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Historische Fehler oder faule Tricks der Ausstellungsmacher?

Das Magazin "FOCUS" wies bereits in Heft 16 und 17 /1997 nach, daß der Text zu den Fotos auf Seite 115 des Katalogs "Juden werden exekutiert" frei erfunden ist. Das größte dieser "Vernichtungsfotos" entstammt einem Nazi-Propagandabuch und stellt eine Badeszene mit Soldaten dar. Absicht oder nur Schlamperei?

Die Ausstellung-Autoren behaupten u.a. zu Tarnopol:

1. Die 6. Armee hätte Anfang Juli 1941 Tarnopol eingenommen und gemordet. (Katalog ab Seite 62 - Ausstellung Tafel 6)

Richtig ist: Die 6. Armee war gar nicht in Tarnopol!

Die Aussteller widerlegen sich selbst auf Tafel 6 "Marschweg der 6. Armee" und im Katalog Seite 64

2. Durchziehende Truppen hätten dort 600 Juden ermordet. (Katalog Seite 68/69 - Tafel 6, Ereignismeldung RSHA Nr. 28 vom 20.07.41)

Richtig ist: In Tarnopol rückten am 2. Juli 1941 die Soldaten des 14. Panzer Korps und der Waffen-SS Division "Wiking" ein, die zur 17. Armee gehörten und im Vormarsch die Stadt rasch ost-südwärts wieder verließen. Sie hatten weder Auftrag noch Zeit zum Morden. (Siehe Kriegstagebuch des OKH, Seite 425)

3. Die Soldaten der 6. Armee hätten zusammen mit der SS ca. 1.000 Juden ermordet. (Katalog Seite 68 - Tafel 6, Feldpostbrief von "Franzl" vom 6. Juli 1941)

Richtig ist: Von diesem Brief existiert nur eine manipulierte Abschrift, kein Original und keine Kopie. Überschrift und Satzteile wurden ausgelassen. Diesem Brief fehlt jede Beweiskraft, zumal solche Briefe auch von Kriegsgefangenen durch die Sowjets erzwungen wurden. Und dieser "Franzl" war vermutlich auch kein Wehrmachtssoldat. Also entstellt und nicht kritisch recherchiert.

In diesem Brief berichtet der "Franzl" auch von 60 aufgefundenen und grausam verstümmelten Kameraden und auch davon, daß die Sowjets bei ihrem Rückzug ca. 2.000 ermordete Ukrainer und Deutsche zurückließen. (Beweis: Militärarchiv Freiburg. Dokumentation A. de Zayas, US-Historiker, und Wehrmacht-Untersuchungsstelle, und Glosczeschewitz: Geschichte der Ukraine)

Neben dem Pauschalvorwurf gegen die 6. Armee, die, weil völlig vernichtet, den Ausstellern besonders für Angriffe geeignet scheint (von 120.000 überlebten die Schlacht und die Gefangenschaft nur knapp 6.000, von denen heute kaum noch 1.000 am Leben sind und inzwischen so alt, daß sie sich nicht mehr der Verleumdung widersetzen können), spricht Hannes Heer im Kapitel über Tarnopol immer nur von den Untaten der "Sonderkommandos", aber einen schlüssigen Beweis für Verbrechen der Wehrmacht in Tarnopol bleibt er schuldig.

Stalins Befehle zur Brutalisierung der Kriegsführung, die überall verbreiteten Mordaufrufe Ilja Ehrenburgs werden verschwiegen, wie die Tatsache, daß allein in der Ukraine rund 80.000 Männer, Frauen und Kinder vor dem Einmarsch der deutschen Truppen durch die politische Polizei der Sowjets umgebracht wurden. Diese Greueltaten an polnischen, lettischen, ukrainischen und anderen Minderheiten bewirkten, daß die Bevölkerung beim Rückzug der sowjetischen Truppen blutige Rache nahm. Bei den Leichen auf den vier Fotos in der Ausstellung kann es sich durchaus um solche Racheopfer handeln.

Diese Tatsachen sind seit 50 Jahren bekannt, bewiesen und dokumentiert. (U.a. durch die Wehrmacht-Untersuchungsstelle Ludwigsburg. Siehe auch bei de Zayas.)

Fotos haben nur dann Beweiskraft, wenn Herkunft, Opfer und Täter, Zeit und Ort, wie Umstände des Geschehens genau belegt werden können. Hannes Heer erklärte in einem Interview dazu am 29. Mai 1997 dem Weser-Kurier gegenüber: daß ein "Großteil des Ausstellungsmaterials" aus den Archiven Osteuropas, z.B. aus Minsk stamme.

Gerade in Minsk fanden zahlreiche Scheinprozesse gegen deutsche Gefangene statt, die u.a. mit fragwürdigen "Beweisen" schwerer Kriegsverbrechen angeklagt wurden. Unzählige deutsche Soldaten sind - überwiegend unschuldig - so zum Tode durch den Strang, durch Erschießen und zu 25 Jahren Zwangsarbeit verurteilt worden. Dazu haben sich die Russen bekannt und revidieren jetzt diese Urteile. Seit 1993 sind 6.500 Wehrmachtsangehörige und verschleppte deutsche Zivilpersonen rehabilitiert worden. Darunter auch die hingerichteten deutschen Soldaten, denen wider besseres Wissen über Jahrzehnte die von den Sowjets begangenen und jetzt von den Russen zugegebenen Morde an 25.700 polnischen Offizieren in KATYN angehängt worden waren.

Es läßt sich nicht bestreiten, daß es bei einer so zweifelhaften Beweislage völlig unseriös ist, die Verbrechen in Tarnopol in Bausch und Bogen der Wehrmacht anzulasten. Aus diesen und weiteren Fakten läßt sich eindeutig ableiten, daß es den Ausstellern nur darum geht, die Soldaten der Wehrmacht, unter Verletzung jeder wissenschaftlichen Sorgfaltspflicht, zu einer Verbrecher-Armee zu stempeln und den Ungeist der Zwietracht unter den Generationen zu säen.


Interessierte erhalten auf Anforderung eine ausführliche Begründung der Beanstandungen von
Wolfgang Söhner, Ankeloher Straße 27 in 27624 Bad Bederkesa.


Hintergrund - Literaturhinweis:

Rüdiger Proske,
"Vom Marsch durch die Institutionen zum Krieg gegen die Wehrmacht"
Eine zweite Streitschrift wider den Mißbrauch der Geschichte deutscher Soldaten zu politischen Zwecken.
ca. 200 Seiten, kart. DM 29,80 ISBN 3-7758-1365-9
v. Hase & Koehler Verlag Mainz


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