Revisionismus und Pluralismus
Eine Einleitung von Mario Consoli
Der folgende Text stellt eine gekürzte, mit einigen Ergänzungen versehene freie Übertragung des in der italienischen Zeitschrift L’uomo libero (casella postale 1658, 20123 Milano/Italien; Nummer 41 vom April 1996) erschienenen Artikels „Nessun cambiamento senza vero pluralismo" (Kein Wandel ohne echten Pluralismus) dar.
A. Die Abwürgung des Pluralismus
Eine aufmerksame Analyse des politischen und kulturellen Lebens im Europa der ersten Hälfte unseres Jahrhunderts enthüllt eine Welt von aussergewöhnlicher Dynamik und intellektueller Originalität, die in schroffstem Gegensatz zum stagnierenden und unfruchtbaren Konformismus der letzten fünfzig Jahre steht.
An klingenden Namen fehlt es nicht. In Italien wirkten in jenen Jahrzehnen Denker wie D’Annunzio, Marinetti mit seiner futuristischen Schule, Soffici, Palazzeschi, Balla, Gentile, Papini, Prezzolini, Corridoni und Spirito; jenseits der Grenze unseres Landes begegnen wir Grössen wie Pound, Hamsun und Céline. Auch oppositionellen Denkern wie Croce, Gramsci und Sturzo gelang es, im faschistischen Italien neue Gedanken zu entwickeln und zu ver- breiten.
Antonio Gramsci, Vorsitzender der Kommunistischen Partei, besass im Gefängnis von Turi (Bari) eine Einzelzelle und verfügte über 700 Bücher, darunter die vollständigen Werke von Marx und Croce; ferner standen ihm 400 Bündel Zeitschriften zur Verfügung. Dem Philoso-phen Benedetto Croce war es während der gesamten faschistischen Ära bis zum Zweiten Weltkrieg möglich, seine Zeitschrift La Critica zu veröffentlichen. Auf dem Höhepunkt der faschistischen Macht publizierte Arnoldo Mondadori als erster in Europa die Werke Trotzkis, und in der Tageszeitung Corriere della Sera erschienen Artikel des grossen Theoretikers der permanenten Revolution. (Quelle: Fernando Ritter, Fascismo Antifascismo, Il Settimo Sigillo, 1991.)
Man diskutierte leidenschaftlich über die Ideen von Pareto, Spengler, Weber und Sorel; auf den Bühnen feierte Pirandello seine Triumphe; die Jugendlichen führten öffentliche Demonstrationen zu den Klängen der Hymnen von Mascagni und Puccini durch.
Und heute? Eine Horde von Geisteszwergen, denen jegliche Fähigkeit zur Formulierung neuer und origineller Gedanken abgeht, verdient sich ihren Lebensunterhalt dadurch, dass sie in immer groteskerer Weise gegen jene Ideen und jene Männer zu Felde ziehen, welche Italien während zwanzig und Deutschland während zwölf Jahren regiert haben.
Wenn man seine künstlich anerzogene Scheu überwindet und die Schriften Benito Mussolinis wieder liest, seine Carta del Lavoro, seine Dottrina del fascismo, sein Dizionario di politica, oder wenn man zu den Texten des Nationalsozialismus greift und sie hinsichtlich ihres Gehalts, ihrer inhaltlichen Tiefe, ihrer Originalität mit den Programmen der heutigen alten und „neuen" Parteien, den Artikeln der heutigen Politologen und der Phrasendrescherei der heutigen Politbonzen vergleicht, offenbart sich ein unüberbrückbarer Unterschied in Niveau.
Wie kann man den enornem Fortschrit der sozialen Gerechtigkeit ignorieren, der das faschistische Italien als Vorbild in Europa erscheinen liess? In jenen umstrittenen Jahren wurden für die sozialen Probleme kühne und langfristige Lösungen entwickelt, während es heute nie um mehr als um Lohnforderungen und Proteste gegen das ungerechte Besteuerungssystem geht. In den USA, die sich seit fünfzig Jahren anmassend als Modell für die Welt aufspielen, ist ein Mensch, der keine Kreditkarte besitzt, rechtlos und wird noch nicht einmal in ein anständiges Krankenhaus aufgenommen; er muss sich mit einem „Versuchskrankenhaus" be-gnügen, wo das Personal noch in der Ausbildung steht und die normalen Hygienevorschriften missachtet werden. Unlängst war von einem Mädchen aus der Unterschicht zu lesen, das sterben musste, weil man ihm die Aufnahme in ein New Yorker Krankenhaus verweigert hatte.
Kann man darüber hinwegsehen, dass die ersten ökologischen - oder, wie man heute sagen würde, „grünen" - Theorien von Walther Darré entwickelt worden sind, dem Landwirtschaftsminister des Dritten Reiches, zusammen mit konkreten Lösungen, wie sie heute kein „Grüner" anzubieten hat?
Gewiss bringt es uns nicht weiter, in nostalgische Wehmut zu versinken - und doch zwingen uns die im vorherigen festgestellten Tatsachen zu einer gründlichen Analyse der Faktoren, welche die kulturelle und politische Verödung des heutigen Europas ausgelöst haben.
Wie ist es möglich, dass die seit fünfzig Jahren herrschenden Kreise es so geschickt fertig-gebracht haben, unsere ganze Existenz auf den ökonomischen Aspekt zu reduzieren und uns ein einheitliches, platt materialistisches Wertesystem aufzunötigen, ohne auf ernsthaften Widerstand zu stossen? Warum sind wir alle zu gehorsamen Laufburschen der internationalistischen und multikulturellen Neuen Weltordnung geworden? Warum gibt es keinen Widerstreit zwischen verschiedenartigen Ideen und Werten mehr?
Weil der Pluralismus abgewürgt worden ist.
Pluralismus bedeutet Toleranz, Freiheit und Achtung vor der Verschiedenheit. Vor allem aber bedeutet er die Einsicht, dass es keiner Idee erlaubt ist, die Existenz der anderen zu ignorieren.
Das Fehlen eines echten Pluralismus in den letzten Jahrzehnten ist in der Menschheitsgeschichte eine ganz neue Erscheinung. Nie zuvor ist es vorgekommen, dass jedermann gezwungen wurde, dieselben Ideen zu akzeptieren und einem einheitlichen Welt- und Menschenbild zuzustimmen.
B. Die Krise des Menschen und des Staates
Einst wusste man, dass das Individuum nichts anderes als ein Glied in einer langen Kette ist. Viele Glieder gingen ihm voraus, viele werden ihm folgen. Dieser Sinn für die Kontinuität der menschlichen Existenz stärkte die Familienbande und schweisste Gemeinschaften, Nationen und Kulturen zusammen. Der Einzelmensch schöpfte aus dem Bewusstsein, Teil eines Ganzen zu bilden, geistige Stärke, aber auch einen starken Impuls zur Schaffung von Werken, die ihn überdauern würden. Im Angesichts des Todes war er sich bewusst, dass das Leben nicht mit ihm zu Ende ging. Weder starb seine Sippe mit ihm noch starben die Gemeinschaft, das Volk und die Kultur, deren Angehöriger er war.
Der übersteigerte Individualismus unserer Epoche hat den Menschen entwurzelt, seiner Heimat beraubt und ihn dazu verdammt, wirklich zu sterben. Die Vorstellung vom Tod als dem Ende aller Dinge ist in unserer Geschichte ein vollkommen neues Phänomen. Die Gedankenwelt unserer Ahnen, die, wenn sie ihren Wohnsitz wechselten, die Urnen ihrer Vorfahren mit sich nahmen, ist Lichtjahre von der Mentalität der heutigen Gesellschaft entfernt. In den modernen Grossstädten gelten Friedhöfe als genierliches Überbleibsel vergangener Zeiten, und vielleicht werden sie eines nicht allzu fernen Tages gänzlich verschwinden.
Wenn der Mensch die Glitzerwelt der Konsumgesellschaft verlässt und nach dem Sinn seiner Existenz fragt, entdeckt er die Ungeheuerlichkeit der Leere, die ihn umgibt. Dann überwältigen ihn Trostlosigkeit, Angst und Verzweiflung. In Europa gibt es heute prozentual achtmal mehr Selbstmorde als im letzten Jahrhundert.
Das Schicksal, das unser harrt, wird uns von den Vereinigten Staaten drastisch vor Augen geführt, jenem Land also, das uns seit fünfzig Jahren ständig als Vorbild angepriesen wird. Heute benutzen laut einer Studie des US-Gesundheitsministeriums 566 Amerikaner von 1000 bewusstseinsverändernde Drogen.
Was uns als materieller und individueller Wohlstand schmackhaft gemacht und zum eigentlichen Lebenszweck erhoben wird, birgt die Saat zu einer ununterbrochenen Kette von Katastrophen in sich. Jede Neuerung muss dem Augenblick dienen; nach ihrem langfristigen Segen fragt niemand. Keine auf Dauer ausgerichtete Massnahme wird je ergriffen, denn schliesslich wird alles vom Mechanismus des freien Marktes diktiert, der nur nach dem kurzfristigen Nutzen fragt.
Sämtliche Experten kennen den Preis, den unsere Nachkommen für unseren heutigen, verblendeten Konsumrausch werden bezahlen müssen. Sie werden sich in einer Umwelt behaupten müssen, in der sich die Lebensqualität in unvorstellbarem Masse verschlechtert haben wird und das natürliche Gleichgewicht in mancher Hinsicht unwiderruflich aus den Fugen geraten ist.
Und doch wagt niemand Widerstand zu leisten. Niemand wagt es, die Säulen zur Diskussion zu stellen, auf dem die internationalistische Neue Weltordnung ruht: Die Konsumwirtschaft und den Mythos vom immerwährenden Wachstum.
Wie die Individuen steuern auch die Staaten in diesem Europa des ausgehenden zweiten Jahrtausends blind auf ihren Untergang zu. Der souveräne Staat ist nur noch eine Erinnerung an alte Zeiten. Volle fünfzig Jahre nach dem Ende des Zweiten Weltkriegs nimmt man in Europa immer noch eine militärische Besetzung hin. Symbolträchtig ist da ein Zwischenfall, der sich vor einiger Zeit in Neapel abgespielt hat: Zwei Leutnants der US-Luftwaffe entrissen dort mitten im Stadtzentrum einer Passantin ihre Handtasche. Sie wurden von den Carabinieri festgenommen und dem Untersuchungsrichter vorgeführt, doch dieser sah sich im Hinblick auf ein schimpfliches „Abkommen" zwischen Italien und den USA gezwungen, sie der US-Militärpolizei zu übergeben (Corriere della Sera, 26. Januar 1995).
Das Europa von Maastricht bedeutet die endgültige Abdankung des unabhängigen Nationalstaats und der unabhängigen Völker zugunsten einer privaten, supranationalen Finanzmacht.
Die Privatisierungen, die hinter dem Rauchvorhang angeblich durch die öffentliche Verschuldung erzwungener ökonomischer Sachzwänge vor sich gehen, zeigen immer deutlicher ihr wahres Gesicht und enthüllen sich als hemmungsloser Ausverkauf der nationalen Reich-tümer, als Plünderung italienischer Güter zugunsten fremden Kapitals.
Die gesteuerte Masseneinwanderung führt, einmal abgesehen von ihren politischen und kulturellen Verheerungen, zu einer Reihe von schädlichen Folgen ganz praktischer Art, gegen die der italienische Staat schon deshalb einschreiten müsste, weil er in hartem Kampf um sein eigenes wirtschaftliches Überleben steht. Doch nein - während die Plage der Arbeitslosigkeit bedrohliche Ausmasse annimmt, schwafelt man von der Schaffung von Arbeitsplätzen für Immigranten; man bietet diesen Häuser und kostenlose medizinische Unterstützung an, während unzählige italienische Familien keine anständige Wohnung finden und man schon unverblümt von der Schliessung zahlreicher Krankenhäuser spricht.
C. Die Kriminalisierung des Faschismus und des Nationalsozialismus
Die allermeisten Jugendlichen wissen so gut wie nichts von der Geschichte unseres Jahrhunderts; sie kennen Gestalten wie Hitler und Mussolini vom Hörensagen, doch haben sie keine Ahnung von den Ideen, welche diese Gestalten verkörperten, und den Werten, welche ihre politischen Bewegungen im Europa der ersten Jahrhunderthälfte beseelten.
Fünfzig Jahre Gehirnwäsche, Geschichtsfälschung, stupide Kino- und Fernsehpropaganda haben dazu geführt, dass man jene Männer und jene Bewegungen mit roher Gewalt, sinnlosem Blutvergiessen, Fanatismus, in einem Wort, mit dem Bösen gleichsetzt.
Die Begriffe „Faschist" und „Nazi" sind heute jeglichen politischen, kulturellen und ideellen Inhalts entleert und zu Totschlagevokabeln geworden, mit denen man jeden Gegner niederknüppelt, also jeden, der sich der internationalistischen und multikulturellen Demokratie entgegenzustemmen wagt.
„Faschist!" Ein tödliches Schimpfwort, das jede freie Diskussion im Nu abblockt. Ein Schimpfwort, das den Schuldigen vom Recht auf Teilnahme an einer offenen Debatte ausschliesst. „Du bist Faschist, folglich bist du das Böse, folglich hast du keinerlei Rechte, du darfst weder sprechen noch schreiben noch für irgendwelche Werte eintreten."
Wir befinden uns heutzutage im Zeitalter einer atemberaubenden technologischen Revolution, die ungeahnte Informations -, aber auch ungeahnte Kontrollmöglichkeiten eröffnet. Wer Film, Fernsehen und Medien im Griff hat, kann Nachrichten und geschichtliche Fakten fast nach Belieben verzerren und verfälschen, kann die öffentliche Meinung manipulieren, und dies in ungleich grösserem Masse, als dies durch die Kontrolle der Zeitungen und Verlage zu Beginn des Jahrhunderts möglich war.
Wenn keine Zeitung und keine Fernsehsendung ein Ereignis vermeldet, dann hat dieses Ereignis, und mag es noch so bedeutsam sein, für die Geschichtsschreibung und für die öffentliche Meinung schlicht nicht stattgefunden; keiner wird sich damit befassen, und es wird keinerlei Folgen nach sich ziehen.
So gut wie niemand ist darüber unterrichtet, dass am 25. Oktober 1995 Franco Fredda und etwa fünfzig Mitglieder der Nationalen Front vom Gericht zu Verona wegen vollkommen gewaltloser politischer und kultureller Aktivitäten zu Strafen von teils mehreren Jahren Gefängnis verurteilt worden sind. Mit einer einzigen Ausnahme (Massimo Fini) hat sich kein Journalist dazu geäussert, und in keiner Fernsehsendung liess man auch nur ein Sterbenswörtchen dazu verlauten.
Vermelden hingegen alle Medien übereinstimmend dieselbe Nachricht, so geht diese auch dann als Realität ins Bewusstsein der Massen ein, wenn sie verfälscht oder gar von A bis Z erfunden ist. Ein Beispiel dafür bieten die - nachträglich als frecher Schwindel entlarvten - Zeugenaussagen über die „Greueltaten der Irakis in den Krankenhäusern von Kuweit" oder die Ammenmärchen über „intelligente" Bomben der Amerikaner, die angeblich Frauen, Greise und Kinder verschonen und bloss feindliche Soldaten töten. Solche Nachrichten sind es dann, welche die Haltung der Öffentlichkeit zum Golfkrieg und der gesamen Nahostfrage bestimmen.
Mit Hilfe dieser unglaublichen Manipulationstechniken haben es die Sieger des Zweiten Weltkriegs fertiggebracht, nicht nur eine Wiedergeburt des Faschismus und des National- sozialismus, sondern auch der traditionellen geistigen und kulturellen Werte zu verhindern, welche das Leben Europas unzählige Jahrhunderte hindurch geprägt haben.
Dabei bediente man sich folgender Methode: Man verknüpfte traditionelle europäische Werte wie Liebe zur Heimaterde und zur Familie, Heroismus, Ehrlichkeit, Pflichtbewusstsein und Spiritualität mit dem Faschismus, dem Nazismus, mit Mussolini und Hitler.
Nachdem diese Gleichsetzung erst im Unterbewusstsein der Massen verankert war, reichte eine Steigerung der antifaschistischen Propaganda für die herrschenden Mächte vollkommen aus, um eine Wiedergeburt der für sie gefährlichen Werte im Keim zu ersticken.
Indem man das im Zweiten Weltkrieg besiegte Europa mit dem Bösen gleichsetzte, erreichte man weit mehr als die blosse Ächtung der Faschisten und der Nationalsozialisten. Man setzte gleichzeitig das ganze Wertesystem ausser Kraft, das jahrtausendelang eine Zivilisation von weltgeschichtlich einzigartiger Grossartigkeit aufrechterhalten hatte. Mit Mussolini und Hitler wurden auch Platon und Dante, Machiavelli und Nietzsche, Cäsar und Napoleon, Rom und das Heilige Römische Reich an den Pranger gestellt.
Der Kreis schliesst sich.
Analysiseren wir, um konkrete Beispiele zu liefern, einige der fundamentalen Dogmen unserer Zeit:
So also sieht der „Pluralismus" aus, mit dem uns das demokratisch-kapitalistische System beglückt! Das Bekenntnis zu dergleichen Werten ist in dieser Gesellschaft obligatorisch.
Der totale Konformismus der Ideen ist aber der Friedhof der Ideen. Er ist die Endstation der Geschichte.
D. Die Rolle der offiziellen Geschichtsschreibung
In noch stärkerem Grad als die Politik und die Kultur befindet sich die Geschichtsschreibung im unerbittlichen Würgegriff der herrschenden Mächte. Niemandem wird erlaubt, den Chor der Lobgesänge auf die Neue Weltordnung durch Misstöne zu stören.
So stehen auf der einen Seite die Guten und auf der anderen die Bösen, denen die Schuld an allem und jedem in die Schuhe geschoben wird, von der Entfesselung des Zweiten Weltkriegs bis hin zu sämtlichen je begangenen Grausamkeiten.
Als wirksamstes Instrument zur Kriminalisierung des Faschismus und des Nationalsozialismus erweist sich aber seit dem Nürnberger Prozess die Anklage des Völkermordes an den Juden. „Sechs Millionen", in diabolischen Gaskammern tückisch ermordet und dann zu Asche verwandelt. Sechs Millionen - eine runde, schreckenerregende Zahl. Männer, Frauen, Greise, Kinder - alle wurden sie ausgerottet, nur weil sie Juden waren! Der „Holocaust" ist heutzutage ein Bleigewicht, das für alle Zeiten am Fuss Deutschlands und Europas hängen bleiben soll.
Konzentrationslager gab es überall, nicht nur in Deutschland und auf dem von der Achse kontrollierten Gebiet, sondern in vielen europäischen und aussereuropäischen Ländern.
Wieviele Kriegsgefangene liess man in sowjetischen und anglo-amerikanischen Lagern an Hunger und Ermattung sterben? Wieviele Deutsche wurden NACH KRIEGSENDE abgeschlachtet? Es handelt sich um eine sechsstellige Zahl! Und die Zerstörung Dresdens? Und die vielen anderen Terrorangriffe auf deutsche, italienische und japanische Städte? Und Hiroshima, und Nagasaki? Und die Plünderungen, die Massenmorde an der Zivilbevölkerung? Und die Hunderttausenden von geschändeten italienischen und deutschen Frauen? Und die jugoslawisch-kommunistischen Steinbrüche, in denen Tausende von Italienern elendiglich krepierten?
Und wie sind die Amerikaner mit einem ihrer edelsten Landsleute, dem Dichter Ezra Pound, umgesprungen? „Er wurde in einen Stacheldrahtkäfig ohne Dach und ohne Gefäss zur Verrichtung seiner Notdurft eingesperrt; das Essen verabreichte man ihn durch den Stacheldraht hindurch, und tagsüber bedeckte er sich den Kopf mit den Händen, um sich vor der sengenden Sonne zu schützen (...) Nach zwei Wochen sperrte man ihn in einen zweimal zwei Meter grossen Käfig aus Eisen und Holz, der von einem schweren Metallnetz umgeben war. Das Dech bestand aus pechverklebter Pappe und der Boden aus Zement. Er war kaum vor dem Regen geschützt und wurde Tag und Nacht von grossen Scheinwerfern beleuchtet. Im November 1945 wurde er in die USA überstellt und ohne gerichtliches Urteil volle zwölf Jahre lang in eine Anstalt für gemeingefährliche Irre gesperrt..." (Pietro Ciabanetti, Coltano 1945, Mursia.)
Um ganze Nationen und ganze Völker zu kriminalisieren, brauchte es weit mehr als einzelne spektakuläre Vergeltungsmassnahmen gegen Zivilisten, das harte und entbehrungsreiche Leben der Häftlinge in den Konzentrationslagern und die rüden Verhörsmethoden der Gestapo. Solcherlei hat es immer wieder bei den verschiedensten Völkern gegeben.
Was die Konzentrationslager betrifft, so gab es allein im Nachkriegspolen nicht weniger als 1255 davon. In ihnen wurden hauptsächlich Deutsche interniert, und zwar zu 99% Zivilisten, Frauen und Kinder. Hunderttausende von ihnen (nach dem jüdischen Schriftsteller John Sack allerdings „nur" 80.000) fanden den Tod (John Sack, Auge um Auge, Kabel Verlag, 1995).
Hinsichtlich der Misshandlung von Kriegsgefangenen reicht der Hinweis auf einen Fall unter vielen, nämlich die Behandlung der nationalsozialistischen Angeklagten im Dachau-Prozess. Nach dem Eingeständnis einer amerikanischen Untersuchungskommission wurden sie „jeder Art von körperlicher und seelischer Folter unterworfen: 137 von 139 wiesen zerquetschte Hoden auf" (Carlo Mattogno, Intervista sull’Olocausto, Edizioni di Ar, 1995).
Doch all dies wird von den „sechs Millionen Juden" überschattet, die angeblich in Rahmen eines eiskalt durchdachten Vernichtungsprogramms grösstenteils in Gaskammern ermordet wurden.
Unter dem Eindruck des Holocaust hat Europa den Juden die anachronistische Errichtung ihres Staates Israel im Nahen Osten erlaubt, wobei die arabische Bevölkerung vertrieben oder versklavt wurde. Unter dem Hinweis auf den Holocaust gestattet die Weltöffentlichkeit den Juden noch heute, die besetzten Gebiete illegal und mit brutalen Mitteln zu verwalten.
Jeder noch so fadenscheinige Vorwand ist in Literatur, Wissenschaft, Kunst und Politik gut genug, um den „Holocaust" in Erinnerung zu rufen - Tag für Tag. Die Propagandadampfwalze wird mit den Jahren nicht etwa schwächer, sondern heftiger. Und in immer mehr europä-ischen Staaten wird die jüdische „Wahrheit" über den „Holocaust" unter gesetzlichen Schutz gestellt. Revisionistische Werke werden immer häufiger verboten und beschlagnahmt.
Der „Holocaust" muss ein Mythos bleiben, ein Dogma, das jeder freien Geschichtsforschung entzogen bleibt. Bricht dieses Dogma zusammen, dann gerät nämlich die ganze heutige Deutung der Ereignisse des Zweiten Weltkriegs ins Wanken. Dasselbe gälte für die Politik. Es wäre endlich möglich, bei der Debatte über das künftige Geschick Europas zu einem wirk-lichen Pluralismus zurückzukehren. Ganz plötzlich wäre es dann nämlich nicht mehr ehrenrührig, über jedes Argument mit jedermann zu diskutieren - sogar mit echten Faschisten! Damit kämen jene Werte wieder zu Ehren, die im Gegensatz zum Internationalismus das Recht der Völker auf Wahrung ihrer Identität und auf Unabhängigkeit beinhalten. Es ist beileibe kein Zufall, dass die Anerkennung des Holocaust der letzte und entscheidende Obolus war, denn Gianfranco Fini, Führer der postfaschistischen Alleanza Nazionale, als Preis für die Erlaubnis zum Mitmachen bei diesem System entrichten musste. „Der Holocaust lässt sich nicht tilgen", „Leider ist alles geschehen", las man im Fini-Organ Il secolo d’Italia vom 9. Februar 1992.
Wie die Mechanismen funktionieren, dank denen sich die orthodoxe Auffassung vom „Holocaust" am Leben erhält, hat Alberto Tagliati, Chefredaktor der Zeitschrift Historia, mit erfrischender Ehrlichkeit dargelegt. In der Juniausgabe 1995 brachte die Zeitschrift ein Interview mit Prof. Luigi Cajani, das unter dem Titel „Una storia incancellabile" (Eine unauslöschliche Geschichte) die offizielle Version vom Holocaust bestätigte. Von der vorherigen Direktion war beschlossen worden, parallel zum Cajani-Interview ein Gespräch mit dem revisionistischen Auschwitz-Fachmann Carlo Mattogno zu publizieren. Tagliati entschied dann, nur den Cajani-Text zu drucken, worauf Mattogno seine Argumente in einer Schrift mit dem Titel Intervista sull’Olocausto bei Edizioni di Ar veröffentlichte.
Hier nun Tagliatis Begründung seines Vorgehens:
Geschichte ist das, was eine Epoche bei der Beurteilung einer anderen als nützlich betrachtet. Ich glaube nicht, dass diese Ansicht revidiert und korrigiert werden muss, am allerwenigsten hinsichtlich des Nazismus. Gewiss, die offizielle Geschichsschreibung hat diesen von einem einseitigen Standpunkt aus beurteilt, nämlich von dem der Sieger, vom Nürnberger Standpunkt aus (...) Fünfzig Jahre nach dem Zweiten Weltkrieg gibt es allerdings Leute, die eine kalte ‘Objektivität’ fordern und ein akademisch neutrales, ‘ungetrübtes’ Urteil anstreben (...) Diese pedantischen Versuche zur Quadratur des Kreises lassen deutlich das Bestreben erkennen, den Nazismus zu rechtfertigen.
Sind die Geschichtsforscher also zu Knechten der herrschenden Ideologie herabgesunken? Hat man wirklich vergessen, dass eines der hervorstechenden Merkmale der europäischen Zivilisation die peinlich genaue Forschung und die Suche nach der Wahrheit - mag diese auch unwillkommen sein - ist? Glaubt man denn allen Ernstes, mit dem Zweiten Weltkrieg sei es endgültig gelungen, alle europäischen Völker, ihre gesamte Kultur, ihre gesamten Werte, ihre gesamten Ideale für immer zu begraben?
Als die ersten revisionistischen Texte Prof. Robert Faurissons erschienen, unterzeichneten 34 französische Intellektuelle unter Führung der jüdischen Historiker Pierre Vidal-Naquet und Léon Poliakov am 21. Februar 1979 in Le Monde einen Aufruf, in dem die inzwischen klassischen Sätze standen:
Man darf nicht fragen, wie so ein Massenmord technisch möglich war. Er war technisch möglich, weil er stattgefunden hat.
E. Einige Standardvorwürfe gegen die Revisionisten
Wir halten es für notwendig, einige Standardvorwürfe gegen den Revisionismus zu erwähnen und zu widerlegen.
Der erste dieser Vorwürfe besteht darin, den Revisionismus mit dem „Neonazismus" gleichzusetzen.
Dies ist eine ebenso willkürliche wie ungerechtfertigte Behauptung. Viele der bedeutendsten Vertreter des Revisionismus stehen von ihrer Denkweise her den Ideen des Nationalsozialismus und Faschismus fremd, wenn nicht gar feindlich gegenüber. Ihre Untersuchungen sind historischer und nicht ideologisch-politischer Natur.
Die Revisionisten haben ihre Zeit nie damit verschwendet, zu werweisen, ob die National-sozialisten „gut" oder „böse" waren, ob Hitler recht oder unrecht hatte. Sie haben sich stets bemüht, die nackten Fakten zu ermitteln und die Wirklichkeit vom Mythos zu trennen.
Immer wieder wirft man den Revisionisten auch vor, sie schmähten mit ihren Werken das Ansehen der Toten, hetzten zum Rassenhass auf oder rechtfertigten Völkermord. Unlogischer und verquaster kann man kaum noch argumentieren! Wie kann jemand einen Völkermord rechtfertigen, wenn er zu beweisen bestrebt ist, dass besagter Völkermord gar nie stattgefunden hat? Wie kann eine Forschungsarbeit, die die Realität von der Legende zu scheiden versucht, den Rassenhass schüren oder das Ansehen der Toten verunglimpfen?
Schliesslich hört man immer wieder folgendes Argument: Auch wenn die „sechs Millionen" eine stark übertriebene Zahl seien und in Wirklichkeit sehr viel weniger - sagen wir eine halbe Million - Juden in den Lagern den Tod gefunden hätten, sei dies trotzdem ein nicht minder schlimmes Verbrechen, denn „schon ein einziger ermordeter Jude, schon ein einziger nur aufgrund seines Judentums Ausgegrenzter schreit zum Himmel" (Il Secolo d’Italia, 9. Februar 1996).
Stimmt - aber diese Argumentation hat weitreichende Konsequenzen. Der gleichen Logik zufolge ist auch ein einziger ermordeter oder aufgrund seiner Nationalität oder Überzeugung ausgegrenzter Deutscher, Japaner, Italiener, Nationalsozialist oder Faschist schon einer zuviel!
F. Am Scheideweg: Terror oder Dialog?
Neben der staatlichen Verfolgung der Revisionisten gelangten andere Methoden gegen diese zur Anwendung: Verleumdung, Berufsverbote, physischer Terror bis hin zum Mord; hier nur einige Beispiele von vielen für letzteres:
– 1974 wurde der französische Geschichtslehrer François Duprat mit einer Autobombe in die Luft gesprengt.
– Am 4. Juli 1984, dem amerikanischen Unabhängigkeitstag, wurde das kalifornische „Institute for Historical Review" von Terroristen niedergebrannt.
– Im selben Jahr wurde der Revisionist Prof. Hermann Grive in Köln ermordet.
– 1989 wurde Prof. Robert Faurisson in Vichy von einem Schlägertrupp, der sich „Fils de la mémoire juive" (Söhne des jüdischen Andenkens) nannte, überfallen und halbtot geprügelt.
– Im Februar 1996 wurde das Haus des Faschismusexperten Prof. Renzo de Felice in Brand gesteckt.
Daneben gibt es aber Zeichen, die hoffnungsvoll stimmen.
Ehrliche Intellektuelle sind nicht bereit, diese Anschläge auf die freie Meinungsäusserung und die freie Forschung widerspruchslos zu schlucken.
Führen wir als Beispiel einen Appell an, den Dutzende italienischer Gelehrter und Kulturschaffender am 3. März 1995 in der linken Zeitschrift Il manifesto sowie in der Juniausgabe 1995 der ebenfalls linken Publikation La Lente di Marx veröffentlicht haben. Anlass dafür war das in Frankreich erlassene Verbot des Buchs L’Holocauste au Scanner (französische Übersetzung von Der Holocaust auf dem Prüfstand) von Jürgen Graf. Hier ein Auszug aus dem Appell:
Gegenwärtig lässt sich in Europa eine äusserst beunruhigende Tendenz beobachten, die darin besteht, geschichtliche Streitfragen vor Gericht zu entscheiden, wobei es zu unannehmbaren Einmischungen der Justiz und der Politik ins kulturelle und akademische Leben dieses oder jenes Landes kommt. Damit geht oft eine lärmige, intellektuell dürftige Hetzkampagne seitens der Medien einher. Wir sind der Auffas-sung, dass in Europa ebenso wie in Iran, in Deutschland ebenso wie in Ialien und Frankreich die geschichtliche Forschung frei von jeglichen Fesseln sein sollte und dass völlige Gedankenfreiheit herrschen muss. Ob eine Gedanke richtig ist oder nicht, kann sich nämlich nur in einer freien, wissenschaftlichen Debatte erweisen und nicht in den Urteilen irgendeines Gerichts und in den politischen Zwecken dienenden, holzhammerartigen Kampagnen dieses oder jenes Massenmediums.
Es handelt sich da um wichtige Feststellungen, die auf einen Klimawechsel hoffen lassen, auch wenn die Zahl der Intellektuellen, die es wagen, dermassen offenkundige und elementare Prizipien durch ihre Unterschrift zu unterstützen, vorderhand noch viel zu gering ist, um die Mauer des Schweigens zu durchbrechen.
Wir fordern im Namen des Pluralismus absolute Forschungs-, Meinungs- und Publikationsfreiheit für die revisionistischen Historiker und Forscher.
Nur aus einem sachlichen, freien Dialog, bei dem alle Thesen ungehindert geäussert und untermauert werden dürfen, kann eine harmonische kulturelle und politische Entwicklung der europäischen Völker erwachsen.
Die revisionistischen Forscher haben Bücher, Aufsätze, Interviews und Dokumentationen publiziert, welche ihre Thesen stützen. Wären diese Thesen grundsätzlich falsch und die Methoden der Revisionisten fehlerhaft, so hätte man sie mit wissenschaftlichen Widerlegungen und Gegengutachten schachmatt gesetzt. Dass man den Revisionisten nichts Besseres entgegenzusetzen hat als Tätlichkeiten, Attentate, polizeistaatliche Repressionsmassnahmen sowie Hetzkampagnen in den Medien, verstärkt die Zweifel an der Richtigkeit der offiziellen Geschichtsschreibung und erhärtet den Verdacht, dass man die Wahrheit mit aller Gewalt unterdrücken will.
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