Leserbriefe

Zu: I. Shamir, „Über Antisemitismus und Untermenschentum“, VffG, 8(2) (2004), S. 206–211

Shamir nennt es einen rassistisch-jüdischen Standpunkt, Karl Marx dem Judentum zuzurechnen, obwohl er getauft war, sich selbst nicht als Jude verstand und extrem judenfeindliche Texte verfaßte. Da lachen aber die Hühner in Tel Aviv und Jaffa. Der jüdische Autor William S. Schlamm bestätigte zwar einerseits:1

„Es gibt wohl kaum eine bestialischere Art, von den Juden und dem Jüdischen zu reden, als die Eloquenz des getauften Juden Karl Marx.“

Aber sein Freund und Mitstreiter Friedrich Engels meinte, Marx sei „von stockjüdischem Blut“.2

In seinem Buch Der Jude und sein Judentum behauptete Martin Buber:3

„Auch der rheinische Judenstämmling Karl Marx ist nur ein Übersetzer des jüdischen Zukunftsglaubens und Zukunftswillens gewesen.“

Nach Sergej Bulgakow4

„stellt der moderne Sozialismus eine Renaissance der altjudäischen messianischen Lehren dar; K. Marx und Lassalle sind Apokalyptiker neuen Zuschnitts, die das messianische Reich prophezeien. [...] Der Sozialismus ist eine auf dem Atheismus beruhende Religion.“

Diese Sicht zur Zeit der „Oktoberrevolution“ bestätigte später Arnold Toynbee:5

„Das traurige Schauspiel der Leiden der Industriearbeiter und die Duldung dieser sozialen Ungerechtigkeit durch die Mittelklasse erregte die Empörung von Karl Marx (1818–1883) und bewegte ihn zur Schaffung einer vierten judäischen Religion.“

Auch Frau Salcia Landmann war der Ansicht:6

„Jedenfalls läßt sich nicht bestreiten, daß es ursprünglich die Juden waren, die solche Konzepte in das abendländische Denken einbrachten. Man nehme nur einmal Karl Marx, den deutschen Juden und christlich getauften Enkel eines ostgalizischen Rabbiners: Er wächst in Trier ohne eine Ahnung von altem jüdischem Schrifttum auf, manifestiert den bei bedrängten Minderheiten – und also nicht nur bei Juden – häufigen rabiaten Selbsthaß [...] bekennt sich selber zum beduinischen Nomadenkommunismus der Urhebräer, ohne ihn zu kennen und als solchen zu erkennen, legt auf dieser Basis in dicken, unlesbaren Büchern das dümmste ökonomische Konzept der Welt fest, das den natürlichen Egoismus des Menschen mißachtet und folglich a priori scheitern und nichts als Elend und Terror gebären muß -und ‚verkauft‘ dieses auf den ersten Blick als katastrophal erkennbare Programm einem Gutteil der gesamten Welt als Heilsrezept [...]

Und nicht zuletzt: Der Jude Baruch Lévy weiht ihn in das Geheimnis des Bolschewismus ein: Das jüdische Volk würde insgesamt sein eigener Messias sein; seine Weltherrschaft werde durch die Vereinigung der anderen Menschenrassen und die Abschaffung von Grenzen und Monarchien, dem Bollwerk des Partikularismus, erreicht werden. Es werde eine Weltrepublik errichtet werden, die den Juden alle Bürgerrechte einräumen wird. Das Privateigentum werde aufgehoben sein, und die Verheißung des Talmud, daß die Juden die Güter aller Völker der Welt verwahren werden, werde verwirklicht.7

Zahlreiche jüdische Autoren rechnen Marx, ohne sich wie Frau Landmann von ihm zu distanzieren, zu den bedeutendsten Juden der letzten 200 Jahre, wenn nicht aller Zeiten. Es ist „der Typus des religionslosen Juden“, wie ihn Rudolf Bienenfeld 1937 beschrieben hat.8

Für den ebenfalls von Shamir genannten Heinrich Heine war die Taufe bekanntlich das „billet d’entrée“ in die Gesellschaft:9

„Ich mache kein Geheimnis aus meinem Judentum, zu dem ich nicht zurückgekehrt bin, sondern das ich nie verlassen habe.“

„Ja, ich bin zurückgekehrt zu Gott, wie der verlorene Sohn, nachdem ich lange Zeit bei den Hegelianern die Schweine gehütet.“10

Nahum Goldmann zitierte11

„oft die geniale Formulierung Heinrich Heines, der am Ende seines Lebens ein sehr guter Jude war und dessen Übertritt zum Christentum nur eine reine Formalität, seine ‚Eintrittskarte‘ in die westliche Gesellschaft, gewesen ist. Heine fragte: ‚Wie kann man das Mysterium des Überlebens der Juden, ohne Heimat, ohne Staat, ohne irgend etwas, erklären?‘ Und er antwortete: ‚Weil sie im Schulchan Aruch (Sammelwerk der jüdischen Gesetze und Vorschriften) eine regelrechte tragbare Heimat besitzen.‘“

Shamir gibt einige Beispiele dafür, wie der angeblich „normale Prozeß jüdischer Assimilation“ hintertrieben wird. Das ist ja doch das eigentliche Problem! Das darf es eben nicht geben – aus der Sicht des Judentums:

„Fehlen [...] Spannungen und nimmt angesichts des problemlosen Umweltverhältnisses die Assimilation überhand, treten im Judentum selbst Gegenströmungen auf, die eine Profilierung in ethnischer oder religiöser Hinsicht mit dem Ziel der Selbstbehauptung zum Ziel haben.“

So lautet das Motto der Reihe Judentum und Umwelt des Verlages Peter Lang, Frankfurt am Main/Bern, herausgegeben von Johann Maier. Dieses Auftreten von Gegenströmungen wird dann den anderen, dem Gastland, zur Last gelegt. Martin Hauser notierte 1929 in seinem Tagebuch:12

„Antisemitismus, Not und Elend sind scheinbar unumgänglich. Gäbe es z. B. keinen Antisemitismus, würden wir Juden uns schon längst aufgelöst haben unter den Völkern. So ist der Antisemitismus gleichsam Wächter für uns.“

„Antisemitismus als Motor Israels“ nannte Helmut Gordon treffend seine Betrachtungen zu Lenni Brenners Zionism in the Age of the Dictators.13

Überwältigt von den unmoralischen religiösen Gesetzen und Handlungen seiner jüdischen Mitbürger sei Shamir zum christlichen Glauben übergetreten und lebt in Jaffa. Wie das? Zu Karl Marx schreibt er, gemäß zionistischem Recht wäre es ihm nicht erlaubt, sich in Israel niederzulassen. Angeblich wird von jüdischen Instanzen ein Austritt aus dem Judentum auch gar nicht akzeptiert. Ignatz Bubis jedenfalls war der Überzeugung:14

„Aus dem Judentum kann man nicht entkommen und dem Judentum kann man nicht entrinnen.“

Abba Eban, der ehemalige israelische Außenminister, bestätigte trefflich den Zusammenhang der jenseitigen und der diesseitigen Heilslehre:15

„Die größte Leistung des Judentums, seine welthistorische Leistung, ist das Christentum, das in jüdischer Sicht nichts anderes ist als ein Medium zur Aufrichtung der jüdisch-kommunistischen Weltmacht.“

Zum Schluß zitiert Shamir einen jüdisch-amerikanischen Journalisten, der es nicht schätzt, wenn man gute und schlechte Juden unterscheidet. Beim Fall des Lüstlings Michel Friedman beteuerte Sonja Margolina das Recht des Judentums, schwarze Schafe haben zu dürfen:16

„Dieses Recht hat Friedman in die Tat umgesetzt.“

So einfach ist das! Ein Deutscher wäre in der Versenkung verschwunden; Friedman ist wieder obenauf. Eine theologische Rechtfertigung findet sich bei den „häretischen Kabbalisten der sabbatianischen Bewegung“; diese18

„leiteten nämlich [...] die Theorie ab, daß zur Gewinnung des Tiqun[17] auch die Sünde mit einbezogen werden müsse. Sie knüpften bei ihren Überlegungen an das bekannte Bibelwort an: ‚Du sollst den Herrn, deinen Gott lieben mit ganzem Herzen, mit ganzer Seele und mit deiner ganzen Kraft.‘ (Deuteronomium 6, 5). Bereits ein alter Bibelkommentar (Sifrê z. St.) sowie der Talmud (Babylonischer Talmud, Traktat Berakot 9, 5) hatten das Wort ‚ganz‘ in dem Sinne interpretiert, daß man Gott nicht nur mit dem guten, sondern auch mit dem bösen Triebe dienen könne.“

Dabei ging es um die Bewegung des falschen Messias Sabbatei Zwi im 17. Jahrhundert. Daniel Bell hat in einem linken Blatt nachgewiesen, wie dieses Denken als dialektische Theorie des Bösen, die nie veröffentlicht wurde, zur kommunistischen Geheimlehre wurde, bis man darin schließlich den eigentlichen Maßstab für einen „wahren Kommunisten“ erblickte.19

Neben dem jüdischen Auserwähltheitswahn, den schon Spinoza kritisierte, ist es die fortbestehende Anmaßung eines Rechts auf schwarze Schafe, auf eine Dialektik des Bösen zum angeblichen Wohl der Menschheit, die immer wieder zu Katastrophen im Zusammenleben von Juden und Nichtjuden führen muß.

Schon der Prophet Jeremia klagte:20

„Aber mein Volk ist toll, und sie glauben mir nicht; töricht sind sie und achten’s nicht. Weise sind sie genug, Übles zu tun; aber wohl tun wollen sie nicht lernen.“

Es gibt noch viel aufzuarbeiten, Herr Shamir! Aber schon Heine wußte:21

„Die Welt ist ein großer Viehstall, der nicht so leicht gereinigt werden kann, weil während gefegt wird, die Ochsen drin bleiben und immer neuen Mist anhäufen.“

Ernst Manon

Anmerkungen

1
Wer ist Jude?, Seewald, Stuttgart-Degerloch 1964, S. 33.
2
MEGA, Bd. 22, S. 50.
3
Joseph Melzer, Köln 1963, S. 541f.
4
Christianstwo i sozialism – Christentum und Sozialismus, Moskau 1911.
5
Menschheit und Mutter Erde, Düsseldorf 1919, S. 485.
6
in: Staatsbriefe 3/1990, S. 33.
7
Salluste: Les origines secrètes du bolchevisme – Henri Heine et Karl Marx, Jules Tallandier, Paris 1930, S. 33f.; ebenfalls in: La Revue de Paris vom 1. Juni 1928, S. 514.
8
Die Religion der religionslosen Juden, 2. Aufl., Wilhelm Frick-Verlag, Wien 1955.
9
nach Mensch und Maß, Folge 22 vom 23. November 198, S. 1021.
10
Hugo Bieber; Mary S. Rosenberg (Hg.), Jüdisches Manifest, New York 1946, S. 250.
11
Das jüdische Paradox: Zionismus und Judentum nach Hitler, Europäische Verlagsanstalt, Köln 1918, S. 96.
12
Auf dem Heimweg – Aus den Tagebüchern eines deutschen Juden 19291945, Bonn 1915, S. 8.
13
in: Deutsche Monatshefte 4/1984.
14
in: Die Woche vom 8. Mai 1998.
15
Quelle derzeit nicht auffindbar.
16
„Verurteilung statt Diskussion“ in: Junge Freiheit, 1.11.2003, S. 3.
17
oder Tikkun, d. i. Erlösung, Weltverbesserung.
18
Siegmund Hurwitz, Psyche und Erlösung, 1. Aufl., Daimon, Zürich 1983, S. 82f.
19
„Durch die Sünde zur Erlösung“ in: Die Zeit Nr. 39, 18.9.1992, S. 11–19
20
Kap. 4, 22.
21
„Kampf der Philosophen gegen die Religion“ in: ders.: Zur Geschichte der Religion und Philosophie in Deutschland, Hoffmann und Campe, Hamburg 1919, S. 451.

Zu G. Rudolf, „Mobiltelefon-Experimente in Linienflugzeugen“, VffG 7(3&4) (2003), S. 275–277.

Sehr geehrter Herr Rudolf!

Mit Interesse habe ich Ihren Artikel gelesen und ihn sogleich Bekannten und Freunden zum Lesen gegeben.

Allerdings erntete ich bezüglich Ihrer These, Mobilfunkgespräche aus Linienflugzeugen seien aus technischen Gründen unmöglich, nicht nur Skepsis, sondern in einem Fall sogar Gelächter, denn einer dieser Bekannten meinte, er selbst habe schon von einem Linienflugzeug aus ein Mobilfunkgespräch geführt, was beweise, daß Ihr ganzer Artikel wertlos sei.

Auch habe ich gelesen, daß einige Fluggesellschaften planen, ihren Fluggästen die Benutzung ihrer Handys nun doch zu erlauben. Das setzt ja wohl voraus, daß solche Gespräche technisch möglich sind.

Was ist also hier die Wahrheit?

W.S., Deutschland

Anmerkung des Autors G. Rudolf

Ich erhielt im vergangenen Jahr mehrere Einwände dieser Art. In keinem Fall war es mir möglich, von den jeweiligen Personen zu erfahren, an welchem Tag in welchem Flugzeug sie mit welchem Telefon unter Nutzung welchen Netzwerkes von welchem ungefähren Ort aus bei welcher Flughöhe und Reisegeschwindigkeit ein Gespräch geführt haben. Solche Angaben konnte oder wollte niemand machen. Bei näherem Nachfragen konnten die Personen, wenn überhaupt, dann nur angeben, sie könnten sich nicht erinnern, ob sie das Gespräch während des Fluges führten oder während das Flugzeug noch am Boden war. Und wenn es sich dann doch um einen Anruf während des Fluges handelte, konnten sie sich nicht erinnern, ob sie das Sitztelefon im Flugzeug benutzten oder ihr Handy. Das Sitztelefon funktioniert aber im Gegensatz zu Handys über eine Satellitenverbindung. Das Sitztelefon wird oft mit Handys gleichgesetzt, ist aber etwas Grundverschiedenes.

Aus diesen Gründen kann ich solche Behauptungen nicht ernst nehmen. Nicht ohne Grund habe ich in meinem Artikel die Leser aufgefordert, bei gelegentlichen Flügen selbst solche Versuche zu machen und die entsprechenden Randbedingungen zu notieren, damit unsere Datenbasis breiter wird. Bisher hat sich niemand bei mir gemeldet, der solche Versuche unternahm.

Tatsache ist, daß ich noch nie jemanden gesehen habe, der während eines Fluges versuchte, sein Handy zu benutzen. Der Grund ist einfach: Die Stewardeß würde fuchsteufelswild werden, denn das ist verboten! Machen Sie also ihre Versuche im Geheimen, indem sie Ihr Handy vor den Blicken der Flugzeugbesatzung und anderer Passagiere verbergen! Und Vorsicht: die meisten Handys fangen wie wild an zu piepsen, wenn es ihnen trotz ausreichendem Signal (bei geringen Flughöhen bei Start und Landeanflug) wegen der zu hohen Geschwindigkeit nicht gelingt, eine stabile Verbindung aufzubauen. Haben Sie also eine Kissen parat, um diesen Krach zu dämpfen!

Daß Fluglinien planen, Handys in Zukunft in Flugzeugen zuzulassen, beweist nicht, daß es im Jahr 2001 möglich war, Handy-Gespräche zu führen. Um Handys benutzen zu können, muß eine Handy-Empfangs- und Sendeantenne im Flugzeug eingebaut werden, die dann eine Verbindung zum Mobiltelefon-Netzwerk am Boden via Satellit herstellt. Eine Direktverbindung zum Bodennetzwerk ist auch heute technisch unmöglich.