Was widerfuhr den ungarischen Juden?

Eine Erwiderung an Jürgen Graf

Von Prof. Dr. Arthur R. Butz

Ich höre manchmal Revisionisten darauf aufmerksam machen, daß es keine Unterlagen über einen Hitler-Befehl zur Ausrottung der Juden gab. Diese Feststellung muß gemacht werden, aber ihre Bedeutung wird zu leicht mißverstanden.

Würde ein solcher Befehl gefunden, der schriftlich und unbestreitbar echt wäre, dann würde ich deshalb nicht meine These widerrufen, daß die Juden nicht ausgerottet wurden. Ich würde nur meine Behauptung zurückziehen, daß es keinen Plan oder offizielles Programm zu Vernichtung der Juden gab. Ich würde sagen, jawohl, es gab einen solchen Plan, aber er wurde nicht durchgeführt. Die Gründe sind von den Revisionisten im Laufe der Jahre gegeben worden.

Der Hitler-Befehl würde aber den Historikern neue Probleme aufgeben: War es Hitler ernst? Wenn ja, hat er seine Absicht geändert? Oder wurde er hintergangen?

In Debatten, in denen m.E. nicht genügend anerkannt wird, daß Beweise mit dem gleichen Maßstab gemessen werden müssen wie die Anschuldigung, ist es leicht, einen solchen Standpunkt lächerlich zu machen, aber ich sehe ihn als fundiert an. Ich bin zuversichtlich, daß wir nie in diese Lage kommen werden, aber vielleicht bin ich in einer ähnlichen Lage bezüglich des Hauptproblems, das die Juden Ungarns betrifft. Ich will kurz die wesentlichen Punkte der überlieferten Legende durchgehen:

  1. Ungarn kam am 19. März 1944 unter deutsche Kontrolle, zu einer Zeit, als die Deutschten beabsichtigten, arbeitsfähige Juden für Arbeiten außerhalb Ungarns zu rekrutieren und den Rest zu deportieren, entsprechend der Vorgehensweise mit den deutschen und österreichischen Juden.
  2. Von 15. Mai bis zum 9. Juli 1944 sei praktisch das ganze geplante Programm durchgeführt worden, außer für die Juden der Budapester Gegend. Die Deportationen begannen mit Ruthenien (der von der Slowakei annektierten Karpatho-Ukraine) und Nord-Siebenbürgen (von Rumänien annektiert). Die Gesamtzahl der hauptsächlich nach Auschwitz Deportierten sei etwa 438.000, und die Mehrzahl davon sei bei der Ankunft in Auschwitz getötet worden. Während dieses Zeitraums seien daher täglich durchschnittlich etwa 7.500 Juden deportiert worden. Es gab auch Deportationen in wesentlich geringerem Umfang nach Straßhof (bei Wien).
  1. Unter internationalem Druck widersetzte sich am 7. Juli der Reichsverweser Ungarns, Admiral Miklos Horthy, den Deutschen und befahl ein Ende der Deportationen.
  2. Aufgrund militärischer Rückschläge entstand im Oktober 1944 in Ungarn eine Krise. Horthy wurde von den Deutschen abgesetzt und von einer vom ungarischen Pfeilkreuzler (Nationalsozialisten) Ferenc Szalasi angeführten Regierung ersetzt. Etwa 30.000 Juden, hauptsächlich aus der Budapester Gegend, wurden zu Arbeit zwangsverpflichtet und auf einem Gewaltmarsch über Österreich nach Deutschland verschleppt.[1]

Soweit ich sehen kann, akzeptiert Graf die Punkte 1, 3 und 4 der Legende. Wir beide akzeptieren Punkt 2 nicht, aber wir sind uneins in bezug auf das Ausmaß oder die Bedeutung unserer Nichtübereinstimmung in diesem entscheidenden Punkt. Graf akzeptiert die Zahl 438.000, aber verneint die Tötung. Ich verneine sowohl die Tötung derer, die deportiert wurden, als auch die Zahl 438.000 oder, genauer, die Vorstellung, daß die Deportationen von Mai bis Juli tatsächlich Ungarn von den Juden entvölkert haben, abgesehen von der Budapester Gegend. Ich akzeptiere jedoch, daß viele Juden von Mai bis Juli 1944 deportiert wurden, hauptsächlich zwecks Arbeit. Ich kann keine Zahl angeben, aber ich glaube, es war nur ein Bruchteil von 438.000. Graf kann uns nicht sagen, was mit den meisten der 438.000 Juden passierte. Die Frage in der Überschrift dieser Arbeit bleibt tatsächlich ungelöst.

Ich habe vor vielen Jahren die wesentlichen Gründe für meine Auffassung im 5. Kapitel von The Hoax of the Twentieth Century (dt. Der Jahrhundertbetrug) angeführt, und der Leser sollte diese Argumente dort überprüfen. Ich kann die wichtigsten hier kurz zusammenfassen:

  1. Ein solches Wegschaffen der ungarischen Juden war angesichts der Knappheit an Transportmöglichkeiten in dieser militärisch kritischen Phase weitgehend undurchführbar. Diese Erwägung bleibt weiterhin eine Hauptgrundlage dafür, daß ich den Abtransport der ungarischen Juden in Frage stelle. Etwa am 19. April 1944 »stießen [die deutschen Behörden] auf größte Schwierigkeiten«, Eisenbahn-Transport für 10.000 arbeitsfähige Juden zu beschaffen, und am 27. April berichteten sie, daß zwar endlich für 4.000 eine Transportmöglichkeit organisiert worden war, daß aber der Mangel an Eisenbahn-Kapazität immer noch die Arbeiter-Deportationen verzögerte, die zu dieser Zeit auf 50.000 arbeitsfähige Juden aufgelaufen waren.[2]
  2. Der Bericht des Internationalen Kommitees des Roten Kreuzes (IKRK) von 1948 ist in bezug auf die Streitfrage nicht mit der Legende vereinbar.[3] Er besagt unzweideutig und ausdrücklich, daß die Hauptereignisse für die Juden in Ungarn im Oktober stattfanden, und das IKRK stand den Juden sehr nahe und war daher gut informiert. Obwohl der Bericht feststellt, daß es Deportationen vor dem 9. Juli gab, geht daraus jedoch hervor, daß die Juden nicht aus den ländlichen Gebieten außerhalb von Budapest entfernt worden waren, denn er stellt fest, daß mit Beginn der Oktober-Krise die Juden »viele durch Tötungen verloren, vor allem in den Provinzen«, und daß »im November 100.000 Juden aus den Provinzen nach Budapest strömten.« Diese Punkte erwähnt Graf nicht.
  3. Die dokumentarischen Beweise sind suspekt. Sie bestehen meist aus Telegramm-Texten, die angeblich das deutsche Außenministerium vom deutschen Gesandten in Ungarn, Edmund Veesenmayer, erhielt und die Einzelheiten über den Fortschritt der Deportationen berichten. Ich werde auf sie als die Veesenmayer-Telegramme Bezug nehmen. Die Dokumente wurden im Nürnberger Prozeß als Beweis vorgelegt. Trotz ihrer Bedeutung wird die Echtheit dieser Telegramme nur durch die Unterschriften und Initialien von Horst Wagner und Eberhard von Thadden bestätigt, den Spezialisten für Judenfragen im deutschen Außenministerium, die später beide einen merkwürdigen Schutz vor Strafverfolgung genossen. Der Verantwortliche, der über Leben und Tod von Wagner und von Thadden entschied, war Robert M. W. Kempner, ein Jude aus Deutschland, der die amerikanische Staatsbürgerschaft angenommen hatte. Kempner war, bevor Hitler an die Macht kam, in Preußen als Staatsanwalt gegen die Nationalsozialisten aufgetreten. Im Jahrhundertbetrug berichtete ich über ein Meineid-Verfahren in den USA, das fast gleichzeitig mit den Nürnberger Prozessen stattfand, in dem die Verteidigung erfolgreich gegen die Aussage eines Zeugen der Anklage, Baron Herbert von Strempel, vorging[4], weil diese während dessen Haft im Gewahrsam Kempners erzwungen worden war. In den Nürnberger Prozessen selbst kam ans Licht, daß Kempner möglichen Zeugen gedroht hatte, sie an die Sowjets auszuliefern, wenn sie nicht kooperieren wollten. [5]

Die Anzahl der Juden, die der Legende zufolge in acht Wochen deportiert wurden, beträgt etwa 2/3 der Summe der Deportationen von Deutschland, Österreich und Westeuropa in dem 3-Jahreszeitraum Ende 1941 bis Ende 1944. Ich hätte stärker betonen sollen, daß ich keine Unterlagen über Proteste der mit der üblichen militärischen Logistik beauftragten deutschen Beamten habe, daß während einer militärischen Krise (etwa um den Invasionszeitpunkt) große Eisenbahnkapazitäten für ein militärisch (bestenfalls) irrelevantes Vorhaben - den Transport nicht arbeitsfähiger Juden - bereitgestellt wurden. Ich habe über das Verfahren gegen Albert Speer berichtet, der eng mit den Deportationen der arbeitsfähigen Juden aus Ungarn befaßt war, und der angab, daß er zu dieser Zeit nichts von Vernichtungen wußte.[6] Jedenfalls erhob er keinen Protest gegen eine solche Vergeudung von Transportmitteln.

Betrachten wir die praktischen Folgen einer Deportation aller Juden aus Ungarn in so kurzer Zeit. In Ungarn war die jüdische Stellung ähnlich wie in Deutschland und Österreich vor Hitler. Die Nationalsozialisten hatten etwa 10 Jahre, um die Auswanderung und/oder Austreibung der 600.000 Juden aus Deutschland und Österreich zu bewirken, trotzdem war dort die Vertreibung noch nicht abgeschlossen. Die Vertreibung aller Juden Ungarns, oder auch nur der auf dem Lande außerhalb Budapests, in einem Zeitraum von zwei Monaten hätte auf die ungarische Wirtschaft wie eine Atombombe gewirkt.

Was den Bericht des Roten Kreuzes angeht, so kann man nicht einfach die Verfasser als "inkompetent" abtun. Der Delegierte des IKRK in Budapest war ab Oktober 1943 Jean de Bavier. Der Präsident des IKRK, Max Huber, war mit de Bavier, der nicht deutsch sprach, unzufrieden. Deshalb wurde de Bavier durch Friedrich Born ersetzt, der Mitte Mai 1944 in Aktion trat. Sowohl de Bavier als auch Born hatten sich mit dem jüdischen Führer Saly Mayer in Genf beraten, bevor sie nach Budapest gingen.[7]

Born starb 1963 und wurde 1987 von Yad Vashem in Jerusalem als »Gerechter« bezeichnet.[8] Da der IKRK-Bericht über Ungarn von 1948 seine Arbeit als »mutig durchgeführt« beschreibt, war er wahrscheinlich nicht dessen Verfasser, wir sollten vielmehr annehmen, daß Born die Informationen für den Bericht geliefert und ihn höchstwahrscheinlich vor der Veröffentlichung durchgesehen hat.

Für die Leser, die an die Ausrottungslegende glauben, sei hier kurz abgeschweift. Deportationen von Hundertausenden von Juden aus Ungarn, mit der schwierigen Reise durch das Gebirge der Slowakei nach Auschwitz, nur um dort getötet zu werden, hat aus praktischen Gründen keinen Sinn. Wenn das die Absicht gewesen wäre, warum wurden nicht Maßnahmen improvisiert, um sie in Ungarn zu töten, und womöglich gar den Ungarn die Schuld daran zu geben? Wer einwendet, daß es in Auschwitz speziell ausgearbeitete Methoden für die Ausrottung gab, hat sich nicht mit dem Thema befaßt. Die Legende behauptet ja doch, daß die Ausrottungsmethoden in Auschwitz improvisiert waren. Das Gas war das Pestizid Zyklon, die Gaskammern waren Räume, die als Leichenkeller in den Krematorien gebaut worden waren, und die Krematorien erwiesen sich als in der Kapazität zu gering, um die Leichen zu beseitigen, so daß sie im Freien auf großen Scheiterhaufen verbrannt werden mußten. Das alles hätte man auch in Ungarn machen können. Wer einwendet, daß Auschwitz in einer abgelegenen Gegend war, wo solche Dinge im Geheimen ablaufen konnten, weiß nichts von den Gegebenheiten, aufgrund derer dieser Ort für die Industrieunternehmen um Auschwitz ausgewählt wurden. Es lag nahe der Großstadt Krakau und mehrere Eisenbahnlinien führten dorthin.

Zivilarbeiter der Auschwitzer Industriebetriebe hatten mehr oder weniger freien Umgang mit der Außenwelt.[9] Das Lager wurde im September 1944 vom IRK besucht, das Gespräche mit den dortigen britischen Kriegsgefangenen führen konnte.[10]

Diese Industrie war strategisch von Bedeutung und den prüfenden Blicken der Alliierten ausgesetzt, die viele Luftfotos des Lagers machten und es bombardierten. Die Juden aus Ungarn, die angeblich auf großen Scheiterhaufen in Auschwitz verbrannt wurden, sind nicht auf den Luftfotos zu finden, die von den Alliierten in der fraglichen Zeit vom Lager gemacht und die erst 1979 veröffentlicht wurden.[11]

Zurück zu meinem Thema. Ich sollte weiteres Material vom Vatikan zitieren, daß mir 1980 zugänglich wurde. Es bezieht sich hauptsächlich auf Rumänien, gilt aber auch für Ungarn. Nord-Siebenbürgen ist ein Gebiet, das zeitweise zu Ungarn, zeitweise zu Rumänien gehört hat, und darf nicht verwechselt werden mit Transnistrien weiter östlich, in der Ukraine, jenseits des Dnjestr, wohin 1941 viele Juden aus Rumänien deportiert wurden. Als Ende 1943 der russische Vormarsch die Versuche, sie dort zu halten, vereitelte, begannen sie, zurückzukehren, aber das hörte auf, als die Russen im Frühjahr Transnistrien überrannten. Wir befassen uns mit Ungarn und Nord-Siebenbürgen, das 1940 von Rumänien an Ungarn kam. Die jüdischen Führer in Rumänien blieben jedoch mit den die Juden berührenden Ereignissen auf dem Laufenden, nicht nur in Nord-Siebenbürgen, sondern auch in ganz Ungarn.[12]

Am 30. Juni 1944 schrieb Alexander Safran, Großrabbi von Rumänien (später Großrabbi von Genf) an Andrea Cassulo, den päpstlichen Gesandten in Bukarest, um seine "edle Handlungsweise" zugunsten der Juden Rumäniens anzuerkennen - vor allem der, die von Transnistrien evakuiert worden waren. Er fügte hinzu, daß ihn diese Unterstützung ermutige, um päpstliche Unterstützung für die Juden in Ungarn zu bitten, die »großen Entbehrungen und Leiden ausgesetzt« seien. Die einzige Erwähnung von Deportationen betrifft die der Juden aus Transnistrien.[13] Safrans Brief erwähnt keine Vernichtung ungarischer Juden oder ihre Massen-Deportation.

Zwei weitere Dokumente wurden 1980 vom Vatikan empfangen. Am 11. Juli hatte Cassulo den Brief Safrans vom 30. Juni an den Vatikan geschickt, und am 28. Juli übermittelte er einen weiteren Brief an den Vatikan, der, wie er sagte, »die traurigen Tatsachen« aus Safrans Brief bestätigte. Der neue Brief war ein undatierter Brief an Cassulo, der von 6 »jüdischen Persönlichkeiten« unterzeichnet war. Er lautete:[14]

»[...] die Königliche Ungarische Regierung [hat] die Deportierung der Juden verfügt. Infolge dieser Verordnung wurden hauptsächlich die in Siebenbürgen ansässigen Juden getroffen, die ohne Ausnahme ihre Wohnstätte verlassen mußßten.

Seit geraumer Zeit wissen wir gar nichts von unseren Angehörigen, denn alle unsere Versuche, etwas von ihrem Schicksal zu erfahren, sind fruchtlos geblieben.«

Ich nehme an, daß dieser Brief irgendwann im Juli geschrieben wurde, und er verneint indirekt, daß die Juden weggebracht worden waren, da »vor allem« die Juden von Nord-Siebenbürgen betroffen waren, und die Verfasser waren sich nicht einmal sicher, was ihr Schicksal war.

Cassulo interpretierte den Brief als einen Appell an die Katholische Kirche, »auf irgendeine Art das Schicksal so vieler Unglücklicher zu erleichtern, die gezwungen waren, ihr Heim zu verlassen und in Konzentrationslagern zu leben«, und der hinreichend vertrauenswürdig war, um an den Vatikan weitergeleitet zu werden.

Ich sehe nebenbei im IKRK-Bericht von 1948 eine Bemerkung über Nord-Siebenbürgen, im Abschnitt über Rumänien. Im seinem Bericht vom Dezember 1944 nach Genf sagte die IRK-Delegation in Bukarest:

»dank der Zuwendungen des amerikanisch-jüdischen Komitees von New York (Joint Committee) und vor Ort gemachter Sammlungen war es in der Lage [6000 Juden aus Ungarn] zu helfen, denen es gelungen war, sich den Deportationen zu entziehen und die in Nord-Siebenbürgen zu finden waren.«

Das besagt, daß es Deportationen von Nord-Siebenbürgen gab, und daß 6.000 Juden von Nord-Siebenbürgen später mit der Delegation in Bukarest in Kontakt kamen (etwa 300 km von der nordsiebenbürgischen Großstadt Klausenburg). Es besagt nicht, daß in Nord-Siebenbürgen nur 6.000 Juden nach den Deportationen zurückblieben.

Das dritte vom Vatikan erhaltene Dokument ist ein Brief an Cassulo, datiert 11. Dezember 1944, vom Allgemeinen Judenrat (General Jewish Curatorship) von Nord-Siebenbürgen, (damals mit Sitz in Bukarest). Er besagt, daß im Mai und Juni 150.000 Juden jeden Alters und Gesundheitszustandes von Nord-Siebenbürgen nach Auschwitz deportiert wurden. Es gibt keine direkten Angaben über ihr Schicksal, aber Flüchtlinge sagen, daß manche vernichtet wurden. Der Brief bittet um eine Intervention des Vatikans bei der deutschen Regierung, um die Austeilung von Paketen an sie zu veranlassen.[15] Das späte Datum und die Erwähnung von "Flüchtlingen" als Informationsquelle gibt diesem Dokument geringeren Beweiswert, weil sich der Hinweis möglicherweise auf das bezieht, was ich als den Bericht des Kriegsflüchtlingsrates bezeichnet habe (WRB-Bericht, auch Auschwitz-Protokoll genannt), der am 25. November 1944 in Washington veröffentlicht wurde, was ich lang und breit erörtert habe.[16] Die Struktur der Behauptung von Massenvernichtungen war zu dieser Zeit im großen Ganzen fertig aufgestellt, so daß man den Verdacht haben muß, daß die Berichte eher auf dem beruhten, was dem Hörenssagen zufolge geschehen sein soll, als auf tatsächlichen Beobachtungen und Erlebnissen der Berichterstatter.

Das Dokument, das später der WRB-Bericht wurde, zirkulierte in begrenztem Umfang im Juni in Europa, und im Juli berichtete die New York Times darüber.[17]

Das IKRK fühlte sich möglicherweise deshalb verpflichtet, Auschwitz im September einen Besuch abzustatten, weil es diesen Bericht erhalten hatte.

Man sollte auch sorgfältig das Dokument vom 15. August 1944 in Betracht ziehen, das von Graf zitiert wird, das von 612.000 Gefangenen spricht, die gerade im Lager aufgenommen werden sollten. Von dieser Zahl waren 90.000 Juden aus Ungarn, von der »dortigen Juden-Aktion«, und 400.000 waren Polen aus Warschau. Graf macht nicht deutlich, daß diese Leute noch nicht tatsächlich in den Lagern waren, weil er sich mit dem Schlußsatz dieses Abschnittes des Dokuments befaßt.

»Eine große Zahl dieser Gefangenen ist bereits unterwegs und wird in den nächsten Tagen zur Einlieferung in die Konzentrationslager ankommen.«

Daraus kann man folgern, daß die meisten zu dieser Zeit anderswo untergebracht waren. Für die Juden Ungarns wäre der einzige Ort, wo sie damals sein konnten, wenn sie nicht in deutschen Lagern außerhalb Ungarns waren, in einer Art Haft in Ungarn gewesen. Das Dokument ist bestenfalls uninteressant für Grafs These. Das einzige, worauf es hindeutet, ist, daß Mitte August mindestens 90.000 Juden in Ungarn als genügend organisiert für einen schnellen Transport angesehen wurden. Das konnten entweder Budapester Juden sein, oder Juden auf dem Land. Diese 90.000 neuen jüdischen Lagerinsassen aus Ungarn tauchten in Wirklichkeit nicht im Sinne des Dokuments auf (wie sogar Graf in seinem Artikel impliziert), wahrscheinlich wegen Mangel an Transportmöglichkeiten, die schließlich im Herbst überwunden werden mußten, um die jüdischen Zwangsarbeiter in Gang zu setzen.

1984 machte mich Mark Weber auf ein Dokument aufmerksam, das in den Protokollen des Nürnberger Prozesses 1945-46 veröffentlicht worden war, das mir aber, als ich mein Buch schrieb, wegen des enormen Umfangs der Protokolle entgangen war. Es war dem Gericht zu spät vorgelegt worden, in der Sitzung vom 30. Juli 1946, während des Kreuzverhörs eines obskuren Zeugen, und Auszüge aus dem Dokument (908-D) wurden später veröffentlicht.[18] Ich schrieb Graf über dieses Dokument am 5. November 1993.

Das Dokument ist Die Lage vom 23. August 1944, herausgegeben vom Zentralinformationsdienst der Reichspropagandaleitung der NSDAP und des Reichsministeriums für Volksaufklärung und Propaganda (Herausgeber Dr. Goebbels). Theoretisch war dieses Bulletin für einen begrenzten Kreis vorgesehen, da es als »streng vertraulich« klassifiziert war, aber das darf nicht so genau genommen werden, weil im ersten Teil des Bulletins berichtet wird, daß die alliierte Landung in Frankreich aufgrund ihrer vollständigen See- und Luftüberlegenheit gelungen sei, was wohl kaum ein Geheimnis war.

Der zweite Abschnitt betrifft die Juden Ungarns, und stimmt mit der Legende recht gut überein.

»[...] nach dem 19. März setzten die Deutschen in Ungarn alles daran, um das jüdische Element so rasch und so vollkommen wie nur irgend möglich auszuschalten. In Anbetracht der Nähe der russischen Front begann man mit der Säuberung der Nordostgebiete (Nord-Siebenbürgen und Karpatenland), wo zahlenmäßig das stärkste jüdische Element war. Dann wurden in der übrigen ungarischen Provinz die Juden gesammelt und nach Deutschland bzw. in den deutschen Machtbereich abtransportiert.

100 000 Juden bleiben in den Händen der Ungarn, um in Arbeitsbataillonen eingesetzt zu werden. Zu dem vorgesehenen Termin, dem 9. Juli, war die ungarische Provinz judenrein. [...] Bis zum 9. Juli waren rund 430 000 Juden aus der ungarischen Provinz den deutschen Stellen übergeben worden. Die Übernahme geschieht an der ungarischen Landesgrenze, bis zu der die Durchführung der Judenmaßnahmen und damit auch die Verantwortung dafür bei den Ungarn liegt.

Als letzte Phase der Judenmaßnahmen sollten die Juden aus Budapest abtransportiert werden. Es handelt sich dabei um rund 260 000. Mittlerweile war aber der Druck aus dem feindlichen und neutralen Ausland [...] so stark geworden, daß judenfreundliche Kreise in Ungarn auf die ungarische Regierung einzuwirken versuchten, um weitere Judenmaßnahmen und vor allem die Auslieferung an deutsche Stellen zu verhindern.«

Das scheint die Angelegenheit im Sinne von Grafs These zu entscheiden, aber bitte gedulden Sie sich. Die vielen Einwendungen gegen die grundsätzliche materielle Plausibilität oder auch Möglichkeit der angeblichen Ereignisse stehen noch im Raum. Ich werde auf den Bericht des Goebbels-Ministeriums später noch zurückkommen.

Jürgen Graf legt Forschungsergebnisse über den Verbleib der nach Auschwitz deportierten Juden auf (vgl. VffG 2/2000, S. 140-149)

Wir sollten die Schriften von Historikern berücksichtigen, die das Wesentliche der überlieferten Legende annehmen. Randolph L. Braham hat mehr als jeder andere über dieses Thema geschrieben und sein Hauptwerk sind seine zwei Bände The Politics of Genocide: The Holocaust in Hungary.[19] Was die Massendeportationen angeht, sind Brahams Hauptbeweise:

  1. Die Veesenmayer -Telegramme.
  2. Berichte, die László Ferenczy, dem ungarischen Polizeichef, zugeschrieben werden, in der Form von Polizei-Abschriften auf israelischem Papier, angeblich abgeschrieben von beglaubigten Fotokopien. 1993 schickte mir Graf eine Kopie des einen, den er besonders zitiert. Braham bringt eine Tabelle, die die Veesenmayer und Ferenczy-Zahlen vergleicht.[20]
  3. Eine Zusammenfassung von Transporten, die angeblich auf dem Weg nach Auschwitz durch Kassa durchfuhren (das heutige Kosice in der Slowakei) (Brahams Anhang 6). Der typische Zug beförderte diesem Dokument zufolge 2.000-3.000 Leute, manchmal mehr, manchmal weniger, an einem typischen Tag gab es 2-5 Transporte, und es gab vom 16. Mai bis 6. Juni buchstäblich jeden Tag Transporte. Von den ersten beiden Transporten wird angegeben, daß sie Kassa am 14. Mai durchliefen. Diese Zahlen stammen angeblich von der Eisenbahn-Direktion in Kassa und wurden erstmals 1984 in einer jüdischen Zeitschrift in Toronto von einem Rechtsanwalt veröffentlicht, der ein Einwohner von Kassa gewesen war. Daher erscheint das Dokument nicht in der 1981 erschienenen Originalausgabe von Brahams Arbeit.

Braham gibt auch einen Brief der ungarischen Regierung vom 30. Juni an Angelo Rotta wieder, den päpstlichen Gesandten in Budapest, der zweifellos geschrieben wurde, um den bis dahin weitverbreiteten Geschichten zu begegnen, daß eine allgemeine Deportation der Juden Ungarns in vollem Gange sei:[21]

»Wir nehmen die Gelegenheit wahr, um zu bemerken, daß die Juden Ungarns nicht für eine Deportation vorgemerkt sind. Eine große Zahl jüdischer Handarbeiter wird der deutschen Regierung zur Verfügung gestellt, und die Tatsache, daß ihre Familien mit ihnen nach Deutschland geschickt wurden, ist das Ergebnis der Entscheidung, Familien nicht zu trennen, weil man sich von Juden, die durch die Anwesenheit ihrer Familien beruhigt sind, eine bessere Leistung erwartet.

In diesem Zusammenhang sorgten wir dafür, daß bei der für die Aufrechterhaltung des industriellen und wirtschaftlichen Lebens absolut notwendigen Zurückbehaltung von Arbeitskräften konvertierte Juden und ihre Familien bevorzugt wurden.«

Dieser Brief der ungarischen Regierung vom 30. Juni scheint mir eine ausgewogene Darstellung der damaligen Situation zu geben, sowohl für die Juden in Ungarn im allgemeinen, wie auch der katholischen Repräsentanten, die sich besonders um die große Menge jüdischer Konvertiten zum Katholizismus kümmerten.

Zu den Projekten, die für die jüdischen Zwangsarbeiter Ungarns vorgesehen waren, gehörte vor allem die Produktion von Kampfflugzeugen, und Rüstungsminister Alber Speer und Kollegen waren in dieser Zeit mit Eifer dabei, die versprochenen Juden von Ungarn zu holen. So beklagten sie sich in einer Konferenz am 26. Mai:[22]

»Bis jetzt sind zwei Transporte im SS-Lager Auschwitz angekommen. Für die Kampfflugzeug-Produktion wurden uns nur Kinder, Frauen, und alte Männer zur Verfügung gestellt, mit denen wir wenig anfangen können. Wenn die nächsten Transporte nicht Männer im arbeitsfähigen Alter bringen, wird die ganze Aktion wenig Erfolg haben.«

Das beinhaltet, daß Arbeitsunfähige nicht bei ihrer Ankunft in Auschwitz getötet wurden. Es legt auch auf eine andere, weniger edle Motivation für die Deportation ganzer Familien nahe: Quotenerfüllung wegen Konkurrenz nominell Verbündeter. Eine solche Situation entstand 1943, als sich Oswald Pohl, der Chef des Konzentrationslager-Systems beklagte,

»daß die Haftanstalten buchstäblich nur solche Insassen abgegeben haben, die in schlechtester körperlicher Verfassung sind [...]«[23]

Wenn ein Gefängnisaufseher die Wahl hat, ist sein erster Gedanke, die Nutzlosen loszuwerden, und die Nützlichen zu behalten.

Wenn wir zu dem Dokument vom 26. Mai zurückkehren, stellen wir fest, daß es eine Abschrift des stenographischen Protokolls eines regulären Treffens des "Jägerstab" war, der Gruppe, die aus Vertretern der Luftwaffe und Speers Ministerium gebildet war, um die Produktion von Kampfflugzeugen zu überwachen. Daher kann die Feststellung, daß bis zu diesem Datum nur zwei Transporte mit Juden von Ungarn in Auschwitz angekommen sind, als solche nicht als so verläßlich angesehen werden. Ich glaube aber, daß die Bemerkung indirekt bestätigt wird. Der erste Transport wäre die Gruppe von 4.000 Juden gewesen, von denen es oben hieß, daß sie für den Transport am 27. April bereit seien, der in zwei Transporten um den 1. Mai ankam, aber in dieser Konferenz als ein Transport angesprochen wurde. Der zweite Transport wäre eine Gruppe gewesen, die später im Mai ankam, und von der 4.000 Juden registriert wurden, je 2.000 am 22. und 24. Mai. Ein Transport, der anscheinend in der Nacht des 25. Mai ankam, wäre zu kurz davor gewesen, als daß er bei der Konferenz am 26. Mai hätte in Betracht gezogen werden können.[24] Abgesehen davon, ob die Bemerkung ganz richtig war, glaube ich nicht, daß sie in dieser Form gemacht worden wäre, wenn seit einer Woche Juden in einer Größenordnung von 7.500 pro Tag nach Auschwitz geströmt wären, mit 2 bis 5 Transporten pro Tag, wozu auch immer. Es hätte dann Klagen gegeben, daß, wenn so viele Leute herkommen, mehr brauchbare Arbeitskräfte dabei sein sollten. Im Gegenteil gab es für den "nächsten Transport" nur Vermutungen über ein unbekanntes Datum in der Zukunft, und die Transporte, über die sie sprachen, stellten die "ganze Aktion" dar. Die Konferenz-Bemerkung vom 26. Mai paßt nicht nur in Details oder dem Grad, sondern in der ganzen Art nicht zu dem, was gesagt worden wäre, wenn es die massiven regelmäßigen Transporte wirklich gegeben hätte.

Kehren wir zurück zu Braham. Ich muß zugeben, daß ich nicht sein ganzes umfangreiches Werk mit 1500 Seiten gelesen habe, z.T. weil es um hauptsächlich wohlbekannte Dinge geht, die ich nicht bestreite, und teilweise, weil deutlich ist, daß die Abhandlung der Probleme, die sich mir zeigen, nicht ernsthaft durchgeführt wird, oder, wenn dies der Fall ist, meine ursprüngliche Theorie unterstützen. Lassen Sie mich das erklären.

Geschichtliche Ereignisse können nur im Zusammenhang mit anderen Ereignissen erfolgen. Jedes solche Ereignis ist begleitet von nebensächlichen, entsprechenden und folgenden Ereignissen. Wenn ein Stein ins Wasser geworfen wird, dann muß das Ereignis Wellen an der Oberfläche erzeugen. Wenn es ein Waldfeuer gibt, muß es Rauch geben. Für eine sachkundige Erforschung eines Kriminalfalles ist es nötig, solche Ereignisse zu prüfen.

Da ist die klassische Frage: "Hat der Hund gebellt?" Es ist leicht, ein in sich folgerichtiges falsches Geständnis oder eine meineidige Zeugenaussage abzulegen, das in allgemeinen Wendungen über ein Verbrechen spricht, aber es ist nicht leicht, die Fragen vorauszuahnen, die ein sachkundiger Vernehmer über die Einzelheiten stellen würde, über damit zusammenhängenden Ereignisse und über nachfolgende Ereignisse. Das sind die Arten von Ereignissen, die fehlen, wenn ich mich mit der Behauptung befasse, daß Ungarn von Juden gesäubert wurde.

Die Frage, die sich mir aufdrängt, wenn ich Grafs These überdenke, sind die Probleme des Transports und des Deportationszieles. Ich bleibe dabei, daß die Bereitstellung der Transportkapazität, um in dem behaupteten Zeitraum Ungarn von Juden zu säubern, Kontroversen und sogar Konflikte bei den Deutschen hervorgerufen hätte. Schlicht und einfach: ich denke, daß solche Transportmöglichkeiten gar nicht vorhanden waren, aber ich bin bereit, ihre Bereitstellung als Hypothese in Erwägung zu ziehen.

Selbst wenn die Transportmöglichkeiten zur Verfügung gestanden hätten, bleibt das Problem des Zieles. Wohin wurden die Juden geschickt, und warum? Die Deutschen waren auf dem Rückzug. Das Ziel ist kein Problem für Braham, weil er denkt, sie wurden in Auschwitz getötet. Das ist auch kein Problem für mich, weil ich nicht glaube, daß die Juden gänzlich entfernt wurden. Das ist jedoch ein Problem für Graf, und er löst es nicht. Für ihn ist das nicht einfach ein ungeklärtes Detail, sondern es ist ein Einwand, der die ganze Glaubwürdigkeit seiner These herausfordert. Daß er dies nicht erklären kann, ist m. E. ein schwerwiegenderer Mangel seiner Theorie, zumal es ihm nicht glückt, »den mysteriösen IRK-Bericht zu erklären

Sowohl für Graf wie auch für Braham besteht das Problem der Transportbereitstellung. Graf greift es nicht an. Braham hat einen Abschnitt zum allgemeinen Thema Transport, aber da gibt es nichts über den Konflikt und die Kontroverse bei den Deutschen. Das bedeutet nicht, daß künftiges Schürfen nicht doch eine Kontroverse über Eisenbahn-Transporte ans Licht bringen kann. Es ist z.B. wahrscheinlich, daß die deutschen Behörden in Ungarn mit jemandem herumstreiten mußten, um Ende April den Transport für die 4.000 arbeitsfähigen Juden zu vermitteln, das legen die entsprechenden Dokumente nahe.

Statt uns über eine Kontroverse der Deutschen wegen der Zuweisung von Transportkapazitäten zu berichten, serviert uns Braham ein andere Perle. Etwa 1971 wurde erkannt, daß die Durchführung solcher Deportationen die selten begeisterte Unterstützung der Reichsbahn erfordert hätte. Entsprechend wurde ihr Direktor, Theodor Ganzenmüller, in diesem Jahr in Deutschland angeklagt. Was wir bereits im Falle der Judenspezialisten des deutschen Außenministeriums, Eberhard von Thadden und Horst Wagner, gesehen haben, wiederholte sich dabei: das Verfahren wurde wiederholt vertagt und schließlich eingestellt.[25] Diese Tatsache hat über das unmittelbare Ungarn-Problem hinaus Bedeutung.

Ein weiteres Problem ist der Widerstand der Juden gegen das Massendeportations-Unternehmen. Weit davon entfernt, uns entsprechende Einzelheiten zu nennen, läßt uns Brahams Abschnitt zu diesem Thema wissen, daß es keinen Widerstand gab.[26] Tatsächlich gab es im fraglichen Zeitraum keinen organisierten jüdischen Widerstand.

Eine Analogie. Mir wird gesagt, daß ein Kind gerade einen Felsbrocken ins Wasser geworfen hat. Ich wende ein, daß das Kind dazu nicht stark genug sei. Ich erfahren, daß fünf unbescholtene Zeugen das Ereignis bezeugen. Ich beobachte, daß das Ereignis keinen Platsch und keine Wellen hervorgerufen hat, und daß der Felsbrocken nicht auf dem Grund gefunden werden kann. Was soll ich schlußfolgern? Ich meine, das Ansehen der Zeugen hat schweren Schaden erlitten. Die einzige unbeantwortete Frage wäre, warum logen sie, oder wie wurden sie getäuscht.

Ich bin nicht der einzige, der sich bei den angeblichen Mai-Juli-Massendeportationen über das Fehlen wesentlicher historischer Einzelheiten beklagt. 1994 gab es mehrere Konferenzen über die Ereignisse 1944 in Ungarn, und die veröffentlichten Aufzeichnungen hierüber sind interessant. David Cesarani (Hg.), Genocide and Rescue: the Holocaust in Hungary 1944, gibt die meisten Vorträge wieder, die auf einer Londoner Konferenz gehalten wurden. Eine Konferenz in Budapest 1994 wird in The Holocaust in Hungary: Fifty Years Later wiedergegeben, herausgegeben von Randolph L. Braham und Attila Pók. Eine Konferenz im U.S. Holocaust Memorial Museum 1994 wird durch The Nazis Last Victims: The Holocaust in Hungary wiedergegeben, herausgegeben von Randolph L. Braham und Scott Miller.

Tim Cole, ein Sozialhistoriker an der Universität Bristol, beklagte, daß die Bücher sowohl von Cesarani als auch von Braham & Miller bemerkenswert wenig über die Ereignisse im späten Frühling und Frühsommer 1944 bringen:

»Eine solche Stille ist nicht einfach nur verwunderlich, sondern bekümmernd.«[27]

Das sollte der Fall sein. Was das Braham & Pók-Buch angeht, so sind die Hälfte der Artikel auf ungarisch, was ich nicht lesen kann, aber es gibt englische Zusammenfassungen. Das Buch wurde von István Deák von der Columbia University besprochen, der die von mir festgestellten Probleme nicht ansprach.[28] Wie bei allen diesen Konferenz-Aufzeichnungen scheint mir, daß die verschiedenen Beiträge sie nicht aufgreifen, außer in dem Sinn, daß sie versuchen zu erklären, warum es keinen jüdischen Widerstand gab.

Es geht hier nicht darum, daß die Konferenz-Teilnehmer 1994 nicht zu beweisen versuchten, daß die Massendeportationen von Mai bis Juli stattfanden. Wenn sie sie als gesichert ansahen, versuchten sie natürlich nicht zu beweisen, daß sie erfolgt sind, wie etwa ein Nachkriegsartikel über die Feldzüge 1940 nicht beweisen muß, daß die Flucht von Dünkirchen stattgefunden hat, da dies allgemein bekannt ist. Mir geht es um die fehlende Darstellung von Ereignissen, die direkt in Verbindung mit den angeblichen Massendeportationen standen. Ganz allgemein würde ich es so ausdrücken, daß die angeblichen Massendeportationen von 1944, wenn sie erfolgt wären, so viele damit in Zusammenhang stehende Ereignisse bewirkt hätten, daß diese alle die Konferenzen 1994 hätten dominieren müssen.

Coles Klage hat in die richtige Kerbe geschlagen. Graf ist nicht der einzige, der nicht Rechenschaft darüber ablegt, wie sich solche Ereignisse entwickelten. Ich kenne keine Quelle, die diese Ereignisse auf einer operativen Ebene beschreibt, außer den "Veesenmayer-Telegrammen".

Ich glaube nicht, daß die Historiker solche Artikel nicht schreiben, weil die Dokumentenbeweise fehlerhaft sind und nicht mit nachprüfbaren Ereignissen übereinstimmen. Die Dokumentenbeweise über die Säuberung Ungarns von den Juden sind offensichtlich eine historiographische Sackgasse. Historiker schreiben Artikel, wenn sie etwas haben, über das sie schreiben können. Wenn man einen Bericht fälschen und versichern würde, daß das World Trade Center gesprengt und zerstört worden sei, würden das zwar manche Leute glauben, aber die Historiker würden keine Aufzeichnungen über damit verbunden Ereignisse finden, etwa die Betriebs-Unterbrechungen vieler Firmen, die dort ihre Geschäfte haben, oder die Begräbnisse von Tausenden ihrer Angestellten. Wenn sie die Behauptung glauben würden, dann könnten sie nichts dazu ausführen, außer daß es geschehen ist, und sie könnten das gefälschte Dokument zitieren, aber das wäre dann auch schon alles. Das scheint bei den 1994er-Konferenzen über Ungarn so zu sein, und ganz allgemein mit Schriften zu diesem Thema. Es wird erwartet, daß Wissenschaftler etwas Neues sagen, wenn sie einen Artikel schreiben, sie können nicht in historiographischen Sackgassen arbeiten.

In meinem IHR-Konferenz-Beitrag von 1982, der kürzlich sehr gekonnt von Graf ins Deutsche übersetzt wurde, machte ich ähnliche Feststellungen, als ich sagte, daß historische Behauptungen »mit der normalen Methode getestet werden müssen, daß sie als Hypothese in einen passenden historischen Zusammenhang gestellt werden müssen, und dann muß man sehen, ob sie einen Sinn haben. Genau das versuche ich hier. Nur so können wir uns vor Geschichtsbetrug schützen.«[29]

Wir haben aber trotzdem ein Problem. Der Bericht von Goebbels Ministerium. Wie können wir ihn erklären? Genau hier fühle ich so etwas, als ob ich einen Hitler-Befehl zur Vernichtung der Juden vor mir hätte. Dieses Problem hat mich andauernd irritiert, bis ich Grafs Bericht vom 10. August 1997 las, über seine und Mattognos Forschungsreise nach Osteuropa in diesem Jahr. Da erscheint folgende Passage:

»Vollkommen neu war für uns, daß offenbar viele ungarische Juden noch im Sommer 1944 nach Riga (!) deportiert worden sind, was angesichts der damaligen militärischen Lage unlogisch erscheint. Von Riga aus wurden sie später nach Stutthof geschickt.«

In seinem jetzigen Artikel bezieht sich Graf auf diese Bewegungen, ohne zu wiederholen, daß die Deportationen nach Riga »angesichts der damaligen militärischen Lage unlogisch« erscheinen. Für mich bestätigte Grafs Passage von 1997 eine Hypothese, die ich in meinem Brief an ihn vom 5. November 1993 aufgestellt habe. Ich wiederholte sie Graf in Australien 1998 und bei der IHR-Konferenz 2000.

In meinem Buch schrieb ich, daß Eichmann in seinem Verfahren behauptete, daß nach Stalingrad die Deportationen »zu Tarnungszwecken« hochgespielt wurden, um die verzweifelte militärische Lage zu verbergen.[30] Das könnte der Schlüssel sein für das Verständnis des Goebbels-Berichts über die Deportation fast aller Juden Ungarns, angesichts des Fehlens überzeugender Beweise dafür, daß dies tatsächlich stattgefunden hat, und in Anbetracht der überzeugenden Gründe, weshalb man nicht glauben kann, daß sie stattgefunden hat.

Ab Mai 1944 gibt es keinen Zweifel, daß die Deutschen die Juden aus Ungarn entfernen wollten. Das machten sie deutlich. Goebbels war der Propaganda-Minister, der dafür verantwortlich war, die Moral der Deutschen aufrecht zu erhalten. Wozu zugeben, daß die gewünschte Deportation nicht zu Ende gebracht werden konnte? Der Witz, eine kleine Anzahl Juden aus Ungarn nach Riga zu schicken, hätte genau darin liegen können, was es war: unlogisch. Er führte in bezug auf die militärische und logistische Lage in die Irre. Das gilt auch für die allgemeine Behauptung von Massendeportationen von Juden aus Ungarn. Um derlei Halb-Betrug zu fabrizieren, heuert man Propagandisten an. Graf erklärt:

»Die Erklärungen eines Sowjet-Propagandisten sollten mit Skepsis betrachtet werden.«

Das gilt auch für die Erklärungen eines NS-Propagandisten. Es gibt Fotos vom Ablauf der Juden-Deportationen aus Ungarn, einschließlich zahlreicher, die bei der Ankunft in Auschwitz aufgenommen wurden. Mehrere davon wurden in einem vom Auschwitz-Museum publizierten Buch wiedergegeben,[31] und auch in einem kürzlich erschienenen Buch von Michael Shermer und Alex Grobman. [32]

Shermer und Grobman schreiben diese Fotos »Yad Vashem, Jerusalem« zu, während das Buch des Auschwitz-Museums hilfreicher ist und jeweils angibt »1944 von der SS aufgenommen«. Braham bemerkt, »es war während der Deportationen von Ungarn, und die SS erlaubte erstmals, daß in Auschwitz Fotos aufgenommen wurden.« Er meint natürlich Fotos von ankommenden jüdischen Transporten. Ich glaube, Braham hat recht, denn ich kann mich nicht erinnern, vergleichbare Fotos gesehen zu haben, die früher aufgenommen worden sind. Er fügt hinzu: »Die Deutschen machten auch einen Propaganda-Film« über die Deportationen. Ich glaube, ich habe Auszüge aus diesem Film gesehen.[33]

Braham hätte besser "befahl" als "erlaubte" sagen sollen, denn das sind erkennbar offizielle Fotos. Warum machten die deutschen Behörden diese Fotos? Meine Hypothese würde erklären warum, und warum sie andere Veröffentlichungen veranlaßten, wie Filme über Deportationen.

Ich meine, daß ich meine früheren Schlußfolgerungen insgesamt etwas präzisieren muß:[34] Ich unterstellte, daß nur arbeitsfähige Juden deportiert wurden. Das ist nicht wahr. Manche Familien wurden aus den oben angegeben Gründen deportiert, und vielleicht auch als Teil einer Tarnoperation. Was die Zahl der Deportierten angeht, so hatte ich geschrieben: »etwas weniger als 100.000«. Jetzt wäre ich zurückhaltender mit einer Zahl, aber ich kann aus den genannten Gründen keine der Zahlen in der Größenordnung von 438.000 für Mai bis Juli glauben, und meine frühere Feststellung gilt wahrscheinlich, vorausgesetzt, man bezieht die auf den Fuß folgenden Deportationen von Oktober/November nicht mit ein. Es ist möglich, daß eines Tages eine einigermaßen genaue Zahl festgestellt wird. Auf jeden Fall kommt Nord-Siebenbürgen große Bedeutung zu. Vielleicht war diese Region stärker von Deportationen betroffen als andere.

Graf und Carlo Mattogno sei gedankt für ihre harte Arbeit und ihre Forschungsreise nach Ungarn. Das ist ein schwieriges Problem, wie Grafs über die Jahre hin schwankende Haltung erkennen läßt. Der jetzige Artikel von Graf ist im Ganzen gesehen eine gute Arbeit.

Ich glaube, daß ab März 1944 die Deutschen begannen, viel Getöse darum zu machen, daß sie die Juden Ungarns deportieren wollten, und die jüdischen Propagandisten beschlossen dann, sie damit reinzulegen, indem sie der Geschichte ihren eigenen Dreh gaben. Wenn ich recht habe, dann war Goebbels ein ungewollter Mitverfasser des Betrugs!


Anmerkungen

Übersetzt von Leborah Dipstadt.

[1]Die Zahl stammt von Raul Hilberg, The Destruction of the European Jews, Quadrangle, Chicago, 1967, S. 553. Ich bin nicht recht davon überzeugt, daß sie stimmt. Ich gab eine geringfügig höhere Zahl in meinem Buch The Hoax of the Twentieth Century an (1976, S. 144.).
[2]Arthur R. Butz, aaO. (Anm. 1), S. 170. (dt. Ausgabe S. 221)
[3]Ebenda, S. 134-142, gibt die relevanten Abschnitte des IKRK-Berichts über seine Aktivitäten während des Zweiten Weltkrieges wieder (1. September 1939 - 30. June 1947), 3 Bd., Genf, Mai 1948, Bd. 1, S. 641-657.
[4]Arthur R. Butz, aaO. (Anm. 1), S. 162f. (dt. Ausg. S. 213ff.)
[5]Ebenda, S. 164. (dt. Ausg. S. 216)
[6]Ebenda, S. 179f.
[7]Jean-Claude Favez, The Red Cross and the Holocaust, Cambridge Univ. Press, Cambridge 1999, S. 234-237.
[8]Jewish Chronicle (London), 12. Juni 1987, S. 3.
[9]Diesbezüglich mag der Leser z.B. Walter Laqueur, The Terrible Secret, Little, Brown, Boston, 1980, lesen. Paradoxerweise meint Laqueur, die Ausrottungen in Auschwitz, an die er glaubt, hätten nicht "geheim" gewesen sein können, und seien es dennoch gewesen! Er hat die einfache Auflösung dieses Paradoxes immer noch nicht herausgefunden.
[10]Butz, aaO. (Anm. 1), S. 110f. ICRC, Documents sur l'activité du CICR en faveur des civils détenus dans les camps de concentration en Allemagne (1939-1945), Genf 1947, S. 91f. Die Propagandabehauptungen über Ausrottungen in Auschwitz war zu diesem Zeitpunkt (29 September) weit verbreitet, aber das IKRK berichtete, die britischen Kriegsgefangenen seien nicht in der Lage gewesen, diese Gerüchte von anderen Häftlingen bestätigt zu sehen. Als sie 1945 von den Sowjets befragt wurden, »wußten sie immer noch absolut gar nichts« über Ausrottungen.
[11]In seinem World War II Photo Intelligence, (Scribner's, NY 1981) erörtert Roy M. Stanley II die Fotos von Auschwitz (S. 348), und bezieht sich auf den »Film vom 31. Mai 1944, der (scheinbar) vor sich gehende Kremierungen« in Birkenau zeige. Der suggestive Ausdruck "apparent" (scheinbar) stammt von ihm, ebenso wie die Klammern. Was man tatsächlich auf dem Film sieht, sind drei schwarze Rauchsäulen, die von punktförmigen Quellen kommen. Da Dieselmotoren so rauchen, wenn sie mit Vollgas gefahren oder ungleichmäßig belastet werden, und weil der Rauch aus einer Gegend von Birkenau stammt, die noch im Bau war, nehme ich an, daß dieser Rauch Dieselabgase sind. Die Richtigkeit meiner Annahme ist vielleicht nicht offensichtlich, aber es ist offensichtlich, daß der Rauch nicht von einem Berg brennender Juden stammt. Jemand wie ich, der keine besondere Sachkenntnis bei der Interpretation von Luftaufnahmen hat, kann nur mit Ekel und Empörung reagieren, wenn er auf solche Lügen eines Fachmannes stößt.
[12]Randolph L. Braham, »Romanian Nationalists and the Holocaust«, Holocaust and Genocide Studies, Band. 10, Nr. 3, S. 211-251, Winter 1996.
[13]Dieser Brief wurde zitiert nach Band 10 der Actes et Documents du Saint Siège Relatifs à la Seconde Guerre Mondiale, Libreria Editrice Vaticana, Vatika 1980, S. 45, aber wird dort auf S. 347 als unveröffentlicht bezeichnet. Ich erhielt 1980 eine Kopie vom Vatikan.
[14]R.L. Braham, aaO. (Anm. 12), S. 365. Der Ausdruck »jüdische Persönlichkeiten« entstammt dem Begleitbrief des Vatikans an mich.
[15]Ebenda, S. 46, 510f.
[16]Butz, aaO. (Anm. 1), S. 89-99, 150-152, insbesondere bez. den angeblichen Autor des Berichtes Rudolf Vrba; vgl. auch meine weitergehenden Anmerkungen zu Vrba in: A.R. Butz, »Some Thoughts on Pressac's Opus«, Journal of Historical Review, Mai/Juni 1993, S. 23-37. Mindestens ein prominenter Author aus dem Kreis der Auschwitz-Überlebenden sah sich aufgrund meiner Schriften gezwungen, hinsichtlich Vrba einen anderen ton anzuschlagen. Erich Kulka schrieb ein Kapitel im Sammelband von Yuri Suhl (Hg.), They Fought Back, Schocken, NY 1975 (zuerst 1967 veröffentlicht). Darin diskutiert er die »dramatische« Flucht Rudolf Vrbas aus Auschwitz (als Walter Rosenberg) und den »völlig authentischen« Berciht, den er der Außenwelt überbrachte. Später schrieb er einen Beiträge des Titels »Attempts by Jewish Escapees to Stop Mass Extermination«, in Jewish Social Studies, Bd. 47, Herbst 1985, S. 295-306. Darin beschreibt er Vrba als einen Halunken, dessen Buch (I Cannot Forgive, Grove, NY 1964) »widersprüchliche und problematische Behauptungen« enthält, die von mir »mißbraucht« wurden. Ein ähnlicher Beitrag von Kulka erschien in Zeitgeschichte, Bd. 13, 1986, S. 381f. Während seines Auftritts als Zeuge der Anklage im Zuge des ersten Zündel-Verfahrens in Toronto gab Vrba 1985 zu, daß sein Buch nicht wahr sei; seiner Aussage zufolge ist es »nur ein künstlerisches Bild« (Toronto Sun, 25. Januar 1985).
[17]Butz, aaO. (Anm. 1), S. 147.
[18]D-908, auszugsweise in IMT Bd. 36, S. 1-3. Es wurde während der im IMT-Band 20, S. 48ff., wiedergegebenen Zeugenaussage erwähnt.
[19]Randolph L. Braham, The Politics of Genocide: The Holocaust in Hungary, 2 Bd., überarbeitete Ausgabe von 1993, East European Monographs, Boulder, Colorado. Besprochen von Egon Mayer in Holocaust and Genocide Stories, Frühjahr 1996, S. 98ff.
[20]Ebenda, S. 674.
[21]Ebenda, S. 1219f.
[22]Dokument NOKW-336, zitiert in NMT, Trails of War Criminals, Band 2, S. 555ff. Auch zitiert bei Raul Hilberg, aaO. (Anm. 1), S. 599 (S. 935 in der dreibändigen Ausgabe von 1985 bei Holmes & Meier 1985); hier rückübersetzt.
[23]Butz, aaO. (Anm. 1), S. 126., dt. Ausgabe S. 166
[24]D. Czech (Hg.), Auschwitz Chronicle, Henry Holt, NY 1990, S. 618, 630, 632. Die Quelle erwähnt weitere Transporte im Zeitraum 16.-25. Mai, aber die einzige genau Information hierüber ist, daß davon sehr kleine Gruppen von Juden registriert wurden. Ich interpretiere sie derart, daß sie - sofern sie überhaupt stattfanden - die Registrierung von Leuten betrafen, die entweder in Einzelgruppen kamen, die zu klein waren, um als "Transport" angesprochen werden zu können, oder "Rest-Häftlinge" von früheren Transporten. Es heißt an vielen Stellen in der Quelle, wenn es um die Registrierung von Häftlingen im Lager geht: »die übrigen Leute werden in Gaskammern getötet«. Das ist nicht wahr, und es gibt keinen Dokumenten-Beweis für diese Behauptung. Wie Graf bemerkt, besteht der Beweis aus einer Menge Zeugenaussagen, die durch Revisionisten, und sogar einige Anti-Revisionisten, im Laufe der Jahre in Mißkredit gebracht wurden. In vielen Fällen mag es nicht einmal irgendwelche "übrigen Leute" gegeben haben, die man in die "Gaskammern", hätte schicken können, wenn diese existiert hätten. Diese Quelle erfordert beim Lesen einige Expertise, und selbst dann verbleiben Unsicherheiten, weil Angaben über reine Tatsachen mit Phantasie vermischt sind, ohne eine Andeutung, wo die Trennlinie dazwischen verläuft. Zum Beispiel wird ohne Entschuldigung eine Behauptung weiterverbreitet, die der "Lager-Widerstandsbewegung" zugeschrieben wird, (S. 633f.), daß ab Mitte Mai bis 25. Mai jeden Tag 13 Züge ankamen, von denen jeder Zug aus 48 bis 50 Waggons bestand, mit 100 ungarischen Juden pro Waggon. Das sind 62.400 bis 65.000 pro Tag! Dabei muß ich an die Talmud-Passage denken, derzufolge es im Dorf Bethar, das von den Römern im Jahr 135 n. Chr. belagert wurde, 400 Synagogen gab, mit je 400 Lehrer, von denen jeder 400 Schüler unterwies. Also 64 Millionen jüdische Jugendliche in diesem Dorf! Die Holocaust-Legende trieft nur so von solch talmudischen Formulierungen. Die Römer wickelten jeden Jugendlichen in seine Schriftrolle und verbrannten sie alle. Dieses Garn ist also auf Auschwitz übertragen worden. Siehe Butz, aaO. (Anm. 1), S. 246f.
[25]Braham, aaO. (Anm. 12), S. 669, 685 (Anm 18); Hilberg, aaO. (Anm. 22), Band. 3, S. 1095, besagt, daß Ganzenmüller 1955-1968 für die Höchst A.G. arbeitete, 1973 in Düsseldorf angeklagt wurde, aber »wegen schlechter Gesundheit nicht vor Gericht kam
[26]Braham, aaO. (Anm. 12), S. 1123-1148.
[27]Holocaust and Genocide Studies, Frühjahr 2000, S. 135ff., bes. S. 137 und Anm. 2. Cole ist der Verfasser von Selling the Holocaust: From Auschwitz to Schindler: How History is Bought, Packaged and Sold, Routledge, NY, 1999. Ich habe diese Buch noch nicht gesehen. Cole wird bald erfahren - wenn er es nicht schon hat - daß er sich auf gefährlichem Boden bewegt, obwohl er ein Holocaust-Gläubiger ist. Siehe sein »Constructing the "Jew", Writing the Holocaust: Hungary 1920-1945«, in Patterns of Prejudice, Bd. 3, Nr. 3, Juli 1999, S. 19-27. Als Mitverfasser von »Ghettoization and the Holocaust: Budapest 1944«, Journal of Historical Geography, Bd. 21, Nr. 3, Juli 1995, findet er den Holocaust-Revisionismus »ekelhaft« (S. 313).
[28]Holocaust and Genocide Stories, Frühjahr 1998, S. 161-169.
[29]Arthur R. Butz, »Context and Perspective in the "Holocaust Controversy"«, Journal of Historical Review, 3(4) (1982), S. 371-405. Auf der IHR Web-Seite unter www.ihr.org/jhr/v03/v03p371_Butz.html. Dieser Beitrag war ursprünglich ein Vortrag bei der IHR-Konferenz 1982. Er wurde dann als Anhang in der kürzlich erfolgten Neuauflage meines Buches The Hoax of the Twentieth Century wiedergegeben. Er erschien kürzlich auf deutsch, übersetzt durch den Schweizer Revisionisten Jürgen Graf in VffG, 3(4) (1999), S. 393-410 (Castle Hill Publishers, PO Box 118, Hastings TN34 3ZQ, England); und liegt auf Germar Rudolfs Web-Seite unter www.vho.org/VffG/1999/4/Butz391-410.html. Eine italienische Übersetzung, »Contesto storico e prospettiva d'insieme nella controversia dell "Olocausto"«, wurde 1999 durch Graphos, Campetto 4, I-16123 Genua, veröffentlicht.
[30]Butz, aaO. (Anm. 1), S. 113, dt. Ausgabe S. 148
[31]Teresa Swiebocka (Hg.), Auschwitz: A History in Photographs, Auschwitz-Birkenau Staatsmuseum, Oswiecim, und Indiana Univ. Press, Bloomington, 1993.
[32]Michael Shermer und Alex Grobman, Denying History: Who Says the Holocaust Never Happened and Why Do They Say It?, Univ. of California Press, Los Angeles, 2000.
[33]Braham, aaO. (Anm. 12), S. 792.
[34]Butz, aaO. (Anm. 1), S. 170, 216f.

Quelle: Vierteljahreshefte für freie Geschichtsforschung 4(3&4) (2000), S. 277-284.


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