Nachrichten vom Kyffhäuser

Rolf-Josef Eibicht, Deutschlands Rechte. Ordnungs- und Gestaltungsauftrag, Kyffhäuser Verlag, München 1998, 490 Seiten, Großformat, 20 Abbildungen, gebunden, 4-farbiger Schutzumschlag, DM 49,80.

Der in Sleipnir 6/97 auch als Lyriker hervorgetretene Publizist und Herausgeber unzähliger rechter Sammelwerke Rolf-Josef Eibicht hat ein weiteres Buch vorgelegt, das im wesentlichen zwei Themenkomplexe behandelt: Den weitgehend verschwiegenen Massenmord und die verdrängte Vertreibung von Millionen Menschen und den Sklavenhandel seitens der siegreichen "Demokraten" und deren Verbündeter. Ein Buch, das ungleich aktueller und bedeutsamer ist, als die in die Hunderte und Tausende gehenden, dem sogenannten Dritten Reich gewidmeten Abhandlungen. Denn die Kräfte, aus denen das Furchtbare kroch, auf welches Eibicht unermüdlich hinweist, sind nicht nur weiterhin fruchtbar und todbringend, sie sind seit 1945 unverändert an der Macht. Eibicht weist, anders als die tapferen antifaschistischen Töter des längst Gestorbenen, auf die gegenwärtige Bedrohung hin, er stellt sich dem höchst lebendigen Goliath in den Weg.

Breiten Raum nimmt sodann die Zurückweisung der propagandistischen Rechtfertigung der Verbrechen an den europäischen Völkern ein, als deren jüngstes Beispiel er die Ausstellung zu den - angeblich oder tatsächlich - von Einheiten der Wehrmacht begangenen Verbrechen kritisch betrachtet.

»Eibicht bietet eine reiche Sammlung gewichtiger patriotischer Argumente zu Politik und Zeitgeschichte. Seine aktuelle Präferenz gilt der DVU. Deren Programm wird abgedruckt, und Parteichef Dr. Gerhard Frey kommt zu Wort. Das Buch enthält aber auch Beiträge von Prof. Emil Schlee, Prof. Dr. Helmut Schröcke und Dr. Harald Kindl. Der Themenbogen spannt sich vom 30jährigen Krieg bis in die Gegenwart mit ihrer ausgeklügelten Patriotenverfolgung. "Das Nationale ist das eigentlich Humane", schreibt Eibicht sehr richtig, "die Liebe zum eigenen Volk will auch die Liebe zu allen anderen Völkern und Volksgruppen." Eine Demokratie ohne Patriotismus sei zum Scheitern verurteilt (wie an den aktuellen politischen Problemen mühelos zu erkennen ist). Cum grano salis kann der Leser dem Eibicht-Buch zumindest in den Grundzügen entnehmen, welches Geschichts- und Politikverständnis rechts der Union beheimatet ist. Fraglos ein Verdienst des Herausgebers, zumal es fast nur Bücher gegen Rechte gibt.« (Nation Europa)

Mit den inhaltlichen Schwerpunkten ist das Verdienst, aber auch das Problem des Werkes beschrieben: So berechtigt und bedeutsam sein Anliegen ist, ein Land zu gestalten - wie der Titel es in Angriff nimmt -, ist die thematische Basis zu schmal. Hierfür ist sehr viel mehr als eine überfällige Revision der Geschichtsschreibung der Siegermächte und das Eintreten für die Opfer von Diskriminierung, Mord und Vertreibung notwendig. Der Entwurf, wie ein neues Deutschland zu bauen sei, gerät zu kurz. Nur mit dieser Verengung des Blickfeldes vermag der Rezensent es sich zu erklären, daß Eibicht den von ihm postulierten - und zweifellos notwendigen - Neuordnungs- und Gestaltungsauftrag dann einer politischen Partei - nämlich der Rechten - statt dem ganzen Volk zuweist. Warum sollte nicht auch die Linke - in einer Kombination des Rechtsgedankens eines Kurt Schumacher mit der Beweglichkeit eines Willy Brandt etwa - an einer Neugestaltung Deutschlands teilhaben? Unsere These ist und bleibt: Erst wenn Deutschlands Rechte und Linke zu einer Zusammenarbeit zum Wohle des Landes finden, erst wenn sie ihre ideologischen Prägungen zu Gunsten der Lösung von Sachfragen hintan stellen, erst dann darf Deutschland wieder Hoffnung auf eine Zukunft hegen. Gleichwohl darf Eibichts Buch, aller Einschränkung zum Trotz, als ein Schritt in die richtige Richtung, als ein wertvoller Beitrag betrachtet werden, der die Auseinandersetzung und die Kenntnisnahme seiner Argumentation im Detail lohnt. Hätten wir mehr Eibichts, stünde es besser. Vermutlich wird dieser Einsatz eines Einzelnen, dem allzu wenige zur Seite zu stellen sind, nicht genügen, um der fortdauernden Erpressung unseres Vaterlandes - demnächst nicht nur zu Geldzahlungen, sondern zur Stellung von Söldnern zum Angriffskrieg - Einhalt zu gebieten. Er jedenfalls hat das ihm Mögliche getan.

Andreas Röhler


Quelle: Vierteljahreshefte für freie Geschichtsforschung 3(2) (1999), S. 225.


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