VI. Die Deportationen

1. Die Ausgangslage

Ab 1942 wurden Juden aus dem Deutschen Reich sowie den von ihm besetzten oder mit ihm verbündeten Staaten massenhaft in auf polnischem Gebiet gelegene Konzentrationslager und Ghettos, in geringerem Umfang auch in KLs auf Reichsgebiet sowie in auf besetztem sowjetischem Territorium liegende Ghettos und Lager geschickt. Für die meisten der betreffenden Staaten ist die Anzahl der Verschleppten dank der erhaltenen deutschen Deportationslisten recht genau bekannt. So wissen wir z.B. dank den Forschungen Serge Klarsfelds, daß aus Frankreich knapp 76.000 Juden deportiert worden sind,[73] was gut einem Fünftel der in Frankreich lebenden Juden entsprach; allerdings waren die meisten solche mit fremden Pässen.[74] Auch für Belgien, Holland und andere westeuropäische Staaten sowie schließlich für das Deutsche Reich selbst sind die Ziffern weitgehend unstrittig. Bezüglich Ungarns wird die Zahl von ca. 438.000 jüdischen Deportierten allgemein anerkannt und nur von einem einzigen seriösen Autor, dem amerikanischen Professor Arthur Butz, in Frage gestellt.[75] Hingegen sind die Deportationen aus Polen, dem demographischen Kernland des europäischen Judentums, nur sehr lückenhaft dokumentiert, und die in der offiziellen Geschichtsschreibung anzutreffenden Zahlenangaben sind hier äußerst fragwürdig.

In den nicht weniger als 515 Seiten, die Hilberg den Deportationen im zweiten Band seines Werkes widmet, bewegt er sich folglich mit Ausnahme des Schlüssellandes Polen auf weitgehend sicherem dokumentarischem Grund, was den Zeitpunkt und Bestimmungsort der Deportationen sowie die Anzahl der Betroffenen anbelangt. Er widmet sich zunächst der Lage in jenem Teil Europas, wo die Nationalsozialisten ihre Judenpolitik nach freiem Ermessen durchführen konnten, also dem Reich selbst, dem Protektorat Böhmen und Mähren sowie dem Generalgouvernement, und anschließend jenen Ländern, wo sie mehr oder weniger große Rücksicht auf einheimische Regierungen oder zumindest einheimische Verwaltungen nehmen mußten; als Beispiele lassen sich Ungarn für die erste und Holland für die zweite Kategorie anführen.

Auf diesen 515 Seiten tritt Hilbergs Strategie deutlich zutage, sein Opus durch eine Fülle von nutzlosen Einzelheiten aufzublähen.

Er überschüttet seine Leser mit einer unendlichen Flut von Informationen, die für das Titelthema seines Werkes, die »Vernichtung der europäischen Juden«, ohne jeden Belang sind. So erfahren wir, daß der Bergbauminister der kroatischen Pavelic-Regierung Frkovic hieß, der Verkehrsminister der slowakischen Tiso-Regierung Stano, der Gesundheitsminister der rumänischen Antonescu-Regierung Tomescu und was der hochwichtigen Dinge mehr sind. Auf nicht weniger als sieben Seiten (S. 428-435) knüpft sich Hilberg den »bürokratischen Moloch Reichsbahn« vor, welcher die Transporte aus dem Reich durchführte, und langweilt seine Leser sogar mit einer pedantischen Aufzählung der für die Reichsbahn zuständigen Staatssekretäre im Verkehrsministerium.

Erreicht wird die angestrebte Erhöhung der Seitenzahl auch durch fleißig gesammelte Anekdoten der folgenden Art:

»Am 3. Oktober 1942 berichtete die Propagandaabteilung in Radom von einem verwirrenden Vorfall, der sich um die Entsendung einer Postkarte drehte. Die Deutschen gaben in Polen ein Blatt für die ortsansässige deutsche Bevölkerung heraus, die "Krakauer Zeitung". Der Leiter der Radomer Zeitungsredaktion hatte aus Lemberg eine Postkarte erhalten, die auf deutsch begann: "Ich kann nicht deutsch. Können Sie sich alles vom Polnischen auf deutsch übersetzen." Dann fuhr der Kartentext auf polnisch fort: "Alte Hurenmietze und du alter Hurenbock Richard. Euch ist ein Kind geboren. Möge es diesem Kind so ergehen, durch sein ganzes Leben, wie uns Juden bei euch. Ich wünsche Euch das aus ganzem Herzen." Diese anonyme Karte verwirrte ihren Empfänger beträchtlich und beunruhigte die Propagandafachleute. Man fürchtete in der Propagandaabteilung, daß dies der Anfang einer wahren Postkartenflut sein könnte, weshalb man die Karte zur Spurensicherung an die Sicherheitspolizei übergab.« (S. 548)

Solche Stellen machen Hilbergs Werk zwar dicker, aber nicht besser!

2. Der Zweck der Deportationen: Arbeitseinsatz versus Ausrottung

Mit dem Fortschreiten des Krieges nahm der Arbeitskräftemangel im Deutschen Reich und dem von diesen beherrschten Ländern immer dramatischere Formen an. Eine Unzahl von Dokumenten belegt, wie verzweifelt die Nationalsozialisten immer neue Arbeiter für ihre Industrie - vor allem natürlich ihre Kriegsindustrie - zu rekrutieren trachteten. Hierbei kam dem Einsatz jüdischer Arbeitskräfte eine bedeutende Rolle zu. Neben in relativer Freiheit lebenden Juden - z.B. jenen, die im Ghetto von Lodz Stahlhelme für die Wehrmacht herstellten - wurden Hunderttausende von Juden als Zwangsarbeiter in die Konzentrations- und Arbeitslager eingeliefert oder für die Rüstungsindustrie zwangsverpflichtet.

Da die Deutschen laut Hilberg eine systematische Ausrottung der Juden betrieben, können die Deportationen für ihn logischerweise kein anderes Ziel verfolgt haben, als die Deportierten eben dieser Ausrottung zuzuführen. Nun liegen zwar zahlreiche dokumentarische Beweise für durch Fleckfieber und andere Seuchen sowie mangelnde Ernährung hervorgerufene erschreckend hohe Todesraten in Lagern und Ghettos vor, nicht aber für eine deutsche Ausrottungsabsicht und erst recht nicht für das Vorhandensein von Vernichtungslagern, in denen Juden mit Gas ermordet wurden. Andererseits beweisen, wie eben erwähnt, viele Dokumente den Einsatz der Juden in der Kriegswirtschaft; hierfür einige Beispiele:

Am 25. Januar 1942, fünf Tage nach der Wannseekonferenz, schrieb Heinrich Himmler an den Generalinspektor der Konzentrationslager, Richard Glücks:[76]

»Richten Sie sich darauf ein, in den nächsten Wochen 100.000 männliche Juden und bis zu 50.000 Jüdinnen in die KL aufzunehmen. Große wirtschaftliche Aufgaben werden in den nächsten Wochen an die Konzentrationslager herantreten. SS-Gruppenführer Pohl[77] wird Sie im einzelnen unterrichten.«

Am 30. April 1942, als - laut offizieller Geschichtsschreibung - in den "Vernichtungslagern" Chelmno und Belzec eine hunderttausendfache Massenausrottung in vollem Gange war und eine solche in zwei weiteren "Vernichtungslagern", Sobibor und Auschwitz, unmittelbar bevorstand, hielt Oswald Pohl in einem Schreiben an Himmler fest:[78]

»Der Krieg hat eine sichtbare Strukturänderung der Konzentrationslager gebracht und ihre Aufgaben hinsichtlich des Häftlingseinsatzes grundlegend geändert. Die Vermehrung von Häftlingen nur aus Sicherheits-, erzieherischen oder vorbeugenden Gründen allein steht nicht mehr im Vordergrund. Das Schwergewicht hat sich nach der wirtschaftlichen Seite hin verlagert. Die Mobilisierung aller Häftlingsarbeitskräfte zunächst für Kriegsaufgaben (Rüstungsindustrie) und später für Friedensaufgaben schiebt sich immer mehr in den Vordergrund.

Aus dieser Erkenntnis ergeben sich notwendige Maßnahmen, welche eine allmähliche Überführung der Konzentrationslager aus ihrer früheren einseitig politischen Form in eine den wirtschaftlichen Aufgaben entsprechende Organisation erfordern.«

Am 21. August 1942, einen Monat nachdem laut Hilberg und den anderen "Holocaust"-Gelehrten mit Treblinka ein fünftes "Vernichtungslager" in Betrieb genommen worden war, schrieb Martin Luther, Chef der Deutschland-Abteilung des Auswärtigen Amtes, in einem Memorandum:[79]

»Der Grundsatz der deutschen Judenpolitik nach der Machtübernahme bestand darin, die jüdische Auswanderung mit allen Mitteln zu fördern. [...] Der jetzige Krieg gibt Deutschland die Möglichkeit und die Pflicht, die Judenfrage in Europa zu lösen. [...] Auf Grund der erwähnten Führerweisung [eines im August 1940 gefällten Entscheids Hitlers zur Abschiebung aller Juden aus Europa] wurde mit der Evakuierung der Juden aus Deutschland begonnen. Es lag nahe, gleich die jüdischen Staatsangehörigen der Länder mitzuerfassen, die ebenfalls Judenmaßnahmen ergriffen hatten. [...] Die Zahl der auf diese Weise nach dem Osten abgeschobenen Juden reichte nicht aus, den Bedarf an Arbeitskräften dort zu decken.«

Hier wird also klipp und klar festgehalten, daß die Abschiebung von Juden nach Osten die Ausnutzung ihrer Arbeitskraft bezweckte.

Die vor allem auf Seuchen, aber auch auf schlechte Ernährung und Bekleidung zurückzuführenden extrem hohen Todesraten in den Lagern beeinträchtigten deren wirtschaftlichen Nutzen natürlich aufs schwerste. Deshalb sandte Glücks am 28. Dezember 1942 ein Rundschreiben an alle KL-Kommandanten, in denen er diese persönlich für die Erhaltung der Arbeitskraft der Häftlinge verantwortlich machte. Er schrieb:[80]

»Die 1. Lagerärzte haben sich mit allen ihnen zur Verfügung stehenden Mitteln dafür einzusetzen, daß die Sterblichkeitsziffern in den einzelnen Lagern wesentlich herabgehen. [...] Die Lagerärzte haben mehr als bisher die Ernährung der Häftlinge zu überwachen und in Übereinstimmung mit den Verwaltungen dem Lagerkommandanten Verbesserungsvorschläge einzureichen. Diese dürfen nicht nur auf dem Papier stehen, sondern sind von den Lagerärzten regelmäßig nachzukontrollieren. [...] Der Reichsführer SS hat befohlen, daß die Sterblichkeit unbedingt geringer werden muß.«

Diesen Befehl zur Senkung der Sterblichkeit erließ Himmler zu einer Zeit, wo laut Hilberg und den anderen "Holocaust"-Historikern sechs Vernichtungslager auf Hochtouren liefen, denn zwei Monate zuvor sollen die Vergasungen auch in Majdanek, der sechsten "Todesfabrik", begonnen haben. Deutlicher läßt sich kaum aufzeigen, daß die Vernichtungsthese in keinem wie auch immer gearteten Zusammenhang mit den dokumentarisch erhärteten Fakten steht.

In der Tat verbesserten sich die Zustände in den Lagern als Folge dieser Anweisung ganz erheblich, und die Sterblichkeit sank innerhalb von acht Monaten um fast 80%.[81]

Am 26. Oktober 1943, zu einem Zeitpunkt, wo laut Hilberg 4,3 Millionen Juden ausgerottet waren und die Ausrottung von weiteren 800.000 noch bevorstand (S. 1300), stellte Oswald Pohl den Kommandanten von 19 Konzentrationslagern ein Rundschreiben zu, in dem es hieß:[82]

»Im Rahmen der deutschen Rüstungsproduktion stellen die KL, dank der Aufbauarbeit, die in den vergangenen 2 Jahren geleistet wurde, einen Faktor von kriegsentscheidender Bedeutung dar. Aus dem Nichts haben wir Rüstungswerke geschaffen, die ihresgleichen suchen.

Wir haben nun mit allen Kräften dafür zu sorgen, daß die bereits erzielten Leistungen nicht nur gehalten, sondern noch weiterhin gesteigert werden. Das ist, nachdem die Werke und Fabriken im Wesentlichen stehen, nur dadurch möglich, daß wir die Arbeitskraft der Häftlinge erhalten und noch weiter heben.

In früheren Jahren konnte es im Rahmen der damaligen Erziehungsaufgaben gleichgültig sein, ob ein Häftling eine nutzbringende Arbeit leisten konnte oder nicht. Jetzt aber ist die Arbeitskraft der Häftlinge von Bedeutung, und alle Maßnahmen der Kommandeure, Führer des V-Dienstes und Ärzte haben sich auf die Gesunderhaltung und Leistungsfähigkeit der Häftlinge zu erstrecken. Nicht aus falscher Gefühlsduselei, sondern weil wir sie mit ihren Armen und Beinen benötigen, weil sie dazu beitragen müssen, daß das deutsche Volk einen großen Sieg erringt, deshalb müssen wir uns das Wohlergehen der Häftlinge angelegen sein lassen.

Ich stelle als erstes Ziel: höchstens 10% aller Häftlinge dürfen infolge Krankheit arbeitsunfähig sein. In einer Gemeinschaftsarbeit aller Verantwortlichen muß dieses Ziel erreicht werden. Notwendig ist dazu:

1) eine richtige und zweckentsprechende Ernährung,

2) eine richtige und zweckentsprechende Bekleidung,

3) eine Ausnützung aller natürlichen Gesundheitsmittel,

4) Vermeidung aller unnötigen, nicht unmittelbar für die Arbeitsleistung erforderlichen Anstrengungen,

5) Leistungsprämien.«

Genau acht Tage später, am 3. November 1943, sollen die Deutschen in Majdanek und zwei von dessen Nebenlagern laut Hilberg über 40.000 jüdischen Arbeiter erschossen haben (S. 559)!

Auch für 1944 verfügen wir über eine erhebliche Zahl von Dokumenten, die den Einsatz von - vor allem jüdischen - Häftlingen in der Rüstungsindustrie belegen; so ordnete Adolf Hitler am 11. Mai jenes Jahres persönlich den Einsatz von 200.000 Juden im Rahmen des Jäger-Bauprogramms an.[83] Wenige Tage später rollten, immer laut Hilberg und Konsorten, die ersten Todeszüge mit ungarischen Juden nach Birkenau. Ein Kommentar erübrigt sich.

Die wirtschaftlichen Aspekte der Deportationen einfach zu übergehen, war für Hilberg angesichts der zahllosen diesbezüglichen Dokumente natürlich nicht möglich. Er widmet ihnen im Zusammenhang mit der Deportation polnischer Juden in die Lager immerhin 20 Seiten (S. 550-570) und führt auch eine Anzahl konkreter Beispiele für den jüdischen Arbeitseinsatz an. So schreibt er auf S. 551:

»In Oberschlesien hatte die Organisation Schmelt, eine für die Rekrutierung von Arbeitskräften in den schlesischen Gebieten zuständige Behörde, Zehntausende von Juden aus den Ghettos geholt und in ihre Arbeitslager gesteckt. Tausende dieser Juden wurden 1942 für den Bau von Rüstungsfabriken eingesetzt. Sie waren unentbehrlich genug, und den Höheren SS- und Polizeiführer von Oberschlesien, Obergruppenführer Schmauser, im April 1942 zu veranlassen, in einem Schreiben auf Himmler darauf hinzuweisen, daß ein Ersatz für 6.500 bei "Großbauten" eingesetzte Juden nicht in Sicht sei. Einige Monate später entdeckte die Firma Krupp, die in Markstädt bei Breslau die Errichtung einer Produktionsstätte für Schiffsartillerie plante, daß die Organisation Todt (Speers Baubehörde) bei Bauprojekten in der Umgebung zahlreiche Juden beschäftigte. Mit "voller Billigung" von Vizeadmiral Fanger schlug Krupp vor, diese Juden am Ort zu belassen und beim Bau der Geschützfabrik einzusetzen. Noch 1944 beschäftigten die schlesischen Krupp-Anlagen Tausende dieser Juden.«

Auf S. 564 liefert Hilberg ein Verzeichnis »einiger der bedeutendsten Unternehmen, die jüdische Arbeiter beschäftigten«, an; es handelt sich dabei um immerhin 17 Firmen.

Die Absurdität der Vorstellung, daß die auf Arbeitskräfte dringendst angewiesenen Deutschen zahllose solche mutwillig vernichtet haben, ist für die Verfechter der Ausrottungsthese natürlich ungemein genierlich. Sie behelfen sich regelmäßig mit dem Argument, man habe eben nur die arbeitsuntauglichen Juden vergast und die arbeitsfähigen am Leben gelassen. Diese Ausflucht steht jedoch in unlösbarem Widerspruch zu der von denselben Historikern aufgestellten Behauptung, man habe in vier von sechs Vernichtungslagern sämtliche Juden ungeachtet ihres Alters und Gesundheitszustandes unterschiedlos vergast[84] und dadurch viele hunderttausend potentielle Arbeitskräfte vernichtet. Wenn es eine Ausrottungspolitik gab, mußte ihr ein Mindestmaß an Logik zugrunde liegen, und ein solches läßt sich in der Politik, die Hilberg und Konsorten der NS-Regierung zuschreiben, schlicht und einfach nicht erkennen.

Um diese schreienden Widersprüche einigermaßen zu mildern, erfindet Hilberg Flügelkämpfe zwischen Vernichtungsbefürwortern und -gegnern innerhalb der NS-Spitze. So behauptet er auf S. 552:

»1942 war ein Jahr, in dem sich die Zivilverwaltung, die Ostbahn, dem Militärbefehlshaber oder der Rüstungsinspektion vertraglich verpflichtete Privatfirmen und die SS selbst in einer Vielzahl von geschäftlichen Unternehmungen jüdischer Arbeitskräfte bedienten. Vorreiter bei dem Versuch, das Verschwinden unersetzlicher jüdischer Arbeiter in den Tötungszentren zu unterbinden, waren der Militärbefehlshaber, General von Gienanth, und der Rüstungsinspektor, Generalleutnant Schindler.«

Eine Quelle wird nicht angegeben, denn der den Generälen von Gienanth und Schindler zugeschriebenen Versuch, das Verschwinden jüdischer Arbeiter in den Tötungszentren zu unterbinden, ist eine freie Erfindung Hilbergs. Um einen solchen - selbstverständlich durch kein Dokument gestützten - Versuch zu beweisen, hätte Hilberg zunächst einmal den Nachweis erbringen müssen, daß es Tötungszentren gab, und dies hat er auch nach 552 Seiten immer noch nicht getan.

3. Hilbergs erfundene Massenerschießungen in Galizien

Auf S. 521 teilt der erlauchte "Holocaust"-Hohepriester seinen Lesern folgendes mit:

»In Stanislawow [einer Ortschaft in Galizien], wo am 12. Oktober 1941 etwa 10.000 Juden auf einem Friedhof zusammengetrieben und erschossen wurden, vollzog sich der Wechsel zwischen örtlichen Massakern und Deportationen einer (von einem dreiwöchigen Ghettofeuer gefolgten) Erschießungsaktion im März 1942, einem Transport nach Belzec im April, weiteren Erschießungen im Sommer, in deren Verlauf jüdische Ratsmitglieder und Ordnungsdienstmänner an Laternenmasten aufgehängt wurden, und umfangreichen Transporten nach Belzec im September und Oktober [...]«

Lassen wir die Transporte nach Belzec, die »Erschießungsaktion im März 1942« und die »an Laternenmasten aufgehängten« Juden hier beiseite und begnügen wir uns mit der ersten der hier gelieferten "Informationen", der am 12. Oktober 1941 erfolgten Erschießung von nicht weniger als 10.000 Juden auf einem Friedhof in Stanislawow. Diese Zahl entspricht immerhin der Bevölkerung eines kleineren Städtchens. Auf welche Beweise stützt sich Hilberg, welche Quellen nennt er als Beleg für den zehntausendfachen Mord auf dem Friedhof? Schlicht und einfach keine, nicht einmal eine Zeugenaussage. Anders gesagt: Die Geschichte ist ein reines Hirngespinst.

Für einen noch größeren Massenmord, die Erschießung von über 40.000 jüdischen Rüstungsarbeitern, die sich am 3. November 1943 in Majdanek sowie dessen Nebenlagern Trawniki und Poniatowa zugetragen haben soll, liefert Hilberg immerhin Quellenangaben in Form von Zeugenaussagen (S. 563). Mit diesem - unerklärlicherweise als »Erntefest« in die "Holocaust"-Literatur eingegangenen - angeblichen Massaker hat sich der italienische Forscher Carlo Mattogno als erster auf wissenschaftlicher Basis auseinandergesetzt und dabei überzeugend nachgewiesen, daß jener Massenmord ins Reich der Legende zu verweisen ist.[85]

4. Wie die Schafe zur Schlachtbank...

Wenn wirklich Millionen von Juden in eigens dazu geschaffenen Tötungsanstalten umgebracht wurden, so ließ sich dies unter keinen Umständen geheimhalten. Diesem offenkundigen Umstand trägt auch Hilberg Rechnung. Beispielsweise schreibt er im Zusammenhang mit den "Vernichtungslagern" Chelmno, Treblinka und Belzec:

»Polen [...] war Standort aller sechs Vernichtungszentren, und die polnischen Transporte legten zumeist nur kurze Strecken von kaum mehr als 300 km in alle Richtungen zurück. Viele Blicke hefteten sich an diese Transporte und folgten ihnen bis zu ihren Bestimmungsorten. Der stellvertretende Befehlshaber der polnischen "Heimatarmee" (einer von London gelenkten Untergrundgruppe), General Tadeusz Bór-Komorowski, schrieb später, bereits im Frühjahr 1942 sei er genauestens über das Vernichtungslager Kulmhof (Chelmno) im Warthegau informiert gewesen. [...] Im Juli sammelte die Heimatarmee Aussagen von Eisenbahnarbeitern, die zu berichten wußten, daß in Treblinka mehrere hunderttausend Juden spurlos verschwunden seien.[86] Gelegentlich waren die Informationen, die aus den Lagern sickerten, überaus genau. Im Lubliner Distrikt war Mieczysław Garfinkiel, der Vorsitzende des Judenrats des Zamoscer Ghettos, ein Empfänger solcher Nachrichten. Anfang Frühling 1942 erfuhr er, daß die Juden von Lublin in überfüllten Zügen nach Belzec transportiert wurden und die Waggons nach jeder Fahrt leer zurückkehrten, um neue Opfer abzuholen. Er wurde gebeten, weitere Einzelheiten ausfindig zu machen, und nachdem er Kontakt mit den benachbarten jüdischen Gemeinden von Tomaszów und Belzec aufgenommen hatte, wurde ihm zu verstehen gegeben, daß täglich 10.000 bis 12.000 Juden in einem streng bewachten, von Stacheldraht umgebenen Gelände ankämen, das an einer besonderen Eisenbahnstrecke liege. Die Juden würden dort "auf eine seltsame Art und Weise" umgebracht. Garfinkiel, Anwalt von Beruf, schenkte diesen Berichten keinen Glauben. Nach ein paar Tagen berichteten ihm zwei oder drei fremde Juden, die aus Belzec entkommen waren, von den Vergasungen in den Baracken. Er glaubte immer noch nicht, was er gehört hatte. Am 11. April 1942 jedoch fand in Zamosc selbst eine größere Razzia statt. Nach einer Zählung der verbliebenen Bevölkerung seines Ghettos schätzte Garfinkiel, daß 3.150 Menschen fehlten. Am nächsten Tag kehrte der dreizehnjährige Sohn eines der Judenräte (Wolsztayn) aus dem Lager zurück. Der Junge hatte die nackten Menschen gesehen und gehört, wie ein SS-Mann vor ihnen eine Rede gehalten hatte. Der junge Wolsztayn, der sich, noch bekleidet, in einem Graben versteckt hatte, war mit dem Geheimnis von Belzec unter dem Stacheldraht durchgekrochen.« (S. 517f.)

Wie ein Lauffeuer mußte sich die Kunde von den Massenvergasungen unter diesen Umständen in ganz Polen verbreiten und von da aus in die angrenzenden Länder dringen! Wie reagierten nun die von der Vernichtung bedrohten Juden auf diese Hiobsbotschaften? Raul Hilberg enthält uns die Antwort nicht vor:

»In ganz Polen fand sich die überwältigende Mehrheit der Juden freiwillig an den Sammelstellen ein und bestieg freiwillig die Züge, die sie in die Tötungszentren transportierten. Wie an einer offenen Wunde verblutete die jahrhundertealte polnische Judengemeinde an dem Exodus, der die Ghettos erfaßte.« (S. 520)

Nein, schmeichelhaft ist das Zeugnis nicht, das Hilberg seinen "Rasse"- bzw. Glaubensgenossen hier ausstellt! Die gleich im Anschluß an diese Passage folgenden Ausführungen über jüdische Flucht- und Widerstandsversuche vermögen die Ungeheuerlichkeit der Behauptung, daß sich die überwältigende Mehrheit der Juden freiwillig in die Tötungszentren schaffen ließ, in keiner Weise zu übertünchen.

Noch im August 1944, als - immer laut unserem "Holocaust"-Papst - fast das gesamte polnische Judentum ausgerottet war, bestiegen die Juden des Ghettos von Lodz freiwillig und widerstandslos die Züge nach Auschwitz, denn:

»Durch Deportationsverzug war Lodz mittlerweile zum größten Ghetto geworden,[87] und seine 80.000 Bewohner hielten bei Gefängniskost und zwölfstündigem Arbeitstag weitere zwei Jahre lang durch. Dann auf einmal, im August 1944, wurden Bekanntmachungen angeschlagen, die die Überschrift trugen: "Verlagerung des Ghettos." Alle Juden wurden aufgefordert, sich bei Todesstrafe für diese Verlagerungsaktion bereitzuhalten. Dieses Mal wußten die Juden, wohin [der deutsche Amtsleiter der Ghettoverwaltung] Biebow sie "verlagern" würde, und so kam es in den Arbeitszonen I und II zu einer Art Sitzstreik. Niemand war gewillt, nachdem man so lange freiwillig ausgeharrt hatte und das Ende des Kriegs in Sicht kam, nun noch freiwillig in den Tod zu gehen. Die Deutschen beschlossen, einen Propagandafeldzug zu eröffnen. [...] Biebow [ergriff] das Wort. [...] Er, Biebow, habe immer versucht, sein Bestes zu geben. Auch jetzt wollte er nur das Beste, nämlich "durch Verlegung des Ghettos Ihr Leben zu erhalten". Gerade jetzt kämpfe Deutschland mit letzter Kraft. Tausende von deutschen Arbeitern seien auf dem Weg zur Front. Sie müßten ersetzt werden. Siemens und Schuckert benötigten dringend Arbeitskräfte; Union benötige Arbeiter; die Munitionswerke von Tschenstochau benötigten Arbeiter. [...] Die Reise, so Biebow, werde 10-16 Stunden dauern. Proviant sei bereits auf die Züge verladen worden. Jeder könne 40 Pfund Gepäck mitführen. Es empfehle sich, Töpfe, Pfannen und sonstige Gerätschaften mitzunehmen, da derartige Dinge in Deutschland nur an Ausgebombte abgegeben würden. Er gehe davon aus, daß man sich verstanden habe. Wenn nicht, und es zu Gewaltanwendung komme, könne er auch nicht mehr helfen. Die jüdischen Arbeiter der Arbeitszonen I und II ließen sich umstimmen. Sie gaben auf. Ende August war das Ghetto, mit Ausnahme eines kleinen Aufräumkommandos, leer. Die Opfer wurden nicht nach Deutschland gebracht, um dort in Fabriken zu arbeiten, sondern nach Auschwitz, um vergast zu werden.«

Waren sie nun strohdumm oder erbärmlich feige, die Juden von Lodz? Ersteres waren sie, wenn sie den Versprechen ihrer Henker Glauben schenkten. Letzteres waren sie, wenn sie ihr Schicksal voraussahen und trotzdem nicht versuchten zu fliehen oder, falls keine Chance auf Flucht bestand, wenigstens möglichst viele ihrer Henker mit sich in den Tod zu reißen. Wie die Schafe marschierten sie zur Schlachtbank!

Genau dasselbe taten, ebenfalls im Jahre 1944, die ungarischen Juden. Originalton Hilberg:

»In Ungarn hatten die Juden bis Mitte 1944 überlebt. Sie wurden in Hitlers letztem Jahr getötet, umgeben von einer Achsenwelt, deren Niederlage bereits unabwendbar war. [...] Die ungarischen Juden waren nahezu die einzigen, die bereits zu einem Zeitpunkt, als ihre Gemeinde noch unversehrt war, gewarnt waren und genau wußten, was sie erwartete. Schließlich waren die ungarischen Massendeportationen auch deshalb bemerkenswert, weil sie sich vor der Außenwelt nicht mehr verbergen ließen; sie wurden in aller Öffentlichkeit, vor den Augen der ganzen Welt, abgewickelt.« (S. 859f.)

Dr. Rudolf Kastner, ehemaliger Copräsident des ungarischen Zionistenverbandes, wird in diesem Zusammenhang von Hilberg wie folgt zitiert:

»In Budapest hatten wir eine einzigartige Gelegenheit, das Schicksal des Judentums zu verfolgen. Wir haben dort gesehen, wie sie nacheinander von der Landkarte Europas verschwanden. Im Augenblick der Besetzung Ungarns [d.h. im März 1944] belief sich die Anzahl der toten Juden auf über fünf Millionen. Wir wußten sehr gut von der Arbeit der Einsatzgruppen, wir wußten mehr als nötig war über Auschwitz [...]. Bereits 1942 hatten wir ein genaues Bild über das, was im Osten mit den nach Auschwitz und den anderen Vernichtungslagern deportierten Juden geschehen war.« (S. 888)

Am 19. März 1944 trafen sich Adolf Eichmann und einige andere »Deportationsexperten des RSHA« in Budapest mit den jüdischen Gemeindeführern. Über diese Begegnung berichtet Hilberg:

»Im Verlauf dieser Zusammenkunft lieferte Eichmann eine der beachtlichsten Darbietungen seiner Karriere. Nach den Worten des Historikers Levai gelang es ihm, "den Judenrat und, durch diesen, das gesamte ungarische Judentum regelrecht zu hypnotisieren". Eichmann eröffnete seine Rede, indem er die versammelten Juden mit einigen schlechten Nachrichten vertraut machte. Erstens, so erklärte er, müßten weitere ungarische Arbeitsbataillone aufgestellt werden;[88] sogleich versicherte er seinen Zuhörern jedoch, daß die jüdischen Arbeiter gut behandelt würden und womöglich sogar des Nachts nach Hause gehen könnten. Zweitens sei ein Judenrat zu bilden, der für alle Juden Ungarns zuständig sein solle. Dieser Judenrat werde als Überbringer der deutschen Anordnungen, als zentrale Finanzierungs- und Besteuerungsbehörde sowie als zentrale Sammelstelle für Informationen über das ungarische Judentum zu dienen haben. Drittens habe der neue Judenrat eine Zeitung herauszugeben, in der sämtliche deutschen Verordnungen zu veröffentlichen seien. [...] Das, schloß Eichmann, seien die deutschen Forderungen. [...] Den Juden fiel ein Stein vom Herzen. Sie wußten nun, was von ihnen verlangt wurde. Jeder begann auf eigene Faust, Listen für den Judenrat aufzustellen. [...] Gleichzeitig rief der Rat die jüdische Bevölkerung auf, Disziplin zu wahren und den Anordnungen zu gehorchen. "Es ist jedermanns Pflicht, sich auf entsprechende Anordnung des Zentralrats hin zur angegebenen Zeit am angegebenen Ort einzufinden."« (S. 889f.)

Rekapitulieren wir: Die ungarischen Juden »wußten genau, was sie erwartete«; sie hatten gesehen, wie die jüdischen Bevölkerungsgruppen »nacheinander von der Landkarte verschwanden«; sie hatten seit 1942 »ein genaues Bild über das, was im Osten mit den nach Auschwitz und den anderen Vernichtungslagern deportierten Juden geschehen war« - und was taten die jüdischen Führer? Sie übernahmen freiwillig die Rolle der »Überbringer der deutschen Anordnungen« und befahlen dem jüdischen Fußvolk, sich auf entsprechende Anordnung des Zentralrats hin zur angegebenen Zeit am angegebenen Ort einzufinden. Die jüdische Gemeindeführung war, so Hilberg, »zu einer Marionette in den Händen der Deutschen geworden« (S. 890). Mit anderen Worten, die jüdischen Führer waren feige Verbrecher, die bewußt und freiwillig bei der Ausrottung ihres Volkes mitwirkten - immer vorausgesetzt, Hilberg hat recht, und der Zweck der Deportationen lag tatsächlich in der Ausrottung der Deportierten.

5. In Auschwitz "Vergaste" tauchen in Stutthof auf

Das 36 km östlich von Danzig gelegene KL Stutthof - das Hilberg in seinem Riesenwerk an nur vier Stellen kurz erwähnt - ist für das Verständnis der deutschen Judenpolitik im zweitletzten Kriegsjahr von überwältigender Bedeutung. Stutthof nahm zwischen dem 29. Juni und dem 28. Oktober 1944 über 50.000 Juden auf, die aus dem Baltikum (Kaunas und Riga) sowie aus Auschwitz überstellt worden waren.[89] Die Deportationslisten sind teilweise im Archiv der Gedenkstätte Stutthof einsehbar.[90] Von den aus Auschwitz eingetroffenen Juden stammten 11.464 aus Lodz und 10.602 aus Ungarn.[91] Auch unter den aus Riga und Kaunas nach Stutthof transportierten Juden gab es eine erhebliche Zahl ungarischer.[92] Ganz offensichtlich waren diese nach ihrer Deportation aus Ungarn zunächst ins Baltikum geschickt worden - möglicherweise über den Eisenbahnknotenpunkt Auschwitz -, um dort bei Rüstungsprojekten eingesetzt zu werden, ehe das Herannahen der Roten Armee den Rückzug der Deutschen aus den beiden Baltenstaaten und somit auch die Räumung der dortigen Lager erzwang.

Stutthof erfüllte zu jenem Zeitpunkt die Funktion eines mächtigen Verteilerzentrums für Arbeitskräfte; die - größtenteils weiblichen - jüdischen Häftlinge wurden auf Nebenlager verteilt, in weiter südlich gelegene Lager überstellt oder in der Landwirtschaft eingesetzt.[93]

Wir sind uns bewußt, daß die von Auschwitz nach Stutthof Überstellten nur einen kleinen Teil der aus Lodz und Ungarn deportierten ungarischen Juden ausmachen. Der Verbleib der anderen ist großenteils noch ungeklärt; in dem Maße, wie sich die östlichen Archive öffnen, wird die Forschung hier Fortschritte erzielen können. Andererseits stellt jeder Jude, der Auschwitz lebend verließ, ein schlagendes Argument gegen die These dar, dieses habe als Vernichtungsstätte für die europäische Judenheit gedient. Zudem passen die Überstellungen voll und ganz zu den unzähligen Dokumenten, welche vom Arbeitseinsatz der Juden sprechen. Dies erklärt auch, warum Hilberg die Überstellungen nach Stutthof mit keinem Wort streift.

Der Grund für die Deportation der Lodzer sowie der ungarischen Juden war offenbar genau der, welchen der deutsche Amtsleiter der Ghettoverwaltung gegenüber den Juden von Lodz sowie Adolf Eichmann beim Treffen mit den ungarisch-jüdischen Gemeindeführern genannt hatte: Die Juden sollten zum Arbeitseinsatz abkommandiert wurden. Jene, die man in Auschwitz und dessen Nebenlagern nicht beschäftigen konnte, wurden nach Stutthof - oder in andere Lager bzw. Rüstungsbetriebe - überstellt.

Und die Juden waren sich dessen bewußt. Hätten sie gewußt oder auch nur geahnt, daß ihnen eine kaltblütige Vernichtung bevorstand, so hätten sie die Züge nach Auschwitz nicht bestiegen. Sie waren nicht die elenden Memmen, als die ihr Glaubensbruder Hilberg sie verächtlich darstellt. Angesichts eines sicheren Todes hätten sie jede noch so kleine Chance zur Flucht genutzt oder sich verzweifelt zur Wehr gesetzt.

Anders gesagt: Die Führer der Lodzer sowie der ungarischen Juden erkannten die seit Jahren fleißig verbreiteten Ausrottungs- und Vergasungsgeschichten als das, was sie waren, nämlich als Kriegspropaganda.


Anmerkungen

  1. In seiner Studie Le Mémorial de la Déportation des Juifs de France (Beate und Serge Klarsfeld, Paris 1978) gibt Klarsfeld die Anzahl der deportierten französischen Juden mit 75.721 an. Die Fehlerquote dürfte höchstens 1-2% betragen.
  2. Somit blieben die allermeisten Juden französischer Nationalität ungeschoren. Wie reimt sich dies mit der behaupteten Politik der systematischen Judenausrottung zusammen?
  3. Im Kapitel »Die ungarischen Juden« seines Buchs Der Jahrhundertbetrug, aaO. (Anm. 45), verficht Butz die These, die Veesenmayer-Depeschen, welche die Zahl von 438.000 aus Ungarn Deportierten belegen, seien Fälschungen, und in Wirklichkeit seien aus Ungarn kaum mehr als 100.000 Juden deportiert worden. Zur Stützung dieses Arguments führt Butz u.a. einen aus dem Jahre 1948 stammenden Bericht des IKRK über seine Aktivitäten in Ungarn an, in welchem die Massendeportationen von Frühling und Frühsommer 1944 nicht erwähnt werden. Obwohl wir Butz' These nicht als endgültig widerlegt ansehen, gehen wir von den allgemein anerkannten Deportiertenziffern aus, da diese nicht nur durch die Veesenmayer-Depeschen, sondern auch durch Kriegszeitdokumente neutraler Staaten bestätigt worden sind.
  4. NO-500.
  5. Oswald Pohl war Leiter des WVHA (Wirtschaftsverwaltungshauptamtes) der SS.
  6. R-129.
  7. NG-2586.
  8. NO-1523.
  9. PS-1469.
  10. Archiwum Muzeum Stutthof I-1b-8, S. 53.
  11. NO-5689.
  12. In Treblinka, Belzec, Sobibor und Chelmno soll nur eine Handvoll »Arbeitsjuden«, die man zum Betrieb der Vernichtungsstätten benötigte, von der sofortigen Vernichtung ausgenommen worden sein.
  13. Jürgen Graf und Carlo Mattogno, KL Majdanek. Eine historische und technische Studie, Castle Hill Publishers, Hastings 1997, S. 211-232 (online: http://vho.org/D/Majdanek).
  14. Hilberg ist sich der Absurdität dieser Behauptung offenbar nicht bewußt, sonst gäbe er sie nicht wieder. Treblinka wurde nämlich, wie er auf S. 956 festhält, im Juli 1942 eröffnet; das genaue Datum war der 23.7. (Enzyklopädie des Holocaust, aaO. (Anm. 34), Band III, S. 1430). Somit waren laut Hilbergs "Eisenbahnern" binnen maximal 8 Tagen (23.-31. Juli) in diesem winzigen Lager Hunderttausende von Juden "spurlos verschwunden"!
  15. Wie erklärt sich bloß dieser »Deportationsverzug«, wenn doch das "Vernichtungslager" Chelmno gleich in der Nähe lag?
  16. Nachdem Ungarn an der Seite des Deutschen Reiches in den Krieg gegen die UdSSR eingetreten war, wurden auch ungarische Juden einberufen. Sie mußten allerdings keinen Dienst mit der Waffe leisten, sondern wurden in Arbeitsbataillonen zusammengefaßt.
  17. Siehe dazu Jürgen Graf und Carlo Mattogno, Das Konzentrationslager Stutthof und seine Funktion in der nationalsozialistischen Judenpolitik, Castle Hill Publishers, Hastings 1999 (online: http://vho.org/D/Stutthof).
  18. Archiwum Muzeum Stutthof, I-II B- 11 (Transportlisten).
  19. Danuta Drywa, »Ruch transportów między Stutthof i innymi obozami«, in: Stutthof. Zeszyty Muzeum (Stutthof. Hefte des Museums), Nr. 9, Stutthof 1990, S. 17.
  20. Siehe vorletzte Anmerkung.
  21. J. Graf und C. Mattogno, aaO. (Anm. 89), S. 107-114.

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