Amtlich sanktionierter Betrug in Dachau

Noch ein falscher Holocaust-Zeuge

Von Mark Weber

Jedes Jahr besuchen Tausende von Touristen das allbekannte Konzentrationslager Dachau bei München. Sie erleben das Krematorium, die Gedenkstätte und das Museum. Und in den letzten Jahren erleben sie als beinahe tägliche Einrichtung Martin Zaidenstadt. Dieser ältliche Jude unterrichtet die Dachau-Besucher über seine Erlebnisse, als er im Krieg dort Häftling war. Besonders engagiert ist er bezüglich der Schrecken der Gaskammer des Lagers, wo, wie er erklärt, viele Häftlinge mit Giftgas zu Tode gebracht wurden. Er behauptet sogar, daß diese Gaskammer als Modell für Auschwitz diente.[1] Zaidenstadts Zuhörer reagieren auf seine herzzerreißende Aussage mit blindem Mitgefühl. Viele greifen freigebig in ihren Geldbeutel. Aber jetzt hat ein neuer 50-Minuten Dokumentarfilm, Martin, und ein neues Buch, The Last Survivor: Legacies of Dachau,[2] verfaßt vom Journalisten Timothy W. Ryback, diese Zeugenaussage einer kritischen Überprüfung unterworfen. Ryback weist nach, daß der achtzigjährige Zaidenstadt in Jedwabne in Polen geboren wurde, daß aber seine Geschichte über die Internierung in Dachau ein Schwindel ist. Er hat wahrscheinlich das Lager bis zu den 90er Jahren nie besucht, so Ryback, und seine Erzählungen über Gaskammer-Tötungen sind unwahr.

Obwohl im Laufe der Jahre angeblich echte Beweise für Gaskammer-Tötungen in Dachau angeführt worden sind - einschließlich "Augenzeugen"-Aussagen beim Hauptverfahren in Nürnberg 1945-46 - schenkt heute kein ehrbarer Historiker solchen Behauptungen mehr Glauben. Es ist allgemein anerkannt - selbst beim bekannten "Nazijäger" Simon Wiesenthal -, daß in diesem Lager niemand jemals "vergast" wurde.[3]

Bei der heutigen geistigen Atmosphäre ist man verpflichtet, "Holocaust-Überlebenden" wie Zaidenstadt mit beinahe ehrerbietiger Nachsicht zu begegnen. Die Direktorin der staatlich betriebenen Dachauer Gedenkstätte, Barbara Distel, scheint Zaidenstadts Schwindel nicht zu bekümmern. Obwohl sie eine Staatsbeamtin ist, erlaubt sie sein verlogenes Hausieren. Man kann sich kaum vorstellen, daß Distel irgend jemanden dulden würde, der stundenlang den Lager-Besuchern erklären würde, daß amerikanische GIs, die das Lager am 29. April 1945 befreiten, dort auf einmal ungezählte deutsche Gefangene töteten.[4]

Typisch ist auch die Haltung von Howard Kaplan, einem jüdischen Verfasser in Los Angeles. In einem kürzlich erschienenen Artikel über Zaidenstadt, der in einer einflußreichen israelischen Zeitschrift veröffentlicht wurde, räumt er ein, daß »sich eine schwierige Frage aus Martins Schwindel ergibt«, aber er schließt mit einer erschlagenden Bemerkung:[5]

»Verletzt es denn wirklich die Wahrheit, wenn man die Schrecken übertreibt? Ich bin davon nicht überzeugt. Entscheidend ist, daß Martin schließlich seinen Weg zurück zum Judentum und zu den Türen des Krematoriums gefunden hat.«

Ein kürzlich in der New York Times erschienener Artikel über den neuen Martin-Film gibt zu, daß Zaidenstadts "Feststellung" über Vergasungen in Dachau »im Widerspruch zu den offiziellen Berichten« sei. Aber anstatt diese »provozierenden Ansichten« geradeheraus als Lügen zu charakterisieren, sagt die Times ihren Lesern zurückhaltend:[6]

»Wir erfahren letztlich, daß Herrn Zaidenstadts Version der Dinge nicht ganz verläßlich ist, aber sie sollte auch nicht verworfen werden. [...] Die unausgesprochene Botschaft von "Martin" [ist], daß jedermann eine Wahrheit übermitteln kann.«

Niemand scheint sich dafür zu interessieren, was solch ein Schwindel den Bewohnern der bayerischen Stadt Dachau abverlangt, die im Schatten der staatlich propagierten Schande wegen des Lagers leben müssen. Zum Beispiel bringen viele werdende Mütter ihre Kinder anderswo zur Welt, damit diese dem Stigma entgehen, in der berüchtigten Stadt geboren zu sein.

Die Zaidenstadt-Geschichte zeigt die gesellschaftliche und intellektuelle Korruption, die ein unverzichtbares Nebenprodukt dessen ist, was Rabbi Michael Goldberg richtig »den Holocaust-Kult« nennt.[7] Trotzdem - Zaidenstadt schließt sich jetzt der wachsenden Liste beweisbar falscher "Holocaust-Überlebender" und Augenzeugen an - eine Liste, die unter anderem Jerzy Kosinski und den Bestseller-Autor Binjamin Wilkomirski umfaßt.[8]


Anmerkungen

[1]New York Times, 26. Okt. 1997
[2]Vintage Books, Vancouver, WA, 2000, 208 S., $12,-
[3]Siehe z.B. »Wiesenthal Re-Confirms: "No Extermination Camps on German Soil"«, (Wiesenthal bestätigt erneut: keine Vernichtungslager auf deutschem Boden), The Journal of Historical Review, Mai-Juni 1993, S. 9-12.
[4]Mehr Einzelheiten bei J. Cobden, »The Dachau Gas Chamber Myth«, The Journal of Historical Review, März-April 1995, S. 14-26.
[5]H. Kaplan, »The Man by the Door«, The Jerusalem Report, 10.4.2000, S. 46-47.
[6]»Holocaust Documentary Explores One Man's Truth«, NYT, 3.4.2000.
[7]Why Should Jews Survive? Looking past the Holocaust toward a Jewish future, Oxford University Press, New York 1995, 191 S.
[8]Siehe »Holocaust Survivor Memoir Exposed as Fraud«, The Journal of Historical Review, Sept.-Okt. 1998, Journal, S. 15f.; und Jürgen Graf, »Die Wilkomirski-Pleite«, VffG 3(1) (1999), S. 88ff.

Quelle: Vierteljahreshefte für freie Geschichtsforschung 4(3&4) (2000), S. 346.


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