Ausrottungspolitik ohne Gewissensbisse – warum herrschte in Irland Hungersnot?

Von Chris Fogarty

Nachfolgend ein weiteres Beispiel britischer Besatzungspolitik: Der irische Hungerholocaust. Während die angebliche Vergasung von Millionen und Abermillionen Juden im „Holocaust“ aus jedem Fernseh-Bildschirm, Universitäts-Hörsaal und Regierungsamt hinausposaunt wird, hört man nichts über den Volksmord an Millionen Iren in den Jahren nach 1845. Die absichtliche Aushungerung von über 5 Millionen Iren wird vertuscht und als Kartoffel-Hungersnot verharmlost. Dieser Artikel beschreibt eingehend die Mittel und Methoden, wie die britische Armee in Irland Millionen irischer Bürger systematisch dem Hungertod überantwortet hat.

Die Vertuschung von Englands Genozid an den Iren wird mit den gleichen Methoden des Terrors und der Bestechung bewerkstelligt, wie schon der Genozid selbst. Überlegen Sie sich: Warum bezeichnete die damalige irische Präsidentin Mary Robinson die Aushungerung durch die Briten als „Irlands größte Naturkatastrophe“?1 Warum vertuscht sie die Rolle der britischen Armee?

Die Braunfäule, eine Kartoffelkrankheit, auch Kraut- und Knollenfäule genannt (Phytophthora infestans), breitete sich 1844 von Amerika nach Europa aus, kam 1845 nach England und dann nach Irland, aber sie verursachte nirgendwo eine Hungersnot. Irland hungerte nicht wegen Mangel an Kartoffeln – es hungerte wegen Nahrungsmittelmangel. Irland hungerte, weil seine Nahrungsmittel weggeschafft wurden – täglich 40 bis 70 Schiffsladungen voll, unter Androhung von Schußwaffengebrauch durch 12.000 britische Polizisten, verstärkt durch britische Miliz, Kriegsschiffe, Zollschiffe, Küstenwache und 200.000 britische Soldaten (von denen ständig 100.000 in Bereitschaft waren). Auf diese Weise beschlagnahmte England von den irischen Erzeugern zig Millionen Stück Vieh, zig Millionen Tonnen Mehl, Getreide, Fleisch, Geflügel und Milchprodukte – genug um 18 Millionen Menschen damit zu ernähren.

Das britische Nationalarchiv (Public Record Office – jetzt National Archiv in Kew, London) informierte uns kürzlich, daß die täglichen Aktivitätsberichte der britischen Regimenter von 1845 bis 1850 „verloren gegangen“ seien. Diese Aufzeichnungen nannte auch die Viehtransporte und Getreide-Konvois, die jedes Regiment unter Schußwaffenandrohung aus den ihm zugewiesenen irischen Distrikten eskortierte. Auch die von den Offizieren der britischen Armeekommissariate ausgestellten Empfangsquittungen über das von jedem irischen Hafen verschiffte Vieh und die Tonnage der weggeschafften Nahrungsmitteln sind „abhanden gekommen“, wie auch die Export-Ladelisten. Andere Aufzeichnungen vermitteln aber einen entlarvenden Einblick in die „fehlenden“ Daten, zum Beispiel:

Aus dem Hafen von Cork dampfte an einem Tag im Jahr 1847 die Ajax2 nach England mit

Am 14. November 18485 wurde allein aus dem Hafen Cork folgendes verschifft:

Am 28.Juli 1848 betrug allein aus den folgenden vier Häfen das typische tägliche Nahrungsmittelkontingent folgende Schiffsladungen:7

Von Limerick: die Ann, John Guise und Messenger nach London; die Pelton Clinton nach Liverpool und die City of Limerick, British Queen und Cambrian Maid nach Glasgow.

Was hier an einem Tag an Lebensmitteln von Limerick abtransportiert wurde, belief sich auf

Von Kilrush: die Ellen nach Bristol; die Charles G. Fryer und Mary Elliott nach London. Der Abtransport des einen Tages betrug 550 Tonnen Hafer aus der Grafschaft Clare und 15 Tonnen der dortigen Gerste.

Von Tralee: die John St. Barbe, Claudia und Queen nach London; die Spokesman nach Liverpool. Der Abtransport des einen Tages betrug 711 Tonnen mit Hafer von Kerry und 118 Tonnen mit Gerste von dort.

Von Galway: die Mary, Victoria, und Diligence nach London; die Swan und Union nach Limerick (wahrscheinlich zur Weiterverschiffung nach England).

Von Pelton wurden als Tageskontingent abtransportiert:

Britische Soldaten nahmen dies mit Gewalt den hungernden Erzeugern in Limerick, Clare, Kerry und Galway weg.

In Belmullet im Bezirk Mayo bestand die Aufgabe von 151 Soldaten des 49. Regiments darin, ein paar Tonnen mit Essen vor den Händen der Hungernden zu sichern, und die Bevölkerungszahl fiel dort zwischen 1841 und 1851 von 237 auf 105. Belmullet verlor im Januar 1849 auch seine Fischversorgung, als Englands Küstenwache 10 Meilen vor der Küste eine Flotte kühner Fischer festsetzte, die gerade dabei waren, Mehl von einem vorbeikommenden Schiff zu übernehmen. Die Fischer wurden zu Gefängnis verurteilt und ihre Curraghs [Boote] wurden beschlagnahmt.

Der Offizier des britischen Armeekommissariats im Hafen von Waterford schrieb am 24. April 1846 an den Chef des Britischen Schatzamtes, Charles Trevelyan:

„Die Boote kommen einmal in der Woche von Clonmel hierher, wobei die Exportgüter einen Begleitschutz haben, der am letzten Dienstag aus zwei Kanonen, 50 Kavalleristen und 80 Infanteristen bestand und sie am Ufer des Suir entlang bis Carrick eskortierte.“

Während die Menschen des Bezirks Clonmel hungerten, wurden von dort neben anderen Landwirtschaftserzeugnissen jährlich etwa 60.000 Schweine in Form von eingemachtem Schweinefleisch exportiert.

Es gab viele „Stimmen in der Wildnis“, die alles riskierten, um den Genozid zu stoppen. Zum Beispiel schrieb die in Wexford geborene Jane Wilde, eine Dichterin und die Mutter von Oscar Wilde, während der Todesfälle von 1847 unter dem Pseudonym „Speranza“ in der Zeitung United Irishman folgendes, mit Bezug auf die britischen Genozid-Täter und die Unschuldigen, die sie vernichteten:

Das Hungerjahr

Müde Männer, was erntet ihr?
„Goldenes Korn für den Fremden“.
Was sät ihr?
„Menschenleichen, die auf den Rächer warten.“
Hilflose, vom Hunger gezeichnete Gestalten, was seht ihr in der offenen See?
„Stattliche Schiffe, die unter dem Spott der Fremden unsere Nahrung fortschaffen.“
Da ist eine stattliche Reihe Soldaten, was tun sie vor eurer Tür?
„Sie bewachen die Kornkammer unserer Herren vor den dürren Händen der Armen.“
Bleiche Mütter, warum weint ihr?
„Wollte Gott, daß wir tot wären. Wir müssen mitansehen, wie unsere Kinder vor Schwäche umfallen, und wir können ihnen kein Brot geben!“
„Wir sind unglückliche Arme, ausgehungert, verachtet, menschliche Werkzeuge um euren Hochmut zu befriedigen, aber Gott wird noch Rache nehmen für die Seelen, für die Christus starb. Jetzt ist es eure Freudenstunde, sonnt euch in der Gunst der Welt, aber unsere bleichen Knochen werden sich aus den Hütten und Gräben erheben und gegen euch Zeugnis ablegen, verkohlte Massen, die ohne Sarg begraben wurden; denn der Engel der Trompete wird sie erkennen, wenn er vorübergeht. Als grauenvolle Gespenster-Armee – so werden wir vor Gott stehen und euch als unsere Mörder anklagen, Verderber unseres Landes!“ (Vers 1 u. 6)

Wie man sieht, wußte Frau Wilde, daß britische Waffen jeden Winkel Irlands kontrollierten. Kleine Einheiten waren bis zu 40 Meilen von ihren Garnisonen eingesetzt. Das Fehlen von Armee-Garnisonen in der Grafschaft Derry usw. zeigt, daß die dortige Miliz der britischen Krone deren Polizeieinheit entsprechend verstärkte. Bajonette, Kanonen, Gewehre, die Peitsche, Zwangsräumung und der Galgen wurden freizügig gehandhabt, um irische Nahrung zu beschlagnahmen (unter dem Vorwand, es sei „das Eigentum“ englischer „Besitzer“, die fast allesamt nicht auf ihren Gütern lebten). Aber Wilde konnte nicht wissen, welche Regimenter jeweils beteiligt waren. Wir fanden diese Angaben 1983 im Public Record Office, in Kew Gardens, London, als ich Material für die Biographie meines Großvaters väterlicherseits durchforschte. So wie für mich waren die Daten auch für irische, von der Regierung bezahlte Verfasser und Akademiker zugänglich. Ihre Kampagne der Großen Lüge ist schockierend. Vielleicht ermutigt sie dieser Artikel, endlich die Wahrheit zu sagen: Daß England in Irland einen Holocaust verübt hat.

Offizielle britische Absicht

Die damalige Zielsetzung der englischen Administrationen wird durch ihre Handlungen und Verordnungen enthüllt. Als die europäische Kartoffelernte 1844 fehlschlug und die Nahrungsmittelpreise stiegen, beorderte England Militäreinheiten nach Irland. Als 1845 die englische Kartoffelernte von der Braunfäule befallen wurde, waren die Regimenter zum Abtransport der Nahrungsmittel bereits in Irland und startklar. Der Kommentar der Times vom 30. September 1845 warnte:

„In England bestehen derzeit die zwei Hauptmahlzeiten eines Arbeiters aus Kartoffeln.“

Englands Abhängigkeit von der Kartoffel war übermäßig und unverantwortlich. England, das im Verhältnis zu seiner Nahrungsmittelversorgung stark überbevölkert war, stand vor einer Hungersnot, wenn es nicht große Mengen anderer Nahrungsmittel importieren konnte. Aber es nahm nicht nur Irlands Überschuß an Nahrungsmittel oder so viel irische Nahrungsmittel, wie nötig waren, um England zu retten. Es nahm mehr – um des Profits willen und um die Menschen in Irland zu vernichten. Königin Viktorias Finanzratgeber, Nassau senior, drückte seine Befürchtung aus, daß die damalige Politik

„im Jahr 1848 nicht mehr als 1 Million Iren töten wird, und das wird kaum genug sein, um etwas zu nützen.“9

Als ein Augenzeuge darauf drängte, den sich vollziehenden Genozid zu stoppen, erwiderte Trevelyan:10

„Wir dürfen uns nicht über das beklagen, was wir in Wirklichkeit bekommen wollen.“

Trevelyan versteifte sich bis 1847 darauf, daß alle Berichte über die Hungersnot übertrieben seien. Dann erklärte er die Hungersnot für beendet und verweigerte dem amerikanischen Schiff Sorciere, das Nahrungsmittel als Hilfe bringen sollte, das Einlaufen. Thomas Carlyle, der einflußreiche britische Essayist, schrieb:

„Irland ist wie eine halbverhungerte Ratte, die einem Elefanten über den Weg läuft. Was muß der Elefant tun? Zermalme sie, um Himmels willen zermalme sie.“

„Totale Vernichtung“ schlug der Leitartikel der Times vom 2. September 1846 vor, und 1848 prahlten die Leitartikler

„Ein Kelte wird an den Ufern des Shannon bald so rar sein wie eine Rothaut an den Ufern Manhattans.“

Die Gesellschaft der Freunde, die „Quäker“, taten alles in ihrer Macht stehende, um Leben zu retten. Aber 1847 verzweifelten sie und gingen weg, nachdem sie erfahren hatten, daß die Krone plante, den Vorwand für den Genozids zu verewigen: den britischen Eigentumsanspruch auf irisches Land

Die Quäker weigerten sich, an dem Genozid mitzuwirken, als behauptet wurde, er sei ein Naturereignis.

Zu spät, nämlich nach 1870, wurden britische Gesetze erlassen, die den Iren erlaubten, das Land, das ihnen von England geraubt worden war, zurückzukaufen. Zweimal jährlich wurden den Bauern Irlands Zahlungen abgefordert, bis diese „Schuld“ um 1970 abbezahlt war. Irlands Kost bestand seit vorgeschichtlichen Zeiten aus Fleisch, Molkereiprodukten, Getreide, Obst und Gemüse, erst in jüngster Zeit ergänzt durch Kartoffeln. Im Mittelpunkt seiner alten Sagen stehen die Viehherden, Sicheln, Dreschflegel,11 Handmühlen, Öfen zum Trocknen von Getreide und Getreide-Mühlen. Die vielen Getreideöfen und Mühlen in Connaught, die auf der irischen Artillerie-Übersichtskarte von 1837-1841 aufgeführt sind, arbeiteten fortlaufend – vor, während und nach der Hungersnot, bis etwa 1940, als ich sie immer noch in Betrieb sah. Die örtlichen Bauern trockneten und mahlten darin ihr Getreide – nicht Kartoffel – und dieses Hafer- und Weizenmehl wurde durch die britischen Streitkräfte weggenommen und exportiert.

Die Große Lüge über die „Kartoffel-Hungersnot“ war bereits 1847 im Kommen und wurde von John Mitchel und seinem United Irishman angeklagt. (Er wurde bald darauf in Ketten in ein Todeslager auf Tasmanien geschickt, entkam aber). Fünfzig Jahre später schrieb G.B. Shaw in Man and Superman:

„Malone: „Mein Vater starb hungers in Irland im Schwarzen Jahr 47. Vielleicht haben Sie davon gehört?“

Violet: „Der Nahrungsmittelmangel?“

Malone: (mit glühender Leidenschaft) „Nein, die Aushungerung. Wenn ein Land voller Nahrungsmittel ist und sie exportiert, kann es keinen Mangel geben.“

Aber er hielt den Mund in bezug auf die Rolle der britischen Armee. Die Irländer, welche die ganze Wahrheit sagen, bekommen keinen Nobelpreis. Bis heute herrscht die Große Lüge. Sie begann 1846, als die englische Regierung international um Hilfe für die „hungernden Iren“ bat, während sie Irland zur Durchführung des Genozids all seiner reichlichen Nahrung beraubte.

John Mitchel protestierte:

„Viele werden vielleicht überrascht sein zu hören, daß weder Irland noch seine einwohner Almosen oder Gefälligkeiten irgendwelcher Art erbeten hat, weder von England noch von sonst einer Nation oder einem Volk. Im Gegenteil, es war England selbst, das für uns bettelte, das gegen Gotteslohn um einen Penny bat, um den armen Iren Unterstützung zu verschaffen. Und England, das sich selbst zum Almosenverwalter und Vermittler aller Wohltätigkeit machte, vereinnahmte darüber hinaus den ganzen Profit.“

Nochmals Mitchel:

„Also mußte jeder Mann, der ein Haus hatte – egal, wie armselig es war – die neue Steuer bezahlen. Und jeder Mann mußte ein Haus haben, denn wenn man nach Sonnenuntergang draußen angetroffen und wegen dieses Vergehens verurteilt wurde, war die Strafe 15 Jahre Deportation oder drei Jahre Gefängnis, und das Gericht konnte dem nach Belieben noch Schwerarbeit oder Einzelhaft hinzufügen. Dieses Gesetz jagte die Überlebenden der hinausgeworfenen Leute (diejenigen, die nicht hungers starben) in die Armenhäuser oder nach Amerika, denn jeder, der nach Sonnenuntergang zu Hause sein mußte und weder Haus noch Heim hatte, war der absoluten Macht der Polizei unterworfen und in beständiger Gefahr, in die Kolonien (australische Sklavenarbeiter-Lager) deportiert zu werden. Durch ein anderes vom Parlament erlassenes Gesetz wurde die Polizeistärke erhöht und unmittelbarer der Krone unterstellt. Die irischen Grafschaften wurden teilweise davon befreit, für sie zu zahlen, und sie wurde in jeder Hinsicht Teil eine reguläre Armee, die sich auf 12.000 ausgewählte, gut bewaffnete und gedrillte Männer belief. Die Polizei stand immer dem Sheriff zur Vollstreckung von Zwangsräumungen zur Verfügung, und wenn sie nicht in ausreichender Stärke präsent war, konnten von der nächsten Garnison Truppen angefordert werden. Kein Wunder, daß die Londoner Times weniger als drei Jahre danach sagen konnte: „Das Gesetz ist mit eisernem Fuß durch Irland geschritten, es wurde durch das Bajonett gelehrt und mit Ruinen ausgelegt. Dem Erdboden gleichgemachte Städte, lange Kolonnen von Verbannten, noch mehr Arbeitshäuser, die trotzdem noch überbelegt sind, drücken die Entschlossenheit der Gesetzgebung aus, Irland von seinem liederlichen alten Barbarentum abzubringen und die Einrichtungen dieses höher zivilisierten Landes [gemeint ist England] anzulegen.“

Mitchel schrieb auch:12

„Langsam aber sicher machte die ‚Regierung‘ ihre Berechnung, und das von politischen Kreisen erwartete Ergebnis sollte aller Wahrscheinlichkeit nach etwa im September (1847) in Form einer runden Zahl herauskommen: 2 Millionen irische Tote.

Die Zahl der Opfer des irischen Holocausts

Der Volkszählung in Irland 1841 ergab eine Bevölkerung von 10.890.449. Diese Zahl beinhaltet den Korrekturfaktor, der sich durch die offizielle Teilnachzählung dieses Jahres ergab. Da die US-Bevölkerung zwischen 1779 und 1841 um 640 % anstieg, und der Anstieg der Bevölkerung Englands trotz massiver Auswanderung in seine Kolonien schätzungsweise etwa 100 % betrug, ist allgemein akzeptiert, daß Irlands Bevölkerungszuwachs 172 % betrug.13

Laut Schätzungen lag die Bevölkerungszahl von 1846 bei 11.815.011. Nimmt man ein gleichbleibendes Wachstum an, dann hätte die Bevölkerung ohne die Aushungerung ungefähr 12.809.841 betragen. Die Zählung von 1851 ergab jedoch eine Bevölkerung von 6.552.385 Personen. Folglich ergibt sich, daß 6.257.456 Personen „verschwunden“ sind. Der Bevölkerungsverlust in Höhe von 6.257.456 kann kaum Gegenstand ernsthafter Zweifel sein, da sich die Zahl direkt aus den Zählungen der britischen Regierung für Irland ergibt.

Man darf wohl annehmen, daß die bei der Nachzählung 1841 angewandte Genauigkeit für die Zählung von 1851 zum Standard wurde, so daß jegliche verbleibende Minderzählung systematischer Art wäre und die Zählung von 1841 und 1851 gleichermaßen beeinflußt hätte (und, wenn bekannt, die Gesamt-Mordzahl erhöhen würde). Die 6.257.456 beinhalten etwa 1 Million Menschen, denen es gelang, ins Exil zu fliehen und weitere 100.000 Ungeborene zwischen 1846 und 1851, aufgrund der durch Mangelernährung verursachten Infertilität. Von den 100.000, die 1847 nach Kanada flohen, lebten einen Monat nach der Landung nur noch 60.000.“ Zu den 40.000 Toten gehörte Henry Fords Großmutter väterlicherseits, die unterwegs von Cork oder in der Quarantäne in Quebecs Grosse Île starb.

Obwohl also 6.257.456 Menschen zwischen 1845 und 1850 „verschwanden“, ist die Anzahl der Ermordeten folglich um 1,1 Millionen geringer, d.h. 5,16 Millionen. Folglich wurden, sofern Englands Zensus-Zahlen für Irland richtig sind, von der britischen Regierung ungefähr 5,16 Millionen Iren, Männer, Frauen und Kinder ermordet, und das sollte als das bezeichnet werden, was es ist: der irische Holocaust.

Die am wenigsten verläßliche Zahl bei der vorstehenden Berechnung ist die Anzahl derer, denen es zu fliehen gelang. Wenn es sich erweist, daß die Zahl der Geflohenen, die überlebten, 900.000 anstatt 1 Million betrug, muß die Anzahl ermordeter von 5,16 auf 5,26 Mio. erhöht werden. Wie sehr die Zahl von 5.16. Mio. Ermordeten nach oben oder unten berichtigt werden muß, kann man bestimmen durch eine genauen Prüfung der Einwanderungsaufzeichnungen der USA, Kanadas, Argentiniens und Australiens und der Regierungsunterlagen über Iren, die zu dieser Zeit nach England flohen. Wir würden uns über jegliche Form einer bona fide Dokumentation zum obigen Sachverhalt freuen, sei sie bestätigender oder kritischer Art. Wirtschaftswissenschaftler und Historiker, deren Publikationen über die Ereignisse von 1845—1850 die zentrale Rolle der britischen Armee verschleiern, sind hierfür nicht qualifiziert. Diesen Personen mangelt es an Stehvermögen, um an diesem Streit um die Wahrheit teilzunehmen.

Unseres Wissens wurden bisher von niemandem sonst die oben angeführten Berechnungen veröffentlicht oder die Regimenter und Schlachtschiffe genannt, die Nahrungsmittel abtransportiert haben. Für Hinweise auf die Existenz anderer revisionistischer Darstellungen wäre ich sehr dankbar.

Die irische Akademikerwelt scheut und übergeht Tom Gallaghers Paddy’s Lament und The Great Hunger der Engländerin Cecil Woodham-Smith, weil dort die Konfiskation der Nahrungsmittel genannt wird. Woodham-Smith fälschte zwar, aber nicht genug, um die Vertuscher zufriedenzustellen. Sie berichtete zum Beispiel, daß die Teil-Nachzählung von 1841 einen Korrektionsfaktor von einem Drittel für die Zählung von 1841 ergab, aber sie benutzte für ihre Berechnung die nichtberichtigte Zahl. Damit und durch anderen Täuschungen kommt sie zu einem Bevölkerungsverlust von nur 2.5 Millionen. Sie widmet den Kerndaten des Genozids nur eine halbe Seite:14 den Daten über die Nahrungsmittel-Wegnahme, wogegen sie zweihundert Seiten darauf verwendet, die „Linderungsmaßnahmen“ der britischen Regierung zu beschreiben, als ob diese etwas anderes als kosmetische Übungen gewesen wären – eine Vertuschung.

Aber irische Historiker übertreffen Frau Woodham-Smith an britischer Gesinnung, wenn sie ein Scherbengericht über sie abhalten, weil diese den Abtransport der Nahrungsmittel aufgedeckt hat – genau wie das irische Fernsehsender Telefis Eireann das Yorkshire-Fernsehen an britischer Gesinnung übertraf, als es sich weigerte, eine Zweitpremiere von dessen Sendung von 1993 über die britischen Bombenanschläge vom 17. Mai 1974 zu bringen, als in Dublin in der Managhan Street 33 Personen ermordet und 253 verletzt wurden, und die irische Polizei die Überlebenden des Bombenanschlags bedrohte, anstatt die bekannten britischen Täter zu verhaften. Die irischen Historiker übertrumpfen sich selbst in der Darstellung des „Vorteils“ durch den irischen Holocaust; wie England in Irland „die Armut verminderte“. Sie wollen die Leute glauben machen, daß nur die befallene Kartoffelernte den Irländern gehörte, während Irlands reiche Viehherden, das Korn usw. alles den überwiegend abwesenden englischen Gutsbesitzern „gehörte“. Nach diesem verrückten Maßstab würde alles Eigentum und die ganze Produktion von Europa und Asien, mit Ausnahme von Hungerrationen für die Arbeiter, den GIs des Zweiten Weltkriegs und ihren Erben gehören.

Die Iren sind nicht schuldig. Obwohl viele Iren ihre eigenen Schwächsten schlimm übervorteilten, hatte die irische Gemeinschaft keinen Anteil an der Entstehung und Planung des Genozids durch London. Die britische Regierung und ihre Dubliner Stellvertreter setzen noch immer Terror und Verleumdung gegen diejenigen ein, die den irischen Holocaust in Erinnerung halten. Selbst nach 150 Jahren ist es immer noch gefährlich, die Wahrheit darüber aufzudecken.

Die Mitschuld der katholischen Würdenträger

Die Komplizenschaft der katholischen Würdenträger bei dem von London geplanten Genozid ist gut dokumentiert, wie man leider feststellen muß. London ernannte, bevor Irlands Nahrung weggeholt wurde, einige irische katholische Bischöfe zu einer Dubliner Schloß-Kommission und verlieh Maynooth eine erkleckliche Summe von 30.000 £, und erhöhte zugleich die jährliche Bewilligung von 9.000 £ auf 26.000 £!15

Bevor britische Truppen begannen, Irland auszuhungern, erließ das Parlament in London ein Gesetz, um einen Teil der beschlagnahmten Nahrung in Form von Rationen an alle katholischen Würdenträger zurückzugeben über dem Rang eines Kuraten. Als es bei den übrigen Rängen weiterhin Unruhe gab, ergänzten die Abgeordneten das Gesetz, so daß es auch die Kuraten umfaßte. Damit waren die kirchlichen Einwendungen gegen den Holocaust an den Iren beendet, von da an schritt er effektiv vorwärts. Ein irischer Dichter schrieb darauf:

„... denn die Spitze des Kirchturms von Maynooth ist der Dolch in Irlands Herz.“

Ein Bischof von Munster dankte Gott, daß er „in einem Land lebt, wo ein Bauer seine eigenen Kinder verhungern läßt, um seinem Gutsbesitzer die Pacht bezahlen zu können.“ Zwei Jahrhunderte lang, bis 1795, galten die Priester in Irland a priori als Verbrecher. Die Regierung zahlte eine Prämie von 5 Schilling für jeden abgeschlagenen Kopf. 1795 beschlossen die britischen Minister, daß die Kollaboration der katholischen Kirche für die vollständige Unterwerfung Irlands unentbehrlich sei. Daher hörte England damit auf, die Priester zu ermorden und gründete und finanzierte Irlands nationales Seminar, Maynooth und stattete es mit Geldmitteln aus. Diese Taktik funktionierte. Die katholische Kirche Irlands wurde zum Werkzeug Londons.16

Sie erleichterte den Holocaust an den Iren, sie war an der Seite Englands bei den Erhebungen von 1798, 1848, 1867 und 1916; sie vernichtete 1890 Parnells Demokratie (was James Joyce traumatisierte)17 und sie erleichtert seit 1922 Englands Unterdrückung in den sechs Distrikten (Nordirrland). Kardinal Daly ging kürzlich so weit, „von England Vergebung für die Jahrhunderte des Leidens zu erbitten, die ihm von den Iren zugefügt wurden.“

Andererseits wird der Katholizismus durch die heute Verfolgten, wie etwa Bruder Wilson und Schwester Sarah Clarke nicht ebenso glorreich verherrlicht wie durch seine früheren Millionen Heilige, die durch Elizabeth I., Cromwell, Anne, Georg III, Victoria, u.a. zu Märtyrern wurden?

Ehrenwerte Iren gedenken überall des irischen Holocausts von 1845–1850, indem sie seine Wirklichkeit zur Kenntnis nehmen. Deshalb reden nur Narren, die auf die britische Propaganda hereingefallen sind, vom „irischen Mangel“, da niemand aus Mangel an Kartoffeln starb, aber über fünf Millionen irische Katholiken starben durch Hunger oder an durch Unterernährung verursachten Krankheiten, nachdem das britische Militär ihnen ihr Fleisch, ihr Getreide, ihre Milchprodukte usw. weggenommen hatte. England hätte, ohne Irland auszuhungern, genug Nahrungsmittel wegschaffen können, um 13 Millionen zu ernähren.

Die irischen Nationalisten kritisieren heftig das irische „Hungersnot-Museum“ in Strokestown wegen seines schamlosen Betrugs, die Leute anzulocken und ihnen dann nicht die versprochene Ware anzubieten. Besucher, die Informationen über einen der schlimmsten Holocausts der Geschichte suchen, werden geschickt dazu gebracht, den prunkvollen Stil der Architektur und der Einrichtung des völkermordenden Gutsherren zu bewundern, der das alles zusammengeplündert hat, durch unbezahlte Arbeit und das Land der irischen Familien, die er ermordet hat.

Zusammenarbeit mit Terroristen

“Sie geben sich als Antiterroristen aus, während sie mit den britischen Terroristen kollaborieren, die seit 1969 mehr als sechsmal so viele Nichtkombattanten ermordet haben wie die IRA“.18

Ein irischer Beamter schloß sich kürzlich der Kampagne für ein Monument und die Einzäunung und Weihung der Holocaust-Gräber an. Er teilte mit, daß er seine Entlassung oder Schlimmeres zu erwarten hat, falls seine Vorgesetzten von seinem Engagement erfahren und zitierte einen anderen Iren, der vor zwei Jahrhunderten bemerkte:19

„Ich habe eine natürliche Ehrfurcht vor der Würde und der Vergangenheit meines Heimatlandes, die durch Erziehung gefestigt und durch eine eingehende Kenntnis seiner Geschichte bestärkt wurde. Ich könnte daher nicht ohne größten Schmerz und Empörung ... die extreme Passivität und Gleichgültigkeit der heutigen Iren mitansehen, angesichts solch wiederholter Verletzungen der Wahrheit und ihres Landes. Das stellt eine Mißachtung ihrer eigenen Ehre dar, die unter zivilisierten Nationen nicht ihresgleichen hat.“

Die Entdeckung von Massengräbern eines Genozids verursacht immer einen internationalen Aufschrei. Aber die Massengräber vom Genozid an den Iren werden praktisch von der ganzen Welt nicht zur Kenntnis genommen und nicht betrauert. Warum? Weil die Wahrheit mit den Opfern zusammen in diesen Gräbern verscharrt wurde. Die Gebeine von 5,2 Millionen Ermordeter sind über ganz Irland verstreut, wie auch auf dem Grund des Atlantiks und der nordamerikanischen Küstengewässer, aber sehr viele sind doch in den Massengräbern, deren vernachlässigter Zustand die Macht der Täter des Genozids enthüllt.

Es handelt sich auch um ein vielfaches Märtyrertum, denn die Opfer hätten ihr Leben retten können, wenn sie ihrem Glauben abgeschworen hätten. Die Ernteerträge, die sie aufgrund von bürgerlichen Gesetzen als Zehnten an die örtliche englische Staatskirchengemeinde abgeben mußten (bevor die Soldaten den Rest nahmen), wurden einem jedem angeboten, der dem Katholizismus abschwören und zur Anglikanischen Kirche überwechseln wollte. Aber sie starben für ihren Glauben und ihre Freiheit, und ihre Massengräber sind Irlands heiligste Stätten, abgesehen von den Gräbern derer, die im Widerstand starben). Nach 150 Jahren sind die Massengräber mit ihren heiligen Überresten noch immer nicht gekennzeichnet und eingezäunt. Der Zustand der Massengräber enthüllt das brutale Ausmaß der englischen Herrschaft über Irland heute, und wie unfrei Irland in Wirklichkeit ist.

In Amerika kann das britische MI6 irische Revisionisten verleumden, aber es kann sie nicht so ungestraft ermorden, wie dies in Dublin, in Monaghan, in den besetzten sechs Grafschaften Nordirlands geschieht, und wie es die britischen Wachen am 30. März 1996 taten, als sie in die Zelle des Iren Jim McDonnell im Gefängnis von Maghaberry kamen und ihn zu Tode traten, weil er darum gebeten hatte, der Beerdigung seines Vaters beizuwohnen.

Dennoch, britische Terroristen arbeiten auch in den USA. In ihrem Buch Valhalla’s Wake, berichten die Autoren McIntyre und Loftus unter Berufung auf CIA Quellen, daß ein MI6/SAS -Team von Meuchelmördern den Amerikaner John McIntyre in Boston vor 10 Jahren ermordet hat. Fünf amerikanische Bürger wurden von britischen Terroristen in Irland ermordet – nicht von den Iren. Ein gesetzestreuer FBI-Agent warnte vor ein paar Jahren den Verfasser und seine Freunde, daß einige seiner Agentenkollegen von den Briten bestochen seien und Verbrechen gegen irische Revisionisten in den USA planten, und zwar mit für den MI6 typischen „faulen Tricks“, und daß es nicht in seiner Macht stünde, diese Leute zu verhaften.

Kurz darauf führten FBI-Banden unter Führung des Agenten Edward P. Buckley fünf bewaffnete Überfälle auf den Verfasser und Freunde durch, kerkerten den Verfasser, seine Frau sowie zwei weitere Personen ein, verfälschten Tonbänder, die als Beweis dienen sollten, und begingen Meineid mit dem Ziel, sie ins Gefängnis zu bringen.20

Das FBI fabrizierte auch eine falsche Anschuldigung gegen den Verfasser wegen eines Doppelmordes (an dem Ehepaar Langert in Winnetka). Sein Leben wurde nur gerettet, weil der tatsächliche Mörder, David Biro, er Schulfreunden sein Verbrechen anvertraute, die dann die Polizei informierten. Biro, ein 16-Jähriger, wurde zu lebenslänglich ohne Begnadigung verurteilt. Der Verfasser hätte die Giftspritze bekommen. Er kommentiert dies:

„Ich kannte keinen der Beteiligten und hatte bis zu den Berichten über die Morde nie in meinem ganzen Leben von ihnen gehört. Unsere Anwälte fotokopierten die unterzeichneten, vom FBI gefälschten Polizeiberichte, die mich belasteten. Die FBI/IRS-Verbrechen gegen uns begannen kurz nachdem wir anfingen, Englands Große Lüge über Irland aufzudecken. Die amerikanische Demokratie wird unserer Meinung nach weniger durch diese FBI/IRS-Verbrechen selbst beeinträchtigt, als durch die Tatsache, daß die Handhabung der Gesetze, die Polizei, und die Nachrichtenmedien allesamt – im englischen Stil – wissentlich der Vertuschung dieser Verbrechen dienstbar gemacht werden, und die Juristen eingeschüchtert sind.“

Die britischen Kontaktpersonen des FBI versuchten, den weiteren Einsatz der Fogartys für die Grundrechte in Irland zu stoppen. Um den Verfasser und seine Frau zu diskreditieren, hat das FBI eine hinterhältige „Immunitäts-Bescheinigung“ für sie ausgefertigt, die sie als Kollaborateure des FBI erscheinen lassen sollte. Das lies man dann zwecks Veröffentlichung aussickern.21

Kurze Biographie des Verfassers:

Chris Fogarty wurde 1935 in Chicago als Kind irischer Einwanderer geboren. Von 1947 bis 1953 lebte er auf der Farm seiner Familie in County Roscommon. Zwischen 1959 und 1960 diente er bei der US-Armee in Frankreich. Fogarty ist Diplomingenieur und führte in den folgenden Jahrezehnten verschiedene Bauvorhaben durch, teils mit seiner eigenen Firma in der Karibik und im nördlichen Südamerika, teils als Bauleiter einer anderen Firma bzw. als leitender Ingenieur hydroelektrischer Anlagen in Mittel- und Südamerika.

Anmerkungen

Mit freundlicher Genehmigung von The Barnes Review

TBR 9(2) (2003), S. 15–20