Aus der Forschung

Übertriebene, einseitige Opferzahlen stacheln zum Haß auf

Von Gregory Copley
The International Strategic Studies Association, Balkan & Eastern Mediterranean Policy Council

Am Abend der Einweihung eines Denkmals für die 1995 in Srebrenica, Bosnien, ermordeten Moslems veröffentlichte eine Gruppe, bestehend aus einem ehemaligen UN-Mitarbeiter, aus Geheimdienstexperten und einem Journalisten, einen Bericht, in dem sie die behauptete Zahl von 7.000 Opfern als "weit übertrieben und nicht durch Beweise abgestützt" angreifen.

Sie versicherten, daß eine einseitige interventionistische Politik es Al-Kaida-Kräften und radikalen, von der iranischen klerikalen Regierung gestützten Islamisten ermöglicht habe, während des Krieges in Bosnien Fuß zu fassen, wodurch die Zukunft dieser Region gefährdet sei. Sie stimmten zudem darin überein, daß die Festlegung falscher Zahlen in dem Denkmal darauf angelegt zu sein scheint, den gegenseitigen Haß und das Mißtrauen der Völker in dieser Region aufrechtzuerhalten und einseitig nur eine Seite des bosnischen Bürgerkrieges zu bestrafen.

Der ehemalige US-Präsident Bill Clinton wird bei der Einweihung anwesend sein und damit die Widmung des Denkmals in Srebrenica legitimieren, das auf Veranlassung des EU-Hochkommissars Paddy Ashdown mit einer Millionen Dollar aus US-Mitteln errichtet wurde. Jonathan Rooper, ehemals Journalist für die BBC, hat die Ereignisse in Srebrenica aus dem Jahre 1995 recherchiert und meint, daß die gesamte Region eine Grabstätte sowohl für Serben wie auch für Moslems sei und daß das Denkmal die Opfer nur einer Seite übertreibe, was "weder der Wahrheit noch dem Ziel der Versöhnung dient."

Phillip Corwin, während der 1990er Jahre Koordinator der UN für Zivilangelegenheiten in Bosnien, führte aus:

"Was in Srebrenica geschah, war nicht etwa ein einziges Massaker an den Moslems durch die Serben, sondern eine Serie sehr blutiger Angriffe und Gegenangriffe über einen Zeitraum von drei Jahren, die ihren Höhepunkt im Juli 1995 erreichten."

Corwin ist der Autor des Buches Dubious Mandate, einem Bericht seiner Erlebnisse während dieses Konflikts. Er hebt hervor, daß Srebrenica entgegen einer damaligen Erklärung nie eine demilitarisierte Zone war. Vielmehr habe der Führer der moslemischen paramilitärischen Einheiten Nasir Oric, der damals Srebrenica kontrollierte, wiederholt Angriffe auf umliegende serbische Ortschaften durchgeführt. Corwin führt aus:

"Ich war der leitende politische Offizier der UNO in Bosnien an dem Tag, als Srebrenica fiel. Im Vertrauen gesagt, es war auch der selbe Tag, an dem die bosnische Regierung versuchte, mich zu ermorden, als ich über den Berg Igman Richtung Sarajevo fuhr."

Der Geheimdienstexperte und Stratege Gregory Copley, Vorsitzender der Vereinigung für Internationale Strategische Studien und des Politischen Rates für den Balkan und das östliche Mittelmeer innerhalb dieser Vereinigung, warf dem US-Botschafter David Donald Hays, der zugleich stellvertretender Hochkommissar für Bosnien ist, vor, die Befugnisse des Hochkommissariats zu benutzen

"um in Ämter gewählte bosnischen Serben zu zwingen, ein betrügerisches Dokument zu unterzeichnen, mit dem sie die offizielle Version der Ereignisse von Srebrenica akzeptierten. Die Führer der Serbischen Republik Srpska [der vorherrschende serbische Provinz Bosnien-Herzegowinas] luden das Hochkommissariat ein, an ihrer Untersuchung der Ereignisse von Srebrenica teilzunehmen. Sie wurden aber statt dessen aufgefordert, ein vom Hochkommissariat entworfenes Dokument zu unterzeichnen, mit dem sie die Opferzahlen sollten, von denen sie sich offiziell distanziert hatten."

Copley fügt hinzu:

"Dies ist insofern bedeutsam, als die vormalige US-Clinton-Regierung diesen Krieg ausfocht, indem sie ohne Hinterfragung nur die kroatische und die moslemische Fraktion unterstützte und dabei die historische Allianz zwischen dem serbischen Volk und den USA ignorierte. Nach dem Krieg weigerte sich die Clinton-Regierung dann, der US-Tradition zu folgen, die Wunden des Krieges zu heilen. Statt dessen wurden Spaltung und Haß gefördert. Dies im krassen Gegensatz zur Rolle der USA in allen anderen Kriegen.

Leider wurden das von der Clinton-Regierung eingestellte Personal und die eingefahrene Politik bis heute aufrechterhalten. Die jetzige Bush-Regierung hat den Balkan vernachlässigt und hat somit die Fortsetzung der Clinton-Politik erlaubt, was bedeutet, daß die Spaltungspolitik fortgesetzt wird. Dies ist der Grund für die Notwendigkeit, die Mission der US-Friedenstruppe sowohl in Bosnien wie auch in der serbischen Provinz Kosovo fortzusetzen."

Copley führte zudem aus, daß Geheimdienstinformationen aus islamischen Quellen zufolge das Denkmal wahrscheinlich dazu auserkoren wurde, radikalen Moslems in Europa als heiliger Schrein für jährliche Wallfahrten zu dienen. Er meinte weiterhin:

Srebrenica: Ort eines Massakers
oder Ort von Kriegspropaganda – oder beides?

"Der stellvertretende Hochkommissar Donald Hays zwang die Regierung der Republik Srpska, ein Erklärung abzugeben, mit der sie die radikal-islamistische Version der Geschichte um Srebrenica als wahr anerkannte, obwohl das Hochkommissariat keinerlei eigene Untersuchungsmöglichkeiten besitzt, um sich in dieser Sache eine Meinung zu bilden. Weder das Internationale Strafgerichtshof zu Den Haag – bestimmt kein Freund der Serben – noch die mit diesem Gericht zusammenarbeitende Regierung der Republik Srpska haben ihre Untersuchungen zu Srebrenica abgeschlossen.

US-Botschafter Hays und Hochkommissar Paddy Ashdown erzwangen die Erklärung der Republik Srpska nur, damit die Einweihung des ‘Schreins’, der Clinton beigewohnte, als Rechtfertigung der Clintonschen Außenpolitik der Unterstützung radikaler Islamisten dienen kann."

Yossef Bodansky, der mehrere Bücher über den Krieg in Jugoslawien geschrieben hat und Stabschef des Komitees für Terrorismus und Unkonventionelle Kriegführung der Vereinigung für Internationale Strategische Studien ist, nennt die Opferzahl von 7.000 "Desinformation" und merkt an:

"Alle unabhängigen forensischen Beweise deuten auf eine Gesamtopferzahl von einigen Hundert Moslems hin, wahrscheinlich nur wenige Hundert. Die fortgesetzte Anführung überhöhter angeblicher Opferzahlen von Moslems in Srebrenicas verdunkeln ebenso die früher von Moslems in dieser Stadt begangenen Morde an Serben."

Bodansky hat in verschiedenen Artikeln, Sonderberichten und in drei Büchern (Offensive in the Balkans: the Potential for a Wider War as a Result of Foreign Intervention in Bosnia-Herzegovina (1995), Some Call it Peace: Waiting for War in the Balkans (1996), and Bin Laden: The Man Who Declared War on America (1999)) ausführlich auf die Verbindung zwischen Osama bin Laden und den bosnischen Islamisten hingewiesen.

Rooper meint, daß mindestens eintausend Serben, zumeist Zivilisten, von Orics Truppen ermordet wurden, die sich gar nicht erst die Mühe machten, ihre Verbrechen zu verbergen, ja westlichen Journalisten sogar Filme dahingemetzelter Serben zeigten.

Inzwischen hat Professor Edward S. Herman von der Universität Pennsylvania eine Gruppe akademischer Experten und Journalisten aus den USA, aus Kanada, Deutschland, Frankreich, Serbien und England organisiert, um die Beweise bezüglich der Ereignisse von Srebrenica von 1995 und davor zu analysieren und zu untersuchen, wie die Medien darüber berichteten und welche politische Rolle Behauptungen über Srebrenica zukam. Es wird erwartet, daß ein Bericht dieser Gruppe im Juni 2004 erhältlich sein wird.

Rooper weist darauf hin, daß die von der UN erwähnte Einwohnerzahl von 40.000 für die Zeit kurz vor der Einnahme Srebrenica im Juli 1995 ungefähr der Einwohnerzahl aus der Nachkriegszeit entspricht. Ein Kommandeur der von Moslems dominierten Armee Bosnien-Herzegowinas bestätigte später gegenüber dem Parlament in Sarajevo, daß die 5.000 bosnischen Soldaten im wesentlichen ohne Verluste nach Tuzla ausgewichen waren, während die UN etwa 35.632 überlebende Zivilisten registriert hatte.

Während über die sich abspielende Einnahme Srebrenicas im Juli 1995 berichtet wurde, erfolgte ein internationaler Aufschrei erst einen Monat später, nachdem Madeleine Albright, damals US-Vertreterin bei der UNO, ein Foto präsentierte hatte, daß ihren Angaben zufolge Beweis für den Mord an Tausenden von Moslems sei, die in einem Massengrab auf einem Feld nahe Nova Kasaba lägen, etwa 19 Kilometer entfernt von Srebrenica. Bei nach dem Krieg durchgeführten Ausgrabungen fand man allerdings nur 33 Leichen bei Nova Kasaba. Zwei Jahre nach diesem Ereignis sind in insgesamt 20 Gräbern zusammen etwa 400 Leichen nahe Srebrenica entdeckt worden, in einer Gegend, in der drei Jahre blutige Kämpfe stattfanden.

Anstatt zuzugeben, daß es für die anfänglich angegebenen Zahlen keine Beweise gibt, so Rooper, wende man verschiedene Methoden an, um die offizielle Geschichte zu unterstützen. Sprecher der Clinton-Regierung schlugen vor, die Serben könnten die Leichen woanders hingeschafft haben. Rooper stellt dagegen fest, das Ausgraben, Transportieren und Wiedervergraben von 7.000 Leichen habe "nicht nur jenseits der Möglichkeiten der ausgedünnten, treibstoffverarmten bosnisch-serbischen Armee gelegen, sondern wäre auch einfach durch die intensive Überwachung mittels Satelliten und erdgebundenen Drohnen entdeckt worden."

Im Jahr 1998 wurden Tausende von Leichen, die in verschiedenen Gegenden Bosniens exhumiert worden waren, am Flughafen von Tuzla gelagert. Trotz modernster DNA-Analysenmethoden wurden nur etwa 200 davon mit Srebrenica in Verbindung gebracht.

Etwa dreitausend Namen auf einer vom Roten Kreuz erstellten Liste von Srebrenica-Opfern sind identisch mit Wählern, die während der Wahlen 1996 in Bosnien ihre Stimme abgaben. Rooper führt dazu aus:

"Ich wies das Hochkommissariat darauf hin, daß es entweder einen massiven Wahlbetrug gegeben hat oder daß die Hälfte der Leute auf der Liste des Internationalen Roten Kreuzes noch lebendig sind. Das Hochkommissariat antwortete, daß die Wählerlisten in einem Lagerhaus versiegelt seien und es ihnen nicht möglich sei, diese zu untersuchen."

Die aufgeblähten Srebrenica-Statistiken sind Teil eines größeren Bildes, das auf Geheimdienstexperten wie Bodansky und Copley beunruhigend wirkt. Sie führen aus, daß US-Politiker nur langsam erkannt hätten, daß Al-Kaida und Hisbollah Bosnien als eine strategische Basis für ihre Operationen in Europa ansehen. 1993, als die Clinton-Regierung den moslemischen Präsidenten Bosniens, Alija Izetbegovic, massiv unterstützte, war Osama Bin Laden ein regelmäßiger Besucher in dessen Büro, so Renate Flottau vom deutschen Nachrichtenmagazin Der Spiegel. Die bosnische Tageszeitung Dani berichtete, daß die bosnische Botschaft in Wien Bin Laden im Jahr 1993 einen Paß ausstellte.

In einem Sonderbericht vom 16.9.2003 teilte Copley mit, der damalige bosnische Botschafter in Wien, Huso Zivalj, der Bin Ladens Paß ausstellte, habe zur Zeit des 11.9.2001 als bosnischer Botschafter bei der UNO gedient:

"Es ist zunehmend deutlich geworden, daß die Versetzung Zivaljs nach New York just vor (und seine Abberufung kurz nach) den Angriffen vom 11. September 2001 kein Zufall war. Die US-Politik in Bosnien einen Erfolg zu nennen, hieße, substantielle gegenläufige Beweise zu unterschlagen. Anstatt deplazierten Symbolismus in Srebrenica zu praktizieren, sollten US-Politiker jene Annahmen, die die US-Politik in dieser Region geleitet haben, genauestens unter die Lupe nehmen."

© Washington, DC, 18. September 2003

 

Anmerkungen des Herausgebers

"[…] daß die Festlegung falscher [Opfer-]Zahlen in dem Denkmal darauf angelegt zu sein scheint, ethnischen Haß und Mißtrauen in dieser Region aufrechtzuerhalten und einseitig nur eine Seite des bosnischen Bürgerkrieges zu bestrafen."

Diese Aussage verdient uneingeschränkte Zustimmung, allerdings nicht nur im Zusammenhang des oben diskutierten Krieges, sondern für sämtliche falschen in Verbreitung befindlichen Propagandazahlen aller Opfer in jedem Konflikt – selbstverständlich einschließlich übertriebener Opferzahlen angeblicher Mordstätten des Zweiten Weltkrieges, d.h., des sogenannten Holocaust. Aber die Übertreibung oder Erfindung angeblicher Ereignisse des "Holocaust" kann ja, wie allgemein bekannt ist, den Haß gegen Deutsche nicht verewigen. Deutsche sind gegen Haß immun … oder sie müssen sich einfach nur damit abfinden, gehaßt zu werden, nach all dem, was sie angerichtet haben (ob nun übertrieben und erfunden oder nicht)…

Die Ausreden der US-Behörden für das Fehlen der behaupteten Leichen –

"die Serben könnten die Leichen woanders hingeschafft haben" –

erinnert an Ausreden, die man jedesmal von Holocaust-Apologeten hört, wenn sich die Suche nach Massengräbern entsprechender Größe als erfolglos erweist: wenn sie nicht da sind, wurde sie eben woanders vergraben oder eben spurlos verbrannt…

Eine weitere Aussage des obigen Beitrags verdient ebenso eine nochmalige Lektüre:

"weigerte sich die Clinton-Regierung dann, der US-Tradition zu folgen, die Wunden des Krieges zu heilen. Statt dessen wurden Spaltung und Haß gefördert. Dies im krassen Gegensatz zur Rolle der USA in allen anderen Kriegen."

Wahrhaftig, die Verewigung übertriebener und erfundener Holocaust-Propaganda und die Nichtanerkennung des den Deutschen im Zweiten Weltkrieg und danach angetanen Unrechts ist eine zutiefst wirksame Weise, "die Wunden des Krieges zu heilen"! Oder man nehme die Weigerung der USA, für die in Vietnam angerichteten verheerenden Verwüstungen die Verantwortung zu übernehmen, in einem Krieg, der zur Aufrechterhaltung euro-amerikanischer Kolonialherrschaft ausgefochten wurde. Es wundert mich schon, wie der Autor dieser Zeilen auf die Idee kommen konnte, es gäbe eine Tradition solch heilsamer Unterstützung.

Aber wie dem auch sei, der hier offenbarte Srebrenica-Revisionismus – vorausgesetzt er stellt sich als angemessen und richtig heraus – ist ein weiteres gutes Beispiel dafür, wie die Wahrheit einer der ersten Opfer des Krieges ist, die sehr oft auch in der sich anschließenden Friedenszeit eben nicht wiederhergestellt wird. Der Sieger schreibt die Geschichte, daher: wehe den Besiegten!


Quelle: Vierteljahreshefte für freie Geschichtsforschung 8(2) (2004), S. 235-237.


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