Prof. Norman G. Finkelstein in Beirut

Eine Gegenveranstaltung durch arabische Revisionisten

Von Ibrahim Alloush

Mit Unterstützung des Kulturvereins von Al Saha (Beirut) und von Samah Idris von der Zweimonatszeitschrift Al Adab fand in Beirut am 20.12.2001 um 19.00 Uhr eine Vorlesung statt, die den „Holocaust" behandelte und eine abweichende Ansicht dessen lieferte, was Finkelstein bei seinem Besuch in der Stadt wenige Tage zuvor über das Thema zu sagen hatte. Die Vorlesung wurde von Dr. Ibrahim Alloush gehalten und behandelte folgende Punkte:

1. Eine Definition dessen, was der „Holocaust" und der Mythos der Gaskammern eigentlich ist. Der „Holocaust" ruht auf drei Säulen:

  1. Der Behauptung, es habe eine NS-Politik zur Vernichtung der Juden während des Zweiten Weltkrieges gegeben. Tatsächlich bestand die NS-Politik aber darin, Juden aus dem deutschen Einflußbereich zu deportieren, ein Ziel, das von der zionistischen Bewegung geteilt wurde.
  2. Der Behauptung, daß fünf oder sechs Millionen Juden als Ergebnis der NS-Politik umkamen. Tatsächlich starben viele Juden in Konzentrationslagern, aber es starben ebenso Menschen andere Gruppen. Diese Toten waren hauptsächlich Opfer von Seuchen und Unterernährung.
  3. Die Behauptung, daß die während des Zweiten Weltkrieges umgekommenen Juden hauptsächlich in Gaskammern ermordet worden sind. Tatsächlich hat es diese Menschengaskammern niemals gegeben, und niemand war bisher in der Lage, ihre Existenz zu beweisen. Revisionistische Historiker haben vielmehr in großem Umfang nachgewiesen, daß es diese Gaskammern nicht gab. Als Antwort darauf werden sie verfolgt, nicht etwa widerlegt.

2. Die politische Ausbeutung des „Holocaust". Die obigen Behauptungen führten zu den Schlußfolgerungen, daß:

  1. die Juden einen Zufluchtsort oder eine Heimstätte benötigen, wo sie von den „Antisemiten" dieser Welt sicher sind. Dies führt zu der moralischen Notwendigkeit von „Israels" Existenz;
  2. der „Holocaust" in der Menschheitsgeschichte einzigartig sei, womit die zionistische Politik und die Völkerrechtsverletzungen gerechtfertigt werden, da im Vergleich zur angeblichen Einzigartigkeit jüdischen Leidens das angeblich geringfügigere Leiden anderer in Kauf zu nehmen, der Bruch des Völkerrechts hinzunehmen und die Anwendung von zweierlei Maß zu tolerieren sei;
  3. die Welt für den „Holocaust" moralisch verantwortlich sei und für eine Wiedergutmachung aufkommen müsse, indem der zionistischen Bewegung fortwährend Geld gezahlt und jede Unterstützung gewährt wird.

3. Warum wir den „Holocaust" nicht von seinem politischen Mißbrauch trennen können. Jedes der oben erwähnten Elemente des „Holocaust" hat seine spezifische politische Funktion. Den „Holocaust" zu akzeptieren bei gleichzeitiger Ablehnung seines politischen Mißbrauchs wäre wie das Akzeptieren des Obstbaumes bei gleichzeitiger Ablehnung seiner Früchte. So muß Finkelstein zum Beispiel die Einzigartigkeit des „Holocaust" in der Menschheitsgeschichte ablehnen, um die zionistischen Praktiken und doppelten Maßstäbe ablehnen zu können. Die anderen Aspekte des „Holocaust" aber weist er nicht zurück, wie etwa die angeblichen Gaskammern und die vermeintliche Ausrottungspolitik, weshalb er auch nicht das Dogma von der Notwendigkeit eines Zufluchtsorts und der sich daraus ergebenden zionistischen Siedlungspolitik in Palästina verwirft. Dies heißt praktisch, daß man die Existenz des Staates „Israel" akzeptiert, nicht hingegen seine Praktiken. Aber Israel kann ohne seine Praktiken nicht existieren!

4. Die Mangelhaftigkeit von Finkelsteins Ansatz und warum es nicht ausreicht, lediglich einen Aspekt des „Holocaust" zu kritisieren. Finkelstein kann sich einen Luxus erlauben, den sich Nichtjuden nicht erlauben können. Er kann bestimmte Aspekte des „Holocaust" kritisieren, ohne des Antisemitismus geziehen zu werden. Die U.S.-Regierung intervenierte nicht, um seinen Vortrag in Beirut zu verhindern, wie sie es ein dreiviertel Jahr zuvor im Falle revisionistischer Historiker getan hatte. Logisch betrachtet ist Finkelsteins Ansatz aber falsch, denn das Argument von der Einzigartigkeit des „Holocaust" ergibt sich ja gerade aus den drei oben erwähnten Elementen. Denn wenn es tatsächlich eine NS-Vernichtung der Juden in der behaupteten Größenordnung, vornehmlich in eigens dafür konzipierten chemischen Schlachthäusern (Gaskammern) gegeben hätte, so wäre dies tatsächlich ohne Parallele in der Menschheitsgeschichte und daher einzigartig. Finkelstein lehnt zwar die Einzigartigkeit und bestimmte Übertreibungen der „Holocaust"-Geschichte ab sowie bestimmte Arten des politischen Mißbrauchs des „Holocaust". Doch dieser Ansatz muß scheitern, da man die Einzigartigkeit nicht bestreiten kann, wenn man die Grundlage dafür bestehen läßt. Finkelstein hat revisionistische Historiker als Spinner und Verrückte diffamiert. Somit hat er jede Diskussion über die wichtigsten historischen Elemente des „Holocaust" abgeblockt. Er hat zwar bestimmte Arten des politische Mißbrauchs des „Holocaust" kritisiert und hat sich für diesen Tabubruch eine Menge Ärger zugezogen, aber sein Ansatz hat keine logische Grundlage. Er ist allerhöchstens ein Reformkritiker des „Holocaust", der die Basis des Mythos unberührt läßt.

5. Warum die U.S.-Regierung und die herrschenden Eliten der westlichen Welt den „Holocaust" brauchen. Aus der arabischen Perspektive betrachtet benötigen sie den „Holocaust", um ihre Kolonialpolitik gegenüber der arabischen Welt zu rechtfertigen. Der „Holocaust" ist nicht nur für die zionistische Bewegung unerläßlich, sondern für alle herrschenden westlichen Eliten. Der „Holocaust" erlaubt ihnen die Rechtfertigung der unbeschränkten Unterstützung „Israels" und als Folge dessen der permanenten Intervention und Manipulation der verschiedenen arabischen Nationen. In diesem Sinne ist der „Holocaust" eine politische Waffe in der Hand von Imperialisten, nicht nur der zionistischen Bewegung.

In diesem Zusammenhang wurde auf die Arbeiten von Arthur Butz, Germar Rudolf und anderen revisionistischen Autoren hingewiesen. Zum Thema Gaskammern wurden ganze Absätze aus Prof. Faurissons Beitrag, den er ursprünglich während der schließlich verbotenen Beiruter Konferenz vortragen wollte, ins Arabische übersetzt vorgetragen. Die Frage wurde aufgeworfen, warum es Prof. Finkelstein erlaubt wurde, in Beirut vorzutragen, während dies Prof. Faurisson und anderen Revisionisten verwehrt wurde. Schließlich wurde Dr. Faurissons Herausforderung vorgetragen, nachzuweisen, daß seine Schlußfolgerungen falsch seien.

An den Vortrag schloß sich eine intensive Debatte an, in der sich herausstellte, daß sich einige Zuhörer Finkelsteins manche der Holocaust-Mythen angeeignet hatten. Andere zeigten sich besorgt, daß Finkelstein ungerechtfertigterweise von mir angegriffen worden sei , da er immerhin wegen seiner Kritik seinen Stellung verloren habe, von der zionistischen Lobby angegriffen und beinahe daran gehindert worden sei, an der amerikanischen Universität von Beirut zu sprechen. Es wurde eingeworfen, selbst wenn man mit Finkelstein nicht in allem übereinstimme, so müsse man Finkelstein dennoch nicht vorwerfen, er würde objektiv betrachtet den Interessen des zionistischen Lagers dienen, weil er den „Holocaust"-Mythos stütze. Die Mehrheit der Zuhörer war bezüglich der Frage der Gaskammern tatsächlich unvoreingenommen, blieb Finkelstein gegenüber aber sympathisch eingestellt, zumal arabische Aktivisten ein weiches Herz für all jene haben, die die zionistische Lobby angreifen. Schließlich bestanden einige Zuhörer auf der Ansicht, daß Finkelstein nicht wisse, ob es die Gaskammern wirklich gegeben habe, daß er sich aber ausschließlich auf die politischen Aspekte des „Holocaust" konzentriere. Einige schlugen eine Diskussion zwischen Finkelstein und dem Vortragenden vor, worauf ich antwortete, daß ich damit einverstanden sei, es aber besser wäre, wenn meine These von der Sonderbehandlung der Revisionisten dadurch geprüft werden könne, wenn es in Beirut zu einer Debatte zwischen Finkelstein und einem bekannten Revisionisten aus Europa oder Amerika käme, wie etwa Prof. Robert Faurisson oder Mark Weber. Ich fügte hinzu, daß es interessant sei zu sehen, ob Finkelstein willens wäre, diese Sache mit den Revisionisten in der Öffentlichkeit zu diskutieren, zumal die Revisionisten seit jeher eine große Bereitschaft gezeigt hätten, ihre Forschungsergebnisse öffentlich zu diskutieren.


Quelle: Vierteljahreshefte für freie Geschichtsforschung 6(1) (2002), S. 89f.


Zurück zum Inhaltsverzeichnis