2. Der Wille zum Krieg der Alliierten

Winston Churchill im November 1939 im britischen Rundfunk: „Dieser Krieg ist ein englischer Krieg und sein Ziel ist die Vernichtung Deutschlands! Mein Hauptbeweggrund, die Bekanntgabe festumrissener Friedensbedingungen immer wieder abzulehnen, obwohl sie oft verlangt wurden, war, daß eine Erläuterung der Bedingungen, auf denen die drei großen Bundesgenossen unter dem Druck der öffentlichen Meinung hätten bestehen müssen, auf jede deutsche Friedensbewegung noch abstoßender gewirkt hätte als die verschwommene Formel »Bedingungslose Kapitulation'. Ich erinnere mich an einige Versuche, Friedensbedingungen zu entwerfen, mit denen man den Rachedurst der Sieger Genugtuung verschaffen wollte. Sie wirkten schwarz auf weiß so fürchterlich und gingen so weit über das hinaus, was später in Wirklichkeit geschah, daß ihre Veröffentlichung den deutschen Kampfwillen nur geschürt hätte." (W. Churchill, „Der Zweite Weltkrieg", Band II, Seite 316.)

Der Erste Weltkrieg verschob das Machtgefüge in Europa zugunsten der Versailler Sieger, vornehmlich Frankreichs, Großbritanniens, aber nicht minder der sich vor allem wirtschaftlich vorschiebenden USA. In Form der kommunistischen Macht in Rußland aber brachte der Erste Weltkrieg eine neue politische Komponente ins europäische Kraftfeld, die sich die Revolutionierung, Vernichtung und Eroberung aller europäischen Staaten, ja aller Staaten der Welt und sei es mit Blut und Terror, Enteignung und Freiheitsverlust zum Ziel setzte. Das unter Berufung auf die neuen Völkerrechtsnormen vom „Selbstbestimmungsrecht der Völker" geschaffene „Ordnungssystem von Versailles" schuf zwar neue Grenzen - vornehmlich in Osteuropa -, er-

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zwang die Beseitigung der Monarchie in Deutschland, die Zerschlagung von Österreich-Ungarn -, doch was verwirklicht worden war, entsprach nicht diesen Grundsätzen. Es schuf im Gegenteil Unrecht, Minderheitenprobleme, Volkstumskampf, Enteignung, Vertreibung und das in erster Linie auf Kosten des besiegten Deutschland. J. W. Kneeshaw, Unterhausabgeordneter der Labour-Party, äußerte sich 1920 anläßlich eines Parteitages in Scarborough wie folgt über das Versailler Diktat:

„Wären wir das besiegte Volk und hätten solche Bedingungen auferlegt bekommen, so würden wir, statt uns ruhig auf sie zu verpflichten, in unseren Schulen und Heimen begonnen haben, unsere Kinder auf einen Vergeltungskrieg vorzubereiten, der das unerträgliche Joch der Eroberer abschüttelt. Diese Bedingungen waren nicht nur ein Anschlag auf Deutschland, Österreich und andere besiegte Nationen. Sie waren auch ein Anschlag auf das ganze Gewebe der Zivilisation." (Jaksch, Wenzel, „Europas Weg nach Potsdam", 1958, Seite 214.)

Dazu wirkte sich die Entwaffnung, Dauerdiskriminierung dieses Deutschland durch die siegreichen Großmächte Frankreich, Großbritannien und USA sowie die revolutionäre Unterhöhlung der durch die Komintern gesteuerten kommunistischen Partei Deutschlands verhängnisvoll aus. Das sich hieraus naturgemäß entwickelnde Chaos in Deutschland wurde schließlich abgefangen durch eine in der Weimarer Demokratie legal bis zur stärksten Partei angewachsene Kraft, die, gestützt auf das postulierte „Selbstbestimmungsrecht der Völker", dieses Deutschland - entgegen den Absichten der Versailler Drahtzieher - wieder in den international geachteten Rang eines gleichermaßen souveränen Staates zurückführte.

Aufschlußreich für die Beantwortung der Kriegsschuldfrage ist auch eine Äußerung des damaligen englischen Premierministers Macdonald vor dem Hauptausschuß der Abrüstungskonferenz in Genf am 16. März 1933: „Einer meiner Freunde hat neulich sehr ernste Worte gesprochen: ,Entweder Deutschland erhält Gerechtigkeit und Freiheit, oder aber Europa wird die Gefahr der Vernichtung laufen.'" (Brennecke, Gerhard, „Die Nürnberger Geschichtsentstellung", 1970, Seite 78.)

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Deutschland wurde auf sämtlichen Abrüstungskonferenzen nach 1919 die Gleichberechtigung verwehrt.

Die internationale Anerkennung dieser neuen Kraft war ihr wiederum nur möglich, weil sie sich allein schon mit ihrer Namensgebung - Nationalsozialistische deutsche Arbeiterpartei - sowohl eine nationale Beschränkung (im Gegensatz zu den Imperialstaaten sowie sonstige Internationalisten) auferlegte, als sich auch den sozialpolitischen Aufgaben verpflichtete.

Der Zeitgeschichtler Professor Edwin Hennig berichtet: „Der amerikanische Korrespondent Knickerbocker hatte schon in den Anfängen der NS-Herrschaft bei allen führenden Männern Europas gründlich Umfrage gehalten und gab als Ergebnis bekannt: ,Von dreißig europäischen führenden Staatsmännern, Königen, Diktatoren, Außenministern und Generalstabschefs .. . versäumte nicht ein einziger zu erklären, daß Hitler aufrichtig sei in seinen Versicherungen, daß er weder jetzt noch in naher Zukunft einen Krieg wünsche.'" Hennig erwähnt einen von Knickerbocker wiedergegebenen „emphatischen Ausspruch" des französischen Außenministers Barthou: „Wenn es auf der ganzen Welt einen Mann gibt, der heute den Frieden will, dann ist es Hitler." (Hennig, Edwin, „Zeitgeschichtliche Aufdeckungen", 1964, Seite 97.) Im Zusammenhang mit der Kriegsschuldfrage besagen die „Genfer Protokolle" zur „friedlichen Beilegung" internationaler Streitigkeiten: „Angreifer ist derjenige, der sich weigert zu verhandeln." Ohne auf Einzelheiten eingehen zu müssen, ist unzweifelhaft:

1) Die Machtverschiebung in Deutschland 1933 vollzog sich unblutig, wie es keine Revolution vorher aufzuweisen hatte.

2) Machtveränderungen innerhalb eines Staatsgefüges bringen notwendigerweise menschliche Härten für jene mit, die jene Machtveränderung bekämpft haben.

3) Wertmesser zur Beurteilung jener Härten kann nur die Gesamtlage des betreffenden Volkes, nicht die persönliche Stellung einzelner sein.

4) Zu richten haben hierüber ausländische Staatsmänner ohnehin nicht, schon gar nicht solche, die erst über wer weiß wieviel Millionen Tote zur Macht gelangt waren wie die Bolschewiki.

5) Kein Staatsmann, keine Partei wird so töricht oder in der Lage sein, binnen sechs Jahren aus einem total wehrlosen, wirtschaftlich am

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Boden liegenden, an seinen Grenzen bedrohten, auf internationaler Ebene diskriminierten Volk, dazu mit sechs Millionen Arbeitslosen und gut organisierten kommunistischen Gegnern, ohne für eine moderne Rüstung wesentliche Rohstoffe -, gegenüber der schon im Ersten Weltkrieg siegreichen Koalition der Welt-Imperialmächte einen Krieg zu planen und vom Zaun zu brechen.

6) Die Begriffe Kriegsschuld und Aggression sind bis heute nicht verbindlich geklärt. Die Vereinten Nationen haben ihre Versuche zur Klärung dieser Begriffe seit langem eingestellt.

7) Das Interalliierte Militärtribunal in Nürnberg hat 1946 Deutschland nicht des Angriffskrieges gegen Großbritannien, Frankreich und die USA angeklagt.

8) Insbesondere die britische Regierung - mit Unterstützung und auf Drängen des US-Präsidenten Roosevelt - hat 1939 eine auf Krieg drängende, ihn schließlich unausweichlich machende Politik mit europäischer, ja mit weltweiter Auswirkung betrieben. Lord Maurice Alers Hankey, während des Ersten wie während des Zweiten Weltkrieges als Minister Mitglied des britischen Kriegskabinetts, urteilte am 5. Mai 1949 im Oberhaus zu London wie folgt über die Nürnberger Sieger-Prozesse: „Es war ein schamloses und abstoßendes Schauspiel gewesen, britische, französische und amerikanische Richter neben Kollegen sitzen zu sehen, die ein Land vertraten, das während und nach dem Prozeß die Hälfte aller möglichen politischen Verbrechen begangen hatte." (Härtle, Heinrich, „Freispruch für Deutschland", 1965, Seite 64.)

Bei anderer Gelegenheit äußerte Hankey: „Im Gegensatz zu dem, was man allgemein glaubt, ist die geschichtliche Darstellung der Tatsachen, auf welcher der Urteilsspruch und die Erwägungen des Nürnberger Gerichts beruhen, nicht der Wahrheit entsprechend. Man hat uns alles herausgegeben, was Hitler, Dönitz, Keitel, Jodl, Raeder, Rosenberg usw. belastete, aber es wurde kein Schimmer von dem durchgelassen, was zu derselben Zeit das britische Kriegskabinett, Mr. Churchill und die Admiralität zusammenbrauten." (Bardeche, Maurice, „Nürnberg oder die Falschmünzer", Wiesbaden 1957, Seite 40.) In der Zeitschrift „Tribüne" schrieb Hankey: „Ich führe die Nürnberger Prozesse auf das Bestreben zurück, die völkerrechtswidrigen Frie-

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densbrüche der neutralen Roosevelt-Truman-Regierung gegenüber Deutschland nachträglich zu rechtfertigen. Nach dem Gesetz des damals von allen Staaten anerkannten Völkerrechts waren Roosevelt und Konsorten des Friedensbruchs schuldig, und zwar unter Verletzung amerikanischer Gesetze und Verfassungsbestimmungen. Der eigentliche Hintergrund der Nürnberger Verfahren war nichts anderes als die Absicht, diesen Taten nachträglich den Schein der Gesetzlichkeit zu geben, indem man das Völkerrecht umstieß und die deutschen Politiker zu Kriegsverbrechern erklärte." (Krause, Gerhard, „Die Schuld am deutschen Schicksal", 1973, Seite 477.) Der Publizist und Spiegel-Autor Dirk Bavendamm, am Ende seiner Recherchen sei er zu der Gewißheit gelangt, daß 1938/39 nicht etwa Hitler das internationale Geschehen beherrschte, sondern „daß Roosevelt ihm das Gesetz des Handelns aufzwang" und daß genau hier der tiefere Grund für den frühzeitigen Kriegsausbruch und schließlich auch die deutsche Niederlage liegt. (Bavendamm, Dirk, „Roosevelts Weg zum Krieg", 1983, Seite 10 f.)

Am 11. September 1939 kommentierte die irische Zeitung „Leader": „Als das deutsch-russische Abkommen abgeschlossen wurde, hätten sie immer noch versuchen können, den Frieden zu erhalten, statt dessen aber haben sie die polnische Regierung in ihrer törichten Widerspenstigkeit bestärkt." (DSZ-Archiv)

Die bruchstückartigen Belege der „Schuldfrage des Zweiten Weltkrieges" in aller Kürze:

a) Die Vorgeschichte und Motive für die britische Garantie an Polen vom 31. März 1939, wie sie nicht zuletzt durch die Dokumentation aus dem Foreign Office mit den „British Foreign Policy Dokuments 1919-1939" eindeutig belegt sind, waren nicht auf den Schutz des polnischen Staates, nicht auf die Erhaltung bestimmter Grenzen, nicht auf die Sicherung des Friedens in Europa ausgerichtet, sondern von dem Willen Londons (und im Hintergrund auch Washingtons) getragen gewesen, Polen gegen Deutschland aufzuwiegeln mit dem Ziel einer militärischen Auseinandersetzung dieser beiden Staaten, in die dann später weitere Mächte hineingezogen werden konnten. Man wußte in London, daß sich Polen nicht vor Deutschland, hingegen aber sehr wohl vor der UdSSR gefürchtet hat, was jedoch jene

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Gentlemen der City nicht bewog, die ostpolnischen Grenzen zu garantieren, wohl aber die deutsch-polnische Grenze; gleichzeitig gaben sie der bereits im Frühjahr 1939 „kriegerisch gestimmten" polnischen Regierung (übrigens ein Ausdruck des britischen Botschafters in Warschau vom 25. März 1939), noch zeitig genug vor der von Polen gar nicht erbetenen britischen Garantie eine Blankovollmacht gegenüber Deutschland dahingehend, daß es in ihr (der polnischen Regierung) Belieben gestellt wurde zu entscheiden, wann und aus welchem Grunde ein Krieg mit Deutschland ausbricht.

Winston Churchill, der es schließlich wissen mußte, erklärte zu dieser Polen-Garantie: „Die Geschichte durchsucht man vergeblich nach einer Parallele zu diesem plötzlichen und vollständigen Richtungswechsel einer Politik, die seit fünf oder sechs Jahren bequeme, versöhnliche Befriedung anstrebte und dann fast über Nacht die Bereitschaft entwickelte, einen offensichtlich nahe bevorstehenden Krieg von größtem Ausmaß und unter den allerschlimmsten Umständen auf sich zu nehmen. Die Polen-Garantie war ein Markstein zum Verhängnis . . . Endlich war es zu einer Entscheidung gekommen, im ungünstigsten Augenblick und unter den unbefriedigendsten Verhältnissen, zu einer Entscheidung, die mit Gewißheit zum Niedermetzeln von Millionen Menschen führen mußte . . ." (W. Churchill, „Der Zweite Weltkrieg", 1. Buch, Band I, Seite 421-423, W. Jedrzejewicz, „Poland in the British Parliament 1939-1945", Band l, Seite 15 f.) Über die in Polen weithin verbreitete Geistesverfassung unmittelbar vor Ausbruch des Krieges und über die dort kursierenden neuen Landkarten schrieb der flämische Dichter und Schriftsteller Ward Hermanns am 3. August 1939: „Die Polen haben das letzte Gefühl für Maß und Größe verloren. Jeder Ausländer, der in Polen die neuen Landkarten betrachtet, worauf ein großer Teil Deutschlands bis in die Nähe von Berlin, weiter Böhmen, Mähren, die Slowakei und ein riesiger Teil Rußlands in der überaus reichen Phantasie der Polen schon annektiert sind, muß denken, daß Polen eine riesige Irrenanstalt geworden ist. (Richthofen, Bolko Freiherr von, „Polens Marsch zum Meer", 1984.) Es gab zahlreiche besonnene Kräfte in Polen, die sich aber gegen die von den Mächtigen und großen Teilen der Presse geschürte Haßkampagne nicht durchsetzen konnten.

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1940 ließ Hitler das fast 350000 Mann starke britische Expeditionsheer bei Dünkirchen über den Kanal abziehen, ohne es zu vernichten oder gefangennehmen zu lassen. General Blumentritt berichtet, wie Hitler in jener Zeit sprach: „Dann erstaunte er uns, wie er mit Bewunderung vom britischen Empire sprach, von der Notwendigkeit seiner Existenz und von der Zivilisation, die England der Welt gebracht habe ... Er verglich das britische Empire mit der katholischen Kirche - und er sagte, beide wären wesentliche Elemente für die Stabilität der Welt. Er sagte, daß alles, was er von England wolle, die Anerkennung der Stellung Deutschlands auf dem Kontinent sei. Die Rückgabe der deutschen Kolonien sei wünschenswert, aber nicht wesentlich . . . und er würde England sogar anbieten, es mit Truppen zu unterstützen, wenn es irgendwo in Schwierigkeiten gerate ... Er schloß damit, daß es sein Ziel sei, Frieden mit England auf einer Grundlage zu schließen, die anzunehmen es als mit seiner Ehre vereinbar betrachte." (DSZ-Archiv)

Hitler hoffte auf den Abschluß eines für Großbritannien tragbaren Friedens binnen sechs Wochen. Leider blieb auch diese auf den Frieden ausgerichtete überaus großzügige und noble Geste gegenüber den Engländern wirkungslos. Die in höchster Eile und mit französischer Hilfe über den Kanal verschifften „Bundesgenossen" machten dann Rommel in Nordafrika schwer zu schaffen. Auch hierbei wurde der Beweis erbracht, wer diesen Krieg unbedingt am Leben erhalten wollte. Die noble Geste Hitlers erwies sich als ein großer Fehler. Die eingeschlossene britische Expeditionsarmee durfte so nicht entkommen. Eine Gefangennahme der 350000 Briten hätte entweder den sofortigen Sturz Churchills nach sich gezogen oder aber die deutsche Besetzung der Britischen Inseln mit Leichtigkeit ermöglicht. In jedem Fall wäre es zu einem Frieden mit England gekommen, was den späteren Kriegseintritt der USA unmöglich gemacht hätte. In England gab es durchaus eine friedenswillige große Gruppe bis in die höchsten Kreise, die sich in dieser Situation mit Sicherheit durchgesetzt hätte, und der Krieg wäre nicht zu einem Weltkrieg mit diesen katastrophalen Folgen eskaliert.

Der bekannte britische Militärschriftsteller Liddell Hart sagt u. a.: „Für die Zwecke der Nürnberger Prozesse genügte die Unterstellung,

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daß der Krieg mit all seinen Folgen auf Hitlers Aggression zurückzuführen ist. Aber diese Erklärung ist zu simpel. Sie entspricht auch nicht den Tatsachen, denn Hitler wollte alles andere als einen Weltkrieg . . . Nach Kriegsende sind die wesentlichsten Archive in unsere Hände geraten und wir können uns ein präzises Bild von dem außerordentlichen Grad der Kriegsfurcht in den führenden deutschen Kreisen machen ... Die plötzliche Kehrtwendung Englands im März 1939 machte den Krieg unvermeidbar.

Sie schuf eine Situation, die mit einem überhitzten Kessel verglichen werden kann, in dem der Druck bis zu dem Gefahrenpunkt gestiegen war und dessen Sicherheitsventil dann plötzlich geschlossen wurde. Die Schuld liegt bei denen, die es gestatteten, den Kessel zu heizen und die auf diese Weise die Explosion herbeiführten . . . Die deutsche Armee war 1939 nicht bereit für den Krieg", schließt Liddell Hart. Zum gleichen Thema schreibt der Geschichtswissenschaftler Professor Dirk Kunert: „Um die Jahreswende 1938/39 bereits seien in Warschau die Würfel gefallen. Becks Gespräche mit Hitler und Ribbentrop seien lediglich ,Verschleierungsmanöver' gewesen, die Auseinandersetzungen mit dem Deutschen Reich auf einen Zeitpunkt hinauszuschieben, der es den Gegenmächten erlaubt hätte, aus der Position relativer Stärke zu handeln. Chamberlains Garantie für Polen war nur ein Echo auf die Stimme Roosevelts, die sich längst in Warschau Gehör verschafft hatte. Die polnische Halsstarrigkeit, die sich von Oktober 1938 bis März 1939 immer mehr verhärtete, ging nicht so sehr auf das Konto des britischen Premierministers, der selbst im Windschatten Roosevelts segelte, als vielmehr auf das des amerikanischen Präsidenten." Als die dramatisch inszenierte Krieg-in-Sicht-Panikmache im Januar und Februar 1939 die Gemüter in bis dahin nicht gekannten Spannungszustand versetzt hatte, habe Roosevelt das Tempo seiner psychologischen Kriegführung gegen das Deutsche Reich aktiviert. „Die Gerüchte, daß Deutschland umfangreiche Aggressionsabsichten unmittelbar verwirklichen wollte, waren bar jeder Substanz. Aber der durch sie ausgelöste politische Erdrutsch sollte die Rest-Tschechoslowakei im März 1939 in den Abgrund reißen." Im Januar 1939 sei der Rooseveltsche Schatten immer drohender am europäischen Horizont aufgezogen und habe Silhoutten geworfen,

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„die plötzlich den noch vor kurzer Zeit dunklen Schatten Stalins abdeckten". Plötzlich sei Stalin für alle zum Angelpunkt geworden. Er, der seit 1937 ins Abseits geraten sei, habe sich plötzlich umworben gesehen. Stalins Spaltungsstrategie habe die Gegensätze im kapitalistischen Lager verschärft. Die britische Garantie Polens sei für ihn der endgültige Beweis gewesen, daß die Auseinandersetzung ihren unvermeidlichen Lauf nehmen würde.

„In der Rolle des lachenden Dritten nahm er schließlich das Angebot Hitlers an, das den ,Zweiten Imperialistischen Krieg' auslösen sollte, auf den er sich seit Ende der zwanziger Jahre systematisch vorbereitet hatte." (Kunert, Dirk, „Ein Weltkrieg wird programmiert", 1984, Seite 291 f.)

b) Ausweitung der britischen Garantie an Polen Anfang April 1939 mit dem Ziel, daß Polen gegen Deutschland kämpfen solle auch dann, wenn aus irgendeinem beliebigen Grunde ein Krieg zwischen Deutschland und England ausbrechen sollte, wobei auch hier „die Frage des Aggressors" ausgeklammert war.

c) Der angestrebte Vertrag zwischen Großbritannien, Frankreich und der UdSSR im Juli 1939: Er sah einen Automatismus der Kriegsentwicklung vor, ganz gleich, wie immer sich Hitler verhalten würde; die „interessierten Mächte" in bezug auf die Länder Estland, Lettland, Litauen, Polen und Rumänien „behaupten sollten", Deutschland habe durch irgendeine Aktion die „Neutralität" eines dieser Länder verletzt, eine „wirtschaftliche Unterwanderung" oder eine „indirekte Aggression" unternommen. Wie gesagt, es genügte, wenn dies eine „interessierte Partei behauptet" und selbst militärisch interveniert.

d) Die Deckung und Anreizung aller provokativen Maßnahmen gegen Deutschland, Danzig oder die deutsche Minderheit in Polen durch London, die Garantie-Ausweitung bis zu dem Passus, daß „nur ein gemeinsamer Waffenstillstand" in Frage komme (25. August 1939), die bewußte Täuschung der Weltöffentlichkeit durch die angeblichen britischen Verhandlungsbemühungen kurz vor Kriegsbeginn usw. sind durch eindeutige Unterlagen der British Foreign Policy Documents als Kriegsinszenierung entlarvt.

e) Die Kriegsstimmung in London Ende August/Anfang September 1939 erhellt durch folgende Zitate: Der polnische Botschafter in London, Raczynski, berichtete:

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„Churchill telefonierte täglich, und gleichermaßen tat es Lord Lloyd an diesem Abend (30. August 1939), Mr. Harcourt Lohnstone, der die liberale Partei repräsentierte, kam, um mich zu sehen. Alle Leute drückten ihre Sorge darüber aus, daß die Polen schwach werden und der Gewalt nachgeben könnten.

Neben Dalton und Harcourt Johnstone erhielt ich täglich Telefonanrufe von Churchill, Bracken, Sandys und anderen, in denen die gleichen Befürchtungen wiederkehrten: Würde der Premierminister sein Wort uns gegenüber halten und würden wir unsererseits als der Eckstein der britischen Friedensfront' auf dem Kontinent festbleiben? Diese Haltung wurde durch teils signierte, teils anonyme Briefe ergänzt, die Tag für Tag hereinströmten. In den früheren Stadien der Krise gaben sie uns den Rat, Danzig flachzubomben oder den Nazi-Parteitag in Tannenberg auszunutzen (der dann nicht stattfand), um Hitler und seine Freunde mit einer wohlgezielten Bombe zu vernichten." (E. Raczynski, „In Allied London", Seite 22 ff.) Die Londoner Haltung und Sorge: Hier alles menschenmögliche zu tun, damit der Krieg nicht noch im letzten Moment verhindert wird, während drüben auf der anderen Seite des Kanals Deutschland mit allen Mitteln bestrebt war, den Krieg doch noch zu verhindern. Von England aus wurde zum erstenmal die Vernichtung eines Volkes als Kriegziel verkündet. Weder gab es in Deutschland zu jenem Zeitpunkt ein Programm zur „Endlösung der Judenfrage" noch eines „zur Vernichtung des polnischen Volkes", noch haben je deutsche Redner oder Staatsmänner die Vernichtung Englands oder anderer Völker als Kriegsziel aufgestellt oder auch nur als Wunsch anklingen lassen. Großbritannien hat für einen Sachverhalt, der nicht die britischen Interessen unmittelbar berührte, Deutschland den Krieg erklärt, seine Vernichtung gefordert und alles für die Ausweitung und Brutalisierung des Krieges getan. Rüssel Grenfell schrieb über die Kriegsziele Churchills und damit Großbritanniens:

„Was also blieb für Churchill als Kriegsziel übrig? Unsere alten Bekannten: die Ausrottung der Nazi-Tyrannei und des preußischen Militarismus . . .

Diese Tyrannei als solche unterdrückte das englische Volk nicht. Was also ging es die Engländer an, ob die Deutschen unter einer tyranni-

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sehen Regierungsform leben sollten oder nicht? Hatte nicht die Atlantik-Charta erklärt, die Engländer .respektieren das Recht der Völker, die Regierungsform, unter der sie leben wollen, selbst zu wählen?' Wenn sich also die Deutschen nicht selbst dafür entschieden, ihre Nazityrannei abzuschütteln, warum sollen dann viele, viele Engländer sterben, um die Deutschen davon zu befreien? Angenommen aber, daß die zwangsweise Unterdrückung von Tyrannei in fremden Ländern eine Pflicht der Engländer sei, wieso wurde dann eine andere Tyrannei zu einem Partner der Engländer bei diesem Vorhaben gemacht? Die kommunistische Tyrannei in der Sowjetunion war weitaus schlimmer als die Nazityrannei in Deutschland; die allgemeinen Lebensumstände des russischen Volkes lagen weit unter denen der Deutschen. Sklavenarbeit hatte in Rußland, gemessen an Vergleichbarem in Deutschland, einen gigantischen Umfang . . . Und doch begrüßte Churchill Rußland als willkommenen Verbündeten, als es in den Krieg hineingebracht wurde: einen Tyrannen als Helfer, einen anderen zu schlagen. Es ist klar: die Tyrannei an sich zu vernichten, war nicht Mr. Churchills Ziel. Er war nicht einmal sehr daran interessiert, die Nazityrannei selbst zu überwinden, als ihm eine Möglichkeit geboten wurde, dieses Ziel zu erreichen (mit Hilfe des deutschen Widerstandes) . . . Churchills Erklärung, die Nazityrannei ausrotten zu wollen, wirkte durchaus nicht überzeugend auf die Deutschen, daß diese Tyrannei schlecht für sie sei; im Gegenteil, sie mußten sie als so erfolgreich ansehen, daß Deutschlands Feinde entschlossen waren, sie zu zerstören . . ."

Pater E. J. Reichenberger (in „Wider Willkür und Machtrausch", Seite 425) hat dies treffend so zusammengefaßt: „Es ist heute meine Überzeugung, die sich vor allem in England gefestigt hat, daß der Krieg mit den Nazis gar nichts zu tun hat, überhaupt um kein Ideal geführt wird, sondern nur das Ziel hat, das deutsche Volk zu vernichten und Englands Weltmacht aufrechtzuerhalten zum Vorteil einer kleinen Clique . . . Alles was die dort herrschende Clique den Nazis vorwirft, praktiziert sie selbst skrupellos."

Die Analyse der britischen oder auch der US-amerikanischen Kriegsziele (von den sowjetischen ganz zu schweigen) macht eine erschreckend grundsatzlose Haltung anderen Menschen, anderen Völ-

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kern gegenüber deutlich, ob sich dies nun auf Deutschland als dem Gegner oder auf die „kleinen Verbündeten" bezieht, die sich nur bedingungslos diesem proklamierten Kriegsgeschrei anzuschließen und sich entsprechend zu schlagen hatten.

Bei einer so bestellten Sachlage kann es an sich auch nicht verwundern, daß diese „kleinen Verbündeten", vornehmlich jene in Ost-Mittel-Europa bedenkenlos der Machtgier des sowjetischen Bundesgenossen geopfert wurden, - ohne die geringsten moralischen Hemmungen. So ist die Geschichte des Krieges gegen Deutschland gleichzeitig ein furchtbares Lehrbeispiel für den Verrat an ganz Osteuropa. Beides stellt eine Einheit dar. Die Kriegszielbeschlüsse von Teheran (November 1943), Jalta (Februar 1945) und Potsdam (Juli/August 1945) sind nicht nur Beschlüsse gegen Deutschland gewesen, sondern Beschlüsse, die eine moralische Entwurzelung für alle europäischen Völker zum Inhalt hatten. Nur brutale Macht war der Maßstab für jene Entscheidungen, nichts anderes!

Um die Groteske voll zu machen: Jene Völker, die mit den Schlachtrufen: „Vorwärts christliche Soldaten", „Für die Freiheit der Völker", „Für die Demokratie", „Für die Menschenrechte" usw. zur Kriegführung aufgeputscht wurden - natürlich auch mit entsprechender Greuelpropaganda gegen die Feinde -, wurden von drei Männern geführt, von denen kein einziger sich für die entscheidenden Fragen während ihrer gesamten Amtszeit Rat oder gar Billigung ihrer Parlamente oder auch nur Kabinette eingeholt hatte. Alle „Großen Drei" - Churchill, Roosevelt und erst recht Stalin -haben absolut diktatorisch gehandelt und entschieden, den ganzen Krieg über, in bezug auf alle den Krieg und die Richtlinien der Politik betreffenden Fragen und Problembereiche. Keiner von ihnen war „christlich", keiner „demokratisch", keiner von Moralgrundsätzen motiviert!

Zur „Kriegsschuld" der Vereinigten Staaten schreibt der amerikanische Geistliche deutscher Abstammung Reverend Ludwig A. Fritsch und wandte sich mit seiner Schrift „The Crime of Our Age" an den US-Präsidenten, alle US-Kongreßabgeordneten und andere Persönlichkeiten in Schlüsselpositionen der USA, um ihnen folgende Fragen zu stellen: „Wußte unser Volk mit seiner ,freien' Presse etwas davon,

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daß Roosevelt über sechs Monate lang einen herausfordernden Angriffskrieg ohne Kriegserklärung gegen Deutschland und Italien führte, wobei die Geduld und Ehrauffassung dieser Nationen auf härteste Proben gestellt wurden?

Wußte unser Volk, daß Roosevelt und seine Mitarbeiter bewußt und vorsätzlich die Pearl-Harbor-Katastrophe heraufbeschworen, um sich dann vor die Nation stellen und Rache für den sogenannten ,Heimtücke-Angriff' fordern zu können? War Amerika ausreichend darüber unterrichtet, daß es sich nicht um einen ‚ideologischen' Krieg handelte, sondern um nackte Selbstsucht, Habgier und Machtpolitik seitens der Roosevelt-Regierung?" (DSZ-Archiv) Für den Deutschenhaß des US-Präsidenten Roosevelt weist der Zeitgeschichtler Heinrich Härtle unter anderem folgenden Beleg mit einem Bericht des US-Publizisten Lochner nach: „Schon im Sommer 1942 hatte meine Annahme Bestätigung gefunden, daß der Präsident Roosevelt entschlossen war, die Schuld des gesamten deutschen Volkes und nicht nur des Naziregimes für den Ausbruch des Zweiten Weltkrieges festzulegen." (Härtle, „Amerikas Krieg", Seite 299.)

Roosevelt selbst habe geäußert: „Wir müssen Deutschland hart behandeln, und ich meine das deutsche Volk, nicht nur die ,Nazis'. Wir müssen das deutsche Volk entweder kastrieren oder so mit den Deutschen verfahren, daß sie künftig keine Menschen zeugen können, die den bisherigen Weg fortsetzen wollen." Damit habe Roosevelt „zwischen Morgenthau und Theodor N. Kaufmann gestanden." (Härtle, a. a. O., Seite 310.)

In Lord Halifax, den britischen Außenminister, sah der US-amerikanische Geschichtsprofessor David L. Hoggan, den „zweiten" Hauptverantwortlichen für den Ausbruch des Zweiten Weltkrieges, dessen Kurs „von den geheimen Segenswünschen Roosevelt und Stalins begleitet" worden sei. Hoggan zeichnet folgendes Bild von der Lage in Europa nach der Münchener Konferenz, September 1938: „Deutschland blühte auf, und viele Anzeichen deuteten darauf hin, daß Frankreich, Großbritannien und Italien sich von den Auswirkungen der Weltwirtschaftskrise von 1929 zu erholen begannen ... Da es zwischen Frankreich und Deutschland keine territorialen Fragen oder

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Streitigkeiten mehr gab (Hitlers Verzicht auf Elsaß-Lothringen), waren die letzten Hindernisse einer fruchtbaren deutsch-französischen Freundschaft aus dem Weg geräumt."

Der „Himmel deutsch-italienischer Beziehungen" sei „wolkenlos" gewesen. In den Jahren vor 1938 habe sich das deutsch-polnische Verhältnis verbessert, Hoggan sieht für jene Zeit „vielversprechende Aussichten auf eine gedeihliche künftige Zusammenarbeit zwischen den beiden Ländern . . ."

„Hitlers freundschaftliche Haltung gegenüber dem britischen Empire war eine bekannte Tatsache", fährt Hoggan fort. „Ganz offensichtlich hegte Deutschland weder in der Flotten- noch in der Kolonialfrage die Absicht, seine frühere Rivalität mit Großbritannien wieder aufleben zu lassen. Mit dem deutschen Wohlstand wuchs der britische Welthandel, und so gab es keinen Anlaß, mit erneuten Spannungen ernsthafter Natur auf dem Gebiet des Handels zwischen den beiden ehemaligen Hauptrivalen auf dem Weltmarkt zu rechnen. Dies alles hätte den Beginn einer neuen Ära friedlicher Entwicklung in Europa bedeuten müssen."

Woran aber lag es, daß aus der „friedlichen Entwicklung" nichts wurde? Hoggan erklärt dies wie folgt: „Halifax war es in London gelungen, der britischen Regierung eine bewußte Kriegspolitik aufzuzwingen trotz der Tatsache, daß die meisten Deutschlandexperten der britischen Prominenz für eine Politik der deutsch-englischen Freundschaft eintraten. Der polnische Außenminister Beck hatte sich in Warschau, trotz der zahlreichen Warnungen von Polen, die von der Aussicht, ihr Land der Vernichtung anheimfallen sehen zu müssen, entsetzt waren, zur vollen Mitwirkung an den Kriegsplänen von Halifax bereitgefunden. Deutsche, italienische, französische und andere europäische Führer boten ihr Letztes zur Abwendung der großen Katastrophe auf, doch schlug alles fehl, während Halifax' Kriegspolitik, begleitet von den geheimen Segenswünschen Franklin Roosevelts und Josef Stalins, den Sieg davontrug. „Die Geschichte habe in der furchtbaren Tragödie eines unnötigen Krieges gegipfelt'." (David Hoggan, „Der erzwungene Krieg", Seite 792 f.)

Die tatsächlichen politischen Schritte Englands nach dem 31. März 1939 seien „unerbittlich auf den Krieg gerichtet" gewesen, heißt es

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bei Hoggan ferner. „Anstatt auf ein befriedigendes Übereinkommen mit Deutschland hinzuarbeiten - Hitler war gewillt, bei der Behandlung der polnischen und der tschechischen Frage maßvoll und vernünftig zu sein -, konzentrierte sich Halifax darauf, Italien einzuschüchtern und Frankreich unsicher zu machen, weil beide für den Frieden, statt für den Krieg eintraten.

Der polnischen Regierung riet er, Verhandlungen mit Deutschland abzulehnen, außerdem wurde Warschau beständig versichert, die britische Hilfe werde für jeden Krieg zur Verfügung stehen." Die zahlreichen Ersuchen der Reichsregierung um Vermittlung zwischen Deutschland und Polen oder um ein direktes deutsch-englisches Abkommen seien „mit Täuschungsmanövern beantwortet oder sonstwie übergangen" worden. „Alle diese britischen Machenschaften hatten ihre Wurzeln in der veralterten traditionellen Politik vom Gleichgewicht der Kräfte."

Die Aussicht auf uneingeschränkte britische Unterstützung seiner Großmachtträume auf Kosten Deutschlands sei „für den polnischen Chauvinismus eine unwiderstehliche Verlockung" gewesen. „Polens Führung machte einen deutsch-polnischen Krieg unvermeidbar, indem sie eine permanente Krise herbeiführte und sich dann weigerte, über ihre Beilegung zu verhandeln. Es hätte sich wahrscheinlich eine vollkommen andere Lage ergeben, wäre das Staatsruder in der Hand seines großen Führers Josef Pilsudski gewesen." (David Hoggan, Seite 796, 797.)

Deutschland hätte sich zu keinem Zeitpunkt vor der britischen Kriegserklärung am 3. September 1939 einer ausgehandelten Regelung mit Polen widersetzt, behauptet Hoggan. Ein Beweis dafür sei die zusagende Antwort Berlins auf den italienischen Konferenzplan vom 2. September 1939 gewesen und seine Bereitwilligkeit zu jenem Zeitpunkt, einem sofortigen Waffenstillstand in Polen zuzustimmen. Diese Politik sei fehlgeschlagen, weil sich das britische Empire entschlossen hätte, „Deutschland herauszufordern". (Hoggan, Seite 797) Hoggans Analyse der Motive Halifax: „Die Beweggründe Halifax im Jahre 1939 entstammen erkennbar der alten Tradition, den britischen Vorrang über die Nationen West- und Mitteleuropas aufrechtzuerhalten. Die Rolle seines Oheims, Sir Edward Grey, bei der Entfesselung

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des Ersten Weltkrieges hat er niemals angezweifelt. Halifax hatte nicht die Absicht, die Existenz eines Deutschen Reiches von 1939, das wohlhabender und einflußreicher war als das 1918 vernichtete Hohenzollernreich, zu tolerieren."

Nach Einschätzung Hoggans ist Halifax „ein Haupturheber des Zweiten Weltkrieges". Das deutsche Volk aber sei „mit einer geradezu widernatürlichen und gänzlich ungerechtfertigten Schuldlast beladen" worden. (Hoggan, Der erzwungene Krieg, Seite 789 f.) Es waren die Engländer und nicht die Deutschen, wie der betrügerisch gehandhabte Rachegerichtshof der Alliierten in Nürnberg vollständig unwahr behauptete, die sowohl den Geist wie auch den Wortlaut des Kellog-Briand-Paktes dadurch verletzten, daß sie absichtlich die Kriegspolitik zum Instrument ihrer nationalen Politik machten. Als Führer im Zweiten Weltkrieg benahm sich Hitler ständig wie ein Ehrenmann. Das böse Triumvirat Churchill, Stalin und Roosevelt benahm sich laufend wie sadistische Verschwörer und trügerische Lügner, die sie in Wirklichkeit auch waren. Bei der amerikanischen Präsidentenwahl im Jahre 1920 prahlte Roosevelt öffentlich, daß er als Wilsons Unterstaatssekretär der Marine im Krieg genug Verbrechen begangen hätte, um für viele Jahre ins Gefängnis zu gehen. Aber erst im Zweiten Weltkrieg konnte er zusammen mit Churchill und Stalin jenes unbegrenzte Böse, dessen er immer fähig war, zur Schau stellen. Alle drei Mitglieder dieses Triumvirats des Bösen übertrafen Nero, und sie haben ihren richtigen Platz als die schlimmsten politischen Führer, die die Menschheit je kennengelernt hat. (Hoggan, David L., „Der unnötige Krieg", Seite 607.)

Der wohl wichtigste Grund der kapitalistischen Großmächte für einen Krieg gegen Deutschland war das NS-Wirtschaftssystem, welches es ermöglichte, sich vom internationalen Kapitalmarkt unabhängig zu machen. In der New Yorker Wall Street und der Londoner City schrillten die Alarmglocken.

Das sogenannte „Verrechnungssystem auf den Warenwert" erübrigte den Ankauf von Geld oder Gold. Gleichzeitig begann man in Deutschland mit den „Begriffen der Arbeit" zu operieren, entgegen den „Begriffen des Geldes".

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Für die fast ausschließlich in jüdischer Hand befindliche internationale Hochfinanz bestand hiermit höchste Gefahr, denn ein 70-Millionen-Einwohner-Staat drohte dem Welt-Kapitalmarkt entzogen zu werden. Diese Entwicklung in Deutschland und auch bereits anderswo, mußte um jeden Preis verhindert werden. Deshalb die fieberhaften Vorbereitungen dieser Länder zu einem Vernichtungskrieg gegen Deutschland bis zur Forderung der bedingungslosen Kapitulation. Der berühmte Premierminister der englischen Koalition im Ersten Weltkrieg, Lloyd George, erklärte nach einem Besuch bei Hitler in Deutschland 1936: „Ich habe niemals ein glücklicheres Volk gesehen als die Deutschen, Hitler ist einer von den größten der großen Männer, denen ich je begegnet bin."


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