Der „Fall Gudenus“ und die Realität in Österreich

Von Mag. Alfons Bauer

Wittgenstein schrieb in „Über Gewißheit“: „... im Gerichtssaal genügt es nicht, daß ein Zeuge sagt „ich weiß“, es muß gezeigt werden, daß der Zeuge auch wissen kann ...“

Wer denkt da nicht gleich an das Verbotsgesetz und dessen Handhabung durch die Justiz, da ist Wissen gefährlich, vor allem dann, wenn man dieses weitergeben will.

Ein Gesetz von „uferloser Weite und ohne jeglichen Tatbestand“, so bezeichnete ein berühmter Verfassungsrechtler dieses von den Alliierten oktroyierte Gesetz. Schon vor Jahrzehnten hatten vormals in deutschen Konzentrationslagern einsitzende spätere Spitzenpolitiker vergebens dessen ersatzlose Abschaffung gefordert. Welche Lobbies hielten dieses verfassungswidrige und menschenrechtswidrige Gesetz und verschärften es sogar 1992?

Jeder Kriminelle kann genau ausloten, welcher kriminelle Umtrieb welchen Strafrahmen ergibt, dies mit allen Vergünstigungen (Häfendrittel, Weihnachtsamnestie, Bewährungshilfe – nur die Anrechnung auf die Pensionsanwartschaft ist als soziales Recht noch nicht durchgesetzt!). Sogar der sprichwörtliche „Hendldieb“ weiß nach Studium der §§ 127–131 des [österreichischen] Strafgesetzbuches genau, mit welcher Strafe welche Tat geahndet wird und er kann dort nachlesen, welche Umstände der Tatausübung zu berücksichtigen sind. Im Gegensatz dazu ist der „Gesinnungstäter“ rechtlich vogelfrei. Die Automatik ist klar:

Kaum wird ein Zweifel am Ablauf und den technischen Details der überlieferten „notorischen und offenkundigen“ Zeitgeschichte geäußert, so folgt die bestellte öffentliche Aufregung und Empörung, danach folgt die Denunziation durch das DÖW oder gleichgesinnte Gutmenschen, Anklage, Schuldspruch durch unvollständig rechtsbelehrte Geschworene, Verurteilung zu barbarischen Strafen (wie in der BRD, dem Hort der Bußfertigen, gibt es auch für Unbescholtene gleich Gefängnisstrafen!), keine Chance auf vorzeitige Entlassung, Ruin der bürgerlichen Existenz.

Der „Fall Lüftl“ ist die einzige bemerkenswerte Ausnahme, da bissen sich sogar das DÖW, der BSA und der weiland Dr. hc. mult. (Dipl.-Ing.) Simon Wiesenthal die Zähne aus. Lüftl als versierter Gerichtssachverständiger erwies sich als „Tefloncharakter“, da blieb nichts haften, da waren sogar die vereinten „Holocaust-Lobbies“ verblüfft.

Ein Trauerspiel auf Raten

Aber dann kam der „Fall Gudenus“. Gudenus, ein gläubiger Katholik aus österreichischem Adel, gab einmal, von einem Gutmenschen provoziert, an, daß

... er alles glaube, was dogmatisch vorgeschrieben sei ...

So, wie es sich für einen praktizierenden Katholiken konservativer Einstellung eben üblicherweise geziemt.

Na, mehr brauchte er nicht! In der Zeitgeschichte hat man nicht bloß zu glauben, weil es dogmatisch vorgeschrieben ist, sondern weil man es total und zweifelsfrei verinnerlicht hat.

Wer denkt da nicht gleich an die auswendig gelernten Geständnisse kommunistischer Rechts- und Linksabweichler von der nicht immer ecken- und schlingenfreien Parteilinie?

Was sind Zweifel?

Der Zweifel ist die Unsicherheit über Richtig und Falsch. Die Beseitigung des Zweifels ist nötig, um ein Maß für die Zukunft zu haben. Man will sich ja richtig verhalten! Laut der ÖVP-Abgeordneten Dr. Maria Fekter sollte das Zweifeln an „zeitgeschichtlich Notorischem“ als Leugnung bestraft werden. Die irrtümlich nicht den „Grünen“ (als marxistischen Linksabweichlern!) zugeordnete Dame sitzt auf einem ÖVP-Nationalratsmandat. Man faßt es nicht. Kennt die Dame die Fälle Katyn und Jedwabne nicht? Man kann eine Unzahl gleichartiger Fälle aufzählen.

Und Zweifel wollte Gudenus, 2005 abermals provoziert, (diesmal gewiß von einem Bessermenschen) endlich einmal geklärt wissen:

„... man möge wissenschaftlich untersuchen ...“

Die Jagdgesellschaft heulte auf.

Aber der Oberstaatsanwalt meinte richtigerweise (hoffentlich schadet ihm das nicht bei der weiteren Karriere!) man dürfe: „... die einen sagen ja, die anderen sagen nein, da darf man zweifeln ...“ No Na!

Aber dann, abermals provoziert, legte Gudenus nach: „... Im 3. Reich nein, in Polen ja ...“ Er meinte damit eindeutig die geographische Lage (das „Altreich“, erst nach dem Anschluß Österreichs 1938 gab es das „Großdeutsche Reich“!).

Und wieder heulte die Jagdgesellschaft auf. Dabei gab Gudenus nur wieder, was in Wahrheit längst „notorisch und offenkundig“ ist.

Lea Rosh (Zur Einweihung der Holocaust-Stelen in Berlin 2005), Martin Broszat (Die Zeit, 19.8.1960!) und sogar der weiland Drrrr.hc. Simon Wiesenthal (The Stars and Stripes, 24.1.1993) bestätigten, daß es die Gaskammern nur in Polen gegeben habe. Sogar vom österreichischen Unterrichtsministerium approbierte Schulbücher schreiben das gleiche: keine Vernichtungslager in Deutschland!

Warum darf Gudenus das nicht ungekränkt sagen?

Am 4.5.2005 besuchte Gudenus aufgrund einer Empfehlung des Bundespräsidenten das KZ Mauthausen, das mittlerweile mit viel Geld als Gedenkstätte und Fremdenverkehrsattraktion ausgebaut worden war. Der Verfasser kennt das KZ von 1945, 1952, und 1992 und er staunte bei seinem Besuch 2005, was sich so alles verändert hat. Er kennt auch die zeitgenössische Meinung der Lokalpresse (Echo der Heimat 7.4.1949, Seite 9: „Panoptikum oder Vorsorge für die Zukunft“).

In den neuen Schauräumen gibt es Fotowände mit den Bildern der Inhaftierten und der bewachenden „Mörder“, aber auch Fotos von abgemagerten Typhus- und Fleckfieberleichen. Kein Wunder, es gab ja ein riesiges Quarantänelager.

Gudenus, ein hochgewachsener Typ, stellte völlig objektiv fest, daß er „schlechter“ aussehe als die überlebenden gesunden KZ-Insassen bei der „Befreiung“. Übrigens: Mauthausen mußte nicht „befreit“ werden. Die SS zog einfach ab und überließ die Bewachung der Wiener Feuerwehr! Als die Amerikaner kamen, hatten längst die bis dahin inhaftierten Rotspanier die Waffenkammern aufgebrochen und eine Wachtruppe organisiert. Sie konnten ja nicht so wie die österreichischen politischen Häftlinge einfach heimgeschickt werden. Bei ihnen daheim herrscht ja noch Franco!

Gudenus traf eine nachvollziehbare objektiv zutreffende Feststellung und äußerte dies gegenüber einem einzigen Bekannten (also keineswegs öffentlich vor „Vielen“). Und was hat dieser ... (jedermann möge das passende Eigenschaftswort selbst einfügen) Denunziant besseres zu tun, als das unter vier Augen Erfahrene überall auszutrompeten, unter Inkaufnahme aller bisher eingetretenen Folgen?

Gudenus’ Bemerkung kann mangels Strafbarkeit nicht bestraft werden. Und die Jagdgesellschaft wird zähneknirschend zur Kenntnis nehmen müssen, daß es kein Verfahren geben wird, weil es keines geben kann. Schon die Vorerhebungen werden mangels „Tat“ eingestellt werden.

Übrigens: Weiß die Jagdgesellschaft nichts über die „Unschuldsvermutung“? Gilt die bloß für wirklich Kriminelle, Diebe, Betrüger, Mörder, Notzüchtler und sonstige angeblich schützenswürdige Zeitgenossen? Man sollte einmal darüber nachdenken.

Obiges war die Einschätzung des Verfassers, als er seinen Artikel beendete – doch bevor der Artikel veröffentlich werden konnte, zeigte es sich wieder einmal, daß der Holocaust in seiner Singularität vor allem die Eigenschaft hat, alle sonst gültigen Regeln über den Haufen zu werfen.

Ein Jahr Gefängnis für zwei wahre Aussagen

Am 26. April 2006 wurde Magister John Gudenus (Oberst in Pension, Abgeordneter zum Nationalrat und Bundesrat a.D. und Träger diverser Auszeichnungen) von einem Geschworenensenat des Landesgerichtes für Strafsachen zu einem Jahre Freiheitsstrafe, bedingt auf drei Jahre, verurteilt.

Das Urteil ist noch nicht rechtskräftig, doch falls Gudenus in die Berufung geht, riskiert er eine Verschärfung des Urteils und damit den Verlust seiner Pensionsansprüche. Auch eine Form der Erpressung.

Die Bestrafung erfolgte nach dem § 3h des Verbotsgesetzes. Das Gericht befand, daß Gudenus mit seinen Zweifeln an der Existenz von Gaskammern „im 3.Reich“ und der Forderung nach ihrer wissenschaftlichen Untersuchungen gegen das Verbotsgesetz verstoßen habe, und daß die von Gudenus gemachte Unterscheidung zwischen dem 3. Reich und dem Großdeutschen Reich bloß Haarspaltereien seien.

Der Beweis dafür sei eine Abfrage des Internetlexikons Wikipedia. Später zitierte auch die Kronenzeitung diese Quelle.

Wikipedia irrt

Abgesehen davon, daß Lexika als Tertiärquellen zu einem Sachbeweis grundsätzlich nur beschränkt taugen, ist die Auskunft schlicht und einfach falsch.

Der Beweis (nicht pseudo-wissenschaftlich, sondern korrekt mit Quellenangabe):

Das (deutsche) Reichsgesetzblatt Nr. 28 vom 18.3.1938 enthält die Verordnung des Führers und Reichskanzlers, wonach durch die Wiedervereinigung Österreichs mit dem Deutschen Reich das Großdeutsche Volksreich geschaffen ist.

Das (deutsche) Reichsgesetzblatt Nr. 47 vom 16.3.1939 enthält den Erlaß des Führers und Reichskanzlers, wonach ... von jetzt ab die von deutschen Truppen besetzten Landesteile der ehemaligen Tschechoslowakischen Republik zum Gebiet des Großdeutschen Reiches gehören.

Nach elementarer Logik muß es also das Großdeutsche Reich schon vor dem 16.3.1939 gegeben haben, und nicht erst ab 1943. Wann es den Wechsel vom Großdeutschen Volksreich zum Großdeutschen Reich offiziell gegeben hat, wäre noch zu eruieren.

So Unrecht hatte Gudenus also nicht.

Sir Karl Popper hat gesagt: Wissenschaftlich ist das, was man verifizieren oder falsifizieren kann.

Und in der Wissenschaft gilt auch das Verifizierte solange als wahr, bis es falsifiziert wird.

Die Aussage von Gudenus ist oben verifiziert worden, bis zum Beweis des Gegenteils ist sie wahr.

Daß die „Nationalsozialistische Todesmaschinerie“ vorzüglich im Generalgouvernement und in Auschwitz (damals im Großdeutschen Reich), also auf dem Boden Polens im Bestand vor dem 2. Weltkrieg betrieben worden ist, bedarf in Kenntnis der Orte der Greueltaten nur eines Blickes in einen Atlas.

Auch hier ist die Aussage von Gudenus verifiziert also bis zum Beweis des Gegenteils wahr.

Ein Jahr Freiheitsstrafe für zwei wahre Aussagen. Das ist österreichische Realität.

Man muß sich damit abfinden – sofern das Urteil rechtskräftig werden wird – wie mit starkem Frost. Dagegen kann man auch nichts machen. Das ist so. Einfach so.

Gudenus’ Angaben sind verifizierbar, was soll daran irrig oder einfältig sein?

Sie passen nur nicht in das „verordnete Geschichtsbild“ jener Kreise, die mit der Wortkeule „pseudo-wissenschaftlich“ die Erörterung von Sachverhalten und Tatsachen zur Wahrheitsfindung unterbinden wollen, deren Ergebnisse ihrer Meinung nach „volkspädagogisch unerwünscht“ und „sozialethisch verwirrend“ sind. Gudenus hat nur die Wahl, das Urteil anzufechten, und im Falle einer härteren Bestrafung seiner Pension verlustig zu gehen – oder sich mit dem Urteil abzufinden – wie mit starkem Frost.

Der demokratische Grundkonsens

Die „Fälle Kampl und Gudenus“ (künstliche Erregungen von Musterdemokraten par excellence!) haben zufolge höchst überflüssiger Wortspenden (vom Nationalratspräsidenten abwärts bis zum letzten Wadlbeißer) das Augenmerk auf dieses virtuelle politische Instrument gerichtet.

Im KURIER vom 27.05.05 gibt auf Seite 1 ein Gut(oder gar Besser-)mensch namens –FFW auch noch seine „message“ ab:

„Zeit, das freie Mandat neu zu definieren: Ein Abgeordneter soll politisch tun dürfen was er will!

[offenbar nach der „Verfassung für Europa“ Teil II Charta der Grundrechte, Artikel II-71 (1): Jede Person hat das Recht auf freie Meinungsäußerung]

Außer er verstößt gegen den „demokratischen Grundkonsens“. Dann hat er sofort zu gehen.“

Der unbefangene Bürger, der natürlich nicht gegen den „demokratischen Grundkonsens“ verstoßen möchte, beginnt nun darüber nachzudenken und stellt sich Fragen:

Wo kann er, Orientierung suchend, den Text dieses „demokratischen Grundkonsenses“ nachlesen?

Usw. usf., – die Aufzählung erhebt keinen Anspruch auf Vollständigkeit.

Gesinnungsterroristen

Da es auf keine dieser Fragen eine plausible Antwort gibt, entpuppt sich der „demokratische Grundkonsens“ als Märchen wie „des Kaisers neue Kleider“.

Der demokratische Grundkonsens ist eine Schimäre.

Er ist der Ausfluß der „politischen Korrektheit“, der Meinungskeule der selbstgerechten Gut- und Bessermenschen, also vorwiegend „antifaschistischer“ Gesinnungsterroristen.

Die Handhabung des virtuellen sog. „demokratischen Grundkonsenses“ durch die Gesinnungsterroristen etwa in den Fällen KAMPL und GUDENUS steht im Gegensatz zur „Verfassung für Europa“.

Man lese noch einmal den Artikel II-71 oben nach!

Wenn man einen Menschen diskriminiert, der lediglich die Meinungsfreiheit für sich in Anspruch nehmen will, überdies „diskriminiert“, so ist solches Tun nach Artikel II-81 der „Verfassung für Europa“ verboten:

„Diskriminierungen insbesondere wegen ... der politischen und sonstigen Anschauungen ... sind verboten.“

Weiß das die „Jagdgesellschaft“ nicht?

Die Aufforderung des Superdemokraten –FFW im Kurier:

„Dann hat er (gemeint ist KAMPL) sofort zu gehen“

ist daher ein Versuch der Unterdrückung der Meinungsfreiheit, diskriminierend und daher verboten. Sie ist volksverhetzend.