Historische Vergangenheit und politische Gegenwart

Von Prof. Dr. Arthur R. Butz

»In Washington wird ein Holocaust-Museum gebaut. 65 Millionen Leute schauen sich "Schindlers Liste" an. Der deutsche Präsident entschuldigt sich bei Israel. Was kann man also über Leute sagen, die behaupten, der Holocaust habe überhaupt nicht stattgefunden? Sie sind eine Randgruppe von Scharlatanen.«

So Michael Berenbaum, der als »angesehener Professor von Holocaust-Studien an der Clark-Universität« umschrieben wird.[1] Berenbaum war auch Direktor des U.S. Holocaust- Memorial-Museums und Direktor von Steven Spielbergs Stiftung Survivors of the Shoah Visual History Foundation.

Prof. Dr. Butz als gefragter Autogramm-Schreiber

»Der Papst setzt Kaiser ab oder krönt sie, er exkommuniziert Könige, um sie seinem Willen zu unterwerfen. England, Dänemark, Ungarn, Polen, Portugal und andere Länder sind päpstliche Vasallen. Das Lateran-Konzil des Papstes hat nicht nur Glaubensfragen abgehandelt und Ketzerei bekämpft, sondern er hat auch Erziehungsgrundsätze und längst überfällige Reformen des bürgerlichen Rechts eingeführt. Was kann man also über Leute sagen, die behaupten, die Konstantinische Schenkung sei eine Fälschung? Sie sind eine Randgruppe von Scharlatanen.«

Zitat eines imaginären Kommentators im Jahr 1216, das sich der Verfasser im Jahr 2000 ausgedacht hat.

In diesem Artikel möchte ich drei Themenkreise beleuchten, wobei ich Feststellungen von allgemeiner Bedeutung mache:

1. Das Document Center in Berlin

Von 1945 bis 1953 brachten die westlichen Alliierten die verbliebenen Unterlagen der NSDAP und damit verbundener Organisationen, wie der SS, in eine Sammlung ein, die unter der Verwaltung der US-Armee im Berlin Document Center (BDC) untergebracht wurde. 1953 wurde die Zuständigkeit an das US-Außenministerium abgegeben. Die laufenden Kosten für das BDC wurden von der BRD getragen.[2]

Die meisten Unterlagen beim BDC bestanden aus biographischen Daten, wie etwa NSDAP-Mitglieds-Unterlagen und SS-Personalakten. Einige nicht-biographische Unterlagen wurden 1959-62 an die BRD übergeben, viele wurden zuvor von der American Historical Association oder der Hoover Institution auf Mikrofilm übertragen, damit Wissenschaftler sie benutzen konnten.

1989 beantragte der Bundestag der BRD einstimmig die Übergabe der BDC-Akten unter deutsche Kontrolle (Verwaltung, Aufsicht, Führung, Leitung). Im Oktober 1993 kam eine diesbezügliche Vereinbarung zustande, die ab 1. Juli 1994 in Kraft trat, mit der Auflage, daß zuerst alle Unterlagen auf deutsche Kosten auf Mikrofilm aufgenommen und diese an die U.S. National Archives and Records Administration (NARA) übereignet würden. Dabei sollte für die Nutzung durch NARA das BDC-System der Suchhilfen kopiert und eine Computer-Datenbank über die Akten erstellt werden.[3]

Ich war froh über diese Entwicklung, aber ich wurde aufgeschreckt, als ich in einer ADL-Veröffentlichung vom September 1994 las:[4]

»Die ADL arbeitet mit Kongreßmitgliedern und Repräsentanten außerhalb der Regierung zusammen, um eine Kontrollgruppe zu bilden, die den Zugang zu den NS-Dokumenten und Unterlagen überwacht, die kürzlich der Aufsicht der deutschen Regierung übergeben wurden. Die Unterlagen, die die größte und wertvollste Materialsammlung darstellen, die das Dritte Reich dokumentiert, werden im Berlin Document Center aufbewahrt.«

Die richtige Bedeutung von »Zugang überwachen« war nicht klar. Die einleuchtendste Interpretation, und die, die mich erschreckte, war, daß der Zugang zu den NARA-Micorfilm-Dateien für Revisionisten und andere unerwünschte neugierige Blicke blockiert würde.

Die ADL und andere jüdische Repräsentanten hatten im April 1994 in den Kongreßanhörungen zur Übergabe ausgesagt. Bei diesen Anhörungen sorgte man sich aber bezüglich Kontrolle nur darum, daß die Deutschen während der Übertragung auf Mikrofilm keinen freien Zugang zu ihren Original-Dateien gewähren würden, entsprechend den Warnungen von Gerald Posner in einem Artikel des New Yorker.[2] Meine Befürchtungen schienen durch diese Anhörungen nicht bestätigt zu werden.

Kürzlich wollte ich die BDC-Sammlung des NARA für eine bestimmte Fragestellung benutzen. Die berühmte interne SS-Untersuchung von Konrad Morgen gegen Karl Koch, den Kommandanten von Buchenwald, Amon Goeth, den Kommandant von Plazsow, berühmt durch Schindlers Liste, und eine Reihe kleinerer Fische, von denen einer Chef des Gestapo-Büros im Lager Auschwitz war, SS-Untersturmführer Maximilian Grabner. Alle verhafteten SS-Leute wurden der Korruption angeklagt, und es wird gesagt, daß Grabner außerdem des Mordes an entweder 40 oder 2000 Gefangenen beschuldigt und zum Tode verurteilt wurde, was später zu 12 Jahren Gefängnis umgewandelt wurde.[5] Manchen Angaben über die Grabner-Geschichte zufolge war das Verfahren verschoben und niemals abgeschlossen worden.[6] Grabner wurde 1947 von den Polen hingerichtet.[7]

Da die strafrechtliche Verfolgung des Chefs des Auschwitzer Gestapo-Büros durch die SS wegen Mordes offensichtlich nicht mit der Behauptung vereinbar ist, daß täglich im Lager Tausende getötet wurden, wollte ich klären, was genau die Anklagen gegen Grabner beinhalteten und wie sie abgehandelt wurden. Die BDC-Sammlung war offensichtlich die Quelle, die man hierzu zu Rate ziehen mußte. Ich wollte seine Dienst-Unterlagen.

Das BDC-Archiv ist sehr umfassend. Ein gebundener Index wurde für 177 der 40.000 Rollen Mikrofilm veröffentlicht und betrifft hauptsächlich nicht-biographische Aufzeichnungen.[8] Ich fand darin keine Hilfe für das Grabner-Problem. Die wirklich verlockende Möglichkeit schien der computerisierte Index zu sein, der in den Kongreßanhörungen von Dr. Lewis Bellardo von NARA versprochen worden war, der vor der Anhörung versicherte,[9] wir werden die Unterlagen allen Kategorien nichtstaatlicher Forscher auf gleichberechtigter Basis zugänglich machen. Es wird für den Zugang keine Anforderung "wissenschaftliche Forschung" geben. Schließlich sei in bezug auf den Zugang vermerkt, daß dieser Mikrofilm mit einem computerisierten Index verbunden wird. Der Index erlaubt dem Forscher, in Verbindung mit dem Mikrofilm eine gewünschte Datei viel schneller zu suchen, als wenn die Suche manuell mit Indizes und Papier-Unterlagen erfolgen würde.

Jürgen Garf im Gespräch mit Mark Weber während eine Pause

Heutzutage, wo alles elektronisch abläuft, durfte man wohl erwarten, daß der computerisierte Index über die NARA-Web-Seite (www.nara.gov) zugänglich sei, aber ich konnte ihn dort nicht finden. Es gab aber eine E-Post-Adresse für Anfragen, also fragte ich nach dem Zugang für den computerisierten Index. Mir wurde mitgeteilt:

»Leider funktionierte der computerisierte Index in Berlin ausgezeichnet, aber nicht hier in den Vereinigten Staaten. Er ist also nicht verfügbar. Wir haben aber Rollen-Listen über alle Mikrofilme, die den ersten und letzten Namen jeder Rolle zeigen. Die BDC-Mikrofilm-Sammlung umfaßt aber viele Einzelsammlungen, daher sind gewöhnlich mehrfache Suchen notwendig. Wie können wir Ihnen weiterhelfen?«

Ich erkundigte mich dann, ob der computerisierte Index auf einem Web-Server in Berlin verfügbar sei, und die Antwort war:

»Nein, er war nie für online-Zugang durch die Öffentlichkeit gedacht, sondern nur für den Hausgebrauch.«

Nachdem ich selbst alle Suchmöglichkeiten in den BDC-Dateien erschöpft hatte, teilte ich dem NARA-Angestellten mit, daß ich die Dienstunterlagen von Grabner suchte. Er konnte sie nicht finden und erklärte, »nicht alle SS-Unterlagen haben den Krieg überstanden«; er fand aber ein Dokument, das Grabner zumindest als Chef des Gestapo-Büros in Auschwitz erwähnte. Er schickte es mir, aber er brachte kein Licht in das mich interessierende Problem.

Der NARA-Angestellte schien mir so behilflich zu sein, wie man es nur von ihm erwarten konnte. Das Hemmnis, auf das ich stieß, stammte nicht von ihm, aber es existierte trotzdem. Ich bemerkte keine Maßnahmen, um Revisionisten außen vor zu halten, aber ich war enttäuscht. Die Versprechungen in der Kongreßanhörung von Lewis Bellardo sind nicht eingehalten worden, und es ist für Einzelforscher, die in den Vereinigten Staaten sind, sehr schwer, die DBC-Dateien zu durchforschen, ohne viel zu viel Zeit beim Durchgang der Mikrofilm-Rollen zu verschwenden.

Was den computerisierten Index angeht, der in Berlin funktioniert, anderwo aber nicht, scheint die Lage absurd zu sein. Wenn seine Daten in elektronischer Form existieren, können sie mit einem geeigneten Programm eingegeben werden, damit sie vom Internet her zugängig sind und durchsucht werden können. Hierzu ist nur der Bruchteil des Aufwands erforderlich, der zuvor zur Aufstellung des Index benötigt wurde. Es ist mir nicht bekannt, ob die Deutschen den computerisierten Index verwenden. Wenn das der Fall ist, zweifle ich daran, daß sie bei Anfragen von Forschern aus dem Ausland behilflich wären, da anscheinend nicht einmal NARA selbst Zugang zu dem Index hat. Und die Möglichkeit, daß ein Revisionist in die BRD geht, um den computerisierten Index zu benutzen, ist angesichts der Verfahren gegen Leuchter, Irving und Toben ein schlechter Witz.

Zusammenfassend mag es einfach ein Zufall sein, daß die Situation für Revisionisten schlecht ist, aber sie ist auf jeden Fall schlecht.

Es wurde hier als selbstverständlich angenommen, daß die Anwendung von Computer und Internet heutzutage beim Sammeln von Informationen eine Selbstverständlichkeit ist. Trotz des Fehlens einer Online-Suchfunktion beim Berliner Document-Center hat die Entwicklung der letzten Jahre viele Informationen über das Internet verfügbar gemacht. Die Informationen können mittels Computer - mit und ohne Herunterladen - durchsucht werden.

Der Nachrichtenbrief des Adelaide Institute (www.adelaide-institute.org), die englische Übersetzung der Grundlagen zur Zeitgeschichte,[10] und das Protokoll des Irving-Lipstadt Verfahrens (www.fpp.co.uk/online.html) haben sich als gute Archive erwiesen, die ich für diesen Zweck herunterlade. Zwar kann es sein, daß eine Suche in diesen Archivdateien nicht immer zu genau der Information führt, die man braucht, aber man kann zumindest Hinweise in die richtige Richtung bekommen.

Es gibt viele weitere Dokumente auf diesen Seiten, und auch die Web-Seiten von CODOH (www.codoh.com) und IHR (www.ihr.org), aber man muß beim Herunterladen von Artikeln wählerisch sein. Ich freue mich, wenn Robert Faurissons vierbändige Écrits Révisionnistes in electronischer Form erhältlich werden.

Germar Rudolf und Grag Raven

Man kann auch im Internet suchen, ohne herunterzuladen. Dazu sollte ich die Suchmaschinen nennen, die auf Germar Rudolfs Web-Seite verfügbar sind, unter www.vho.org/
Search/searchRev.html, und auf der IHR Seite unter www.ihr.org. Sie durchsuchen die wesentlichen revisionistischen Web-Seiten nach vom Benutzer eingegebenen Suchbegriffen. Wenn man jedoch Forschung betreibt, ist es in den meisten Fällen nicht damit getan, nur in revisionistischen Web-Seiten zu suchen. Die bekannten Suchmaschinen wie Altavista bieten ein weites Feld. Ein Hauptproblem mit einer so allgemeinen Suche ist, daß sie oft Tausende nicht weiterhelfender und/oder irrelevanter Seiten bringt, aber eine sorgfältige Auswahl des Suchbegriffs kann dieses Problem umgehen.

2. Spott über Butz

Während seinem vor kurzem geführten Prozeß veröffentlichte David Irving auf seiner Web-Seite die "Sachverständige Meinung", die Robert Jan Van Pelt für Irvings Prozeßgegner im Verfahren ausgearbeitet hat. Sie wirft historiographische Fragen auf, nämlich wie man aus geschichtlichen Daten Schlußfolgerungen ziehen soll.

Ich las manches davon und war genauso überrascht wie andere von Van Pelts Behauptung, daß die Rolle von Auschwitz, Belzec, Sobibor und Treblinka als Vernichtungslager »moralische Gewißheit« sei. Er scheint in seinem Bericht »moralische Gewißheit« als etwas zwischen "jenseits vernünftigem Zweifel" und "unbestimmte Gewißheit" zu definieren, aber dann verwendet er den Ausdruck für die Behauptungen der Legende im Hinblick auf Belzec, Sobibor und Treblinka, während er einräumt, daß die Beweise für diese Orte spärlich sind. Ich weiß daher nicht recht, wie ich den Satz - so wie er ihn gebraucht - deuten soll, - und er selbst weiß es wahrscheinlich auch nicht.[11]

Jedenfalls las ich einen Teil von van Pelts Bericht, einschließlich dem Teil, der sich mit meinem Buch Der Jahrhundertbetrug befaßt, und die Lektüre bestätigte die vorher von mir und anderen gezogene Schlußfolgerung, daß die Auschwitz-Legende ausschließlich auf angeblichen Augenzeugen-Berichten beruht.

Weder aus Dokumenten, noch aus gewöhnlichen geschichtlichen Unterlagen über die Handlungen der Verantwortlichen, noch durch materielle Beweise am Ort des Geschehens kann die "Vernichtung" abgeleitet oder gar ein solcher Verdacht erweckt werden. Alle materiellen Gegebenheiten, die in der Legende eine Rolle spielen (z.B. Zyklon, Krematorien), haben tatsächlich eine nicht-mörderische Bedeutung, während von den angeblichen Augenzeugen eine zweite, mörderische Interpretation gegeben wird.

Van Pelts Bericht bestätigt auch die Ansicht, die ich vor vielen Jahren in diesen Debatten geäußert habe,[12] daß wir den Zusammenhang und die Perspektive bewahren müssen und uns vor allem davor hüten müssen, uns in einen Streit über Details locken zu lassen, bei dem uns, wie ich ausführen werde, der Blick auf einfache Beobachtungen verstellt wird.[13]

Ich glaube, es ist gerechtfertigt zu sagen, daß - mit einer Ausnahme, die noch vermerkt wird - die Verteidiger der Legende heute nicht argumentieren, daß die gerichtlichen Beweise belegen, daß die Vergasungen stattfanden, sondern daß es möglich war, daß sie stattfanden. Das muß man aus ihren Schriften herauslesen, denn sie sagen es nicht so direkt und halten den Anschein dogmatischer Gewißheit aufrecht. Ein gutes Beispiel ist ihre Entgegnung auf Leuchter und spätere Untersuchungen von Zyanrückständen in den Krematorien von Auschwitz.[14]

In den ehrlichsten Entgegnungen gestehen sie den Hauptpunkt ein, nämlich daß die Rückstände in den angeblichen Menschengaskammern in den Krematorien sehr spärlich sind, während sie in den Wänden einer nahegelegenen Entlausungs-Gaskammer in Form von Eisenzyanid-Verbindungen reichlich vorhanden sind. Dann argumentieren sie letztlich, daß die Ergebnisse nicht ausschließen, daß Menschen in den fraglichen Gebäuden vergast wurden,[15] wobei sie weitgehend nicht untermauerte technische Feststellungen und Anpassungen der "Augenzeugen"-Aussagen vornehmen.

In meinem IHR-Konferenz-Beitrag von 1992 verglich ich die Vorgehensweise mit dem Absägen des Astes, auf dem man sitzt.[16] Die Logik geht im Kreis. Uns wird gesagt, wir sollen an die Vergasungsgeschichten glauben, nicht weil Dokumente und handfeste Beweise dafür sprechen, sondern weil die Zeugen sie behaupten. Dann wird gesagt, wir sollten an den Berichten der Zeugen einige Abänderungen vornehmen, weil einige Angaben darin nicht mit der angeblichen Tatsache der Vergasungen übereinstimmen.

Eine unredliche Art der Verteidigung ist, das Thema der Entlausungsgaskammern ganz zu ignorieren, wie es in Errol Morris Film mit dem Titel Mr. Death über Fred Leuchter geschieht. Jedenfalls wurde es in der Version, die ich im vergangenen Februar sah, so gehandhabt. Ein weiterer Fall dieser Unehrlichkeit, den man vielleicht eher als strohdumm denn als unehrlich abtun könnte, erfolgte durch den Bericht des Instituts für Gerichtsmedizin in Krakau 1994.[17] Soweit die Argumentation überhaupt verständlich genug war, um zusammengefaßt werden zu können, lief sie darauf hinaus, daß man nicht verstand, wie die Eisenzyanid-Verbindungen überhaupt entstanden, daher entschied man, sie bei den Untersuchungen und Schlußfolgerungen ganz zu ignorieren. Ich verstehe nicht, wie der Mond dorthin kam - daher werde ich alle damit verbundenen Wirkungen, wie etwa die Gezeiten, ignorieren. Ich hoffe, ich ertrinke nicht.

Revisionisten haben diese Thematik so weit wie nötig abgehandelt. Die Verteidiger der Legende behaupten Ereignisse von einem Ausmaß, die geographisch einen Kontinent, zeitlich drei Jahre, und im Hinblick auf die Opfer mehrere Millionen umfassen,[13] und sie müssen hierfür einen ebenso umfassenden Beweis liefern. Sie behaupten Ereignisse, die durch ihre Art und ihr Ausmaß genauso weitreichende Beweise hinterlassen würden, materieller und anderer Art.

Es ist nicht mit ein paar Zeugen getan - die würden auch nicht genügen, wenn man behauptete, daß die Innenstadt von New York abgebrannt sei. Wenn wir so eine Zeugenaussage zerlegen, so ist das eine Übung, bei der der größere Zusammenhang nicht auf dem Spiel steht. Das dürfen wir nie vergessen. Wenn man nicht auf Anhieb innere Widersprüche in der Aussage eines Mannes findet, der behauptet, daß New York abgebrannt sei, würde man daraus nicht schlußfolgern, daß die Stadt abgebrannt ist.

Die meisten der Konferenz-Vortragenden:
Stehend von links nach rechts: Glayde Whitney. Bradley Smith, John Sack, Robert H. Countess, Germar Rudolf (hinten), Charles Provan, Theodor O'Keefe (hinten), Ernst Zündel, Greg Raven(hinten), Jürgen Graf
Sitzend: Fredrick Toben, Robert Faurisson, Arthur Butz, Mark Weber, John Bennett. (Zum Vergrößern anklicken)

Van Pelts Bericht läßt eine Rechtfertigung der Legende wiederauferstehen, die Michael Shermer in einem Artikel in der Zeitschrift Skeptic vor ein paar Jahren bot.[18] Bei seiner Kritik des Revisionismus wählte Shermer den ungewöhnlichen Ausdruck "Consilience",[19] der offenbar 1840 durch den englischen Philosophen William Whewell geprägt worden ist. Das Wort wurde in jüngster Zeit als Titel eines Buches von Edward O. Wilson gebraucht, um »einen Erkenntnissprung durch die Verbindung von Tatsachen und auf Tatsachen beruhenden fachübergreifenden Theorien zur Schaffung eines gemeinsamen Erklärungsfundaments« zu bezeichnen, oder in Whewells Worten, etwas, das

»passiert, wenn eine von einer Klasse Tatsachen abgeleitete Folgerung mit der sich aus einer anderen Klasse Tatsachen ergebenden Folgerung zusammenfällt.«

Diese "consilience" stellt einen Test der Theorie dar, aus der der Erkenntnissprung herrührt. Wilsons Buch befürwortet die Anwendung naturwissenschaftlicher Methodik in der Sozial- und Geisteswissenschaft, um eine Gesamtsynthese zu erlangen.[20]

Shermer schlägt auch vor, einen Test der »Konvergenz der Beweise« als »einen nicht so beschwerlichen Ausdruck« anzuwenden. Ich halte das auch für einen annehmbareren Ausdruck als "consilience", weil die verschiedenen Beweisklassen, die Shermer in Betracht zieht, nicht verschiedenen Forschungsgebieten entstammen. Es handelt sich dabei um die üblichen Quellen, die von denen gesammelt werden, die besonders daran interessiert sind, die Genozid-Behauptung durchzupauken.

Wenn man eine echte Konvergenz der Beweise sucht, muß man natürlich das Verhalten der Alliierten zur damaligen Zeit überprüfen, das Verhalten des Roten Kreuzes, das Verhalten des Vatikan, das Verhalten der deutschen Opposition gegen Hitler, das Verhalten der jüdischen Organisationen, der großen Zahl Juden in Europa unmittelbar nach dem Krieg, von denen viele in Lagern waren mit Ziel Palästina, den USA und anderen Bestimmungsorten (und die oft ihre Anzahl und Herkunft verschleierten und falsch angaben), die zeitgenössischen deutschen Dokumente, die Luftfotos, den Mangel handfester Beweise für eine "Vernichtung", und das Fehlen von Beweisen über die Ausarbeitung von Entwürfen zur Herstellung von Anlagen für die Vernichtung einer großen Anzahl Menschen in Gaskammern (man muß sich daran erinnern, daß so etwas nie zuvor gemacht wurde - sie sagen, die Deutschen hätten ganz still andere Einrichtungen für ein neues und gigantisches Unternehmen angepaßt). Das wäre ein wirklicher Konvergenz-Test. Vor langer Zeit schrieb ich einen Artikel, in dem ich diese Beweiskonvergenz darlegte, obwohl ich sie nicht so bezeichnete. Der Artikel hatte die Überschrift »Geschichtlicher Hintergrund und Perspektive in der "Holocaust"-Kontroverse« und beruhte auf einem Vortrag bei der IHR-Konferenz 1982.[13]

Obwohl Shermer sagt, der Test für historische Wahrheit sei eine »Konvergenz der Beweise«, stellt er zuerst nur eine »Fallstudie über Konvergenz« vor und erklärt dann, daß »es nicht möglich ist, in einem Artikel von Zeitschriftenlänge alle oben genannten Punkte genügend abzuhandeln.« (d.h. die Konvergenz im allgemeinen zu belegen). Wie kann es dann sein, daß ich von mir behaupten kann, einen Artikel geschrieben und die Konvergenz der Beweise dargelegt zu haben, während Shermer das nicht konnte? Das ist ganz einfach. Ich konnte mich auf andere Werke beziehen: was die Alliierten taten, was der Vatikan tat, was die jüdischen Organisationen taten usw. Es sind Bücher geschrieben worden über massive jüdische Wanderungen nach dem Zweiten Weltkrieg, und praktisch alle Bücher zu dem Thema erkennen an, daß in den deutschen Dokumenten kein Vernichtungsprogramm zu finden ist. Alle Studien über die deutschen Konzentrationslager bestätigen die hohen Sterberaten aufgrund von Krankheiten, den Gebrauch von Zyklon für Hygienezwecke, und die Kremierung der Opfer. Andere Forscher, von denen praktisch alle meine Schlußfolgerungen verworfen hätten, haben die Arbeit für mich getan. Shermer sagte, daß er die Konvergenz nicht darstellen könne, weil er nur einen Artikel schrieb. Ich sage, er konnte sie nicht darstellen, weil es sie nicht gab.

Shermer vermied es zu prüfen, was die verschiedenen Verantwortlichen taten. Diese Perspektive fehlt. Den umfangreichen Befunden, die revisionistische Beobachtungen unterstützen, wie "niemand handelte, als ob es geschah", oder "am Ende des Krieges waren die Juden immer noch da" oder "die deutschen Dokumente sprechen von einem Vertreibungs- und Wiederansiedelungs-Program", oder "Darstellungen schrecklicher Todesszenen in den Lagern 1945 wurden wider besseres Wissen als Beweis für absichtliche Vernichtung dargestellt", kann Shermer keine entsprechenden Befunde entgegenstellen. Auf Seiten unserer Gegner gibt es nur so etwas wie "führende Nationalsozialisten sagten..." oder "alle Historiker sind sich einig..." oder "Überlebende sagen" oder "Höss gestand, daß" oder "dieser Insasse bezeugte, daß".

Nachdem es ihm nicht gelang, für seine "Konvergenz" zu argumentieren, geht Shermer zwei Spezialthemen durch: Äußerungen von Nationalsozialisten über Vernichtung oder Ausrottung von Juden, und die Gaskammer/Krematorien-Frage. Damit endet er bei der Erörterung spezieller Punkte, statt bei einer Konvergenz.

Prof. Dr. A. Butz während seines Vortrages

Er beginnt mit der gelegentlichen NS-Verwendung des Wortes "Ausrottung" in bezug auf die Juden. Er hat recht, daß die normale Übersetzung ins Englische "Extermination" ist, und darüber hinaus die normale Übersetzung von "Vernichtung" "annihilation". Aber eigentlich können beide Ausdrücke im Englischen auch so verwendet werden, daß sie nicht töten bedeuten, und eine weitere Komplikation liegt darin, daß die Nationalsozialisten für markige Ausdrücke und rhetorische Übertreibungen bekannt waren, z. B. mußte alles, was sie taten, das "größte", "berühmteste" usw. sein. Ohne es zu merken, widerlegt Shermer seine eigene Argumentation hierzu durch ein Zitat von Himmler, der am 18. Februar 1937 zu einer Versammlung von Gruppenführern sprach:[21]

»Ich bin der Überzeugung, daß die Römischen Kaiser, die die ersten Christen ausrotteten, genau das gleiche taten, was wir mit den Kommunisten tun. Diese Christen waren damals der gemeinste Abschaum, den die Stadt beherbergte, die gemeinsten jüdischen Individuen, die gemeinsten Bolschewiken, die es gab.«

Shermers Problem ist, daß es tatsächlich den Anschein hat, als ob Himmler versichere, daß er dabei sei, Kommunisten und/oder Juden physisch auszurotten, obgleich beide zu dieser Zeit in Deutschland in großer Zahl lebten. Es wäre sehr schwierig, aufgrund einer inneren Analyse gegen eine solche Interpretation zu argumentieren. Aber Deutschland tat so etwas 1937 nicht. Kommunistische Anführer und andere politische Gegner waren nur in Konzentrationslager gesperrt worden.

Wenn Himmler dem Anschein nach von Massentötungen spricht, die es in Wirklichkeit gar nicht gab, wie soll man dann vereinzelte vergleichbare Äußerungen später, durch ihn oder andere NS-Führer, einordnen? Bei einer Erörterung dieses Problems in meinem Buch Der Jahrhundertbetrug vermerkte ich im Zusammenhang mit vergleichbaren Äußerungen, daß Hitler »seine Worte hätte sorgfältiger wählen können.«[22] Ich wurde wegen dieser Passage verspottet, aber ich stehe zu dieser Feststellung und der Analyse.

Das zweite Spezialthema, das Shermer aufnimmt, ist das Gaskammer/Krematorien-Problem, das einen weiteren Anlaß gab, meine Arbeit lächerlich zu machen, wie ich zeigen werden. Das allgemeine Thema ist jedoch in anderen revisionistischen Schriften gut durchgearbeitet worden und ich will es hier nicht aufnehmen. Ich will in diesem Zusammenhang nur bemerken, daß Shermer die Ergebnisse der oben genannten forensischen Analyse falsch dargestellt und behauptet hat, daß »jetzt forensische Untersuchungen durchgeführt worden sind, die die mörderische Verwendung von sowohl den Gaskammern wie auch der Krematorien beweisen, genau für den Zweck der Vernichtung einer großen Menge Gefangener«. Das ist eine verblüffende Lüge, der sich die anderen Verteidiger der Legende, soweit ich weiß, nicht schuldig gemacht haben.[23]

Befürwortern und Verteidigern der Legende ist gemeinsam, daß sie den Blick nur auf Deutschland richten - ein grundlegender Fehler der Geschichtsschreibung. Aber leider begehen ihn auch Revisionisten. Wenn es anderswo einen Brennpunkt gibt, ist der Blickwinkel ähnlich begrenzt. Wenn zum Beispiel eine Abhandlung den Papst der Kriegszeit vernichtend kritisiert, weil er nicht handelte, als ob ein "Holocaust" in vollem Gange war, dann berücksichtigt sie nicht gebührend, daß niemand sonst entsprechend handelte.

Wenn das Augenmerk auf alle Verantwortlichen gerichtet wird, kann dies etwas erhellen, was sonst, wenn wir es aus dem historischen Zusammenhang gerissen betrachten, mysteriös oder rätselhaft erscheint. In einem weiteren Abschnitt seiner Erörterung über die Verwendung des Wortes "Ausrottung" bringt und diskutiert Shermer eine Notiz von Rudolf Brand, einem Angehörigen des persönlichen Stabes von Reichsführer-SS Himmler an den Chef der Sicherheitspolizei und SD in Berlin, Ernst Kaltenbrunner, datiert 22. Februar 1943.[24] Sie besagt:

»Auf Anweisung des Reichsführer-SS übermittle ich Ihnen hiermit einen Presseausschnitt über die beschleunigte Ausrottung der Juden im besetzten Europa.«

Shermer führt im Gegensatz zu seiner Quelle nicht aus, daß der fragliche Pressebericht eine Geschichte war, die acht Tage zuvor, am 14. Februar 1943 sowohl in The Times (London) und der NY Times erschienen war, bei letzterer betitelt »Execution "Speed-Up" Seen« (Beschleunigung von Exekutionen deutlich) und worin die NY Times einen redaktionellen Kommentar zum 18. Februar brachte.[25] Sowohl Shermer wie auch seine Quelle sehen das Dokument als belastend an, aber ich kann nicht verstehen, warum die bloße Weitergabe einer Geschichte beinhaltet, sie als wahr zu akzeptieren. Ich schicke oft einem Revisionisten irgendein Produkt der Holocaust-Propaganda, ohne daß ich dessen Intelligenz beleidige, indem ich ihm erkläre, daß ich die Behauptungen für falsch halte.

Der im Brandt-Brief genannte Pressebericht spielte später, 1943, eine Rolle bei einem Zusammenstoß zwischen dem US-Außenministerium und Henry Morgenthaus Finanzministerium, da das erstgenannte die Geschichte, die von jüdischen Quellen in der Schweiz stammte, für Quatsch hielt und nichts unternahm, wie ich vor langem im Jahrhundertbetrug beschrieben habe.[26] Es gibt keinen Grund für die Annahme, daß Himmler anders darüber dachte.

Geschichte sollte im Wissen um alle Hauptpersonen geschrieben werden, und im Fall der "Holocaust"-Legende ist die Folgerung, auf die alle Beweise konvergieren, offensichtlich: Die Verteidiger der Legende wurden Anfang der 80er Jahre aufgerüttelt. Zum Beispiel Walter Laqueur wandte in seiner auf Auschwitz konzentrierten Studie mit dem Titel The Terrible Secret (Das schreckliche Geheimnis) normale geschichtswissenschaftliche Methoden an, und das Ergebnis war ein Buch, daß mit etwas Zurechtstutzen ein revisionistisches Buch wäre. Laqueur wandte nur normale geschichtswissenschaftliche Methoden und den gesunden Menschenverstand an, und beobachtete, daß Massenvernichtungen in Auschwitz ein »schreckliches Geheimnis« waren, d.h. nicht allgemein bekannt waren, und daß Massenvernichtungen in Auschwitz nicht hätten geheim gehalten werden können. Obwohl Laqueur nicht die logische Schlußfolgerung zog, bleibt die Tatsache festzuhalten, daß er einfach die Art historischer und logischer Sichtweise anwandte, die uns ansonsten zeigt, daß New York nicht niedergebrannt ist, und uns der Überprüfung von Behauptungen angeblicher Augenzeugen enthebt, die etwas Anderes sagen.

Eine normale geschichtliche Analyse kann keinen "Holocaust" finden. Die Verteidiger der Legende geben vor, sie zu finden - mittels der Methodik von faulen Geschichten. Das dürfen wir auch nicht vergessen.

Dennoch sollten wir ihre kärgliche Auslese an Beweisen nicht ignorieren, vor allem weil ihr Gesamtverständnis unvorhersagbare Dinge erhellen kann. Van Pelts Kritik meiner Arbeit betrifft besonders meine jahrelangen Schwierigkeiten mit einem Dokument. Ich meine das »Vergasungskeller«-Dokument, auf das ich früher schon eingegangen bin, so daß ich mich hier nicht unnötig wiederholen will.[27]

Es genügt hier die Feststellung, daß mein Buch 1976 eine Interpretation geliefert hat, die sprachlich und technisch plausibel erschien, die sich aber als falsch erwies; mein Beitrag auf der IHR-Konferenz 1992 zog verschiedene Interpretationen in Betracht, die technisch Sinn machen würden, ohne daß ich mich für eine davon entschied, und mein Artikel von 1996-97 schlug vor, daß sich »Vergasungskeller« auf einen Leichenkeller im Krematorium II in Auschwitz bezog, mit seiner Zusatzfunktion als Gas- und Luftschutz-Bunker. Van Pelt versucht, meine schwankende Interpretation dieses einen Dokuments lächerlich zu machen.

Es geht mir hier jetzt nicht um die richtige Interpretation des fraglichen Dokuments. Als ich van Pelt las, fiel mir ein Gegensatz auf. Ich könnte mir nicht van Pelt oder irgendeinen anderen Verteidiger der Legende vorstellen, der der Interpretation eines einzigen Dokuments eine so ausführliche, jahrelange Behandlung widmen würde. Was ist die Ursache dieses Unterschieds? Ich glaube, weil für uns problematische Dokumente die Ausnahme oder Anomalie darstellen. Wir lassen Dokumenten den Sinn, den sie angeben, so daß z.B. die zahllosen deutschen Dokumente, die die Politik gegenüber den Juden als Emigration bezeichnen, das bedeuten, was sie aussagen. "Sonderbehandlung" hat nicht unbedingt eine mörderische Bedeutung. Eine Dusche ist eben eine solche, genau wie ein Leichenkeller.

Auf der Gegenseite ist eines der Erklärungsprinzipien (um einen schmeichelhafteren Begriff als "Witzgeschichten-Methodik" zu verwenden), daß Dokumente mit dem a priori-Zwang interpretiert werden müssen, daß die Politik auf eine Vernichtung gerichtet war. Eine weitere willkürliche Vorannahme, die ich herausgelesen habe, ist, daß die Zahl getöteter Juden mindestens 4 Millionen betragen haben muß, obwohl keine wissenschaftlich vertretbaren Beweise für eine solche Zahl oder auch nur die Hälfte davon sprechen.

Bei dieser Verfahrensweise bleibt ihnen nur ein Problem bei der Interpretation von Dokumenten: welche der verschiedenen Umdeutungen in speziellen Fällen verwendet werden soll. Sie spielen mit einem Kartenspiel aus lauter Jokern. Das Dokument könnte in einer Code-Sprache abgefaßt sein, oder es könnte von einer Person verfaßt sein, die die wirkliche Politik nicht kannte, oder, wie im Falle des Baues der Krematorien, hätte die Sorgen um Hygiene, die das Dokument zum Ausdruck bringt, zu der Zeit, als das Dokument geschrieben wurde, wirklich bestehen können, aber später wäre eine nichtdokumentierte Entscheidung getroffen worden, die Anlagen anders anzuwenden. Alle diese Verdrehungen werden aufgrund von a priori Zwängen geschlußfolgert, und betreffen die Gesamtheit der Unterlagen der jeweiligen Regierung. Sie beschuldigen uns, wir würden keine Dokumente berücksichtigten, die nicht zu unserer vorgefaßten Meinung passen. Sie berücksichtigen mehr als 99% der schriftlichen geschichtlichen Unterlagen nicht.

Wenn ihnen ein Dokument unterkommt, mit einem einzigen Wort, das ihnen gefällt, dann trampeln sie auf diesem Wort herum und ignorieren, was das Dokument besagt, wie bei dem Vergasungskeller-Dokument, dessen natürlicher Sinn ausdrückt, daß es die Deutschen eilig hatten, die Krematorien als normale Krematorien in Betrieb zu nehmen. Sie behaupten, daß das Vorkommen des angeblich belastenden Wortes ein »enormer Ausrutscher« oder ein »Leck« bedeute.[28]

Das gleiche wird gemacht im Falle eines Dokument, das HCN-Gasdetektoren für ein Krematorium in Auschwitz nennt, die durch den Ofenbauer Topf geliefert werden sollten. Ihnen gefällt die Nennung von HCN, dem tödlichen Bestandteil von Zyklon. Aber sie merken nicht, daß die Rolle von Topf der Annahme zuwiderläuft, daß HCN in diesem Fall irgend etwas mit Zyklon zu tun hätte, weil es bereit eine Spezialabteilung in Auschwitz gab, die über die nötige Sachkenntnis und Ausrüstung für die Anwendung von Zyklon verfügte.[29]

Ich wünschte, daß jemand allein die Erklärungsmethodik der Legenden-Verteidiger objektiv bewerten würde. Ich meine nicht eine Bewertung der Verdienste ihrer Schlußfolgerungen. Ich meine nur eine Bewertung der geschichtswissenschaftlichen Logik und Methodik, die angewandt werden. Ich würde es bevorzugen, wenn eine solche Bewertung durch jemand durchgeführt würde, der keinem Lager in der "Holocaust"-Kontroverse angehört. Ich habe bereits angedeutet, was ich von ihrer Methodik und Logik halte, und genau das meinte ich früher, als ich sagte, daß wir den Zusammenhang und die Perspektive bewahren müssen und uns vor allem davor hüten müssen, uns in einen Streit über Details locken zu lassen, bei dem uns der Blick auf einfache Beobachtungen verstellt wird.[13]

Es ist zulässig, - das hoffe ich jedenfalls - von den Interpretationsproblemen eines einzigen Dokuments gefesselt zu werden, aber wir dürfen nicht die Gründe aus den Augen verlieren, warum die Legenden-Verteidiger solche Probleme nicht kennen.

Ich habe bei anderen Gelegenheiten zum Ausdruck gebracht, wie dumm die Auffassung ist, daß die Deutschen das Vernichtungsprogramm nicht schriftlich niederlegten, weil es sie belasten würde.[13] Darüber hinaus widerspricht diese Behauptung der Behauptung (z.B. durch Shermer), daß führende Nationalsozialisten öffentlich die physische Ausrottung zugaben, weil ein solches öffentliches Eingeständnis die Notwendigkeit einer Code-Sprache in vertraulichen Regierungsdokumenten überflüssig machen würde. Bei einer "Holocaust"-Konferenz der Northwestern University 1989 war gefordert, daß sich Fragesteller zuvor vorstellen sollten. Ich wurde vom Vorsitzenden erkannt, erhob mich, stellte mich vor und fragte den Redner Saul Friedländer folgendes:

»Ich möchte, daß Sie etwas, was Sie vorher gesagt haben, verdeutlichen. Glauben Sie, daß die deutschen Führer damit rechneten, daß die europäischen Juden im Geheimen vernichtet werden könnten?«

Nachdem er meine Frage angehört hatte, verweigerte er die Antwort und behauptete, ich habe keinen Respekt für die Regeln eines intellektuellen Disputs, oder so ähnlich.[30]

Wilkomirski und seine Auswirkung

Wir werden jetzt sehen, daß die Wilkomirski-Affaire direkt mit den soeben behandelten Fragen der Interpretation zu tun hat.

Die Geschichte des Hochstaplers "Binjamin Wilkomirski" ist seit etwa zwei Jahren allgemein bekannt, aber bis im letzten Herbst gab es neue Enthüllungen. Ich meine, daß es dabei einige Aspekte gibt, die mehr hervorgehoben und überdacht werden sollten. Es geht um mehr als um einen Schwindler, der gefaßt wurde.

1996 erschien ein Buch, verfaßt von Binjamin Wilkomirski, mit dem Titel Fragments: Memories of a Childhood 1939-1948. Es war ursprünglich im Vorjahr auf deutsch herausgekommen.[31] In diesem Buch berichtete der Verfasser, daß er als Jude in Lettland geboren und im Alter von drei Jahren von seinen Eltern getrennt worden war, in deutsche Konzentrationslager - Majdanek, dann Auschwitz - geschickt worden war, wo er eine leibhaftige Hölle durchlebte. Am Ende des Krieges sei er befreit und von einer schweizer Familie namens Doessekker adoptiert worden, von der er den Namen Bruno Doessekker übernahm. Seine Erinnerungen, die sofort weiten Zuspruch erfuhren, wurden vom U.S. Holocaust Memorial Museum gefördert und erhielten den Nationalen Jüdischen Buchpreis für 1996. In Frankreich gewann sein Buch den Shoah-Erinnerungs-Preis, und in England den Jewish Quaterly Literaturpreis.

Schließlich wurde seine Erzählung von einer Frau namens Laura Grabowski bezeugt, die auch eine jüdische Überlebende von Auschwitz war und sich an Wilkomirski erinnerte: »Er ist mein Binji, das ist alles, was ich weiß«, sagte sie.[32] Sie hatte ihre eigene Erzählung über ihre Leiden in Auschwitz durch die Hände von Josef Mengele und anderer Deutscher, und die Narben, um es zu beweisen. Wilkomirski und Grabowski gingen einzeln und zusammen auf Vortrags- und Konzertreisen.

Raul Hilberg scheint früh ein Skeptiker gewesen zu sein. Der Jude und Schweizer Journalist Daniel Ganzfried hörte Gerüchte, daß Wilkomirskis Geschichte nicht wahr sei. Er forschte nach und stellte fest, daß der lettische Jude "Binjamin Wilkomirski" in Wirklichkeit ein Schweizer Nichtjude war, der am 12. Februar 1941 von einer unverheirateten schweizer Mutter namens Yvonne Berthe Grosjean geboren und später von der Familie Doessekker adoptiert worden war. Er war niemals in Auschwitz inhaftiert. Ganzfrieds Enthüllung wurde in der schweizer Wochenschrift Weltwoche im August und September 1998 veröffentlicht. Wilkomirski weigerte sich dann, sich einem DNS-Vergleich mit Max Grosjean, Yvonnes Bruder, zu unterziehen.[33]

Laura Grabowski wurde im Oktober 1999 durch die christliche Zeitschrift Cornerstone als Schwindlerin entlarvt. Ihr wirklicher Name war Laurel Rose Willson, die am 14. August 1941 als Kind christlicher Eltern im Staat Washington geboren und natürlich niemals in Auschwitz inhaftiert worden war. Sie hatte früher unter dem Namen Lauren Stratford Bücher geschrieben, in denen sie behauptete, rituellem satanischen Mißbrauch zum Opfer gefallen zu sein, wobei sie die gleichen Narben anführte, die sie in späteren Behauptungen Mengele zuschrieb (die Narben hatte sie sich offenbar selbst zugefügt). Dergestalt trat sie in Talk-Shows wie etwa Oprah auf, um über ihre Leiden zu berichten. Als sie entschied, auch Laura Grabowski zu sein, überführte sie die Geschichten über den rituellen satanischen Mißbrauch auf den neuen Hintergrund Auschwitz.[34]

Eine wichtige Beobachtung ist, daß der Sturz von Doessekker und Willson nicht erfolgte, weil ihre behaupteten Erlebnisse als falsch festgestellt wurden. Obwohl Ganzfried und andere dachten, daß Wilkomirskis Geschichte als solche etwas zweifelhaft sei, z.B. daß er als alleinstehendes jüdisches Kind mit vier Jahren den "Holocaust" überstehen konnte, konzentrierten sie sich auf die Frage der Herkunft. Er war, wie auch Grabowski, Nichtjude, und im Zweiten Weltkrieg nicht in deutschen Konzentrationslagern gewesen, sondern hatte diese erst Jahre später besucht.

Beide stehen im Gegensatz zu beispielsweise Elie Wiesel, der nicht durch seine Herkunft in Mißkredit gebracht werden kann, da er ein Jude ist, der wirklich in Auschwitz interniert war. Gegen die Gespinste Wiesels muß die Gesellschaft erst noch eine wirksame Abwehr entwickeln, indem sie auf die Revisionisten hört, anstatt auf die derzeit Führenden. Wilkomirskis Bruchstücke ist in sich nicht mehr oder weniger plausibel als Wiesels Die Nacht zu begraben, Elischa. Z.B. gibt Wiesel im 5. Kapitel zu, daß er, als die Deutschen Auschwitz evakuierten, die Wahl hatte, im Krankenhaus bei seinem dort als Patient eingelieferten Vater zu bleiben, um die Sowjets zu erwarten. Er zog es aber vor, die Evakuierung mitzumachen und nahm seinen Vater auf eine voraussehbar schwere Reise in ein anderes Konzentrationslager mit. Das ist so unglaubwürdig, wie nur etwas in Wilkomirskis Buch, wenn man Wiesels Erzählungen über die von den Deutschen in Auschwitz verübten Schrecken glaubt. Seine Geschichte behauptet auch, - wie gängig bei "Augenzeugen" - daß bei den Krematorien von Auschwitz Flammen aus dem Schornstein kamen (Kap. 3). Krematorien arbeiten aber nicht auf solche Weise, und derartige Flammen sind auf keinem der Luftfotos des Lagers zu sehen. Seine Behauptung, gesehen zu haben, wie die Deutschen in Auschwitz haufenweise Kinder verbrannten, stammt aus dem Talmud, wo die Römer durch Deutsche ersetzt wurden.[35]

Ich könnte mit Wiesels Absurditäten immer weiter machen, aber ich lasse es. Ich empfehle die Lektüre von Faurissons Flugblatt über ihn von 1993.[36] Worauf es mir hier ankommt, ist, daß Wilkomirski ausschließlich aufgrund seiner Herkunft diskreditiert wurde. Wir können auch feststellen, daß die widerliche Phantasie, die für die Abfassung von Elie Wiesels Nacht erforderlich war, nicht auf Juden beschränkt ist.

Ich möchte nun die Aufmerksamkeit darauf lenken, mit welcher Hartnäckigkeit manche Leute an diesen beiden, vor allem Wilkomirski, festhalten, lange nachdem sie entlarvt wurden. Nachdem Ganzfried seine Enthüllung geschrieben hatte, »erhielt er einige Klagen von Juden, die sagten, selbst wenn sich herausstelle, daß Wilkomirski kein Überlebender sei, würde Herr Ganzfried Öl in das Feuer derer gießen, die den Holocaust leugnen.« Deborah Lipstadt, die Wilkomirskis Buch in ihrem Kurs an der Emory Universität benutzte, sagte, wenn Wilkomirski eine Fälschung sei, »könnte das die Sache etwas komplizieren. Aber [das Buch] ist trotzdem eindrucksvoll als Roman.«[37]

Es gab keinen Versuch, die Vergabe des Nationalen Jüdischen Buchpreises zu widerrufen. Norman Finkelstein hat dieses Phänomen kürzlich behandelt, als er Elie Wiesels hartnäckige Loyalität gegenüber Jerzy Kosinski in Erinnerung rief, lange nachdem ein »grundlegender Holocaust-Text« von 1965, The Painted Bird, als Fälschung entlarvt worden war (Kosinski beging 1991 Selbstmord, vielleicht weil sein Betrug ein paar Jahre zuvor von der polnischen Journalistin Johanna Siedlecka aufgedeckt worden war). Finkelstein führte an, daß Yisrael Gutman, ein Direktor des Yad Vashem in Jerusalem, gesagt hatte, es sei nicht wichtig, daß Wilkomirskis Garn ein Betrug sei:

»Wilkomirski hat eine Geschichte geschrieben, die er tief empfunden hat. Das ist sicher. [...] Er ist kein Schwindler. Er ist jemand, der diese Geschichte sehr tief in seiner Seele durchlebt. Der Schmerz ist echt.«[38]

Ein weiterer Yad-Vashem-Vertreter, der das Wilkomirski-Buch verteidigte, als die Kontroverse ausbrach, war Lea Balint.[39] Man muß sich vor Augen halten, daß Yad Vashem sich selbst als die zentrale und offizielle Fundstelle von "Überlebenden"-Berichten ausgibt.

Willson hatte eine hingebungsvolle Freundin und Unterstützerin in Jennifer Rosenberg, die die Holocaust-Web-Seite www.holocaust.about.com als Gegengewicht zu revisionistischen Web-Seiten betrieb. Grabowski-Willson nahm sich Rosenbergs an und half ihr, die Seite zu betreiben. Rosenberg erzählte ihrerseits, daß, bevor sie Auschwitz besichtigte, Laura Grabowski ihr ein paar rosa Sandalen mitgab, um sie dort beim Krematorium zur Erinnerung an deren Kindheitsfreundin Anna zurückzulassen, die Laura zufolge dort gestorben sein soll.

Rosenberg hielt die Freundschaft mit Laura noch mindestens 5 Monate aufrecht, nachdem Laura als Betrügerin entlarvt worden war und behauptete, daß der Betrug uninteressant sei, und daß sie sich nicht sicher sei, was sie mit der ins Internet gegebenen Geschichte mit den rosa Schuhen tun solle.[40] »Um sagen zu können, ob das wahr ist oder nicht, müßte ich meine eigenen Nachforschungen anstellen,« sagt Frau Rosenberg und fügt hinzu, daß sie dafür zu beschäftigt sei. Über Laura, die sie immer noch als Freundin betrachtet, sagt sie:

»Sie ist ein sehr aufrichtiger und süßer Mensch. Wenn das nicht wirklich ist, und wenn es Anna nicht gibt, dann gibt es so viele junge Kinder und Kleinkinder, die das durchleben mußten. [...] Das ist wirklich eine Methapher für Kinder. Für Laura war es für Anna. Ich tat es für die Kinder. Als ich es tat, tat ich es offensichtlich für Anna, aber abgesehen davon war es auch für alle Kinder, für ihren Verlust des Lebens, das sie hätten haben sollen oder können.

Ich möchte nicht hierin verwickelt werden. [...] Mein Hauptziel ist, die Menschen über den Holocaust aufzuklären."

Rosenberg sagt, daß sie erhebliche Mühen darauf verwende, Nachrichten mit Links auf die Web-Seiten der Holocaust-Leugner, wie Irving, zu löschen oder ansonsten Mitteilungen zu blockieren, die die geschichtliche Vergangenheit unterminieren. Artikel ans Schwarze Brett werden nicht vorab durchgesehen, deshalb taucht manchmal ein Kommentar eines "Leugners" auf, bevor sie ihn entfernen kann. Um sie völlig wegzuhalten, sagt Frau Rosenberg »müßte ich eine 24-Stunden-Schicht haben.«

Laura Grabowski wußte, daß eine Zensur der Diskussion mehr als einen Vollzeit-Job erfordern würde, daher habe sie, wie sie sagt, Frau Rosenberg geholfen, die Diskussion spät in der Nacht zu überwachen, da sie unter Schlaflosigkeit litt. Rosenberg brachte ihr bei, wie.

Ich glaube, Rosenberg ist der Auffassung, daß »die Menschen über den Holocaust zu erziehen« bedeutet, die revisionistischen Ansichten zu unterdrücken, und nicht besorgt zu sein über die Ansichten und Geschichten, die mehr oder weniger wie übliche Spinnereien klingen. Fälscher und ihre Mithelfer, wie Wilkomirski und Grabowski, werden daher nicht als Leute angesehen, die »die geschichtliche Vergangenheit unterminieren«, nicht einmal nach ihrer Entlarvung. Was die Web-Seite angeht: ihre Adresse ist geändert in: http://history1900s. about.com. Am 21. April nahm ich den dortigen Holocaust-Link und versuchte über die Suchfunktion der Seite, eine Erwähnung der rosa Schuhe oder von Laura Grabowski zu finden, aber ohne Erfolg. Ich nehme an, daß die Erwähnung von beidem gelöscht worden ist, und Rosenberg schließlich ihre Freundin verloren hat.

Der bedeutendste von all diesen beharrlichen Freunden ist, so glaube ich, die Amerikanische Vereinigung für Orthopsychiater (die "Ortho"), eine Organisation von Psychiatern, die sich auf verschiedene Formen von Mißbrauch und Verfolgung, vor allem von Kindern, spezialisiert haben. Im März 1999, etwa sechs Monate nach Ganzfrieds Enthüllungen, verkündete die Ortho, daß sie bei ihrer Versammlung am 10. April Binjamin Wilkomirski mit ihrem Max-A-Hayman-Preis ehren wolle, »um eine Arbeit zu loben, die unser Verständnis von Genozid und dem Holocaust vergrößert hat.« Natürlich gab es eine große Kontroverse, innerhalb wie außerhalb der Ortho, ob dieser Preis angebracht war. Wilkomirski hatte die Unterstützung des Psychiatrie-Professors Dori Laub, einem Wissenschaftler, der lange mit dem Video-Archiv für Holocaust-Zeugnisse von Yale in Verbindung war. Laub argumentierte, der Preis etabliere wieder »den Vorrang des menschlichen Erlebnisses und der Erinnerung« vor der von Historikern bevorzugten schriftlichen Dokumentation, obwohl der Preis die Frage der Echtheit von Wilkomirskis Bericht offen läßt. Es gibt keinen Zweifel daran, daß Wilkomirski »von Therapeuten, die Holocaust-Überlebende behandeln, ernst genommen wird«, und es ist Tatsache, daß Wilkomirski mit dem israelischen Psychiater Elitsur Bernstein zusammengearbeitet hat, um eine "interdisziplinäre Therapie" zur Behandlung solcher Kind-Überlebender zu entwickeln.

Ein Beitrag von Wilkomirski und Bernstein kam bei der Holocaust-Konferenz 1998 an der Universität Notre Dame in South Bend, Indiana, gut an. Ortho-Mitglied Harvey Peskin, der als »Holocaust-Wissenschaftler und Psychotherapeut« vorgestellt wurde, argumentierte, daß Wilkomirskis Bericht als wahr akzeptiert werden kann, weil er in Einklang mit den Erinnnerungen anderer Kind-Überlebender und der geschichtlichen Vergangenheit sei. Obwohl Peskin zugab, daß Wilkomirski ein Schwindler sein könnte, vertrat er den Standpunkt - und ich denke, daß ich ihn hier richtig zusammenfasse - daß ein Tadel oder ein Abstandnehmen von Wilkomirski wirkliche Holocaust-Überlebende abschrecken könne, sich zu melden, und auf jeden Fall verletztend für sie sei. Er schrieb:[41]

»eine solche Zeugen-Verunglimpfung stützt einen neuen Revisionismus, der nicht mehr die Wahrheit des Holocaust angreift, sondern nur individuelle Überlebens-Behauptungen« und »man glaubt dann nicht nur Wilkomirski nicht, sondern sein Anliegen kann nicht durchgeführt werden: [...] die Kind-Überlebenden zur Wiederherstellung ihrer verlorenen persönlichen Identität zu drängen, indem eine erschreckende Spur nicht-eingebüßter Holocaust-Erinnerung entwirrt wird«.

Wilkomirski nahm den Preis bei der Versammlung am 10. April entgegen, unter stehenden Ovationen der Teilnehmer, deren Hauptreaktion war, daß seine Memoiren im wesentlichen wahr seien. Lea Balint von Yad Vashem, eine begeisterte Unterstützerin, von Anfang an und bis zum Ende treu ergeben, schickte Wilkomirski eine E-Post, »Sie verdienen diesen Preis.«[42] Man möge meine Wiederholung entschuldigen, daß Yad Vashem sich selbst als die zentrale und offizielle Fundstelle von "Überlebenden"-Berichten ausgibt, aber die Feststellung ist wichtig angesichts der entscheidenden Rolle, die solche Zeugnisse bei der Unterstützung der Legende spielen. Das war nicht das erste Mal, daß Yad Vashem Flecken auf die Weste bekommen hat, weil es öffentlich eine Fälschung unterstützt hat: es hatte sich für die Zeugen verbürgt, die 1987 in Israel aussagten, daß John Demjanjuk in Treblinka eine Gaskammer betrieben habe. Später wurde bewiesen, daß Demjanjuk nicht in Treblinka gewesen war, und er wurde 1993 aus der Haft entlassen.[43]

Cynthia Ozick, eine New Yorker Schriftstellerin, die ein anti-revisionistisches Schauspiel, The Shawl, verfaßt hat, (das von den Kritikern nicht gut aufgenommen wurde[44]), reagierte auf den Preis mit der Erklärung:

»Wenn Herr Wilkomirski wirklich ein Fälscher ist, dann bedeutet ihn zu loben, - politisch gesehen - sich auf die Seite derer zu stellen, die darauf bestehen, daß der Holocaust eine Fälschung ist.«[45]

Das ist teilweise wahr. Ich stimme mit dem Kern der Analyse der Psychiater überein, die den Preis befürworteten, weil sie bejahen, daß Wilkomirskis Bericht denen der "Überlebenden", die furchbare deutsche Greuel in den Lagern bezeugt haben, tatsächlich gewaltig ähnelt, aber ich möchte es lieber umdrehen: die Berichte dieser Überlebenden klingen gewaltig wie Wilkomirskis. Aufgrund des Ortho-Preises haben wir nun eine Beurteilung durch eine Reihe professioneller Psychiater. Es ist offenbar, wo da die Holocaust-Hausierer abbleiben, deren Grundlage die Berichte der "Augenzeugen" bilden.

Das ist die erste Lehre, die wir aus der Wilkomirski-Affaire ziehen können, die größere Dimensionen hat als nur die einer "Geschichte über einen Betrüger, der erwischt wurde."

Die zweite Lehre bezieht sich auf eine Frage, die ich auf der Adelaide-Konferenz 1998 aufwarf. Der unmittelbare Anlaß waren vorher gemachte Bemerkungen über Deborah Lipstadt:[46]

»Wir haben vorher aus ihrem Lager die Sorge gehört, die ich schon viele Male zuvor gehört habe. Diesmal wurde sie durch Deborah Lipstadt geäußert: daß die "Überlebenden" jetzt in so hohen Raten wegsterben, daß es bald schwierig sein werde, die Revisionisten in Verlegenheit zu bringen. Eine solche Ansicht kann wegen dem, was sie indirekt zugibt, nur von Hysterie hervorgebracht werden. Kein vernünftiger Mensch wird befürchten, daß, weil alle, die zur Zeit des amerikanischen Bürgerkriegs lebten, jetzt tot sind, es schwierig würde, diejenigen in Verlegenheit zu bringen, die bestreiten, daß er sich ereignet hat. Die Verteidiger des Schwindels haben beinahe die Kontrolle über die geschichtliche Wirklichkeit verloren, und über die Bedeutung dessen, was "geschehen" in der wirklichen Zeit und im wirklichen Raum bedeutet.«

Lipstadt hat viele Male die von mir angeführte Ansicht geäußert.[47] Es gab andere, z.B. Deborah Dwork, van Pelts Mitverfasserin eines Buches über die Geschichte von Auschwitz und Leiterin des Holocaust-Studienprogramms an der Clark Universität in Massachusetts.[48] Eine gleichartige Auffassung drückt das Berenbaum-Zitat zu Beginn dieses Artikels aus. Seine Argumentation, daß der Holocaust offensichtlich geschah, beruft sich nur auf wohlbekannte Ereignisse der 90er Jahre. Ich stufe dies als gleichartige Ansichten ein, weil sie sich den "Holocaust" als etwas vorstellen, das in der Gegenwart größere Realität hat als in der Vergangenheit. (wegen der Vorstellung, daß der "Holocaust" die Gegenwart stärker bestimmt als die Vergangenheit.

Die Wilkomirski-Episode zwingt mich, auf diesen Punkt zurückkommen. Dreht sich unsere Auseinandersetzung mit den Verteidigern der verschanzten Legende nicht darum, was geschehen ist, sondern darum, was die Aussage "etwas ist geschehen" überhaupt bedeutet? Ist der Streit eher metaphysisch als historisch? Oder keines von beidem?

Meine Frage ist von großer praktischer Bedeutung. Wenn ich das von Lipstadt und vielen anderen Verteidigern von Wilkomirski und Grabowski vorgeschlagene methaphysische Prinzip mit verständlichen Begriffen ausdrücken soll, würde ich sagen, es ist die Vorstellung, daß "geschehen" ungefähr bedeutet "mit Gefühl und offensichtlicher Überzeugung sagen, daß es geschehen ist", oder "leidenschaftlich glauben, daß es geschehen ist", obwohl beide Beschreibungen notwendigerweise unzulänglich sind, weil ich die damit verbundene Mentalität nicht nachvollziehen kann. Diese Deutung wird bestätigt durch die von vielen bemerkte religiöse Funktion, die der "Holocaust" einnimmt. Religiöser Glaube erklärt sich selbst für gültig, ist dem Verstand unzugänglich und sieht alle Aufforderungen, seine Ansprüche wissenschaftlich zu überprüfen, als Entweihung an.

In dem Film über Fred Leuchter nimmt der Jude van Pelt daran Anstoß, daß Leuchter, als er die Ruinen des Krematoriums von Auschwitz betrat, das "Allerheiligste" verletzt habe. Dieser Ausdruck hat im Judaismus eine spezifische geschichtliche und liturgische Bedeutung als "Kodesh Kadashim", der heilige Raum mit der Bundeslade, den nur der Priester betreten durfte, nämlich in Form des Tabernakels, als sich die Juden auf der Wanderung befanden, und später im Tempel.[49] In diesem Sinn muß Elie Wiesels Bemerkung verstanden werden: »Verschließt die Gaskammern vor neugierigen Augen und der Fantasie!« Den Tempel und das Zelt gibt es nicht mehr. Manche tun, als ob die Ruinen in Auschwitz sie ersetzen könnten. Sicher ist jedenfalls: kein Revisionist könnte das Amt des Hohepriesters einnehmen.

Das könnte eine treffende Charakterisierung der Unterschiede zwischen uns und den Befürwortern der Legende sein, aber nach näherer Erwägung kann ich mich nicht damit zufrieden geben, jedenfalls nicht in dieser Einfachkeit, denn zum einen ist es nicht einfach. Daß ich für die Deutung Begriffe religiöser Mythen benutze, scheint nur die Angelegenheit vertrauter zu machen, aber ich glaube nicht, daß sie dadurch klarer wird. Es versteht sich natürlich von selbst, daß ich hier nicht von dem geschichtlichen Problem spreche, ich versuche nur, unsere Gegner zu verstehen.

Die Erschwernis liegt darin, daß wir Religion als universal und eine andere Welt betreffend ansehen. Dagegen ist der Judaismus als Stammesregion von dieser Welt, und der Wettbewerb mit Nichtjuden ist ihr Hauptbestandteil, sowohl in der Praxis wie auch im Mythos (z.B. ihre »fröhlichen Berichte über Ausrottungskriege«, wie Wilson es formuliert.[50]) Kevin MacDonald schreibt, Judaismus sei unter anderem »eine Gruppenstrategie für Fortpflanzung und Fortentwicklung, die den Juden den Wettbewerb mit ihren nichtjüdischen Wirtsvölkern um Hilfsmittel erleichtert«.[51] In unserer religiösen Erfahrung gibt es nichts, das auch nur im Ansatz dem Verhältnis eines Juden zum Judentum vergleichbar ist. Ich glaube, daß ihre Vorstellung, was die Aussage "etwas ist geschehen" bedeutet, etwa die gleiche ist wie unsere, wenn man von ein paar Schwachköpfen absieht, aber es gibt nur spärliche Beweise für das, was sie gerne als geschehen behaupten möchten. Wie das Laqueur-Buch zeigt, finden sie keine Bestätigung durch die Tatsachen der Vergangenheit, und sie werden in Zukunft Laqueurs Weg vermeiden. Aber sie besitzen die Gegenwart, politisch gesehen. Das wird ganz entschieden mit dem Eröffnungszitat von Berenbaum ausgedrückt. Kaltblütige Berechnungen zeigen, daß weinende "Überlebende" starke Waffen bei der Propagierung der Legende sind, die man nicht herausfordert, weil das ihre Verletzungen verschlimmerte.[52]

"Kosinski and Wilkomirski mögen Betrüger sein - aber wir wollen ja gar nicht, daß die Leute die Gewohnheit entwickeln, solche Schriften kritisch zu lesen." Dieses Interesse durchzieht schlecht verhohlen die Rechtfertigung der Ortho-Preisverleihung an Wilkomirski. Die Leute könnten sogar anfangen, sich über Elie Wiesel zu wundern, wie es Alfred Kazin tat, der Wiesel, Primo Levi und Jerzy Kosinski beschuldigte, »aus dem Holocaust ein Vermögen zu schlagen und Greuel zu erfinden.«[53] Sie könnten gar anfangen, sich über diese angeblichen Augenzeugen-Bezeugungen von Auschwitz zu wundern, und die Auschwitz-Legende hat nicht viel anderes zu bieten.

Eine Variante des "Überlebenden" ist eine Person, die behauptet, Verwandte verloren zu haben. Normal dürfte die richtige Antwort auf ihre Herausforderung "Was geschah mit ihnen" sein: "Ich weiß es nicht." Das sollte den Wortwechsel beenden. In seltenen Fällen mag es möglich sein, mit der Zeit einen Lügner festzunagen. Mir fällt der Fall des Leo Laufer in Dallas ein, aber selbst in diesem Fall hätte das Festnageln in einem Wortwechsel zwischen Fremden nicht bewerkstelligt werden können.[54]

In vielerlei Hinsicht ist es besser, die Gegenwart im Besitz zu haben, als die Vergangenheit, aber Geschichtswissenschaft dreht sich natürlich um die Vergangenheit. Darüber reden die Revisionisten.

Abschließend möchte ich meine schlichte Meinung über die Wilkomirski-Kontroverse kundtun: beide Seiten haben recht, und auch die Revisionisten haben recht. Um zu verstehen, wie das möglich sein kann, betrachten wir als Analogie die revisionistische Einschätzung einer gar nicht so hypothetischen Debatte, ob Hitler von einem Vernichtungsprogramm wußte, eine Kontroverse, die David Irving 1977 mit seinem Buch Hitler's War begann. Die eine Seite sagt, die Beweislage zeige, daß Hitler nichts davon wußte. Die andere Seite argumentiert, daß Ereignisse in der Größenordnung des "Holocaust" Hitler zur Kenntnis hätten kommen müssen. Die beiden Seiten können kaum zu einer Übereinstimmung gelangen, weil sei beide recht haben und das auch wissen. Nur der Revisionist kann erklären, warum es kein Widerspruch ist, wenn man sagt, daß beide recht haben, aber das setzt das Wissen voraus, daß der Revisionist recht hat.

Wenn ich auf Laqueur zurückkommen darf, so hat ein scheinbarer Widerspruch in ähnlicher Weise zu einem Paradox geführt, weil der gleiche Mann zwei Auffassungen hatte, die ihm selbst als unvereinbar erschienen: Massenvernichtungen in Auschwitz waren ein »furchtbares Geheimnis«, und Massenvernichtungen in Auschwitz hätten nicht geheim gehalten werden können. Nur der Revisionist sieht, daß hier kein Widerspruch vorliegt. Laqueur hat in beiden Punkten recht, aber natürlich war er angesichts seiner Voreingenommenheit unfähig, den Widerspruch aufzulösen, und er wandte sich von dem Thema ab. Wiederum löst der Revisionist einen scheinbaren Widerspruch auf.

Betrachten wir den Streit über die Rolle von Papst Pius XII. im Krieg. Die eine Seite sagt, er tat nichts gegen den "Holocaust". Die andere Seite sagt, er half den Juden so viel, wie man es vernünftigerweise erwarten konnte. Der Streit ist verfehlt. Beide Seiten haben recht, genauso wie der Revisionist, aber nur der Revisionist hat den Schlüssel. Es gab keinen Holocaust, gegen den der Papst vorgehen konnte.

Der Holocaust-Revisionismus war bei der Wilkomirski-Kontroverse ständig mit dabei - meist im Hintergrund, aber er war da. Beide Seiten hatten recht, und natürlich haben die Revisionisten recht, mit der neuen Wendung, daß beide Seiten mit Anschuldigungen um sich werfen, die ausdrücklich die Gegenseite anklagen, den Revisionisten zu helfen. Die eine Seite sagt, Wilkomirski sei ein Fälscher; die andere Seite sagt, sein Bericht klinge entschieden gleich wie die als echt anerkannten. Der Streit ist eine Täuschung. Beide Seiten haben recht, und auch der Revisionist. Alle Berichte, die mit Wilkomirskis vergleichbar sind, sind eine Fälschung.

Die eine Seite sagt, Wilkomirski sei ein Hochstapler, und seine Verteidigung helfe den Revisionisten. Die andere Seite sagt, selbst wenn Wilkomirski ein Hochstapler sei, würde seine Zurückweisung das Zeugnis der Überlebenden im allgemeinen beflecken und sie entmutigen, und Anlaß »für einen neuen Revisionismus« geben; aus Gründen, die ich erklärt habe, die auch dem alten Revisionismus helfen. Beide Seiten haben recht. Die Sache des Revisionismus wird gefördert, wie auch immer man auf Wilkomirskis Fall nach seinem kurzen Tanz im teuflischen Brennpunkt der Holocaustomania-Verehrung reagiert.


Anmerkungen

Übersetzt von Leborah Dipstadt.

[1]Zitat aus Forward, 14. April 2000, S. 20.
[2]Committee on Foreign Affairs, House of Representatives, U.S.-German Agreement on the Transfer to German Control of Nazi Party Records in the Berlin Document Center, Anhörung vor dem Unterkommitee über internationale Sicherheit, internationale Organizationen und Menschliche Angelegenheiten, 28. April 1994, U.S. Government Printing Office, 1994, ISBN 0-16-044867-0, S. 41.
[3]Ebenda, S. 42, 89.
[4]ADL on the Frontline, Sept. 1994, S. 15.
[5]D. Czech, Auschwitz Chronicle 1939-1945, Henry Holt, NY, 1990, S. 537, 542, 544, 723f., 812, 819.
[6]Ebenda, S. 812.
[7]A. Strzelecki, »The Plunder of Victims and Their Corpses«, in Yisrael Gutman und Michael Berenbaum (Hg.), Anatomy of the Auschwitz Death Camp, Indiana Univ. Press, Bloomington, 1994, S. 257f.
[8]Irving Horn (Hg.), Berlin Document Center Library microfilms; annotated finding aid, National Archives and Records Administration, Washington, DC 1998.
[9]Committee on Foreign Affairs, aaO. (Anm. 2), S. 88f.
[10]Ernst Gauss (Hg.), Grabert, Tübingen 1994; online: www.vho.org/D/gzz. Die englisch Übersetzung der Grundlagen hat den Titel Dissecting the Holocaust: The Growing Critique of "Truth" and Memory, und wurde von Theses & Dissertations Press im August 2000 herausgegeben, jetzt: PO Box 257768, Chicago, IL 60625, USA; www.tadp.org.
[11]Van Pelt befaßte sich mit dem Konzept der "moralischen Gewißheit" auf den Seiten 8, 14, 183 und 218 der pdf-Version seines Berichts, wie er einmal auf David Irvings Web-Seite erschien. Ich nehme an, daß der Bericht schließlich als Buch veröffentlicht wird.
[12]Es gibt selten echte "Debatten" im Sinne direkter Begegnungen. Eine Ausnahme ist die Dabatte zwischen Mark Weber und Michael Shermer 1995. Ich spreche von den indirekten Debatten, die erfolgen, wenn die beiden Seiten die Schriften der anderen Seite kommentieren.
[13]Arthur R. Butz, »Context and Perspective in the "Holocaust Controversy"«, Journal of Historical Review, 3(4) (1982), S. 371-405. Auf der IHR Web-Seite unter www.ihr.org/jhr/v03/v03p371_Butz.html. Dieser Beitrag war ursprünglich ein Vortrag bei der IHR-Konferenz 1982. Er wurde dann als Anhang in der kürzlich erfolgten Neuauflage meines Buches The Hoax of the Twentieth Century wiedergegeben. Er erschien kürzlich auf deutsch, übersetzt durch den Schweizer Revisionisten Jürgen Graf in VffG, 3(4) (1999), S. 391-410 (Castle Hill Publishers, PO Box 118, Hastings TN34 3ZQ, England), und liegt auf Germar Rudolfs Web-Seite unter www.vho.org/VffG/1999/4/Butz391-410.html. Eine italienische Übersetzung, »Contesto storico e prospettiva d'insieme nella controversia dell "Olocausto"«, wurde 1999 durch Graphos, Campetto 4, I-16123 Genua, veröffentlicht.
[14]Siehe Germar Rudolfs jüngste Kommentare unter www.vho.org/GB/Contributions/RudolfOnVanPelt.html.
[15]Jean-Claude Pressac, Auschwitz: Technique and Operation of the Gas Chambers, Beate Klarsfeld Foundation, NY, 1989, S. 16, 53.
[16]A.R. Butz, »Some Thoughts on Pressac's Opus«, Journal of Historical Review, Mai/Juni 1993, S. 23-37.
[17]J. Markiewicz, W. Gubala und J. Labedz, »A study of the cyanide compounds content in the walls of the gas chambers in the former Auschwitz and Birkenau concentration camps«, Z. Zagadnien Nauk Sadowych, Bd. 30, 1994, S. 17-27. Ich nehme an, der Bericht ist noch erhältlich vom Dept. of Forensic Toxicology, Institute of Forensic Research in Krakau, Westerplatte St. 9, 31-033 Krakau, Polen. Siehe Germar Rudolfs Erörterung unter www.vho.org/GB/Contribtions/Fraudulent.html. Rudolf sieht den polnischen Bericht als »einen der großen wissenschaftlichen Betrugsaffären des 20. Jahrhunderts« an. Ich würde ihm nicht einmal soviel Ehre beilegen.
[18]Michael Shermer, »Proving the Holocaust«, Skeptic, Bd. 2, Nr. 4, 1994, S. 32-57.
[19]Dieses Wort findet sich in keinem englischen Wörterbuch. Anm. des Übersetzers.
[20]Edward O. Wilson, Consilience. The Unity of Knowledge, Alfred A. Knopf, NY, 1998, vor allem S. 8-12, 266f.
[21]Shermer, aaO. (Anm. 18), S. 48, rückübersetzt. Shermer gibt das geringfügig falsche Datum Januar 1937 an. Seine Quelle ist Peter Padfield, Himmler. Reichsführer-SS, S. 185, 188. Padfield gibt als Quelle US National Archives Microfilm Klasse T-175, Roll 89, Rahmen 1869ff an.
[22]Butz, Hoax..., aaO. (Anm. 13), S. 73.
[23]Shermer, aaO. (Anm. 18), S. 51f.
[24]Ebenda, S. 44ff. Rückübersetzt.
[25]David Irving, Hitler's War, Hodder and Stoughton, London, 1977, S. 867.
[26]S. 62-66, 78. dt. Ausg. Der Jahrhundertbetrug, Verlag für Volkstum und Zeitgeschichtsforschung, Vlotho 1977, S. 77ff.
[27]A.R. Butz, »The Nagging "Gassing Cellar" Problem«, Journal of Historical Review, Bd. 16, Nr. 4, Juli/August 1997, S. 20-23. Eine überarbeitete Version findet sich auf meiner Web-Seite unter http://pubweb.northwestern.edu/~abutz/di/dau/vk.html. Der Artikel erschien erstmals im Internet am 6. August 1996.
[28]J.-C. Pressac, aaO. (Anm. 15), S. 217. J.-C. Pressac und R.-J. Van Pelt, »The Machinery of Mass Murder at Auschwitz«, in Yisrael Gutman und Michael Berenbaum (Hg.), Anatomy of the Auschwitz Death Camp, Indiana Univ. Press, Bloomington, 1994, S. 227.
[29]Meine Meinung zu diesem Problem, das auch von van Pelt, erörtert wird, erschien zuerst auf meiner Web-Seite unter (http://pubweb.nwu.edu/~abutz/di/dau/detect.html) am 4. März 1997 und wurde in überarbeiteter Form vom Journal of Historical Review, Sept./Okt. 1997, S. 24-30 veröffentlicht. Siehe Carlo Mattognos ähnlichen Artikel unter www.codoh.com/gcgv/gcgvpruf.html. Mattogno beschäftigt sich gründlicher als ich damit, daß die gewünschten Gasdetektoren überhaupt nichts mit Zyklon zu tun haben konnten, aber seiner Folgerung, daß das Dokument eine Fälschung sei, stimme ich nicht zu.
[30]Daily Northwestern, 17 Nov. 1989, S. 1, 6. Im Daily Northwestern, 28. Nov. 1989, S. 6, behauptete Campus Hillel Rabbi Michael Balinsky, daß der Redner, Saul Friedländer, und andere, wegen der schlechten Akustik nicht verstehen konnten, wer die Frage gestellt hatte. Ich rief sofort mit lauter Stimme, daß es Butz sei, und Friedländer erwiderte, daß er die Frage nicht beantworten wolle. Das war eine Lüge. Die Akustik war ausgezeichnet, und tatsächlich gab es, nachdem ich mich vorgestellt hatte, beim Publikum ein allgemeines Nach-Luft-Schnappen, vor Schreck über meine Anwesenheit. Das Luftholen war aber erstorben, als ich meine Frage stellte, die Friedländer in ihrer Gänze hörte. Balinsky hat jedoch recht wenn er sagt, daß sich Friedländer weigerte, zu antworten, nachdem Balinsky unterbrochen hatte, indem er - ohne sich zu erkennen zu geben - Friedländer mitgeteilt hatte, nicht daß ich Butz sei, sondern daß es keinen Grund gebe, Butz zu antworten. Es verging eine ungewöhnlich lange Zeit zwischen der Veröffentlichung von Balinskys Brief am 28. November und dem redaktionellen Kommentar vom 17. November, auf den er antwortete. Das kann durch die Tatsache erklärt werden, daß die Ausgabe von Dienstag, dem 28. November beinahe die letzte Ausgabe der Studentenzeitung für das Kalenderjahr war, da sich die Schlußexamen und die Weihnachtsferien abzeichneten. Ich schrieb eine Erwiderung, aber, als die nächste Ausgabe Anfang Januar erschien, war das Thema natürlich überholt, daher wurde der Brief nicht veröffentlicht, und Balinskys Lüge ging unwidersprochen durch. Das erklärt möglicherweise die "ungewöhnlich lange Zeit".
[31]Bruchstücke. Aus einer Kindheit 1939-1945, Suhrkamp Taschenbuch 2801, Frankfurt 1995.
[32]NY Times, 29. Dez. 1999, S. E5.
[33]E. Lappin, »The Man With Two Heads«, Granta, Nr. 66, Sommer 1999, S. 7-65.
[34]Siehe die christliche Zeitschrift Cornerstone (ISSN 0275-2743), Bd. 28, Nr. 117 (1999), S. 12-16,18. So ab 13. Oktober 1999 bei Cornerstone Magazine Online (www.cornerstonemag.com/home.htm). Die jüdische Wochenschrift Forward berichtete darüber am 15. Okt. 1999, S. 1.
[35]Ich habe die talmudischen Züge der Holocaust-Spinnereien im Jahrhundertbetrug erörtert in The Hoax of the Twentieth Century, S. 246f., (Der Jahrhundertbetrug S. 306 ff.) Wiesel hat im Talmud gebadet, wie in der NY Times vom 10. Nov. 1989 in einem Bericht über ein PBS-Fernseh-Interview mit Wiesel beschrieben wird, und wie die Chicago Tribune im Rezensionsteil, 31. Dez. 1995, S.1f., schreibt.
[36]Robert Faurisson, »A Prominent False Witness: Elie Wiesel«, Okt. 1993, wiedergegeben unter www.ihr.org/leaflets/wiesel.html; dt vgl. ders., B Smith, »Elie Wiesel: Ein Serienlügner« VffG 4(2) 2000, S. 158-165.
[37]Forward, 18 Sept. 1998, S. 1.
[38]N. Finkelstein, »The Holocaust Industry«, Index on Censorship, 2000, 2, S. 120f. Er hat auch kürzlich ein Buch veröffentlicht, The Holocaust Industry: Reflections of the Exploitation of Jewish Suffrering. (Vgl. Rezension in diesem Heft, Anm. der Red.)
[39]Forward, 18. Sept. 1998, S 1.
[40]Das zitierte Material über Rosenberg stammt von Forward, 17. März 2000, S. 1.
[41]Forward, 19. März 1999, S. 1; 9. April 1999, S. 2; The Nation, 19. April 1999, S. 34-38. Peskins Artikel mit der Überschrift »Memory and Media«, in Readings: A Journal of Reviews and Commentary in Mental Health (eine Veröffentlichung der Ortho), Dez. 1999, S. 18-23, ist bemerkenswert, weil er versucht, die Motive derer, die Wilkomirskis zu Fall gebracht haben, und die Wirkungen ihres Tuns in Mißkredit zu bringen. Dieser Artikel stellt ihn unzweideutig in das Lager derer, die sagen, daß Wilkomirskis Herkunft unerheblich sei, weil er in hohem Ausmaß dazu beigetragen hat, das Bewußtsein dort zu erhöhen, wo es nötig ist.
[42]Forward, 16. April 1999, S. 20.
[43]Ich erörtere das unter http://pubweb.nwu.edu/~abutz/di/dj/jpwar.html und jkrak.html.
[44]NY Times, 16. Juni 1996, sec. 2, S. 6; 21. Juni 1996, S. C1; 5. Juli 1997, S. 11. Ich habe dieses Schauspiel nicht gesehen, aber ich kann nicht wiederstehen, einige Angaben von der Besprechung vom 21. Juni 1996 weiterzugeben. Der Revisionist in dem Schauspiel ist ein gewisser Garner Globalis, der »einer Denkfabrik des mittleren Westens angehört, die widerlegen will, daß der Holocaust jemals stattfand«. In einer Szene, wo Globalis der Lagerüberlebenden Stella gegenübersteht, »küßt er die in Stellas Arm tätowierte Nummer und verspricht eine sinnliche Ausmerzung all dessen, was die Nummer symbolisiert«.
[45]Commentary, Juni 1999, S. 7.
[46]Adelaide Institute (newsletter, ISSN 1440-9828), Nr. 82, November 1998, S. 1. Abgedruckt in Journal of Historical Review, Bd. 17, Nr. 6, Nov./Dez. 1998, S. 2f.
[47]Sie äußerte diese Ansicht in einer CNN-Sendung am 16. Januar 2000 zum Irving-Verfahren. Tom Segev berichtete in einem Artikel in der englischen Ausgabe von Ha'aretz, vom 4. Februar 2000, über ihre Auffassung, wenn »es keine Überlebenden mehr gibt [...] würde der Einfluß der Holocaust -Leugner wahrscheinlich zunehmen«. Die gleiche Ansicht brachte ein Artikel von Elli Wohlgelernter in the Jerusalem Post, 24. Sept. 1999, Freitag Ausgabe, S. B5; Mein Buch The Hoax of the Twentieth Century wird als »Wendepunkt« in der Entwicklung des Holocaust Revisionismus (" Holocaust Leugnung" für Lipstadt) bezeichnet.
[48]Newsday (Long Island), 6. Dez. 1999, S. A13. Dwork's Argument ist Eigenwerbung. Sie meint, daß akademische Programme wie das ihre mehr Unterstützung erlangen müßten als Ausgleich für die allmählich verschwindenden Überlebenden: »die Sterbetafeln sind ein besonders starkes Argument für die Einrichtung ernsthafter Wissenschaft im akademischen Bereich.«
[49]Dagobert D. Runes, Concise Dictionary of Judaism, Philosophical Library, NY, 1966, S. 65, 114.
[50]Wilson, aaO. (Anm. 20), S. 6.
[51]Kevin MacDonald, A People That Shall Dwell Alone. Judaism as a Group Evolutionary Strategy, Praeger, Westport, Connecticut, 1994, S. ix-x. Gleichartige Bücher von MacDonald sind The Culture of Critique. An Evolutionary Analysis of Jewish Involvement in Twentieth-Century Intellectual and Political Movements, Praeger, 1998 und Separation and Its Discontents. Toward an Evolutionary Theory of Anti-Semitism, Praeger, 1998.
[52]Ich habe diese Taktik einmal selbst angewandt. Eine der vielen Lügen, die ich als Kind erzählte, sagte ich einmal zu einem Lehrer. Ich erinnere mich nicht mehr an die genauen Umstände oder den Lehrer, aber ich hatte das Problem, daß ich etwas nicht erledigt hatte. Meine Entschuldigung lautete "Todesfall in der Familie". Ich kam damit durch, da der Lehrer es nicht auf sich nehmen wollte, meine Gefühle noch mehr zu verletzen. Ich habe die Taktik wahrscheinlich von einer Radiosendung oder einem Film abgeschaut. Ich versichere, daß ich den Trick nur einmal angewandt und mich dann geschämt habe. Unsere Feinde benutzen ihn immer wieder beim Propagieren ihrer Vernichtungs-Legende. Die Beteuerung solcher Gefühls-Verletzungen wird auch als Argument dafür benutzt, daß man Revisionisten nicht anhören oder veröffentlichen dürfe. Zum Beipiel nahm der Geschichtsprofessor Peter Hayes von der Northwestern University eine elende Haltung ein, als er zu einer Studentenversammlung sagte, er sympathisiere mit Studenten, die auftauchen würden, um mich in die Zange zu nehmen, wenn ich eine Vorlesung über Holocaust-Revisionismus halten würde, da »wir über etwas reden, von dem die Verwandten und Lieben von Leuten, die hier in der Gegend wohnen, betroffen waren«. Daily Northwestern, 1. Mai 1991, S. 5.
[53]Chicago Tribune, 31. Dezember 1995, Rezensionsabschnitt, S. 1f.
[54]Leo Laufer, ein Mann aus Dallas, las 1977 eine Spalte über mein Buch The Hoax of the Twentieth Century und schrieb einen Leserbrief (Dallas Times-Herald, 10. Feb. 1977, S. B3 - diese Zeitung gibt es jetzt nicht mehr). Er sagte, er verbrachte zwei Jahre als Gefangener in Auschwitz und wiederholte den längst widerlegten Quatsch, daß die Deutschen Seife aus den Juden machten, und behauptete sogar, daß er immer noch Proben dieser Seifen habe. Er machte auch eine Behauptung, die normalerweise unmöglich zu widerlegen wäre. Er sagte, er »verlor [seine] ganze Familie, zwei Brüder, drei Schwestern, [seinen] Vater und Mutter, und Onkel und Tanten.« Solche Behauptungen können in einer öffentlichen Auseinandersetzung stark ins Gewicht fallen, denn natürlich will niemanden einem Fremden bezüglich dessen eigener Familiengeschichte widersprechen. Aber das war nicht das Ende der Geschichte. 1994 schrieb Laufer einen weiteren Brief (Dallas Morning News, 20. April 1994, S. 18A.). Da beschrieb er sich selbst als Holocaust-Überlebender, der »seine ganze Familie verlor - Vater, Mutter, drei Brüder, vier Schwestern und außerdem Hunderte Familienmitglieder«. Seine Geschichte hatte in der Zwischenzeit zwei tote Geschwister dazugewonnen.

Quelle: Vierteljahreshefte für freie Geschichtsforschung 4(3&4) (2000), S. 265-276.


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