DER LEUCHTER REPORT

Antwort
auf eine
Kritik

von
Wilhelm Stäglich

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HAMILTON, ONTARIO
CANADA L8H 7J3

ACHTUNG

Dieser Bericht ist eine wissenschaftliche Arbeit. Er dient zur Information und zur sach- und fachlichen Auseinandersetzung mit dem Revisionismus. Politischer Missbrauch ist vom Verfasser wie auch vom Verleger nicht erwünscht.

Bildteil im Anhang der Broschüre wegen mangelnder Qualität der Vorlage hier nicht wiedergegeben.


Der Leuchter-Report

Antwort auf eine Kritik

Der sogenannte Leuchter-Report, ein seit 1988 weltweit verbreitetetes Fachgutachten des auf Gaskammerkonstruktionen und andere Exekutionsmittel .spezialisierten amerikanischen Ingenieurs Fred Leuchter[1], wurde der deutschen Öffentlichkeit gegenüber bezeichnenderweise weitgehend totgeschwiegen. Eine deutsche Übersetzung des Dipl.-Pol. Udo Walendy wurde sogar zum Zwecke der gerichtlichen Einziehung beschlagnahmt. Der Grund hierfür ist zweifellos darin zu sehen, dass Ingenieur Leuchter in seinem Gutachten die stets als historisch gesicherte Tatsache hingestellten Massentötungen von Juden in "Gaskammern" der Konzentrationslager Auschwitz-Birkenau und Majdanek nach Prüfung der einschlägigen Dokumente und anderer Unterlagen sowie nach einer mehrtägigen persönlichen Inspektion der in den genannten Lagern dafür in Betracht kommenden Stätten für unmöglich erklärt hat (Randnummer 19.000 des Reports, im folgenden abgekürzt: Rdn.), eine Aussage, die nach der Rechtsprechung deutscher Strafgerichte seit etwa 1979 als "Beleidigung" (der Juden) im Sinne von Paragraph 185 des deutschen Strafgesetzbuches angesehen wird[2].

In jüngster Zeit wurde nun dieses Deutschland vom Verbrechen eines Völkermordes eindeutig entlastende Gutachten in einer umfassenden Kritik des ehemaligen Jugendpflegedezernenten der Lüneburger Bezirksregierung, Werner Wegner, heftig angegriffen und als „Mischung von Wahrheit und Irrtum" bezeichnet[3]. Wegner vertritt im Gegensatz zu Leuchter die Ansicht, dass in Auschwitz-Birkenau Massentötungen in eigens zu diesem Zweck gebauten "Tötungsanlagen, den sogenannten Krematorien", möglich gewesen seien (S. 455), dass die Verbrennungskapazitäten der Krematorien wesentlich höher gewesen seien als von Leuchter angenommen (S. 461), dass auch Leichenverbrennungen in "Verbrennungsgruben" hätten stattfinden können (S. 461) und dass die wahrscheinliche Gesamtzahl der Opfer, wie er "in verschiedenen Rechenoperationen" ermittelt habe, "um eine Million" liegen müsse (S. 468). Hinsichtlich der Art seiner Rechenoperationen verweist Wegner auf ein von ihm geplantes Auschwitz-Buch, das aber bis heute noch nicht erschienen ist. Alle vorgenannten Feststellungen Wegners entsprechen in jeder Hinsicht der offiziell verbreiteten Version über das "Vernichtungslager" Auschwitz-Birkenau.

Wegners Feststellungen zum Leuchter-Report sind m.E. allein schon deshalb fragwürdig, weil ihm für eine sachgerechte Kritik die erforderliche fachliche Qualifikation fehlt. Der Schweizer Publizist Armin Mohler hat in seinem lesenswerten Buch "Der Nasenring" (Verlag Heitz & Höffkes, Essen 1989) zutreffend darauf hingewiesen, dass der Leuchter-Report "in der Hauptsache aus minutiösen naturwissenschaftlich-technischen Beobachtungen und Analysen" bestehe, womit sich "die einschlägigen Fachleute zu befassen" hätten (226). Letzteres ist sicher richtig und wurde schon wiederholt von Leuchter selbst angeregt. Es ist seltsam genug, dass man sich hierauf offensichtlich nicht einlassen mag. Statt dessen versuchen Amerikas jüdische Organisationen seit einiger Zeit die wirtschaftliche Existenz Leuchters durch allerlei hinterhältige Machenschaften zu vernichten.

Wegner, der es nach einem Bericht im Lüneburger Tageblatt vom 9.11.1990 als Jugendpflegedezernent bis zum inzwischen pensionierten Sozialoberrat gebracht hat, ist von seiner beruflichen Tätigkeit her sicherlich kein Fachmann für naturwissenschaftlich-technische Fragen, wenn er auch bemüht ist, sich diesen Anschein zu geben. Wahrscheinlich hat er überhaupt keine wissenschaftliche Ausbildung genossen, da er in dem erwähnten Zeitungsbericht als „waschechter Autodidakt" vorgestllt wird, der "ein fehlendes Fachstudium durch ein immenses Literaturstudium ausglich". Diese Angaben im Lüneburger Tageblatt dürften kaum zu bezweifeln sein, da sie offensichtlich auf Angaben Wegners gegenüber der Redaktion beruhen. Man kann sich daher eigentlich nur wundern, dass seine Abhandlung im Sammelwerk nicht ganz unbekannter Fachhistoriker Aufnahme gefunden hat. Doch mag das seine besonderen Gründe haben, über die ich hier nicht spekulieren will. Der renommierte Berliner Historiker Professor Ernst Nolte hat Wegner allerdings in der Zeitung "Junge Freiheit" (Ausgabe Februar 1.990) als "Amateurhistoriker" bezeichnet, ohne das abschätzig zu meinen. Aber was will das schon besagen? Nicht einmal akademisch ausgebildete Historiker dürften die Fähigkeit besitzen, das Gutachten eines hervorragenden Technikers und Gaskammerspezialisten, der zudem auf letzterem Gebiet der bekannteste Experte in den USA zu sein scheint, ohne weiteres sachgerecht zu beurteilen. Das stellen zwei überaus dürftige, fast pamphletartige "Gutachten" zum Leuchter-Report des Münchner Institutes für Zeitgeschichte hinreichend unter Beweis[4].

Ich selbst hatte übrigens schon in meinem 1979 erschienenen Buch "Der Auschwitz-Mythos" (S. 336) darauf hingewiesen, dass es für eine objektive und überzeugende Urteilsfindung im 1. Frankfurter Auschwitz-Prozess (1965 bis 1967) eigentlich erforderlich gewesen wäre, bestimmte technische Fragen zur Gaskammer- und Massenvernichtungsproblernatik durch entsprechend qualifizierte Sachverständige klären zu lassen, was die damaligen Richter unverständlicherweise unterliessen. Ich schloss meine diesbezüglichen Ausführungen wörtlich wie folgt ab:

"Hätte das Gericht ... diese und andere Fragen durch qualifizierte Sachverständige beantworten lassen, so wären aller Voraussicht nach viele Behauptungen der Anklage ebenso in sich zusammengefallen wie die meisten Augenzeugen der angeblichen Judenvernichtung als Lügner entlarvt worden wären."

Mit dem Leuchter-Report wurde nun dieses Versäumnis der Frankfurter Richter nach mehr als zwei Jahrzehnten wettgemacht, womit allerdings auch jenes Frankfurter Auschwitz-Urteil, worauf sich selbst Historiker als zuverlässige zeitgeschichtliche Quelle heute noch gern berufen, weitgehend fragwürdig geworden ist. Möglicherweise ist auch dies ein Grund dafür, dass der Leuchter-Report neuerdings so heftig angegriffen und heruntergemacht wird, nachdem die anfängliche Totschweigetaktik offenbar nicht den erwarteten Erfolg hatte.

Nun bin ich als Jurist sicherlich ebenso wenig wie Wegner in der Lage, die im Leuchter-Report behandelten technischen Fragen der Menschentötung in Gaskammern und der Einäscherung der Leichen in Krematorien im einzelnen sachgerecht zu überprüfen, wenn ich mir auch bei den Recherchen für mein schon erwähntes Buch insoweit einige Allgemeinkenntnisse erworben habe. Ich habe auch nicht die Absicht, dies zu tun. Doch Wegners eindeutig von Vorurteilen bestimmte "Kritik", die überdies zum Teil von absoluter Kenntnislosigkeit in für seine Argumentation wichtigen Einzelfragen zeugt, fordert Widerspruch geradezu heraus. Dies umso mehr, weil Wegner durch eine gewisse formale Sachlichkeit den flüchtigen und zumeist in der Materie nicht bewanderten Leser sicherlich beeindrucken wird. Er vermeidet auch die nicht nur bei Journalisten, sondern auch bei etablierten Historikern auf diesem Gebiet sonst so beliebten Entrüstungsrituale. Er versucht sogar, eine gewisse Vertrautheit mit revisionistischen Argumenten glaubhaft zu machen, indem er auf den ersten Seiten seiner Abhandlung - wenn auch nur kurz und unvollständig - den Ursachen des "Holocaust"-Revisionismus nachgeht und eine ganze Reihe von revisionistischen Werken nennt, die er allerdings selbst kaum mit der gebotenen Sorgfalt studiert haben dürfte. Das zeigt sich nicht nur darin, dass er sich dort, wo es angebracht gewesen wäre, nicht mit diesen Werken auseinandersetzt, sondern auch schon darin, dass er Prof. Rassiniers zweites Buch in deutscher Sprache "Was nun, Odysseus?" als "gekürzte Fassung" der ersten Arbeit Rassiniers "Die Lüge des Odysseus" bezeichnet, was nicht stimmt (S. 451). Ferner sucht Wegner seine "Sachkunde" damit glaubhaft zu machen, dass er selbst an einem Buch über Auschwitz arbeite, zu diesem Zweck in den Jahren 1979 bis 1981 dreimal an Ort und Stelle bestimmte Untersuchungen durchgeführt und ausserdem einen jahrelangen lebhaften Schriftwechsel mit wissenschaftlichen Mitarbeitern des polnischen Auschwitz-Museums geführt habe. Letzteres dürfte allerdings eher seine Einseitigkeit und Voreingenommenheit unter Beweis stellen.

Wenn man einigermassen mit der Auschwitz-Problematik vertraut ist, fällt bei Wegners Arbeit sofort auf, dass er den Hauptaussagen des Leuchter-Reports eigentlich nichts weiter als schlichte Behauptungen entgegenzusetzen weiss, für die er keinerlei stichhaltige Beweise liefert. Ich werde das im einzelnen noch zeigen. Auch kennt er den einschliesslich seiner 8 Anhänge 196 Seiten starken Original-Report Leuchters offenbar nicht. Jedenfalls stellt er klar, dass Gegenstand seiner Kritik das Gutachten Leuchters sei, "wie es im 'Leuchter-Report' von Irving und in der deutschen Ubersetzung, dem 'Leuchter-Bericht' von Walendy, veröffentlicht wurde"(S. 454). So erklären sich möglicherweise einige Missverständnisse Wegners sowie Abweichungen - z.B. bei den Gliederungszahlen (Randnummern) - gegenüber dem Original-Report. Die von David Irving besorgte Ausgabe des Reports kenne ich nicht, muss aber in diesem Zusammenhang darauf hinweisen, dass die von Wegner verschiedentlich in Bezug genommenen Anmerkungen der Irving-Ausgabe weder im Original-Report noch in der Walendy-Ubersetzung zu finden sind. Unleugbar hat Wegner einige Schwachstellen in Leuchters Gutachten entdeckt, die aber im Hinblick auf das Ergebnis dieses Gutachtens unerheblich sind.

Nach diesen mir notwendig erscheinenden Vorbemerkungen will ich nun auf die wesentlichsten Punkte in Wegners Kritik eingehen. Wegner erweckt hohe Erwartungen beim Leser, wenn er verspricht, die Argumente der Revisionisten „mit verifizierten Tatsachen ad absurdum zu führen" (S. 454 oben). Wir werden sehen, was es damit auf sich hat.

Zyklon B und "Gaskammern"

Zyklon B, das bei der "Vergasung" von Juden und anderen Häftlingen in Auschwitz-Birkenau und weiteren sog. Vernichtungslagern zur Anwendung gekommen sein soll, ist der Handelsname für ein hochgiftiges Entwesungsmittel, das bereits seit dem Jahre 1923 in ständig wachsendem Umfang zur Entseuchung von zivilen und militärischen Objekten des In- und Auslandes benutzt wird. Es ist eine Erfindung des deutschen Chemikers Dr. Heerdt und für die "Deutsche Gesellschaft für Schädlingsbekämpfung" (abgekürzt DEGESCH) patentiert, zu deren Gründern Dr. Heerdt gehörte. Es besteht aus flüssiger Blausäure, die an einen Trägerstoff gebunden ist und bei einer Temperatur von 25,7 Grad Celsius verdampft. Für die Anwendung sind strenge Sicherheitsvorschriften zu beachten. Während der hier in Betracht kommenden Zeit wurde das Präparat mit dem Trägerstoff Kieselgur in luftdicht verschlossenen Dosen im Gewicht von 100, 200, 500, 1.000 und 1.300 Gramm an die Verbraucher geliefert[5].

Wegner bestreitet die im Report dargelegten Eigenschaften und Wirkungsweisen des Zyklon B nicht (S. 454), wendet sich aber gegen die von Leuchter daraus gezogenen Schlussfolgerungen. Er sieht vor allem als entscheidend an, dass die für die Entwesung von Gebäuden entwickelten deutschen und amerikanischen Richtlinien auf die in Auschwitz "speziell zur Vergasung von Menschen konstruierten Anlagen" nicht anwendbar seien (S. 455). Stichhaltige Belege dafür, dass die Krematorien in Auschwitz-Birkenau tatsächlich als Anlagen zur Menschentötung konzipiert und gebaut wurden, liefert er allerdings nicht. An anderer Stelle (S. 456) seiner Arbeit schränkt er diese Behauptung jedoch hinsichtlich des Krematoriums I im Stammlager Auschwitz dahin ein, dass nach Angaben des Museumspersonals der heute dort als "Gaskammer" vorgezeigte Raum ursprünglich eine Leichenhalle gewesen und erst später "für Vergasungen umfunktioniert" worden sei. Was unter "umfunktioniert" zu verstehen ist, erläutert er nicht. Er verschweigt ausserdem (oder weiss er es wirklich nicht?), dass die seit der Museumseröffnung den Besuchern als "Gaskammer" vorgeführte ehemalige Leichenhalle sich inzwischen um etwa die Hälfte vergrössert hat. Die Polen bezogen nämlich beim Umbau nach dem Kriege zwei weitere Räume durch Entfernen der Zwischenwände in die "Gaskammer" ein (vgl. "Der Auschwitz-Mythos", S. 77). Der "Zeuge" Höss erklärte übrigens in seiner im polnischen Kerker angeblich verfassten Bekenntnisschrift, dass man zur Durchführung der "Vergasungen" lediglich "mehrere Löcher von oben in die Erd- und Betondecke des Leichenraumes" geschlagen habe, durch die dann das Gas eingeworfen worden sei[6]. Von weiteren Veränderungen ist dort nicht die Rede[7].

Es ist in diesem Zusammenhang interessant, von Wegner zu hören, dass die heute auf dem Dach des Krematoriums befindlichen vierkantigen, mit einem Deckel verschlossenen "Gaseinwurföffnungen" jetzt nicht mehr als "im Originalzustand befindlich" ausgegeben werden, sondern nur "veranschaulichen sollen, wie ... die Einwurföffnungen für das Giftpräparat ... ausgesehen haben könnten" (S. 462). Früher hörte man es anders.

Ebenso wie das Krematorium I waren auch die Krematorien Il bis V den Bauplänen zufolge, von denen Kopien in meinem Besitz sind, keine "speziellen Anlagen" zur Menschentötung. Die unterirdischen Räume der Krematorien II und III, die in der "Holocaust"-Literatur als "Entkleidungsräume" und "Gaskammern" bezeichnet werden, sind in den Bauplänen ausdrücklich als "Leichenkeller" gekennzeichnet. Wenn Wegner insoweit von einer "Tarnbezeichnung" spricht (S. 464), ohne für diese auch sonst in der "Holocaust"-Literatur gern aufgestellte Behauptung irgendeinen Beleg vorweisen zu können, so ist das einfach unseriös. Ich habe hierzu in meinem Buch "Der Auschwitz-Mythos" bereits Stellung genommen (S. 66f.) und muss hier aus Platzgründen darauf verweisen. Hinsichtlich der als 'Krematorien IV und V" bezeichneten Gebäude habe ich erhebliche Zweifel, ob es sich überhaupt um Krematorien handelte. Ich komme hierauf noch zurück.

Übrigens ist auch der in einem der bereits erwähnten Gutachten des Münchner Instituts für Zeitgeschichte als "wirklicher Fachmann für die Vergasungsvorgänge" gepriesene französische Pharmakologe Jean-Claude Pressac im Gegensatz zu Wegner der Ansicht, dass die Krematorien in Auschwitz-Birkenau ursprünglich als solche konstruiert worden seien. Sein Buch "Auschwitz, Technique and Operations of the Gas Chambers" (New York 1989, 564 Seiten), das eigenartigerweise nicht im Buchhandel verbreitet wird, ist nach der begründeten Meinung des US-amerikanischen Historikers Mark Weber eher eine Stütze für den revisionistischen Standpunkt als umgekehrt[8]. Die Herren vom Institut für Zeitgeschichte haben dieses Buch, wenn überhaupt, vermutlich noch nicht genau genug gelesen.

Doch wenden wir uns nun den Einzelheiten der mit den "Vergasungen" zusammenhängenden Bedingungen und Vorgänge zu, wie Wegner sie im Gegensatz zu Leuchter sieht. So bestreitet er vor allem die Notwendigkeit einer längeren Entlüftungszeit der "Gaskammern" nach einer "Vergasung". Leuchter hat hierzu festgestellt, dass durchgaste Räume erst nach einer Entlüftungszeit von "mindestens 10 Stunden..., länger noch, wenn das Gebäude keine Fenster oder Sauggebläse hat", wieder betreten werden könnten (Rdn. 6.005). Wegner behauptet demgegenüber, das sei "meist schon eine halbe Stunde nach Einwurf des Gaspräparats" möglich gewesen. Lapidar schreibt er dazu: "Mächtige Exhauster hatten die Gasschwaden inzwischen abgesaugt" (S 455). Mehr nicht! Er versucht nicht einmal, einen Beweis dafür zu präsentieren. Wenn es aber solche "mächtigen Exhauster" tatsächlich gegeben hätte, so hätten doch wohl noch Reste davon vorhanden sein müssen, was aber offenbar nicht der Fall ist. Leuchter hat jedenfalls nichts davon entdeckt, sein Kritiker Wegner vermutlich ebenfalls nicht, da er dies sonst sicher nicht für sich behalten hätte. In den ersten Berichten über Auschwitz und in den Nürnberger Militärgerichtsprozessen war davon auch nicht die Rede. Hierauf kam man erst später, nachdem das Entlüftungsproblem erkannt worden war, wobei allerdings in den Berichten angeblicher Augenzeugen immer nur von "Ventilatoren" gesprochen wird, die sicherlich in ihrer Wirkung nicht "mächtigen Exhaustern" gleichkommen. In den mir vorliegenden Museumsführern von 1965 und 1981 werden nicht einmal diese erwähnt. Auch die Baupläne der Krematorien geben keinen Hinweis auf derartige Anlagen zur raschen Entlüftung. Wenn Wegner an anderer Stelle (S. 458) erwähnt, dass die Bauzeichnungen das Vorhandensein von Ventilationsschächten erkennen liessen, so trifft das entgegen seiner Darstellung nur für die Leichenkeller der Krematorien 11 und Ill zu, nicht aber für die übrigen Krematoriumsgebäude. Für unterirdische Leichenkeller sind aber Luftabzugschächte für einen normalen Luftaustausch eine Selbstverständlichkeit, sie benötigen jedoch keine Ventilatoren, geschweige denn "mächtige Exhauster".

Wegner verweist in diesem Zusammenhang allerdings auch noch auf die Autobiographie von Rudolf Höss sowie auf Filip Müllers Buch "Sonderbehandlung". Müller gehörte von Mai 1942 bis Januar 1945 dem Sonderkommando für die Krematorien in Auschwitz-Birkenau an, ohne wunderbarerweise jemals selbst "vergast" worden zu sein. Er ist ganz offensichtlich so eine Art orientalischer Märchenerzähler und obendrein - wie der italienische Revisionist Carlo Mattogno nachgewiesen hat[9] - ein Plagiator, der einen Teil seiner angeblichen Erlebnisse in Auschwitz aus anderen Büchern abgeschrieben hat. Mit der angeblichen Autobiographie des Auschwitzkommandanten Rudolf Höss habe ich mich in meinem Buch 'Der Auschwitz-Mythos" ausführlich auseinandergesetzt (S. 253 - 277). Ich bin dabei zu dem Ergebnis gekommen, dass diese "Geschichtsquelle" zumindest hinsichtlich der Darstellung der "Massenvergasungen" entweder erst nach seinem Tode hinzugefälscht oder von ihm unter Zwang verfasst wurde. Im übrigen sprechen auch diese beiden Zeugen nur von "Ventilatoren" bzw. noch unbestimmter von einer "Entlüftungsanlage" (Höss), die übrigens erst eingeschaltet worden sein soll, wenn das Sonderkommando die "Gaskammer" betrat. Das allein schon beweist die Unglaubwürdigkeit der beiden "Augenzeugen" und steht überdies in eindeutigem Widerspruch zu Wegners Darstellung!

Wegner behauptet weiter, dass es in den "Gaskammern" der Krematorien II und III "drei Meter lange vierkantige durchlöcherte Eisenblechkonstruktionen" gegeben habe, die „vom Boden zur Decke und über sie hinaus im Freien in abdeckbare Einfüllstutzen mündeten", durch die „von SS-Sanitätsdienstgraden die Zyklonkristalle eingeschüttet" worden seien. Ein "Verteilermechanismus" im Inneren dieser "gasführenden Pfeiler" habe dafür gesorgt, dass sich "die Gasschwaden in den relativ grossen Räumen gleichmässig verteilten" (S. 464 -465).

Auch für diese höchst phantasievolle Behauptung hat Wegner nicht eine einzige glaubwürdige Quelle angeführt. Er hat sie offenbar kritiklos aus entsprechenden Berichten der "Holocaust"-Literatur übernommen, Leuchter hat bei seiner Ortsbesichtigung hierfür keinerlei Anhaltspunkte entdeckt (Rdn. 16.002). Meines Wissen wurde diese Wunderkonstruktion erstmals von dem sagenhaften Dr. Miklos Nyiszli erwähnt, von dem nicht genau feststeht, ob er überhaupt jemals gelebt hat[10]. Nyiszli (oder sein "Ghostwriter") spricht allerdings von "Eisenblechrohren, die überall durchlöchert sind"[11] und weiss auch noch nichts von Wegners "eingebautem Verteilermechanismus". Nach seiner Darstellung entwich das Gas selbsttätig "sofort durch die Löcher der Säulen" und füllte den Raum "in Sekundenschnelle".

Die beiden sich widersprechenden Darstellungen sind ihrerseits wieder unvereinbar mit der allgemein verbreiteten und geglaubten Behauptung, dass die "Gaskammern" so dicht mit "Vergasungsopfern" gefüllt wurden, dass diese sich kaum noch rühren konnten. Denn dann wäre ein Ausströmen der Gasschwaden durch die Löcher der "gasführenden Pfeiler" kaum und ihre Verbreitung in den "Gaskammern" überhaupt nicht gewährleistet gewesen. -

Leuchters Bedenken gegen die Sicherheit von Gasmasken gegenüber Zyklon-B-Gasen (Rdn. 6.005 und 10.001) hält Wegner m.E. mit Recht für unbegründet (S. 455). Allerdings fragt man sich, weshalb er sich überhaupt noch mit dieser Frage befasst hat, nachdem er kurz vorher behauptet hatte, dass "die Vergasungsräume der Krematorien meist schon eine halbe Stunde nach dem Einwurf des Gaspräparates wieder betreten" werden konnten, da "mächtige Exhauster die Gasschwaden inzwischen abgesaugt" hatten. Nach den mir vorliegenden DEGESCH-Richtlinien (Nürnberger Dokument NI 9912) waren beim Arbeiten mit Zyklon-B Gasmasken mit dem Spezialfilter J stets erforderlich (Abschnitt IV und IX). Eine Beschränkung der Tragezeit, wie von Leuchter für erforderlich gehalten, war dabei nicht vorgeschrieben. In der angeblichen Höss-Biographie ist dagegen in Übereinstimmung mit der Wegner-Version von Gasmasken keine Rede; die Leichenträger des Sonderkommandos "assen und rauchten" bei ihrer Arbeit sogar[12]. Aber selbst wenn Exhauster das Gas so rasch abgesaugt hätten, wie Wegner meint, wäre bei den angeblich jeweils auf einmal zu Tausenden "vergasten" Menschenmengen nicht auszuschliessen gewesen, dass sich zwischen den durch- und übereinanderliegenden Leichen immer noch erhebliche Gasreste befanden. Auch soll ja - wie oben bereits erwähnt wurde - die Entlüftungsanlage erst eingeschaltet worden sein, wenn die Angehörigen des Sonderkommandos die "Gaskammer" betraten, zu einem Zeitpunkt also, in dem selbst "mächtige Exhauster" das Gas noch nicht abgesaugt haben konnten. Gasmasken für das Sonderkommando wären also in jedem Fall erforderlich gewesen.

Das gleiche gilt für das Tragen von Schutzanzügen, die Fred Leuchter für unentbehrlich hält (Rdn. 10.001). Wegner behauptet allerdings, das Tragen von Schutzanzügen habe sich "in der Praxis" als entbehrlich erwiesen. Woher er diese "Praxiskenntnis" hat, sagt er nicht. Nach der einschlägigen Fachliteratur dringt Zyklon B in die Haut ein, wenn davon mehr als 11 Milligramm in einem Liter Luft enthalten sind. Feuchte Haut, etwa durch Schwitzen, beschleunigt die Vergiftung durch die Haut[13]. Mehrere Abbildungen in der Anlage VI zum Leuchter-Report (Arbeitsmaterialien der Firmen DUPONT und DEGESCH) zeigen Arbeitsmannschaften beim Ausräuchern mit Zyklon B, die Gasmasken und Schutzanzüge tragen. Gar so abwegig, wie Wegner meint, ist also Leuchters Hinweis auf die Notwendigkeit von Schutzanzügen nicht. Er kann es um so weniger sein, wenn die offiziellen Behauptungen über die "Massenvergasung" stimmen würden, wonach die "Gaskammern" stets so vollgestopft wurden, dass die Opfer sich kaum noch rühren konnten, eine Ansicht, der - wie wir noch sehen werden - auch Wegner anhängt. Denn gerade dann wären Schutzanzüge unbedingt notwendig gewesen, weil das Abschleppen der angeblich teilweise ineinander verkrampften Leichen aus den "Gaskammer" gewiss eine schweistreibende Knochenarbeit gewesen wäre. In den Berichten angeblicher Augenzeugen ist aber meines Wiszens noch nie erwähnt worden, dass die Angehörigen des Sonderkommandos Schutzanzüge trugen. Vielleicht bemerkt man eines Tages diesen Fehler auch noch und "berichtigt" ihn nachträglich, wie schon so manches andere.

Wenn Wegner weiter die Feststellung Leuchters, die "Gaskammern" der Krematorien I bis V hätten nach seinen Ermittlungen nicht im mindesten der seinerzeit schon "bekannten und bewährten Technik" für Hinrichtungs-Gaskammern entsprochen (Rdn. 12.000 - 12.001), für "absurd" erklärt (S. 459 oben), so führt er damit im Grunde nur seine eigene frühere Behauptung ad absurdum. es habe sich bei diesen "Gaskammern" um "speziell zur Vergasung von Menschen konstruierte Anlagen" (S. 455) gehandelt. Im übrigen muss man wohl, das sei hier noch einmal wiederholt, die technischen Feststellungen Leuchters als zutreffend hinnehmen, solange nicht durch unabhängige Experten das Gegenteil festgestellt wird. Wegner meint allerdings, man dürfe an "die unter kriegsmässigen Bedingungen erstellten und gleichsam fabrikmässig betriebenen Tötungsmaschinerien in der NS-Diktatur" nicht dieselben Anforderungen stellen, wie an die "Hinrichtungskammern in einem Rechtsstaat wie den USA" (S. 459). Daran ist sicherlich soviel richtig, dass es natürlich möglich ist, in jedem beliebigen Raum Menschen mit Zyklon B zu töten, und dass es dazu keiner besonderen Vorrichtungen bedarf. Das ist jedoch nicht das Entscheidende. Wegner scheint mir bei seiner Argumentation völlig zu übersehen, dass die meisten von Leuchter geforderten Kriterien für die Konstruktion einer Gaskammer der Sicherheit der Bedienungsmannschaft sowie dem Schutz der näheren Umgebung dienen. Betrachtet man unter diesem Gesichtspunkt nur einmal die Lage der einzelnen "Gaskammern" in Auschwitz-Birkenau, so ist folgendes festzustellen:

1. Das Krematorium I (Stammlager) lag unmittelbar neben dem SS-Lazarett. Durch die in die Decke geschlagenen Gaseinwurflöcher, die ja nach der Legende noch nicht einmal die heutigen Besuchern vorgeführte Abdeckung hatten, konnte das Gas nach dem Einwurf auch wieder entweichen. Sollte nachträglich ein "Exhauster" eingebaut worden sein, so wäre das um so schneller gegangen. Auf jeden Fall wären die Insassen des Lazaretts und die übrige Umgebung aufs höchste gefährdet gewesen.

2. Die Krematorien II und III (Birkenau) lagen in nächster Nähe von Wohnbaracken, wie der Lagerplan zeigt. Kitty Hart, ein ehemaliger Auschwitz-Häftling, berichtet in ihrem Buch "Aber ich lebe", dass sie von ihrem Barackenfenster aus in einer Entfernung von weniger als 50 Metern alle Vorgänge bei der "Ermordung ... Hunderter von Menschen" habe beobachten können[14]. Unweit von diesen Krematorien lag ausserdem der Häftlingskrankenbau Da die "Gaskammern" dieser Krematorien unterirdisch lagen und die von Leuchter für unbedingt wichtig gehaltenen, mindestens 12 Meter hohen Entlüftungsschornsteine fehlten, hätten sich die nach Wegners Darstellung durch „mächtige Exhauster" abgesaugten Gase bei entsprechender Windrichtung sehr schnell über den Boden hin bis zu den Häftlingsbaracken und dem Krankenbau ausbreiten und Häftlinge wie SS-Männer töten können.

3. Für die angeblichen Krematorien IV und V, die unmittelbar neben dem Warenlager "Kanada" und der Sauna sowie ebenfalls unweit des Häftlingskrankenhauses lagen, gilt das gleiche. Ich habe allerdings immer noch erhebliche Zweifel, ob es sich bei diesen "Krematorien" wirklich um solche handelte. Die Gebäude könnten auch grosse Dusch-Badeanstalten gewesen sein, wie ein so grosser Lagerkomplex für Tausende von Häftlingen sie ja gehabt haben muss. Auch die Nähe der "Sauna" spricht dafür. Da beide Gebäude, wie Leuchter und Wegner übereinstimmend festgestellt haben, bis auf die Grundmauern abgetragen sind, lässt sich insoweit heute natürlich nichts Genaues mehr sagen. Es gibt zwar einen Bauplan mit der Bezeichnung „Einäscherungsanlage für das KGL", von dem auch eine Zeichnung im Anhang III des Leuchter-Reports enthalten ist und der gewöhnlich den angeblichen Krematorien IV und V zugeordnet wird (Auschwitz-Archiv-Nr. 6234). Der Plan trägt allerdings einen Stempel der SS-Bauleitung, demzufolge er am 16.9.1943 in das Planausgabebuch unter der Nr. 3616 eingetragen wurde. Zu diesem Zeitpunkt sollen diese "Krematorien" aber schon in Betrieb gewesen sein. Es gibt auch keine Anhaltspunkte dafür, dass dieser Bauplan etwa später verwirklicht wurde. Ein gegebenenfalls vorhanden gewesener Bauplan für Dusch-Badeanstalten könnte verloren gegangen sein. Auffällig ist auch, worauf ich bereits in meinem Buch "Der Auschwitz-Mythos" hinwies (S. 77), dass die gesamte Auschwitz-Literatur keinen einzigen detaillierten Zeugenbericht über "Vergasungen" in diesen Gebäuden enthält. Solche gibt es, abgesehen von "Vergasungen" in zwei angeblich zu diesem Zweck umgebauten Bauernhäusern, nur für die "Gaskammern" der Krematorien I bis III. Im 1. Frankfurter Auschwitz-Prozess wurde zwar ein sehr anschauliches Modell der "Gaskammern" der Krematorien II und III vorgeführt und von einem Museumsangestellten erläutert. Für die angeblichen Krematorien IV und V aber konnte man derartiges offenbar nicht vorweisen. Selbst in den von mir schon wiederholt erwähnten Museumsführern des Kazimierz Smolen ist nichts über die "Gaskammern" dieser Krematorien zu finden.

Zusammenfassend ist festzustellen, dass gerade "fabrikmässig betriebene Tötungs maschinerien ..., in denen die Massentötung von Menschen durchgeführt wurden" (so Wegner, S. 459 oben), eigentlich noch viel strengere Sicher heitsvorkehrungen erfordert hätten, als die amerikanischen Ein-Mann-Gaskammern. Denn bei derartigen Massentötungen von - nach der Legende - 2.000 bis 3.000 Menschen gleichzeitig, und das noch mehrmals täglich, wären bei der notwendigen Entlüftung der "Gaskammern" ohne Frage noch weit mehr giftige Gase in die Aussenwelt gelangt als in den USA bei der Tötung nur eines einzigen Menschen.

Leuchter hat in seinem Gutachten auch das Fassungsvermögen der einzelnen "Gaskammern" ermittelt, das weit unter den Angaben der "Holocaust"-Literatur liegt. Er ist hierbei davon ausgegangen, dass "die notwendige Gaszirkulation" für eine Person einen Stehraum von 0,836 Quadratmeter erfordere (Rdn. 15001). Entsprechend den jeweiligen Grundflächen der "Gaskammern" hat er auf dieser Basis errechnet, dass die "Gaskammer" von Krematorium 194, die "Gaskammern" der Krematorien 11 und III je 278 und die der angeblichen Krematorien IV und V 209 bzw. 570 Personen maximal hätten aufnehmen können (Rdn. 15.001, 16.003, 16.007).

Wegner hält dem unter Bezugnahme auf eine "Verordnung über den Bau und den Betrieb von Strassenbahnen" vom 31.8.1965 (BGBl. 1, 1524) entgegen, dass die Messnorm Leuchters mit 0,836 Quadratmeter pro Person überzogen sei. Nach der genannten Verordnung sei nämlich als Stehplatz für eine Person im Gewicht von 65 Kilogramm von einer Grundfläche von 0,125 Quadratmetern auszugehen, so dass auf einen Quadratmeter 8 Personen mit einem Durchschnitts-Gewicht von 65 Kilogramm Platz hätten (S. 463). Mittels dieser Messnorm kommt Wegner zu einem Fassungsvermögen der einzelnen "Gaskammern", das teilweise den Phantasiezahlen der "Holocaust"-Literatur ziemlich nahe kommt. Er hätte sich jedoch seine Berechnungen sparen können, da sie nicht geeignet sind, die Feststellungen Leuchters zu erschüttern. Denn er hat (absichtlich?) übersehen, dass die verhältnismässig grosse Stehfläche für eine Person, von der Leuchter ausgeht, für die Gaszirkulation erforderlich ist. Das ist eine Expertenfeststellung, die auch dem Laien einleuchtet, zumal wenn man an die teils runden, teils viereckigen Säulenkonstruktionen denkt, aus denen ja bei der von Wegner angenommenen Personendichte kaum Gas hätte entweichen können. Denn die Löcher dieser "gasführenden Pfeiler" (Wegner, S. 464) wären durch das Menschengedränge um sie herum zweifellos grosstenteils verstopft worden. So widerlegt wieder einmal eine abenteuerliche Behauptung der "Holocaust-Experten", zu denen Wegner sich offensichtlich zählt, die andere, eine Beobachtung, die man in der "Holocaust"-Literatur immer wieder machen kann.

In diesem Zusammenhang muss aber auch bezweifelt werden, ob der Wortlaut der von Wegner bemühten Verordnung überhaupt so ausgelegt werden kann, wie Wegner es getan hat. Ich kann mir jedenfalls nicht vorstellen, dass ein Beförderungsunternehmen wie die Strassenbahn seinen Fahrgästen in der Praxis einen so engen Stehraum zumuten könnte. Ich kenne die Verordnung zwar nicht, könnte mir aber denken, dass sie lediglich einen Belastungsmasstab geben wollte, der eben in Personen mit einem Durchschnittsgewicht von 65 Kilogramm zum Ausdruck gebracht wurde. Doch kann das hier dahingestellt bleiben. Jedenfalls lässt sich eine Expertenmeinung, die nicht nur eine mögliche Stehfläche, sondern auch noch andere Aspekte berücksichtigen muss, nicht auf so einfache Weise widerlegen, wie Wegner es versucht hat. Er hätte mindentens nachweisen müssen, dass eine Gaszirkulation auch bei der von ihm angenommenen Belegungsdichte möglich gewesen wäre oder dass sie überhaupt nicht erforderlich war. Als Nichtfachmann war er hierzu natürlich nicht in der Lage.

Ganz zum Schluss kommt Wegner noch auf die an Auschwitz gelieferten Mengen von Zyklon B zu sprechen. Er führt hierzu aus, dass das Präparat von der Hamburger Firma Tesch & Stabenow nach Auschwitz geliefert worden sei. Der Buchhalter der Lieferfirma, Alfred Zaun, habe eidesstattlich erklärt, dass an Auschwitz 1942 7.478,6 Kilogramm und 1943 12.174,9 Kilogramm sowie ab Januar 1944 monatlich zwei Tonnen Zyklon B geliefert worden seien. Nachdem im März 1944 das Herstellerwerk in Dessau durch einen Luftangriff beschädigt worden sei und demzufolge die Produktion habe eingeschränkt werden müssen, sei die DEGESCH gedrängt worden, für Ersatz zu sorgen. Gefordert wurde "die enorme Menge von fünf Tonnen", von denen der erste Transport Ende Mai 1944 in Auschwitz eingetroffen sei. Hieran knüpft Wegner die Bemerkung, dass damals gerade "die Vernichtung der ungarischen Juden" im Gange gewesen sei; das "Giftgasprodukt sollte nun in Auschwitz-Birkenau nicht mehr ausgehen" (S. 472). Wegner hält diese Darlegungen offensichtlich für den Höhepunkt seiner "Beweisführung" gegen den Leuchter-Report, denn er folgert: "Damit bricht der Versuch Leuchters, die Existenz von Gaskammern und das "Holocaust-Geschehen abzustreiten, endgültig zusammen. Das Leuchter-Gutachten ist eine Mischung von Wahrheit und Irrtum" (S. 472, letzter Absatz).

In Wirklichkeit zeigt diese Argumentation aber nur, wie wenig Wegner sich hier sachkundig gemacht hat. Insbesondere scheint er der Meinung zu sein, dass zur Tötung von Menschen besonders grosse Mengen von Zyklon B erforderlich seien, Er sieht nämlich in dem Umfang der Lieferungen "ein klares Indiz" dafür, dass in Auschwitz "nicht nur Entwesungen der Gebäude, Baracken und Bekleidung mit Zyklon B durchgeführt wurden, sondern dass die gewaltigen Mengen des Giftgasproduktes noch einem anderen Zweck gedient haben müssen" (S. 472 vorletzter Absatz). Tatsächlich ist aber beim Menschen schon 1 Milligramm pro Kilogramm Körpergewicht tödlich; bei einer Konzentration von nur 10 Gramm per Kubikmeter genügen 10 Atemzüge, um den Tod herbeizuführen[15].

Ferner hält Wegner die Lieferungen von Zyklon B an Auschwitz offensichtlich für ungewöhnlich hoch, was ebenfalls nicht zutrifft. Sie entsprachen in der Grössenordnung etwa den Mengen, die zur gleichen Zeit (1942/1943) an die finnische Armee und an die Norsk Fumigating Company in Norwegen geliefert wurden[16] Abgesehen hiervon genügte die Erzeugung von Zyklon B schon in Friedenszeiten nicht dem tatsächlichen Bedarf aller zivilen und militärischen Verbraucher, so dass daneben auch andere Präparate zur Entwesung eingesetzt werden mussten. Im Kriege mit seinen erhöhten Anforderungen verschärfte sich der Mangel an Zyklon B naturgemäss noch weiter. So hatte sich die Erzeugung im Jahre 1944 gegenüber der des Jahres 1938 nur verdoppelt und lag weit unter dem tatsächlichen Bedarf für Entwesungszwecke. Die sich verschärfende Knappheit des Produkts während der Kriegsjahre hatte schliesslich zur Folge, dass der Firma Tesch & Stabenow die Belieferung der Wehrmacht und der Waffen-SS mit Ablauf des Jahres 1943 aus der Hand genommen wurde. Mit Beginn des Jahres 1944 wurden diese Bedarfsträger (einschliesslich der Konzentrationslager) nur noch zentral durch den Hauptsanitätspark der Wehrmacht mit Zyklon B versorgt[17]. Dadurch fielen vermutlich die Lieferungen an die SS eher noch geringer als früher aus. Übrigens gehörten zum Konzentrationslager Auschwitz mehr als 30 Nebenlager[18], die aus den Lieferungen dorthin mitzuversorgen waren.

Die DarsteHung Wegners über die ab Januar 1944 an Auschwitz gelieferten Mengen Zyklon B ist überdies irreführend, weil er so tut, als ob die Angaben hierüber ebenfalls auf der eidestattlichen Erklärung des Buchhalters Zaun im britischen Militärgerichtsprozess gegen Inhaber und Angestellte der Fürna Tesch & Stabenow beruhen. Das stimmt aber zweifellos nicht, weil - wie schon erwähnt - alle Lieferungen von diesem Zeitpunkt an durch den Hauptsanitätspark der Wehrmacht erfolgten, Zaun also hierüber gar nichts wissen konnte. Die von Wegner genannten Tonnenzahlen dürften daher aus der Luft gegriffen sein. Somit wird man eher Wegners Kritik als Leuchters Gutachten als eine "Mischung zwischen Wahrheit und Irrtum" bezeichnen müssen. Jedenfalls aber sind Wegners Schlussfolgerungen aus den Auschwitz zur Verfügung stehenden Vorräten an Zyklon B unbegründet. Dass diese kaum für die notwendigen Entwesungen ausreichten, wird schon an der Tatsache deutlich, dass in den Auschwitz-Lagern immer wieder Seuchen ausbrachen. Der aber stets vorherrschende Mangel an Zyklon B für Entwesungszwecke legt eher einen anderen Schluss nahe, wenn man die „Massenvergasungen" als wahr unterstellt.

Denn wenn in einen Raum von nur 210 Quadratmetern jeweils 2.000 Menschen "gepfercht" wurden[19], dann mussten diese in mehr oder weniger kurzer Zeit ohnehin wegen Sauerstoffmangels ersticken. Warum also hätte man unter diesen Umständen dann noch knappes und daher kostbares Zyklon B verschwenden sollen?

Krematorien und Verbrennungsgruben

Zur Einäscherungskapazität der Auschwitzer Krematorien hat Leuchter verständlicherweise keine direkten Feststellungen treffen können, erklärt aber, dass "ältere Verbrennungsöfen" normalerweise für die Einäscherung eines Körpers 3,5 bis 4 Stunden benötigt hätten. Theoretisch hätten auf diese Weise also maximal 6,8 Leichen binnen 24 Stunden verbrannt werden können. Moderne Krematorien könnten dagegen einen Leichnam bereits in 1,25 Stunden einäschern, so dass heute theoretisch die Einäscherung von 19,2 Leichen binnen 24 Stunden möglich sei. Von den Herstellern würden allerdings höchstens drei Kremierungen pro 24 Stunden empfohlen (Rdn. 13.005 - 13.006). Leuchter unterstellt demnach für seine Kapazitätsberechnungen, das jede Retorte (d.h. Brennkammer) der Auschwitzer Krematoriumsöfen innerhalb von 24 Stunden 6,8 Leichen theoretisch, praktisch aber nur 3 Leichen verbrennen konnte (Rdn. 13.007).

Wegner beruft sich demgegenüber im wesentlichen auf zwei angebliche Dokumente aus jener Zeit. Zunächst verweist er auf ein Schreiben der Firma Topf & Söhne vom 14. Juli 1941 an die SS-Bauleitung des Konzentrationslagers Mauthausen (S. 460). Darin teilte die Firma mit, dass ihre "Doppelmuffelöfen" innerhalb von 10 Stunden 10 bis 35 Leichen" einäschern könnten. Das entspricht - wie Wegner richtig errechnet hat - einer Einäscherungskapazität von 12 bis 42 Leichen pro Muffel (Retorte) in 24 Stunden. Das aber dürfte damals unmöglich gewesen sein, weil es noch über die Leistung heutiger Krematorien hinausgeht, die gegenüber früher technisch wesentlich verbessert sind. So kann z. B. nach einer mir vorliegenden Auskunft der Baubehörde Hamburg vom August 1973 das Krematorium des Hauptfriedhofs Öjendorf im Zwei-Schichten-Betrieb (6.00 - 15.00 Uhr und 15.00 - 24.00 Uhr) nur 12 bis 14 Kremierungen pro Ofen bewältigen, was auf 24 Stunden umgerechnet einer Leistung von 16 bis 18,6 Kremierungen entsprechen würde. Im Krematorium Berlin-Ruhleben können nach einem mir ebenfalls vorliegenden Schreiben vom 30. April 1980 innerhalb von 24 Stunden 15 bis 17 Kremierungen durchgeführt werden. Dieses Krematorium wurde 1974 fertiggestellt und besitzt 4 Öfen.

Es ist aufschlussreich, hierzu in die Patentschrift vom 5. Januar 1953 Einblick zu nehmen, mit der der Firma Topf & Söhne, die unstreitig auch das Konzentrationslager Auschwitz-Birkenau mit Einäscherungsöfen ausgestattet hat, für einen neu konstruierten Einäscherungsofen das Bundespatent Nr. 861.731 erteilt wurde. Aus dieser Patentschrift geht hervor, dass in früheren Einäscherungsöfen nur Verbrennungstemperaturen von 400 bis 500 Grad Celsius erreicht werden konnten. Erst diese Neukonstruktion ermöglichte eine Steigerung der Verbrennungstemperaturen auf 1.200 bis 1.300 Grad Celsius. Die gesamte Einäscherungsdauer wurde dadurch - wie es in der Patentschrift weiter heisst - „bis zu 45, oft bis zu 30 Minuten reduziert". Leider enthält die Patentschrift keine Angaben über die vorher benötigten Einäscherungszeiten, doch dürften diese erheblich länger gewesen sein. Die von Wegner zitierte Auskunft der Firma Topf & Söhne an das Konzentrationslager Mauthausen kann also - aus welchen Gründen auch immer - nicht richtig gewesen sein. Wenn Wegner sich bei seiner Argumentation an anderer Stelle (S. 459) auch noch auf eine Betriebsvorschrift der Lieferfirma Topf & Söhne beruft, wonach in deren Öfen Verbrennungstemperaturen bis zu 1.100 Grad Celsius erreicht werden, so kann es sich dabei nur um eine erst nach der Patenterteilung von 1953 herausgegebene Vorschrift handeln. Vermutlich hat Wegner das Datum der Betriebsvorschrift, das er nicht mitgeteilt hat, übersehen. Sie ist also in diesem Zusammenhang ohne Bedeutung. Überhaupt nicht ernst zu nehmen ist aber eine von Wegner weiter mitgeteilte Auskunft der Auschwitzer Museumsleitung, der zufolge "die Verbrennungszeit einer Ladung im Durchschnitt in dem Auschwitzer Krematorium eine Stunde, in den Birkenauer Krematorien dagegen nur eine halbe Stunde betragen" haben soll (S. 460, letzter Absatz). Es ist schon erstaunlich, dass Wegner solchen Bekundungen ohne weiteres vertraut. Ist doch das Auschwitz-Museum für den polnischen Staat in erster Linie eine nicht unergiebige Einnahmequelle, so dass der Museumsleitung wohl eher ein Interesse an der Erhaltung der Auschwitz-Legende als wissenschaftliche Redlichkeit unterstellt werden muss.

Des weiteren führt Wegner gegen Leuchters Feststellungen eine angebliche Meldung der Auschwitzer Zentralbauleitung an das SS-Wirtschaft- und Verwaltungshauptamt in Berlin vom 25. Juni 1943 ins Feld. Dieser Meldung zufolge konnten täglich im Krematorium I bis zu 340, in den Krematorien II und III je bis zu 1.440 und in den Krematorien IV und V je bis zu 768 Leichen verbrannt werden, insgesamt also 4.756 Leichen innerhalb von 24 Stunden (S. 461 und 467). Das ist natürlich reinste Phantasie, selbst wenn die Krematorien insgesamt 52 Retorten zur Verfügung gehabt hätten, wie stets behauptet wird. Dieses in der "Holocaust"-Literatur oft zitierte Schreiben der Zentralbauleitung Auschwitz ist, sofern es überhaupt vorgewiesen werden kann, mit Sicherheit eine Fälschung, weil die darin genannten Einäscherungsquoten selbst die technischen Möglichkeiten modernster Krematorien bei weitem übertreffen. Eine Fundstelle für dieses "Dokument" wird, soweit ich das übersehen kann, nie angegeben. Auch Wegner schweigt sich darüber aus. Verschiedentlich beruft man sich allerdings auf ein sogenanntes "Kalendarium der Danuta Czech", bei dem es sich um eine datumsmässige Übersicht über die angeblichen Geschehnisse in Auschwitz handelt. Das führt uns indessen nicht weiter, weil darin ebenfalls keine Quelle angegeben wird. Danuta Czech aber ist eine Angestellte des Auschwitz-Museums[20]. Ein weiterer Kommentar erübrigt sich.

Anzumerken wäre noch, dass Wegners Behauptung, in Birkenau seien "grundsätzlich drei verschieden grosse Leichen in eine Muffel geschoben" worden, selbstverständlich ebenfalls nicht - wie er meint - durch das angebliche Schreiben der Zentralbauleitung vom 25. Juni 1943 bewiesen werden kann (S. 460, 467). Mit so billigen Tricks lassen sich die Feststellungen eines Experten wie Leuchter, die nicht nur mit der technischen Literatur übereinstimmen, sondern auch im wesentlichen im Torontoer Prozess durch den Leiter des Krematoriums in Calgary/Kanada Ivan Lagace bestätigt wurden, nicht aus der Welt schaffen. Leuchter hat übrigens, was von Wegner übergangen wird, darauf hingewiesen, dass Retorten, die nur für Einzelverbrennungen konstruiert wurden, auch nicht mehr als eine Leiche zur Zeit einäschern könnten (Rdn. 13.006). Es gibt keine Anhaltspunkte dafür, dass die Firma Topf & Söhne an das Konzentrationslager Auschwitz-Birkenau etwa Sonderkonstruktionen geliefert haben könnte. Ich habe schon vor etwa 10 Jahren mit einem ehemaligen Ingenieur der Firma Topf & Söhne u.a. hierüber in Hamburg ein persönliches Gespräch geführt, über das noch Aufzeichnungen in meinem Besitz sind. Ich möchte hieraus zur Ergänzung des Vorstehenden einiges wiedergeben.

Meine Frage, ob die Firma Topf & Söhne an Auschwitz wohl besondere Einäscherungsanlagen geliefert habe, die - aus welchen Gründen auch immer - mehr Kremierungen als gewöhnlich gestattet hätten, verneinte er entschieden und betonte ausdrücklich, alle damals gelieferten Anlagen seien von gleicher Bauart gewesen. Das oben erwähnte Schreiben der Firma an das Konzentrationslager Mauthausen konnte er sich nicht erklären, versicherte jedoch, dass 10 bis 35 Einäscherungen innerhalb von 10 Stunden damals unmöglich gewesen seien. Die Verbrennungsdauer für eine Leiche "in den damaligen Öfen" bezifferte er auf "eineinhalb bis zwei Stunden, je nach Beschaffenheit der Leiche". Die gegenüber modernen Krematorien längere Verbrennungszeit erklärte er damit, dass die alten Öfen noch keine "Drehplatte (2. Verbrennungsraum)" und keinen "Nachbrennrost (3. Verbrennungsraum)" gehabt hätten. Das alles entspricht im grossen und ganzen Leuchters Feststellungen, so dass nach alledem Wegners Einwände nur als abwegig bezeichnet werden können.

Zu den angeblichen Grubenverbrennungen ist nicht viel zu sagen. Ich frage mich schon lange, wer diesen Unsinn wohl erfunden haben mag. Die Verbrennung von Leichen unter freiem Himmel ist ohnehin nicht einfach, weil hierbei keine hohen Temperaturen wie in Krematorien erzeugt werden können und der menschliche Körper bekanntlich überwiegend aus Wasser besteht. Wenn man aber schon in Ermangelung von Krematorien dazu gezwungen ist, wie z.B. nach dem wirklichen "Holocaust" in Dresden durch britische und amerikanische Luftgangster im Februar 1945, wird man das auf Scheiterhaufen tun, damit eine ausreichende Sauerstoffzufuhr gewährleistet ist. Aber selbst das erwies sich damals als schwierig. Eine Verbrennung von Leichen in tiefen Gruben aber, wie es für Auschwitz-Birkenau "bezeugt" ist, scheint mir gänzlich unmöglich zu sein, weil dadurch die für jede Verbrennung nötige Sauerstoffzufuhr geradezu unterbunden würde. Der bereits erwähnte Märchenerzähler Filip Müller, auf dessen Auschwitz-Roman sich Wegner mehrfach als "Geschichtsquelle" beruft, hat das zweifelhafte Verdienst, die Gruben-Legende besonders wirkungsvoll ausgeschmückt zu haben. Er schreibt u.a., dass die 2 Meter tiefen Gruben in der Längsrichtung einen „von der Mitte nach beiden Seiten hin leicht abschüssigen, Kanal" gehabt hätten, in dem das "Fett der Leichen, wenn sie in der Grube brannten, in zwei Auffangbehälter" an den Enden des "Kanals" abfliessen konnte. Dort hätten dann Häftlinge das "Menschenfett" ausschöpfen und damit die „brennende Masse in der Grube" begiessen müssen, damit diese besser brannte. Diesen Irrsinn in höchster Potenz hat Müller auf vielen Seiten seines Machwerks breit ausgeführt[21]. Wegner, der dieses Buch kennt, hält ihn trotzdem für "glaubwürdig". Doch befindet er sich damit in "guter Gesellschaft" der Richter und Staatsanwälte im 1. Frankfurter Auschwitz-Prozess, die diesem "Augenzeugen" seine phantastischen Geschichten ebenfalls abnahmen, anstatt diesen Mann auf seinen Geisteszustand untersuchen zu lassen[22].

Was Leuchter in Auschwitz-Birkenau als "Verbrennungsgruben" angesehen hat (Rdn. 14.008), waren wahrscheinlich gar keine solchen. Die Luftbildaufnahmen der US-Air-Force von Auschwitz aus dem Jahre 1944 lassen derartiges jedenfalls nicht erkennen. Vermutlich hat man bei der Ausgestaltung des ehemaligen Lagers zum Grusel-Museum versucht, solche Gruben anzulegen, die sich wegen des auch von Wegner nicht bezweifelten hohen Grundwasserpegels später natürlich mit Wasser füllten. Den Wasserstand hat Leuchter gemessen. Er hätte in der Tat keine Leichenverbrennungen zugelassen (Rdn. 14.008). Wenn Wegner demgegenüber von einem "umfangreichen Grabensystem" spricht, das damals das sich ansammelnde Wasser in die Weichsel abgeführt habe, so ist zu fragen, wo denn dieses "Grabensystem" heute geblieben ist. Leuchter scheint nichts davon bemerkt zu haben. Aber auch die Luftbilder der amerikanischen Aufklärer aus dem Jahre 1944 geben hierüber keinen Aufschluss.

Leuchters Probeentnahmen

Zur Feststellung, ob an den angeblichen Stätten von "Massenvergasungen" in Auschwitz-Birkenau noch Reste von Blausäure nachweisbar sind, hat Leuchter dort insgesamt 31 Proben von Ziegelsteinen, Mörtel, Beton und Ablagerungen entnommen und von einem Chemielabor in den USA analysieren lassen. Ebenso wurde eine aus der früheren Entlausunganstalt 1 in Birkenau entnommene Kontrollprobe in diesem Laboratorium analysiert. Die Probenentnahmen liess Leuchter durch einen Videofilm aufzeichnen, um Einwänden gegen deren Ordnungsmässigkeit vorzubeugen. Die chemische Analyse ergab, dass die, Mehrzahl der Proben aus den "Gaskammern" bzw. deren Trümmerresten überhaupt keine, die übrigen nur äusserst geringe Spuren an Blausäure enthielten, während in der Kontrollrobe ein extrem hoher Blausäureanteil festgestellt wurde (Rdn. 14.000 - 14.004). Anhang I zum Leuchter-Report steht das Ergebnis in einer vergleichenden graphischen Übersicht dar. Die einzelnen Analysenzertifikate des Chemielabors enthält Anhang IV zum Leuchter-Report. Leuchter hat aus dieser Untersuchung den naheliegenden Schluss gezogen, dass die als "Gaskammern" bezeichneten Räumlichkeiten diesem Zweck nicht gedient haben können, weil sonst die dort entnommenen Proben einen höheren Blausäurebefund hätten aufweisen müssen als die Kontrollprobe (Rdm. 14.006). Es ist aber genau umgekehrt. Die geringfügigen Blausäurespuren der angeblichen "Gaskammern" führt Leuchter darauf zurück, dass diese Räume gelegentlich mit Zyklon B entwest wurden (Rdn. 14.004).

Gegen Leuchters Probenentnahmen und seine Schlussfolgerungen daraus erhebt Wegner eine ganze Reihe von Einwänden, die er offensichtlich für besonders überzeugend hält (S. 468 - 471). Sie haben jedoch im wesentlichen nur spekulativen Charakter, und genauso könnte auch eine Erwiderung darauf sich nur in Spekulationen ergehen. Ob alle Proben an den bezeichneten Stellen sachgemäss entnommen wurden, ob sie als solche überhaupt aussagekräftig sind, ob und in welchem Ausmass Witterungseinflüsse oder der wiederholte Umbau des Krematoriums 1 ihre Aussagekraft beeinträchtigt haben könnten oder ob Exhauster (sofern vorhanden) das Eindringen der Gasdämpfe in die Wände der "Gaskammern" von vornherein hätten verhindern können, das alles und verschiedenes mehr könnte nur auf der Grundlage des von den Probenentnahmen gedrehten Videofilms durch mit der Materie vollkommen vertraute Experten beurteilt werden. Es erscheint mir deshalb müssig, sich hiermit im einzelnen auseinanderzusetzen. Ich möchte hier nur einige offensichtliche Irrtümer Wegners richtigstellen.

Der Original-Report Leuchters enthält keine Fotos von Desinfektionsapparaten (Autoklaven) aus der von ihm inspizierten Birkenauer Entlausungsanlage, wie Wegner aufgrund der Irving-Ausgabe und der Walendy-Übersetzung des Reports offenbar meint (S 469, Ziff. 3). Ob die von Leuchter inspizierte Entlausungsanlage, aus der die Kontrollprobe entnommen wurde, überhaupt mit dem Objekt identisch ist, das Wegner von der Museumsleitung bezeichnet wurde (S. 369, Ziff. 1 und 2), könnte wohl nur durch Befragung Leuchters oder den Videofilm geklärt werden. Der Report selbst lässt insoweit keine Schlüsse zu. Möglicherweise ist Wegner hier von falschen Voraussetzungen ausgegangen.

Selbst wenn es sich aber bei der von Wegner gemeinten Entlausungsanlage um dieselbe Anlage handeln sollte, die Leuchter inspiziert hat, wäre ein Vergleich des dort festgestellten Blausäurebefunds mit dem der "Gaskammern" nicht ohne weiteres abwegig, wie Wegner meint (S. 469 - 470, Ziff. 5). Denn nach Wegners Argumentation soll ja die in der Entlausungsanlage gefundene hohe Blausäurekonzentration sogar nur von einer einzigen Entwesung nach dem Kriege herrühren, während in den "Gaskammern" über einen längeren Zeitraum hinweg täglich mindestens einmal mit Zyklon B „vergast" worden sein soll.

Weshalb Wegner die in den Resten der ehemaligen Krematorien II und III gefundenen Blausäurespuren als "problematisch" ansieht (S. 470, Ziff. 7), weil - wie er schreibt - es "keinen Grund geben konnte, einen Trümmerhaufen zu entlausen", verstehe ich nicht. Hier liegt wohl ein gedanklicher Kurzschluss vor. Leuchter hat nie behauptet, dass die dort gefundenen Blausäurespuren von einer "Entlausung" der Krematoriumstrümmer herrühren. Er stellt vielmehr ausdrücklich fest, dass "at some point these buildings were deloused with Zyklon B" (Rdn. 14.004), dass also die ehemaligen Gebäude, nicht ihre Trümmer entwest wurden. Bei Leichenkellern war das zumindest dann notwendig, wenn dort längere Zeit Typhus- oder andere Seuchenopfer eingelagert waren.

Wegner hält im übrigen die Ausstattung der Krematorien II und III mit grossen unterirdischen Räumen überhaupt für "ungewöhnlich" und meint, diese Anlagen hätten nur dann einen Sinn, "wenn man sie als funktionelle Einheit zur Massenvernichtung von Menschen und zur Beseitigung ihrer sterblichen Überreste durch Einäscherung begreift" (S. 470 - 471, Ziff. 9). Mit dieser Bemerkung weist er sich allerdings selbst als absoluten Ignoranten aus. So besitzt beispielsweise das nach dem Kriege erbaute Krematorium Berlin-Ruhleben ebenfalls Leichenkeller mit ca. 500 Abstellplätzen[23]. Das ist auch sinnvoll, wenn einmal - etwa in Katastrophenfällen - wegen der begrenzten Einäscherungskapazität jedes Krematoriums eine grosse Anzahl Leichen längere Zeit aufbewahrt werden muss, bis sie zur Einäscherung kommt. Denn Leichenkeller sind natürlich kühler und deshalb für eine längere Lagerung geeigneter als oberirdische Leichenhallen. In Auschwitz-Birkenau war nach den vielfältigen Erfahrungen mit Seuchenfällen dieser Gedanke zweifellos massgebend für die Gestaltung der Krematorien II und III. Diese Anlagen wurden nämlich erst konzipiert und gebaut, nachdem im Herbst 1942 eine etwa drei Monate währende Typhusepidemie täglich Tausende von Toten (Häftlinge und SS-Personal) gefordert hatte[24].

Wegners Kritik des Leuchter-Reports ist nach alledem ziemlich naiv und hat nicht den geringsten wissenschaftlichen Wert. Es ist ihm nicht gelungen, das Gutachten Leuchters in auch nur einem entscheidenden Punkt zu widerlegen oder - wie er es etwas grosssprecherisch ausgedrückt hat - "mit verifizierten Tatsachen ad absurdum zu führen" (S. 454 oben). Inwieweit seine Arbeit einer "Historisierung des Nationalsozialismus" - so der Untertitel des Sammelwerks, in dem sie veröffentlicht wurde - dienlich sein könnte, bleibt das Geheimnis der Herausgeber. Da es sich bei ihnen immerhin um Historiker handelt, die schon gezeigt haben, dass sie zu einer objektiven Aufarbeitung dieser Geschichtsepoche willens und fähig sind, kann ich mir die Aufnahme von Wegners Arbeit in ihr Sammelwerk nur damit erklären, dass sie sich selbst mit dem Auschwitz-Problem noch nicht ausreichend beschäftigt haben. Sie sollten das baldmöglichst nachholen.


Anmerkungen

Die Anmerkungen sind zum Verständnis des Textes nicht unbedingt erforderlich. Sie enthalten im wesentlichen die Quellenbelege. Dem Leser, der sich mit dem Stoff gründlicher befassen möchte, sollen sie darüber hinaus ergänzende, vertiefende und weiterführende Hinweise geben.

[1]Leuchter trat in Toronto/Kanada im Strafprozess gegen den "Holocaust"-Zweifler Ernst Zündel als von der Verteidigung benannter Sachverständiger auf. Der Gefängnisdirektor des US-Staates Missouri Bill Armontrout hatte ihn als solchen mit Schreiben vom 13.1.1988 empfohlen. In dem Schreiben heisst es u.a. wörtlich: "Mr. Leuchter is an engineer specializing in gas chambers and executions. He is well versed in all areas and is the only consultant in the United States that I know of." (Übersetzung: Mr. L. ist ein auf Gaskammern und Hinrichtungen spezialisierter Ingenieur. Er ist auf allen Gebieten wohl unterrichtet und meines Wissens der einzige Sachverständige hierfür in den Vereinigten Staaten.)
[2]Vgl. meine Kritik "Ist Zeitgeschichte justiziabel?" (Heft 1 der Schriftenreihe des "Deutschen Rechtsschutzkreises", 4630 Bochum 4, Postfach 40 02 15).
[3]Im Sammelwerk "Die Schatten der Vergangenheit - Impulse zur Historisierung des Nationalsozialismus" von Backes/Jesse/Zitelmann, PropyläenVerlag, Frankfurt/Main 1990, Seiten 450 - 476.
[4]Beide "Gutachten" hat Udo Walendy in der von ihm herausgegebenen wissenschaftlichen Zeitschrift "Historische Tatsachen" veröffentlicht und kommentiert (Heft Nr. 42, Seiten 32 - 36).
[5]Vgl. William B. Lindsey: "Zyklon B, Auschwitz, and the Trial of Dr. Bruno Tesch" in "The Journal of Historical Review", Vol. 4, Nr. 3/83, S. 266 (Institute for Historical Review, P. 0. Box 1306, Torrance, CA 90505, USA). Dr. Lindsey war 31 Jahre lang Forschungschemiker der US-Firma DUPONT. Ausführlicher noch die Informationsschrift von Dr. Herbert Rauscher, einem DEGESCH-Chemiker, aus dem Jahre 1947 (im Archiv des Verf.). Vgl. auch Leuchter-Report Rdn. 6.000 - 6.007.
[6]Rudolf Höss: Kommandant in Auschwitz, S. 126 (Deutsche Taschenbuch Verlags-Anstalt G.m.b.H., Stuttgart 1979).
[7]Auch die Museumsführer 1965 und 1981 vom Leiter des Auschwitz-Museums Kazimierz Smolen erwähnen nichts davon. Vgl. S. 22 bzw. 28 aaO.
[8]Journal of Historical Review, Vol. 10, Nr. 2/1990, S. 231 ff.
[9]Vgl. "A Case of Plagiarism" in "The Journal of Historical Review' Vol. 10, Nr. 1/1990, S 5 ff.
[10]Vgl. hierzu "Der Auschwitz-Mythos, Seite 202 ff.
[11]Nyiszli in "Auschwitz-Zeugnisse und Berichte" von Adler/Langbein/Lingens-Reiner, S. 86; ebenso in "Quick", Nr. 7/1979, S. 28. In dem von Schönberner in "Wir haben es gesehen!' (S 250) zitierten Nyiszli-Bericht sind die "Rohre" übrigens wie bei Wegner plötzlich viereckig geworden.
[12]Höss aaO. S. 130; vgl. auch "Der Auschwitz-Mythos", S. 270 - 271.
[13]Reiner Müller, Medizinische Mikrobiologie, 3. Auflage, S. 26 (Verklag Urban & Schwarzenberg Berlin-München-Wien); Puntigam/Breymesser/Bernfus, Blausäuregaskammern zur Fleckfieberabwehr, S. 22 (Sonderveröffentlichung des Reichsarbeitsblattes, Berlin 1943).
[14]Vgl. "Der Auschwitz-Mythos", S 198; Kitty Hart aaO., S. 100 (Verlag Claassen, Hamburg 1961).
[15]Reiner Müller aaO. S 25; Puntigam/Breymesser/Bernfus aaO. S. 22.
[16]Tabelle II bei Lindsey aaO., S. 291.
[17]Lindesy aaO. S. 268; ebenso Rauscher aaO.
[18]Lindsey aaO. S. 293, Tabelle IV.
[19]Smolen aaO. S. 24 bzw. 30.
[20]Vgl. hierzu "Der Auschwitz-Mythos", S. 74.
[21]Filip Müller: Sonderbehandlung; Verlag Steinhausen G.m.b.H., München 1979, S. 207 - 223.
[22]Vgl. auch "Der Auschwitz-Mythos", S. 346 - 347.
[23]Hans-Kurt Boehlke "Friedhofsbauten", S. 117 (Verlag Georg D. W. Callwey, München 1974.).
[24]Hellmut Diwald, "Geschichte der Deutschen", 1. Auflage, S. 165 (Verlag Propyläen, 1979).

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