Nachrufe

John Sack in Memoriam

Von Robert H. Countess, PhD

Als ich am 13. April 2004 durch Südkalifornien reiste, erhielt ich einen Anruf meiner Frau, die mir eröffnete, ein Freund John Sacks habe angerufen, um uns mitzuteilen, daß John am 27. März verstorben sei. Dieser Freund habe all jene Nummern angerufen, die sich in Johns Adreßbuch befanden. Obwohl mich diese Nachricht traurig stimmte, so kam sie dennoch nicht unerwartet, zumal ich seit einigen Jahren wußte, daß er an Krebs erkrankt war.

Es war ein heißer, schwüler Sonntag Nachmittag, als John uns am 16.7.1995 in unserem Landhaus in der Nähe von Huntsville, Alabama, für drei Tage besuchte. Er befand sich damals auf einer Werbereise für sein Buch The Boys in Company C, einem journalistischen Werk über den ersten Krieg gegen den Irak von 1990/91. Ich arrangierte damals einige Interviews mit örtlichen Rundfunksendern sowie einen Verkaufstand in einem örtlichen Buchladen. John fuhr damals in seinem 1980er Pontiac Sunbird Cabriolet ohne Klimaanlage, so daß er gnadenlos der brütend-schwülen Hitze dieses typischen Juli-Tages ausgesetzt war. Wie ich mich erinnere, war sein Glatzkopf noch nicht einmal von einem Hut bedeckt.

Um acht Uhr abends des gleichen Tages holte ich den aus Kalifornien angereisten jüdischen Revisionisten David Cole und seine Freundin in Nashville vom Flughafen ab. Er kam extra zu uns, um etwas Zeit mit John zu verbringen und um mit ihm über dessen Buch Auge um Auge zu diskutieren. John hatte darin bestimmte Juden bloßgestellt, die in den Jahren 1945 und 1946 in Polen ihre eigenen kommunistisch geleiteten Konzentrationslager für deutsche Männer, Frauen und Kinder errichtet hatten. Diese ohne Gerichtsverfahren eingesperrten Deutschen waren von diesen Juden in jenem Zeitraum willkürlich mißhandelt, gefoltert, verstümmelt und ermordet worden.

Als John zu uns kam, war er offensichtlich davon überzeugt, daß wir ein rechtsextremes, primitive "antisemitisches" Paar von "Holocaust-Leugnern" wären. Aber seine journalistische Neugierde bewog ihn dennoch, sich selbst eine Meinung zu bilden.

Drei Tage später verließ er uns in seinem Sunbird Cabriolet als ein anderer Mensch. Meine Frau beeindruckte ihn mit ihrer Diskussion über den Holocaust, über Konzentrationslager – ich hatte sie über die Jahre zu 17 verschiedenen Lagern "geschleppt" – und über Juden und angeblichen "Antisemitismus" uam. Er war auch von seinen ruhigen Diskussionen mit David Cole sehr beeindruckt, und ich kann lediglich annehmen, daß er auch meine gelegentlichen Beiträge als wertvoll empfand. Als ich John mit Mark Weber vom Institute of Historical Review übers Telefon sprechen ließ, beschlossen beide, sich nach Johns Rückkehr von seiner Buchwerbereise in ein paar Wochen in Kalifornien zu treffen.

Kurz bevor John abreiste, meinte er, er würde einst gerne bei einer Konferenz des Institute of Historical Review eine Rede halten – in einem Versuch, uns zu widerlegen, versteht sich – und ich versprach, mich für einen solchen Auftritt einzusetzen. John trat dann tatsächlich als Festredner bei David Irvings erster "Real History"-Konferenz in Cincinnati, Ohio, im September 1999 auf. Er wiederholte im wesentlichen die gleiche Rede noch einmal während der 13. IHR-Konferenz im Juni 2000. Das inzwischen suspendierte Journal of Historical Review führte auf einer seiner Titelseiten ein Bild des lächelnden John Sack, Seite an Seite mit Ernst Zündel.

Schon frühzeitig hatte mir John mitgeteilt, daß er seine Rede entweder in der Zeitschrift The Village Voice oder dem Magazin Esquire veröffentlichen wolle, für die er über die Jahre eine Anzahl von Beiträgen verfaßt hatte. Im Februar 2002 erschien dann tatsächlich in Esquire sein Artikel mit dem Titel "Inside the Bunker. The People who believe that the Holocaust did not happen" (Im Innern des Bunkers. Die Leute, die glauben, daß der Holocaust nicht stattfand, S. 98ff.) Er sagte mir am Telefon, daß er in seinem Originalmanuskript durchweg den Begriff "Holocaust-Revisionist" verwendet habe, daß der Herausgeber dies aber auf "Holocaust-Leugner" abgeändert habe.

Nach seiner Rede während der 13. IHR-Konferenz sandte John mir am 2.6.2000 eine Email folgenden Inhalts:

"Lieber Bob und liebe Elda:

[…] Ich habe die Konferenz genossen, und Elda wird feststellen, daß ich Euch nicht verreißen werden; die Geschichte – wenn sie überhaupt voreingenommen sein wird – wird zu Eurem Vorteil voreingenommen sein, obwohl ich sagen werde, daß ich mit Euch nicht übereinstimme. Ich werde Euch ein Exemplar schicken, falls mir Esquire das erlaubt, was sie womöglich nicht tun werden. […]

Ich freue mich schon auf das schlüpfrige Dach, mit herzlichen Grüßen, John Sack."

"Das schlüpfrige Dach" bezog sich auf eine von meiner Frau ihm gegenüber erwähnte Geschichte im Talmud, die berichtet, daß ein Jude während seines Falles von einem Dach eine Jüdin schwängert, mit einer sich anschließenden Diskussion, ob das dadurch geborene Kind ein Bastard ist oder nicht. Zuerst weigerte sich John, dies zu glauben, aber er bezahlte einen Forscher, der die Sache schließlich bestätigte, was John dann in seinem Esquire-Artikel erwähnte.

Doch nun zu der Geschichte, wie ich John persönlich kennenlernte, so daß ich ihn in revisionistische Kreise einführen konnte. Ich wurde zuerst auf John während eines Interviews aufmerksam, das er 1993 während der Sendung "60 Minutes" des US-Fernsehsenders CBS über seine Forschungen zu seinem Buch Auge um Auge gab. Sieben Jahre lang hatte John unzählige Interviews mit verschiedenen jüdischen Lageraufsehern geführt. Der berüchtigste dieser Mörder war Solomon Morel, der inzwischen im sicheren Exil in Israel lebt, wo sich kriminelle Juden den Gerichten anderer Länder entziehen können. Obwohl sich Polen schließlich entschloß, Morels Auslieferung zu beantragen, weigerte sich Israel, diesem Antrag nachzukommen, da die Morel vorgeworfenen Verbrechen angeblich verjährt seien! Dazu kann ich nur sagen, daß man dies einem John Demjanjuk und seinen Mitleidenden sagen sollte, die noch heute auf jüdischen Druck hin ausgeliefert oder anderweitig durch Gerichte in den USA, in Kanada und Europa verfolgt werden!

Johns Buch stieß der Holocaust-Industrie damals sauer auf. Der Direktor des World Jewish Congress, Elan Steinberg, war über diese CBS-Werbung für Sacks Buch sehr aufgebracht.

John Sack während seiner Rede bei der 13. IHR-Konferenz

Unmittelbar nach dieser "60 Minutes"-Sendung kaufte ich mir Auge um Auge und las es sorgfältig durch. Ich verfaßte sodann eine Rezension für das Journal of Historical Review. Eine Kopie davon sandte ich an John über seinen Verleger. Am 30.9.1994 schrieb er mir einen netten Brief, worin er mir für meine Rezension dankte, meine Aufrichtigkeit lobte und anmerkte, daß "jüdische Professoren", die ebenfalls Rezension des Buches für Zeitschriften wie The Nation und The New Republic verfaßt hatten, mit ihrer schäbigen Behandlung des Themas unaufrichtig gewesen wären, indem sie sich auf persönliche Angriffe auf den Autor konzentrierten.

In einem Schreiben vom 5.5.1995 schrieb er an den "Lieben Dr. Countess":

"Bitte erlauben Sie mir, Sie weiterhin Dr. Countess zu nennen, zumal Deborah Lipstadt im Fernsehen sagen würde, ich sei mit Neonazis, Antisemiten, Holocaust-Leugnern und dem Institute for Historical Research [sic!] per Du. Das wäre nichts Neues – sie hat mich bereits vor laufender Kamera einen Neonazi und Antisemiten genannt, und sie hat mir persönlich mitgeteilt, daß ich schlimmer sei als die Holocaust-Leugner, […] Mit herzlichen Grüßen, John."

John handelte wahrlich bis zu seinem Tode als Journalist, und nicht etwa als sorgfältiger, um Exaktheit bemühter Historiker. Er glaubte wirklich an die 6-Millionen-Holocaust-Geschichte, aber er sagte mir öfter, daß er weder die Zeit noch ein Interesse daran habe, in die von Revisionisten untersuchten Details einzutauchen. John durfte bestätigt finden, was ich ihm versprach, als sein Vortrag beim US Holocaust Memorial Museum über sein Buch Auge um Auge abgesagt worden war:

"Wenn wir Dich einladen, beim IHR vorzutragen, so kannst Du sicher sein, daß Dir nicht abgesagt wird."

John lebte in Ketcham, Idaho, wo Schilaufen großgeschrieben wird, ein Sport, den er liebte. John war niemals verheiratet. Als er mir mitteilte, daß er an Krebs erkrankt sei, inmitten womöglich seines größten Leidens, bot ich ihm einst am Telefon an, für ihn, den überzeugten Atheisten, zu beten. Er freute sich darüber und dankte mir.

John Sack war eine guter und anständiger Mensch, ein außergewöhnlicher Schriftsteller, der keinen Aufwand scheute, um zur Quelle wichtiger Informationen zu gelangen. Zuletzt arbeitete er an einer chinesischen "Mafia"-Persönlichkeit, aber ich weiß nicht, wie weit er damit kam. Meine Frau und ich werden uns immer an Johns warmes Lächeln erinnern, an seine menschliche Wärme und seine Dankbarkeit für jedwede Gastfreundschaft und Konversation. Ruhe in Frieden, John Sack!


Quelle: Vierteljahreshefte für freie Geschichtsforschung 8(2) (2004), S. 231f.


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