Meinungsäußerungsfreiheit, dissidente Historiker und Holocaust-Revisionisten, Teil 4 und Schluß

Von David Botsford (zu Teil 3)

Fälschungen und Verfälschungen der Geschichte sind mitnichten eine Erfindung der Neuzeit. Seit die Menschen ihre Erlebnisse und die ihrer Vorfahren tradieren, verfälschen sie sie auch - bewußt oder unbewußt. Die Geschichtswissenschaft muß sich dieser Tatsache bewußt sein und Methoden entwickeln, Verfälschungen zu entdecken und zu korrigieren. Nachfolgend wird die zentrale Bedeutung der intellektuellen Freiheit insbesondere für die Historiker untersucht und herausgestellt, wobei einige große Denker der jüngeren Geschichte zu Wort kommen. Anhand einiger bekannter Bespiele von Geschichtsfälschungen einerseits, aber auch von nicht enden wollenden Auseinandersetzungen über bestimmte historische Ereignisse andererseits wird dargelegt, wie absurd es ist zu fordern, bestimmte historische Ansichten per Strafgesetz festlegen zu wollen, und seien es radikal abweichende Ansichten über den "Holocaust". Dies gilt insbesondere angesichts der Unmöglichkeit, im Zeitalter der modernen grenzenlosen Kommunikation überhaupt noch eine effektive Zensur durchführen zu wollen.


Acton und Popper verteidigen die intellektuelle Freiheit

Die Tatsache, daß es in der heutigen - und zukünftigen - verkabelten Welt sehr schwierig sein wird, den Holocaust-Revisionismus zu unterdrücken, darf uns aber nicht sorglos stimmen angesichts der Bedrohung für die Redefreiheit, die von jedem Versuch ausgeht, Gesetze zu ihrer Einschränkung zu erlassen. Sollte es in Großbritannien jemals zu einer rechtskräftigen Verurteilung von Holocaust-Revisionisten zu einer Freiheitsstrafe wegen "Aufstachelung zum Rassenhaß" kommen, so könnte sich daraus eine Situation entwickeln, in der in Zukunft jeder, der revisionistisches Material verbreitet, als Rechtsbrecher angesehen werden kann und damit rechnen muß, strafrechtlich verfolgt und eingesperrt zu werden. Aus diesem Grunde müssen wir alles Erdenkliche tun, damit die Holocaust-Revisionisten in diesem Anklagepunkt freigesprochen werden, was auch immer ihre politischen Ansichten sein mögen.

Was hier auf dem Spiel steht, ist der Begriff der intellektuellen Freiheit selbst. Er wird seit Jahrhunderten erfolgreich verfochten, wahrscheinlich am berühmtesten durch John Milton in seinem Werk Areopagitica[1] und von John Stuart Mill in On Liberty.[2] Natürlich ist es wichtig, die intellektuelle Freiheit auf allen Gebieten aufrechtzuerhalten, aber absolut unerläßlich ist dies dann, wenn mittels Strafgesetzen verboten wird, Dogmen in Geschichte, Naturwissenschaften, Wirtschaft, Philosophie, Theologie oder jedem anderen intellektuellen Gebiet zu hinterfragen.

Lord Acton ist womöglich der angesehenste klassische Geschichtsphilosoph liberaler Ausrichtung. Leider kam er nicht mehr dazu, sein Projekt einer Geschichte der Freiheit (History of Liberty) zu vollenden, ein Buch, das unser Denken weit mehr beeinflußte als alle anderen niemals fertiggeschriebenen Bücher. Acton war ein Schüler des großen deutschen Historikers Leopold von Ranke, der eigenhändig jene Methoden entwickelte, die die professionelle Geschichtsforschung seither leiten. Acton kombinierte von Rankes Methodik mit einem grundlegenden Verständnis der Natur und des Wertes der individuellen Freiheit sowie der freien Gesellschaft, basierend auf einem geschichtlichen Wissens, das wahrscheinlich von keinem anderen Menschen je überschritten wurde. Während seiner Einführungsvorlesung als Professor für Moderne Geschichte an der Universität Cambridge im Jahre 1895 erklärte Acton, daß der Kern geschichtlichen Verstehens darin liege, gegensätzliche Ansichten und Interpretationen zu berücksichtigen:[3]

»Kein politisches Dogma ist mir an dieser Stelle dienlicher als des Historikers Maxime, das beste ihm Mögliche für die Gegenseite zu tun, um zu vermeiden, daß er mit Beharrlichkeit das Schwergewicht auf seine Seite legt. Ähnlich der wirtschaftlichen Regel des laissez fair [...] war dies ein wichtiger, wenn nicht sogar der letzte Schritt bei der Schaffung der Methodik. [...] Den besten Historiker bemerkt man gar nicht. Ein gutes Beispiel für uns ist der Bischof von Oxford, der uns immer nur seine Gedanken über das mitteilt, was er gerade behandelt. Beispielhaft ist ebenso sein berühmter französischer Rivale Fustel de Coulanges, der einem erregten Zuhörerkreis sagte: "Stellen Sie sich nicht vor, sie würden mir zuhören; es ist die Geschichte selbst, die zu ihnen spricht." [...] Für unsere Zwecke ist die Hauptsache nicht, Material anzuhäufen, sondern die erhabenere Kunst, dieses zu untersuchen, Wahres von Falschem zu scheiden und die Gewißheit vom Zweifel. Es ist mehr die Solidität der Kritik als der Reichtum an Belesenheit, durch die die Erforschung der Geschichte gestärkt und geordnet und unser Geist erweitert wird. [...] Zumal der Kritiker jemand ist, der mißtrauisch wird, sobald er eine interessante Stellungnahme untersucht. Er bleibt solange unentschieden, bis er seine Quelle drei Vorgängen unterzogen hat. Erstens fragt er sich, ob er die entsprechende Passage so gelesen hat, wie der Autor sie meinte, denn der Schreiber, der Herausgeber sowie der offizielle oder offiziöse Zensor über dem Herausgeber dieser Quelle mögen seltsame Kniffe angewandt haben, und sie hätten viel Rede und Antwort zu stehen. Und wenn diese nicht schuldig sind, so kann sich herausstellen, daß der Autor sein Schriftstück zweimal umgeschrieben hat, daß man die erste Fassung aber noch finden kann, also die fortschreitenden Änderungen, Hinzufügungen und Streichungen. Dann ist die Frage, woher der Schreiber seine Informationen erhielt. Falls von einem früheren Autor, so kann man diesen feststellen, und die ganze Prozedur beginnt von vorne. Falls er es aus unveröffentlichten Schriften hat, muß man diesen nachspüren, und wenn man den Ursprung erreicht hat oder wenn sich die Spur verliert, stellt sich die Frage nach der Wahrhaftigkeit. Der Charakter und die Stellung des Autors, sein Vorleben und möglichen Motive müssen erkundet werden. Und dies ist genau das, was man in einem anderen und angepaßten Sinne höhere Kritik nennen könnte, im Gegensatz zu der servilen und oft mechanischen Arbeit, geschichtliche Ausführungen zu ihrer Quellen zurückzuverfolgen. Ein Historiker muß nämlich wie ein Zeuge behandelt werden, dem nicht geglaubt werden sollte, bis seine Aufrichtigkeit festgestellt wurde. Die Maxime, daß man solange als unschuldig zu gelten hat, bis die Schuld bewiesen wurde, wurde nicht für ihn gemacht [...]

Lord John E. E. D. Acton
*1824; †1902[4]

Man erinnere sich an Darwin, der nur von solchen Bereichen Notiz nahm, die ihm auf seinem Weg Schwierigkeiten bereiteten; an den französischen Philosophen, der sich darüber beschwerte, daß seine Arbeit nicht vorankomme, da er keine widersprüchlichen Tatsachen mehr finden konnte; an Baer, der meint, eingehend untersuchte Irrtümer seien annähern so einträglich wie Wahrheiten, weil man durch sie neue Einwände erfährt; es ist nämlich das Überdenken von Einwänden, wodurch wir häufig erst lernen, wie uns Sir Robert Ball ermahnt hat. Faraday erklärt, daß "im Bereich der Erkenntnis jeder, der sich nicht in einem Zustand des Überganges befindet, ein verdammenswerter und verachtenswerte Mensch ist." [...] Die moderne Geschichte berührt uns so hautnah, sie ist so sehr eine Frage über Leben und Tod, daß wir uns unseren eigenen Weg durch sie bahnen müssen, und wir verdanken unsere Einsichten nur uns selbst. Die Historiker vergangener Zeiten, für uns unerreichbar in Wissen und Talent, können nicht unser Maßstab sein. Wir haben die Kraft, unbeugsamer unpersönlich, unparteiisch und gerecht zu sein als sie. Und wir haben die Kraft, aus den demaskierten und echten Akten zu lernen, mit Reue in die Vergangenheit zu blicken, wie auch in die Zukunft mit der begründeten Hoffnung auf Besserung. Behalten wir also im Sinn, daß wir den Standard in Kirche und Staat nicht halten können, wenn wir ihn in der Geschichtsschreibung absenken.«

Actons Regeln entsprechen jenen, die die Geschichtsforschung und -schreibung in all jenen Ländern leiten - oder zumindest leiten sollten -, die sich den grundlegenden Werten der intellektuellen Freiheit verschrieben haben. Leider sind im zwanzigsten Jahrhundert einige Schulen der Geschichtswissenschaften entstanden, die die von Ranke und Acton dargelegte hohe Kunst der Kritik durch Dogmen ersetzt haben. In vielen Staaten haben Dogmen den Status staatlicher Wahrheitsmonopole erlangt. Dort werden sie durch geheime Polizeikräfte und entsprechende strafrechtliche Verfolgungen jener aufrechterhalten, die ihren Widerstand dagegen ausdrücken.

Sir Karl Raimund Popper ist ein aus Österreich stammender Philosoph, der vor dem Zweiten Weltkrieg nach Großbritannien auswanderte. Seine intellektuelle Entwicklung fand zu einer Zeit statt, als in Europa totalitäre Ideologien wie der Kommunismus und der Nationalsozialismus herrschten. Im wesentlichen aus seiner Gegnerschaft zu dieser Entwicklung wurde Popper zu einem der großartigsten Philosophen des klassischen Liberalismus, den das zwanzigste Jahrhundert hervorgebracht hat. Im Gegensatz zu der "Gewißheit", die die Totalitaristen als Rechtfertigung verwandten, um jene zu unterdrücken, die sich gegen sie wandten, hat Popper gezeigt, daß auf intellektuellen Gebieten wie den Naturwissenschaften, der Philosophie und Geschichte - genauso wie auf dem Gebiet wirtschaftlichen Handelns - "Gewißheit" im Sinne von vollständigem und unbezweifeltem Wissen über ein Objekt eine philosophische Unmöglichkeit ist, weil wir nie in der Lage sind, so viele Beweise anzuhäufen, um eine derartige Behauptung abzusichern. Bei allem Wissen, meint Popper, sind wir doch immer von einer mehr oder weniger großen Ungewißheit betroffen. Nach Popper wird unser Wissen durch den Prozeß von Hypothese und Widerlegungsversuch ausgeweitet, und zwar nicht in Richtung auf "Gewißheit" und noch nicht einmal in Richtung auf eine meßbare "Wahrscheinlichkeit", sondern in Richtung auf eine zunehmende Eliminierung von Fehlern und eine immer weniger ungenaue Interpretation der Realität, indem wir jede Hypothese einer Prüfung durch unser bestehendes Wissens unterziehen. Bevor man eine Hypothese als betrachtenswert akzeptiert, muß sichergestellt sein, daß diese notwendigerweise "falsifizierbar" ist, das heißt, daß man sich Widerlegungen der Hypothese ersinnen könnte. Kurz gesagt muß man eine Hypothese zu widerlegen versuchen, anstatt sie zu bestätigen. Wenn aber ein Glaube oder ein Dogma durch irgendeine Art Gesetz einen politisch geschützten Status erhält, etwa indem jene Personen, die diesem Dogma widersprechen, strafrechtlich verfolgt werden, so wird der Prozeß des Wissens-Erwerbs (Wissen-Schaffens, Wissenschaft) behindert, da kein Glaube und kein Dogma jemals derart "gewiß" sein kann, daß eine Ausnahme vom Prozeß von Hypothese und Widerlegung gerechtfertigt wäre. Das Überleben und Wachsen der Menschheit, die von diesem Prozeß des Wissen-Schaffens abhängen, werden also in dieser Hinsicht beeinträchtigt. Das klassische Beispiel auf diesem Gebiet ist das Galileo Galileis, der wiederholt vor Gericht gestellt und gezwungen wurde, seine Entdeckung zu widerrufen, daß die Erde nicht das Zentrum des Sonnensystems ist, weil dies im Gegensatz zum kirchlichen Dogma stand. Ein neueres Beispiel ist das des notorischen Fälschers Trofim Lysenko, dessen Lamarckschen Ideen über die Pflanzenkeimung Stalin für authentisch marxistisch-leninistisch hielt, so daß er sie in den Stand des unanzweifelbaren Dogmas der Sowjetunion erhob. Das Ergebnis dieses Vorgang war der Ruin der sowjetischen Landwirtschaft und die Ermordung und Inhaftierung jener Wissenschaftler, die sich ihm entgegenstellten.

Es erscheint angebracht, Poppers Ansichten diesbezüglich etwas ausführlicher zu zitieren. Er führte aus:

»Denn in der Geschichte (die historische Naturgeschichte wie etwa die historische Geologie eingeschlossen) sind die Tatsachen, die uns zur Verfügung stehen, oft streng begrenzt und lassen sich nicht willkürlich wiederholen oder herbeiführen. Und sie sind nach einem vorgefaßten Gesichtspunkt gesammelt worden: die sogenannten Geschichts"quellen" zeichnen nur jene Tatsachen auf, deren Aufzeichnung genügend interessant war, so daß sie in der Regel nur Tatsachen enthalten werden, die zu einer vorgefaßten Theorie passen. Und da keine weiteren Tatsachen zur Verfügung stehen, so wird es in der Regel nicht möglich sein, diese oder irgendeine nachfolgende Theorie zu überprüfen. Solchen unprüfbaren Theorien kann man dann mit Recht Zirkelhaftigkeit vorwerfen in dem Sinn, in dem sie ungerechterweise den wissenschaftlichen Theorien vorgeworfen worden ist. Ich werde solche historische Theorien im Gegensatz zu wissenschaftlichen Theorien "allgemeine Interpretationen" nennen.

Sir Karl Raimund Popper, *1902; †1994

Interpretationen sind wichtig, denn sie geben uns einen Gesichtspunkt. Aber wir haben gesehen, daß ein Gesichtspunkt immer unvermeidlich ist und daß man in der Geschichte nur selten auf eine Theorie trifft, die sich überprüfen läßt und die daher wissenschaftlichen Charakter besitzt. Wir dürfen daher nicht annehmen, daß sich eine allgemeine Interpretation bestätigen läßt durch ihre Übereinstimmung mit sogar allen unseren Aufzeichnungen; denn wir müssen uns ihre Zirkelhaftigkeit sowie auch den Umstand vor Augen halten, daß es immer zahlreiche andere (und vielleicht unvereinbare) Interpretationen geben wird, die mit denselben Aufzeichnungen übereinstimmen, und daß uns neue Daten zur Ausführung von entscheidenden Experimenten nur selten zur Verfügung stehen, wie dies in der Physik der Fall ist8. Die Historiker sehen oft keine andere Interpretation, die so gut auf die Tatsachen paßt, wie ihre eigene; aber wenn wir in Betracht ziehen, daß sogar in der Physik mit ihrem größeren und verläßlicheren Tatsachenmaterial immer und immer wieder neue entscheidende Experimente notwendig sind, weil die alten Experimente mit zwei rivalisierenden und unvereinbaren Theorien übereinstimmen (denken wir etwa an die Untersuchung der Beugung des Lichtes von Fixsternen am Sonnenrand während einer Sonnenfinsternis, die nötig ist, um zwischen der Newtonschen und der Einsteinschen Gravitationstheorie zu entscheiden), dann werden wir die naive Ansicht aufgeben, daß sich irgendeine Reihe historischer Aufzeichnungen je auf nur eine Weise interpretieren läßt. [...]

Ich fasse zusammen: Es kann keine Geschichte "der Vergangenheit" geben, "wie sie sich tatsächlich ereignet hat"; es kann nur historische Interpretationen geben, und von diesen ist keine endgültig; und jede Generation hat ein Recht, sich ihre eigene Interpretation zu bilden. Aber sie hat nicht nur ein Recht dazu, sondern auch eine Art Verpflichtung; denn hier ist wirklich ein dringendes Bedürfnis zu erfüllen. Wir möchten wissen, in welcher Beziehung unsere Schwierigkeiten zur Vergangenheit stehen, wir möchten den Weg sehen, auf dem wir zur Lösung der von uns erfühlten und erwählten Hauptaufgaben fortschreiten können. [...]

Jene Interpretationen, die nötig und berechtigt sind und deren eine oder andere wir annehmen müssen, können, wie ich sagte, mit einem Scheinwerfer verglichen werden. Diesen Scheinwerfer lassen wir über unsere Vergangenheit streichen, und wir hoffen durch seinen Widerschein die Gegenwart zu erhellen.«[5]

Zusammengefaßt ist Popper also der Ansicht, das die Historiker bezüglich geschichtlicher Interpretationen immer "subjektiv" sein werden. Derartige Interpretationen müssen daher immer anhand bekannter Fakten und daraus logisch ableitbaren Schlüssen überprüft werden. Wenn eine Interpretation sich als widerstandsfähig gegen derartige Prüfungen erweist, dann werden - oder sollten - die Historiker ihre Darstellungen der Vergangenheit dementsprechend verändern. Neue Beweise oder die Neuinterpretation bestehender Beweise mögen eine derartige Veränderung ebenfalls hervorrufen. Wenn sich beispielsweise ein Schlüsselbeweisstück als Fälschung erweist, so werden möglicherweise wesentliche Änderungen notwendig werden. Der freie Markt der Ideen ist der einzige Platz, wo dieser Vorgang durchgeführt werden kann.

Geschichtliche Fälschungen

1990 veranstaltete das Britische Museum eine interessante Ausstellung des Titels »Fälschung? Die Kunst des Betruges«, die ich besuchte. Der Zweck der Ausstellung war, zu verdeutlichen, was die Begriffe "Fälschung" und "Authentizität" auf den Gebieten Kunst, Wissenschaft. Literatur und Geschichte bedeuten. Einige der Ausstellungsgegenstände waren Objekte und Dokumente, die einst als echt angesehen wurden, heute aber für gefälscht gehalten werden. Andere Gegenstände, die einst für Fälschungen gehalten wurden, sieht man heute als echt an, während die Diskussion bezüglich der Echtheit dritter Gegenstände immer noch im Gange ist. Die Durcharbeitung des die Ausstellung begleitenden illustrierten Kataloges wäre für jeden eine lehrreiche Erfahrung, der glaubt, daß es in Kunst, Wissenschaft, Kultur oder in der Geschichtsschreibung jemals so etwas wie Gewißheiten geben könne. Die Abteilung über historische Fälschungen ist in dem hier behandelten Zusammenhang freilich von besonderem Interesse. Das älteste Exponat ist eine gefälschte alt-babylonische Inschrift auf einem kreuzförmigen Steinmonument, die wahrscheinlich aus der ersten Hälfte des zweiten vorchristlichen Jahrtausends stammt, in der aber behauptet wird, sie stamme aus dem 23. Jahrhundert vor Chr. Dem Katalog entnimmt man dazu:

»Alle zwölf Seiten des Bauwerkes sind mit einer Inschrift bedeckt, dessen Großteil sich mit der Renovierung des Tempels von Schamasch befaßt sowie mit dem erheblichen Zuwachs an Zuwendungen, die der Tempel vom König erhielt. Die Inschrift endet wie folgt: "Dies ist keine Lüge, es ist tatsächlich die Wahrheit ... Demjenigen, der dieses Dokument beschädigt, wird Enki seine Kanäle mit Schlamm füllen."

Dieses Dokument wird in der Kategorie fraus pia (fromme Fälschung) eingeordnet. Es wurde wahrscheinlich von den Tempelpriestern erstellt, um eine lange Tradition der Privilegien und Einkünfte des Tempels vorzutäuschen, womit dessen Ansprüche untermauert werden sollten.«[6]

Versuche zur Verfälschung geschichtlicher Daten zu politischen und finanziellen kann man also kaum als eine neue Erfindung bezeichnen.

Die Ausstellung enthält Fälschungen aus dem antiken Ägypten, Griechenland und Rom sowie Beispiele aus dem mittelalterlichen Europa, einschließlich der wohlbekannten "Konstantinischen Schenkung", eines der "gefälschten Dekrete von Isadore", das einen Brief Kaiser Konstantins darstellen soll, durch den Papst Silvester I zeitweise die weltliche Macht über den westlichen Teil des römischen Reiches übertragen wird, während sich Konstantin in die nach ihm benannten Hauptstadt des östlichen Teiles zurückzog. Diese "Dekrete" wurden im Jahre 1440 durch den großartigen italienischen humanistischen Gelehrten Lorenzo Valla definitiv als Fälschungen entlarvt. Dies Entlarvung trug wesentlich dazu bei, das Ansehen des Papsttums zu unterminieren, und förderte daher merklich die protestantischen Reformen in vielen europäischen Ländern.[7] Die Ausstellung enthält ebenfalls gefälschte historische Relikte wie etwa Keuschheitsgürtel, die es wahrscheinlich während des Mittelalters oder der Renaissance niemals gegeben hat, sondern die erst im 18. und 19. Jahrhundert als Kuriositäten hergestellt wurden.[8] In dieselbe Kategorie gehört auch die Fälschung des "Spanischen Reiters", eines angeblichen Folterinstrumentes der spanischen Inquisition, das erst im 19. Jahrhundert hergestellt wurde.[9]

Die modernen politischen Fälschungen umfassen die notorischen »Protokolle der Weisen von Zion«, eines antisemitischen Falsifikates, das 1903 in Rußland veröffentlicht wurde und angeblich der Text eines "jüdischen Weltherrschaftsplanes" darstellt. Es konnte allerdings gezeigt werden, daß der Text aus zwei im 19. Jahrhundert publizierten Schriften zusammengestellt wurde: Einer Satire auf das Dritte französische Kaiserreich durch den französischen Anwalt Maurice Joly sowie aus einer antisemitischen Hetzschrift des serbischen Autors Osman Bey.[10] Der "Parnell-Brief" aus dem Jahr 1887 soll angeblich vom irischen Führer Charles Parnell verfaßt worden sein, worin er seine Zustimmung zur Ermordung von Lord Frederick Cavendish und Thomas Burke ausdrückt. Der Brief wurde damals in der Times veröffentlicht, jedoch stellte die diesbezüglich eingestellte Regierungskommission fest, daß es sich um eine Totalfälschung handele, so daß Parnell schließlich freigesprochen wurde.[11] Daneben findet man einen "Brief von Sinowjew", einem angeblichen Schreiben des sowjetischen Politikers Grigori Sinojew an die Britische Kommunistische Partei, der die Partei drängt, die Labour-Regierung unter Druck zu setzen, das anvisierte britisch-sowjetische Handelsabkommen abzuschließen, sowie eine bewaffnete Revolution vorzubereiten durch die Infiltration der bewaffneten Kräfte. Die Veröffentlichung dieses Briefes im Jahr 1924 trug wirklich zu der im gleichen Jahr erfolgten Wahlniederlage von Labour bei und stärkte die Position der konservativen Partei in großem Maße.[12]

Als Reaktion auf die Versenkung der Lusitania prägte der deutsche Privatmann Karl Goertz eine Gedenkmünze, die die völkerrechtswidrige Verwendung von Passagierschiffen als Munitionstransporter durch die Entente-Mächte kritisierte. Die Medaille wurde sofort nach Bekanntwerden von der deutschen Regierung verboten und eingezogen. Die Engländer jedoch konnten einer Medaille habhaft werden. Lord Newton vom britischen Propagandaministerium ließ anschließend 25.000 gefälschte Stahlprägungen der Münze anfertigen, die in England und den USA verteilt wurden. Man unterstellte dabei fälschlich, die Münze sei von Deutschland zur Ehrung der Versenkung der Lusitania offiziell angefertigt worden. Das Prägedatum der Münze wurde von den Engländern auf den 5. Mai 1915 verändert, also zwei Tage vor der tatsächlichen Versenkung des Dampfers. Damit sollte suggeriert werden, daß die Versenkung und ihre Feier im voraus geplant waren.

Wie zu erwarten war, resultierten die beiden Weltkriege in einer reichen Ernte an Propagandafälschungen auf beiden Seiten, wovon einige in der besagten Ausstellung gezeigt werden. Ein Exponat ist beispielsweise die Lusitania Medaille, die im ersten Weltkrieg durch Propagandisten der britischen Regierung sowohl in den USA als auch in Großbritannien weit verbreitet wurde. Am 7. Mai 1915 wurde das Linienschiff Lusitania von der Cunard-Gesellschaft vor der Westküste Irlands durch das Torpedo eines deutschen U-Boots getroffen. Eine riesige Explosion - womöglich verursacht durch im Laderaum mitgeführten Sprengstoff - sorgte dafür, daß das Schiff in nur 20 Minuten sank, wobei 1198 Passagiere und Besatzungsmitglieder umkamen, darunter auch viele Amerikaner. Die britische Propaganda beschuldigte daraufhin die Deutschen, eines der heimtückischsten Kriegsverbrechen der europäischen Geschichte begangen zu haben. Ein deutscher Privatmann, Karl Goetz, hatte zu diesem Vorfall eine satirische Medaille geprägt, mit der er die Versenkung des Schiffes mit der Begründung zu rechtfertigen suchte, daß das Schiff Waffen transportiert habe - was tatsächlich stimmte - und daß die amerikanischen Bürger durch Anzeigen in US-Zeitungen davor gewarnt worden seien, dieses Schiff zu benutzen. Als die deutsche Regierung von dieser Medaille erfuhr, verbot sie diese. Die britischen Propagandisten kamen aber dennoch in den Besitz eines Exemplars, das sie vervielfältigten und in großer Anzahl verkauften mit der Behauptung, dies sei eine offizielle deutsche Auszeichnung.[13]

Der Journalist Colin Simpson hat nachgewiesen, daß die britische Admiralität - dank ihrer engen Beziehungen zur Cunard-Schiffahrtsgesellschaft - bereits vor dem Krieg erreichte, daß die Lusitania mit zwölf 15 cm Geschützen und anderer Marineausrüstung versehen wurde, und es wurde vereinbart, daß das Schiff der Königlichen Kriegsmarine im Falle eines Krieges als Kriegsschiff zur Verfügung stünde. Obwohl damalige Nachschlagewerke wie das Jane's Fighting Ships die Lusitania korrekt als mit Geschützen ausgerüsteten Hilfskreuzer auflisteten, wurde sie in der Öffentlichkeit als einfaches Ozeanlinienschiff in privaten Händen angepriesen. Simpson wies nach, daß die britische Regierung das Schiff vorsätzlich und unter schwerem Bruch internationalen Rechts gleichzeitig als Waffentransporter für die Westfront in seiner Funktion als Kriegsschiff benutzte wie auch als Linienschiff für Zivilisten. Simpson weist zudem nach, daß der Zweck dieser Politik die Provozierung einer Versenkung des Schiffes durch die Deutschen war, wodurch man hoffte, durch den Tod vieler US-Bürger den Eintritt der USA in den Krieg zu erzielen. In Übereinstimmung mit dem Kriegsrecht hatten die Deutschen damals eine offizielle Kriegszone um die britische Küste erklärt, die einer Blockade unterlag, und davor gewarnt, daß alle Schiffe, die unter dem Verdacht stünden, Waffen oder Munition zu transportieren, Gefahr liefen, versenkt zu werden. Sie kannten den Status der Lusitania als Kriegsschiff und Munitionstransporter und hatten daher in Anzeigen in vielen Zeitungen der USA die Amerikaner davor gewarnt, dieses Schiff zu benutzen. Obwohl also die Versenkung der Lusitania völlig vom Kriegsrecht gedeckt war, spielte die britische Propaganda über diesen Fall eine Hauptrolle dabei, die öffentliche Meinung in den USA für den Kriegseintritt auf Seiten der Entente zu bewegen.[14]

Ein anderes Ausstellungsstück zeigt ein Beispiel deutscher Abwehrmaßnahmen gegen die alliierte Greuelpropaganda, ein Druckwerk betitelt mit The Great Anti-Northcliffe Mail aus dem Jahre 1917. Der Pressezar Lord Northcliffe spielte eine wichtige Rolle bei der Aufrechterhaltung der britischen Kriegsmoral durch seine Zeitungen, unter denen sich die Blätter Evening News, The Times und die Daily Mail befanden. Zudem hatte er auch einen nicht unerheblichen Einfluß auf die Meinungsbildung in einigen neutralen Ländern. Bei Ausbruch des Krieges im Jahr 1914 richtete die britische Regierung ein halboffizielles Komitee unter der Führung von Lord Bryce ein, dessen ausschließliche Aufgabe die Erfindung und Verbreitung antideutscher Greuelpropaganda war, wie etwa die Behauptung, daß die Deutschen die Hände belgischer Kinder abgeschnitten, Babys in die Luft geworfen und auf Bayonetten aufgespießt, kanadische Kriegsgefangene gekreuzigt, Frauen vergewaltigt und verstümmelt, Kirchen geplündert und in einer Fabrik die Leichen deutscher Soldaten gekocht hätten, um daraus Seife, Fette und Düngemittel herzustellen. Die Northcliffe-Presse sorgte für die weite Verbreitung dieser von Bryces Komitee produzierten Propaganda. Mit Hilfe veränderter Dokumente, gestellter und verfälschter Fotos versuchte man, den größtmöglichen Haß gegen die teuflischen "Hunnen" zu entfachen. Als Gegenreaktion darauf fingen die Deutschen im Jahr 1917 an, ihre The Great Anti-Northcliffe Mail zu veröffentlichen, eine in Zürich veröffentlichte Zeitung in gleichem Format und mit gleichem Layout wie die Daily Mail und dem Zweck, die darin veröffentlichte Propaganda zu entblößen.[15] Nach dem Krieg erklärte die britische Regierung durch eine offizielle Erklärung des Außenministers im Unterhaus ihre Propaganda für unzutreffend. Die ganze Geschichte dieser Propaganda wurde in Büchern wie Falsehood in Wartime (Die Lüge in Kriegszeiten) von Arthur Ponsonby,[16] MP (dem späteren Lord Ponsonby, einem Kabinett-Minister), Propaganda Technique in the World War (Propagandatechniken im Weltkrieg) von H.D. Lasswell,[17] Atrocity Propaganda, 1914-1919 von J.M. Read[18] und British Propaganda during the First World War (britische Propaganda im Ersten Weltkrieg) von M.L. Sander und Philip M. Taylor[19] entlarvt.

In unserer heutigen Gesellschaft ist Propaganda allgegenwärtig, wie der französische Gelehrte Jacques Ellul gezeigt hat,[20] und wenn man das zwanzigste Jahrhundert überhaupt begreifen will, so muß man die Propaganda immer mit in Betracht ziehen. In seinem Werk The First Casualty (Das erste Opfer) dokumentiert der Journalist Phillip Knightley die unverschämten Verdrehungen, die von den Kriegsberichterstattern vom Krimkrieg bis zum Vietnamkrieg verbreitet wurden.[21] Die Kriegshistoriker müssen derartige Geschichten jener oben von Acton beschriebenen hochkritischen Prüfung unterziehen, mehr noch als es ohnehin schon bei den normalen geschichtlichen Beweisstücken nötig ist.

Die Holocaust-Revisionisten führen an, daß es sich bei der Behauptung, die Deutschen hätten die Juden während des Zweiten Weltkrieges vorsätzlich in Gaskammern ausgerottet, schlicht um ein weiteres Propagandamythos handelt, das historisch ebensowenig fundiert ist wie die vom Bryce-Komitee während des Ersten Weltkrieges erzeugten Produkte. Sie bestreiten durchaus nicht die Tatsache, daß viele Juden in den NS-Konzentrationslagern starben, aber sie stehen auf dem Standpunkt, daß es keine Gaskammern gegeben hat, daß die Anzahl der Verstorbenen weit unter jenen überlicherweise behaupteten fünf oder sechs Millionen liegt, nämlich irgendwo zwischen 100.000 und anderthalb Millionen, und sue bestreiten, daß es seitens Hitlers, Himmlers oder eines anderen NS-Führers je eine vorsätzliche und systematische Politik der Tötung von Juden, nur weil sie Juden waren, gegeben hat. Der einzige Unterschied zwischen der Propaganda von 1914-1918 und der von 1939-1945 sei der, so behaupten sie, daß die Propaganda im letzten Fall durch den totalen Sieg über Deutschland auch nach dem Krieg beibehalten wurde, weil sie den politischen Zielen der Alliierten auch weiterhin nützte und weil sie eine zentrale Rolle bei der Schaffung des Staates Israel und bei der Gewinnung materieller und moralischer Unterstützung für dessen Politik spielte. Um diese ihre Ansicht zu stützen, bezweifeln sie die Echtheit bzw. Richtigkeit der landläufigen Interpretation bestimmter Dokumente, Fotos und Filme. Sie präsentieren andere Beweismittel, die, so führen sie an, beweisen, daß der Holocaust zumindest in der Weise, wie er allgemein angenommen wird, nicht geschehen sei.

Friedrich August von Hayek, *1899; †1992

Derartige Argumente mögen nun für viele Personen in den jüdischen Gemeinden tief verletzend sein, insbesondere für die, die während des Zweiten Weltkrieges Verwandte verloren haben. dennoch aber müssen derartige Ansichten auf dem freien Markt der Ideen bestehen oder untergehen. Die Forderung, Personen mit Geld- oder Haftstrafen zu belegen, die derartige Argumente vorbringen, ist ein Angriff auf den ganzen Vorgang der Erforschung der Geschichte, wie von Acton beschrieben. Derartige Gesetze wären tödlich für die freie Forschung, für die geistige Gesundheit einer freien Gesellschaft und für die intellektuelle Freiheit allgemein, von der eine solche freie Gesellschaft abhängt. In seinem 1944 veröffentlichten klassischen Werk Der Weg zur Knechtschaft hat Prof. F.A. Hayek nachgewiesen, daß die politische und intellektuelle Freiheit von dem Bestehen wirtschaftlicher Freiheit abhängt. Ohne letztere kann die geistige Freiheit nicht lange überleben.[22] Umgekehrt ist ebenfalls fraglich, wie lange die wirtschaftliche und politische Freiheit die Auslöschung der intellektuellen Freiheit überleben kann, wenn man einmal anfängt, durch die Illegalisierung des Holocaust-Revisionismus diesen Weg zu gehen.

Geschichte und Pseudogeschichte

Der schweizer Autor Erich von Däniken hat mit seinen pseudogeschichtlichen Büchern über Außerirdische, die die Erde besucht hätten und antike Kulturen gründeten, Millionen verdient. Von Dänikens Schriften setzen sich über alle bekannten wesentlichen Fakten über antike Kulturen hinweg und können daher von Historikern, Archäologen und Naturwissenschaftlern nicht als legitime historische Interpretationen in Erwägung gezogen werden. Dennoch aber hat noch niemand verlangt, von Däniken solle wegen der Verbreitung seiner absurden Fiktionen gerichtlich belangt und eingesperrt werden. Um ein anderes Beispiel zu bemühen, sei auf das kürzlich erschienene Buch des Titels Russia: A History von Prof. Gregory Freeze hingewiesen,[23] in dem die allgemeine Ansicht, unter Stalins Regime seien zwischen 20 und 40 Millionen Sowjetbürger ermordet worden, herausgefordert wird. Allgemein geht man davon aus, daß während der Kollektivierung der sowjetischen Landwirtschaft zwischen fünf und 12 Millionen Ukrainer vor allem durch Deportationen und vorsätzlich ausgelöste Hungerkatastrophen ermordet wurden. Freeze und seine Kollegen führen aus, in der Hungerkatastrophe des Jahres 1933, die ihrer Ansicht nach nicht vorsätzlich von Stalins Regime ausgelöst wurde, seien nur 3,3 Millionen sowjetische Bürger umgekommen. Zudem behaupten sie, die in den späten 30er Jahren durchgeführten Säuberungen hätten ein wesentlich kleineres Ausmaß gehabt als bisher angenommen, und daß sie nicht notwendigerweise von Stalin selbst initiiert worden seien.

Die Argumente Freezes und seiner Kollegen waren Anlaß für schwere akademische Auseinandersetzungen, wobei u.a. Prof. Robert Conquest auf die massiven Gegenbeweise verwies, aber niemand hat vorgeschlagen, daß man ein Gesetz verabschieden solle, um Professor Freeze zu einer Geld- oder gar Gefängnisstrafe zu verurteilen, etwa weil er beispielsweise zum "Rassenhaß" gegen die Ukrainer aufgestachelt habe. Ich bezweifle auch, daß irgend jemand ernsthaft glaubt, daß dies seine Motivation war. Wenn Freeze allerdings wegen der Äußerung seiner kontroversen Meinung über den Blutzoll von Stalins Regime verfolgt werden würde, so würden sich die Liberalisten genauso energisch dagegen wenden wie sie sich gegen die Verfolgung von Personen wenden, die den NS-Holocaust bestreiten.

Auch wenn nicht alle Historiker und Philosophen Poppers Ansichten über die Natur der geschichtlichen Forschung teilen werden, so handelt es sich dabei doch zumindest um ein brauchbares Modell zur Untersuchung historischer Kontroversen. Ein klassisches Beispiel eines solchen Streites aus der englischen Geschichte ist die Frage, ob König Richard III. die im Tower einsitzenden Prinzen sowie weitere Verwandte umbringen ließ oder nicht, um seinen Thronanspruch zu festigen. Die Propagandisten des englischen Adelsgeschlechts Tudor sahen es zum Teil aufgrund der schwachen Ansprüche Henry VII. auf den englischen Thron als notwendig an, von Richard ein Bild des Massenmörders zu zeichnen, daß jenem stark ähnelt, das man von Shakespears in letzter Zeit häufig aufgeführtem Stück kennt. Die Tatsache aber, daß die Tudors diese Version zur Stützung ihrer politischen Ziele verbreiteten, heißt nicht notwendigerweise, daß ihre Behauptungen falsch sind. In diesem Jahrhundert haben sich die meisten Historiker zu der Auffassung durchgerungen, daß Richard wahrscheinlich unschuldig war, obwohl einige immer noch anderer Ansicht sind. Vor einigen Jahren fand in England eine interessante Fernsehsendung statt, während der beide Seiten ihre Argumente in diesem Streit um Richard III. vor einer Jury vortragen konnten. Diese entschied damals, wenn ich mich recht erinnere, auf "nicht schuldig". Es gibt heute sogar eine Richard-III.-Gesellschaft, die sich zum Ziel gesetzt hat, Richard III. von den gegen ihn erhobenen Mordvorwürfen zu entlasten. Manchmal ändern auch Historiker ihre Meinung. Desmond Seward hat beispielsweise dreißig Jahre lang für die Unschuld Richard III. plädiert, bevor er all dies widerrief und ein Buch verfaßte, daß der König nun doch für die Morde verantwortlich sei.[24] Es ist alles eine Frage der Interpretation, und soweit mir bekannt, hat keiner von dieser oder jener Seite dieses Streites je gefordert, daß jemand für die Darlegung seiner Ansichten ins Gefängnis geworfen wird.[25]

Beim Holocaust-Revisionismus sieht die Sache freilich anders aus. Seit Mitte der 70er Jahre haben derartige Ansichten mehr und mehr an Boden gewonnen, und sie werden von den Historikern nicht mehr nur als Tiraden eines neonazistischen Randes betrachtet, ob man dies nun mag oder nicht. Diese Auffassungen fangen an, sich in die Außenbereiche der respektablen akademischen Geschichtswissenschaft zu begeben. 1986 führte der hervorragende deutsche Historiker Professor Ernst Nolte an, die antisemitische Politik des Nationalsozialismus, die im Holocaust kulminiert sei, müssen im Kontext der sowjetischen Massenmorde und der antideutschen Kampagnen der internationalen jüdischen Gemeinden betrachtet werden, anstatt als ein einzigartiges und nie vorher dagewesenes Böses. Er löste dadurch in den späten 80er Jahren den Historikerstreit aus, in dem die deutschen Historiker für und wider Noltes Ansichten debattierten.[26] Prof. Nolte lehnte zwar die Holocaust-Bestreitung ab, bezog aber dennoch den Standpunkt, daß die Intentionen der Holocaust-Revisionisten häufig ehrenwert seien, daß man sie ernst nehmen solle und daß es sich bei ihnen nicht notwendigerweise um Neofaschisten handele.

Roger Eatwells Buch Fascism[27] enthält eine Reihe von Bezügen auf Argumente der Holocaust-Revisionisten, auch wenn er deren Schlußfolgerungen ablehnt. Eine von Roger Griffin ebenfalls unter dem Titel Fascism herausgegebene Dokumentensammlung[28] enthält eine Serie von Auszügen aus Literatur, in der der Holocaust bestritten wird, wenn auch nur im Zusammenhang mit zeitgenössischer faschistischer Propaganda. Norman Davies, der weltweit angesehenste lebende Historiker der polnischen Geschichte, widmet sich in seinem monumentalen Bestseller Europe: A History[29] unter Bezug auf deren Werke ernsthaft den Argumenten der Holocaust-Bestreiter, auch wenn er deren Schlußfolgerungen ablehnt. Sogar die Holocaust-Historiker haben angefangen, von den Revisionisten Notiz zu nehmen. Professor Arno Mayer von der Universität Princton beispielsweise schließt die Revisionisten Rassiner und Butz in seine Bibliographie des Buches Why Did The Heavens Not Darken? The "Final Solution" in History mit ein, auch wenn er deren Ansichten entrüstet ablehnt.[30] Als Antwort auf Robert Faurisson These, daß in Auschwitz keine Menschenvergasungen stattgefunden haben, fand es Jean-Claude Pressac notwendig, ein Werk des Titels Auschwitz: Technique and Operation of the Gas Chambers[31] in dem Versuch zu veröffentlichen, Faurisson zu widerlegen. In den USA schließlich wurde ein landesweites Programm über Holocaust-Studien deshalb nicht mit Bundesmitteln unterstützt, weil darin die Ansichten der Holocaust-Revisionisten, wie abstoßend diese auch immer seien, nicht berücksichtigt wurden. Der Holocaust-Revisionismus wird also von den Historikern zwar nur als eine extreme, radikale, dubiose und höchst kontroverse Interpretation angesehen, aber immerhin doch als eine Interpretation, die bei der Geschichtsschreibung über den Zweiten Weltkrieg in Betracht gezogen werden muß.

David Irvings These, daß Hitler nichts vom Holocaust gewußt habe, war das Thema von Hitler and the Final Solution, ein von Gerald Fleming verfaßtes Buch, in dem dargelegt wird, daß die historischen Beweise sehr wohl auf Hitlers persönliche Kenntnis und Verantwortung deuteten. 1977 debattierte Irving im Fernsehen mit dem greisen A.J.P. Taylor. Taylor frug ihn:

»Nun, Herr Irving, lassen Sie mich sehen, ob ich das richtig verstanden habe. Sie sagen, daß das Fehlen jeden schriftlichen Befehls Hitlers bezüglich der Endlösung beweist, daß er nichts davon wußte. Ist das richtig?«

Irving stimmte dem zu.

»Und dennoch sagen Sie, daß das fehlen jedes schriftlichen Befehls Churchills bezüglich des Todes von General Sikorski ihn nicht von seiner Verstrickung in dessen Ermordung freispricht.«

Zur Zeit debattiert die in England regierende Labour-Partei immer noch darüber, ob jeder, der den Holocaust bestreitet oder meint, Hitler habe davon nicht gewußt, bis zu zwei Jahre ins Gefängnis gehen muß. Wenn sich dieser Vorschlag durchsetzt, wird Irving in Zukunft für eine Ansicht für bis zu zwei Jahre ins Gefängnis gehen müssen, die zuvor zu einer Fernsehdebatte mit einem der berühmtesten Historiker des zwanzigsten Jahrhunderts geführt hat. Man sagt, die Labour-Partei habe ihr Bestreben zur Verstaatlichung der freien Wirtschaft aufgegeben. Hat sie vielleicht ihre Leidenschaft lediglich auf ein anderes Objekt gerichtet, nämlich auf den menschlichen Geist?

Einige Personen meinen, man könne geschichtliche Ansichten, die darauf ausgerichtet sind, Hitler oder das NS-Regime zu entlasten, einfach nicht mit jenen gleichsetzten, die sich auf andere geschichtliche Probleme richten. Sie führen an, daß die revisionistischen Argumente von rassistischen, faschistischen und antisemitischen Organisationen mit dem Ziel aufgegriffen würden, bestimmte ethnische, religiöse oder nationale Minderheiten zu unterdrücken oder zu Haß und Gewalt gegen diese aufzustacheln. So wurde beispielsweise behauptet, daß David Irvings Geschichtsvorträge, in denen er die allgemein akzeptierte Ansicht über den Holocaust angriff, in irgendeiner Weise verantwortlich gewesen seien für die gewalttätigen Neonazi-Übergriffe und Morde in Deutschland. Tatsächlich aber fanden die weltweit bekannt gewordenen Attacken auf Wohngebäude von Asylanten und Ausländern in Mölln, Solingen, Hoyerswerda, Rostock und Lübeck in Städten statt in denen Irving nie gesprochen hatte, und seine Reden wurden nie von den Medien übertragen.

Es wurde behauptet, daß Robert Faurissons revisionistische Argumente in Frankreich zum Aufstieg der französischen Rechtspartei Front National (FN) geführt hätten. Es stimmt sicher, daß der Vorsitzender der FN, Jean-Marie Le Pen, und andere FN-Führungspersönlichkeiten bisweilen Anmerkungen machten, die darauf hinweisen, daß sie von den Revisionisten beeinflußt sind. Tatsächlich aber haben sowohl Frankreich als auch Deutschland Gesetze eingeführt, die den Holocaust-Revisionismus verbieten, wie im vorhergehenden Teil dieser Serie dargelegt wurde. Dies hat aber offenbar weder die rassistischen Übergriffe in Deutschland verhindert noch den Aufstieg der FN in Frankreich, sondern lediglich das Recht auf freie Meinungsäußerung und Wissenschaftsfreiheit in beiden Ländern eingeengt.

Es wird auch angeführt, daß der Holocaust-Revisionismus ein massiver Affront gegen jüdische Personen per se sei, indem die Juden in ihrer Identität angegriffen würden - ganz abgesehen von der Verunglimpfung des Andenkens Verstorbener sowie der Beleidigung jener, die überlebten oder deren Angehörige im Holocaust umkamen. Es wird angeführt, daß dies das absolut einzige Gebiet sei, in dem der Staat einschreiten müsse, um eine bestimmte geschichtliche Ansicht mit dem Straf- und dem Zivilrecht durchzusetzen. Wenn man eine derartige Argumentation aber akzeptierte, würde man implizieren, wie Prof. Dworkin gezeigt hat,[32] daß die Darlegung jeder historischen Ansicht, die für eine beliebige identifizierbare Gruppe beleidigend wirkt, per Strafrecht verboten werden müßte. So sind zum Beispiel viele Iren der Überzeugung, daß die irische Hungerkatastrophe in den 40er Jahren des letzten Jahrhunderts durch das Desinteresse der britischen Regierung verschlimmert worden sei. Tatsächlich gingen sogar einige Amerikaner irischer Abstammung so weit zu behaupten, daß die Briten die Iren vorsätzlich aushungerten. Auf der anderen Seite haben verschiedene Historiker angeführt, daß die große Mehrzahl der damaligen Toten, die man der Hungerkatastrophe zuschreibt, Opfer einer Krankheit wurden, für die es damals noch keine Behandlungsmethode gab, so daß nichts hätte getan werden können, um das Sterben zu verhindern.

Ein weiteres Gebiet geschichtlicher Auseinandersetzungen ist die Behandlung der Schwarzen im Süden der USA vor dem dortigen Bürgerkrieg. Die Historiker Robert W. Fogel und Stanley L. Engerman schrieben ein historisches Werk des Titels Time on the Cross, in dem sie im wesentlichen mittels wirtschaftlicher Berechnungen versuchten zu beweisen, daß die wirtschaftlichen Bedingungen der schwarzen Sklaven im Süden im wesentlichen denen der freien weißen Arbeiter im Norden glichen, ja möglicherweise sogar ein wenig besser waren; daß ein Sklave während seines ganzen Lebens etwa 90% des Wertes seiner Arbeit tatsächlich als Lohn ausgezahlt bekam; daß die Herren sich meist um die Gesundheit und das Wohlbefinden ihrer Sklaven kümmerten, um ausufernde Krankheitskosten zu vermeiden; und schließlich, daß einige Sklaven nicht nur fähige Handwerker wurden, sondern es sogar zu solchen Berufen brachten wie Ingenieure und Architekten, ja daß sie in manchen Fällen sogar selbst Sklaven besaßen.[33] Nun mögen einige schwarze Personen der Meinung sein, daß dies den Tatbestand der "Skaven-Leugnung" erfülle, und daß diejenigen, die dies vertreten, wegen "Beleidigung schwarzer Menschen" eingesperrt gehören.

Wenn wir das Verbot der "Holocaust-Leugnung" unterstützen sollen, aus welchen Gründen könnte man dann ähnlichen Ansprüchen der Iren und der Schwarzen widerstehen? Aus welchen Gründen könnte man der Forderung moslemischer Fundamentalisten entgegentreten, Salman Rushdies Roman Die Satanischen Verse[34] zu verbieten? Und wer weiß, welche anderen Forderungen zur Unterdrückung abweichender Ansichten historischer, naturwissenschaftlicher, religiöser und kultureller Natur noch entstehen könnten, wenn man sich einmal dazu herabgelassen hat, eine dissidente Meinung zu verbieten? Werden Wissenschaftler, die den Darwinismus vertreten, in Zukunft eingesperrt, weil deren Ideen den Glauben christlicher und moslemischer Fundamentalisten beleidigen? Großbritannien würde sehr schnell auf das Niveau Kanadas abgleiten, wenn nicht sogar in jene von Ray Bradbury in seinem Roman Fahrenheit 451 beschriebene Schreckensvision,[35] in der alle Bücher verboten sind und "Feuerwehrleute" mit Flammenwerfern ausgerüstet aktiv werden, um jede enttarnte Geheimbibliothek zu verbrennen. Die Hauptperson von Bradburys Roman ist ein Feuerwehrmann, der bezüglich der Bücher, die er verbrennen soll, ein ungesundes Interesse entwickelt und anfängt, sie insgeheim zu lesen und zu sammeln. Er entdeckt, daß viele andere Feuerwehrmänner, einschließlich seines direkten Vorgesetzten, seit vielen Jahren genau das gleiche tun. Am Ende flieht er aus der Stadt, um einer Gemeinschaft von Dissidenten beizutreten, die das Bücherverbot dadurch umgehen, indem sie den Text ganzer Bücher auswendig lernen, um ihn dann in Gegenwart anderer aus ihrem Gedächtnis wiederzuerzählen.

Bradburys klassische Geschichte sollte wahrscheinlich niemals wörtlich verstanden werden. Jean-Claude Carrière aber, Frankreichs führender Drehbuchautor und Vorsitzender der Pariser Filmschule FEMIS, liefert uns ein Beispiel von Erfindungsgabe zur Umgehung der Zensur, die sich voll mit Bradburys Fiktion deckt:

»In der 70er Jahren erlebte ich in Prag einen "menschlichen Film". Er [der tschechische Erzähler] kannte einige Filme auswendig (er hatte sie im Ausland gesehen). Die Leute luden ihn zum Essen ein. Nach dem Essen setzten sich alle Gäste im Kreis um ihn und er "erzählte" den Film - an diesem Abend war es The Discreet Charm of the Bourgeoisie - wobei er nicht ein einzige Szene, nicht eine einzige Zeile vergaß.«

Der Punkt ist also, daß es definitiv unmöglich ist, Ideen komplett zu unterdrücken, und zwar um noch vieles weniger in der heutigen Welt der elektronischen Verkabelung. Der deutsche Philosoph Max Stirner sagte in seinem komplexen und oft mißverstandenen Werk Der Einzige und sein Eigentum voraus:[36]

»Die Menschen der Zukunft werden einst eine Freiheit gewinnen, von der wir heute noch nicht einmal empfinden, sie überhaupt zu wollen.«

In einem bestimmten, wichtigen Sinne hatte er recht. Zu Beginn dieser Serie habe ich den britischen Vorkämpfer des unbeschränkten Meinungsflusses Arthur C. Clarke mit einer Aussage bezüglich der modernen Informationstechnologie aus dem Jahr 1983 zitiert. Mit einem weiteren Zitat von Clarke möchte ich nun zu diesem Thema zurückkehren und zugleich diese Ausführungen abschließen:[37]

»[...] am Ende dieses Jahrhunderts sieht es so aus, als ob all die alten Argumente bezüglich der Zensur durch eine breitangelegte persönliche Kommunikation überflüssig werden. Wenn man "in der Privatsphäre seiner Wohnung" absolut alles aus dem Internet herunterladen kann, wie manche Anzeigen es ausdrückten, werden noch nicht einmal ganze Armeen einer Gedankenpolizei in der Lage sein, dagegen irgend etwas zu unternehmen.«

Weiterführende Literatur


Anmerkungen

[1]John Milton, Areopagitica, an essay on the liberty of the Press, J. Deighton, London 1791.
[2]John Stuart Mill, On Liberty, London 1859.
[3]Lord John Emerich Edward Dalberg Acton, »Inaugural Lecture on the Study of History«, in Lord Acton, Essays in the Interpretation of History, hgg. von William H. McNeill, University of Chicago Press, Chicago 1967, S. 320, 330f., 342f., 358f.
[4]Bild entnommen von www.acton.org.
[5]Karl R. Popper, Die offene Gesellschaft und ihre Feinde, Francke, Bern 41975, S. 328f, 332; engl.: The Open Society and its Enemies, 2 Bd. G. Routledge & Sons, London 1945.
[6]Mark Jones, Paul Craddock, Nicholas Barker (Hg.), Fake? The Art of Deception, British Museum Publications, London 1990, Exponat 34, S. 60.
[7]Ebenda, Exponat 38, S. 62.
[8]Ebenda, Exponat 49, S. 70.
[9]Ebenda, Exponat 51, S. 70.
[10]Ebenda, Exponat 52, S. 70ff.
[11]Ebenda, Exponat 53, S.72.
[12]Ebenda, Exponat 54, S. 73f.
[13]Ebenda, Exponat 55, S. 74.
[14]Colin Simpson, Lusitania, Penguin Books, Harmondsworth, Middlesex 1974 (Erstausgabe 1971).
[15]Jones et. al. (ed.), aaO. (Anm. 6), Exponat 59, S. 77.
[16]Arthur Augustus William Harry Baron Ponsonby, Absichtliche Lügen in Kriegszeiten: Eine Ausw. von Lügen, die während d. 1. Weltkrieges in allen Völkern verbreitet wurden, Buchkreis f. Besinnung u. Aufbau, Seeheim a.d.B. 1967; engl.: Falsehood in War-Time. Containing an assortment of lies circulated ... during the Great War, G. Allen & Unwin, London 1928.
[17]Harold Dwight Lasswell, Propaganda Technique in the World War, Kegan Paul & Co., London 1927; A. A. Knopf, New York 1927.
[18]James Morgan Read, Atrocity Propaganda, 1914-1919, Yale University Press, New Haven 1941.
[19]Michael L. Sanders, Philip M. Taylor, British propaganda during the First World War, 1914-18, Macmillan, London 1982.
[20]Jacques Ellul, Les Propagandes, Librairie Armand Colin, Paris 1962; engl.: Propaganda, Alfred A. Knopf, New York 1965.
[21]Phillip Knightley, The first casualty: from the Crimea to Vietnam: the war correspondent as hero, propagandist, and myth maker, Harcourt Brace Jovanovich, New York 1975.
[22]Friedrich August von Hayek, Der Weg zur Knechtschaft, hrsg. von Wilhelm Röpke, Rentsch, Erlenbach-Zürich 1945; engl.: The Road to Serfdom, G. Routledge & Sons, London 1944.
[23]Gregory L. Freeze (Hg.), Russia: a history, Oxford University Press, Oxford & New York 1997.
[24]Desmond Seward, Richard III, Country Life/Hamlyn, Feltham, Middlsex, 1983.
[25]Bezüglich eines allgemeinen Überblicks über die Geschichtsschreibung zu diesem Thema vgl. Michael Hicks, Richard III, Collins and Brown, London 1991.
[26]Vgl. Ernst Nolte, Der europäische Bürgerkrieg: 1917 - 1945; Nationalsozialismus und Bolschewismus, Herbig, München 1997; vgl. Rolf Kosiek, Historikerstreit und Geschichtsrevision, Grabert, Tübingen 1987.
[27]Verso, London 1995.
[28]Oxford University Press, Oxford 1995.
[29]Ebenda, 1996.
[30]Arno Joseph Mayer, Why did the heavens not darken? The »final solution« in history, Pantheon Books, New York 1988.
[31]Jean-Claude Pressac, Auschwitz: Technique and Operation of the Gas Chambers, Beate Klarsfeld Foundation, New York 1989; ders., Die Krematorien von Auschwitz. Die Technik des Massenmordes, Piper, München 1994; vgl. als revisionistische Erwiderung: Herbert Verbeke (Hg.), Auschwitz: Nackte Fakten, Vrij Historisch Onderzoek, Berchem 1995.
[32]Index on Censorship, vol. 24, no. 3, Mai/Juni 1995, S. 45f.; vgl. VffG 3(2) (1998), S. 201.
[33]Robert W. Fogel, Stanley L. Engerman, Time on the Cross, Little Brown/Wildwood House, London 1974.
[34]Salman Rushdie, Die satanischen Verse, (Roman), Droemer Knaur, München 1997.
[35]Vgl. Richard Widmann, »451 Grad Fahrenheit«, VffG 2(1) (1998). S. 48-52.
[36]Max Stirner, Der Einzige und sein Eigentum und andere Schriften, hrsg. von Hans G. Helms, Hanser, München 1968; hier rückübersetzt aus dem Englischen: Max Stirner, The Ego and Its Own, Dover Publications, New York 1973, S. 160.
[37]Arthur C. Clarke, »Beyond 2001«, in: Ruth Petrie (Hg.), Film and Censorship, Cassell/Index on Censorship, London 1997, S. 193.
[38]Vgl. dazu auch: Robert Faurisson, Réponse à Pierre Vidal-Naquet, La Vieille Taupe, Paris 1982, als Antwort auf: Vidal-Naquet, P., Un Eichmann de papier. Anatomie d'un mesonge, Maspéro, Paris 1980.
[39]Engl.: Denying the Holocaust, Penguin Books, London 1994; Erstausgabe 1993.
[40]Einer Auseinandersetzung mit sachlichen Argumenten weicht Prof. Lipstadt in diesem Werk weitgehend aus. Sie verweist im wesentlichen nur auf den Apotheker J.-C. Pressac, vgl. ebenda, S. 305, 311 (Anm. d. Übers.).
[41]Vgl. dazu auch die Erwiderung von Germar Rudolf, »Zur Kritik an "Wahrheit und Auschwitz-Lüge"«, in: Herbert Verbeke (Hg.), Kardinalfragen zur Zeitgeschichte, Vrij Historisch Onderzoek, Berchem 1996, S. 91-108.

Quelle: Vierteljahreshefte für freie Geschichtsforschung 3(3) (1999), S. 314-322.


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