Miklos Nyiszli und sein Auschwitz-Buch in neuem Licht

Von Charles D. Provan

Im Jahre 1951 wurden in Frankreich Auszüge aus einem dem ehemaligen Auschwitz-Häftling Dr. Miklos Nyiszli zugeschriebenen Erlebnisbericht mit dem Titel Médecin à Auschwitz veröffentlicht. Diese kamen einem weiteren früheren Insassen deutscher Konzentrationslager, Paul Rassinier, zu Gesicht. Die Übertreibungen und Absurditäten der von Nyiszli erzählten Geschichte - aus dieser konnte man herauslesen, daß die Nationalsozialisten in Auschwitz während eines viereinhalbjährigen Zeitraums in Gaskammern von einem Meter Breite 29 Millionen Menschen vergast hatten - sprangen Rassinier ins Auge, und auch die inhaltlichen Unterschiede zwischen den verschiedenen, in französischer, deutscher und englischer Sprache erschienenen Ausgaben blieben ihm nicht verborgen. Als erster stellte Rassinier die Existenz Nyiszlis, oder zumindest seinen Aufenthalt in Auschwitz, in Frage. Er schrieb im Jahre 1961: »Die publizierten Versionen weichen voneinander ab und widersprechen einander auf Schritt und Tritt. Der Verfasser schildert Orte, die er offensichtlich niemals gesehen hat.« 1964 erweiterte Rassinier seine Kritik an Nyiszli und hielt fest: »Entweder hat Dr. Miklos Nyiszli niemals existiert, oder aber er hat nie einen Fuß an die von ihm beschriebenen Orte gesetzt


Spätere revisionistische Autoren haben sich ausführlich zu diesem seltsamen Buch geäußert. Wilhelm Stäglich nannte es »teilweise schlicht und einfach absurd«. Prof. Robert Faurisson hat Rassiniers Charakterisierung von Nyiszlis Werk als »Schwindelnummer« beigepflichtet. Für Dr. William Lindsey war Nyiszli »eine Legendenfigur«. Mark Weber tat seine Behauptungen als »phantastisch« ab. Ditlieb Felderer warf die Frage auf: »Da augenscheinlich so wenig von dem stimmt, was über Nyiszli behauptet wird und was er schreibt, was ist denn die Wahrheit über Nyiszli?« Arthur Butz schließlich sprach von »den Schriften eines Miklos Nyiszli, von dem wir gar nichts akzeptieren sollten, am allerwenigsten eine Zahl«.

Wie ich auf das Nyiszli-Thema stieß

Als ich vor rund zehn Jahren Henri Roques' vorzügliches Buch Die "Geständnisse" des Kurt Gerstein las, glaubte ich bereits an die Richtigkeit der revisionistischen Methode. Nach der Durchführung verschiedener Experimente über die Kapazität von Gaskammern und über Dieselabgase gewann ich die Überzeugung, daß in der Tat Millionen von Juden während des Krieges vergast worden waren, und zwar hauptsächlich in den Lagern der Operation Reinhard. So wurde ich zum Revisionisten und Exterminationisten zugleich oder, wie Ernst Zündel vor ein paar Jahren sagte, zu einem Revisionisten, der an die Gaskammern glaubt. Die zahlreichen Kritiken an Dr. Nyiszli in der revisionistischen Literatur erweckten meine Neugier, und ich entschloß mich, das Buch gründlich zu studieren, um herauszufinden, ob sich sein Inhalt erhärten ließ. Ich erreichte mehr, als ich mir ursprünglich hatte träumen lassen.

Auf der Suche nach Nyiszli

Die radikalste der von den Revisionisten aufgeworfenen Fragen beschäftigte mich zuerst: Hat Dr. Nyiszli überhaupt je gelebt? Während ich mir den Kopf darüber zerbrach, wie ich die Antwort auf diese Frage finden sollte, kam mir in den Sinn, daß ich in einer frühen Ausgabe des Nyiszli-Buches die Titelseite von Nyiszlis Doktorarbeit Selbstmordarten auf Grund des Sektionsmaterials des Breslauer Gerichtärzlichen Institus von Juni 1927 - Mai 1930 abgelichtet gesehen hatte. Diese Dissertation war an der Medizinischen Fakultät der Schlesischen Friedrich-Wilhelm-Universität in Breslau eingereicht worden, und der Autor nannte sich »Nicolaus Nyiszli« (Miklos ist die ungarische Form von „Nicolaus" oder „Niklaus"). Nyiszli verweist in seinem Buch mehrmals auf sein Studium an einer medizinischen Schule in Deutschland. Er schreibt:[1]

»Ich hatte zehn Jahre in dem Land verbracht, zuerst als Student, später als Arzt.« (S. 23)

»[...] plötzlich erinnerte ich mich an eine andere Szene: Vor fünfzehn Jahren hatte der Rektor der Medizinischen Schule der Friedrich-Wilhelm-Universität in Breslau mir die Hand geschüttelt und mir eine glänzende Zukunft gewünscht, als er mir mein Diplom „mit den Gratulationen der Jury" überreichte.« (S. 27)

Nyiszlis Bemerkung schien zu dieser dem Vernehmen nach von ihm verfaßten Doktorarbeit zu passen, und ich machte mich daran, eine Kopie aufzutreiben. Dank meinen früheren Forschungen kannte ich den National Union Catalog, Pre-1956 Prints, der eine Aufzählung von Bibliotheken enthält, in denen man die im Katalog aufgeführten Bücher findet. Ich ging diesen Katalog durch und stellte fest, daß es nur ein einziges Exemplar von Nyiszlis Dissertation gab, und zwar in der Yale's Whitney Medical Library. Über eine andere Bibliothek bestellte ich dieses Buch, wartete jedoch vergebens darauf. Eine zweite Bestellung fruchtete ebenso wenig. Schließlich rief ich die Bibliothek selbst an.

Dieser zunächst frustrierende Telefonanruf sollte sich als äußerst nutzbringend erweisen. Nachdem man mich von einem Büro zur anderen verwiesen hatte, meldete sich schließlich ein Bibliothekar am Apparat, der mir mitteilte, dieses Buch sei tatsächlich in der Bibliothek zu finden; er habe es selber gesehen. Doch die Abteilung, wo es sich befunden hatte, werde gerade reorganisiert, und die Bücher seien noch nicht neu geordnet worden, so daß Nyiszlis Doktorarbeit im Moment unauffindbar sei. Enttäuscht teilte ich dem Bibliothekar mit, ich habe gehofft, das Exemplar begutachten zu können, um zu ermitteln, um es Dr. Nyiszli überhaupt gegeben habe. Da rief er aus:

»Natürlich gab es ihn! Zwei meiner Freunde kannten ihn persönlich, und ich erinnere mich, seinen Bericht über Auschwitz in einer Budapester Zeitung gelesen zu haben, als ich kurz nach dem Krieg in Budapest lebte.«

Mir verschlug es schier die Sprache: Obgleich das Exemplar der Doktorarbeit im Moment nicht aufzufinden war, eröffneten sich mir mit einem Schlage neue Möglichkeiten der Recherche.

Der Bibliothekar erwähnte daraufhin die Möglichkeit, daß ein Exemplar des Buches in der National Library of Medicine in Bethesda, Maryland, vorhanden war. Ich telefonierte dorthin, und es stellte sich heraus, daß er recht gehabt hatte: In der Tat stand ein Exemplar von Selbstmordarten in der Abteilung für Medizingeschichte. Ich ließ das Buch kopieren und anschließend übersetzen.

Nyizslis medizinische Doktorarbeit aus dem Jahre 1930

Bei Nyiszlis Doktorarbeit handelt es sich um eine Studie und statistische Analyse von Selbstmordopfern in der Breslauer Region während eines dreijährigen Zeitraums. Die im Jahre 1930 publizierte Schrift klassifiziert und analysiert jedes sezierte Opfer nach Geschlecht, Selbstmordart, medizinischem Zustand und möglichen Motiven.

Die Titelseite von Nyiszlis Doktorarbeit. Die in frühen Ausgaben von Nyiszlis erwähnte Schrift hat also wirklich existiert.

Die Dissertation enthält Hinweise, die auf den Nyiszli des Auschwitz-Buchs deuten. Der Verfasser schreibt:

»Schließlich möchte ich Prof. Dr. Reuter sowie Prof. Dr. Strassmann herzlich für die Unterstützung und Anregung danken, die sie meiner Arbeit angedeihen ließen.« (Rückübersetzt.)

Ein Dr. Strasseman (sic) wird in Auschwitz genannt, wo Nyiszli schreibt:

»Keiner der Anwesenden wußte, daß ich drei Jahre am Institut für Gerichtsmedizin in Boroslo [sic] verbracht hatte, wo sich mir unter der Obhut von Prof. Strasseman die Gelegenheit bot, jede mögliche Form des Selbstmords zu studieren.« (S. 35)

Die letzte Seite der Dissertation enthält einige biographische Angaben zum Verfasser:

»Ich, Nikolaus Nyiszli, wurde am 17. Juni 1901 in Simleul-Silvaniei (Siebenbürgen) geboren. Ich besuchte vier Jahre lang die Grundschule und dann das Humanistische Römisch-Katholische Bischöfliche Gymnasium in Simleul-Silvaniei (Siebenbürgen). Im Herbst 1920 bestand ich das Abitur.

Ich studierte zunächst zwei Semester Medizin in Klausenburg (Rumänien); dann drei Semester in Kiel; von 1925 bis 1927 verfolgte ich meine Studien aufgrund schlechter wirtschaftlicher Verhältnisse nicht weiter. Im Sommersemester 1927 gelang es mir, meine Studien wiederaufzunehmen, und ich studierte in Breslau Medizin. Am Ende des Sommersemesters 1927 bestand ich die Vorprüfung für den medizinischen Grad, und Mitte April 1930 bestand ich das medizinische Staatsexamen; beide Examina legte ich an der Schlesischen Friedrich-Wilhelm-Universität ab. Ich bin rumänischer Bürger." (Rückübersetzt)

Zwei Nachkriegsbekanntschaften Dr. Nyiszlis

Mit Hilfe des Bibliothekars von Yale gelang es mir, Verbindung mit zwei Männern aufzunehmen, die Dr. Nyiszli nach Kriegsende kennengelernt hatten. Einer von ihnen war mit ihm befreundet gewesen und erinnerte sich, wie er ihn einmal besucht und an seinem Auschwitz-Buch schreiben gesehen hatte. Dies überraschte mich, weil ich damals noch von der Annahme ausging, der wirkliche Verfasser sei jemand anderes. Dies, dachte ich, könnte vielleicht die Erklärung für solch grobe Irrtümer wie die »vier Lifte« des Krematorium I von Birkenau liefern (heute übliche Zählweise: Krematorium II; die Bezeichnung „Krematorium I" wird für das alte Krema des Stammlagers gebraucht). In Auschwitz heißt es nämlich:

»[...] sie schleiften die schlüpfrigen Leichen zu den Aufzügen im nächsten Raum. Vier große Aufzüge waren in Betrieb. Sie luden 20 bis 25 Leichen in einen Lift. Das Läuten einer Glocke war das Signal dafür, daß die Last zum Aufstieg bereit war. Der Aufzug hielt beim Ofenraum des Krematoriums [...](S. 53)

Wie die meisten Leser zweifellos wissen werden, besaß das von Nyiszli geschilderte Krematorium lediglich einen einzigen Lift, wie sich den Bauplänen sowie den heutigen Ruinen entnehmen läßt, die ich selbst besucht habe. Gewitzt durch Erfahrungen mit Fehlern in verschiedenen Manuskripten des Alten Testaments, die durch das Schreiben diktierter Texte zustande gekommen waren, fand ich eine mir logisch erscheinende Erklärung: In der ungarischen Version lautet der betreffende Satzteil »Négy nagy teherfelvonogep«. »Négy« bedeutet „vier", »nagy« heißt „groß". Wenn Nyiszli tatsächlich im Krematorium I von Birkenau gelebt hat, wie er behauptet, mußte er unbedingt wissen, daß es dort nur einen Aufzug gab. Der Irrtum in seinem Buch, so mutmaßte ich, war darauf zurückzuführen, daß Nyiszli in Wirklichkeit von einem „großen, großen Lift" gesprochen, daß aber die Person, welche den Text transkribierte, aus Versehen anstelle des ersten »nagy« das ähnlich klingende Wort »négy« geschrieben hatte. Nun teilte mir ein persönlicher Freund Nyiszlis mit, er habe diesen sein Buch selbst schreiben sehen. Somit war er anscheinend selbst für seine Irrtümer verantwortlich. Konnte man immer noch von der Glaubwürdigkeit von Auschwitz ausgehen?

Meine Gespräche mit den beiden Bekannten Nyiszlis (beide waren Juden) vermittelten mir aufschlußreiche Einblicke in Nyiszlis Beziehungen zur jüdischen Gemeinschaft nach dem Krieg. Sein persönlicher Freund teilte mir mit, es sei jedem aufgefallen, daß Nyiszlis Tochter (die, genau wie seine Frau, in Auschwitz interniert gewesen war) nach dem Krieg einen Nichtjuden geehelicht hatte. Der andere Bekannte bekräftigte dies, obgleich die beiden sich über die Nationalität des Schwiegersohns nicht einig waren: Der eine meinte, er sei ein russischer, der andere, er sei ein rumänischer Offizier gewesen.

Der Mann, der mit Nyiszli lediglich bekannt und nicht befreundet war, teilte mir mit, er habe diesen in einem staatlichen Krankenhaus kennengelernt, in dem er als Mitglied des Ärztekollektivs arbeitete. Dr. Nyiszli hatte ihm eine Spritze gegen eine Krankheit verabreicht. Dieser Bekannte war sich mit Nyiszlis Freund in wichtigen Punkten uneinig. Er sagte mir, viele Leute, Juden und Nichtjuden, hätten die Beziehungen des Arztes mit den Nazis in Auschwitz mißbilligt und äußerten sich sehr abfällig über ihn. Der Bekannte selbst schloß sich diesem negativen Urteil an.

Dr. Nyiszlis Amerikabesuch im Jahre 1939

Auf S. 61 der mir vorliegenden Ausgabe von Auschwitz hatte ich folgende erstaunliche Anmerkung angezeichnet:

»Dr. Nyiszli kam im Sommer 1939 in die Vereinigten Staaten und blieb dort bis zum Februar 1940 als Mitglied der rumänischen Delegation an der Welthandelsausstellung. - Üb.[ersetzer]

Zwecks Überprüfung dieser Aussage zog ich zunächst Literatur über die berühmte New Yorker Welthandelsausstellung von 1939-1940 zu Rate und erfuhr, daß die einschlägigen Unterlagen in einer Abteilung des öffentlichen Bibliothekensystems von New York aufbewahrt werden. Ich setzte mich mit dieser Abteilung in Verbindung, und obschon diese imstande war, die Unterlagen der rumänischen Delegation aufzustöbern, fanden sie keinen Hinweis auf einen Dr. Nyiszli. Als erfolgreicher erwies sich eine andere Spur. In Joseph J. Culligans Buch You, Too, Can Find Anybody entdeckte ich, daß in den Washingtoner National Archives Mikrofiches über die Ankunft von Ausländern in vielen Häfen der USA für einen guten Teil des 20. Jahrhunderts gelagert sind. Ich brachte einen guten Freund dazu, nach Washington zu fahren und den National Archives einen Besuch abzustatten. Unter Verwendung des zeitraubenden, jedoch wirksamen Soundex-Code-Systems, welches einen jeden Namen in einen numerischen Code verwandelt, dem sich seine Aussprache entnehmen läßt, konnte mein Verbündeter Dr. Nyiszli schließlich auf der Liste der Passagiere eines Schiffes namens Nea Hellas ausfindig machen, welches vom griechischen Piräus nach New York gefahren und am 1. Dezember 1939 dort angelangt war.

Die Einzelheiten lassen sich der Passagierliste der National Archives, Filmrolle 6427, Bände 13.836-13.837, Passagierliste Nr. 15 entnehmen. Dort wird über Dr. Nyiszli folgendes mitgeteilt:

»Familienname: Nyiszli
Vorname: Nicolae
Alter: 38 Jahre
Geschlecht: Männlich
Zivilstand: Verheiratet
Beruf: Arzt
Herkunftsland: Rumänien
Rasse oder Volk: Hebräer
[handgeschriebene Korrektur des maschinengeschrieben „Rumäne"]«

Diese Angaben stimmen mit dem in der Kurzbiographie am Ende der Doktorarbeit stehenden Geburtsdatum (17. Juni 1901) überein. Im August 1939, als er seinen Paß ausgestellt bekam, sowie bei seiner Ankunft in New York im Dezember war Nyiszli 38 Jahre alt. Die Passagierliste lieferte eine Bestätigung dafür, daß der Übersetzer mit seinen Angaben nicht allzu sehr daneben gelegen war, sowie einen weiteren Beweis dafür, daß Miklos Nyiszli sehr wohl existiert hatte.

Nyiszlis Aussage aus dem Jahre 1945

Als ich eines Tages in Robert Jay Liftons Buch The Nazi Doctors blätterte, bemerkte ich, daß Dr. Nyiszli darin häufig erwähnt wurde, und kaufte das Buch auf der Stelle. Von speziellem Interesse war das Zitat einer Aussage von Nyiszli vom 28. Juli 1945, die ich vorher nicht gekannt hatte. Ich kontaktierte Dr. Lifton über sein Personal in New York und erfuhr, daß seine Forscherkollegen dieses Dokument in Ungarn entdeckt hatten. Dr. Liftons Personal stellte mir freundlicherweise ein Exemplar der englischen Übersetzung zur Verfügung. Dieses in der Auschwitz-Literatur vor der Entdeckung Dr. Liftons unbekannte Dokument trägt den Titel »Aussage: Miklof Nyifcli [sic]. Ein Arzt aus Nagyvarod in Ungarn« und ist auf den 28. Juli 1945 datiert.

Es existieren mehrere unverkennbare Parallelen zwischen diesem Dokument und Dr. Nyiszlis später verfaßtem Buch, doch sind auch die Unterschiede erheblich. Zu den Parallelen zählen die Beauftragung Nyiszlis durch Dr. Mengele mit der Durchführung von Autopsien, Nyiszlis Aufenthalt im Krematorium I und seine seltsame Behauptung, die Opfer der Gaskammer in jenem Krematorium seien mit Chloringranulaten umgebracht worden:

Miklos Nyiszlis Roman, ein „Holocaust"-Bestseller

»Die Ganuale [sic!] fielen herunter, und durch den Kontakt mit der Luft bildete sich ein Chloringas, das innerhalb von fünf bis zehn Minuten den Tod durch qualvolles Ersticken zur Folge hatte.«

Letzterer Punkt ist besonders interessant, weil in den frühen Ausgaben des Nyiszli-Buches steht, die Juden seien mit Chloringas ermordet worden. In der ungarischen Originalausgabe von 1947 steht:

»Man drückt auf eine Feder auf dem Deckel einer Büchse und schüttet ihren Inhalt - bohnenförmige, lilafarbene Granulate - durch die Öffnung. Das eingeschüttete Material ist Zyklon oder die granulatförmige Version von Chlorin; durch den Kontakt mit der Luft verwandelt es sich sogleich in Gas.«

In der französischen, von René Juillard publizierten Version steht dasselbe, doch in meiner englischen Ausgabe von 1997 fehlt die Gleichsetzung von Zyklon und Chlor. In einer vom Übersetzer stammenden Fußnote heißt es aber:

»In seiner Antwort auf eine Anfrage bezüglich des Ursprungs und der Zusammensetzung von Zyklongas schrieb Dr. Nyiszli, dieses sei während des Krieges von der IG Farben produziert worden, und obwohl es als Geheimmittel eingestuft worden sei, habe er ermitteln können, daß der Name „Zyklon" sich von der Abkürzung der Hauptbestandteile ableite: Zyanid, Chlorin und Nitrogen. Bei den Nürnberger Prozessen behauptete die IG Farben, es sei lediglich als Entwesungsmittel hergestellt worden. Doch wie Dr. Nyiszli in seiner Zeugenaussage hervorhob, gab es zwei Arten von Zyklon, nämlich den Typus A und den Typus B. Typus A war ein Entwesungsmittel, Typus B wurde zur Ausrottung von Millionen benutzt.«

Obgleich ich begreife, daß Dr. Nyiszli bei der Diskussion von Zyklon B eine „plausible Vermutung" angestellt haben mag, verwundert es, daß solche Dinge noch im Jahre 1997 über den Holocaust (oder, wie ich lieber sage, die Judenausrottung) gedruckt werden konnten. Die Produktion von Zyklon A war nämlich schon viele Jahre vor dem Zweiten Weltkrieg eingestellt worden; Zyklon B war weder ein »Geheimmittel«, noch sonderte es Chloringas ab, und Gerhard Peters, Bevollmächtigter der Herstellerfirma Degesch, beharrte darauf, er und seine Firma hätten keine Ahnung davon gehabt, daß Zyklon B zur Ermordung von Juden verwendet worden sei.[2]

Die Unterschiede zwischen Nyiszlis im Jahre 1945 gemachter Aussage und seinem späteren Buch sind ausgeprägt und unüberbrückbar. Beispielsweise behauptete er 1945, er sei am 22. Mai 1944 in Auschwitz eingetroffen, dort einen Tag geblieben und anschließend einem Arbeitskommando im Nebenlager Monowitz zugewiesen worden. Nach ca. zwei Wochen (also im Juni 1944) hätten alle Ärzte mit Erfahrung als Pathologen den Befehl erhalten, sich bei der Lagerverwaltung zu melden. Nyiszli und ein anderer Arzt (offenbar ein Ungar, der an der Universität Straßburg tätig gewesen war) hätten dies getan und seien ins Krematorium I von Birkenau versetzt worden. Nach ein paar Stunden sei Dr. Mengele erschienen und habe die beiden Ärzte einer Prüfung unterzogen. Im Buch steht hingegen nichts über einen Aufenthalt Nyiszlis in Monowitz; dort heißt es, er sei im Mai - nicht im Juni - von Dr. Mengele als Pathologe rekrutiert worden, und von dem anderen Arzt ist nicht mehr die Rede.

In seiner Aussage von 1945 beschreibt Nyiszli die Pflichten, die er und der andere Pathologe zu erfüllen gehabt hätten. Unter anderem hätten sie Abnormale messen müssen, die dann von einem für Mengele arbeitenden deutschen Offizier erschossen worden seien. Die beiden Ärzte hätten das Opfer darauf autopsiert, die Leiche anschließend aufgelöst und die Knochen an ein namhaftes anthropologisches Institut in Berlin-Dahlem gesandt. Eines Nachts habe Mengele die beiden Pathologen angewiesen, ihm bei der Tötung von 14 Zigeunerzwillingen zu helfen. Auf Befehl Mengele entkleidete Nyiszli ein vierzehnjähriges Mädchen und legte es auf den Seziertisch, worauf Mengele ihm eine Betäubungsspritze verabreichte und es dann mit einer Chloroforminjektion tötete. Die Leiche wurde dann fortgeschafft. Die restlichen 13 Zwillinge wurden dann einer nach dem anderen auf die gleiche Weise behandelt. Als alle 14 tot waren, fragte Mengele Nyiszli und seinen Kollegen, wie rasch sie Autopsien vornehmen könnten. Sie antworteten, sie könnten vier pro Tag durchführen, worauf Mengele beifällig nickte. Interessanter- und befremdlicherweise fehlt diese Geschichte im Buch. Dr. Lifton und ich sind der Ansicht, Nyiszli habe nicht zugeben wollen, bei Morden mitgeholfen zu haben. Da sein eigenes Leben nicht in Gefahr war, hätte man ihn als Komplizen haftbar machen können.

Eine weitere Merkwürdigkeit besteht in der Beschreibung der Räumung der Gaskammer im Krematorium:

»Das Sonderkommando spritzte die Leichen mit einem Schlauch ab und schaffte sie dann in einem Lift nach oben in den Ofenraum.«

Man beachte, daß Nyiszli hier richtig von einem einzigen Aufzug im Krematorium I spricht und nicht von vier wie in seinem Buch.

Am Ende seiner Aussage von 1945 gab Nyiszli an, alle Angehörigen des Sonderkommandos seien am 17. November 1944 umgebracht worden mit Ausnahme der für Mengele tätigen Ärzte und ihrer Assistenten. Diese standen bereits vor den Maschinengewehren, wurden aber von Dr. Mengele selbst gerettet. Er brauchte ihre Hilfe noch für seine rassenbiologische Arbeit. Doch im Buch rettet Mengele Nyiszli und die anderen einen Monat früher, am Tage des Lageraufstands, über den sich Nyiszli in der Aussage von 1945 ausschweigt.

Mehrere Zeugen der Kriegszeit bekunden Nyiszlis Aufenthalt in Auschwitz

Filip Müller hat - freilich nicht in seinem wohlbekannten Buch Sonderbehandlung - mehrmals ausgesagt, er habe Dr. Nyiszli in Auschwitz kennengelernt. 1980 schrieb er an den Australier John Bennett:

»Ihre berechtigten Fragen beweisen, daß Sie sehr gut mit der Konzentrationslagerliteratur vertraut sind, welche leider nicht immer wahrheitsgetreue Zeugenaussagen wiedergibt. Viele Legenden sind über diese tragische Wahrheit zu Papier gebracht worden, und es haben sich einige Falschheiten in die Schriften von Dr. Nyiszli eingeschlichen. [...] Ich habe Dr. Nyszli [sic] im Frühsommer 1944 sehr gut kennengelernt. Er mußte mit seinen Kollegen, Prof. Görög und anderen, im Sonderkommando als Pathologen für Dr. Mengele arbeiten. Er war ein hervorragender und optimistischer Mann. [...] Nach dem Krieg habe ich Dr. Nyiszli nie wiedergesehen. Es heißt, er sei 1949 oder 1950 verstorben.«

Somit arbeitete Nyiszli laut Müller als Pathologe für Mengele in Birkenau, doch enthält sein Buch einige falsche Angaben. Auch beim Frankfurter Auschwitz-Prozeß, bei dem Müller 1964 in den Zeugenstand gerufen wurde, erwähnte er Nyiszli. Laut Hermann Langbeins Prozeßbericht gab er folgendes zu Protokoll:

»Als im Jahre 1944 die Ungarntransporte eintrafen, brachte man zwei ungarische Pathologen ins Krematorium, wo sie Dr. Mengele zur Verfügung standen. Einer hieß Dr. Nyiszli. Ich sah einmal, wie Dr. Nyiszli die Leiche eines Buckligen in einen Behälter mit Salzen oder Säure legte, um das Skelett dieses Menschen zu erhalten. Ich sah auch, wie man Fleisch aus den Schenkeln Erschossener schnitt.« (Rückübersetzt)

Der Hinweis auf die Auflösung einer Leiche zwecks Gewinnung des Skeletts steht auch in Nyiszlis Buch, während die Behauptung, man habe Fleisch aus Leichen geschnitten, lediglich in der ungarischen Originalversion zu finden ist.

Eine weitere Bestätigung für den Aufenthalt Nyiszlis in Auschwitz erfolgte seitens eines sehr hilfsbereiten Mitarbeiters von Dr. Lifton. Dieser stellte mir zwei Zeugenaussagen über Dr. Mengele zu, in denen Nyiszli erwähnt wurde. Milton Buki aus Polen hatte geschrieben:

»Der Verdächtigte [Mengele] ging auch mehrmals in den Raum, wo die Häftlingsärzte mit der Sezierung von Leichen beschäftigt waren. Von den Häftlingsärzten, von denen es mehrere gab, kannte ich nur Dr. Niczly [sic] namentlich. Er war eine imposante Gestalt, ein wenig dick [...]«

Die Charakterisierung eines Insassen von Auschwitz-Birkenau als »ein wenig dick« ist gewiß ungewöhnlich und könnte darauf hindeuten, daß Nyiszli von Mengele mit einer besonders guten Behandlung bedacht wurde.

In den Akten Dr. Liftons fand sich ferner folgende Aussage der nach Auschwitz deportierten Ungarin Szabo:

»[...] im September 1944 starb im Zwillingsblock eine rund 32-jährige Frau aus Szombathely an einer Krankheit. Einzelheiten über sie weiß ich nicht. Die Leiche dieser Frau wurde, vollkommen entkleidet, von vier von uns auf einem Brett zum Krematorium getragen. Ich erinnere mich nicht an die Nummer des Krematoriums, sondern nur daran, daß der Weg dorthin durch eine bewaldete Gegend führte. Wir klopften an die Eisentür des Krematoriums, worauf mehrere Personen in weissen Kitteln sie uns öffneten. Wir übergaben ihr die Tote, auf deren Brust ein großes Z gemalt war. Dann bemerkte eine Gefährtin, die beim Tragen der Leiche mithalf, sie habe Dr. Nyiszlit Miklos [sic] erkannt, einen deportierten Arzt, wie sie sagte; sie gab an, Nyiszlit aus Nagyvara [sic] zu kennen.«

Frau Szabos Aussage, wonach der Weg zum Krematorium durch eine bewaldete Gegend geführt habe, stimmt teilweise mit Nyiszlis Buch überein, laut dem er Ende 1944 ins Birkenauer Krematorium IV versetzt wurde, das in einer Waldzone lag. Ich erfuhr von anderen (teilweise in feindlichem Ton abgefaßten) Berichten über Dr. Nyiszlis Stellung als Assistent Dr. Mengeles in Birkenau, doch da sie in Interviews mit Psychiatern erschienen, sind sie Forschern zur Zeit nicht zugänglich.

Die Ersterscheinung von Nyiszlis Auschwitz-Buch

Da mir der Bibliothekar in Yale mitgeteilt hatte, er habe die Schrift Nyiszlis in der Budapester Zeitung Vilag (Welt) gelesen, nahm ich brieflichen Kontakt mit zwei Ungarn auf, welche die Bibliotheken ihres Landes gut kennen. Sie halfen mir freundlicherweise beim Ausfindigmachen der Vilag-Ausgaben, in denen das Nyiszli-Buch als Serie abgedruckt worden war. Nun war ich endlich in Besitz des langersehnten Originals! In der Zeitungsversion, die im Zeitraum vom 16. Februar bis zum 5. April 1947 erschien, bestand das Opus aus 41 Kapiteln und einem Epilog. Der Titel lautete »Ich war Mengeles Autopsiearzt in Auschwitz: Das Tagebuch eines ungarischen Arztes aus der Hölle

Dem Erscheinen der Serie gingen in Vilag drei Reklameanzeigen voraus. Die erste lautete übersetzt wie folgt:

»Vilag, 14. Februar 1947

Chefarzt Dr. Mengele schickte 660.000 Menschen „nach links" [...] Gondor Ferenc's Zeitung „Ember" [Mensch] veröffentlichte einen interessanten offenen Brief aus Budapest mit dem Titel „So tötete Chefarzt Mengele Aggie Zsolts kleines Mädchen." Die Verfasserin des Briefs, Aggie Zsolt, hat in aufwühlenden Worten geschildert, wie ihre dreizehnjährige kleine Tochter am 18. Oktober 1944 „in dem berüchtigten gelben Auto des Lagers Auschwitz-Birkenau" weggebracht wurde.

Chefarzt Dr. Mengeles „wohlklingende und einnehmende Stimme" ertönte an diesem Tage wieder, und einer der grausamsten Massenmörder der Weltgeschichte sonderte wiederum die „Damen" aus, wie er seine Opfer vor der Vergasung sarkastisch nannte. Wen Mengeles flötende Stimme nach links beorderte, der wurde noch am selben Tage vergast, und insgesamt hat der deutsche Chefarzt in Auschwitz 660.000 Menschen „nach links" geschickt. Dr. Miklos Nyiszli aus Nagyvarad ist der einzige überlebende direkte Augenzeuge der Massenmorde in Auschwitz. Der Arzt führte ein Tagebuch über die infernalischen Vorkommnisse in der Nazihölle mit dem Titel: „Ich war Mengeles Autopsiearzt in Auschwitz".

Ab 16. Februar werden diese weltbewegenden Dokumente [sic] als Serie in „Vilag" veröffentlicht werden.«

Ein am gleichen Tag in derselben Zeitung erschienenes zweites Inserat lautete wie folgt:

»Vilag, 14. Februar 1947

„Ich war Mengeles Autopsiearzt in Auschwitz." Kein Roman! [Ungarisch: Nem regény!']. Das Tagebuch eines ungarischen Arztes aus der Nazihölle.

Der einzige ungarische Augenzeuge der von den Nazis in Auschwitz verübten Massenmorde, Dr. Miklos Nyiszli, Arzt, hat mit kalter Objektivität geschildert, wie die Nazischlächter in Auschwitz zwei Millionen unschuldige Menschen - Christen, Juden, Ungarn, Russen, Polen, Tschechen - getötet haben. Die Mordmethoden: Gas, Spritzen, Schuß in den Hinterkopf, Scheiterhaufen, Flammenwerfer. Alle vier Monate brachten sie das Hilfspersonal um, damit es keine Zeugen gab. Die Geschichte des einzigen Aufstandes in Auschwitz.

Ab 15. Februar [sic] wird dieses weltbewegende Dokument als Serie in „Vilag" veröffentlicht werden.«

Eine dritte Anzeige erschien am Tag danach, dem 15. Februar:

»Vilag, 15. Februar 1947.

Was hat der einzige überlebende Augenzeuge der Massenmorde in Auschwitz seinem Tagebuch anvertraut?

Morgen beginnt „Vilag" mit der Veröffentlichung der Memoiren von Mengeles Autopsiearzt.

Morgen, Samstag, wird „Vilag" in Serienform das Tagebuch von Dr. Miklos Nyiszli aus Nagyvarad abdrucken, das den Titel „Ich war Mengeles Autopsiearzt in Auschwitz" trägt. Dr. Miklos Nyiszli, einziger Überlebender, der die Massenmorde direkt mitverfolgt hat, hat keine Novelle [nem regény] verfaßt, sondern war danach bestrebt, seine höllischen Erfahrungen wahrheitsgetreu aufzuzeichnen.

In der Einleitung zu seinem Tagebuch schreibt er:

„Der unterzeichnete Dr. Miklos Nyiszli war ein Arzt; er trug die eintätowierte Nummer A.8450. Als Konzentrationslagerhäftling schrieb ich das Werk, das unter meinem Namen erscheint und in dem die schwärzesten Seiten der Menschheitsgeschichte verzeichnet stehen, frei von jedweder Emotion, getreu der Wirklichkeit, unter Vermeidung selbst der kleinsten Übertreibungen und Ausschmückungen, als direkter Beobachter der Krematorien und Scheiterhaufen von Auschwitz, in denen Millionen von Vätern, Müttern und Kindern von den Flammen verzehrt wurden. Als Arzt der Krematorien von Auschwitz schrieb ich zahllose Autopsie- und sonstige medizinische Berichte und unterzeichnete mit meiner eintätowierten Nummer. Dr. Mengele versah sie mit seiner eigenen Unterschrift und sandte sie dann an eines der prestigeträchtigsten medizinischen Institute der Welt, das Institut für Rassenbiologische und Anthropologische Forschungen in Berlin-Dahlem. Indem ich dies schreibe, strebe ich nicht nach literarischem Erfolg. Ich war kein Schriftsteller, ich war ein Arzt, als ich Schrecken jenseits jeglicher Vorstellung durchlebte, und nun sind sie niedergeschrieben worden, nicht mit der Feder eines Reporters, sondern mit jener eines Arztes."«

Es fällt auf, daß das Blatt bei der Anpreisung von Nyiszlis Bericht einige recht seltsame Behauptungen aufstellte. Laut Vilag war dieser der einzige überlebende Zeuge (in der zweiten Anzeige hieß es »der einzige ungarische Zeuge«) der von den Nazis in Auschwitz verübten Massenmorde, und die Zeitung drucke das Tagebuch ab, das er im Krematorium von Birkenau geführt haben wollte.

Die erste publizierte Version von Nyiszlis Buch ist wichtig für die Ermittlung der Wahrheit zu verschiedenen Punkten, welchen revisionistische Forscher im Verlauf der Jahre ihre kritische Aufmerksamkeit zugewandt haben. Wir wollen nun einige davon auflisten:

Nyiszlis Irrtümer über Auschwitz

Am 23. Februar 1947 veröffentlichte Vilag den siebten Teil der Serie unter dem Titel »20.000 Morde täglich«; darin hieß es:[3]

»Die Leichen werden innerhalb von 20 Minuten zu Asche. Das Krematorium hat 15 Öfen. Dies heißt, das man pro Tag 5000 Leichen einäschern kann. Vier Krematorien mit derselben Kapazität sind in Betrieb. Insgesamt gehen täglich 20.000 Menschen durch die Gaskammern und von dort in die Verbrennungsöfen. Die Seelen von 20.000 unschuldigen Menschen steigen die gigantischen Kamine hoch. Nichts anderes bleibt von ihnen übrig als ein Häufchen Asche im Hof des Krematoriums, von wo Lastwagen sie zur etwa 2 km entfernten Vistula bringen.«

Zu den auffallenden Fehlern in dieser Passage gehört die Behauptung, die vier Krematorien von Birkenau hätten je 15 Verbrennungsöfen aufgewiesen. In Wirklichkeit hatten die Krematorien I und II in der Tat 15 Öfen, die Krematorien III und IV aber nur je 8.

Laut der Buchversion erfuhr Nyiszli im Sommer 1944, daß Birkenau bei schlechtem Winterwetter von 10.000 Häftlingen aufgebaut worden war, und daß dort seit vier Jahren Menschen ausgerottet wurden. Dasselbe steht auch in der Vilag-Version: Die Tötungsanlagen von Birkenau waren vier Jahre lang in Betrieb gewesen. Doch die im eben zitierten Ausschnitt aus der Ausgabe vom 23. Februar ergäbe allein bis zum Sommer 1944 eine Opferzahl von 29 Millionen, wobei die auf andere Weise als durch Vergasen Ermordeten noch gar nicht berücksichtigt wären. Zudem wurden die Birkenauer Krematorien nicht, wie Nyiszli schreibt, 1940, sondern - dies geht aus den Dokumenten hervor - 1943 in Betrieb genommen.

In der englischen Version heißt es:

»Später erfuhr ich, daß im KZ Auschwitz zu gewissen Zeitpunkten mehr als 100.000 hinter dem elektrifizierten Stacheldraht gesessen hatten.«

In der französischen Fassung hatte Nyiszli von bisweilen mehr als 500.000 gleichzeitig Internierten gesprochen, was einer groben Aufbauschung der wirklichen Höchstzahl gleichkommt. Doch hat die französische Ausgabe einfach die in der ungarischen angeführte Ziffer übernommen, denn auch in jener ist von 500.000 die Rede.

In der englischen und der französischen Ausgabe steht, man habe die Leichen der Ermordeten in vier großen Aufzügen zu den auf Bodenhöhe befindlichen Verbrennungsöfen des Birkenauer Krematoriums I gebracht. Meine Hypothese, wonach dies auf einen Transkriptionsfehler zurückgehen könnte, da ja aus den Bauplänen und Ruinen hervorgeht, daß dort nur ein einziger Lift existierte, wurde durch meine mir durch den Freund Dr. Nyiszlis vermittelte Entdeckung erschüttert, daß letzterer sein Buch selbst niedergeschrieben hatte. Nun erfuhr ich, daß es in der ungarischen Originalausgabe heißt:

»So schleift man die durch das Wasser glitschig gewordenen Leichen zu den nahegelegenen Aufzügen. Vier große Frachtaufzüge sind hier in Betrieb. Man legt die Toten darauf, 20, 25 auf einen Lift.«

In einem späteren Teil der Serie ist wiederum von »Aufzügen« im Plural die Rede, und in einer nur in der Zeitungsversion, nicht jedoch im Buch auftauchenden Passage werden die Aufzüge als »gigantisch« bezeichnet, nicht als groß, womit meine Hypothese vom Transkriptionsfehler endgültig erledigt war.

Nehmen wir einen weiteren Abschnitt unter die Lupe:

»Dieser Raum ist so groß wie der Auskleideraum (etwa 200 m lang): Nur die Bänke und Kleiderhaken fehlen. In der Mitte des Raums stehen im Abstand von etwa 30 m Säulen, die sich vom Zementboden bis zur Decke erstrecken. Es sind dies keine Pfeiler, sondern viereckige Röhren aus Eisenblech, deren Seiten mit Löchern übersät sind wie ein Sieb.

Der Unteroffizier hält vier grüne Blechbüchsen in der Hand. Sie betreten das Gras, wo in jeweils 30 m Abstand niedrige Zementkamine aus dem Boden ragen.«

Diese Schilderung enthält nicht bloß innere Widersprüche, sondern steht auch in grellstem Gegensatz zu den Plänen und Ruinen des Krematorium I von Birkenau. Nach Nyiszli muß die Gaskammer ebenso lang gewesen sein wie der Entkleidungsraum, nämlich »etwa 200 m«. Tatsächlich betrug die Länge des betreffenden Raums lediglich ein gutes Viertel, nämlich 49,5 m.

»Genosse Doktor«

Nach der Veröffentlichung des letzten Teils der Serie erschienen in Vilag mehrere Tage lang Leserbriefe dazu, von denen einige recht kritisch waren. Nyiszli selbst hat zwei Kritikern geantwortet (von denen einer ein in Ungarn wohlbekannter Schriftsteller war), die ihn wegen seines Verhaltens während des Krieges und danach attackiert hatten. Seine Antworten wurden als separate Briefe in der Ausgabe vom 10. April abgedruckt. Im ersten schrieb er, sein Kritiker sei »in dieser Sache ein wahrhaftiger Laie«, der die erschreckende Realität von Auschwitz, »der Hölle aller Höllen«, nicht begreife. Er schrieb:

»In dieser riesenhaften Todesfabrik, welche jedes in der Apokalypse gezeichnetes Bild verblassen läßt, war Dr. Mengele der satanische Fabrikdirektor. [...] Ich fühle mich nicht schuldig. [...] Ich fühle auch keine Schuld darüber, daß ich, nachdem ich nach Hause zurückgekehrt war und die Erinnerung an meine traumatischen Erlebnisse sich beruhigt hatte, den Mut aufbrachte, mein Tagebuch zu schreiben und der Öffentlichkeit objektiv wahrheitsgetreue Dokumente über die zuvor unbekannten Geheimnisse der Todesfabrik in Auschwitz zu präsentieren. Ich habe nicht nach Sensationen getrachtet und noch weniger nach materiellem Gewinn.«

Der zweite Brief, auf den Nyiszli antwortete, war in wesentlich schärferem Ton verfaßt gewesen. Dort heißt es u.a.:

»Dieser Nyiszli, der in langen Zeitungsspalten von ausgeschlagenen Zähnen, rauchenden Krematorien und Erschossenen berichtet und sich mit seinem Selbsterhaltungstrieb rechtfertigt, tat alles in seinen Kräften stehende, um die Deutschen zufriedenzustellen. Nun rafft er ein Vermögen und erntet seine Lorbeeren, als vermutlich einziger Jude, der von Mengele profitiert hat.«

In einem langen Brief setzte sich Nyiszli mit diesem Brief auseinander und hielt fest, der Verfasser (der als Gefreiter der mit Deutschland verbündeten ungarischen Armee gedient hatte) solle sich schämen, in Horthys Heer Wehrdienst geleistet zu haben. Nyiszli nahm für sich in Anspruch, in Auschwitz viele Menschenleben gerettet zu haben. Dann ließ er seine Muskeln spielen und fuhr fort:

»Ein Gefreiter nennt mich „dieser Nyiszli". Wäre es zuviel verlangt, mich als „Doktor" anzureden? In der Kommunistischen Partei, der ich als Mitglied angehöre, nennt man mich „Genosse Doktor", und das ist nur recht und billig.«

Soweit ich in Erfahrung bringen konnte, erfolgte die nächste Erwähnung Nyiszlis in Vilag am 30. September 1947, als ein Artikel Bezug auf seine Ladung zum Nürnberger Folgeprozeß gegen die IG Farben nahm (Fall Nr. 6 vor dem internationalen Militärtribunal). Diesen Artikel betrachte ich als fundamental wichtig für das Verständnis der wahren Natur des Nyiszli-Buches: Er vermittelt eine Lösung, die sämtliche falschen darin enthaltenen Informationen erklärt und es erlaubt, die anderen Aussagen Nyiszlis unabhängig von diesem Buch zu beurteilen. Der Artikeltext lautete wie folgt:

»Mengeles Autopsiearzt, Dr. Nyiszli, als Zeuge der Anklage in Nürnberg

Nach seiner in Serienform erfolgten Veröffentlichung in „Vilag" ist Dr. Miklos Nyiszlis Tagebuch um die Welt gegangen. Dieser außerordentliche, auf eigene Erfahrungen gestützte Roman [regény SIC!!!] mit dem Titel „Ich war Mengeles Autopsiearzt" war eines der beeindruckendsten Dokumente über die deutschen Schreckenstaten.

Dr. Miklos Nyiszli aus Nagyverad hat nun eine interessante Einladung vom Obersten Gericht für Kriegsverbrecher erhalten, genauer gesagt vom Alliierten Hauptquartier in Nürnberg. Der russische Delegierte E.E. Minskoff unterzeichnete das Schreiben, durch das Miklos Nyiszli vor das höchste Gericht geladen wurde. Darin werden in mehreren Punkten ausführlich jene Fragen aufgelistet, die das Nürnberger Gericht Miklos Nyiszli, dem kompetentesten Zeugen der Anklage, stellen wird. Die erste Frage lautet: „Wissen Sie Bescheid über die unmenschlichen Behandlungsmethoden im IG Farben-Konzentrationslager?"

Bekanntlich arbeiteten 40.000 Häftlinge im sogenannten Lager „Monowitz" für die Deutschen. Die meisten von ihnen waren aus den Ostgebieten dorthin gebracht worden. Englische Piloten und alliierte Soldaten waren dort als Kriegsgefangene interniert. Dr. Nyiszli war zwei Wochen lang Insasse dieses entsetzlichen Lagers. [...]

[...] Dr. Nyiszli ist in Budapest eingetroffen und wird vor seiner Weiterreise einen Tag hier verweilen. Wir haben mit dem Verfasser des berühmten Buchs gesprochen, der folgendes sagte: „Ich habe mich bemüht, alle Daten zu sammeln, so daß ich dem Obersten Gericht [sic] in Nürnberg bei diesem schrecklichen Prozeß der Menschheit behilflich sein kann. Leider kann ich keine schriftlichen Beweise liefern, denn ich bin mit nichts weiter als meinen Kleidern am Leib aus Auschwitz entronnen. Doch ich nehme alle Notizen mit, und natürlich ein paar Exemplare meines Buchs. Ich werde per Flugzeug nach Nürnberg reisen und 2 - 3 Wochen dort bleiben.«

Mehrere Einzelheiten dieses Zeitungsartikels werden durch andere Quellen bestätigt. Anläßlich eines Besuchs in den National Archives erfuhr ich, daß sich unter den Akten zu den Nürnberger Prozessen zwei Kataloge von Karten befinden, die Informationen zu den bei den „Kriegsverbrecherprozessen" aufgetretenen Zeugen vermitteln. Dr. Nyiszli wird in beiden erwähnt, und zwar als »Dr. Nicolae Nyiszli, geboren am 17. Juni 1901 in Simleul-Silvaniei, von Minskoff als freiwilliger Zeuge aufgeboten.« Beim Durchblättern einer alphabetischen Liste diverser Zeugen bei den Nürnberger Prozessen stieß ich durch einen Zufall auch auf ein Affidavit (Nürnberger Dokument NI-11710), das auf den 8. Oktober 1947 datiert und irrtümlich unter »Nicolae« abgelegt ist. Dies war für mich ein wundervoller Fund, auch wenn ich später erfuhr, daß Carlo Mattogno, der führende revisionistische Nyiszli-Fachmann, dieses Dokument schon vor mir entdeckt hatte.

NI-11710 hat viel mit Nyiszlis Aussage von 1945 gemein. Es erwähnt seine Ankunft in Auschwitz, seine Überstellung nach Monowitz, seinen dortigen Einsatz als Angehöriger eines Arbeitskommandos sowie schließlich seine (zusammen mit einem ungenannten Pathologen erfolgte) Versetzung nach Birkenau, wo er als Krematoriumspathologe für Dr. Mengele zu arbeiten begann. Neu ist an dem Affidavit die ausführliche Schilderung des Nebenlagers Monowitz. Die Sektion, in welcher Vergasungen im Birkenauer Krematorium beschrieben werden, ist relativ kurz, und von den vier Riesenaufzügen sowie den 200 m langen Gaskammern ist nun nicht mehr die Rede.

Eine Kopie von Nyiszlis Zeugenkarte beim IG Farben-Prozeß. Seine Zeugenaussage beruhte auf seinen beruflichen Erfahrungen in Monowitz, einem Nebenlager von Auschwitz, das in seinem Buch überhaupt nicht der Erwähnung für wert befunden wird.

Obgleich Dr. Nyiszli als Zeuge beim IG Farben-Prozeß nach Nürnberg geladen worden war, trat er dort nicht in den Zeugenstand, vermutlich weil er lediglich zwei Wochen in Monowitz gewesen war und wenig verwertbare Informationen liefern konnte. Noch während des Prozesses durfte er nach Rumänien zurückkehren.

Ein Interview mit Nyiszlis Enkelin

Informationen über Nyiszlis weiteres Schicksal vermittelte mir liebenswürdigerweise seine Enkelin Monica, die ich dank der freundlichen Hilfe der rumänischen Regierung sowie einer rumänischen Judenorganisation ausfindig machen konnte. Dr. Nyiszli und seine Gattin Margareta hatten eine Tochter, Susanna, geboren im Jahre 1929, als Nyiszli die medizinische Hochschule in Breslau besuchte. Susanna hatte 1952 in der Tat einen Nichtjuden geheiratet, einen rumänischen Kavallerieoffizier, und ihre Tochter, Nyiszlis Enkelin Monica, kam 1955 zur Welt. Miklos Nyiszli selbst verschied am 5. Mai, und Susanna starb 1983. Vor seinem Tod hatte die rumänische Polizei wegen „Kosmopolitismus" gegen ihn ermittelt, teilweise wohl wegen seines Briefwechsels mit Leuten im Westen. Etwa 15 Jahre nach seinem Tod, als Monica ungefähr 16 Jahre alt war, beschlagnahmte die Geheimpolizei einige seiner Unterlagen, darunter eine von ihm gezeichnete Karte von Birkenau. Sie wurden nicht zurückgegeben.

Schlußfolgerungen zu Nyiszlis Buch und seinen anderen Schriften

Als ich in dem am 30. September 1947 erschienenen Vilag-Artikel las, Nyiszlis Buch über seine Erfahrungen in Auschwitz sei ein Roman, fiel es mir wie Schuppen von den Augen. Ich hatte diese Möglichkeit zuvor gar nie in Erwägung gezogen, doch bei der Lektüre des Artikels ergab sie unbedingt einen Sinn. Sie lieferte nicht bloß eine Erklärung für die übertriebenen Zahlen, die inhaltlichen Irrtümer sowie die merkwürdige Beschreibung der Sonderkommandos (von denen es insgesamt 13 gegeben haben soll!), sondern ließ mit einem Schlage alle Schwierigkeiten bei der „Erklärung der Details" verschwinden. Nyiszlis Buch ist ein Roman. Wenn eine Romanfigur einer historischen Gestalt begegnet, bedarf es keiner Klärung geschichtlicher Streitfragen. Die 1945 gemachte Aussage Nyiszlis sowie sein Affidavit von 1947 stimmen darum in vielen Einzelheiten nicht mit dem Buch überein, weil er darin wiedergab, was er für die Wahrheit hielt, während das Buch bewußt als historischer Roman konzipiert war.

Nur wenige Jahre nach dem Eingeständnis der Zeitung Vilag, daß es sich bei dem Werk um einen Roman handelt, wurde dieses ins Französische, Deutsche und Englische übertragen und fälschlicherweise als authentischer Tatsachenbericht ausgegeben. Diese Unwahrheit löste einen Sturm der Kritik aus, angefangen beim Begründer des Revisionismus, Paul Rassinier, der selbst als Widerstandskämpfer in zwei deutschen Lagern inhaftiert gewesen war. Die von Rassinier geäußerte Kritik ist in vielen Punkten voll gerechtfertigt, doch in anderen Punkten fragwürdig, weil Dr. Nyiszlis Veröffentlichung zu Auschwitz als historische Fiktion gedacht war, was die Vermengung von Wahrheit und Unwahrheit erklärt.

So hatten die Revisionisten, auch wenn sie sich in Einzelpunkten bisweilen irrten, recht mit ihrer Schlußfolgerung, daß das Buch Nyiszlis als historische Quelle nichts taugt. Beispielsweise ist Carlo Mattognos kritische Studie Medico ad Auschwitz: Anatomia di un falso eine blendende Arbeit, umfassend und äußerst sorgfältig. Doch die Verteidiger, Übersetzer und Herausgeber von Nyiszlis Buch haben die revisionistischen Einwände totgeschwiegen oder Veränderungen am Inhalt vorgenommen, ohne den Leser darüber zu informieren. Was nun not tut, ist eine kommentierte Ausgabe des Originaltextes, zusammen mit einer vollständigen Sammlung von Dr. Nyiszlis Schriften und Aussagen über Auschwitz, um endgültig Klarheit in diese seit langem strittige Frage zu bringen.

Danksagungen

Meinen Dank möchte ich all jenen abstatten, die mir bei meinen ausgedehnten Recherchen über Dr. Nyiszli und seine Schriften behilflich gewesen sind. Dazu gehören: Steve Chaitow, Robert Jay Lifton, Dr. John Drickamer, Rev. Daniel Borsay, Amy Hackett, Lucy Silva, Frank György, Arpad Benedek, Stephen Reich, Eda Pal, Joszef Tudomanyegyetem und Gazella Barna. Ohne ihre Unterstützung hätte ich nur wenig erreicht. Mein besonderer Dank gilt Nyiszlis Enkelin Monica, der ich alles Gute wünsche.


Charles Provan ist von Beruf Drucker und von Berufung Laientheologe. Er ist der Verfasser von Some Holes, Some Holocaust, einer Analyse der eingestürzten Decke des Leichenkellers 1 vom Krematorium II in Auschwitz-Birkenau, der angeblich als Gaskammer zur Menschentötung gedient haben soll. Der vorliegende Artikel ist eine erweiterte Version des von Provan auf der 13. Konferenz des IHR (Mai 2000) gehaltenen Vortrags. Entnommen dem Journal of Historical Review, 20(1) (2001), S. 20-29, übersetzt von Jürgen Graf.


Anmerkungen

[1]Alle Zitate aus der englischen Version dieses Buchs, dessen Titel Auschwitz lautet, entstammen der Auflage von 1997, die von Arcade, New York, publiziert wurde und von Little & Brown vertrieben wird.
[2]Angesichts Hitlers Euthanasiebefehl sowie jener Passage in seinem Testament, in der es heißt, die Juden hätten ihre Schuld »mit humanen Mitteln« gebüßt, wäre Zyklon B eine höchst unangemessene Tötungswaffe gewesen, auch wenn ich glaube, daß es in Auschwitz in der Tat zu diesem Zweck eingesetzt wurde, weil man sich seiner Auswirkungen nicht bewußt war.
[3]Hätten die Krematorien insgesamt 60 Verbrennungsöfen aufgewiesen, und hätte jeder Ofen drei Leichen pro Stunde einäschern können, so hätte sich die Gesamtkapazität pro Tag auf (60×3×24) = 4320 Leichen belaufen und nicht auf 20.000. Es ist merkwürdig, daß Provan nicht auf diesen von Nyiszli verzapften Unsinn hinweist, der das Buch allein schon jeder Glaubwürdigkeit beraubt. - Anmerkung des Übersetzers.

Quelle: Vierteljahreshefte für freie Geschichtsforschung 6(1) (2002), S. 37-45.


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