Übergabe

Von Germar Rudolf

Die schlechte Nachricht vorweg

Die Resonanz auf den im letzten Heft niedergelegten Aufruf um Hilfe durch Mitarbeit oder finanzielle Unterstützung war so dürftig – eine einzige Person meldete sich, um für die Vierteljahreshefte für freie Geschichtsforschung Buchrezension zu verfassen –, daß man den Eindruck gewinnen könnte, es interessiert niemanden, ob VffG bestehen bleibt oder nicht. Inzwischen ist die Abonnentenzahl so weit abgesunken (unter 600), daß die Hefte nicht mehr kostendeckend produziert werden können. Noch ein Jahr dieses Trends, und die VffG werden sich nicht weiter über Wasser halten können. Dann wird auch noch die letzte freie deutschsprachige Stimme des Revisionismus verstummen. Derweil versuche ich freilich, eine solche Entwicklung zu verhindern, aber mit etwa €20.000 Schulden beim Drucker und über $20.000 Schulden bei meinem US-Rechtsanwalt, der mich aus deutschen Gefängnissen herauszuhalten versucht, sind meinen Bemühungen enge Grenzen gesetzt.

Doppelte Arbeit

Das vor Ihnen liegende Heft sollte eigentlich einen ganz anderen Inhalt haben. Geplant war, es zu einer Sonderausgabe zu machen, die fast ausschließlich den Arbeiten eines bestimmten Kreises deutscher Ingenieure und Architekten gewidmet sein sollte. Das Heft war weitgehend fertig gesetzt, der zentrale Artikel enthielt aber nicht wie vereinbart die Auswertung von Dokumenten zu dem speziellen Thema, das der Autor versprochen hatte zu behandeln, sondern allgemeine Ausführungen, wie sie den Lesern der VffG schon hinreichend bekannt sind. Dazu kam, daß der Verfasser nicht damit einverstanden war, daß sein Text sprachlich korrigiert und gestrafft würde.

Vor die Wahl „Alles oder nichts" gestellt, haben wir entschieden, daß der Verfasser seine Denkschrift in Eigenregie veröffentlichen solle, wie er es ohnehin bereits vorgeschlagen hatte.

Die Konsequenz war, daß dieses Heft ganz von vorn neu zusammengestellt werden mußte, was doppelte Arbeit bedeutete. Zugleich mußte ich einen Teil der redaktionellen und drucktechnischen Arbeiten an Mitarbeiter delegieren, die erst eingelernt werden müssen, was Zeit kostet und nicht ganz ohne Schlaglöcher abgehen wird. Ich darf unsere Leser schon jetzt diesbezüglich um Verständnis bitten.

Die gute Nachricht

Gute Nachrichten sind rar. Eine davon ist, daß es die kleine Schar unserer Übersetzer und Korrekturleser gibt, ohne deren ehrenamtliche Mitarbeit die Vierteljahreshefte für freie Geschichtsforschung schon lange nicht mehr bestünden.

Die andere gute Nachricht ist, daß mir weder mein Drucker noch mein Anwalt den Hahn zudrehen, obwohl mich beide in den Bankrott treiben könnten. Als Freunde geben sie mir Kredit, solange der Schuldenberg nicht ins Uferlose wächst.

Steter Tropfen höhlt den Stein, und so spricht sich denn langsam aber sicher die Kunde herum, daß wir in den letzten acht Jahren geschichtswissenschaftliche Erkenntnisse veröffentlicht haben, die das Geschichtsbild – und damit zwangsläufig auch das politische Bild – früher oder später revolutionieren werden. Wenn nicht heute und morgen, dann doch für die Generation unserer Kinder und Kindeskinder. Wer Geduld und geschichtlichen Weitblick hat, der wird auch darin eine gute Nachricht entdecken können.

Und zu guter Letzt: Ich bin am 25.2.2005 wieder einmal Vater geworden. Wenn das kein Grund zum Feiern ist… Allerdings hat dieses freudige Ereignis auch eine Kehrseite: Ich werde ab August als Hauptberuf Hausmann und Familienvater sein, da ich von meiner Frau nicht erwarten kann, daß sie ihre erfolgreiche Karriere abbricht, um mir mit unserer Tochter in meinem sinkenden Schiff Gesellschaft zu leisten. Für mich persönlich ist dies gar kein schlechtes Los, sehr wohl aber für den Revisionismus. Es bedeutet nämlich, daß ich ab dann nur noch wenige Stunden täglich für mein Hobby, den Revisionismus, aufbringen kann. Ich werde daher versuchen, in naher Zukunft noch mehr der anfallenden Arbeiten auf freiwillig Helfer zu verteilen. Wer mit anpacken will beim Lesen, Schreiben, Formatieren, Korrigieren und Setzen, bitte bei mir melden!

P.S.: Aufgrund der angehäuften Schulden hatte mein Drucker meine anstehenden Projekte – darunter diese Ausgabe – im Spätwinter vorerst auf die lange Bank geschoben. Erst kürzlich kamen wir zu einer Einigung, wenigstens diese Ausgabe zu drucken. Der Druck aller angekündigten Buchprojekte, die alle druckfertig sind, schreitet jedoch zunächst nur im Schneckentempo voran. Ich bitte um Verständnis.


Quelle: Vierteljahreshefte für freie Geschichtsforschung 8(4) (2004), S. 370.


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