Eine Revisionistische Monographie über Majdanek

Von Prof. a.D. Dr. Robert Faurisson

An Fred Leuchter, dessen Spur ich verloren habe

Im Juni 1998 veröffentlichten der Schweizer Jürgen Graf und der Italiener Carlo Mattogno gemeinsam eine Monographie über das Konzentrationslager Majdanek-Lublin (Polen) in deutscher Sprache; ein Kapitel darin schrieb J. Graf, andere wurden von Carlo Mattogno verfaßt. Nur ein Kapitel wird von beiden Verfassern verantwortet.[1]


Majdaneks geringe Bedeutung für die Verfechter der Juden-Vernichtungsthese

In dem Propaganda-Arsenal der Exterminationisten ist das Lager Majdanek von einer Bedeutung, die man heute entweder als nicht vorhanden oder höchstens als völlig nebensächlich erachten könnte. Die beiden Verfasser dieses Buches hätten den Leser darauf aufmerksam machen müssen.

Am 23. Juli 1944 von den Sowjets »befreit«, spielte das Lager Majdanek in der alliierten Propaganda (auf der Grundlage von Greuelberichten) in dem Jahr nur wenige Monate lang eine bedeutende Rolle.[2] Dann, im Jahre 1945, wurde Majdanek aus diesem Gesichtspunkt heraus endgültig von Lagern wie Bergen-Belsen, Dachau, Buchenwald und Auschwitz verdrängt.

Die beiden Verfasser hätten unbedingt auf die nachstehenden fünf Punkte aufmerksam machen müssen, die statt dessen einfach übergangen wurden:

  1. In den Jahren 1945-1946, während des Nürnberger Prozesses, war Majdanek-Lublin praktisch überhaupt nicht vorhanden. Das fängt schon damit an, daß der Name dieses Lagers in dem Urteil, das in der deutschen Fassung 226 Druckseiten umfaßt, nur ein einziges Mal erwähnt wird, und zwar als Konzentrations-, nicht als Vernichtungslager. Im Februar 1946 erwähnte der sowjetische Hauptankläger, Oberst L.N. Smirnow, im Verlauf seiner irren Schmähreden gegen die »deutsch-faschistische Verbrecher« bei seiner Aufzählung der in Majdanek angewendeten Methoden »zur Massenvernichtung der Lagerinsassen« nicht ein einziges Mal den Begriff Gaskammer. Dies war nur 18 Monate nach dem Zeitpunkt im Sommer 1944, als die sowjetischen Propagandisten, gefolgt von ihren westlichen Verbündeten, mit lautem Getöse den Mythos der Vergasungen in Majdanek in die Welt gesetzt hatten. L.N. Smirnow begnügte sich am 19. Februar 1946 damit, einen Auszug aus dem von der »Polnisch-Sowjetischen Außerordentlichen Kommission zur Untersuchung der deutschen Greueltaten« verfaßten Bericht zu verlesen, in dem nur ein Satzglied flüchtig auf Massenerschießungen und Massentötungen in Gaskammern von ungefähr 1.500.000 Menschen hinweist; es folgen keine Einzelheiten dazu;[3]
  2. im Jahre 1951 ist für Léon Poliakov Majdanek »kein Vernichtungslager«, sondern ein »Arbeitslager«;[4]
  3. im Jahre 1953 war Majdanek für Gerald Reitlinger »übrigens niemals ein Vernichtungslager im wahren Sinn des Wortes«;[5]
  4. im Jahre 1960 erwähnt seinerseits der deutsche Historiker Martin Broszat in seiner berühmten Liste der »Massenvernichtungslager« Majdanek überhaupt nicht;[6]
  5. schon am 8. Mai 1950 hatte ein Gericht in Berlin verkündet, daß im Gegensatz zum Lager Auschwitz das von Majdanek »keine Vergasungsanlage besaß«.[7]

J. Graf und C. Mattogno hätten sich mehr anstrengen sollen, um darzulegen, daß unter den Verfechtern der Judenvernichtungsthese, die wirklich behauptet haben, Majdanek sei ein »Vernichtungslager« gewesen und es habe dort Gaskammern zur Menschentötung gegeben, völlige Verwirrung herrscht. Diese Verwirrung bezieht sich nicht nur auf beträchtliche Schwankungen in der vorgegebenen Zahl der Opfer. Bei diesen orthodoxen Historikern stellen wir eine lasche Überzeugung, eine große Verschwommenheit und einen deftigen Mißklang fest, wie ein Blick in die jeweiligen Schriften von Raul Hilberg (1961 und 1985), von Olga Wormser-Migot (1968), von Lucy Dawidowicz (1975), von Leni Yahil (1990) und von anderen Verfassern der gleichen Schule, vor allem Adam Rutkowski, enthüllt.[8] Kurz gesagt, Majdanek hat den Exterminationisten Europas und der Vereinigten Staaten kaum etwas eingebracht. In Polen hat Jozef Marszalek eine Monographie über Majdanek verfaßt, die ins Englische und Deutsche übersetzt wurde. In Düsseldorf, während des sehr langen Majdanek-Prozesses, der 1979 begann, verkündete das Gericht, ohne es zu beweisen, Majdanek sei ein »Vernichtungslager« gewesen; einige der Angeklagten sagten unter Protest, daß sie dort niemals »Vernichtungs«-Handlungen beobachtet hätten, ihnen wurde jedoch bald zu verstehen gegeben, daß es keinen Zweck habe, auf dieser Aussage zu beharren.

Daher die geringe Bedeutung Majdaneks für die Revisionisten

Eben wegen der Bedeutungslosigkeit Majdaneks in der Palette der exterminationistischen oder orthodoxen Argumente haben sich Revisionisten nicht lange mit diesem Thema aufgehalten. Sie haben sich hauptsächlich auf Auschwitz konzentriert, denn, wie A.R. Butz schrieb, »Auschwitz [ist] der Schlüssel der ganzen Geschichte«[9] und Wilhelm Stäglich meint, daß »mit der "Todesfabrik Auschwitz" die These von der "planmäßigen Juden-Vernichtung" als solche steht oder fällt«.[10] Dies heißt jedoch nicht, daß alle Revisionisten sich dazu entschlossen hätten, dieses andere Lager zu ignorieren, und es ist bedauerlich, daß J. Graf und C. Mattogno es offenbar nicht für nötig hielten, ihre Leser an die diesbezüglichen Beiträge von Ditlieb Felderer und von Robert Faurisson zu erinnern. Ich bin so frei, darauf hinzuweisen, daß ich nach meinem Besuch in Majdanek im April 1975 zu dem Schluß kam, daß die angeblichen Hinrichtungsgaskammern dort nie und nimmer zur Tötung von Menschen hätten verwendet werden können, und daß, wie wir noch sehen werden, sie zum größten Teil lediglich Entwesungskammern waren! Wenn Fred Leuchter sich 1988 nach Majdanek begeben hat, dann geschah das auf meine Anregung hin und nachdem er sich meine eigene Dokumentation, vor allem meine Fotografien, gründlich eingeprägt hatte. Seine Schlußfolgerungen bestätigten dann meine, und jetzt haben J. Graf und C. Mattogno sie lediglich bestätigt.

Die beiden Verfasser hätten auch das Buch von Barbara Kulaszka[11] nicht vernachlässigen sollen, das allen Revisionisten bekannt ist und in dessen Index sie unter dem Stichwort »Majdanek« leicht hätten nachlesen können, was andere Revisionisten schon lange vor ihnen entweder unter Eid vor Gericht in Toronto 1988 ausgesagt oder aber veröffentlicht haben. Es würde den Rahmen dieser Rezension sprengen, wenn ich hier alles aufzählte, was ich persönlich hier und da über Majdanek geschrieben habe, ohne - das brauche ich nicht zu betonen - mich allzulange mit dem Thema auf zuhalten, denn "man schießt nicht auf Krankenwagen". In einem soeben unter dem Titel Ecrits révisionnistes (Revisionistische Schriften) erschienen Werk von über 2.000 Seiten, das verschiedene meiner Artikel, Studien und Rezensionen über eine Spannweite von 25 Jahren hinweg enthält (1974-1998), finden sich einige dieser Hinweise im Index. Sie verweisen z. B. auf Texte in Serge Thions Buch Vérité historique ou vérité politique? (Historische Wahrheit oder politische Wahrheit?, Paris, La Vieille Taupe, 1980); auf eine Schrift über eine Ausstellung zur Deportation von Juden aus Frankreich, die 1982 in Paris aufgezogen wurde und die eine Wanderausstellung werden sollte (diese "Show" bohrte sich in Grund und Boden, nachdem der Artikel in Form eines Flugblattes von Revisionisten an die Besucher verteilt wurde. Deshalb wurde daraus keine »Wanderausstellung«, sondern sie verschwand sang- und klanglos); auf ein Interview für die spanische Zeitschrift Cedade (März 1989), sowie auf Aufsätze, die in französischer oder englischer Sprache veröffentlicht wurden (Revue d'histoire révisionniste, The Journal of Historical Review, Nouvelle Vision). 1979 hatte ich mich mit einem deutschen Rechtsanwalt, Ludwig Bock, der eine der Angeklagten in dem obengenannten Düsseldorfer Prozeß verteidigte, in Verbindung gesetzt und ihm, leider erfolglos, vorgeschlagen, ein gerichtliches Gutachten über die »Tatwaffe« anzufordern, das für einen solchen Strafprozeß unverzichtbar und für seine Mandanten sehr von Nutzen sei. In einer meiner Schriften habe ich auch an die bedeutsame Kritik seitens der Historikerin Olga Wormser-Migot bezüglich der »museographischen Raserei« (la »frénésie muséographique« - das sind ihre eigenen Worte!) erinnert, welche die Verantwortlichen des Majdanek-Museums dazu getrieben habe, die Örtlichkeit umzumodeln. Schließlich, als im Jahre 1993 das Holocaust Memorial Museum in Washington die Dreistigkeit an den Tag legte, eine »Gaskammertür von Majdanek« zu zeigen, griff ich mehrmals ein, um den Betrug anzuprangern und noch einmal daran zu erinnern, wie ich es immer getan habe, daß die besagte Gaskammer nur zur Entwesung gedient haben kann. Ich wies noch einmal darauf hin, daß das, was den Besuchern des Lagers heute ehrlicherweise als Duschraum vorgestellt wird, kurz nach dem Krieg als Hinrichtungsgaskammer (Gaskammer zur Menschentötung) bezeichnet wurde, und dies werfe folgenden Punkt auf: wenn die Deutschen beim Verlassen des Lagers im Juli 1944 alle diese Bauten intakt zurückließen, die dann von der sowjetisch-polnischen Propaganda als Gaskammern zur Menschentötung präsentiert wurden, so geschah dies genau deswegen, weil es sich eben nicht um Gaskammern zur Menschentötung, sondern um Entwesungskammern handelte, also um Räume, die dazu benutzt wurden, das Leben und die Gesundheit von Menschen zu erhalten, und nicht, um den Tod von Juden herbeizuführen. Zu diesem Zweck waren sie sorgfältig entworfen und gebaut worden. Es gab in Majdanek nichts zu verbergen und nichts ist versteckt worden.

Eine Zielscheibe: der Leuchter-Bericht

Am Schluß seines Berichts von 1988 kommt Fred Leuchter zu der Schlußfolgerung, - wie ich es meinerseits schon 1975 entdeckt hatte -, daß es in Majdanek keine Gaskammern zur Menschentötung gab oder gegeben haben kann. Diese Schlußfolgerung entspricht im Jahre 1998 auch der von J. Graf und C. Mattogno; man ist daher um so mehr über die Böswilligkeit ihrer Angriffe auf einen Bericht baß erstaunt, dessen Schlußfolgerungen sie beipflichten müssen und die sich im Laufe der Zeit noch mehr gefestigt haben.

Das fängt schon damit an, daß C. Mattogno nicht einmal F. Leuchters Beweisführung darlegt. Er führt sie nicht an, gibt aber die Kritik wieder, die J.-C. Pressac daran übt, obwohl dieser sich seinerseits als erklärter Gegner von F. Leuchter geriert. Und er sagt sogar, daß er dessen Kritik gutheiße (S. 154-155). Man hätte lieber eine Abhandlung von Leuchter selbst gelesen statt einer solchen, in der sich gleichzeitig das, was F. Leuchter gesagt haben soll, und J.-C. Pressacs Kritik daran miteinander vermengen. Wer wird denn einen Guelfen zu Rate ziehen, um die Betrachtungsweise eines Ghibellinen zu erfahren, oder umgekehrt? Wer wird schon, um eine wissenschaftliche, historische oder religiöse These zu erarbeiten, einem hartnäckigen Feind dieser These Vertrauen schenken? Ist das nicht die falsche Methode? Anstatt zweimal J.-C. Pressac das Wort zu erteilen - einmal, um die These von F. Leuchter darzulegen, und ein anderes Mal, um die vermeintlichen Irrtümer dieser These zu brandmarken -, wäre es da nicht angebracht gewesen, gleichwertig erst dem einen, dann dem anderen das Wort zu erteilen, um dann ausgewogen zugunsten des einen oder des anderen zu entscheiden?

Im August 1944 hatten die Schwindler und Propagandisten der polnisch-sowjetischen Kommission ein angebliches Gutachten über Majdanek verfaßt. C. Mattogno gibt ihnen die Ehre, sie des längeren zu zitieren, und zwar vollständig, ohne hier und dort ein Wort der Kritik oder eine Anmerkung einzuflechten (S. 119-128). F. Leuchter steht eine solche Vorzugsbehandlung offenbar nicht zu. Nur winzige Bruchstücke seines Gutachtens werden angeführt, bezüglich derer C. Mattogno allein auf Seite 156 seines Buches folgende Ausdrücke gebraucht:

»Dies wiederum entspricht Leuchters eigener Aussage -[...] noch trügerische Argumente [...] Dies ist technisch gesehen unsinnig [...] Im Widerspruch zu seinen eigenen Aussagen [...] Das erste Argument ist unklar, das zweite unfundiert [...] Oberflächlichkeit und Unkenntnis [...]«

Bis zur Stunde scheint C. Mattogno in seinem Heimatland Italien, unweit Rom, in aller Ruhe gearbeitet zu haben; falls ich mich nicht irre, hat er weder langwierige Prozesse, noch Hausdurchsuchungen und Beschlagnahmungen über sich ergehen lassen müssen; auch keine saftigen Geld- oder Gefängnisstrafen. Fred Leuchter hingegen, gebrochen durch Gefängnishaft, durch Schaden an seiner Gesundheit und durch grausame Prüfungen als Folge seiner mutigen und sehr wirksamen Stellungnahme in aller Öffentlichkeit, mußte sozusagen in den Untergrund gehen, aus dem er erst kürzlich wegen eines herzzerreißenden Interviews, das er einem jüdisch-amerikanischen Filmproduzenten gab, kurzzeitig wieder hervortrat. Als C. Mattogno im Juni/Juli 1998 diese heftige Kritik an F. Leuchter vom Stapel ließ - über deren Wert ich mich hier nicht lange auslassen möchte, denn sie bezieht sich auf ganz geringfügige Punkte - wußte er sehr genau, daß der Mann, den er auf diese Weise angriff, sich schon nicht mehr wehren konnte. Man kann das Verhalten des italienischen Forschers nur zutiefst bedauern.

Ein unvollständiges Portrait von J.-C. Pressac

In seinem Kapitel VI, das den Gaskammern gewidmet ist, zitiert C. Mattogno lobrednerisch Jean-Claude Pressac aus dessen Studie mit dem Titel »Les carences et incohérences du rapport Leuchter« (etwa: Die Mängel und Unstimmigkeiten des Leuchter-Berichts), erschienen im Dezember 1988 in einer Veröffentlichung von Serge Klarsfeld, Jour J[uif], die neun Seiten umfaßt. C. Mattogno zitiert lange Auszüge daraus. Leider sagt er uns nichts über die Schwächen dieser Studie, und vor allem macht er nicht auf die ganze Reichweite von J.-C. Pressacs Kritik an dem aufmerksam, was man die Lügen der Behörden des Majdanek-Museums nennen muß. C. Mattogno hätte seine Leser auf eine meiner Schriften über diesen Artikel von J.-C. Pressac verweisen können, ein Artikel, der 1989 in einer französischen und 1991 in einer amerikanischen revisionistischen Zeitschrift erschien.[12] Auf Grundlage von Zitaten mit entsprechenden Fußnoten kam ich darin zu dem Schluß:

»Was Majdanek anbelangt, so glaube ich, daß es nicht übertrieben ist zu sagen, daß Pressac nicht an das Vorhandensein von Gaskammern zur Menschentötung in diesem Lager glaubt.«

In den darauffolgenden Jahren sollte sich mein Eindruck noch verstärken, besonders beim Lesen einer Sonderausgabe der zweimonatigen französischen Zeitschrift Historia, über die ich eine Kritik mit dem treffenden Titel: »Eine erstaunliche Sonderausgabe von Historia über "die Todeslager" (März-April 1995)«. Ich bezeichne darin den Artikel von J.-C. Pressac über Majdanek als »vernichtend« und führte meinen Lesern auch Pressacs Brandmarkung der Lügen des Majdanek-Museums zum Thema "Gaskammern" vor Augen. Mit keinem Wort erwähnt C. Mattogno diesen Artikel von J.-C. Pressac, der für sein Thema so wichtig, aber peinlich für jedermann ist, der F. Leuchter um jeden Preis niedermachen will.

Kurz gesagt, im Dezember 1988 übte J.-C. Pressac, damals noch an Serge Kalrsfeld gebunden und von ihm finanziert, den Leuchter-Bericht, wenn er auch einige darin enthaltene Schlußfolgerungen übernahm; einige Zeit später, als er nicht mehr von S. Klarsfeld abhängig war, hatte er sich in der Majdanek-Frage schon derartig entwickelt, daß man sich fragen kann, ob heute, im Jahre 1999, seine Position effektiv nicht schon sehr nahe bei der von F. Leuchter oder von L. Poliakov, G. Reitlinger und M. Broszat liegt. Übrigens: nur wenige Monate, nachdem er seinen Artikel über die "Mängel und Unstimmigkeiten des Leuchter-Berichts" (siehe oben) veröffentlicht hatte, ließ J.-C. Pressac, immer noch unter der Knute von S. Klarsfeld leidend, F. Leuchter bereits Gerechtigkeit zuteil werden, indem er anerkannte, daß die sinnbildliche Gaskammer von Majdanek, die immer wieder als zur Menschentötung bestimmt präsentiert wird, in Wirklichkeit eine Entwesungsgaskammer war![13] C. Mattogno übergeht das mit Stillschweigen.

Eine übertriebene Gelehrsamkeit

Zwei Kapitel des Buches hätten mit mehr Prägnanz und Einfachheit in der Darstellung durchaus gewinnen können. C. Mattogno trägt darin nämlich eine Gelehrsamkeit zur Schau, bei der man nicht weiß, ob sie wirklich nützlich und notwendig ist. Es handelt sich hierbei um das Kapitel V über die Krematorien und das Kapitel VIII über die Lieferungen von Zyklon B.

Wenn man ein Thema wirklich beherrscht, so kann man m.E. die Einfachheit der Ausdrucksweise eines Wissenschaftlers oder Professionellen leicht erreichen. Um mich nur an dieses eine Beispiel zu halten: Wenn man darlegen will, daß die Kapazität, die die Exteminationisten den Krematorien der deutschen Konzentrationslager von Anfang der vierziger Jahre zuschreiben, über jede Vorstellungskraft hinausgeht, dann braucht man keine hochtechnischen Betrachtungen über die Bauweise der Verbrennungsöfen und deren Betriebsweise; man wird sich statt dessen im wesentlichen damit begnügen, uns zu sagen, was heute, nach einem halben Jahrhundert, die Verbrennungsleistung irgendeines Krematoriums unserer Städte ist. Die Zahlen sprechen für sich selbst. Im Zündel-Prozeß in Toronto im April 1988 war Ivan Lagacé, Direktor des Krematoriums in Calgary, Alberta (640.000 Einwohner) genauso vorgegangen: kurz, meisterhaft und dennoch mit Bescheidenheit.[14] Das bislang ungeklärte Mysterium des sog. "Erntefests"

C. Mattogno widmet das Kapitel IX seines Buches dem, was gewöhnlich als das »Erntefest-Massaker« vom 3. und 4. November 1943 bezeichnet wird. Was der Begriff Erntefest bedeutet, bedarf keiner weiteren Erläuterung. Es handelt sich um das alljährlich stattfindende Erntedankfest. Nach der These der Exterminationisten sollen in dem Bezirk, dessen Hauptstadt Lublin ist (Majdanek ist ein Vorort von Lublin), mehr als 40.000 Juden ermordet worden sein. Aus Gründen vor allem sachlicher Natur ist jedoch anzunehmen, daß es sich um einen Polizeieinsatz gehandelt hat, der darin bestand, Juden in der Region festzunehmen, um sie zu deportieren. C. Mattogno widmet dem Thema ein paar sehr interessante Seiten, aber urplötzlich, am Schluß, wo man glaubt, daß er uns den Schlüssel zu diesem Mysterium liefern will, meint er, daß es sich »sehr wahrscheinlich« um eine Operation der Bevölkerungsverschiebung gehandelt hat (S. 231-232). Man bleibt ungesättigt.

Eine Premiere in der Geschichte des Revisionismus

Auf der vierten Umschlagseite wird dieses Buch als eine Premiere beschrieben. Die beiden Verfasser sollen eine »erstaunliche Entdeckung« gemacht haben, die so zusammengefaßt wird:

»Die erste erstaunliche Entdeckung, die man macht, wenn man in westlichen Bibliotheken zum Thema KL Majdanek anfängt zu forschen, ist: Es gibt darüber so gut wie keine seriösen Arbeiten. Einzig die alten Propagandaschinken aus der verblichenen Sowjetunion und dem ehemaligen kommunistischen Polen sind erwähnenswert, aber auch mit Vorsicht zu genießen.

Diese unverständliche Forschungslücke wurde von unseren Mitarbeitern geschlossen. Sie schufen mit ihrem hervorragend fundierten Buch ein Werk, in dem der Mythos der Menschengaskammern im KL Majdanek fachmännisch seziert wird. Auch die legendenumwobene Massenerschießung an den Panzergräben ("Aktion Erntefest") wird detailliert auf ihren Wahrheitsgehalt geprüft. Ein Standardwerk, an dem die Forschung nicht mehr vorbeikommen kann, will sie sich nicht unwissenschaftlicher Ignoranz bezichtigen lassen.«

Diese Werbung ist ein irreführend. Hätten die beiden Verfasser auf die Meinung der Exterminationisten über die in der Tat zweitrangige Rolle Majdaneks in der Geschichte der "Judenvernichtung" Bezug genommen, dann hätten sie uns nichts von einer »erstaunlichen Entdeckung« aufbinden können. Wenn nämlich ein Thema als nur zweitrangig oder als zu vernachlässigen angesehen wird, dann vernachlässigt man schon einmal, sich ernsthaft damit zu befassen; und so ist es auch geschehen: Die Exterminationisten haben nicht auf Majdanek beharrt. Wenn sich die beiden Verfasser des Buches zudem nur die Mühe gemacht hätten, gewissenhaft alles anzuführen, was Revisionisten, angefangen mit D. Felderer, R. Faurisson und F. Leuchter, hier und da über dieses Thema geschrieben haben, dann hätten sie darüber hinaus schon den Beweis dafür in Händen gehabt, daß diese Historiker der revisionistischen Schule mit ihren schlagkräftigen Beweisen und ihrer rein sachlichen Forschungsarbeit das "Problem der Gaskammern von Majdanek" ziemlich schnell gelöst hatten. Schon Anfang der 50er Jahre - ich sagte es schon - gab es für einen Léon Poliakov kein Problem dieser Art. Warum wird in einem Buch, das als "Standardwerk" lauthals gepriesen wird, so etwas einfach mit Stillschweigen übergangen?

Wenn dieses Werk eine Premiere darstellt, dann, so meine ich, nicht in dem Sinne, wie unsere beiden Verfasser das verstehen. Es ist vielmehr eine Premiere in dem Sinne, daß zum ersten Mal, so scheint es mir, in der Geschichtsschreibung der Revision des "Holocaust" Revisionisten mit einer Böswilligkeit sondergleichen in aller Öffentlichkeit andere Revisionisten bekämpfen. Mehr oder weniger gedämpfte Zusammenstöße waren natürlich immer möglich, sie gelangten jedoch nie aus dem Kreise der Revisionisten hinaus. Das ist heute nicht mehr der Fall. J. Graf und C. Mattogno haben F. Leuchter angegriffen, ohne dessen Beweisführung richtig darzustellen. Mit dieser Handlungsweise haben sie es sich selber zuzuschreiben, daß sie nun selbst kritisiert werden wegen eines Werkes, das keineswegs den Wert hat, den sie ihm zuschreiben möchten. Sie gleichen heute denjenigen, die zwar nicht umhin können anzuerkennen, daß Galilei Recht hatte, nichtsdestoweniger aber, wie vielleicht die Heilige Inquisition, bemängeln, daß Galilei sich in winzigen Einzelheiten geirrt hat.

Haben die beiden Verfasser wirklich geglaubt, sie könnten sich mit der Herausgabe dieses Buches bei denen ins rechte Licht setzen, die ihre Expedition in Ostpolen, in den baltischen Staaten und Rußland finanziert haben - ein Unternehmen, das übrigens keineswegs ihren großen Hoffnungen und unseren Erwartungen entsprach? Dies frage ich mich. Hoffen wir, daß die neue Expedition, die von 1999, mehr Erkenntnisse einbringen wird und daß ihr die Veröffentlichung eines Werkes folgt, das echte Probleme anpackt und nach allen Seiten hin behandelt, ohne auch nur eines auszulassen, aus ganz gleich welchen Gründen. Hoffen wir ferner, daß dieses neue Werk keinerlei leichtfertige persönliche Angriffe auf einen Gegner enthält, der sich nicht einmal wehren kann.

Gewiß, auch Revisionisten müssen sich gegenseitig kritisieren dürfen. Eine solche Kritik ist sogar unerläßlich. Aber bei ihrer eigentlichen Arbeit, ihren Untersuchungen, müssen sie sich zuerst und vor allem den schwierigen Problemen stellen, Rechtschaffenheit pflegen und die Lügen der heutigen Machthaber angreifen.

5. März 1999

Nota bene

Nur wenige Revisionisten kennen den Leuchter-Bericht über Auschwitz, Birkenau und Majdanek in seinem ganzen Umfang. Alle Ausgaben, von denen man annimmt, daß sie den Bericht vollständig wiedergeben, spiegeln leider nur ein annäherndes Bild des ganzen Reichtums des 193 Seiten starken Gutachtens wider, das im April 1988 dem Bezirksgericht in Toronto vorgelegt wurde. Zum Beispiel ist die von David Irving im Juni 1989 herausgegebene Fassung (Focal Point Publications) unvollständig und enthält Elemente, die im Original nicht enthalten sind. Wer gerne eine vollständige und wortgetreue Ausgabe des Leuchter-Berichts haben möchte, wende sich am besten an Ernst Zündel (Toronto), um bei ihm ein Werk von 196 Seiten mit goldfarbenem Buchumschlag zu bestellen, in dem auf der vierten Umschlagseite folgendes mitgeteilt wird:

»Dies ist eine Neuauflage des Original-Leuchter-Berichts I, so wie er dem Gericht in Toronto vorgelegt wurde, abgesehen von dem Vorwort von Dr. Robert Faurisson und dem Schreiben Fred Leuchters an Ernst Zündel bezüglich der Dachentlüftungen in seinen Zeichnungen, der auf Seite 42 dieser Fassung abgedruckt ist.«

Man kann die Bedeutung dieses Briefes »bezüglich der Dachentlüftungen« nicht genug hervorheben.

Neben diesem Leuchter-Bericht gibt es noch drei andere. Nummer 2 bezieht sich auf Dachau, Mauthausen und Hartheim; Nummer 3 auf die Hinrichtungsgaskammer im Mississippi State Penitentiary (Zuchthaus) in Parchmann, und Nummer 4 stellt eine Kritik an J.-C. Pressacs Buch Auschwitz: Technique and Operation of the Gas Chambers13 dar.


Anmerkungen

[1]Jürgen Graf und Carlo Mattogno, KL Majdanek, Eine historische und technische Studie, Castle Hill Publishers, Hastings (UK) 1998 [Juni/Juli], 319 S., 21 x 14 cm.
[2]»Lublin remained the propaganda's leading extermination camp well into the autumn of 1944« (Arthur R. Butz, The Hoax of the Twentieth Century, Historical Review Press, Richmond (Surrey, UK) 1976, S. 171).
[3]IMG, VII, S. 497-499, 648.
[4]Léon Poliakov, Bréviaire de la haine, Livre de Poche, Paris 1974 [1951], S. 289.
[5]Gerald Reitlinger, The Final Solution, Aronson, London 1987 [1953], S. 450, 452; dt.: Die Endlösung, Colloquium Verlag, Berlin 1961 [1956], S. 512.
[6]Martin Broszat, »Keine Vergasung in Dachau«, Die Zeit, 19. August 1960, S. 16.
[7]C.F. Rüter, Justiz und NS-Verbrechen, Amsterdam University Press, vol. VI [1971], S. 547.
[8]Adam Rutkowski in NS-Massentötungen durch Giftgas, S. Fischer, Frankfurt/Main 1983, S. 241-245; Les Chambres à gaz, secret d'Etat, Editions de Minuit, Paris 1984, S. 218-222. In den Jahren 1960-1970 habe ich mehrmals A. Rurkowski im Centre de documentation juive contemporaine in Paris angetroffen, und bei unseren häufigen Gesprächen konnte ich seine wachsende Verlegenheit bezüglich des Themas der Gaskammern der Nationalsozialisten feststellen; diese Verlegenheit ist in den wenigen Seiten spürbar, die er Majdanek widmet.
[9]»Auschwitz is the key of the whole story«, The Hoax..., aaO. (Anm. 2), S. 35.
[10]Der Auschwitz-Mythos / Legende oder Wirklichkeit?, Grabert-Verlag, Tübingen 1979, S. XI.
[11]Barbara Kulaszka, Did Six Million Really Die? Report of the Evidence in the Canadian »False News« Trial of Ernst Zündel, 1988, Samisdat Publishers, Toronto 1992, viii-564 S.
[12]»Pressac devant le rapport Leuchter«, Revue d'histoire révisionniste, novembre 1990, S. 145-146 ; »Pressac Versus the Leuchter Report«, The Journal of Historical Review, Summer 1991, S. 164-166.
[13]Jean-Claude Pressac, Auschwitz: Technique and Operation of the Gas Chambers, Beate Klarsfeld Foundation, New York 1989, S. 557.
[14]Vgl. Barbara Kulaszka, aaO. (Anm. 11), S. 267-271.

Quelle: Vierteljahreshefte für freie Geschichtsforschung 3(2) (1999), S. 209-212.


Zurück zum Inhaltsverzeichnis