Wie japanische Massaker zu deutschen Massakern wurden

oder "die Deutschen sind die einzigen bösen Buben der Welt"

Von Minoru Reich-Sato

In jeder Kultur gibt es typische Formen, die ein Angehöriger dieser Kultur oder ein mit dieser Kultur Vertrauter auf Anhieb wiedererkennt. Als ich Udo Walendys Buch Bild-"Dokumente" für die Geschichtsschreibung? studierte und auf Seite 76 ankam, da hatte ich genau so ein Erlebnis. Es geht dabei um das hier wiedergegebene Bild 1. Die Geschichtsfälscher haben sich folgenden Text zur Erklärung ausgedacht:

»Kowno, 28. Juni 1941

Die Sicherheitspolizei, die in allen besetzten Städten des Ostens Pogrome inszenierte, hielt sich selbst zunächst im Hintergrund. Bei dem Blutbad in Kowno (Litauen) ließ sie Hunderte von Juden durch freigelassene Zuchthäusler mit Eisenrohren totschlagen.«

Eisenrohre? Warum sollten Eisenrohre schwarz sein? Wer würde sich die Mühe machen bzw. den technischen Aufwand treiben, diese Eisenrohre zu biegen? Und wer würde sich die Mühe machen bzw. den technischen Aufwand treiben, um diese Eisenrohre vorne noch abzuschrägen?

Was man in Wirklichkeit auf dieser unscharfen Fotomontage sieht, ist die typische, elegant geschwungene und vorne abgeschrägte Form eines japanischen Schwertes. Die Fotos 2 bis 5 zeigen eine Auswahl japanischer Schwerter zum Vergleich, teilweise mit und teilweise ohne Griff. Natürlich sind auch japanische Schwerter nicht schwarz, es wurde offensichtlich mit einer Schablone gearbeitet um die wahre Herkunft des Bildmaterials zu verschleiern.

Es gibt noch weitere Argumente dafür, daß es sich um ein Schwert handelt und keinesfalls um ein Eisenrohr. Ein Eisenrohr würde bzw. könnte man mit beiden Händen anfassen, wobei bei Rechtshändern die linke Hand ungefähr in der Mitte des Eisenrohres anfassen würde. Dies ergibt sich auch aus dem nicht unerheblichen Gewicht eines Eisenrohres von (geschätzt) etwas mehr als 1 m Länge. Gingen wir aus von einer geschätzten Länge des Objektes von 1,2 m, einem geschätzten Außendurchmesser von 60 mm und einer Wandstärke von 5 mm, dann hätte ein solches Eisenrohr immerhin ein Gewicht von ca. 10 kg.

Ein Schwert kann man hingegen nicht mit der linken Hand in der Mitte anfassen, ohne sich selbst zu schneiden.

Bild 1: Eisenrohr oder Krumschwert? (Zum Vergrößern anklicken)

Darüber hinaus ist zu bemerken, daß man meint, einen für ein Schwert typischen Handschutz zu erkennen, auch wenn das gesamte Bild natürlich einigermaßen unscharf ist.

Gehen wir einmal davon aus daß sich echte Fotos besser für geschichtsfälschende Fotomontagen eignen als Zeichnungen, denn dann stimmen zumindest schon Perspektive, Proportionen und Schattenwurf. Dann muß man schlußfolgern, daß wahrscheinlich eine der Grundlagen für die Fotomontage ein echtes Foto war, das ein Massaker zeigt, bei dem japanische Schwerter in der üblichen Weise bzw. Handhaltung benutzt wurden, um Menschen zu töten, vermutlich ein japanisches Massaker an der Zivilbevölkerung eines Landes, denn normal ausgerüstete Soldaten hätten sich gegen einen Angriff mit Schwertern wehren können.

Vielleicht war es ja das Massaker von Nanjing?

Was es auch immer in Wirklichkeit gewesen ist, es wurde benutzt, um noch ein Quentchen mehr Schmutz auf Deutschland abzuladen. Fast hat man sich daran gewöhnt, daß alliierte Soldaten sich anscheinend immer an Regeln und Konventionen gehalten haben. Dies an sich erscheint schon wenig plausibel. Ich halte es für die Krönung der antideutschen Geschichtsfälschung, daß ganz offensichtlich nicht von Deutschen begangene Kriegsverbrechen zu deutschen Kriegsverbrechen umgemünzt wurden. Aber vielleicht liegt das auch daran, daß wir Deutsche viel zu leicht auf Schuldzuweisungen reagieren – wie Fernau schreibt (Disteln für Hagen): der deutsche Held, ein Siegfried muß unbefleckt sein.

Bild 2 a-d: Verschiedene japanische Krumschwerte


Quelle: Vierteljahreshefte für freie Geschichtsforschung 4(3&4) (2000), S. 355f.


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