Friedensbemühungen Deutschlands im Zweiten Weltkrieg

Professor Emil Schlee

1. Notwendige Vorbemerkungen

Kriege sind eine Geißel der Menschheit. In modernen Kriegen sind die beteiligten Völker in ihrer Gesamtheit betroffen. Ob Frauen oder Kinder, ob Zivilisten oder Soldaten, sie alle waren in den Kriegen unseres Jahrhunderts und sind auch heute noch den furchtbaren Vernichtungswaffen meist wehrlos ausgesetzt. Der Zweite Weltkrieg forderte mehr als 55 Millionen Tote! Bei den großen Opfern auf allen Seiten gab es eigentlich keine Sieger, sondern die Völker insgesamt waren die großen Verlierer. Der Krieg war auch immer »unmittelbare Ursache des Niedergangs einer Kultur« und »Schlüssel zum Verständnis aller Verfallserscheinungen.«1 Und »das erste Opfer im Krieg ist stets die Wahrheit!«2

Zur Vorbeugung solcher Fehlentwicklungen sollte man daher wissen: »Nicht der Krieg ist der Ernstfall, sondern der Friede«,3 denn auch »der Krieg beginnt im Frieden«!4 Für das Volk der Deutschen war von Anbeginn seiner geschichtlichen Entwicklung in besonderer Weise die Mittellage in Europa folgenreiche Schicksalslage. Diese Mittellage im abendländischen Kulturraum ließ Deutschland zum Mittler zwischen dem Osten und Westen, dem Norden und Süden, zum Schachbrett europäischer Politik werden, zum »Ball, den sie einander zuwerfen, die um die Weltherrschaft spielen« (Leibnitz), zur »Arena, darauf um die Meisterschaft von Europa gefochten wird« (Leibnitz),5 und zum »Gebiet, dessen Partikularstaaten zum Austarieren europäischer Machtverhältnisse und Machtgleichgewichte dienten« (Haffner).6 »Der Boden des Reiches, die Länder und das Land der Deutschen sind der Schauplatz unseres Ringens um die Einheit gewesen« (Diwald).7

Diese geopolitische Lage im Herzen Europas erklärt die Notwendigkeit, aus Sicherheitsgründen inmitten zahlreicher Nachbarn sich militärisch auch wirksam verteidigen zu können. Die Mittellage erforderte zum Überleben Friedenspolitik und zum Verteidigen ein starkes Heer. Das hatte mit »Kriegslüsternheit« nichts zu tun!

Und eine weitere Mittellage-Erfahrung machten die Deutschen im Laufe ihrer Geschichte, die in folgenden vier Aussagen erkennbar wird:8

»Nicht, wer zuerst die Waffen ergreift, ist der Angreifer, sondern der, welcher dazu nötigt.« (N. Machiavelli, 1469–1527, Staatsmann und Historiker)

»Der eigentliche Urheber des Krieges ist nicht der, welcher ihn erklärt, sondern der, welcher ihn notwendig macht.« (C. de Montesquieu, 1689–1735, Schriftsteller und Philosoph)

»Ich will nicht der Spielball zwischen Ost und West sein… Man muß uns das Recht zugestehen, Freiheit zur Entwicklung zu haben. […] Die Feinde wünschen nichts weiter, als zum Angriffe zu reizen, damit sie den Schein des Rechts auf ihrer Seite hätten.« (Friedrich d. Gr. 1712–1786)

»In der Politik, und besonders in der auswärtigen Politik, sind Worte Taten. Nicht der erste Schuß löst den Krieg aus. Es ist das herausfordernde Wort jener kriegstreiberischen Mentalität, das eines Tages den ersten Schuß auslösen wird.« (Gaetano Salvemini, 1873–1952, Historiker und Politiker)

Gerade die Zeitspanne zwischen den beiden Weltkriegen (1919 bis 1939), letztere von britischen, französischen und amerikanischen Historikern, Militärs oder Politikern zutreffend als zweite Phase im »Zweiten Dreißigjährigen Krieg« (1914 bis 1945) bezeichnet, weist so viele »herausfordernde Worte kriegstreibender Mentalität« und Absichten seitens Vertretern der Siegermächte auf,9 daß es seitens des Deutschen Reiches nichts mehr »zu entfesseln« gab!10

2. Weimar mußte scheitern, Hitler kam

Das Versailler Diktat von 1919 und das Potsdamer Abkommen von 1945 bleiben dunkle Punkte im Weltgeschehen: Sie schufen keine Friedensordnungen! Haß und Unvernunft trugen den Dreißigjährigen Krieg weiter. Stresemann ist daran zerbrochen. Eine friedliche Revision von Versailles durchzusetzen, war die vorgezeichnete Aufgabe der Weimarer Republik. Sie erhielt keine Chance. Hitler war die Antwort auf diese Herausforderung. Es war gewissermaßen in der Nachfolge der Weimarer Revisionspolitik von Stresemann die nächst höhere Stufe, eine stärkere Kraft zur friedlichen und notwendigen Revision des inhumanen Diktates von Versailles, was sehr bald im Austritt des Deutschen Reiches aus dem Völkerbund am 19. Oktober 1933 zum Ausdruck kam. Das Erstaunliche war nun, daß man alles das, was man Stresemann verweigert hatte, Hitler fast wie eine reife Frucht in den Schoß fallen ließ. An der letzten Hürde dieser Revisionspolitik, der Regelung des Danzig-Problems und der Bereinigung der Grenzfragen mit Polen kam dieser Prozeß durch Großbritanniens und Frankreichs Garantieerklärung für Polen am 31. März 1939 zum Stehen.

Diese britisch-französische Garantieerklärung hatte, wie der britische Militärhistoriker B. H. Liddel Hart feststellte, »eine Krieg herausfordernde Wirkung«,11 sie bedeutete, wie es Churchill formulierte, »aller menschlichen Voraussicht nach einen großen Krieg!«12

Der britische Außenminister Lord Halifax verschärfte die nun eingeleitete »Stoppt-Hitler«-Politik und brachte diese Tendenz am 15. März 1939 gegenüber dem deutschen Botschafter H. v. Dirksen in London wie folgt zum Ausdruck:13

»Er habe Verständnis für Hitlers Geschmack an unblutigen Siegen. Das nächste Mal werde Hitler gezwungen werden, Blut zu vergießen!«

Als es dann soweit war, erklärte Halifax Anfang September 1939:14

»Jetzt haben wir Hitler zum Krieg gezwungen, so daß er nicht mehr auf friedlichem Wege ein Stück Versailler Vertrag nach dem anderen aufheben kann!«

Es war ein so turbulentes Jahrzehnt, daß auf allen Gebieten mehr improvisiert werden mußte und weniger geplant werden konnte. Von schicksalhafter Bedeutung war das Jahr 1933 auch deswegen, weil im Januar 1933 die politischen Hauptakteure Hitler und Roosevelt die Weltbühne betraten und Roosevelt im November 1933 durch die vorausdenkende Anerkennung der fragwürdigen UdSSR Stalin die Möglichkeit gab, ebenfalls im Spiel der Mächte nun mitziehen zu können. Damit waren die entscheidenden Weichen für den weiteren Weltenlauf gestellt, 1940 durch den neuen britischen Premierminister Winston Churchill noch vervollständigt. Ihnen allen war historisch-politisch bewußt, daß das Friedensdiktat von Versailles eine gefährliche Zeitbombe war, die niemand von den drei Gegenspielern Hitlers ganz entschärfen wollte, wie wir gesehen haben. Diese Entschärfung war aber in Nachfolge Stresemanns Hitlers politische Aufgabe! Militärische Eroberungspläne gab es nicht!

3. Das »falsche Spiel« mit Deutschland: Die einseitig verschobene Geschichtsbetrachtung

Die in der Geschichte von dem britischen Historiker Arnold J. Toynbee immer wieder festgestellte Handlungswirkung zwischen Herausforderung und Antwort (»challenge and response«)15 zeigte sich auch bei der willkürlichen Kriegsschuldbehauptung gegenüber Deutschland im Art. 231 des Versailler Friedensdiktats (1919).16 Die »Antwort« Deutschlands auf diese friedensverhindernde »Herausforderung« war der unermüdliche Versuch der friedlichen Revision des Friedensdiktats, von dem der französische Historiker J. Bainville sagte, »daß der Friedensvertrag von Versailles den ewigen Krieg organisiert«!17 Während Stresemann an der Verweigerungspolitik der Siegermächte zerbrach, wurden durch die Kriegsschuldbehauptungs- und Revisionsverweigerungspolitik der Siegermächte Hitler und die nationalsozialistische Bewegung ohne Zweifel in Versailles »geboren«! Das »falsche Spiel«, das damals begann und bis in die Gegenwart andauert, liegt in der einseitig verschobenen Methode der Geschichtsbetrachtung!

Während der ehemalige US-Außenminister Ph. C. Knox (1909–1913) im Herbst 1919 feststellt, »der Vertrag ist eine Anklage gegen die, die ihn entworfen haben. Er ist ein Verbrechen gegen die Zivilisation«,18 ähnlich zur gleichen Zeit auch der britische Abgeordnete H. Nicholson, der den Vertrag »das große Verbrechen, den reinen Wahnsinn« nannte,19 wird vom heutigen Zeitgeist das damalige »Verbrechen gegen die Zivilisation« mit seinen späteren Kriegsfolgen und Millionen von Kriegstoten einfach verdrängt und verschwiegen, aber einseitig und ständig die längst entkräftete »Kriegsschuldkeule« geschwungen und umgekehrt die begründete und berechtigte Revisionspolitik von 1919 bis 1939, die ein friedliches Miteinander der Völker in Europa wieder ermöglichen sollte,20 als unerhörtes Verbrechen verteufelt. Mit anderen Worten: Der provozierende Anlaß einer bestimmten Handlung, also »die Herausforderung«, soll nicht in Erscheinung treten, während die »Antwort« dann als »verbrecherische« oder unangemessene Handlung ohne ersichtlichen Grund dargestellt wird. Es ist hier nicht der Ort und Platz, weitere Beispiele dieser Art aus der 20jährigen Zwischenkriegszeit aufzuführen. Die Revisionspolitik und Friedenspolitik mit manch neuen »Herausforderungen« und angemessenen »Antworten« in Einklang zu bringen, war schwierig. Und dabei sollte man nicht vergessen, daß den Akteuren auf der Weltbühne bewußt war, daß diese Übergangszeit großer politischer Aktivitäten mit eingestreuten militärischen Vorgängen in ihrer Ereignisdichte Zeitspannen des dritten dreißigjährigen Krieges (1914–1945)21 waren, die auf die nächsten militärischen Kampfhandlungen (sprich: Zweiter Weltkrieg) zusteuerten. »Danzig« war eigentlich kein Anlaß für einen großen Krieg, wie selbst Churchill meinte, sondern ein einkalkulierter Zeitraum langfristiger Kriegszielpolitik. Daher stießen auch alle friedenspolitischen Aktivitäten des Deutschen Reiches letztendlich auf Ablehnung! Die »bedingungslose Kapitulation« war seit 1943 (Casablanca) das Ziel.22 Die Welt war zwischen Roosevelt, Churchill und Stalin aufgeteilt!

4. Herausforderung und Antwort

Ein »Schlagwort« unter anderen, das in der heutigen Geschichtsbetrachtung des Zweiten Weltkrieges das tatsächliche Geschehen verfälschend beeinflussen soll, lautet in bezug auf Deutschland immer wieder »Überfall«! So sollen Polen, Dänemark, Norwegen, die Niederlande, Belgien, Frankreich, Jugoslawien, Griechenland und Stalins Sowjetunion heimtückisch von den Deutschen überfallen worden sein! Legt man das von Arnold J. Toynbee in seinem »Gang der Weltgeschichte« durch 21 Kulturen begründete und bestätigte historische Gesetz der »Herausforderung und Antwort«15 als Maßstab an, läßt sich die absichtsvolle »Überfalltheorie« anhand der historischen Fakten einfach nicht mehr aufrechterhalten! Wie schon erwähnt, wird bei dieser Geschichtsbetrachtung aus Siegersicht die von ihnen meist langfristig geplante und vorbereitete »Herausforderung« gezielt verdrängt und die im Sinne »des Rechts auf völkerrechtlich begründeten Selbstschutz« erfolgte »Antwort« von deutscher Seite dann als »verbrecherischer Überfall« deklariert! Es ist wahrlich unfair und inhuman, dem deutschen Volk nach mehr als 50 Jahren trotz widerlegender historischer Fakten immer noch die Alleinschuld an allem Kriegsgeschehen auferlegen zu wollen! Hier stellt sich die schon 1958 von dem amerikanischen Historiker Prof. H. Lutz in seinem Buch Verbrechervolk im Herzen Europas?23 formulierte Frage erneut:

»Seid Ihr Deutsche so kenntnisarm oder so kleinund demütig, daß ihr unumstößliche Tatsachen wie diese nicht herauszustellen wagt? Wir können das nicht glauben.«

Immerhin bescheinigt selbst Golo Mann,24 daß die Deutschen zum Zweiten Weltkrieg keinerlei Lust gehabt haben –

»nicht die Zivilisten, nicht die Soldaten, am wenigsten die Generäle. Nie ist ein Generalstab so unschuldig an einem Krieg gewesen, wie der deutsche es am Zweiten Weltkrieg war.«

Deswegen war der Einmarsch deutscher Truppen nach Polen am 1. September 1939 auch kein »Überfall«, sondern ein »Zurückschießen«, da polnische Truppen und Banden mordend und brandschatzend seit der britischen Garantieerklärung vom 31. März 1939 die deutschen Grenzgebiete ständig überfielen. Als am 16. Juni 1940 beim Städtchen La Charite 200 km südlich von Paris die Geheimakten des französischen Generalstabs in deutsche Hände fielen, wußte man:25

»Die neutralen Länder Norwegen und Schweden wollte man ebenso zum Kriegsschauplatz machen wie den Balkan mit Jugoslawien und Griechenland. […] Auch mit Belgien und den Niederlanden und selbst mit der Neutralitätsinsel Schweiz waren teils weitgehende Abmachungen für die Kriegführung gegen Deutschland getroffen.«

Die Frage, war es Hitlers, Churchills, Roosevelts oderStalins Krieg, ist berechtigt. Einen »Überfall« auf Jugoslawien hat Johann Wuescht schon eindeutig widerlegt.26 Daß es sich beim »Unternehmen Barbarossa« nicht um einen »Überfall«, sondern um einen »Präventivschlag« handelt, ist unabweisbar. Literatur (auch dieses Beitrages) und Geheimakten (soweit freigegeben) bezeugen durchgehend die Friedensbemühungen Deutschlands im Zweiten Weltkrieg!27

5. Zusammenfassung

1. Da bekanntlich der Sieger die Geschichte schreibt28 und deswegen die andauernden Friedensbemühungen Deutschlands im Zweiten Weltkrieg kaum Berücksichtigung fanden oder kaum bekannt sind, soll der vorliegende Beitrag in Text, Tabellen und Literaturhinweisen eine Informationslücke schließen.

2. Ein dem Frieden in und mit Deutschland hinderliches Problem ist auch nach mehr als 50 Jahren Kriegsende das Fehlen eines völkerrechtlich gültigen Friedensvertrages sowie die einseitige Aufrechterhaltung der Kriegsschuldthese gegenüber Deutschland. Da der Friede der Ernstfall ist, und der Krieg schon im Frieden beginnt, wendet sich dieser Beitrag zudem argumentativ gegen die überholte Alleinkriegsschuldzuweisung, im Interesse des Friedens.

3. Der historische »Teufelskreis« im Spannungsverhältnis von Herausforderung und Antwort, von Krieg und Frieden, von Versailler Friedensdiktat und deutscher Revisionspolitik, von Alleinkriegsschuld und historischer Wahrheit muß in geistig-wissenschaftlicher Auseinandersetzung und mit ehrlichem Friedenswillen endlich durchbrochen werden. Hierfür enthält dieser Beitrag ideelle Anregungen und weiterführende Literaturhinweise. Der Friede ist der Ernst-fall und beginnt auch im Kopf!


Literaturhinweise und Anmerkungen

1 Toynbee, A. J.: Krieg und Kultur (London 1950, Ffm. und Hamburg 1958, S. 7).
2 US-Senator Hiram Johnson. Zit. nach Baham, M: Kriegstrommeln. Medien, Krieg und Politik, München 1996, S. 36.
3 Huizinga, Johan: homo ludens. Hamburg 1956, S. 200.
4 Beham, M. aaO. (Anm. 2), S. 55.
5 Zit.: Kosiek, R.: Deutsches Land in fremder Hand. Rosenheim 1982, S. 7f.
6 Haffner S.: »Der Nationalstaat i. d. Mitte«. FAZ v. 30. 4. 1983.
7 Diwald, H.: »Deutschland – was ist das?« In: Wir selbst, 3/85, S. 22.
8 Die ersten drei Zitate in: Kellermann-Taspel, W. H. F: Es gilt uns allen. Leer 1982, S. 5f.; das letzte Zitat in: Ztg. Das Parlament, Nr. 24/95 v. 9. 6. 1995, S. 16.
9 Hierzu umfangreiche Literaturbelege v. »kriegstreiberischen Tendenzen«. Hier nur drei Titel: Bernhardt, K: Deutschland im Kreuzfeuer großer Mächte. Preußisch-Oldendorf 1988. Maier-Dorn, E: Alleinkriegsschuld. Großaitingen 1970, 326 S., Richthofen, B. Frhr v.: Kriegsschuld 1939–1941. Der Schuldanteil der anderen. Kiel 1981. 216 S.
10 Hierzu Beschluß Erster Senat BVG v. 11. l. 1994-434/87 mit GG Art 5 Abs 1 Satz 1: »Die Indizierung eines Buches als jugendgefährdend m. d. Begründung, es enthalte z. Schuldfrage des Zweiten Weltkrieges eine falsche geschichtliche Darstellung, verstößt gegen Art 5 Abs I Satz 1 GG. […] Äußerungen zur Geschichtsinterpretation, insbesondere solche, die sich auf die jüngere deutsche Geschichte beziehen, (sind) als Beitrag z. polit. Meinungsbildung zu verstehen.« Auch »Auffassungen, die sich in wiss. Diskussionen durchgesetzt haben, bleiben der Revision und dem Wandel unterworfen«!
11 Liddel-Hart, B. H.: Warum lernen wir denn nichts aus der Geschichte? Zürich 1946, S. 56.
12 Churchill, W.: Der Zweite Weltkrieg. Bd. 1, Hamburg 1949, S. 421.
13 Toynbee, A. J.: Survey of International Affairs 1939–1946. Bd. X, London 1958, S. 61.
14 Zit. in: Zs. Nation Europa, Jg. 1954, H. 1, S. 46.
15 Toynbee, A. J: Der Gang der Weltgeschichte. Band 1: Aufstieg und Verfall der Kulturen. Band. 2. Kulturen im Übergang. Zürich 1949/1958.
16 Heimpel, H. (Hg.): Sonderdruck Int. Jb. F. Geschichtsunterricht: Deutsch-franz. Vereinbarung über strittige Fragen europäischer Geschichte, Braunschweig 1953, Kap. XXX, Pkt. 2: »Der Artikel 231 war von seinem Verf. so gemeint, daß er eine juristische Haftung Deutschlands für die von seinen Armeen angerichteten Schäden festhalten sollte, nicht aber ein moralisches Schuldbekenntnis; die Beschlüsse einer Unterkommission d. Versailler Konferenz, die ein solches Schuldbekenntnis formulierte, haben keine Aufnahme i. d. Friedensvertrag gefunden.« US-Historiker Prof. H. E. Barnes: »Deutschland ist von allen kriegsführenden Mächten die einzige gewesen, die am Ausbruch des Krieges (1914) überhaupt keine Schuld trägt.« Zit. Nation Europa, H. 5/1954, S. 4. Aus Note d. dt. Nationalversammlung v. 22. Juni 1919: »Deutschland legt weiterhin den größten Nachdruck auf die Erklärung, daß es den Art. 231 d. Friedensvertrages, der von Deutschland fordert, sich als alleinigen Urheber des Krieges zu bekennen, nicht annehmen kann und durch seine Unterschrift nicht deckt.« In: Lutz, H.: Verbrechervolk im Herzen Euro-pas? Tübingen 1958, S. 74 f.
17 Zit. in: Grimm, F.: Frankreich und Korridor. Hamburg 1939, S. 68.
18 Zit. in: Lutz, H.: aaO. (Anm. 16), S. 94.
19 Zit. in: Lutz, H.: aaO. (Anm. 16), S. 52.
20 Graf Szembek, am 11. 4. 1935 als poln. Staatssekretär im Außenministerium, zu US-Botschafter W. C Bullit: »Wir sind Zeugen einer Angriffspolitik der Welt gegen Hitler mehr noch als einer aggressiven Politik Hitlers gegen die Welt« (zit. i. Maier-Dorn, E.: aaO. (Anm. 9), S. 149.). Der jüd. Schriftsteller E. L. Cohn in Annales v. Juni 1934: »Hitler will nicht den Krieg, aber er wird dazu gezwungen werden!« Zit. in: Henning, E.: Zeitgeschichtliche Aufdeckungen. München 1964. S. 115.
21 Schlee, E.: »Die drei Dreißigjährigen Kriege gegen Deutschland«. In: DMZ, Nr. 9/1997, S. 30–34.
22 Schlee, E.: »›Zwei-plus-Vier-Vertrag‹. Überlegungen und Deutungen«. In: DMZ, Nr. 16/1999, S. 22–27.
23 Lutz, H.: aaO. (Anm. 16), S. XI.
24 Mann, Golo: Deutsche Geschichte 1919–1945, Ffm. 1958. S. 236f.
25 Deschner G.: »Gab es ein »Unternehmen Barbarossa« der Westmächte?«, SWG, Heft 42, Hamburg 1984, S. 5.
26 Wuescht, J: Jugoslawien und das Dritte Reich. Eine dokumentar. Gesch. d. dt. jugoslawischen Beziehung von 1933–1945. Stuttgart 1969.
27 Schickel, A. (Hg.): Aus den Archiven. Funde der zeitgeschichtl. Forschungsstelle Ingolstadt 1981–1991. München. Berlin 1993, S. 30 ff.
28 S. Martini, W.: Der Sieger schreibt die Geschichte, München 1991.

Quelle: Vierteljahreshefte für freie Geschichtsforschung 9(1) (2005), S. 77-80.


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