Judaismus als evolutionäre Strategie im Wettstreit mit Nichtjuden

Von Prof. Kevin MacDonald

Anläßlich der Verurteilung von David Irving in Österreich zu drei Jahren Haft wird nachfolgend die gutachterliche Stellungnahme abgedruckt, die Prof. Kevin MacDonald in David Irvings Prozeß gegen Deborah Lipstadt abgab. Darin werden die jüdischen Aktivitäten auf geistigem und politischem Gebiet beleuchtet, wie sie auch gegen David Irving zum Einsatz kamen:

Ich bin kein Historiker. Obwohl die Geschichte des Judentums für meine Arbeit wichtig ist, kann ich keine gutachterliche Meinung über die Arbeit David Irvings abgeben, außer in dem Umfang, als ich festgestellt habe, daß seine Arbeit von einer beträchtlichen Anzahl akademischer Experten über den Zweiten Weltkrieg positiv aufgenommen wurde, darunter Gordon Craig, A. J. P. Taylor, und Hugh Trevor-Roper.

Ich meine, daß mich mein Studium der Evolutions-Psychologie und meine Forschung über die Beziehungen zwischen Juden und Nichtjuden in die Lage versetzen, dem Gericht zu beschreiben, wie diese Beziehungen in mancher Weise von diesem Wettbewerb geprägt sind. Antijüdische Taktiken sind weit bekannt, und es wird weithin angenommen, daß es aktive Antisemiten gab und noch gibt. Das Konkurrenz-Verhalten seitens der jüdischen Organisationen ist dagegen nicht so bekannt.

Im Rahmen meiner Forschung habe ich die Schriften und Aktivitäten sowohl der Juden wie auch ihrer Opponenten geprüft, und ich denke, ich kann dazu beitragen, die Aktionen von Dr. Lipstadt und einigen jüdischen Organisationen gegen Herrn Irving in einen größeren Zusammenhang zu stellen.

Kern meiner Aussage ist, daß die Angriffe, die Deborah Lipstadt und jüdische Organisationen wie die Anti-Defamation League gegen David Irving richten, in dem langfristigen Rahmen jüdisch-nichtjüdischer Interaktionen gesehen werden sollten. Wie die Zusammenfassungen meiner Bücher zeigen, komme ich durch meine Ausbildung zum Evolutionsforscher, wie auch die von Historikern zusammengetragenen Beweise, zu der Auffassung, daß das Judentum eine eigennützige Gruppe ist, deren Interessen oft mit Teilen der nichtjüdischen Gemeinde in Konflikt stehen, unvereinbar sind. Antijüdische Haltungen und Verhaltensweisen sind seit dem Beginn der Diaspora vor gut 2000 Jahren ein durchgehender Zug der jüdischen Erfahrung. Obwohl antisemitische Auffassungen und Verhaltensweisen ohne Zweifel oft von Mythen und Phantastereien über die Juden gefärbt sind, gibt es doch eine Vielzahl antijüdischer Schriften, die den tatsächlichen Wettstreit zwischen den Gruppen so wiederspiegeln, wie es ein Evolutionist erwarten würde. Besonders wichtig sind die Themenbereiche der Absonderung:

Da antijüdische Haltungen und Verhaltensweisen eine so verbreitete Reaktion auf die Juden als Diaspora-Gruppe sind, haben jüdische Gruppen ein weites Spektrum an Strategien entwickelt, um mit ihren Feinden fertig zu werden. Separation and Its Discontents erörtert eine Vielzahl dieser Strategien, einschließlich der sehr langen, bis in die Antike zurückreichenden Tradition der Apologie. Seit dem letzten Jahrhundert gibt es eine Fülle solch intellektueller Bestrebungen, die besonders durch viele Beispiele jüdischer Geschichtsschreibung veranschaulicht werden, die den Judaismus und die Juden in einem guten Licht und ihre Feinde in einem schlechten Licht darstellen, wobei die geschichtliche Wahrheit oftmals wenig berücksichtigt wird.

Für die Situation von David Irving ist vor allem von Bedeutung, daß sich jüdische Gruppen zur Förderung ihrer Interessen in einem breiten politischen Spektrum engagieren. Im allgemeinen waren Juden eher aktiv Handelnde als passive Märtyrer. Sie waren hochflexible Strategen in der politischen Arena. Die Durchschlagskraft jüdischer Strategien wurde durch mehrere Kernmerkmale des Judaismus als evolutionäre Gruppenstrategie erleichtert – vor allem, daß der IQ von Aschkenasim-Juden mindestens eine Standard-Abweichung über dem Mittelwert der europiden Rasse liegt. Zu allen Zeiten der Geschichte waren die Juden als Gruppe hochorganisiert, hochintelligent und politisch scharfsinnig, und sie waren in der Lage, zur Erlangung ihrer Gruppenziele eine Fülle finanzieller, politischer und geistiger Hilfsmittel zu dirigieren.

Zum Beispiel beteiligten sich die Juden zwischen 1870 und 1914 an breitgefächerten Aktivitäten zur Bekämpfung des Antisemitismus in Deutschland, einschließlich der Bildung von Selbstverteidigungs-Komitees, Regierungs-Lobbys, der Ausnutzung und Beeinflussung des Rechtssystems (z. B. Anwendung von Verleumdungs- und Rufschädigungsgesetzen, um antijüdische Organisationen in den wirtschaftlichen Ruin zu treiben), der Erstellung von Verteidigungsschriften und Flugschriften zur Massenverteilung an nichtjüdische Deutsche sowie der Finanzierung von Organisationen, die den Antisemitismus bekämpften und hauptsächlich aus sympathisierenden Nichtjuden bestanden.

Jüdische Organisationen gaben Schriften in Auftrag, die den „wissenschaftlichen Antisemitismus“ bekämpften, wie er von akademisch angesehenen Publikationen veranschaulicht wird, die das Judentum mit negativen Begriffen beschrieben. Dazu wurden akademische Arbeiten angemahnt, und es gelang jüdischen Organisationen manchmal, mißliebige Bücher verbieten zu lassen und Verleger dazu zu bringen, anstößige Passagen zu ändern. Das Ergebnis war, daß solche Gedanken akademisch und intellektuell in Verruf gerieten.1 (Levy, 1975; Raging, 1980).

Jüdische Organisationen benutzen ihre Macht, um die Diskussion jüdischer Interessen zum Tabu zu machen. Personen, die kritische Bemerkungen über Juden gemacht haben, wurden gezwungen, sich öffentlich zu entschuldigen und sie bekamen dadurch berufliche Schwierigkeiten. Recht oft sind die fraglichen Ansichten durchaus vernünftige Feststellungen, die empirisch zugänglich sind und verifiziert werden können. Über andere Gruppen oder deren Angehörige könnte man etwas Derartiges durchaus sagen.

Der Schwerpunkt meiner Aussage liegt auf der Erörterung der Schwierigkeiten, die Herrn Irving, wie er darlegt, durch jüdische Organisationen und die Beklagte Deborah Lipstadt verursacht wurden, die zu den Bemühungen beigetragen hat, die Veröffentlichung des Werkes von Herrn Irving bei angesehenen Verlegern unmöglich zu machen. Das ist ein Hauptpunkt der Beschwerde David Irvings. Zum Beweis mache ich auf Lipstadts Kommentar in The Washington Post vom 3. April 1996 aufmerksam, in dem sie mit der Feststellung zitiert wird „In der Passah-Erzählung (Haggada) wird gesagt, daß sich in jeder Generation die erheben, die uns vernichten wollen. David Irving vernichtet uns nicht physisch, aber er versucht, die Erinnerung an jene zu vernichten, die bereits von der Hand der Tyrannen umgekommen sind.“

„Sie sagen, sie veröffentlichen nicht Reputationen, sie veröffentlichen Bücher ... Aber würden sie ein Buch von Jeffrey Dahmer über die Beziehungen von Männern zu [minderjährigen] Jungen veröffentlichen? Natürlich zählt die Reputation des Verfassers. Und kein wirklicher Historiker nimmt David Irvings Arbeit ernst.“

Dieser Kommentar erfolgte als Reaktion auf die Annullierung des Vertrags zur Veröffentlichung von Irvings Buch Goebbels: Mastermind of the Third Reich durch St. Martin’s Press mit der eindeutigen Zielsetzung, diese Entscheidung zu unterstützen. Die Entscheidung, Lipstadt zu verklagen, erfolgte erst, nachdem St. Martin’s Press von der Veröffentlichung des Buches zurückgetreten war, und nachdem Lipstadt diese Entscheidung öffentlich unterstützt hatte (siehe Guttenplan, 2000, 53).2

Das Vorgehen der ADL

Außerdem geht ... der intensive Druck, der von gewissen jüdischen Gruppen auf Herrn Irving ausgeübt wird, weit darüber hinaus, nur Verleger von der Veröffentlichung seiner Werke abzuhalten. Herr Irving erhielt in manchen Ländern Einreiseverbot, seine Verpflichtungen als Redner wurden widerrufen und abgesagt, seine Verträge mit anderen Verlegern wurden aufgehoben, und er wurde physischer Bedrohung ausgesetzt. David Irving war meines Wissens weit mehr als jeder andere Verfasser Zielscheibe dieser Organisationen, jedoch haben jüdische Organisationen in den Vereinigten Staaten und vor allem die ADL auch versucht, Bücher zu zensieren, die kritisch zu Israel oder der Israel-Lobby in den Vereinigten Staaten standen. Zu diesen Büchern gehört Paul Findleys They Dare to Speak Out (Wilcox, 1996, 82), das die Aktivitäten der Pro-Israel-Lobby in den Vereinigten Staaten behandelt, Victor Ostrovskys By Way of Deception,3 das israelische Geheimdienstoperationen behandelt, einschließlich der Rekrutierung von Juden in fremden Ländern, um als Spione für Israel zu dienen, und Assault on the Liberty von James Ennes über die Rolle Israels beim Angriff auf das US-Schiff Liberty im Krieg von 1967 (in Einzelheiten beschrieben in They Dare to Speak Out von Paul Findley).

Zum Beispiel behauptete ein ADL-Vertreter, Findleys Buch „ist ein Werk des Holocaust-Revisionismus, das die Behauptung verbreiten will, daß die Nazi-Gemetzel an den Juden ein Schwindel waren“, obwohl es keine derartige Behauptung aufstellt (Wilcox, 1996, 82). Die ADL ist auch aktiv an dem Versuch beteiligt, das Internet zu zensieren (Boston Globe, 3/25/99). Außerdem hat die ADL das Gesetz mißachtet, indem sie sich mit „Spionage, Desinformation und Destabilisierungs-Aktivitäten befaßt, nicht nur gegen Neonazis und Ku-Klux-Klan-Leute, sondern auch gegen linke und progressive Gruppen“ (Laird Wilcox; Crying Wolf: Hate Crime Hoaxes in America, 1996, 7). Diese Aktivitäten beinhalten illegale Einsichtnahme in vertrauliche Polizeiakten in San Francisco und anderswo. Die Geschichte kam Anfang 1993 heraus.

Antisemitismus-Vorwurf entscheidet Wahl

Ein weiteres Beispiel, wie jüdische Organisationen versuchen, die freie Rede abzuwürgen, betraf die kanadische Lehrerin Luba Fedorkiw. Als sie 1984 für das kanadische Parlament kandidierte, „entdeckte [sie] zu ihrem äußersten Erstaunen, daß B’nai B’rith Canada ... eine interne Notiz in Umlauf gebracht hatte, in der sie [sie] der ,Juden-Hetze‘ beschuldigte.“ (Wilcox, 1996, 81–82). Die Beschuldigung wurde in der Winnipeg Sun wiederholt, zusammen mit der Bekräftigung, daß der B’nai B’rith gegen sie wegen des Verdachts des Antisemitismus ermittelte. Die sich heraus ergebende Verleumdung kostete sie die Wahl zugunsten von David Orlikow und setzte sie bösartigen Belästigungen aus. Nach Angaben von Frau Fedorkiw erhielt sie, als die Untersuchung öffentlich bekannt wurde, obszöne und schikanöse Telefonanrufe, auf ihr Wahlkampfbüro wurde ein Hakenkreuz aufgesprüht, und eine Reihe ihrer politischen Förderer zog ihre Unterstützung zurück. Sie führte eine Klage wegen Verleumdung und erwirkte ein Urteil auf 400.000 $ Entschädigung weil es nicht stimmte, daß sie über ihren Gegenkandidaten gesagt haben solle, er sei „von den Juden kontrolliert“.

In meinem Buch Separation and Its Discontents: Toward an Evolutionary Analysis of Anti-Semitism erörtere ich verschiedene andere Beispiele jüdischer Aktivitäten, die auf die Unterdrückung von Kritik an Juden, dem Judaismus oder an Israel abzielen.

Als der Medien-Kritiker William Cash für das britische Magazin The Spectator schrieb, bezeichnete er die jüdische Medien-Elite als „kulturell nihilistisch“ und deutete an, er glaube, der jüdische Medien-Einfluß spiegele die fehlende jüdische Verbundenheit mit überlieferten Kulturwerten wieder.4 Kevin Myers, ein Kolumnist für den britischen Sunday Telegraph schrieb am 5. Januar 1997,

„wir sollten wirklich in der Lage sein, Juden und ihr Judentum zu diskutieren, ihre Tugenden und ihre Laster, wie man es mit jeder anderen Gruppe kann, ohne als Antisemit bezeichnet zu werden. Offenheit nährt nicht den Antisemitismus, im Gegensatz zu Heimlichtuerei. Das Schweigen mitfühlender Diskretion kann leicht als Verschwörung mißverstanden werden. Es ist an der Zeit, in Bezug auf die Juden freimütig zu sein.“

Myers fährt fort mit der Feststellung, daß The Spectator des Antisemitismus’ beschuldigt wurde, weil er den oben genannten Artikel von William Cash (1994) veröffentlicht hatte. Myers betonte den Gesichtpunkt, daß Cashs Vergehen in der Äußerung lag, die kulturellen Führer der Vereinigten Staaten seien Juden, deren Zugehörigkeit zum Judentum nicht öffentlich diskutiert werde.

Cash stellte fest, daß es einen doppelten Maßstab gibt, demzufolge ein jüdischer Verfasser wie Neal Gabler in der Lage sei, auf eine „jüdische Kabbale“ [Intrige] zu verweisen, während bei ihm die Verwendung dieses Ausdrucks als antisemitisch bezeichnet wird. Er merkte auch an, daß seine Charakteristik der Juden als „heftig wetteifernd“ (fiercely competitive) als antisemitisch angesehen wurde, obwohl Spielfilme regelmäßig negative Klischees über andere Volksgruppen schildern. Als weiteres Beispiel mögen die wiederholten Äußerungen Marlon Brandos dienen, die er ursprünglich 1979 bei einem landesweit gesendeten Fernsehinterview gemachte hatte: „Hollywood wird von Juden betrieben. Und es gehört Juden.“ Seine Kritik richtete sich dagegen, daß Hollywood regelmäßig andere Volksgruppen negativ charakterisiert, nicht aber Juden. Brandos Bemerkungen wurden von der Anti-Defamation-League of B’nai Brith (ADL) und der Jewish Defense League als antisemitisch eingestuft (Los Angeles Times, 9. April 1996, F4).

Diese Behauptungen in bezug auf Hollywood sind empirisch nachprüfbar und verifizierbar, aber die maßgeblichen jüdischen Organisationen reagieren, indem diese Behauptungen als „antisemitisch“ abzustempeln und versuchen, die Laufbahn der betroffenen Leute zu ruinieren. Sowohl Cash wie auch Brando haben sich für ihre Äußerungen entschuldigt und als Teil ihrer Entschuldigung das Simon-Wiesenthal-Center in Los Angeles besucht (Forward, 26.4.1996). (Cashs Entschuldigung erfolgte etwa zwei Jahre nachdem er seine Bemerkungen publiziert hatte.) Der Forward-Artikel deutet an, daß Cash im Gefolge des Vorfalls Schwierigkeiten hatte, seine Werke publiziert zu bekommen. Außerdem berichtete die gleiche Ausgabe des Forward, daß der Herausgeber von Cashs Kommentar, Dominik Lawson, der Schriftleiter des Londoner Spectator, daran gehindert wurde, einen Artikel über die Geburt seiner am Down-Syndrom leidenden Tochter in The New Republic zu veröffentlichen, da Martin Peretz, der Eigentümer und Leon Wieseltier, der literarische Schriftleiter, sich darüber beschwerten, daß Lawson Cashs Artikel veröffentlicht habe. Es gibt jede Menge Beweise dafür, daß sich Peretz stark als Jude identifiziert, wie auch für seine unverhohlene Politik, seiner Zeitschrift eine Schieflage zugunsten von Israel begünstigende Haltungen zu geben.

In ähnlicher Weise beschreibt Noam Chomsky, der berühmte Linguist vom Massachusetts Institute of Technology, seine Erfahrungen mit der ADL:5

„In den Vereinigten Staaten wurde ein ziemlich effektives System entwickelt, um Kritik zum Schweigen zu bringen ... Nehmen wir die Anti-Defamation League ... Sie ist in Wirklichkeit eine Organisation, die sich dem Versuch widmet, Leute zu verleumden und einzuschüchtern, die die derzeitige Politik Israels kritisieren – wie auch immer diese sein mag. Ich selbst war zum Beispiel in der Lage, aufgrund einer undichten Stelle eine Kopie meiner Akte bei der Anti-Defamation League aus der ADL-Geschäftsstelle in New England zu erlangen. Sie umfaßt 150 Seiten, und – genau wie eine FBI-Akte – Vermerke der Geschäftsstellen untereinander mit Warnungen, daß ich hier und dort auftauchen würde, sowie Überwachung von Gesprächen, die ich führe und von Kommentaren und angeblichen Niederschriften von Reden ... Dieses Material wird in Umlauf gebracht [und] ... pflegt an eine örtliche Gruppierung geschickt zu werden, die es benutzt, um einen Auszug mit verleumderischem Zeug anzufertigen, der dann dort, wo ich gerade spreche, in Umlauf gebracht wird, gewöhnlich in Form anonymer Flugblätter ...

Wenn es irgend eine Anmerkung in der Presse gibt, die als nicht genügend an die Parteilinie angepaßt angesehen wird, gibt es eine Flut von Briefen, Delegationen, Protesten, Drohungen, Aufkündigung von Annoncen, usw. Die Politiker sind dem natürlich direkt ausgesetzt, und sie unterliegen auch erheblichen finanziellen Strafen, wenn sie nicht gefügig sind.

Dieser vollständig einseitige Druck und dieses bis jetzt sehr effektive System von Schmähung, Lügen, Verleumdung und wohlbedachtem Einsatz von Geldmitteln im politischen System ... hat bewirkt, daß die ganze Angelegenheit in hohem Grad einseitig angegangen wird.“

Betrachten wir auch die Kommentare des Leitartikelschreibers Joseph Sobran, der wegen kritischer Bemerkungen über Israel aus seiner Stellung als Kolumnist bei der National Review hinausgezwungen wurde:6

„Es ist unmöglich, die ganze Geschichte von [Pat Buchanans Präsidenten-] Kampagne [1996] zu berichten, solange es ein Tabu ist, die jüdischen Interessen so frei zu diskutieren, wie man etwa die der christlichen Rechten erörtert. Wenn man über amerikanische Politik spricht, ohne die Juden zu erwähnen, ist das, als ob man über die Nationale Basketball-Vereinigung spricht, ohne die Chicago Bulls zu erwähnen. Nicht, daß die Juden allmächtig sind, geschweige denn völlig schlecht. Aber sie sind erfolgreich, und daher mächtig genug: ihre Macht, normaler Kritik enthoben zu sein, ist einmalig – sogar wenn dies ganz naheliegend wäre.

Sie selbst benehmen sich, als ob ihr Erfolg ein schuldbeladenes Geheimnis wäre, und sie geraten in Panik und nehmen Zuflucht zu Beschuldigungen, sobald das Thema angeschnitten wird. Die jüdische Beherrschung der bedeutendsten Medien im Medienzeitalter macht das erzwungene Schweigen sowohl paradox wie auch lähmend. Um sich im öffentlichen Leben halten zu können, muß man hierüber alles wissen, aber man darf niemals darüber sprechen. Eine heuchlerische Etikette zwingt uns vorzugeben, daß die Juden machtlose Opfer seien; und wenn man ihr Opfer-Dasein nicht achtet, wird man zerstört.

Dies legt nicht Bösartigkeit an den Tag, nein, aber eine in höchstem Maße ausgeprägte Ethnozentrik, eine Art heimlichen rassischen Superpatriotismus.

Deborah Lipstadt als jüdische Aktivistin

Ich sehe Deborah Lipstadt mehr als eine nationale Aktivistin, denn als eine Wissenschaftlerin an. Es ist überaus bedeutsam, daß Lipstadts Buch Denying the Holocaust mit umfassender Hilfe verschiedener jüdisch-engagierter Organisationen, einschließlich der ADL, geschrieben wurde. Lipstadts Buch wurde vom Vidal Sassoon International Centre for the Study of Antisemitism der Hebräischen Universität von Jerusalem in Auftrag gegeben und veröffentlicht. In ihrer Danksagung nennt sie die Forschungsabteilung der ADL, das Simon-Wiesenthal-Zentrum, das US-Holocaust-Memorial-Museum, das Londoner Institute for Jewish Affairs, den Canadian Jewish Congress, und das American Jewish Committee – allesamt Aktivisten-Organisationen.

Lipstadt ist Vorsitzende des Institute for Jewish Studies an der Emory Universität. Der Historiker Jacob Katz stellte fest, daß akademische Fachbereiche für jüdische Studien oft mit jüdischem Nationalismus verknüpft sind:7

„Das Festhalten an Traditionen einerseits und eine Tendenz zur Rechtfertigung auf der anderen können davor abschrecken, wissenschaftliche Objektivität walten zu lassen.“

Die Arbeiten jüdischer Historiker zeige „eine Rechtfertigungshaltung, die weiterhin in den heutigen jüdischen Aktivitäten umherspukt“.8

Ähnlich bemerkt Jacob Neusner, der bedeutende Erforscher der jüdischen Religion:9

„Wissenschaftler, die sich durch ethnische Zugehörigkeit vom Thema angezogen fühlen – Juden, die jüdische Dinge studieren und andere Juden lehren – machen sich selbst zu völkischen Einpeitschern. Der Hörsaal für jüdische Studien ist der Ort, wo Juden Juden sagen, warum sie jüdisch sein sollen (wobei „der Holocaust“ als massiver Grund betont wird), oder Jude-zu-sein als selbstverständliche Tugend einpauken.“

Der vielleicht beste Indikator für Lipstadts jüdisches Engagement ist, daß sie als leitende Redakteurin beim Jewish Spectator gedient hat, einer jüdischen Publikation für konservative, die religiösen Gesetze befolgende Juden. Ihre Spalte, Tomer Devorah (hebräisch: Unter Deborahs Palme) erscheint in jeder Ausgabe und behandelt ein weites Spektrum jüdischer Themen, einschließlich Antisemitismus, die Beziehungen zwischen Juden untereinander und die Bedeutung religiöser Festtage. Sie plädiert in ihrer Artikelserie für mehr Verständnis für Hebräisch und dessen vermehrten Gebrauch, um die jüdische Selbstidentifikation zu fördern, und sie ist, wie viele Aktivisten der jüdischen Sache, strikt gegen Mischehen:

„Wir müssen zu jungen Leuten sagen ‚Mischehe ist etwas, was eine furchtbare Bedrohung für die Zukunft der jüdischen Gemeinde darstellt‘.“

Lipstadt schreibt, der konservative Rabbiner Jack Moline sei ,sehr mutig‘ gewesen, weil er sagte, daß das erste auf einer Liste von zehn Dingen, die jüdische Eltern ihren Kindern sagen sollten, sei: „Ich erwarte, daß du einen Juden heiratest.“ Sie schlägt eine Reihe von Strategien vor, um Mischehen zu verhindern, einschließlich Teenager-Kurzreisen nach Israel und Schulgeld-Beihilfen für jüdische Tagesschulen.10

Peter Novick hält Lipstadt in seinem jüngsten Buch The Holocaust in American Life eindeutig für eine Aktivistin, auch wenn sie nicht für so extrem sei, wie manche andere. Er zitiert sie wiederholt als Beispiel eines Holocaust-Propagandisten. Er bemerkt, daß Lipstadt in ihrem Buch Beyond Belief: The American Press and the Coming of the Holocaust 1933–1945 sagt, die alliierte Politik „grenzte an Mittäterschaft“, und sei von „tiefer Antipathie“ gegen „verächtliche Juden“ motiviert gewesen. Novick sagt, daß, obgleich es keinen wissenschaftlichen Konsens hierzu gebe, stimmten die meisten Fachhistoriker darin überein, daß „die moraltriefende Geschichte einfach schlechte Geschichtsschreibung ist: Schätzungen über die Zahl derer, die hätten gerettet werden können, sind grob aufgeblasen, und die moralistische Version ignoriert die tatsächlichen damaligen Zwänge.“11

Novick charakterisiert Lipstadt dadurch, daß sie der Presse Versagen vorwirft, weil diese die jüdischen Leiden nicht hervorhebt, was sie dem Motiv „absichtliche Blindheit, das Ergebnis unentschuldbarer Ignoranz oder Bösartigkeit“ zuschreibt,12 trotz der Tatsache, daß die Konzentrationslager-Überlebenden, auf die westliche Journalisten trafen (Dachau, Buchenwald), zu 80 % nichtjüdisch waren. Lipstadt wird als unversöhnliche Verfolgerin von NS-Kriegsverbrechern beschrieben; sie äußert, daß sie „sie verfolgen würde, auch wenn sie auf einer Trage in den Gerichtsraum gerollt werden müßten“.13 In einer Erörterung der allgemein bekannten Unzuverlässigkeit von Augenzeugen-Aussagen schreibt Novick:

„Als Beweismaterial zum Vorschein kam, daß ein wegen seiner Authentizität hochgelobter Holocaust-Erlebnisbericht möglicherweise vollständig erfunden war, gestand Deborah Lipstadt, die diesen Bericht in ihrem Unterricht über den Holocaust verwendete, ein, daß, wenn dies der Fall wäre, ‚es die Sache etwas komplizieren könne‘, bestand aber darauf, daß es ‚als eine Art Roman‘ immer noch ‚beeindruckend‘ sei. Wahrheit ist weniger wichtig als die Wirksamkeit der Botschaft.“

Das Eindringen der Ethnozentrik in die Geschichtswissenschaft ist ein durchaus erkanntes Problem der jüdischen Geschichtsschreibung, das ausführlich in Separation and Its Discontents erörtert wird. Historiker wie etwa Jacob Katz (1986) und Albert Lindemann (1997) haben bemerkt, daß dieses Phänomen bei der jüdischen Geschichtsschreibung allgemein verbreitet ist. Ein zentrales Thema der Katz’schen Analyse – massiv bestätigt durch Albert Lindemanns jüngstem Werk Esau’s Tears14 – ist, daß die Historiker des Judaismus die Überzeugungen der Nichtjuden oft fälschlich als irrationale Phantasien darstellen, während sie das Verhalten der Juden als irrelevant für den Antisemitismus darstellen. Um den bekannten Politikwissenschaftler Michael Walzer zu zitieren:15

„Weil wir so lang im Exil und so oft in Gefahr gelebt haben, haben wir eine abwehrende und rechtfertigende Erklärung, eine zensurierte Geschichte der jüdischen Religion und Kultur gepflegt.“

Für mich ist der springende Punkt, daß jüdische Historiker, die mit einigem Recht beschuldigt werden, ihren Schriften eine ethnozentrische Schieflage zu geben, trotzdem in der Lage sind, ihre Arbeiten bei den als maßgeblichen akademischen und gewerblichen Verlagen zu veröffentlichen, und sie erhalten oft eine Anstellung bei angesehenen akademischen Institutionen. Ein gutes Beispiel dafür ist Daniel Goldhagen. In seiner schriftlichen Eingabe an das Gericht zugunsten von Deborah Lipstadt beschreibt der Historiker Richard Evans Goldhagens Hitlers willige Vollstrecker als ein Buch, das „in einer rohen und dogmatischen Art“ behauptet,

„daß praktisch alle Deutschen seit dem Mittelalter mörderische Antisemiten sind, daß sie Jahrzehnte, bevor Hitler an die Macht kam, danach verlangten, die Juden auszulöschen, und aktiv die Teilnahme an der Vernichtung genossen, als sie begann. Inzwischen wurde das Buch als ein Geflecht von Falschdarstellung und Fehlinterpretation bloßgestellt, das mit erschreckender Ignoranz der riesigen Geschichtsliteratur zu diesem Thema geschrieben wurde und bei der Interpretation der Dokumente zahlreiche elementare Fehler begeht.“

Das ist genau die Art von Beschuldigungen, die von Lipstadt gegen Irving gerichtet werden. Aber Goldhagen nimmt eine Stellung an der Harvard Universität ein, er wird in vielen Zirkeln gefeiert, und seine Arbeit wurde massiv von den Medien gefördert, während Kritiker durch Organisationen jüdischer Aktivisten unter Druck kamen. (Guttenplan, 2000). In Bezug auf Goldhagen kommentiert die Historikerin Ruth Bettina Birn in einem Interview in dem deutschen Magazin Der Spiegel die „beispiellose Kampagne seit 1995, für Goldhagens Buch zu werben. Ein literarisches Erstlingswerk wird eine Weltsensation, und sofort kommen die Zeitungen mit Andeutungen, daß eine Harvard-Professur auf die in dem Buch propagierten Ansichten wartet.“ Sie berichtet auch über „die Versuche, die von mir und [ihrem Co-Autor Norman] Finkelstein geäußerte Kritik zu unterdrücken“, einschließlich der Bemühungen, auf ihren Verleger Druck auszuüben, die Veröffentlichung eines kritischen Buches über Goldhagen nicht vorzunehmen. Der Gegensatz zwischen der Behandlung von Goldhagen und der Verfolgung von David Irving spricht Bände.

Da ich kein Historiker bin, widerstrebt es mir, ein Urteil über Herrn Irvings Befähigung und seine Integrität als Historiker abzugeben. Wie ich jedoch in meiner schriftlichen Erklärung an das Gericht bezeugt habe, habe ich die Tatsache zur Kenntnis genommen, daß einige bekannte Historiker sein Werk gelobt haben und bestürzt waren über die Bemühungen, ihn zu zensieren, – daß Lipstadts Behauptung einfach falsch ist, derzufolge „kein wirklicher Historiker David Irvings Werk ernstnimmt.“ Ganz gleich, welche Fehler Bücher wie Goebbels: Mastermind of the Third Reich oder Hitler’s War bei der Abhandlung gewisser Fragen haben mögen, wie etwa der Rolle Hitlers beim Holocaust – nach meiner eigenen Lektüre von Irving würde ich wirklich die Einschätzung wagen, daß jeder Forscher über den Zweiten Weltkrieg davon zweifellos profitieren würde, sie zu lesen, daß sie fraglos ein unverzichtbares Hilfsmittel für Wissenschaftler sind.

Was mich als Wissenschaftler zutiefst bekümmert, ist, daß der von Lipstadt und jüdischen Organisationen wie der ADL ausgeübte Druck auf St. Martin’s Press unabhängig von dem Gehalt des Bandes erfolgte. Der gleiche Artikel der Washington Post, auf den ich vorher Bezug nahm, als ich Lipstadts Unterstützung für die Maßnahme von St. Martin’s Press zitierte, bemerkte, daß mehrere andere Unternehmen das Manuskript abgelehnt haben, ohne es überhaupt gelesen zu haben.

An der Spitze der Bestrebungen, St. Martin’s Press unter Druck zu setzen, standen Organisationen jüdischer Aktivisten und Zeitungskolumnisten wie Frank Rich von der New York Times, die von Beruf keine Historiker sind, und Leute wie Deborah Lipstadt, die nicht die Fachkenntnis haben, um ein Manuskript über Goebbels zu bewerten. Mit anderen Worten: das Bemühen erfolgte unabhängig vom Gehalt des Manuskripts und war daher ein ungesetzlicher Eingriff in die Redefreiheit. Selbst wenn das Gericht zur Überzeugung käme, daß die z. B. in Richard Evans Bericht erhobenen wissenschaftlichen Einwände berechtigt sind, bleibt dennoch die Tatsache, daß dieses Buch deshalb nicht verlegt wurde, weil Irving der ist, der er ist – weil seine Auffassung der Ideologie einiger jüdischer Aktivisten-Organisationen entgegensteht, und nicht wegen seiner Forschung. Ich finde das äußerst abstoßend.

Die ADL hat außer der Förderung Goldhagens und dem Versuch, seine Gegner zu zensieren, auch gewissenhafte Forschung verurteilt, die von der ADL-Version des Holocaust abweicht. Die ADL verurteilte Hannah Arendts Eichmann in Jerusalem als ein „böses Buch“, vermutlich weil, wie Peter Novick (1999, 137) bemerkt, ihre Beschreibung von Eichmann gelesen werden könnte „als Trivialisierung der israelischen Leistung und als Unterminierung der Behauptung, daß er ein geeignetes Symbol des ewigen Antisemitismus sei“. In ähnlicher Weise reihte die ADL Arno Mayor, den Verfasser von Why Did the Heavens Not Darken bei den „Hitler-Apologeten“ ein, wegen seiner Ansicht, daß Hitler mehr von Antibolschewismus als durch Antisemitismus motiviert war. Die ADL behauptete, daß Mayor ein Beispiel für „anerkannte Forschung“ sei, „die den Genozid an den Juden relativiere.“ Es ist ganz klar, daß die Holocaust-Forschung bis zu einem Punkt politisiert worden ist, wo Dogmen angenommen werden, deren Wahrheit von jüdischen Pressionsgruppen eifrig gehütet werden.

D. Lipstadt und die Einzigartigkeit des Holocaust

Eines dieser politisierten Dogmen ist, daß der Holocaust einzigartig sei:16

„Die Überzeugung des weltlichen Judaismus, die Einzigartigkeit des Holocaust sei letztlich per se bedeutungsvoll, ... ist der Inbegriff eines Glaubens, der als Religion sowohl berühmt als auch berüchtigt ist: das Dogma. Und wie alle derartigen dogmatischen Überzeugungen verteidigen die Gläubigen sie um so heftiger, je mehr sie angegriffen werden. Für sie wurde das erste der Zehn Gebote abgeändert: ‚Der Holocaust ist ein eifersüchtiger Gott; du sollst keine Götter neben IHM haben‘.“

Die am häufigsten geäußerte Beschwerde betraf den Gebrauch des Wortes „Holocaust“ und „Genozid“, um andere Katastrophen zu beschreiben. Dieses Gefühl der Bitterkeit wurzelte in der – zumindest in „offiziellen“ jüdischen Reden axiomatischen – Überzeugung, daß der Holocaust einzigartig war. Da die Juden die Einzigartigkeit des Holocaust für sich anerkannten, daß er „unvergleichlich“, jenseits jeder Analogie sei, gab es keinen Grund, mit anderen zu wetteifern. Es gab keinen Wettkampf über das Unanfechtbare.17

Wie Novick bemerkt (1999, 196), kann man immer eine Art finden, auf die irgendein geschichtliches Ereignis einzigartig ist. In Lipstadts Augen ist aber jeglicher Vergleich des Holocaust mit anderen Genozid-Taten nicht nur sachlich falsch, sondern auch moralisch unerlaubt, und daher ein passendes Ziel für Zensur. Lipstadt stellt sich klar zu denen, die eine Forschung, die den Holocaust in einen vergleichenden Rahmen setzt, nicht nur kritisieren, sondern zensieren, z. B. Forschung, die die Einzigartigkeit des Holocaust in Frage stellt18 zitiert Lipstadt folgendermaßen: Leugnen der Einzigartigkeit des Holocaust ist „weit heimtückischer als offenes Leugnen. Es nährt das Holocaust-Leugnen und wird davon genährt.“ In Denying the Holocaust geißelt Lipstadt Ernst Nolte und andere Historiker, die „den Holocaust mit einer Vielfalt anderer Freveltaten des 20. Jahrhunderts verglichen“ haben, einschließlich dem armenischen Massaker, das 1915 begann, Stalins Gulag, der US-Politik in Vietnam, der sowjetischen Besetzung Afghanistans, und den Pol Pot-Greueltaten im ehemaligen Kambodscha.19

Lipstadt bezeichnet dies als „Versuche, solche unmoralischen Gleichsetzungen zu schaffen“. Im Abschnitt über die Einzigartigkeit des Holocaust zitiert sie zustimmend die Behauptung, daß „Die Judenvernichtung der Nazis ... eine grundlose Tat [d. h. ohne Ursache oder Rechtfertigung] war, die von einer erfolgreichen, modernen Industrienation auf dem Gipfel ihrer Macht ausgeführt wurde“ (S. 212). Das darin enthaltene Zitat ist von Richard Evans In Hitler’s Shadow.20 Auch wenn man dem verschiedene Bedeutungen beimessen kann, nehme ich das als Versuch, die Handlungen der Nazis völlig unabhängig vom Verhalten der Juden anzusehen. Meiner Ansicht nach ist ein solcher Standpunkt unhaltbar und Teil einer verbreiteten Tendenz bei jüdischen Historikern des Judaismus, daß sie die Rolle des jüdischen Verhaltens bei der Entstehung von Antisemitismus ignorieren, bagatellisieren oder rationalisieren. Das ist ein Hauptthema von Separation and Its Discontents. Aus meiner Perspektive als Evolutionist sind blutige und gewalttätige Konflikte ein in der Geschichte immer wiederkehrendes Thema. Der Versuch, den Holocaust als einzigartig zu bezeichnen, ist ein Versuch, den Holocaust aus der Sphäre der wissenschaftlichen Forschung, Interpretation und Debatte herauszunehmen und in das Reich des religiösen Dogmas zu versetzen, so wie die Auferstehung Jesu ein Glaubensartikel für große Teile der Christenheit ist.

Wenn wir die von Lipstadts Schriften befürwortete Art der Zensur akzeptieren, beginnen wir buchstäblich ein neues Zeitalter der Inquisition, in dem das Kriterium für Wahrheit nicht die offene wissenschaftliche Debatte, sondern das religiöse Dogma ist.

Peter Novick hat sehr viel interessantes Material über die politische Kampagne zugunsten einer Einzigartigkeit des Holocaust zusammengetragen. In der gleichen Erörterung, bei der er Lipstadts Erklärung zur Einzigartigkeit des Holocausts kommentiert, merkt er Elie Wiesels Vorstellung an vom Holocaust

„als einem geheiligten Mysterium, dessen Geheimnisse einer Priesterschaft von Überlebenden vorbehalten sind. Aber in einer diffusen Art, mit der Versicherung, daß der Holocaust ein heiliges Ereignis war, das einer profanen Darstellung widerspricht, daß er einzigartig der Erklärung oder dem Verständnis unzugänglich war, daß Überlebende eine privilegierte Autorität bei der Interpretation zukommt – alle diese Themen hallten dauernd nach.“ (d. h. in den letzten Jahren).21

Novick beschreibt auch eine massive Kampagne, den Holocaust zu einem spezifisch jüdisches Ereignis zu machen und den Opferstatus anderer Gruppen herunterzuspielen. Von 11 Millionen Opfer zu sprechen, war schlicht unannehmbar für Elie Wiesel und andere, für die die „große Wahrheit“ über den Holocaust in dessen jüdischer Besonderheit bestand.

Sie reagierten auf die Ausweitung der Zahl der Holocaust-Opfer auf elf Millionen in der Art, wie gläubige Christen reagieren würden, wenn das Opfer der Kreuzigung auf drei ausgeweitet würde: den Sohn Gottes und zwei Diebe.

Wiesels Kräfte machten sowohl innerhalb des Holocaust-Rates wie auch außerhalb mobil um sicherzustellen, daß sich ihre Definition durchsetzen würde. Obwohl jüdische Holocaust-Überlebende keine Rolle bei der Initiative zur Errichtung des Museum spielten, erlangten sie unter der Führerschaft von Elie Wiesel die Führung des Rates – zumindest moralisch, wenn nicht zahlenmäßig. Als ein Überlebender, Sigmund Strochlitz, als Ratsmitglied vereidigt wurde, verkündete er, daß es „ungebührlich und unangebracht“ sei, „Überlebende zu bitten, den Begriff Holocaust zu teilen ... unser Leiden ... mit anderen gleichzustellen“.

Bei einem Treffen des Rates wurde ein anderer Überlebender, Kalman Sultanik gefragt, ob in der Gedenkhalle des Museums an Daniel Trocme erinnert werden könnte, der in Majdanek wegen der Rettung von Juden ermordet und in Yad Vashem als „Gerechter Nichtjude“ geehrt worden war. „Nein,“ sagte Sultanik, denn „er starb nicht als Jude ... Die sechs Millionen Juden starben anders“.22

Aktivisten beharrten auf der „Unbegreiflichkeit und Unerklärbarkeit des Holocaust“23 „Selbst viele strenggläubigen Juden sind oft gewillt, die grundlegenden Mythen des Judaismus naturalistisch zu diskutieren – sie rationaler wissenschaftlicher Analyse zu unterwerfen. Aber sie sind nicht geneigt, dieses Denken anzuwenden, wenn es um das ‚unerklärlichen Geheimnis’ des Holocaust geht, wo rationale Analyse als unangebracht und frevlerisch angesehen wird.“24

Elie Wiesel „sieht die religiöse Bedeutung des Holocaust als „der Offenbarung auf dem Sinai gleichwertig“ an. Versuche, den Holocaust zu „entheiligen“ oder „entmystifizieren“ sind, wie er sagt, eine unterschwellige Form des Antisemitismus“.25

Eine 1998 vorgenommene Umfrage kam zu dem Ergebnis, daß ein „Gedenken an den Holocaust“ als „extrem wichtig“ oder „sehr wichtig“ für die jüdische Identität angeführt wurde, und zwar weit öfter als alles andere, etwa Synagogen-Besuche, Israel-Reisen, usw.

Dieses Beharren auf der Einzigartigkeit des Holocaust wurde durch die Zusammenarbeit jüdischer Organisationen und israelischer Diplomaten veranschaulicht, als sie im US-Kongreß ein Gedenken an den armenischen Genozid blockierten.

„Da Juden die Einzigartigkeit des Holocaust erkannten – daß er „unvergleichlich,“ jenseits jeder Analogie war – gab es keinen Grund, mit anderen zu wetteifern, es gab keinen Wettstreit über das Unanfechtbare“.26 Abraham Foxman, Chef der ADL, erklärte, der Holocaust sei „nicht einfach ein Fall eines Genozids, sondern ein beinahe erfolgreicher Anschlag auf das Leben von Gottes auserwählten Kindern, und damit auf Gott selbst“.27

Novick hat auch gezeigt, wie der Holocaust mit Erfolg jüdischen Interessen in der Politik dienstbar gemacht wird. Der Holocaust wurde ursprünglich gefördert, um nach den arabisch-israelischen Kriegen von 1967 und 1973 Unterstützung für Israel zu sammeln:

„Jüdische Organisationen ... [stellten] Israels Schwierigkeiten so dar, als rührten sie daher, daß die Welt den Holocaust vergessen habe. Der Holocaust-Rahmen erlaubte es, jedweden berechtigten Grund für Kritik an Israel als irrelevant zur Seite zu schieben, und so konnte man verhindern, daß auch nur die Möglichkeit erwogen wurde, daß richtig und falsch komplexe Sachverhalte waren.“ (S. 155)

Als die Bedrohung Israels schwand, wurde der Holocaust als Hauptquelle der jüdischen Identifikation gefördert und diente den Bemühungen, die Assimilierung und Mischheiraten von Juden zu bekämpfen. In dieser Zeit wurde der Holocaust auch unter Nichtjuden als Gegenmittel gegen Antisemitismus gefördert. In den letzten Jahren hat das ein weites Spektrum erzieherischer Bemühungen umfaßt (einschließlich Pflichtkurse an öffentlichen Schulen mehrerer [US-] Staaten), an deren Spitze jüdische Organisationen standen die, bemannt mit Tausenden von Holocaust-Professionellen, darauf abzielten, die Lektion zu vermitteln, „Toleranz und Vielfalt [sind] gut; Haß [ist] schlecht, unter der Überschrift ‚die Unmenschlichkeit des Menschen gegenüber dem Menschen‘“ (S. 258–259). Der Holocaust wurde so zu einem Instrument der Interessen des jüdischen Volkes, er war als Symbol gedacht zwecks Erweckung moralischer Empörung über Gewalt gegen Minderheiten – wobei die Juden der Prototyp waren.

Appell zur Duldung der Andersgläubigkeit

Irving mag, wie viele Historiker, die Ereignisse durch einen Filter persönlicher politischer und intellektueller Überzeugungen sehen, und das mag ihn sogar – vielleicht unbewußt – dazu führen, seine Daten in einer speziellen Art zu interpretieren. Das ist ein allgemein bekanntes Problem, das alle Sozialwissenschaften beeinträchtigt, und auch jüdische Sozialwissenschaftler sind sicherlich nicht gegen diese Neigung gefeit. Ich habe bereits die vielen Beispiele der von Juden verfaßten Geschichtsschreibung der jüdischen Geschichte angesprochen, die deutlich apologetische Tendenzen zeigen, um die jüdische Eigengruppe in einem günstigen Licht erscheinen zu lassen und den Antisemitismus als pathologisch darzustellen, als ob er irrational und vollständig ohne Bezug zum tatsächlichen Verhalten der Juden sei.

Diese Werke wurden von den angesehensten akademischen und gewerblichen Verlagen veröffentlicht. Es ist bemerkenswert, daß Albert Lindemann die Werke der jüdischen Holocaust-Historiker Lucy Dawidowicz und Daniel J. Goldhagen als Beispiele für parteiische Geschichtsforschung anführt – ein klarer Hinweis darauf, daß der Bereich der Holocaust-Forschung politisch belastet bleibt. Darüber hinaus beschreibe ich in The Culture of Critique mehrere sehr einflußreiche geistige Strömungen (Boassche Anthropologie, Freudsche Psychoanalyse, die Sozialwissenschaft der Frankfurter Schule) die sich selbst als Wissenschaft darstellen, tatsächlich aber stark unter Einfluß der jüdisch orientierten Zielsetzungen ihrer Begründer standen, insbesondere der Bekämpfung des Antisemitismus.

Intellektuelle Scheuklappen und politische Zielsetzungen sind eine Tatsache des akademischen Lebens. Aber selbst wenn bewiesen würde, daß David Irving tatsächlich eine gewisse Schräglage in sein Werk einbringt: selbst die allerparteiischsten Forscher können durchaus unschätzbares Wissen beitragen. Wissenschaft kommt zustande, wenn die Arbeit aller Forscher Bestandteil des Marktplatzes der Ideen wird, und wenn Gelehrte nicht angeschwärzt werden und ihre Wissenschaft nicht einfach deshalb zensiert wird, weil sich ihre Schlußfolgerungen über die zeitgenössische Orthodoxie hinwegsetzen.

Zum Verfasser

Professor Kevin MacDonald lehrt an der California State University in Long Beach Psychologie. Er hat an der Universität Connecticut im Fach Verhaltensbiologie zum Dr. phil. promoviert.

Anfang der 1980er Jahre hatte er begonnen, das evolutionäre Paradigma auf Gruppenstrategien im Alten Griechenland und sozial erzwungene Monogamie im Alten Rom und in Europa zu Beginn des Mittelalters anzuwenden.

Das führte ihn zu einer Beschäftigung mit der Katholischen Kirche als einer wichtigen Einrichtung sozialer Kontrolle, wie auch zur Erforschung des Judaismus als einer religiösen Gruppenstrategie.

Prof. Kevin Macdonald hat sieben Bücher veröffentlicht (zwei davon als Herausgeber), sowie über 30 wissenschaftliche Artikel, die das menschliche Verhalten unter evolutionären Gesichtspunkten betrachten. Er zieht die Evolutionspsychologie auch für die Deutung ethnischer Konflikte in der Geschichte heran.

Im Zusammenhang mit dem Judaismus-Projekt verfaßte Kevin MacDonald drei Bücher, die alle das Thema ethnische Konflikte behandeln.

Die Bedeutung dieser Trilogie für die Beurteilung der Interaktionen zwischen Juden und Nichtjuden kann gar nicht überschätzt werden.

I) A People That Shall Dwell Alone: Judaism as a Group Evolutionary Strategy (Ein Volk, das für sich leben soll – Judentum als Evolutionsstrategie) Westport, Connecticut: Praeger, 1994; 302 S.,

II) Separation and Its Discontents: Toward an Evolutionary Theory of Anti-Semitism (Absonderung und die damit Unzufriedenen: Zu einer Theorie über die Evolution des Antisemitismus) Westport, Connecticut: Praeger, 1998; 325 S.,

III) The Culture of Critique: An Evolutionary Analysis of Jewish Involvement in Twentieth-Century Intellectual and Political Movements (Der Kult des Kritisierens: Eine evolutionäre Analyse der jüdischen Beteiligung an geistigen und politischen Bewegungen des 20. Jahrhunderts, Westport, Connecticut: Praeger, 1998; 376 S.,

Der Leser möge sich nicht abschrecken lassen vom Umfang des Gesamtwerkes. Allen Lesern, die ausreichend des Englischen kundig sind, empfehlen wir, mit der Einleitung zu beginnen, die Prof. MacDonald 2001 neu für die Taschenbuch-Ausgabe von The Culture of Critique verfaßt hat. Sie ist online verfügbar über: http://www.csulb.edu/~kmacd/books-Preface.html

Weitere Arbeiten des Verfassers:

The Jewish Influence, Washington Summit Publishers, 2004

Auch dieses Werk gibt eine kompakte und hochkarätige Übersicht über dieses wichtige Thema. Wir werden in Kürze eine Besprechung darüber bringen.

Anmerkungen