Gegendarstellung

Zu K. Schwensen, „Zur Echtheit des Lachout-Dokuments“, VffG 8(2) (2004), S. 166–178.

In der Nummer 2 der Vierteljahreshefte von 2004 erschien im Sommer dieses Jahres ein Artikel, gezeichnet von einem gewissen „Klaus Schwensen“, in welchem der Zeitzeuge und Revisionist Ing. Emil Lachout wieder einmal als Scharlatan dargestellt wird. Das von ihm im Jahre 1948 unterfertigte Schriftstück, von mir im Jahre 1987 in Halt erstmals veröffentlicht, soll nun doch eine Fälschung sein.

Der Fälschungsvorwurf an sich wäre nicht neu: Seit Jahren wird dieser Vorwurf von dem staatlich gesäugten „Dokumentationsarchiv des Österreichischen Widerstandes“ (DÖW) und der gesamten staatlichen Geschichtsschreibung gegen Lachout vorgetragen. Die österreichische Staatsanwaltschaft wagte jedoch nicht, Lachout wegen Fälschung vor Gericht zu stellen: nach jahrzehntelanger gerichtlicher Voruntersuchung entschloß man sich, den unangenehmen Wahrheitssucher widerrechtlich für verrückt zu erklären. Lachout gilt seither wie andere Unbeugsame vor ihm (ich erinnere etwa an Ezra Pound und Francis Parker Jockey) als nicht „verhandlungsfähig“. Warum die österreichische Justiz, die laufend und kaltblütig Revisionisten dafür, daß diese die Wahrheit sagten, anklagt, sich nun mittels gezinktem, psychiatrischen Gutachten ausgerechnet des Emil Lachout auf so tollpatschige Weise entledigen hätte sollen, bleibt rätselhaft, wenn dieser – folgt man Schwensens Fälschungsvorwurf – doch als wohl erster und einziger Fälscher unter den Revisionisten zu überführen gewesen wäre?

Warum hat sich die Justiz, die bisher noch kein einziges revisionistisches Argument hat widerlegen können, diese Chance entgehen lassen? Der Autor „Klaus Schwensen“ stellt diese Frage nicht, und das trifft sich gut: so braucht er sie auch nicht zu beantworten.

Neu an dem jüngsten Angriff gegen Lachout ist, daß er in einer revisionistischen Zeitschrift geführt wird und daß gleichzeitig zwei weitere verfolgte Revisionisten in den Fälschungsvorwurf einbezogen werden. Zuerst der untadelige und unvergeßliche Ing. Friedl Rainer, Sohn des angesehenen, 1945 von den Alliierten gefolterten und später ermordeten Kärntner Gauleiters Rainer. Dieser ist schon vor vielen Jahren verstorben. Es geht also auch um das Andenken eines Toten. Schließlich werde auch ich selbst mit dem Fälschungsvorwurf bedacht, wobei der Eindruck erweckt wird, Lachout, Rainer und ich hätten uns aus nachvollziehbaren Motiven zum Zwecke der Dokumentenfälschung verabredet.

Denn der wissenschaftlich erscheinen wollende Aufsatz gipfelt in folgender abenteuerlicher Spekulation:

„Der Zweck oder die Tendenz eines Dokuments lassen daher Rückschlüsse über die Motive des Erstellers und die Entstehungsgeschichte zu. [...] Ein durchaus reales Motiv aber hatten die drei Männer, die am Wiederauftauchen des Dokuments beteiligt waren, nämlich Gerd Honsik, Emil Lachout und Friedrich Rainer. Damals (1987) sahen sowohl Rainer als auch Honsik einem Verfahren wegen ‚nationalsozialistischer Wiederbetätigung‘ entgegen.

Lachout folgte bald darauf.

In den bevorstehenden Prozessen gegen Rainer und Honsik ging es unter anderem um die Frage, ob es in dem ehemaligen KL Mauthausen eine Gaskammer gegeben habe oder nicht [S. 170...] Das Motiv für die Fälschung waren vermutlich prozeßtaktische Gründe, nämlich um in den Strafverfahren gegen Rainer und Honsik eine Diskussion der Gaskammernfrage im Zusammenhang mit Mauthausen zu erzwingen.“

Diese „Schlußfolgerung“ ist eine Schande für die Revision:

1. Weder gegen mich noch gegen Rainer oder Lachout war zum damaligen Zeitpunkt ein Verbotsgesetzprozeß angesetzt, ja es lief nicht einmal eine Voruntersuchung, die das KL Mauthausen zum Gegenstand gehabt hätte. Die Mauthausenverfahren gegen Lachout und mich wurden überhaupt erst durch die Veröffentlichung des Lachout-Dokumentes vom Zaune gebrochen. Es konnte also eine Fälschung des „Lachout-Dokumentes“ nicht einem Mauthausenverfahren nützen, das erst durch die Veröffentlichung desselben angestrengt worden ist.

2. Ich kannte Ing. Friedrich Rainer damals noch gar nicht persönlich und wurde diesem erst erheblich später von dessen Schwester, Frau Erika Hannesschläger, vorgestellt. Bei dieser (einzigen) Begegnung ging es nicht um das Lachout-Dokument, sondern um die Prozeßakten im Rainer/Wiesenthal-Verfahren. Auch wüßte ich nicht, was Rainer mit dem Auftauchen des „Lachout-Dokumentes“ zu tun gehabt haben soll. Auch Herrn Ing. Lachout lernte ich erst im Zusammenhang mit der Veröffentlichung des Dokumentes kennen. Ob unmittelbar davor oder danach, muß dahingestellt bleiben. Eine Verabredung zum Zwecke einer Fälschung mit mir persönlich damals fremden Personen – das also ist Schwensens neue „Erkenntnis“.

3. Ein Dokument zu fälschen und dafür einen „Militärpolizeilichen Dienst“ zu erfinden, wenn derselbe gar nicht existiert hätte, um dieses Dokument dann in einem Verfahren zu verwenden, das es noch gar nicht gab und dessen Einleitung nach der damaligen Gesetzeslage noch gar nicht absehbar war, das hält wohl nur Mister „Schwensen“ für ein „reales Fälschungsmotiv“. Ich nicht. Hanebüchen auch die folgende These:

„Für die revisionistische Zeitgeschichtsforschung stellt das Dokument heute eine Belastung dar, denn Gegner wie das DOW werden weiterhin mit Wonne diese Fälschung dem gesamten Revisionismus anlasten.“ (S. 177)

Ein einfältigerer Satz ist kaum denkbar. Man bedenke: Die Revisionisten wurden bisher allesamt, ungeachtet ihrer Rasse, Herkunft, politischen Gesinnung, einschließlich ihrer studierten Historiker und Chemiker als Lügner, Betrüger, Nazi, Antisemiten, Fälscher, Irre oder Volksverhetzer gejagt, ihre besten Exponenten mit eingeschlossen. Wie könnte denn da ausgerechnet der Fälschungsvorwurf gegen das „Lachout-Dokument“, das ja nur eine Mauthausen-Wirklichkeit bestätigt, wie sie von Prof. Yehuda Bauer längst beschrieben worden war, die „Belastung des gesamten Revisionismus“ noch steigern?

Selbst wenn das „Lachout-Dokument“ eine Erfindung des Ing. Lachout und dieser eine Art Hauptmann von Köpenick wäre, so würde er neben seinen Verfolgern vom „DÖW“, die selbst den Morgenthau-Plan guthießen, noch wie ein netter Robin Hood wirken.

Nicht der Fälschungsvorwurf gegen das „Lachout-Dokument“, sondern die spekulative Einbeziehung von Friedl Rainer und Gerd Honsik in den Fälschungsvorwurf durch „Schwensen“ ist dazu angetan, den Revisionismus zu verunglimpfen. Könnte dies Absicht sein? Das schlimmste Verbrechen des Historikers ist die Lüge, die schlimmste aller Lügen aber ist das falsche Zeugnis!

Woher die staatliche Zeitgeschichte am Vorabend ihres Unterganges noch die magischen Kräfte hernehmen sollte, für ihre Zweifel am „Lachout-Dokument“ die Revision insgesamt zu belasten, nachdem ihre Verdammung und Verleumdung derselben bisher ohnehin schon umfassend war, bleibt „Schwensens“ Geheimnis.

Unwissenschaftlich, polemisch und hämisch ist über weite Strecken auch die Tonart des Aufsatzes. Da heißt es:

„Es erübrigt sich, zu sagen, daß man ansonsten von diesem „polizeilichen Hilfsdienst“ genau so wenig etwas gehört hat wie vom MPD.“

Dieses Detail freilich ist auch falsch. Kein heute noch lebender ehemaliger Nationalsozialist in Österreich hat diese „Hilfspolizei“ vergessen, die mit Armbinden gekennzeichnet die Wohnungen von „Belasteten“ plünderte und Nationalsozialisten an die Rote Armee denunzierte.

Prominente Österreicher, darunter auch ein Bundeskanzler, rühmten sich öffentlich der Mitgliedschaft.

Die Unwissenheit unseres Verfolgers scheint grenzenlos. Daß er gar nicht bemüht war, die Wahrheit zu ergründen, bewies er dadurch, mich selbst niemals zum Fälschungsvorwurf befragt zu haben, obwohl ihm meine Postanschrift zugänglich war.

Ich selbst habe übrigens nie behauptet, das Lachout-Dokument „auf seine Echtheit“ geprüft zu haben. Dazu war ich und bin ich nicht in der Lage. Ich habe es nur pflichtgemäß ohne zu säumen veröffentlicht, als es in meinen Besitz gelangte. Und ich legte es damit Freund und Feind zur Begutachtung vor. Und ich stelle verwundert fest, daß bisher niemand imstande war, es als Fälschung zu entlarven. Schon gar nicht der hier untersuchte Aufsatz mit seinen Irrungen, Spekulationen, ja Verleumdungen. Besonders scheinheilig übrigens die gespielte Verwunderung dieses Verfolgers über die Unauffindbarkeit der MPD-Akten. Weiß er denn nicht, daß alle wichtigen Akten auf Jahrzehnte gesperrt wurden? Daß die Jagd nach Tonnen von gesperrten Akten das Ziel aller Revision ist?

Auch die Psychiatrierung Lachouts und die Ausklammerung des Mauthausenverfahrens bei meinem Auschwitz-Prozeß 1992 war nicht angetan, meinen Glauben in das Dokument zu erschüttern.

Lachouts Verdienste als Revisionist

Lachouts originelle Form, seine Erkenntnisse als Gutachten darzustellen, wird von Schwensen ebenfalls aufs Korn genommen.

Ich selbst habe einige dieser „Gutachten“ von einem befreundeten und gerichtlich beeideten Sachverständigen überprüfen lassen. Schließlich revidierte dieser seine negative Meinung über Lachout. Die Mehrzahl der Arbeiten hatten sich als schlüssig erwiesen. Allein durch zwei dieser Gutachten hat sich Lachout als der wohl bedeutendste Revisionist Österreichs bestätigt. Durch Vergleiche der vorhandenen „Quellen“ stellte er fest, daß die Gaskammer von Mauthausen in der Literatur elfmal die Position und zehnmal die Innenansicht änderte, ohne daß Historiker oder Zeitzeugen diesbezüglich einander je widersprochen hätten.

Im zweiten Zivilprozeß des Ing. Friedl Rainer gegen Wiesenthal trat Ing. Lachout vor Gericht als sachverständiger Zeuge auf und bot ein „Gutachten“ an, welches einen von Wiesenthal vorgelegten Brief als Fälschung entlarvt. Das Gericht nahm Lachouts Darlegung ernst und übergab den Fall zur Begutachtung an die österreichische Kriminalpolizei. Diese bestätigte Lachouts Erkenntnisse. Der von Wiesenthal vorgelegte Brief war, wie Lachout erkannt hatte, in der Nachkriegszeit fabriziert worden. Damit hat sich Lachout als ein Meister sachlicher, wissenschaftlicher Arbeit erwiesen.

Es fällt auf, daß „Schwensen“ seinen Verdacht gegen die Echtheit des Dokumentes immer wieder daran festmacht, daß es ihm nicht möglich sei, den Weg zu ergründen, den das Schriftstück seinerzeit in meine Hände genommen hatte. Dabei mutet es zynisch an, daß er immer wieder von „Schutzbehauptungen“ Lachouts spricht. Die Neugierde des Herrn „Schwensen“, nicht das Dokument selbst, sondern dessen Weg heraus aus den gesperrten Archiven ergründen zu wollen, scheint geradezu unersättlich, und sie steht im Widerspruch zu den geäußerten Zweifeln an der Echtheit des Schriftstückes. Denn den Weg desselben aus dem Aktentresor in meine Hände zu verschleiern, kann doch nur dann im Interesse des Überbringers liegen, wenn dieser durch seine Ausfolgung an mich den Tatbestand des Amtsmißbrauches begangen hätte. Wenn der Betreffende also etwa fürchten mußte, seiner Beamtenpension verlustig zu werden! Denn nur dann ergäbe der Vorwurf gegen Lachout Sinn, sich einer „Schutzbehauptung“ zu bedienen. Eine solche „Schutzbehauptung“ (Lachouts) wiederum ergibt ihrerseits in diesem Fall aber nur Sinn, wenn das Schriftstück selbst echt ist. Nach Herrn „Schwensens“ Meinung hätte Lachout dieses sein Schutzbedürfnis jedoch fallenlassen sollen, bloß um die Neugierde seines Verfolgers zu stillen. Diese Neugierde des Herrn „Schwensen“ freilich wird auch von mir nicht gestillt werden. Denn diese seine Neugierde ist offensichtlich nicht die des Historikers, sondern die des Verfolgers. Weiß denn besagter Schwensen nicht, daß es journalistische Gepflogenheit ist, die Überbringer von Nachrichten nicht zu verraten und nicht auszuliefern?

In diesem Zusammenhang ist nicht so sehr das Schutzbedürfnis des verfolgten Ing. Lachout auffällig, sondern vielmehr das des Revisionistenjägers „Schwensen“ selbst. Denn es ist offensichtlich, daß dieser unter falschem Namen schreibt, sich also eines Pseudonyms für die Abfassung seiner offenbar haltlosen Angriffe gegen verfolgte Revisionisten bedient.

Dabei hätte „Schwensen“ von Seiten der Justiz keine Verfolgung zu fürchten. Auch psychiatriert wird er wohl nicht werden. Denn an ihm dürfte die staatlich verordnete Zeitgeschichte ihr Wohlgefallen haben.

Gerd Honsik, Spanien


Erwiderung von Klaus Schwensen

Zu meinem o.g. Artikel „Zur Echtheit des Lachout-Dokuments“ hat Gerd Honsik eine ausführliche Gegendarstellung gegeben. Hierzu erwidere ich folgendes:

1. Zur Vorgeschichte

Wer sich mit der Frage „Gaskammern im Altreich?“ befaßt, stößt früher oder später auf das Lachout-Dokument, das hierzu eine wichtige Aussage macht. Daß es vom linkslastigen DÖW als Fälschung bezeichnet wurde, war mir bekannt. Mir fiel auf, daß es von revisionistischer Seite seltsam still um dieses Dokument war. Es war also nicht die „Neugierde der Verfolger“, wie Herr Honsik befürchtet, sondern die „Neugierde des Historikers“, die mich seinerzeit veranlaßte, mich direkt an Herrn Lachout zu wenden, der mir darauf eine Fülle von Unterlagen zusandte. Es hat mich einige Arbeitszeit gekostet, zu dem Ergebnis zu gelangen, das in dem o.g. Artikel dargestellt ist. Ich ließ den Artikel zunächst in der Schublade. Anlaß, ihn wieder hervorzuholen, war ein Artikel „Die ‚Gaskammer‘ im KL Mauthausen. Der Fall Emil Lachout“ (Johannes Heyne, VffG 3&4/2003, S. 422–435). Zu Mauthausen konnte ich nichts sagen, wohl aber zum Lachout-Dokument. Schon um andere zu warnen, noch mehr Arbeit an das Dokument zu verschwenden, wollte ich meine Ergebnisse nicht länger zurückhalten.

2. Zu den Argumenten Honsiks

Daß Herr Honsik heftig gegen den Artikel und seinen Verfasser polemisiert – damit muß ich leben. Eine große Rolle spielen wieder Vorgänge und Prozesse der österreichischen Justiz, deren Einzelheiten man als Außenstehender nicht kennen kann, es sei denn, man widmet sein weiteres Leben dem Aktenstudium beim Bezirksgericht für Strafsachen in Wien (falls Akteneinblick gestattet ist). Man ist aber darauf gar nicht angewiesen, um zu dem Schluß zu kommen, daß mit dem Dokument etwas nicht stimmt.

Motive der Fälschung

Aus welchen Motiven wer wann die Fälschung fabriziert hat, darüber kann man nur Vermutungen anstellen. Zum Motiv hatte ich die Vermutung geäußert (aber nicht behauptet!), daß es aus prozeßtaktischen Gründen erfolgt sein könnte, um eine Diskussion des Mauthausen-Themas vor Gericht zu erzwingen. Herr Honsik bestreitet das heftig, und ich akzeptiere das – immerhin eine neue Erkenntnis in seiner Polemik.

„Polizeilicher Hilfsdienst“ oder „Hilfspolizei“?

Etwas voreilig war vielleicht meine Feststellung, daß man von dem sog. „polizeilichen Hilfsdienst“ der ersten Nachkriegszeit, der in einem obskuren Dokument erwähnt wird, „genauso wenig etwas gehört hat wie vom MPD.“ Laut Honsik hat es also eine „Hilfspolizei“ gegeben – mag sein. Ob das Dokument des „polizeilichen Hilfsdienstes“ von dieser „Hilfspolizei“ stammt, ist unklar. Zur Existenz des späteren „Militärpolizeilichen Dienstes“ (MPD) kann auch Honsik nichts beitragen – und damit steht und fällt nun mal das Lachout-Dokument.

Wann ist ein Dokument gefälscht?

Herr Honsik sagt, er habe „übrigens nie behauptet, das Lachout-Dokument ‚auf seine Echtheit‘ geprüft zu haben. Dazu war und bin ich nicht in der Lage. Ich habe es nur [...] veröffentlicht [...] und legte es damit Freund und Feind zur Begutachtung vor.“ Warum regt er sich also auf, wenn jemand hergeht und „begutachtet“? Ob die Argumente, die ich gegen die Echtheit vorgebracht habe (formale Aspekte, Inhalt, Herkunft des Dokuments) stichhaltig sind, das entscheidet übrigens nicht Herr Honsik – da muß sich jeder Leser schon selbst ein Urteil bilden. Was Honsiks Kritik angeht, so zielt sie durchwegs auf relativ nebensächliche Aussagen in meinem Artikel, die zudem als Vermutung ausgewiesen sind.

Zur Herkunft des Dokuments

Es kostete seinerzeit einige Mühe, um festzustellen, daß es über die Herkunft des Lachout-Dokuments nicht weniger als 5 Versionen gibt. Herrn Honsik gefällt diese „Neugierde“ anscheinend gar nicht; er äußert sich zu diesem Thema aber sehr verschwommen. Wenn ich seine Andeutungen recht verstehe, hat er also das Dokument aus einem österreichischen Archiv bekommen (Version 1), von einem großen Unbekannten, der nun um seine Pension zittern muß. Da traut man sich natürlich nicht weiter zu fragen. Ist ihm eigentlich klar, daß er damit die 4 Versionen Lachouts indirekt für falsch erklärt?

Ganz egal, von wem das „Dokument“ nun stammt – man hat damit dem Revisionismus einen Bärendienst erwiesen.

Anmerkung der Redaktion

Argumente können nur durch überzeugende Beweise bewiesen bzw. widerlegt werden. Flotte Worte und kecke Behauptungen helfen da nichts. Das gilt für beide Seiten.

Wer hat Erlebnisse mit dem kurz nach Kriegsende in Wien (angeblich) tätigen polizeilichen Hilfsdienst, dieser Hilfspolizei oder dem Militärpolizeilichen Dienst oder kann sonstige Angaben hierzu machen? War dies eine Organisation? Bestanden diese Bezeichnungen nebeneinander oder nacheinander? Wer Einzelheiten dazu beitragen kann, möge sich bei der Redaktion melden.

Im nächsten Heft lassen wir Emil Lachout ausführlich zu Wort kommen, in der Hoffnung, daß es ihm gelingt, Schwensens Argumente mit überprüfbaren Beweisen zu widerlegen.