf dem Gebiet des Holocausts und des Revisionismus entlarvt, dieses Mannes, der vorgab, eine "Demontage" der "Lügen" von Prof. Faurisson vorgenommen zu haben. Aus Angst vor einer direkten Konfrontation mit diesem, prägte Pierre Vidal-Naquet das später von all den üblen Leuten übernommene Wort, daß man zwar über den Revisionismus diskutieren müsse, aber nicht mit den Revisionisten.

In einem weiteren Artikel, der den Nachfahren der historiographischen Verirrungen eines Pierre Vidal-Naquet gewidmeten war, habe ich über ihn geschrieben:[9]

"Er hat mit der Diskreditierung der Revisionisten begonnen und ihnen Arbeitsmethoden und Sophistereien vorgeworfen, die er selbst erdacht und gegen sie angewendet hat; gleichzeitig hat er sich feige einer direkten Konfrontation mit Faurisson entzogen - der ihn ohne jeden Zweifel entlarvt hätte - indem er feierlich das Prinzip verkündete, man könne über, aber nicht mit Revisionisten diskutieren. Mangels ernsthafter Argumente hat P. Vidal-Naquet die später von Deborah Lipstadt perfektionierte Verleumdung aufgegriffen, der Revisionismus habe neo-nazistische und antisemitische Ursprünge. [...] Hinzu kam dann ein unvorhergesehenes Hindernis: Seit der Veröffentlichung des Leuchter-Berichtes (1988) hat die revisionistische Geschichtsschreibung in Umfang und Gehalt solche Fortschritte gemacht, hat ihren Schwerpunkt so auf der technischen Ebene plaziert und sich eine solche geschichtliche Dokumentation zugelegt, daß sie sich völlig vom Griff des Großen Golem des Anti-'Negationismus' und seiner Schüler befreien konnte. Als dann schließlich im Jahre 1991 auch noch George Wellers starb, das eigentliche Gehirn, von dem Pierre Vidal-Naquet nur ein passiv wiederholendes Glied war, fehlte ihm [Vidal-Naquet] der Lebensnerv, und er erlitt einen geistigen Kollaps."

Die Legende berichtet, daß zur Regierungszeit Rudolfs II. der Prager Rabbi Loew aus Lehm einen künstlichen Menschen formte, der zum Leben erwachte, wenn ihm der Rabbiner einen Zettel mit der Zauberformel des Lebens auf die Zunge legte, und der zusammenbrach, wenn der Zettel entfernt wurde. Mit dem Tode von George Wellers verschwand der Zettel mit der magischen Formel aus dem Munde von Pierre Vidal-Naquet, sein Gehirn leerte sich, und seine verzweifelten Versuche, Prof. Faurisson auf dem Gebiet der geschichtlichen Argumentation zu widerlegen, endeten kläglich. Sein erloschener Geist war hinfort nur noch zu Schmähungen fähig.

Ein anderer Angriff auf Prof. Faurisson (und auch auf mich) kam von einer italienischen Forscherin mit Ambitionen auf eine akademische Karriere. Valentina Pisanty hatte ihr Doktorat über semiotische Studien an der Universität Bologna erlangt und hatte ein Buch über Interpretationen des Märchens vom Rotkäppchen geschrieben. Das war ihre einzige Qualifikation! Auf Grund ihres Faches verwechselte sie das Geschichtsfach mit den Fabeln, an die sie gewöhnt war, und schrieb ein Buch mit Fabeln[10] über den Revisionismus, das ich dann prompt mit der Studie L'"irritante questione" delle camere a gas ovvero da Cappuccetto Rosso ad... Auschwitz. Risposta a Valentina Pisanty[11] zurückwies. Dieses Buch einer Rotkäppchen-Expertin enthält einen ganzen Strauß von Irrtümern über Prof. Faurisson, wie z.B.:[12]

"Faurisson behauptet nämlich, alles Dokumentenmaterial aus der Nachkriegszeit sei das Produkt einer eleganten Geschichtsfälschung."

Von den groben Anfeindungen eines Francsco Germinario, der behauptet hat, Robert Faurisson leugne die Existenz von Krematoriumsöfen in den deutschen Konzentrationslagern[13], wollen wir gar nicht erst reden. In diesem Zusammenhang ist es heute gängige Praxis bei den offiziellen Geschichtsschreibern, daß jeder, der sich mit dem Thema Revisionismus befassen will, erst einmal neue Lügen über Prof. Faurisson erfinden muß. In einer noch im Druck befindlichen Studie[14] habe ich aufgezeigt, in welchem Maße die jüdischen Schreiber Michael Shermer und Alex Grobman diese Praxis kürzlich in einem antirevisionistischen Buch[15] mit neuen und abartigen Lügen über Robert Faurisson angewendet haben.

Ich habe zwar immer solche Unwahrheiten zu entlarven gesucht, dies bedeutet jedoch nicht, daß ich blindlings und in vollem Umfang den Thesen von Prof. Faurisson folge. Wenn wirklich alle revisionistischen Forscher immer über alles einer Meinung wären, so wäre dies Anlaß zu großer Sorge. Auf dem Gebiet des Revisionismus sind die Standpunkte durchaus unterschiedlich.

Anfänglich glaubte Prof. Faurisson, die Aufgabe des Revisionismus sei schon im Jahre 1979 im wesentlichen erfüllt gewesen, und das von ihm damals formulierte Axiom war klar und deutlich: "Die Existenz von Gaskammern ist grundsätzlich unmöglich". Es handelte sich für ihn nur mehr darum, bekannt zu machen, oder höchstens noch zu dokumentieren, daß dafür kein Beweis mehr nötig sei.

Dies veranlaßte ihn zu einer außerordentlichen Dokumentationsarbeit, die sich in einer vierbändigen Sammlung seiner Schriften[16] niederschlug und die von einer wirklich ungeheuren Beherrschung der Tages- und der Fachpresse, sowie der einschlägigen Literatur zeugt.

Andere Forscher, zu denen auch ich gehöre, haben das Werk von Faurisson nicht als Endpunkt, sondern als Beginn angesehen, als unumgänglichen Ausgangspunkt, aber eben nur als Ausgangspunkt. Um diesen ganz wesentlichen Gesichtspunkt zu verstehen, sollten wir uns die Bedeutung der Rolle des ehemaligen französischen Widerstandskämpfers Paul Rassinier bei der Geburt des historischen Revisionismus klarmachen. In einem oben erwähnten Buch schrieb ich über ihn:

"Rassinier ist zwar der Begründer des heutigen Revisionismus - das steht fest - aber er ist nicht sein Meister und die heutigen Revisionisten sind nicht seine Schüler. [...] Rassinier hat die Aufmerksamkeit einiger Forscher auf das Thema gelenkt, hat einen Weg aufgezeigt, doch dann sind diese Forscher auf eigene Faust weitergegangen, haben seine Methoden und seine Argumentation verifiziert und dabei all das verworfen, was daran zweifelhaft oder unbegründet war. Der heutige Revisionismus hängt nur noch historisch gesehen von Rassinier ab, nicht mehr methodisch oder argumentativ, so daß es eine fromme Illusion[[17]] ist, zu hoffen, er könne durch eine Widerlegung der Thesen von Rassinier[[18]] seinerseits erledigt werden."

Während Rassinier die historischen Fundamente des Revisionismus gelegt hat, hat Faurisson in entscheidender Weise dessen methodische und wissenschaftliche Grundlagen geschaffen. An seiner Seite muß man auch den Amerikaner Arthur Butz erwähnen, der schon 1976 ein tiefgreifendes und weitblickendes Werk über den angeblichen Holocaust[19] verfaßt hat, sowie den Deutschen Wilhelm Stäglich, den bekannten Autor des Buches Der Auschwitz-Mythos. Legende oder Wirklichkeit?[20]

In fast dreißigjähriger Arbeit hat Faurisson außerdem eine enorme Masse an Kenntnissen zusammengetragen und der Öffentlichkeit zugänglich gemacht, wobei einige seiner frappanten Einsichten, mit denen seine Werke durchsetzt sind, zu geflügelten Worten wurden, etwa das lapidare "No Holes, no Holocaust", das in vier Worten die Unmöglichkeit von Massenmorden an Juden im Krematorium II von Birkenau zusammenfaßt, angesichts des Fehlens von Einwurföffnungen für Zyklon B in der Deckenstruktur des Raumes.

Ein anderes unbestreitbares Verdienst von Robert Faurisson war es, neue Wege der Forschung aufgezeigt zu haben. Dies war ein Schritt über seine starre ursprüngliche Position hinaus; er wurde nötig, weil es darum ging, mit einer schockierenden und mithin notwendigerweise apodiktischen These in die offizielle Kultur einzudringen. Der wichtigste von ihm eröffnete Weg war ohne Zweifel das Einbringen von physikalisch-chemischen Analysen in die Problematik der Gaskammern. Bekanntlich war es seine Idee, die Gaskammer eines amerikanischen Gefängnisses zu besichtigen und so die Struktur und die Arbeitsweise einer solchen Einrichtung zu untersuchen. Seine Idee war es auch, bezüglich der angeblichen Todesgaskammern von Auschwitz-Birkenau und Majdanek eine technische Untersuchung anzustellen.

Tatsächlich war der "Leuchter-Bericht" seine Idee; die stellenweise ernsten Lücken dieser Arbeit sind in erheblichem Maße auf die Umstände ihrer Entstehung zurückzuführen. Der Bericht wurde nämlich während des zweiten Zündel-Prozesses, der von Januar bis April 1988 stattfand, konzipiert und daher in fieberhafter Eile angefertigt. Man muß allerdings feststellen, daß die Kritik des "Leuchter-Berichtes" seitens der offiziellen Geschichtsschreibung Lücken aufweist, die noch erheblicher sind. Bei dem von David Irving gegen Deborah Lipstadt angestrengten Verleumdungsprozeß, der sich über die Monate Januar bis April 2000 hinzog, ging es darum, die Irrtümer des "Leuchter-Berichtes" nachzuweisen. Der Ausgangspunkt hierfür war die Behauptung, Leuchter habe für seine Berechnungen der Blausäurekonzentration einen Wert von 3200 ppm (entsprechend 3,84 g/m3 ) angesetzt; dies war die in den amerikanischen Exekutionskammern verwendete Konzentration. Jedoch - so wandten Irvings Prozeßgegner ein - wäre schon eine Konzentration von 300 ppm (bzw. 0,36 g/m3) tödlich gewesen, und diese hätte man noch auf 100 ppm (bzw. 0,12 g/m3) absenken können, so daß Belüftungseinrichtungen überflüssig geworden wären und sich unerhebliche Cyanidspuren in den Wänden der Todesgaskammern ergeben hätten.[21] Ein solches Argument, wie es von Richter Charles Gray akzeptiert und in seinem Urteil[22] berücksichtigt wurde, ist jedoch völlig haltlos.

Schon 1987, in der bereits erwähnten "Nota sulla polemica Wellers-Faurisson" hatte ich, fußend auf den Angaben von Rudolf Höß, nachgewiesen, daß die Blausäurekonzentration in den angeblichen Todesgaskammern von Auschwitz-Birkenau nicht unterhalb von 15,87 Gramm pro Kubikmeter bzw. 13.225 ppm gelegen hätte, mehr als vier Mal so hoch wie die Leuchterschen Annahmen und 44 bis 132 Mal so hoch wie in den Hypothesen seiner Gegner! Und in 12 Jahren ist ihnen nichts Besseres als diese grobe Dummheit eingefallen! Der von Robert Faurisson aufgezeigte Weg hat sich später als sehr nützlich erwiesen, als nämlich Germar Rudolf im Zuge seiner technischen Untersuchung[23] die Intuition, die den "Leuchter-Bericht" ausgezeichnet hatte, in den Rang der Wissenschaft erhob.

Andere Forscher, die zunächst den Spuren von Prof. Faurisson gefolgt waren, sahen sich später genötigt, neue Beweise heranzuziehen und haben sich mit Archivforschung und dem Besuch bzw. der Untersuchung der Schauplätze einer angeblichen Vernichtung befaßt. Um der Wahrheit die Ehre zu geben, hatte Faurisson selbst schon Ähnliches unternommen und etwa die Archive des Centre de Documentation Juive Contemporaine in Paris von Anfang 1974 bis Juli 1977 eifrig studiert und diverse ehemalige deutsche Konzentrationslager, wie Auschwitz, Majdanek, Treblinka, Struthof, Sachsenhausen und Ravensbrück aufgesucht.

In den neunziger Jahren, nach dem Zusammenbruch des Sowjetregimes und der Öffnung der geheimen Archive, konnten diese Forscher in den ehemals sowjetischen Archiven systematische Dokumentenuntersuchungen durchführen, und nicht nur dort. So haben Jürgen Graf und ich, einzeln oder gemeinsam, in Moskau, Warschau, Lodz, Lublin, Auschwitz, Stutthof, Prag, Preßburg, Koblenz, Weimar, Budapest, Kaunas, Amsterdam, Theresienstadt, Lemberg und Minsk die Archive studieren und Dokumente sammeln können. Darüber hinaus haben wir einzeln oder zusammen die Lager Auschwitz-Birkenau, Dachau, Mauthausen, Gusen, Buchenwald, Lublin-Majdanek, Stutthof, Belzec, Sobibor, Treblinka, Groß-Rosen, Plaszow, das Ghetto von Theresienstadt und das Fort IX in Kaunas besichtigt. Ab März 1997, mit dem Erscheinen der ersten Nummer der Zeitschrift Vierteljahreshefte für freie Geschichtsforschung, wurden diese Forscher in sehr gekonnter Weise von Germar Rudolf, dem Herausgeber dieser Zeitschrift, koordiniert; die Zeitschrift legte großen Wert auf hohes technisches Niveau der Beiträge. Germar Rudolf ist nicht nur ein brillanter Forscher, er spielt auch als Herausgeber eine verdienstvolle und wesentliche Rolle.

Die in jahrelangen Recherchen aus den Archiven zusammengetragene Dokumentation hat der revisionistischen Geschichtsschreibung erlaubt, enorme Fortschritte zu machen und sich noch wirksamer der offiziellen Propagandafront entgegenstellen zu können, welche aus dem Wunsch entstanden war, die Kriegsgegner mit einem Anschein von Legalität abzuurteilen und die nachfolgende Generation in einer Schule von Lügen und Haß großzuziehen. Auf diesem Gebiet haben Jürgen Graf und ich drei Monographien ausgearbeitet:

Die vor kurzem erschienene, neu bearbeitete und von Germar Rudolf herausgegebene zweite Auflage des gemeinsamen Werkes Dissecting the Holocaust. The Growing Critique of 'Truth' and 'Memory'[26] stellt eine Art Zusammenfassung der heutigen revisionistischen Geschichtsschreibung dar, die einen Großteil der heute zugänglichen Kenntnisse, Beweise und Argumente enthält.

Mein Anteil am Fortschreiten des Revisionismus begann 1985 mit der Veröffentlichung von Il rapporto Gerstein. Anatomia di un falso,[27] wobei ich mich auf die umfangreiche archivarische Dokumentation stützen konnte, die ich in den Jahren davor zusammengetragen hatte. Im Januar 1984, als die Arbeit bereits beendet war, schickte ich einige ausgewählte Seiten aus dem Buch an Pierre Guillaume, um ihn damit bekannt zu machen, in der Hoffnung, daß er es auf französisch veröffentlichen könne. Ende des Monats antwortete mir Prof. Faurisson im Namen von P. Guillaume, drückte seine Wertschätzung hinsichtlich der Blätter aus, die ich geschickt hatte und sagte, man sei "très agréablement surpris" gewesen über diese Arbeit, die "manifestement d'une haute qualité scientifique" sei. Dieses schmeichelhafte Urteil spornte mich an, meine revisionistischen Arbeiten fortzuführen.

Bis 1989 stand ich in schriftlichem Kontakt mit verschiedenen europäischen, amerikanischen und israelischen Archiven und erhielt brieflich die für mich nötigen Unterlagen. Im gleichen Jahr 1989 machte ich auch meinen ersten Besuch im Museum und im Lager Auschwitz und begann, Fotokopien direkt von den Originalen der Archive zusammenzustellen. Diese ersten Schritte führten zu dem Buch Auschwitz: la prima gasazione[28] eine kritische Analyse und eingehende Widerlegung der angeblichen ersten Tötung durch Vergasen im Keller von Block 11 des Lagers Auschwitz, wie sie zum Modell für die angeblichen folgenden Vergasungen gedient haben soll. Im Jahre 1994 kam es zu meiner Antwort auf Jean-Claude Pressacs Buch[29] unter dem Titel Auschwitz: fine di una leggenda,[30] die dann mit Prof. Faurissons Widerlegung und mit Beiträgen anderer in dem Werk Auschwitz: Nackte Fakten. Eine Erwiderung an Jean-Claude Pressac[31] erschien.

Seit 1995 hatte ich dann Zugang zu den Dokumenten in Moskau und in den anderen oben erwähnten Archiven und schrieb daraufhin das Buch mit dem Titel Zentralbauleitung der Waffen-SS und Polizei Auschwitz[32] über Struktur und Arbeitsweise dieser Dienststelle, sodann eine Arbeit über "Sonderbehandlung" ad Auschwitz. Genesi e significato,[33] beide mit einem umfangreichen Dokumentenanhang, außerdem ein umfangreiches historisch-technisches Werk in zwei Bänden über das Problem der Krematorien von Auschwitz, das noch nicht veröffentlicht ist. Zahlreiche Artikel von mir sind schließlich seit Juni 1997 in der Zeitschrift Vierteljahreshefte für freie Geschichtsschreibung erschienen.

Es ist kein Zufall, daß das Ende meiner Korrespondenz mit Prof. Faurisson im Jahre 1995 mit jenem ersten Besuch im Moskauer Archiv zusammenfällt, den ich gemeinsam mit Jürgen Graf und Russell Granata gemacht habe. Unsere Positionen im Hinblick auf die Aufgaben des Revisionismus und auf den Wert der von diesem erzielten Resultate waren zu verschieden und Kollisionen waren unvermeidlich.

Die Kontroverse zwischen Prof. Faurisson und mir, über welche die Presse im Zusammenhang mit dem oben erwähnten Buch KL Majdanek. Eine historische und technische Studie[34] berichtet hat, ist ein Hinweis auf Konfliktstoff, der sich zuweilen entzündet hat, wenn sich unsere Wege kreuzten. Divergenzen dieser Art existieren auch zwischen anderen revisionistischen Forschern und beweisen, daß Fabeln à la Deborah Lipstadt - von einer angeblichen nazi-revisionistischen Verschwörung mit dem Ziel, den Nationalsozialismus zu rehabilitieren - genau das sind, nämlich Fabeln ohne jede wirkliche Grundlage.

Carlo Mattogno, italienischer Bürger, wurde 1951 in Orvieto geboren und wohnt in der Nähe von Rom. Nach geisteswissenschaftlichen Studien wandte er sich Ende der siebziger Jahre dem historischen Revisionismus zu. Seine erste Veröffentlichung erfolgte 1985. Seitdem hat er mehr als zwanzig größere und kleinere Bücher verfaßt, drei davon in Zusammenarbeit mit Jürgen Graf, ferner zahlreiche Artikel, von denen die wichtigsten in den Vierteljahresheften für freie Geschichtsforschung erschienen sind. Weitere Informationen bei www.russgranata.com

Was den Revisionismus antreibt, was ihn lebendig macht und ihn daran hindert, wie die offizielle Lesart in einen erstarrten Dogmatismus zu verfallen, ist ja gerade das Vorhandensein von sehr unterschiedlichen Meinungen in seiner Mitte. Wenn die Debatte sich, wie sie es auch soll, in objektiver Weise voranbewegt, unter Abwägung von Argument und Gegenargument, ohne daß sie in sterile persönliche Polemiken abgleitet, kann sie den Revisionismus nur bereichern und die Forscher anregen, die eigenen Argumente zu vertiefen und zu korrigieren, neue Wege der Argumentation zu finden und, wo nötig, die eigene Arbeit neu zu orientieren.

Unterschiede sollten jedoch niemals den gegenseitigen Respekt und die Wertschätzung aller in Frage stellen. Dies gilt noch mehr für eine Persönlichkeit wie Robert Faurisson, der dem Revisionismus dreißig Jahre seines Lebens geopfert hat und ständig mit seiner Person dafür bezahlt mußte - mit täglichen Verleumdungen, mit üblen tätlichen Angriffen und mit andauernden juristischen Verfolgungen. Er hat sich jedoch nie beugen lassen: sein unbesiegter Geist hat immer die Oberhand behalten, und dies sollte ein Beispiel und ein Ansporn für alle revisionistischen Forscher sein.


Anmerkungen

Aus dem Italienischen übersetzt von Thomas Dunskus.

[1]La più inquietante affermazione che sia mai stata avanzata da uno storico di professione. Robert Faurisson, "le camere a gas non sono mai esistite." (Die beunruhigendeste Behauptung, die jemals ein professioneller Historiker gemacht hat. Robert Faurisson, "die Gaskammern haben nie existiert"), Storia Illustrata, Nr. 261, August 1979, S. 15-35
[2]S. Thion (Hg.), Vérité historique ou vérité politique? Le dossier de l'affaire Faurisson. La question des chambres à gaz, La Vieille Taupe, Paris 1980.
[3]Annales d'Histoire Révisionniste. Nr. 1, Frühjahr 1987, hgg. von Pierre Guillaume.
[4]Il mito dello sterminio ebraico. Introduzione storico-bibliografica alla storiografia revisionista, Sentinella d'Italia, Momfalcone 1985.
[5]Ebenda, S. 15-107.
[6]Shalom, Nr.. 2, 28. Februar 1987, S. 10
[7]Edizioni La Sfinge, Parma 1987, S. 33-39.
[8]Edizioni di Ar, 1996, S. 11-82.
[9]Olocausto: dilettanti a convegno, Effepi, Genua 2002, S. 79.
[10]V. Pisanty, L'irritante questione delle camere a gas. Logica del negazionismo, Bompiani, Mailand 1998.
[11]Graphos, Genua 1998
[12]V. Pisanty, aaO. (Anm. [10]), S. 73.
[13]Dem Geschwätz dieses abgeschmackten Lakaien der offiziellen Geschichtsschreibung habe ich die Seiten 35-59 des erwähnten Buches gewidmet Olocausto: dilettanti a convegno aaO. (Anm. [9]); bzgl. der o.e. Anklage gegen R. Faurisson siehe S. 43.
[14]"'Die Leugnung der Geschichte' oder die falsche ‚Konvergenz der Beweise' für den Holocaust", VffG 8(2) (2004), in Vorbereitung.
[15]Denying History. Who Says the Holocaust never Happened and Why Do They Say it, University of California, Berkeley, Los Angeles, London, 2002.
[16]R. Faurisson, Écrits Révisionnistes (1974-1998). Privatdruck © Robert Faurisson, 1999.
[17]Wie manche französischen Antirevisionisten ihre Arbeit machen. Siehe in diesem Fall: Florent Brayard, Comment l'idée vint à M. Rassinier. Naissance du révisionnisme, Fayard, Paris 1996, und Nadine Fresco, Fabrication d'un antisémite, Seuil-La librairie du XXème siècle, 1999.
[18]Olocausto: Dilettanti allo sbaraglio, aaO. (Anm. [9]), S. 275.
[19]The Hoax of the Twentieth Century. Historical Review Press, 1976.
[20]Grabert-Verlag, Tübingen 1979.
[21]D.D. Guttenplan, Processo all'Olocausto, Corbaccio, Mailand 2001, S. 167. Prozeß Irving-Lipstadt, Urteil von Richter Justice Gray, 11. April 2000, Punkt 7.89.
[22]Prozeß Irving-Lipstadt, Urteil von Richter C. Gray, 11. April 2000, Punkt 7.89.
[23]Das Rudolf Gutachten. Gutachten über die "Gaskammern" von Auschwitz, 2. Aufl., Castle Hill Publishers, Hastings 2001.
[24]Englische Übersetzung: Concentration Camp Majdanek. A Historical and Technical Study. Theses & Dissertations Press, Chicago 2003.
[25]Englische Übersetzung: Concentration Camp Stutthof and its Function in National Socialist Jewish Policy. Theses & Dissertations Press, Chicago 2003; Italienische Ausgabe: KL Stutthof. Il campo di concentramento di Stutthof e la sua funzione nella politica ebraica nazionalsocialista. Effepi, Genua 2002.
[26]Theses & Dissertation Press, Chicago 2003.
[27]Sentinella d'Italia, Monfalcone 1985.
[28]Edizioni di Ar, Padua 1992; engl. in Vorbereitung.
[29]Les crématoires d'Auschwitz. La machinerie du meurtre de masse. CNRS Editions, Paris 1993.
[30]Edizioni di Ar, Padua 1994.
[31]Stiftung Vrij Historisch Onderzoek, Berchem 1995.
[32]Edizioni di Ar, Padua 1998 ; englisch in Vorbereitung.
[33]Edizioni di Ar, Padua 2000; dt.: Sonderbehandlung in Auschwitz: Entstehung und Bedeutung eines Begriffs, Castle Hill Publishers, Hastings 2003; engl. in Vorbereitung.
[34]R. Faurisson, „Eine revisionistische Monographie über Majdanek", in: VffG, 3(2) (1999), S. 209-212. C. Mattogno, „The Robert Faurisson Critique of KL Majdanek: Eine historische und technische Studie", online: www.russgranata.com/faur-eng.html.

Quelle: Vierteljahreshefte für freie Geschichtsforschung 8(1) (2004), S. 24-27.


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