Wissenschaft ist die unendliche Revisionüberkommener Thesen, Paradigmen, Dogmen und Glaubenssätze. Auch die Thesen der Revisionisten selbst unterliegen dieser kritischen Wiederbetrachtung. Ein Beispiel eines solchen Revisionsversuches revisionistischer Thesen wird nachfolgend vorgestellt. Die vom Autor präsentierte These geht davon aus, daß es im größten aller deutschen Konzentrationslager, Auschwitz-Birkenau, nicht, wie von allen Autoren bisher angenommen, vier große Krematorien zur Einäscherung menschlicher Leichen gegeben hat, sondern nur ein Krematorium. Der Autor hat diese These entwickelt, als er sich eingehend mit der Entstehung des Auschwitz-Mythos in der Propaganda der Alliierten sowie der verschiedenen Untergrundorganisationen im deutsch besetzten Europa auseinandersetzte. In diesem Beitrag legt der Autor dar, wie sich seine These aufgrund seiner anfänglichen Studien entwickelte. In einem späteren Beitrag wird er dann auf die vielen vermeintlichen Gegenbeweise eingehen, die in Form schriftlicher Dokumente und Bauzeichungen in großem Umfang vorliegen. Die Redaktion ist sich des provokativen und revolutionären Charakters dieser These bewußt. Sie ist zudem zum jetzigen Zeitpunkt nicht davon überzeugt, daß sie richtig ist. Angesichts der bekannten Beweise (Zeugenaussagen, Dokumente und materielle Spuren) scheint Bckers These eher absurd zu sein. Aber behaupten die exterminationistischen Historiker nicht dasselbe von den üblichen revisionistischen Thesen? Und fordern wir von diesen nicht zu Recht, uns dennoch anzuhren und unsere Argumente zu diskutieren? Und weil wir anderen nicht verwehren dürfen, was wir selbst von Dritten fordern, hat sich die Redaktion entschlossen, diesen Beitrag unverndert abzudrucken. Wenn damit erreicht wird, daß bisher ungestellte, aber wichtige Fragen bewußt gemacht und womglich schlüssig beantwortet werden, so ist schon viel erreicht worden. (VffG)
1. Vorbemerkung
Im vorangegangenen Artikel "Ein Kommentar ist an dieser Stelle überflüssig" (VffG 2/98, S. 120-129) war ein Bild untersucht worden, welches schon lange von einer politischen Propaganda-Genossenschaft dazu benutzt wird, die Legenden des sowjetpolnischen Oswiecim-Museums zu beweisen. Mehrere Bildbearbeiter hatten aus einem schlechten Ölbild einer sowjettschechischen Propagandaabteilung von 1956 mit Retuschen ein "SS-Foto von 1943" fabriziert. Damit wollten sie die angebliche Existenz zweier Birkenauer Krematorien "dokumentieren", die ab 1943 mit je fünf 3-Muffel-Einscherungsfen Typ "Buchenwald" ausgestattet worden und in Betrieb gegangen sein sollen. Alleine die Vorstellung, daß im vierten Kriegsjahr die Erfurter Maschinenbaufirma J. A. Topf & Söhne noch eisenverschwenderische Ofenmodelle aus ihrer Friedens-Produktpalette bauen und liefern konnte, ohne materialeinsparende Konstruktionsvernderungen und Ersatzstofflsungen vorgenommen zu haben, ist absurd.
Um auch dem technischen Laien den Zugang zur Einscherungs-Materie zu erleichtern, sollen hier noch ein paar allgemeinverstndliche Bemerkungen im Lexikon-Stil vorangestellt werden.
Feuerbestattung, Leichenverbrennung, Einscherung, Kremation, Totenbestattung, bei der der Leichnam durch Hitze in Asche verwandelt wird, Feuerbestattung kommt vereinzelt in der Altsteinzeit vor, wird dann gegen Ende der Jungsteinzeit hufiger und von der mittleren Bronzezeit an zur herrschenden Sitte. Nach der Verbrennung auf Scheiterhaufen wurde die Knochenasche, der Leichenbrand, gesammelt und in einer Urne beigesetzt. Die Feuerbestattung war in der ganzen Alten Welt, vorrangig bei den Griechen, Rmern, Kelten und Germanen, verbreitet, mit Ausnahme gyptens. Sie ist heute noch bei Indern, Japanern und Naturvlkern üblich. Sie verschwand in Europa erst ganz langsam mit der Ausbreitung des Christentums. 784 wurde sie als "heidnischer" Brauch verboten. Erst ab Mitte des 19. Jahrh. wurde sie neben der Erdbestattung wieder zugelassen, vermutlich wegen der damals hufigen Choleraepidemien und aus sonstigen hygienischen und sthetischen Gründen, sowie der zweckmßigen Verringerung der großen Friedhfe bei großen Stdten. Anfngliche starke kirchliche Widerstnde sind verschwunden; nur die rmisch-katholische Kirche lehnt die Feuerbestattung ab und untersagt sie ihren Mitgliedern bis in die Gegenwart. Auch in der jüdischen Tradition kommt die Feuerbestattung nicht vor.
Seit dem letzten Viertel des 19. Jahrh. werden besondere Krematoriumsfen für die Feuerbestattung verwendet. Die Feuerbestattung erfolgt in Leicheneinscherungsanstalten (Krematorien), die neben der Verbrennungsanlage Rume für Leichenaufbewahrung und Leichenfeier enthalten. Die Verbrennung erfolgt in Verbrennungsfen in reiner, etwa 1000 Grad heißer Luft, die durch ein mit Regenerativfeuerung (Brennstoff: Koks) weißglühend gemachtes Schamottemauerwerk erwrmt wird. Die Leiche trocknet zunchst oberflchlich ein, dann verbrennt diese Schicht, die nchste trocknet, verbrennt u.s.f. Flammenbildung an der Leiche ist dabei nur ganz unbedeutend. Eine Verbrennung (Einscherung) dauert etwa 90 Minuten; es bleibt ungefhr 1 kg weißlicher, pulvrig-brckliger Asche übrig, die in 20 cm hoher, verlteter Kapsel, mit Namen, Geburts- und Todestag versehen, den Angehrigen übergeben wird. Die Kapseln werden entweder in Urnen untergebracht, die in Nischen von Urnenhallen (Kolumbarien, meist in der Einscherungsanstalt) oder in Urnenhainen auf den Friedhfen stehen, oder dort in Aschengrbern bestattet. (Brockhaus 1928 und 1938)
Gasgenerator, Gaserzeuger, Anlage zum Erzeugen brennbaren Gases, besonders für Gasfeuerungen, meist Schachtofen, in dem das zu vergasende Material (Kohle, Koks, Torf u. dgl.) in hoher Schicht verbrannt wird, wobei, beim Durchgang der im unteren Teil der Schicht entstehenden nicht brennbaren Kohlensure durch die glühende Oberschicht, erstere zu brennbarem Kohlenoxyd reduziert wird, was durch das Einblasen von Luft (Druckluftgeblse) bewerkstelligt wird. Eine besondere Form der Gasfeuerung ist die Regenerativfeuerung, welche 1856 von Friedrich Siemens erfunden wurde. Diese Gasfeuerung findet Verwendung besonders zum Beheizen von metallurgischen fen (Puddel-, Siemens-Martin-Hochfen u. dgl.), Glasfen, Leichenverbrennungsfen u.a. Das im Gasgenerator erzeugte Gas wird in einem geschlossenen Raume, der Brennkammer - falsch "Gaskammer" -, verbrannt, in dem oder über dem sich das zu erhitzende Objekt befindet. Das Gas wird unter Beimischung von Luft durch einen Kanal zugeführt. Führt man die heißen, dem Brennraum entstrmenden Abgase vor Eintritt in den Kamin durch einen mit Steingitterwerk ausgesetzten Kanal (Regenerator), wobei sich die Steine hoch erhitzen, so ist man imstande, deren Hitze zum Vorwrmen der frischen dem Brennraum zustrmenden Gase zu verwenden, wenn man den Weg (Gang) der Gase zeitweilig umkehrt durch geeignete Umschaltung (Siemens' Generativfeuerung). (Brockhaus 1928 und 1938)
Unter Muffel versteht man einen Ofenraum aus feuerfestem Material, in dem durch indirekte Heizung - die Flammen gelangen nicht in den Muffelinnenraum - eine hohe Hitze erzeugt wird. Öfen, die mit Muffeln ausgestattet sind, sogenannte Muffelfen, werden in der Kremierungstechnik, in der Metallhrtung, in Ziegeleien, Keramikwerksttten und der Brotbckerei benutzt. Eine Muffel bezeichnet man nicht als "Ofen". Dieser Hinweis ist wichtig, weil in der politischen Propaganda, besonders in der sowjetpolnischen Darstellung über Kremierungsfen, hufig Einscherungsmuffeln als Öfen bezeichnet und gezhlt werden. Für die Ausstattung des Birkenauer Krematoriums mit 4 Doppelmuffelfen - gleich 8 Einscherungsmuffeln insgesamt - und einem Müllverbrennungsofen tauchten bisher folgende irreführenden Bezeichnungen auf: "9 Öfen", "8 Öfen", "8 Muffelfen", "4 Öfen auf beiden Seiten" , "2 Öfen mit 4 Muffeln" "ein Achtmuffelofen", "ein Hochofen", "ein Verbrennungsofen mit 9 Kammer zu je 4 Öffnungen".
Auf Seite 124 von VffG 2/98 war nun das vermutlich einzige existierende Originalfoto der Inneneinrichtung des Birkenauer Krematoriums abgebildet worden, welches einen der vier eingebauten Doppelmuffel-fen in der Feierabend-Stellung zeigt. Bildunterschrift:
"Der typische Topf-Doppelmuffel-Einscherungsofen in der Kriegsversion für KLs: Sarglose Beschickung durch geholmte Muldentragen über klappbare Rollengestelle auf materialschwachen Führungsstangen. Aschekastenmulden vor den Aschetüren und Führungsschienen für den Aschekastenabtransport durch Kastenkarren wurden wegen Materialmangels nicht eingebaut. Bei 10-stündigem Dauerbetrieb konnten in dieser Doppelmuffel-Anlage mit Gasgenerator 12 bis 14 Verstorbene tglich eingeschert werden." (aus Baum, Anm. 26f).
Das Baum-Foto ist höchtwahrscheinlich eine heimliche Aufnahme der Auschwitzer Lagerpartisanen.
Der nachfolgende Beitrag will zuerst beweisen, daß das Baum-Foto keine Aufnahme von einer hnlich aussehenden Ofenattrappe im Mauthausener KL-Museum ist. Ferner soll einer Legende entgegengetreten werden - die u.a. von Pressac erzhlt wird -, welche die Modellgleichheit der Mauthausener mit der Oswiecimer Ofenattrappe behauptet. Auch die Fragen, warum Baum nicht die Herkunft seines Fotos preisgab und woher die Mauthausener Ofenbauteile wirklich stammen, sollen beantwortet werden. Dabei wird auch berichtet werden, ab wann, aus welchem Anlaß, mit welchen Inhalten und durch wen die Auschwitzer Krematorien- und Ofenpropaganda benutzt wurde und welche Versionen und Propaganda-Elemente zum heutigen Auschwitz-Bild führten. Nebenbei soll bewiesen werden, daß es im neuen oder "zweiten" Krematorium von Auschwitz in Birkenau vier Doppelmuffel-fen in der Kriegsversion gab. Diese Ausstattung verdoppelte die bisherige Einscherungskapazitt und machte das "alte" Krematorium überflüssig, welches dann auch Mitte 1943 stillgelegt wurde. Aus kriegsbedingter Rohstoffknappheit waren bei dem neuen Krematorium nicht betriebsnotwendige Eisenteile eingespart worden, wie Schienen, Wartungsloren und Aschekasten-Hunte. Vermutlich wurden Zug um Zug mit dem Aufbau der neuer Öfen, gleichzeitig die beiden Doppelmuffelfen des "alten" Krematoriums demontiert und deren Baustze, nach Ergnzung defekter und abgenutzter Teile, im neuen Krematorium wiederverwendet. Die Funktion der Wartungsloren und Hunte wird erklrt werden. Zum Schluß wird Filip Müllers Propagandaeinsatz für das PMO-Museum vorgestellt und seine Legende zerpflückt werden, die behauptet:
"In Auschwitz wurden die Öfen mittels überladener Eisenloren auf Schmalspurgleisen im 20-Minuten-Takt beschickt".
Wem die notwendige komplizierte, detailgenaue technische oder psychologische Beweisaufnahme in einigen Abschnitten zu langweilig ist, hat mit diesem Vorwort schon eine kurze Inhaltsübersicht bekommen und lese beim nchsten Abschnitt weiter, wo es dann wieder flüssiger und allgemeinverstndlicher weitergeht. Leser, die weitere Quellenhinweise, Erklrungen oder Fragen haben, wenden sich bitte vertrauensvoll an die VffG-Redaktion. Für Schreib- oder Ausdrucksfehler wird um Verstndnis gebeten, da der kleine Verlag sich noch keinen wissenschaftlichen Lektor leisten kann. Für Denk- oder Beweisführungsfehler tadele man den Autor.
2. Die einzige bisher verffentlichte Innenaufnahme des Birkenauer Krematoriums: Ein Topf-Doppelmuffelofen
Im VffG 2/98, S. 124, wurde ein vermutliches Partisanen-Foto mit dem typischen Topf-Doppelmuffel-Einscherungsofen in der Kriegsversion abgebildet. Dieses Ofen-Foto ist ein Schlüssel zum Hintergrund verschiedener Propaganda- und Museums-Legenden. Das Foto (Abb. 1) zeigt am rechten Rand eine Krümmung im Mauerwerk und in den Metallstreben. Dabei handelt es sich um einen Kopierfehler. Um den Buchrücken zu schonen wurde die Buchseite mit der Abbildung nicht glatt auf den Kopierer gepreßt. Die verkippte Aufnahme ist aber richtig wiedergegeben und so auch im Baum-Buch Die letzten Tage von Mauthausen zu finden.[1] Damit wird das Foto interessant. Der Fotograf, vermutlich ein Auschwitzer Lagerpartisan, nahm offenbar das Objekt heimlich und in Eile auf und verkantete dabei den Fotoapparat.
Im "großen" Pressac wird eine professionelle und unverkantete Aufnahme aus dem Mauthausener KL-Museum gezeigt, wo ein rekonstruierter Doppelmuffel-Einscherungsofen der Erfurter Maschinenfabrik J. A. Topf & Söhne nach dem Krieg als museales Anschauungsobjekt aufgebaut worden war.[2] (Abb. 2) Diese Museums-Attrappe wurde scheinbar detailgetreu nach der Vorlage des "Partisanen"-Fotos (Abb. 1) zurechtgemacht und ausstaffiert.
Die Mauthausener Ofenattrappe ist ohne Geblse und E-Motor im Untergeschoß des ehemaligen Hftlingskrankenhauses ausgestellt. Pressac hlt sie für ein baugleiches Modell eines Doppelmuffelofens aus dem Mitte 1943 stillgelegten "alten" Krematorium von Auschwitz.[3] (Abb. 3) In seiner Bildunterschrift bezeichnet Pressac die Ofenattrappe als "den berühmten "Weltenbummler"-Doppelmuffelofen, dessen Metallteile Auschwitz gesehen haben und der zum Schluß im KL Mauthausen installiert wurde, wo er noch heute zu besichtigen ist." Offensichtlich kursiert in den KL-Museen von Oswiecim und Mauthausen eine "dokumentengestützte" Legende über das Auftauchen dieses Doppelmuffelofens "Typ Auschwitz" in Mauthausen. Dessen Einzelteile wren angeblich fehlwaggoniert und am 30.4.1942 irrtümlich in Auschwitz ausgeladen worden.[4] Erst fünf Monate spter htte dann die Auschwitzer SS-Bauleitung ihre Kollegen in Mauthausen mit Schreiben vom 30.9.1942 und beigelegter Teileliste (Abb. 4) darüber informiert und ihnen gleichzeitig mitgeteilt, daß die Irrluferteile schon seit dem 22.9.1942 wieder auf Achse zu ihrem richtigen Bestimmungsort wren.[5] Anfang Januar 1945, also 27 Monate spter, habe man endlich den umhergeirrten und langgelagerten Doppelmuffelofen im KL Mauthausen aufgestellt.[6] Diese ganze Geschichte hat den Fehler, daß in ihr die vielgerühmte preußisch-deutsche Gründlichkeit und Ordnung unberücksichtigt bleibt. Auch die blitzkriegerische deutsche Militrausbildung, wo alle Vorgnge mglichst im Laufschritt und "wie ein gelter Blitz" abzulaufen hatten, haben die beteiligten Akteure erkennbar nicht absolviert. Die geschilderte Legende unterstellt somit der Bauleitung der Waffen-SS ein pflichtwidriges sabotageverdchtiges Bummelantentum. Dadurch wird die Geschichte unglaubhaft!
Die Ofenattrappen im Mauthausener und im Auschwitzer Museum hält Pressac für die Nachbauten der gleichen Serienmodelle der Firma Topf. Für die groben Konstruktionsfehler - vertauschte Ofentüren -- im sowjetpolnischen Auschwitz-Museum, hat Pressac die simple Erklrung: Die Öfen wurden aus der Erinnerung und ohne sich in Mauthausen zu erkundigen nachgebaut.[7] Pressac hat aber, widersprüchlich zu dieser Erklrung, selber an anderer Stelle "das hervorragende historische Material der Polen und Sowjets" gelobt und damit die Beuteakten der SS-Bauleitung, nebst den Topf-Ofenbauplnen, gemeint.[8] Gleichzeitig will Pressac aber nicht den Widerspruch zwischen einem "Dokument" im Bundesarchiv und der Mauthausener Ofenattrappe sehen.[9] Die erwhnte Teileliste vom 26.9.1942 spricht von "10 Laufschienen für den Einführwagen" und von "einem Einführwagen mit Abstreifer" so wie sie heute auch im PMO-Museum zu sehen sind. (Abb. 3 u. Abb. 4) Diese angeblich nach Mauthausen gelieferten Teile fehlen aber sichtbar bei der dortigen Ofenattrappe. Keine Schienen mit einem aufgesetzten "Leicheneinführwagen" sind vorhanden. (Abb. 2) Dagegen fehlen bei der Oswiecim-Attrappe die klappbaren Rollenhalter für die Einführung der geholmten Muldentragen.[10] Die Mauthausener Ofenattrappe hat konstruktionsmßig nichts mit der "Teileliste" und den Oswiecim-Attrappen zu tun, sondern kann eindeutig dem Birkenauer Krematoriumsofen auf dem "Partisanen"-Foto zugeordnet werden. Mit ihrer Legende über den "globe-trotting"-Doppelmuffel-Einscherungsofen von Mauthausen und seiner Verwandtschaft mit den Altmodellen im "alten" Krematorium, den heute gezeigten PMO-Attrappen, wollen die beteiligten KL-Museen und Pressac offensichtlich eine falsche Spur legen und von der ursprünglichen Herkunft der Mauthausener Ofenteile aus dem Birkenauer Krematorium ablenken.
Bruno Baum hatte das Foto des "gekippten Ofens" ohne Quellenangabe seinem Mauthausen-Buch beigegeben. Er war Vorsitzender des Auschwitzer Hftlingskomitees der DDR und stand politisch auch mit dem Mauthausener Hftlingskomitee, welches die Ausgestaltung des sterreichischen KL-Museums besorgte, in enger Verbindung.[11] Baums Foto zeigt einen Doppelmuffelofen mit Gebrauchsspuren in Einscherungs- und Ascherumen, eine verbogene Haltestange für das Rollengestell und ein muldenloses Fliesenmosaik vor dem Ofen. Die Mauthausener Ofenattrappe zeigt scheinbar die gleichen Merkmale - selbst die Öffnungswinkel der Ofen- und Aschetüren und eine eingestreute Asche-Imitation stimmen -, so daß man das Baum-Foto für eine verwackelte Aufnahme der Attrappe halten kann oder soll. Aber genau umgekehrt bekommt die Angelegenheit einen Sinn. Die Mauthausener Ofenattrappe wurde mit vorhandenen Bauteilen und nachbesorgten Einzelteilen genau dem Baum-Foto nachgebaut! Drei Fehler verraten noch, daß Baums Foto nicht von der Attrappe aufgenommen wurde. Der Fußboden des Raumes zeigt eine Fliesung mit quadratischen Kacheln. Auf diese wurde vor der Attrappe, in deren gesamter Breite, eine zweite Fliesung mit lnglichen Kacheln aufgebracht, welche der Bodenfliesung auf dem Baum-Foto entspricht. Die Fliesenfuge auf dem Baum-Bild, welche genau mit der mittleren Fuge der Ofenrahmenstreben zusammenfllt, ist bei der Attrappe von dieser Mitteposition um eine Daumenbreite versetzt worden. Die linke Verbiegung der Rollenhalterstange wurde, abweichend vom Baum-Foto, zu spitzwinklig und zu stark vorgenommen. Die Mauthausener Attrappe besitzt am oberen Ofentürrahmen Schließknebel für die Muffeltüren, die auf dem Baum-Foto fehlen! Wo aber wurde Baums "Kippofen"-Foto aufgenommen und woher hatte das Mauthausener KL-Museum die Bauteile eines originalen Birkenauer Doppelmuffelofens?
3. Drei Doppelmuffel-Einscherungsfen werden zu "drei Krematorien"
Vermutlich zeigt Baums "Kippofen"-Foto einen Ausschnitt des "neuen", grßeren Krematoriums von Auschwitz, welches Mitte 1943, piettvoll verborgen in einem kleinen Wldchen nahe dem geplanten Birkenauer Lazarett- und Quarantne-Lager im KGL Bauabschnitt III, in Betrieb genommenen wurde. Es war mit 4 Doppelmuffel-Einscherungsanlagen mit insgesamt 8 Einscherungsmuffeln ausgestattet worden. "Ein tapferer Kamerad fotografierte unter Lebensgefahr die Inneneinrichtung.", berichtete Baum, Führungsmitglied der Auschwitzer Lagerpartisanen, 1945 in einer KPD-Zeitung. "Auch diese Bilder schickten wir den Krakauern."[12] Das Baum-Foto zeigt mit großer Wahrscheinlichkeit das einzige verffentlichte Partisanen-Foto des neuen Auschwitzer Krematoriums in Birkenau, welches durch die Mauthausener Attrappe seine Tarnung erhält.[13] Die Sowjets hatten gleich nach der Eroberung des KLs Auschwitz in einer ersten Propaganda-Meldung von "12 Spezialfen" und einen Tag spter dann von "einem Hochofen" gesprochen. (Siehe weiter unten) Spter mußten sie diese propagandistische Einscherungskapazitt, in Abstimmung mit anderen Legenden der Kriegspartner, korrigieren. Um sich nicht selber stndig zu widersprechen, mußten sie ihre zuerst behaupteten "12 Spezialfen" irgendwie nachweisen. Zu diesem Zweck ließen sie "10 Dreimuffelfen mit 2 Schornsteinen und 2 Achtmuffelfen mit 4 Schornsteinen" in verschiedenen Birkenauer Bauwerken, die so zu "Krematorien" gemacht wurden, auf dem Papier entstehen (vgl. Abb. 6). In abkopierten deutschen Bauzeichnungen ließen die Sowjets ihre Ofenphantasien einzeichnen und diese fabrizierten "Beweisdokumente" dann als angebliche Originalbauzeichnungen der WSS-Bauleitung in ihrer Propaganda ausschlachten. Besonders auf die bauzeichnerische Umwandlung der vier Doppelmuffelfen in der Topf-Kriegsversion im Birkenauer Krematorium zu einem einzigen Superofen in einer 8-Muffelversion, den die Sowjets bauzeichnerisch noch in ein zweites Gebude hineinkonstruierten, legten sie großen Wert.[14] So retteten sie ihre Propagandazahl von "12 fen", obwohl es niemals einen 8-muffligen Super-Einscherungsofen mit der feuerungstechnisch umwlzenden Neuheit von 2 Schornsteinen im Birkenauer Krematorium gegeben hat. Der Mitarbeiter der sowjetischen Untersuchungskommission Dr. Filip (engl. Philip) Friedman hat 1945 diese bauzeichnerische sowjetische Supererfindung in ihrer "deutschen" Leistungsfhigkeit genau beschrieben.[15]
"Der höchste Ausdruck deutscher Technik auf diesem Gebiet waren die Krematorien IV und V, alle in Birkenau, die 1943 in Betrieb genommen wurden. Hier gab es zwar nur 2 Öfen mit je 8 Retorten [=Muffeln], aber sie waren so modernisiert und verbessert, daß mit dieser (Ofen-)Produktion alle vorherigen wesentlich übertroffen wurden. Es wurden in jeder Retorte 5 (fünf) Menschen in 10 (zehn) Minuten verbrannt, d.h. daß ein Ofen in einer Stunde 240 Menschen verbrannte. Die Retorten hatten eine 2 (zwei) Meter breite, viereckige Öffnung, in die die Leichen mit Hilfe eines speziellen Eisenfahrgestells gelegt wurden, so wie bei einem Bckereiofen (Daher nannten die Gefangenen von Auschwitz das Krematorium in ihrer Lagersprache "die Bäckerei"). Die Leichen wurden in der Retorte so gestapelt, daß unten 2 Kanadier lagen und darauf 3 Muselmannen. Die Muselmannen waren so abgemagert und ohne Fett, daß sie nur sehr schwer brannten. [...] Die Öfen der Krematorien arbeiteten mit Gasgeneratoren. Die sparsamen Deutschen sorgten dafür, daß Heizmaterial nicht umsonst vergeudet wurde. So passierte es, wenn in Birkenau zu wenig Leichen zu verbrennen waren, daß man nach Auschwitz I wegen "Rohmaterial" telefonierte. Dann wurde in Auschwitz I schnell eine Selektion vorgenommen und ein Posten Opfer nach Birkenau geliefert. Der Leiter des Krematoriums war der SS-Mann Moll."[16]
In der englischen übersetzung des Friedman-Urtextes von 1945 wurden in der Londoner Verffentlichung 1946 die Zahlenangabe zur Muffelbeschickung, die "Muselmannen und Kanadiern" und die "Spontanselektionen" weggelassen und ein paar sinnverndernde Korrekturen vorgenommen.[17] Eine übersetzung der ersten, polnischen Textversion auch ins Deutsche und deren Verffentlichung wurde bisher vom Institut für Zeitgeschichte in München unterlassen. Vermutlich würde Friedmans schlampige Beweisführung den aktuellen "Forschungsstand" über Birkenau stren. Bei seinem Versuch, mehrere Krematorien in Birkenau zu "dokumentieren", beweist Friedman aber, wenn wohl auch unabsichtlich, mehrmals die Existenz von nur einem einzigen Krematorium: SS-Mann Moll ist bei ihm nicht Leiter mehrerer Krematorien, sondern nur Chef "des Krematoriums", und die Gefangenen bezeichneten bei ihm nicht mehrere Krematorien als "die Bckereien", sondern nur "das Krematorium" nannten die Häftlinge in ihrer Lagersprache "die Bäckerei".
Da sich ein behaupteter "8-Muffelofen" mit 2 Kaminen selbstverstndlich und konstruktionsbedingt nicht in vier selbstndig funktionierende Topf-Doppelmuffelfen auflsen lßt, durfte auch kein echtes Partisanen-Foto von einem einzelnen funktionstüchtigen Doppelmuffelofen des Birkenauer Krematoriums gezeigt werden. Daher vermutlich wurde die Legende um die Mauthausener Ofenattrappe und deren angebliche Modellgleichheit mit den 2 (zwei) Doppelmuffelfen im "alten", Mitte 1943 stillgelegten, Krematorium im Auschwitzer Stammlager gestrickt.[18] Ob nun die Mauthausener Museums-Attrappe erst nach Baums Veröffentlichung des Partisanen-Fotos oder schon vorher vom österreichischen Häftlingskomitee, unter Berücksichtigung des intern bekannten Partisanen-Fotos, aufgebaut wurde, soll hier nicht nher untersucht werden.
Auch die Häftlingsschreiber Vrba und Wetzler, die im April 1944 aus Birkenau geflüchtet waren, kannten die genaue Ausstattung des "neuen" Krematoriums mit vier Doppelmuffel-fen. Die auf ihren Angaben fußende Propaganda-Version des US-WRB-Reports vom Herbst 1944 gibt noch die Krematoriumseinrichtung mit "9 Öfen" an. Hinter dieser Angabe verbergen sich hchstwahrscheinlich die 8 Muffeln der 4 Doppelmuffelfen und ein dazugezhlter Müllverbrennungsofen. Von ihrem Partisanengenossen Filip Müller, ein Krematoriumsheizer, der wie Wetzler im Lagerabschitt BII D inhaftiert war, wußten sie auch, daß als Einscherungszeit für Verstorbene die üblichen 90 Minuten bentigt wurden und daß es im Krematoriumsgebude noch eine Müllverbrennungsanlage gab, für die vermutlich der zweite Schornstein gebraucht wurde.[19] Um die Massenmord-Legende glaubhaft aufzubauen, hatte der US-WRB-Report die allgemein bekannte und von Vrba/Wetzler mitgeteilte Leicheneinscherungszeit für Krematoriumsfen von 90 Minuten nicht propagandistisch reduziert -- wie von der spteren Sowjetpropaganda unternommen (auf 30 bis 10 Minuten verkürzt) -- , sondern die "9 Öfen" gleich noch in drei weiteren Birkenauer Bauwerken behauptet. Diese wurden dann als "Krematorien I bis IV" bezeichnet und die Öfen bekamen noch je 4 (vier) Riesenmuffeln für die gleichzeitige Einscherung von je 3 (drei) Leichen angedichtet. Damit sollte eine "tgliche Vernichtungsrate von 6000 Opfern" bewiesen werden. Alle behaupteten "4 Krematorien" wurden dann noch zeichnerisch mit dem gleichen Grundriß in der Umrißform einer deutschen Stielhandgranate vom WRB-Report vorgestellt (vgl. Abb. 5).[73] Wer diese verffentlichte Propaganda-Version mit den "36 Öfen" erfunden hat -- die tschechischen Lagerpartisanen, die Preßburger Anlaufstelle, die tschechischen Kontaktleute in der Schweiz oder die US-Geheimdienstabteilung für "schwarze Propaganda" - ist bisher nicht bekannt geworden.
Nach Baum wurden "Ende Oktober 1944 drei von vier Krematorien in Birkenau abmontiert, in ihren Einzelteilen sorgfltig numeriert und zwei nach Groß-Rosen und eins nach Mauthausen verschickt."[20] Diese Wortwahl macht stutzig. Natürlich wurden keine drei Krematoriumsgebude, keine drei Leicheneinscherungsanstalten mit Ziegelmauerwerk, Schornsteinen und Leichenaufbahrungshallen in Einzelteile zerlegt und zur Verschickung an verschiedene Standorte durchnumeriert. Die Durchnumerierung ergabt nur einen Sinn, wenn in einem Krematoriumsgebude die Metallskelette, Spannstangen, Winkeleisen und Gußteile dreier Kremierungsfen, dreier Einscherungsanlagen, demontiert und auseinandergeschraubt wurden, um sie verwechselungsfrei, zusammen mit ein paar Schamottesteinen, Schürhaken, Rosten, Leicheneinführtragen, Gasgenerator-Anlagen und Wartungsgerten, zum Bahnversand zu bringen. Die sorgfltige Numerierung der Einzelteile der zerlegten Doppelmuffel-Einscherungseinheiten, hielt diese Konstruktionselemente in wiederaufbaufhigen Baustzen zusammen. Die sorgfltige Numerierung beugte auch heimlicher Sabotage durch Teilevertauschung, Entnahme oder Fehlversand vor. Der geschulte KP-Agitpropler Baum bezeichnete die vier Doppelmuffel-Einscherungseinheiten des Birkenauer Krematoriums in seinem Nachkriegsbericht hchstwahrscheinlich nur aus propagandistischen Gründen als "vier Krematorien" und weil die sowjetischen Direktiven zum Auschwitz-Bild es so vorschrieben.[21] Doch warum wurden drei von vier Doppelmuffelfen aus dem Birkenauer Krematorium im Oktober 1944 abgebaut und weshalb mußten diese dann spter als "Krematorien" bezeichnet werden? In den nachfolgenden Abschnitten wird das untersucht.
4. Auch eine Ziegelei wird zu einem Krematorium
Am 25. Mai 1944 hatten die Auschwitzer Lagerpartisanen ihrem periodischen Bericht über die Zeit vom 5. bis zum 25. Mai 1944 eine Sonderbeilage mitgegeben, um vermutlich die westalliierte Invasion - das Unternehmen "Overlord" am 6. Juni 1944 -- greuelpropagandistisch unterstützen zu helfen.[22] Der Kopf der Lagerpartisanen, der sptere sowjetpolnische Ministerprsident JÛzef Cyrankiewicz (Deckname "Rot"), ließ Nachrichten aus abgehrten auslndischen Sendern sammeln und unter den Mithftlingen im KL, sowie über die Krakauer Untergrundzeitung Auschwitzer Echo verbreiten. Seine Redaktionsgruppe, besetzt mit bekannten KP-Schriftstellern, schrieb nicht nur wchentlich zwei fertige Propaganda-Reden für den Londoner Rundfunk, sondern belieferte auch das Auschwitzer Echo mit Artikeln. Cyrankiewicz "leitete praktisch vom KZ aus die Krakauer Partisanenbewegung" und die Herausgabe der Untergrundzeitung.[23] Auch die Sonderbeilage vom 25. Mai 1944 stammte vom "Arbeiteraktivisten Cyrankiewicz".[24] Dort war erstmals von "zwei Gasanstalten, vier Krematorien und einer Ziegelei", welche als Vernichtungswerkzeuge für ein deutsches Massenmordprogramm in Auschwitz dienen würden, gesprochen worden.
"Jede Nacht kommen 8 Züge an, am Tage 5. Die Züge zhlen je 48-50 Waggons mit 100 Personen pro Waggon."
Also 62.400-65.000 "Umsiedler" wurden tglich angekarrt und in "vier Krematorien, einer Ziegelei und auf Scheiterhaufen" -- nach den Angaben der Lagerpartisanen -- verbrannt.[25]
5. Schwarze Propaganda aus London und aus Auschwitz: Die Lager-KP im Dienste Sefton Delmers?
Möglicherweise war diese Greuelpropaganda mit den Londoner Exilpolen abgestimmt worden.
"Hatte doch die polnische Regierung in London einen Militärbevollmächtigten für das oberschlesische Gebiet entsandt, der von außen auch die Arbeit für das KZ durchzuführen hatte."[26]
Sefton Delmer, der Chef der britischen pychologischen Kriegsführung und der schwarzen Propaganda gegen Deutschland, beschrieb nach dem Krieg anschaulich die gute Zusammenarbeit der britischen Geheimdienstler mit den polnischen Partisanen.[27]
"Es erschien mir wie ein Symbol der aller-, allerstrengsten Geheimhaltung, die mir bei meiner Arbeit für "Overlord" auferlegt war, daß man mir im Bush House, der neuen Londoner Zentrale unserer Abteilung, ein Büro im neuesten und allerhchsten Stockwerk anwies. Und hier empfing ich jetzt unsere heimlichen Besucher: Polen, Dänen, Norweger, Franzosen, Hollnder, Amerikaner und Englnder - die Leiter der geheimen Widerstandsgruppen in den von Deutschland besetzten Gebieten. Von der SOE und der OSS ausgesandte Flugzeuge hatten sie auf verborgenen Behelfsflugpltzen aufgenommen, direkt vor der Nase des angeblich allwissenden Himmlerschen SD.[28] Von dort waren sie nach London geflogen worden, wo man sie in einer Art Schnellkurs auf die Rolle vorbereitete, die sie und ihre Gruppen bei der kommenden Befreiung Europas übernehmen sollten. Es gehörte zum vorgesehenen Plan dieses Kurses, daß sie auch bei mir vorsprachen, damit ich von ihnen erfuhr, was wir tun konnten, um ihnen zu helfen und ihnen auseinandersetzte, auf welche Weise sie uns unterstützen knnten. Wenn ich den lustigen, schlanken jungen polnischen Aristokraten zuhrte, die die neuesten und elegantesten Londoner Nachtlokale soviel besser zu kennen schienen als ich, konnte ich es kaum glauben, daß diese selben Menschen noch vor wenigen Tagen in Krakau geholfen hatten, eine deutschsprachige Zeitung mit Nachrichten herauszugeben, die sie im Atlantiksender gehrt hatten. [...] Aber in fast allen Fllen besaßen meine Besucher bereits alle erforderlichen deutschen Stempel. Ich war erstaunt, wie gut diese Guerillakmpfer mit allem versehen waren, was für die Herstellung geflschter deutscher Ausweise erforderlich war. Jetzt hatten wir eine eigene Druckerei, die in der Lage war, jedes beliebige deutsche Dokument vom Wehrmachtsbefehl bis zu Briefmarken und Lebensmittelkarten einwandfrei zu kopieren."[29]
"Die Polen waren", nach den Erfahrungen des britischen Geheimdienstchefs für schwarze Propaganda, "unsere geschicktesten Mitarbeiter."[30] Sie hatten auch "einen besonderen Sinn für alles Makabre."[31]
6. Sowjetpropaganda nach Katyn: "Die Deutschen wollen die Polen ausrotten"
Um den 19.4.1943 herum, eine Woche nach den Katyn-Enthüllungen des Berliner Rundfunks, tauchten in Krakau und im übrigen Polen Wandplakate auf, welche hchstwahrscheinlich von sowjethrigen Partisanen zu Tausenden fabriziert und verbreitet worden waren. Dort pries eine zynisch-raffinierte schwarze Propaganda, unter Anspielung auf die 4000 schon aufgefundenen Genickschuß-Opfer aus der polnischen Oberschicht bei Katyn, "wie humanitär im Vergleich zu den bolschewistischen Methoden die deutschen Einrichtungen sind, mit Hilfe derer die Massenliquidation der polnischen Bevlkerung durchgeführt wird". Im Gegensatz zur tatschlichen bolschewistischen Liquidierung einer kleinen polnischen Eliteschicht, wurde ein deutsches Programm zur Ausrottung der Polen insgesamt behauptet:
"Die deutsche Wissenschaft hat hier Ungeheures für die europische Kultur geleistet, denn anstatt eines grausigen primitiven Massenmordes der unbequemen Bevlkerung kann man in Auschwitz Gas- und Dampfkammern, elektrische Platten usw. sehen, mit deren Hilfe Tausende von Polen in kürzester Zeit auf eine Weise, die der Ehre des großen deutschen Volkes entspricht, vom Leben zum Tode befrdert werden knnen. Es genügt, darauf hinzuweisen, daß das Krematorium allein am Tage 3000 Leichen einschern kann."[32]
Im April 1943 gab es also im KL Auschwitz nur ein Krematorium. Hinter dieser wohl frühesten Propaganda-Erwhnung von "Dampf- und Gaskammern" in Verbindung mit Menschenvernichtungen in Auschwitz, schimmern noch die umgedeuteten Hygiene-Einrichtungen zur Desinfektion und Entwesung durch. Bekanntlich wurden in allen deutschen Massenunterkünften Bekleidungsstücke, Decken und Bettwsche mit Kammerjgergas und Dampf entlaust und desinfiziert zur Bekmpfung der Fleckfieberseuche.[33] Ein besonderes Judenvernichtungsprogramm gab es dort nicht im April 1943, sonst htten es die Partisanen bestimmt an die große Glocke gehngt und Radio London htte es der Welt mitgeteilt. Auffllig ist auch, daß der weitgehend untechnisierten, buerlichen Bevlkerung unbekannte technische und hygienische Anlagen der hochtechnisierten Deutschen als mgliche Mordwerkzeuge vorgegaukelt werden. Auch dem modernen Krematorium werden makabre Wunderleistungen angedichtet: "es kann...", wenn es nur wollte, orakelt der anonyme "Hinweisgeber". Aber es ist wohl noch nichts passiert. So werden Gerüchte fabriziert, die mit der Erzeugung von Bedrohungsngsten den Glauben an mgliche Tatschlichkeiten erzeugen und bestrken sollen.
Warum wollten die gut informierten Krakauer Partisanen, eine Woche nach der Entdeckung der Massenmordgräber von Katyn, pltözlich mitteilen -- ohne ihr "Wissen" schon früher verbreitet zu haben --, daß in Auschwitz "3000 polnische Leichen tglich" im einzig vorhandenen Krematorium eingeschert werden "könnten"? Diese erste Auschwitz-Propaganda, die offensichtlich Bedrohungsnägste unter der polnischen Bevölkerung verbreiten und Haß gegen die deutsche Hoheitsgewalt schüren wollte, ist für eine unaufgeklärte und wunderglubige Bevölkerung gemacht worden. Erstens ist Polen ein weitgehend katholisches Land. Die katholische Kirche lehnt die Feuerbestattung als heidnisch ab.[34] Kaum ein Pole wußte daher, was ein Krematorium ist, wie dieses "Teufelswerkzeug" technisch funktioniert und über welche tatschliche tägliche Einscherungskapazität es verfügen kann. Zweitens gab es nach anderen Propagandameldungen, die die Wirklichkeit nicht so stark übertrieben, zu dieser Zeit nur ca. 10.000 Lagerinsassen in Auschwitz, von denen angeblich monatlich 300 Häftlinge an Unterernährung oder Krankheiten starben. Für die tägliche Einäscherung von ca. 10 Verstorbenen stand ein Verbrennungsofen (gemeint ist ein Krematorium) im Lager zur Verfügung.
So berichtete der gut informierte Londoner Rundfunk in seiner Propagandasendung zur Entwicklung des französischen Widerstandes gegen die deutsche Besatzung am 17. August 1943 u.a.:
"Das Konzentrationslager Auschwitz befindet sich in Oberschlesien, 30 Kilometer von Kattowitz entfernt. Zehntausend Deportierte aller Nationalitten sind dort zusammengepfercht. [...] Im Lager dieser zu Zwangsarbeit Verurteilten gibt es ein WC für je 500, jawohl für fünfhundert Internierte. Die Wäsche wird nie gewechselt, der Besitz irgendeines Toilettengegenstandes ist verboten. Einmal im Monat gehen sie zur Brause. Tausende dieser Unglücklichen sind mit Lusen bedeckt, von Ungeziefer zerfressen. Jeder Häftling hat mindestens 15 bis 20 Kilo abgenommen. Für die zehntausend Gefangenen gibt es einen Arzt, der innerhalb einer Stunde dreihundert Kranke untersucht. Wer nicht mehr aufstehen kann, wird abgesondert, ohne Speise und Trank gelassen, bis er stirbt. Auf diese Weise sterben monatlich dreihundert dieser Bedauernswerten, zehn pro Tag, und werden in dem im Lager errichteten Verbrennungsofen eingeschert. Tglich werden Frauen und Männer wahnsinnig oder begehen Selbstmord."[35]
Diese wohl übertrieben geschilderten "schrecklichen" Zustnde lassen auch vier Monate nach dem ersten Greuel-Bericht über Auschwitz noch kein Massenvernichtungsprogramm zur "tglichen Einscherung von 3000 Polen" erkennen. Zumal nur ein "Verbrennungsofen" zur Verfügung steht. Nach Pressac sollten aber bis zum 24.6.1943 schon "vier Großkrematorien" gebaut, an die KL-Verwaltung übergeben und in Gebrauch genommen worden sein für ein laufendes Vernichtungsprogramm.[36] Wenn das so gewesen wre, htte der Londoner Rundfunk es bestimmt mitgeteilt und nicht nur von "einem Verbrennungsofen" alias einem Krematorium gesprochen.
Die dem Londoner Rundfunk propagandistisch verbundene polnische Exilregierung in London war bestens über Auschwitz informiert. Der polnische Geheimdiensthauptmann Witold Pilecki hatte sich freiwillig unter falschem Namen in Warschau verhaften lassen, um unter den inhaftierten Offizieren in Auschwitz eine militrische Untergrundgruppe für einen mglichen Aufstand zu organisieren.[37] Mit einem Kurzwellensender, der im Infektionsblock 20 des Häftlingskrankenhauses versteckt war, hatte er regelmäßig Informationen an die Londoner Polen übermittelt.[38] Bis zur Auffindung der vermißten polnischen Offiziere in den Massengräbern von Katyn war Deutschland für die nationalpolnischen Offiziere der Hauptfeind gewesen. Nun schlug die Stimmung um gegen die Sowjets. Der Geheimdienstler Pilecki muß im Greuelplakat vom 19. April 1943 sofort die sowjetische Handschrift erkannt haben. Die aufkeimende antisowjetische Stimmung unter der polnischen Bevölkerung wegen Katyn sollte vermutlich mit dieser sowjetischen Gegenpropaganda gestoppt und zu einem erneuten Haß und Hauptfeindbild gegen die Deutschen umgebogen werden. Das mußte natürlich aus nationalpolnischer Sicht verhindert werden, wegen mglicher deutscher Massen-Repressalien gegen die Bevlkerung bei unkontrollierten Widerstandsakten. Auch wollten die AK- oder Nationalpolen sich nicht vor den sowjetischen Karren spannen lassen. Daher wohl flüchtete Pilecki am 24. April 1943 (Ostern) aus Auschwitz.[39] Aus eigener Anschauung konnte er den AK-Geimdienstoffizieren im Lande mitteilen: In Auschwitz werden keine "3000 Polen täglich liquidiert".[40] Der Hauptfeind ist weiterhin die Sowjetunion, auch wenn London mit dieser ein Kriegsbündnis hat. 1947 wurde Pilecki wegen "konterrevolutionrer Tätigkeit" von den Sowjetpolen hingerichtet.[41] Die sowjetpolnisch geprägte Danuta Czech erwähnt in ihrem "Kalendarium" das spätere Schicksal Pileckis mit keiner Silbe.[42]
Am 1. Mai 1943 verbündeten sich im KL Auschwitz die österreichischen und polnischen Häftlinge Burger, Langbein, Cyrankiewicz und Holuj mit ihren Anhngern zu einer sozialistisch-kommunistischen Untergrundorganisation mit Sitz im Krankenrevierbereich.[43,23] Diese bildeten auch den ersten zentralen Leitungsrat ihrer "internationalen antifaschistischen Widerstandsbewegung". Dem Zentralrat unterstellten sich noch eine sozialdemokratische und eine 300kpfige jüdische Gruppe für gemeinsame Partisanenaktivitten.[44] über polnische Zivilarbeiter und umgedrehte SS-Angehrige wurden regelmßig Berichte aus dem Lager an den Krakauer Untergrund und die Londoner Polen geschickt.[45] Als ab Juli 1943 die Sowjetpropaganda damit begann, wohl zur Ablenkung von "Katyn", "deutsche Massenmorde an Sowjetmenschen in Gaskammerwagen" zu behaupten, mischten auch die KP-Lagerpartisanen mit.[46] In ihrem Bericht vom 21.9.1943 an den Krakauer Untergrund behaupteten sie, daß in Auschwitz
"ein Gasauto, Marke Saur, mit einem Motorpflug stationiert wurde, um auf Befehl des Polizeistandgerichtes Exekutionen mit Motorabgasen durchzuführen."[47]
Also auch im September 1943 wußten diese gut informierten Lagerpartisanen noch nichts von "vier Krematorien" oder anderen Ungeheuerlichkeiten zu berichten. Die Propaganda-Geschichten mit den "3000 Polen, welche das Krematorium tglich einschern kann" und den "zu sehenden Gas- und Dampfkammern und elektrischen Platten, mit deren Hilfe Tausende von Polen in kürzester Zeit vom Leben zum Tode befrdert werden knnen", hatten die Krakauer und die Lagerpartisanen nicht wieder aufgewrmt. Tglich arbeiteten unzhlige polnische Zivilarbeiter, zusammen mit den Arbeitshftlingen, auf den zahlreichen Baustellen am Ausbau der Auschwitzer Lager und Industriebetriebe.[48] Gerüchte oder Informationen über ein geplantes oder laufendes "Polenmordprogramm" hätten sich dort mit Windeseile verbreitet. Die verängstigten polnischen Zivilarbeiter wären den Großbaustellen ferngeblieben und hätten den Baubetrieb stillgelegt. Aber auch die Lagerpartisanen hätten ihre Kontaktleute verloren. Welchen Polen wollte man daher mit dem Blödsinn von einem "deutschen Polenmordprogramm" noch ngstigen? Erst spter hat man diese Massenmordgeschichte wohl mit neuen Inhalten reaktiviert und durch die Welt gehen lassen.
7. Die Steigerung der Sowjetpropaganda 1944: "Hitlers Todesfabriken"
Nach der Eroberung von Minsk und Lublin begannen die Sowjets die vorgefundenen Arbeitslager propagandistisch als "Todesfabriken" aufzubauen. Die sowjetische Greuel-Propaganda vom April 1943 -- "Das Krematorium von Auschwitz kann tglich 3000 Polen einschern" -- diente dabei als Vorlage, nur daß jetzt neben Polen auch noch Juden, Russen, Tschechen, Ukrainer, Antifaschisten und Politische in "diese teuflischen deutschen Massenmordfen" gestopft wurden.
In der Oktoberausgabe 1944 erzhlte das "Freie Deutschland", eine sowjetische Propagandaagentur mit deutschen KPD-Mitgliedern, Hitlergegnern und Emigranten, in Mexiko:[49,79a]
"Das Exekutivkomitee des Lateinamerikanischen Komitees der Freien Deutschen hat mit tiefer Bestürzung und Scham die Berichte über Hitlers Todesfabriken entgegengenommen, die von der Roten Armee bei Minsk und Lublin entdeckt wurden. Die Enthüllungen dieser Mordsttten von Hunderttausenden von wehrlosen Menschen, dieser Menschenschlachthuser, Gaskammern, Gaswagen und Verbrennungsanstalten für hilflose Kinder, Frauen und Greise, stellen die Gipfelleistung in den Verbrechen der Nazis dar. Die Ermordung von Hunderttausenden von Juden, Russen, Polen, Ukrainern, wehrlosen Kriegsgefangenen und gefangenen deutschen Antifaschisten mit aller Raffinesse der modernen Technik wird auf Jahrhunderte den Namen Deutschlands schnden....Gez. L. Renn , P. Merker, A. Abusch, W. Altner, Luise Heuer, E. Jungmann, Dr. Leo Zuckermann."[50]
In der Novemberausgabe des "Freien Deutschlands" gibt der Schriftsteller Alexander Abusch, Sohn eines jüdischen Kleinhndlers aus Krakau und späterer hoher DDR-Funktionr, schon die Propagandaelemente zu erkennen, wie sie dann auch in den Sowjet-Museen von Majdanek und Oswiecim nachgebaut wurden.[51]
"Die Enthüllungen von Hitlers und Himmlers Todesfabriken in Maidanek und Bolschoj Trojanetz übertrifft alles an Grausamkeit, was wir uns vorstellen konnten. [...] Es bedurfte dieser schlimmsten Erfahrung unseres Lebens, um uns nicht nur vorzustellen, sondern zu wissen: daß Deutsche diese Mordfabriken erfunden und betrieben haben; daß Deutsche in ihnen Millionen von hilflosen Kindern, Frauen und Greisen vergast und verbrannt haben; daß Deutsche diese Menschenvernichtung ersonnen haben, deren kalt überlegte Bestialitt mit Hunnentum oder Kannibalismus zu bezeichnen, nur eine Beleidigung für die Hunnen und die Kannibalen wre. Die Rote Armee hat in ihrem überraschend schnellen Vormarsch in Polen und in Bjelorußland die Todeslager entdeckt: gewaltige Verbrennungsfen mit hochragenden Schlten, Gaskammern mit Gucklchern zur wissenschaftlich exakten Kontrolle des Mordes. Der Charkower Prozeß hatte bereits die Geheimnisse der Todeswagen, der Vergasungsautos, enthüllt. Die Opfer waren -- wie Konstantin Simonow berichtet -- Juden, in allen Ländern zusammengefangen, Juden, in Viehwaggons durch ganz Europa zur Vergasung und Verbrennung oder Erschießung und Verbrennung transportiert. Die Opfer waren Russen, Polen, Weißrussen und Ukrainer. Die Opfer waren auch politische Gefangene aus Deutschland, deutsche Antifaschisten. Mit deutscher Gründlichkeit waren im Todeslager von Maidanek Warenlager aus letzten Habseligkeiten der Opfer angelegt: vom Kinderjckchen bis zu Damenkleidern, von kleinsten Kinderschuhen bis zu grßten Mnnerstiefeln. Alles war zur "praktischen" Verwertung in Deutschland gesammelt. Die Rote Armee fand in Maidanek noch achthunderttausend Paar Schuhe aller Art vor; 16 Waggons, beladen mit Schuhen und Kleidungsstücken, waren einige Tage vor ihrer Ankunft nach Deutschland abgegangen. Den Opfern wurden nach ihrer Vergasung oder Erschiessung die Goldzhne ausgebrochen, dann wurden sie wie geschlachtetes Vieh gestempelt: Reif für die Verbrennung! Und selbst die aus den Öfen kommende Asche fand noch Verwendung als - Düngemittel für Hitlers Landwirtschaft. Jawohl, sprechen wir deutschen Antifaschisten es laut und von Scham erschüttert aus: Deutsche haben diesen Massenmord erdacht und durchgeführt, - deutsche Nazis, aber eben doch Deutsche, die - moralisch degeneriert und vertiert sich als Vertreter der "Herrenrasse" gebrden. [...] Daß das nazistische Verbrechertum ideologisch und praktisch in Deutschland heranwachsen konnte, daß es in Deutschlands Namen handeln konnte, bedeutet den tiefsten moralischen Sturz des deutschen Volkes in seiner ganzen Geschichte. Darum sprechen wir von der schweren Verantwortung des deutschen Volkes."[52]
Soweit im mexikanischen Exil der "deutsche" Antifaschist aus Krakau mit seiner Kollektiv-Anklage gegen das deutsche Volk.
8. Die deutsche Antwort auf die "Todesfabriken"-Propaganda: Abbau von 3 Doppelmuffelfen in Auschwitz
Nach der Eroberung des KLs Majdanek bei Lublin am 23. Juli 1944, hatten die Sowjet-Propagandisten diese riesenhafte Greuelpropaganda in der Weltffentlichkeit aufgezogen, wie schon im vorherigen Abschnitt mitgeteilt wurde. Die vorgefundenen fünf Einscherungsmuffeln im lagerüblichen Krematorium wurden als "teuflische Öfen" eines angeblichen deutschen Massenmordprogramms bezeichnet.[53] Um die Weltffentlichkeit von der peinlichen Katyn-Aufdeckung abzulenken, wollten die Sowjets offenbar den Deutschen dafür eine noch viel grßere Sache anhngen. Durch Majdanek vorgewarnt, durften daher der vorrückenden Roten Armee im Auschwitzer Lagerkomplex keine 8 Einscherungsmuffeln -- 3 mehr als in Majdanek -- im großlagerüblichen Krematorium als weitere Munition für ihre Greuel-Propaganda in die Hnde fallen. So wurden im Herbst 1944 drei Doppelmuffelanlagen mit insgesamt 6 Einscherungsmuffeln abgebaut und nur eine Doppelmuffelanlage übriggelassen. Die Sowjetpropaganda behauptete später über diese Demontageaktion, daß "die Nazis damit die Spuren ihrer Verbrechen beseitigen wollten".[54]
Da die Fleckfieber-Seuchengefahr im KL Auschwitz durch modernste Hygiene-Maßnahmen -- Siemens Kurzwellen-Entlausungsanlage,[55] HDH-Desinfektions-Verfahren des Hygiene-Instituts der Waffen-SS[56] -- gebannt worden war und die Lagerbelegschaft laufend vermindert wurde durch Abtransporte in andere Lager im Reichsgebiet, brauchte man im Oktober 1944 auch keine Einscherungs-überkapazitt von 8 Muffeln mehr. Daher konnten drei Doppelmuffeleinheiten gefahrlos für die Lagerhygiene und die anfallende Leichenentsorgung demontiert werden. Die nach Mauthausen verschickten Metallteile einer Doppelmuffel-Einscherungseinheit, das "sorgfâltig numerierte und in Einzelteile zerlegte Krematorium" Baums, wurden dann nach dem Krieg zur bekannten Ofen-Attrappe im KL-Museum aufgebaut. Die im Birkenauer Krematorium zurückgebliebene Doppelmuffel-Einheit, wurde im Januar 1945 erst kurz vor der anrückenden Roten Armee gesprengt.[57] Doch diese vorbeugenden Maßnahmen gegen die sowjetische Greuelpropaganda nutzten nichts.
9. Die erste sowjetische Propagandaversion über Auschwitz fußt auf Häftlingsgerüchten
Nach der Eroberung des Auschwitzer Gebietes am 27. Januar 1945 erschien am 1. Februar 1945 die erste sowjetische Kurzinformation über das KL in der Moskauer Prawda:
"Aus dem sowjetischen Informationsbüro: Einsatzbericht vom 31. Januar: ... Nach der Besetzung von Auschwitz hat die Rote Armee eine große Anzahl von Hftlingen des Konzentrationslagers befreit. Ein ehemaliger Hftling von Auschwitz namens Lukaschew, der aus der Gegend von Woronesch stammt, sagte aus: "Die Hitlerleute töteten die Kinder, die Kranken sowie die arbeitsunfähigen Männer und Frauen mittels Gas; sie verbrannten die Leichen in Spezialöfen. Im Lager waren 12 dieser Öfen vorhanden.""[58]
Diese Zahl war aus Häftlingserzhlungen zusammengebraut worden und sollte propagandistisch den angeblichen Ofen-Bestand bei der Lagereroberung vortuschen, obwohl nur eine gesprengte Doppelmuffel-Anlage vorgefunden worden war. Die sowjetische Propagandazahl zhlte Muffeln als Öfen und setzte sich aus den 2 Doppelmuffel-Anlagen des Mitte 1943 stillgelegten alten Krematoriums mit insgesamt 4 Muffeln und den 4 Doppelmuffel-Anlagen mit insgesamt 8 Muffeln des vergrßerten neuen Krematoriums zusammen.[59]
Die Gasgeschichte war eine weitere Propaganda-Behauptung aus Hftlingserzhlungen und konnte noch gar nicht das Ergebnis einer Untersuchungskommission sein. Sie entstammte einem im Lager verbreiteten Gerücht. Die Katyn-Schlappe der Sowjets machte allen KP-Genossen zu schaffen. Auch Langbein glaubte, daß "Katyn" eine deutsche Greuelpropaganda gewesen sei zur Anprangerung der "bösen, unmenschlichen Russen."[60] Nun kann nicht ausgeschlossen werden, daß im Gegenzug dazu die KP-Zellen die "bösen, unmenschlichen Deutschen" mit ihrer Auschwitz-Propaganda anprangern wollten. Die sozialistisch-kommunistischen Lagerpartisanen um Cyrankiewicz, Langbein und Baum, hatten nicht nur ihre Propaganda über den Londoner Rundfunk in der Weltffentlichkeit betrieben,[61] sondern verbreiteten selbst im Lager unter den Arbeitshftlingen Greuelgerüchte,[62] um dadurch deren Arbeitsmoral mglicherweise zu zersetzen und ihre Widerstands- und Sabotagebereitschaft zu frdern. Alle Ankommenden aus den Transporten begrüßten die Lagerguerillas heimlich mit den Worten: "Hier werden Menschen vergast."[63]
In Verbindung mit der schwarzen Propaganda der heimlich abgehrten britischen Sender, wurden diese Gerüchte von vielen Hftlingen und auch von einigen niedrigen SS-Dienstgraden und einfachen SS-Wachmnnern geglaubt. Diese Zersetzungsarbeit führte bei letzteren oftmals zu moralischen Konflikten und ste auch Zweifel und Schuldgefühle, so daß einige ihre Versetzung beantragten, andere aber mit den Lagerpartisanen heimlich symphatisierten oder gar zu ihnen innerlich überliefen und ihre subversive Feindttigkeit aktiv unterstützten.[64] Nach dem Krieg wurde das Geglaubte verschiedentlich auch als angebliches Selbsterlebnis bezeugt oder als scheinbar mitzuverantwortende Tatsache bereut und gebüßt.[65] Ein heute ffentlich anerkannter Zeitzeuge und ehemaliger SS-Offizier als Prozeßzeuge im Mrz 1946 vor einem alliierten Gericht:
"Nach meiner Erfahrung muß angenommen werden, daß das Wissen um die Ausrottungen in Auschwitz zwar allgemein war, jedoch auf dem Gerüchtwege zustande kam, weil nach meiner Meinung niemand in der Lage war, sich eine tatschliche Besttigung, insbesondere über die Art, in der diese Ausrottungen vor sich gingen, [zu] verschaffen [...]. "[66]
Nur ein alter Prager Jude und Professor für Psychiatrie schenkte der greuelichen Begrüßungs-Propaganda bei seiner Ankunft im Lager keinen Glauben und empfahl den ihn begrüßenden Lagerpartisanen, daß sie sich doch nach Kriegsende bei ihm in seiner Klinik als Patienten melden sollten.[67]
10. Die zweite sowjetische Propagandaversion über Auschwitz: "Elektrifizierte Todesfabrik mit Hochofen"
Einen Tag spter, am 2. Februar 1945, wußte die Moskauer Prawda bereits, z.T. aus "Schilderungen der Polen" und einem "telegrafischen Bericht des Sowjetkorrespondenten Boris Poleweu aus der Stadt Auschwitz", zu berichten:
"...Auschwitz! Eine unparteiische Kommission wird genau die Zahlen der Getteten und zu Tode Gequlten ermitteln. Aber schon jetzt ist es nach den Schilderungen der Polen mglich festzustellen, daß zwischen 1941 und 1942 und zu Beginn des Jahres 1943 tglich 5-8 Züge mit Menschen hierher gebracht worden sind. Als im vergangenen Jahr die Rote Armee vor der Weltffentlichkeit die schrecklichen und ekelerregenden Geheimnisse von Majdanek enthüllte, begannen die Deutschen in Auschwitz die Spuren ihrer Verbrechen zu verwischen. Sie ebneten die mit Hügeln versehenen sogenannten "alten Gräber" im stlichen Teil des Lagers ein, entfernten und vernichteten die Spuren des elektrischen Fließbandsystems, wo hunderte von Leuten gleichzeitig mit elektrischem Strom gettet worden sind. Die Leichen fielen auf ein sich langsam bewegendes Transportband, das mit ihnen in einen Hochofen einmündete, wo die Leichen total verbrannt, die Knochen mit Walzen zermahlen und die Reste als Dünger auf die Felder gegeben wurden. Die besonderen mobilen Apparate zur Ttung von Kindern wurden ins Hinterland verbracht."[68]
Die Idee eines "Menschenschlachthauses" mit elektrischer Ttungsautomatik am Fließband und nachfolgender Hochofenverschmelzung, schien für die industrieproletarisch orientierten Sowjetmenschen die modernste und rationellste One-Line-Lsung für die Arbeit einer Todesfabrik oder eines Mordkombinates zu sein.[69] Besonders die riesigen und modernsten Chemie-Industrieanlagen Europas der I.G. Farben bei dem stlich vom Auschwitzer Stammlager gelegenen Ort Monowitz muß die Rotarmisten von der Propaganda-Abteilung stark beeindruckt haben.
"Dieses gigantische Kombinat des Todes war nach dem neuesten Stand der faschistischen Technik ausgestattet und versorgt mit allen Versuchsgerten, welche zu erfinden nur die deutschen Unmenschen in der Lage sind."
Noch im IMT-Prozeß tauchte die Vorstellung auf, daß Monowitz ein Vernichtungslager gewesen sei.[70] Die Washington Daily News brachte am gleichen Tag den Kabelbericht Poleweus mit zahlreichen Ausschmückungen, wie z.B.
"Die Hauptabteilung war der "Hochofen", in dem die Opfer nach ausgeklügelten Qulereien verbrannt wurden."[71]
11. Der "Hochofen" in der Auschwitz-Propaganda: eine tschechische Erfindung?
Der "Hochofen" tauchte vermutlich erstmals in einer Zusammenfassung des Auschwitz-Berichtes von Vrba/Wetzler[72] -- den tschechischen Birkenau-Flüchtlingen[73] -- auf, welche Hubert Ripka von der tschechoslowakischen Exilregierung in London am 4. Juli 1944 dem britischen Auswrtigen Amt übergab:
"Ende Februar 1943 wurden vier neue Krematorien, zwei große und zwei kleine, im Lager Birkenau selbst gebaut. Zu jedem Krematorium gehrte ein großer Vorraum, eine Gaskammer und ein Hochofen. [...] Die Leichen werden dann auf Karren geladen und zur Verbrennung im Hochofen gebracht. Der Verbrennungsofen hat neun Kammern, jede von ihnen mit vier Öffnungen. In jede Öffnung passen drei Leichen auf einmal. Sie sind nach eineinhalb Stunden vollstndig verbrannt. Somit knnen in jedem Krematorium tglich 1500 Leichen verbrannt werden. Die Krematorien erkennt man von außen an ihrem hohen Schornstein."[74]
Die ersten Angaben der Sowjetpropaganda über Auschwitz widersprachen kraß den Propaganda-Elementen der Auschwitzer Lagerpartisanen von 1944, welche mit dem Cyrankiewicz-Bericht vom 25. Mai 1944,[22] dem Vrba-Wetzler-Bericht in einer New York Times Notiz vom 3.6.1944,[86] in einer Zusammenfassung mit dem Mordowicz-Rosin-Bericht in der BBC-Sendung vom 18. Juni 1944[75] und in der Version des US-WRB-Reports vom 25. November 1944[76,86] schon der Weltffentlichkeit bekannt geworden waren. Auch hatten die Sowjets nicht die Juden in die erste Reihe gestellt und zu Hauptmrtyrern des Krieges gemacht, wie es die anglo-amerikanische Propaganda besorgte, sondern den "friedliebenden Bürgern der überfallenen Sowjetunion" wurden die Hauptlast an der "Erduldung der faschistischen Eindringlinge" und der "Vertreibung der deutschen Okkupanten" zugesprochen.[77]
12. Die Sowjets müssen nach Anmahnung durch die Verbündeten ihre Auschwitz-Propaganda korrigieren.
Die Westalliierten waren vermutlich verstimmt über diese sowjetischen Propaganda-Alleingnge. Die groben, wildübertriebenen Behauptungen der sowjetischen Kriegspropaganda konnten der westalliierten Welt nicht als glaubhafte Tatsachen verkauft werden. Daraus konnten auch keine Anklagen, mit welchen Mitteln auch immer fabriziert, und Schauprozesse gegen "die deutschen Kriegsverbrecher" gezimmert werden. Außerdem hatten die Sowjets mit ihrer andersartigen Aussage über Auschwitz auch den US-WRB-Report vom November 1944 torpediert und unglaubhaft gemacht. Vllig unakzeptabel aber schien es vermutlich den Westalliierten für eine gemeinsame Anti-Hitler-Propaganda zu sein, daß die Sowjets den "antibolschewistischen Kreuzzug der Nazis", und die "Bekmpfung der Sowjetmenschen" als Hauptziele des deutschen Kriegsgegners propagierten. Die politischen Anführer der Anglo-Amerikaner htten sich - nach dem vorhersehbaren gemeinsamen Sieg der Anti-Hitler-Koalition - auch bestimmt nicht als "Retter des Bolschewismus" feiern lassen wollen. Anders als die Moskauer Sowjetpropaganda, schien dagegen die mexikanische Sowjetfiliale des "Freien Deutschlands" einem philosemitischen, demokratischen "Antinazismus" das Wort zu reden und somit einen gemeinsamen Propaganda-Nenner für alle Hitlergegner gefunden zu haben, wie es schon Abusch mit seinem Lublin-Artikel vorgemacht hatte.[78] Diese "Abweichler" aber wurden dafür spter, z.Z. des kalten Krieges, teilweise als "zionistische Agenten" oder "kapitalistische Lakaien" verfolgt und verschwanden in den sowjetischen Zuchthusern oder kamen unter dem Roten Fallbeil ums Leben.[79]
Die britische Diplomatie, in Vertretung des "höchsten" psychologischen Kriegers Delmer und unsichtbarer Regisseure, schob die Moskauer Propaganda dann im Februar 1945 auf eine vorgezeichnete Legenden-Linie, wie es Gilbert beschrieb:[80]
"Obwohl nun sowjetische Truppen Auschwitz erreicht hatten, wurden "Tatsachen" über die Vorgnge in diesem Lager (Anm.: die "Besttigung" der Briten-Propaganda vom Juni 1944 und des US-WRB-Reports vom 25. November 1944) nicht sofort bekannt. Mehr als zwei Wochen spter, am 15. Februar 45, telegrafierte das Londoner Auswärtige Amt an die britische Botschaft in Moskau:
"Presseberichten zufolge haben die sowjetischen Streitkrfte unlngst das sogenannte "Vernichtungslager" in Oswiecim in Oberschlesien befreit; mglicherweise ist auch das hnliche Lager in Birkenau befreit worden."
Da die britische Regierung, so teilte man dem Botschafter in Moskau mit, im Oktober 1944 eine Erklrung "über die abscheulichen dort herrschenden Bedingungen" verffentlicht habe, "fangen die Leute hier natürlich an, zu fragen, ob wir irgendwelche Informationen darüber haben, was dort mglicherweise entdeckt worden ist".
Vier Tage spâter, am 19. Februar, gab der britische Botschafter die Frage nach "Informationen" über Auschwitz an den sowjetischen Außenminister Wyschinskij weiter. Indes, trotz Anmahnung durch den Botschafter kam acht Wochen lang keinerlei einschlgige Antwort. "Ich würde es gern nochmals versuchen", vermerkte Paul Mason am 25. April, als er von der ausbleibenden Antwort erfuhr, und er fügte den Gedanken hinzu: "Vielleicht knnen die Enthüllungen von Buchenwald (11.4.45 durch US-Militr) und Belsen (15.4.45 durch GB-Militr) die Russen anspornen?""
Soweit die Aufforderung in der umschreibenden Diplomatensprache, die bedeuten knnte: Nun zeigt der Welt endlich konkret und anschaulich ein paar Leichenhaufen -- wie wir es schon dramatisch in Buchenwald und Belsen taten --, ein paar Krematorien, Gaskammern und andere Massenvernichtungssttten, damit wir nach dem baldigen Kriegsende mit moralisch begründeten Anklagen die Sieger-Tribunale gegen die "deutschen Nazi-Kriegsverbrecher" rechtfertigen knnen (im Sinne von Anm. 28 c).
"Zwei Tage spter traf ein kurzes Telegramm von der Moskauer Botschaft in London ein. Wyschinskij habe, so berichtete der britische Botschafter, nunmehr mitgeteilt, "daß aus Untersuchungen über den Konzentrationslagerkomplex Oswiecim hervorgeht, daß die Deutschen mehr als 4.000.000 Bürger verschiedener europischer Lânder liquidiert haben." Außerdem habe Wyschinskij hinzugefügt: "Unter den überlebenden wurden keine Englnder gefunden.""[81]
"Paul Mason in London kommentierte dieses Telegramm, als er es am 30. April las, mit den Worten: "Ein seltsames Telegramm: Wörtlich verstanden, knnte es bedeuten, daß 4 Millionen im Komplex Oswiecim (d.h. ?Os und Birkenau) gettet wurden, aber so ist es, wie ich glaube, nicht gemeint. Ich glaube, es soll heißen, daß die dort gefundenen Unterlagen es zulassen, diese Schlußfolgerung im Hinblick auf ganz Europa zu ziehen; im anderen Falle ist diese Zahl ganz sicher stark übertrieben.""[82]
Da die Sowjets gegen Ende des zweiten Weltkrieges noch nicht gedachten, aus der Kriegs- und Propaganda-Allianz mit den Westalliierten auszusteigen, kamen sie der britischen Anmahnung vom 15. Februar 1945 nach und begannen in Auschwitz die Kulissen aufzustellen, wie sie in der bisherigen anglo-amerikanischen Propaganda behauptet worden waren. Bei der Korrektur ihrer ersten Auschwitz-Propaganda orientierten sich nun die Sowjets Ende Februar/ Anfang März 1945 am früheren Cyrankiewicz-Bericht, der aber in wesentlichen Details vom spteren US-WRB-Report abwich.[83]
13. Die korrigierte Sowjetpropaganda beschreibt nun "richtig" Gaskammern, Krematorien und Öfen.
Die sowjetische "Außerordentliche staatliche Untersuchungskommission der UdSSR zur Aufklârung der deutschen Kriegsverbrechen in Auschwitz" ließ die Propaganda-Elemente der Lagerpartisanen und des polnischen Cyrankiewicz-Berichtes in einem "Plan Rajona" vom 3. Mrz 1945 zu Papier bringen. Vier Bauwerke auf einem Birkenauer Lageplan, deren Lage und Grundriß auch auf US-Luftaufnahmen zu finden und schon vom US-WRB-Bericht in Nord-Süd-Richtung als "Krematorien I bis IV" bezeichnet worden waren, bestimmten sie abweichend als "Krematorien II bis V". Statt der "Ziegelei" aus dem Cyrankiewicz-Bericht, machten sie das Mitte 1943 stillgelegte alte Krematorium im Stammlager zur fünften stndigen Einscherungssttte, der sie den Namen "Krematorium I" gaben. Gemß dem Cyrankiewicz-Bericht wurden die 2 (zwei) behaupteten "Gasanstalten" nun fernab des Lagergelndes in den angenommenen Baracken zweier angeblicher Freiluftanlagen zur Leichenverbrennung lokalisiert. Die "fünf Krematorien" wurden noch ohne "Gaskammern" markiert. Ein polnisches Mitglied der Untersuchungskommission "beglaubigte" diesen Plan.[84] Vermutlich waren so, neben dem ursprünglichen Krematorium mit 4 Doppelmuffel-Einheiten, drei weitere Birkenauer Bauwerke mit ehemals ganz anderen Lagerfunktionen zu "Krematorien" gemacht worden.[85]
Der Grund für die langausbleibende Antwort der Sowjets an die Briten konnte auch darin gesehen werden, daß der sowjetische "Plan Rajona" noch immer nicht dem gewollten anglo-amerikanischen Auschwitz-Bild entsprach.[86] Der "Plan Rajona" wurde von Dr. Filip (engl. Philip) Friedman noch einmal überarbeitet. Friedman hatte über die jüdische Geschichte in Polen geschrieben und gelehrt. Als Lemberger Partisanenführer stellte er sich der sowjetischen Propagandaeinheit nach der Einnahme Lublins 1944 zur Verfügung und gründete ein "jüdisches zentrales historisches Institut in Polen".[87] Als Mitglied der sowjetpolnischen Untersuchungskommission in Auschwitz waren ihm die verschiedenen propagandistischen Auschwitz-Berichte bekannt, die er nun versuchte zu einem geschlossenen, widerspruchsfreien Bild zusammenzufügen. Das Ergebnis war ein Manuskript, welches mit großer Gewißheit die Vorlage zum Abschlußbericht der sowjetischen Untersuchungskommission bildete und gleich nach Kriegsende als Broschüre in Polen verffentlicht wurde. Der Titel "To jest Oswiecim!", "Das ist Auschwitz!", bedeutet hchstwahrscheinlich, daß Auschwitz so, wie von ihm beschrieben und nicht anders, zu sehen und zu propagieren sei (vgl. Abb 9). Die Ende 1945 erfolgte übersetzung ins Englische "This was Oswiecim" korrigierte noch einige Propaganda-Schnitzer und machte die Friedman-Darstellung, zusammen mit einem Diplomaten- Vorwort, zum offiziellen Auschwitz-Bild.[88]
Am 7. Mai 1945 stellte die Prawda diesen "Untersuchungsbericht" mit den beschriebenen Korrekturen vor. Weitere propagandistische Ausschmückungen und übertreibungen ließen aber nicht übersehen, daß besonders oft und verwirrend auf Ofen- und Retortenanzahlen hingewiesen wurde. Aus dem "Hochofen" ihrer Februar-Propaganda, waren nun "4 mchtige Krematorien", "4 neue Krematorien mit 12 Öfen und 46 Retorten", "4 Krematorien: Nr. 2 und 3 mit je 15 Öfen; Nr. 4 und 5 mit je 8 Öfen" und "5 Krematorien mit 52 Retorten" geworden. Auch in ihren Zeitungen für die deutsche Bevlkerung sprachen die Sowjets 1945 immer nur von "5 (fünf) Krematorien", deren gesprengte Teile sie angeblich in Auschwitz vorgefunden htten.[89] Die ebenfalls im Mai 1945 von den Sowjets in Mauthausen eingesammelten Auschwitzer Lagerpartisanen mußten sich natürlich dieser Sowjetregelung beugen.[90] Daher wohl bezeichnete Baum nun die drei demontierten Doppelmuffel-fen des Birkenauer Krematoriums als "drei Krematorien".
14. Propaganda und Wirklichkeit: Nur ein gesprengter Doppelofen kann als Horror-Requisite gezeigt werden
Wie die ersten Auschwitz-Vorstellungen dann von den Sowjets und Friedman korrigiert wurden, um sie halbwegs mit der schon früher verffentlichten Propaganda der Auschwitzer Lagerpartisanen in übereinstimmung zu bringen, wurde schon oben berichtet.
Die Sowjets haben dann aber nach Kriegsende, im Mai 1945, nur die Trümmerteile des einen gesprengten Doppelmuffelofens im zerstrten Birkenauer Krematorium der Weltffentlichkeit propagandistisch prsentiert (Abb. 10). Entgegen ihrem "Plan Rajona" und ihrem Propagandabericht in der Prawda, gelang es ihnen noch nicht, weitere gesprengte Gebudetrümmer oder Maschinenteile anderer Birkenauer Bauwerke als "Krematorien" oder "Krematoriumsfen" zu prparieren und vorzustellen.[91] Im Gegensatz zu den anderslautenden Behauptungen spterer Propagandisten sind im Oktober 1944 niemals "10 Drei-Muffelfen" und "ein 8-Muffelofen" mit insgesamt 38 behaupteten Einscherungsmuffeln aus "drei Krematorien" in Birkenau demontiert und diese riesige Metallmenge - "zerlegt und numeriert" - verschickt worden. In Mauthausen kamen jedenfalls niemals 5 (fünf) 3-Muffelfen oder ein 8-Muffelofen "zerlegt und numeriert" an, sondern nur ein kleines zerlegtes Doppelmuffel-"Krematorium", der zweitürige Einscherungsofen aus dem Birkenauer Krematorium, wurde angeliefert. Neben dem verschwundenen realen Bernsteinzimmer spuken aber immer noch drei irreale "Krematorien mit 38 Muffeln" in der Weltphantasie umher und hinterlassen unverkennbare sowjetpropagandistische Spuren auf Moskauer "Dokumenten", in Prager "Archiven" und im polnischen PMO-"Museum".[92]
15. "Ein echtes Gottesgeschenk für Revisionisten"
Wer nun wissen will, wo denn das einzige Birkenauer Gebude mit den "vier Krematorien" Baums, mit den vier Doppelmuffel-Einscherungseinheiten, stand, der sehe sich im großen Pressac[93] die Seite 512 an mit dem WSS-Bauleitungsplan Nr. 2521 vom 4.6.1943 (Abb. 11). Oben links ist auf dem Lageplan der Grundriß[94] des einzigen Birkenauer Krematoriums, des "neuen" oder "zweiten" Krematoriums im Gegensatz zum "alten" oder "ersten" Krematoriums im Gesamtlagerkomplex, abgebildet. Da mit der Inbetriebnahme des neuen, grßeren Krematoriums am Birkenauer Standort ab Mitte 1943, das "alte" Krematorium am Standort "Stammlager" nicht mehr gebraucht und stillgelegt wurde,[95] entfiel auch eine unterscheidende Numerierung. Das "zweite" Krematorium oder "Krematorium 2" wurde zum "ersten" und einzigen Krematorium: Das neue Krematoriumsgebude war ab Mitte 1943 nur allein noch "das Krematorium" im Lager-Komplex Auschwitz-Birkenau-Monowitz! Die Manipulierung und Teilflschung des WSS-Bauplanes Nr. 2521 mit der üblichen Umbezeichnung des einzigen Krematoriums in ein "Krematorium V" oder "Krematorium IV" (Abb. 10) durch die Sowjet- oder PMO-Propagandisten,[96] wurde unterlassen, weil man nicht vorhatte mit diesem Plan an die Öffentlichkeit zu gehen und mit ihm eine antideutsche Propaganda zu betreiben. Der Plan enthlt die Bauplanung für den Birkenauer Bauabschnitt III, wo riesige Hftlings-Lazarette und Quarantne-Lager für Mnner und Frauen mit modernster Hygiene-Vorsorge und Krankenversorgung entstehen sollten. Diese hftlingsumsorgenden und humanitren Absichten der deutschen rzteschaft im SS-Dienst widersprachen natürlich entlarvend der sowjetischen Vernichtungspropaganda! Pressac meinte ironisch, daß der Plan Nr. 2521 "ein echtes Gottesgeschenk für die Revisionisten wre." Gleichzeitig erklrte er den Plan aber sofort zu einer Orwellschen Doppeldeutigkeit, weil in der Nhe des humanen Projektes zur Gesundheitserhaltung der Hftlinge "gleichzeitig der Aufbau einer Vernichtungssttte mit vier Krematorien" geplant worden wre. Dazu verweist er auf einen anderen Birkenauer Bauplan aus dem PMO-Museum, der den Lagercharakter als "Todesfabrik" besttigen würde. Pressac unterstellt damit der WSS-Bauplanung, daß
"diese schon im Frühjahr 1943 falsche Fhrten gelegt htte mit der aufwendigen Anfertigung geflschter Sanittslagerplne, die die vermutlich siegreichen Sowjets und ihnen nahestehende Historiker spter finden und tuschen sollten über den Vernichtungs-Charakter des Lagers."
Als Beweis für die bewußte Planung einer "Vernichtungssttte mit vier Krematorien" zeigt Pressac gleich anschließend auf Seite 514 einen angeblichen "SS-Bauleitungsplan Nr. 3764" [PMO file BW 2/38] vom "23.III.1944", auf dem - quer über vier Bauwerksgrundrisse und bauzeichnerisch unüblich - die Bezeichnungen geschrieben sind: "Krematorium II. 5 x 3 Muffelofen" ["ofen" so im Original erkennbar], "Krematorium III. 5 x 3 Muffelofen", "Krematorium IV. 1 Achtmuffelofen", "Krematorium V. 1 Achtmuffelofen". Diese und andere Beschriftungen sind in nichtdeutscher Normschrift ausgeführt worden. Der franzsische Apotheker Pressac machte sich natürlich keine Gedanken darüber, warum die WSS-Bauleitung angeblich erst 1944 einen Lageplan des "2. K.G.L." aufgestellt htte, dafür aber schon die sowjetischen Gebudebezeichnungen und Zhlungen aus dem kyrillischen "Plan Rajona" vom 3. Mrz 1945 vorausschauend übernommen haben soll![84] Auch sieht Pressac nicht, daß die letzte Ziffer "4" in der Datumsangabe des "Hftl."-Planzeichners eine ganz andere Form hat, als die vorangehende "4". Die letzte "4" wurde über eine Ausradierung hineinmanipuliert. Der "Plan 3764" wurde hchstwahrscheinlich am 23. Mrz 1945, 20 Tage nach der Aufstellung des sowjetischen "Plans Rajona", von einem Mitglied der sowjetpolnischen "Untersuchungskommission zur Aufklrung deutscher Kriegsverbrechen in Auschwitz" angefertigt. Mit den Propaganda-Vorgaben aus dem kyrillischen "Plan Rajona" sollte dieser sowjet-fabrizierte "originale SS-Bauleitungsplan" die deutsche "Todesfabrik" beweisen und offenkundig machen. Der sowjetpolnische Manipulateur "beglaubigte" dann seine "Urkunde" mit dem aktuellen Herstellungsdatum, so wie er es auch auf seiner Vorlage, dem "Plan Rajona", fand. Da aber der "Plan 3764" als "deutsches Dokument" herhalten sollte, mußte das Plan-Herstellungsdatum in die deutsche Herrschaftszeit für Auschwitz verlegt werden, die bekanntlich schon im Januar 1945 beendet war. Daher die Manipulation mit der "4". Nicht bemerkt und nicht korrigiert wurde dagegen eine verrterische Eintragung, die ein Bauwerk lautmßig mit dem polnischen Wort für "Baracke" bezeichnet. Der "Plan 3764" wurde dann auch 1946 als "Beweismittel" dem "Untersuchungsbericht über Auschwitz", des sowjetpolnischen Untersuchungsrichters Dr. Jan Sehn, im Bulletin I der "Hauptkommission zur Untersuchung der deutschen Verbrechen in Polen" als Abbildung Nr. 7 beigefügt. Bildunterschrift:
"Plan des Lagers in Auschwitz-Birkenau auf dem ein Eisenbahngleis zu sehen ist das zu den Gaskammern und Krematorien führt. Links vom Gleis liegt das Frauenlager (FL), rechts das Mnnerlager B II und hinter diesem weiter rechts, hier nicht erkennbar, das nicht fertiggebaute Lager B III."
Dieser "Plan 3764" (Quersumme "2" , "1" war der "Plan Rajona") diente dann offensichtlich als Propaganda-Regieanweisung und Vorlage für alle spteren sowjetpolnischen Manipulationen und Legenden des Oswiecim-Museums.
Da Pressac nicht die Normalitt erkennen konnte, hielt er den WSS-Plan 2521 für eine "1984"er Tarnung der SS-Bauleitung und nicht für ein Versehen der "1984"er Sowjetmanipulateure. Neben dem unnumerierten Krematorium wurden auch die richtigen Belegungszahlen der Lagerabschnitte nicht der Sowjetpropaganda angepaßt. Pressac emprte sich darüber, daß der deutsche Lazarett-Plan Nr. 2521 für den Lagerabschnitt B III nur 16.000 Insassen vorsah, im Gegensatz zum "deutschen Vernichtungslagerplan 3764", der ihm glaubhafter erschien mit der behaupteten Zusammenquetschung von "60.000" Hftlingen. - "16" oder "60" ? Hatte da mal jemand fremder Zunge etwas nur falsch gehrt oder absichtlich lautmßig verwechselt? - Pressac weiß offenbar auch nicht, daß der "Plan 3764" den Abschlußbericht der sowjetischen Untersuchungskommission beweiskrftig unterstützen sollte, welcher von der Prawda am 7.5.1945 verffentlicht worden war. Die Sowjets hatten in ihrem Bericht bekanntlich die Behauptung aufgestellt, daß das Lager stndig mit "200.000 bis 250.000" Hftlingen belegt gewesen sein soll. Das wre aber nur mglich gewesen, wenn das Lager mit 3 Abschnitten zu je 60.000 und einem zu 20.000 Insassen geplant und fertiggestellt worden wre, wie es der "Plan 3764" teilweise behauptet, oder wenn 3 bis 6 Hftlinge in einem Bett geschlafen htten, wie es einige "Sowjetzeugen" tatschlich glaubhaft machen wollten.
Dem unaufmerksamen Sowjetarchivar und dem franzsischen Apotheker und Hobbyhistoriker Pressac sei aber gedankt, daß sie diese unmanipulierte Birkenauer Lazarett-, Apotheken- und Krankenrevierplanung Nr. 2521 an das Licht der Öffentlichkeit gelangen ließen![97]
16. Der Doppelmuffelofen in der Kriegsversion: Eisensparer ohne Schienen und Wartungsloren
Hier nun weitere Anmerkungen zum typischen Topf-Doppelmuffel-Einscherungsofen in der Kriegsversion auf dem verkippten Partisanenfoto Baums, der in vierfacher Ausfertigung in das Birkenauer Krematorium eingebaut worden war. Das "Kippofen"-Foto Baums und die Bauteile der Mauthausener Ofenattrappe, welche Rollengestelle an den Muffeltürrahmen aufweisen, stammten eindeutig aus dem Birkenauer Krematorium. Filip Müller, ein Krematoriumsarbeiter,[98] liefert dazu den Beweis:
"Die (Birkenauer) Ofenlcher unterschieden sich ußerlich nicht wesentlich von denen des Auschwitzer Krematoriums, lediglich zwei Rollen mit einem Durchmesser von 15 cm, die sich am Rand jedes Ofens befanden, gehrten zu den bemerkenswerten Neuerungen. über diese Rollen konnte die Metallpritsche leichter in die Öfen geschoben werden."[99]
Verschiedene Metallteile wurden wegen rüstungsbedingten Materialmangels fortgelassen. So fehlen die Schienen vor den Öfen, die noch im Buchenwalder Krematorium vorhanden waren. Sie hatten zwei Funktionen. Im Einscherungsbetrieb rollten auf ihnen kleine, flache Eisenwgelchen, Hunte, auf denen die Ascheksten mit der heißen Einscherungsasche zum Abkühlen vom Ofen weggerollt wurden. Im hinteren Ofenraum fanden dann auch die Umschüttungen der abgekühlten Aschen in die Urnen statt. Für Wartungs- und Reparaturarbeiten im Innenraum der engen Muffeln mußte ein Schamottemaurer auf einem stabilen Auslegearm an einer kippsicheren Eisenlore in den abgekühlten Ofenraum eingefahren werden (vgl. Abb. 14). So konnte er bequem in der Rücken- oder Bauchlage, vom hohen Rand des Auslegearms gegen Abrollung gehalten, alle Ofenbereiche auf überhitzungsschden prüfen und notfalls mit feuerfestem Material Risse zukitten oder die Schamottesteine auswechseln. Auch gelegentlich von außerhalb angelieferte flache Holzkistensrge mit amtlich Exekutierten konnten mit der Wartungslore in den Einscherungsraum eingeführt werden. Der Eisenkasten auf dem Lorenfahrgestell war mit schwerem Gewicht gefüllt, welches als Hebelkraft den beladenen Auslegearm jederzeit in einer kippsicheren, stabilen Lage hielt. Die von Filip Müller behauptete Neuerung (s.o.), daß in Birkenau, im Gegensatz zum alten Krematorium, erstmals Rollengestelle zur leichteren Einführung des Einscherungsgutes benutzt wurden, ist ein Propagandamrchen. Schon das ltere Krematorium in Buchenwald besaß diese rollengestützten Einführhilfen.[100] In allen Lagern waren die vereinfachten Einscherungsfen - zur sarglosen Beschickung mittels geholmter Muldentragen - mit Rollenhaltergestellen ausgerüstet gewesen.[101] Da das sowjetpolnische PMO-Museum vor seinen Ofen-Attrappen im Schauobjekt "altes Krematorium" keine Rollenhalter anmontiert hat, sondern dem Publikum die angebliche Ofenbeschickung mit dramatisch zurechtgemachten Wartungsloren vorgaukelt, ist das sowjetdeutsche Buchenwald-Museum der Propaganda-Schaustellung des Oswiecim-Museums gefolgt und hat ebenfalls die Wartungsloren blumengeschmückt vor ihre fen gerollt, ohne die Funktion der gleichzeitig sichtbaren Rollengestelle zu erklren.[102]
17. Das alte Krematorium und die Filip-Müller-Story: Reger Schienenverkehr im 20 Minuten Takt
Der sowjet-tschechische Propagandist Müller aus der Kulka-Vrba-Wetzler Partisanen-Gruppe[103] hat zur Unterstützung der Ofenbeschickungs-Legende die Benutzung der Wartungsloren als angeblichen Leicheneinführwagen beschrieben:
"Wir befanden uns im Verbrennungsraum des Auschwitzer Krematoriums. [...] Es waren gußeiserne Verbrennungsfen, zu denen Hftlinge auf einer Lore Leichen hineinschoben. [...] Mitten durch den Raum war in einer Bodenvertiefung, die vielleicht ein Meter breit und 20 bis 25 cm tief war, ein Gleis verlegt. Es war ungefhr 15 Meter lang. Von ihm führten sechs Quergleise , die etwa vier Meter lang waren, zu den Öfen. Auf dem langen Gleis stand eine fahrbare Drehscheibe, die man hin- und herschieben konnte. Mit ihrer Hilfe war es mglich, den Rollwagen auf die Quergleise zu rangieren.
Der gußeiserne Rollwagen hatte einen kastenfrmigen Aufbau aus Stahlblech. Mit dem Aufbau war er knapp einen Meter hoch, genauso breit und vielleicht 80 cm lang. Hinten war ein eiserner Griff angebracht, der über die ganze Breite reichte. Vorn ragte die Ladepritsche aus starkem Stahlblech heraus, die knapp zwei Meter lang war. Sie hatte Seitenwnde, die 12 bis 15 cm hoch waren. Die Pritsche, vorn offen, war nicht ganz so breit wie die Ofenffnung, so daß sie in der Ofenmuffel gut Platz hatte. Auf der Pritsche befand sich noch ein kastenfrmiger Schieber aus Stahlblech. Er war ihrem Querschnitt angepaßt, war aber hher als die Seitenwnde und oben abgerundet. Er war ungefhr 50 cm tief und 30 bis 40 cm hoch. Man konnte ihn auf der Pritsche leicht hin- und herschieben. Vor dem Beladen des Wagens wurde er an das hintere Ende der Pritsche geschoben.
[...] Dann wurde der Rollwagen mit Hilfe der Drehscheibe vor ein Quergleis gebracht und die Pritsche vorn mit einer Holzlatte abgestützt, damit der Wagen beim Beladen nicht kippen konnte. Nun goß ein Hftling einen Eimer Wasser auf die Pritsche, damit sie in dem glühenden Ofen nicht zu heiß wurde. Unterdessen waren zwei andere damit beschftigt, einen Toten auf ein Brett zu legen, das neben der Pritsche auf dem Boden lag. Dann hoben sie es hoch und kippten es seitlich ab, so daß die Leiche auf die Pritsche fiel. Ein Hftling auf der anderen Seite brachte sie in die richtige Lage.
Wenn der Wagen beladen war, lagen an beiden Seiten der Pritsche zwei Tote mit dem Kopf zum Ofen, whrend der dritte umgekehrt zwischen diesen eingeklemmt worden war. Jetzt war es soweit, daß der Ofen geffnet werden konnte. Glühende Hitze schlug einem entgegen.
Nachdem die Stützlatte entfernt worden war, packten zwei Mann vorne rechts und links die Pritsche, trugen sie bis an den Ofen und setzten sie am Rand der Muffel ab. Gleichzeitig schoben hinten zwei andere den Rollwagen und drückten so die Pritsche in den Ofen. Die beiden, die vorne getragen hatten, waren inzwischen ein paar Schritte zurückgesprungen, stemmten sich mit den Armen gegen den Haltegriff am Wagen und drückten mit einem Bein von hinten krftig gegen den Schieber. Auf diese Weise halfen sie mit, die Toten vollends in den Ofen zu befrdern. Wenn sich der vordere Teil des Schiebers im Ofen befand, wurde der Wagen mit der Pritsche schon wieder zurückgezogen. Um zu verhindern, daß beim Zurückfahren die Fracht wieder herauskam, stieß ein Hftling eine Eisengabel von der Seite in den Ofen und stemmte sie gegen die Leichen. Whrend die Pritsche, die sich mit mehr als drei Viertel ihrer Lnge im Ofen befunden hatte, mit dem Rollwagen auf die Drehscheibe zurückbugsiert wurde, wurde die Ofentür geschlossen. [...] Für die Verbrennung von drei Leichen hatte man hheren Ortes 20 Minuten veranschlagt, und (SS-Mann) Starks Aufgabe war es, dafür zu sorgen, daß diese Zeit eingehalten wurde."[104]
Soweit ein ehemaliger Hftling, der mit seinen Lagerpartisanen-Genossen Kulka, Vrba, Wetzler u.a. im Frankfurter Auschwitz-Prozeß als Zeuge auftrat und für die heutigen Offenkundigkeiten in der BRD sorgte. Der Hintergrund der Ofenbeschickungs-Legende mittels der Montage- und Wartungslore wird klar: Drei Leichen mit über 3 Zentner Gewicht lassen sich kaum mit der geholmten Muldentrage einführen. Um hohe tgliche Einscherungszahlen für die angenommene hohe Vernichtungsrate beweisen zu knnen, haben die verschiedenen Legenden-Erzhler zu unterschiedlichen, mathematisch-naturwissenschaftlich nicht haltbaren Problem-Lsungen gegriffen: Neben der Krematoriums- und Ofen-Multiplizierung, wurden Einscherungszeiten zwischen 10 und 30 Minuten und Muffelaufnahmekapazitten von 3 bis 12 Leichen erfunden (vgl. Liste 1).
18. Die Wartungslore mit "Schieber" war auch eine Montagelore
![]() |
| Abb. 14: Grifflose Montage- und Wartungslore mit Bombensplitter-Beschdigung. Aufgesetzte Montagehaube mit Profillehre. Darunter ausrangierter Eisenhunt zum Aschekastentransport. Mann in Hftlingskleidung demonstriert auf dem Werksgelnde der Maschinenbaufirma Topf die Lage von Ofenmaurern bei der Muffelreparatur. |
Nach der Müller-Aussage ist es beschmend für die deutsche Erfinder- und Techniker-Zunft, die den Otto- und den Diesel-Motor, den Düsenjger und die Weltraumrakete erfand, daß sie nicht in der Lage war, einen hydraulischen Leichenschieber zu konstruieren. Da mußten die Hftlinge tatschlich ein Bein einen Meter hochheben und gegen den "Schieber" stemmen, um über 3 Zentner Einscherungsgut bewegen zu knnen. Spaß beiseite: Die Wartungslore diente nicht als "Leichenwagen", jedoch auch als Montagelore. Die sogenannten "Schieber" waren Montage- und Abstandslehren der Topf-Techniker. Um die zentnerschweren gußeisernen Ofentürrahmen paßgenau auf die Bolzen am Ofenquergestnge einzufahren und anschrauben zu knnen, wurde mit einem Flaschenzug der Gußrahmen auf den "Schieber" gehievt und mit Holzkeilen justiert. Beim Einfahren des Gußrahmens konnten die Bohrungen am oberen Türrahmen mit Hilfe der Keile auf die genaue Hhe der Stehbolzen am Ofenrahmenquertrger gebracht werden und so mit Dichtungsmasse und Gewindemuttern am Mauer- und Eisenwerk generatorgasdicht befestigt werden. Bei schienenlosen Anlagen in der Kriegsversion wurde für die Montagelore vermutlich ein mobiles Montagegleis oder hartgummibezogene Eisenrder an der Baulore benutzt. Die seitlichen Bleche des "Schiebers" waren mit einem bestimmten Profil versehen worden. Auf den Ofentürrahmen aufgesetzt und bis zum vorgegebenen Anschlag am Profilblech eingeschoben, blieb eine abstehende Profilnase, die als Abstandslehre zur genauen Justierung und Montage der Rollenhalter-Führungsstange dienen konnte. In den Werksttten und Lagerhallen der Topf Maschinenfabrik wurden nach dem Krieg verschiedene Justierhauben ("Schieber") und Wartungsloren gefunden, die teilweise unfertig oder bombensplitterbeschdigt waren. Diese Gertschaften wurden dann als Legenden-Exponate in die entstehenden KL-Museen verschleppt. So gelangten rad- und grifflose Montageloren auch ins Oswiecim-Museum.[105] Die kleinen Aschekasten-Hunte und die Wartungslore, im Abstellschuppen eines anderen Lagers oder auf dem Topf Werkgelnde aufgenommen, sind im großen Pressac auf Seite 228 abgebildet, wo sich zur Demonstration ein gestreifter Hftling auf dem Auslegearm einer Wartungslore ausruht (vgl. Abb. 14).
19. Beglaubigt und staatlich anerkannt: Sowjet-tschechische Propaganda mit Schienenfahrzeugen
Müller htte als "Neuerung" die schienenlose, eiseneinsparende Bauart der 4 Doppelmuffel-fen im Birkenauer Krematorium beschreiben knnen, wie sie auf dem Baum-Foto und im Bausatz der Mauthausener Ofenattrappe noch zu erkennen ist. Aber dann htte er sich selbst und einige Freunde als Mrchenerzhler enttarnen müssen. Müllers Genosse Erich Kulka schrieb im Vorwort und in einer Bildunterschrift seines Buches Die Todesfabrik:
"Modell einer der Auschwitzer Todesfabriken, das in Prag nach den Angaben dieses Buches angefertigt und von einem ehemaligen Angehrigen des "Sonderkommandos" , der in der Tschechoslowakei lebt, beglaubigt worden ist."[106]
"Das Modell der Krematorien I und II wurde auf Anregung der Autoren angefertigt und dem Jüdischen Staatsmuseum in Prag übergeben."[107] (Vgl. Abb. 15.)
![]() |
| Abb. 15: Aus Kraus-Kulka (K4) vor S. 81: "Modell einer der Auschwitzer Todesfabriken, das in Prag nach den Angaben dieses Buches angefertigt und von einem Angehrigen des "Sonderkommandos", der in der Tschechoslowakei lebt [Anm.: vermulich Filip Müller], beglaubigt worden ist." Vor den Öfen sind zahlreiche Schienen "beglaubigt" worden, wogegen andere Bilder und Berichte für das Birkenauer Krematorium eine schienenlose Ofenbeschickung mittels Muldentragen bezeugten. Andere Fehler: Dachform der Giebelseite und Fledermausgaupen. |
Der Ofenraum des Modells der angeblichen Birkenauer Krematorien I und II, der sowjetpolnischen Zhlung "II und III" widersprechend, zeigt vor allen fen verschwenderisch ausgelegte Schienen für diverse "Einführwagen". Filip Müller, das Mitglied des "Sonderkommandos", der in Kulkas Todesfabrik über die unkonventionelle Aschen-Einurnung im Auschwitzer und Birkenauer Krematorium berichtete, hatte also schon früher seine oben geschilderte Rangierttigkeit mit übervollen und zweckentfremdeten Wartungsloren "beglaubigt" und über eine staatliche Ostblockorganisation verbreiten lassen.
Aber auch mit seiner Beschreibung der Rollen-Neuerung als Einführhilfe bei der Arbeit mit der "Metallpritsche", macht Müller sich unglaubwürdig. Unter "Pritsche" versteht Müller den Auslegearm der Wartungslore. Auf allen Fotos haben die Rollen eine Rille wie bei Seilrollen. Die Rillen dienten zur Aufnahme und Führung der Holme an der Muldentrage. Der Auslegearm der Wartungslore, die "Pritsche" Müllers, hat keine erkennbaren Bauteile zum Gleiten über Rollen. Das aufgerichtete Rollengestell hatte ab unterem Ofentürrahmen eine Hhe von ca. 17 cm. Ein gewaltsam eingefahrener Auslegearm htte den aufgerichteten Rollenhalter unterhalb seiner Mitte gerammt und verbogen oder abrasiert. - Da Baum bei seiner Schilderung der Lagerpartisanen-Organisation auch einen Genossen im Birkenauer "Sonderkommando" erwhnte,[108] darf stark angenommen werden, daß Müller mit seinen Geschichten nur die Legenden des sowjetpolnischen Oswiecim-Museums unterstützt und sowjet-tschechische Propaganda betreibt.
20. Der Doppelmuffelofen in der Kriegsversion: Piettlose Ascheentnahme wegen Eiseneinsparung
In der Kriegsversion der Topf-Ofenanlage wurde die Einscherungsasche etwas piettlos auf ein Schippenblech oder eine große Kohlenschaufel gekratzt und zur Abkühlung weggezogen. So wurden Ascheksten, Aschekasten-Hunte, Führungsgleise für Eisen-Hunte und Wartungsloren eingespart. Für Wartungsarbeiten stieg der Maurer auf die, vom Rollengestell geführte, geholmte Muldentrage und ließ sich so im abgekühlten Ofenraum von zwei Helfern bewegen. Diese Notlsung führte oft aber - bei unsachgemßer Hantierung und Verhebelung - zur Verbiegung der Holmgabel. Auch die materialschwache Führungsstange für die Rollengestelle war nicht als Einstiegstritt gedacht worden. Auf dem "Kippofen"-Foto ist die trittgeschdigte Führungsstange gut zu erkennen. Diese Kriegsversion der Topf-Einscherungsanlage, ohne Schienen, Wartungslore und Aschekasten-Hunte, sparte eine Menge kriegswichtigen Eisens ein. Die von der PMO-Propaganda im Oswiecim-Museum genhrte Vorstellung, daß mit den Wartungsloren angeblich das Einscherungsgut in den Ofenraum verbracht wurde, ist irrig.[109] Auch die Behauptung, daß mit der Wartungslore stndig 3 bis 5, nach Tauber sogar 8, "Muselmannen" in den Einscherungsraum eingeführt worden seien, ist unglaubhaft, da die Ofentürffnung nur 60 x 60 cm groß war! Mit dem aufgeklapptem Rollengestell blieb für die Einführung des Einscherungsgutes nur noch eine lichte Weite von ca. 44 cm zwischen oberem Türrahmen und Muldenholmen übrig.[110]
21. Wo sind die Propaganda-Krematorien der Auschwitzer Lagerpartisanen geblieben ?
Auf der Potsdamer Konferenz hatten die Sowjets alle ihre Beutewünsche nach deutschen Territorien und neuen polnischen Grenzen von den Vereinigten Nationen erfüllt und besttigt bekommen, entgegen den Festlegungen in der Atlantic-Charta. Stalin konnte zufrieden sein, den Krieg mit Deutschland als siegreich abgeschlossen betrachten und an die politische Umwandlung der von der Roten Armee besetzten Staaten bis zur Elbe denken. Daher wollte er auch einen Schlußstrich unter die deutschfeindliche Kriegspropaganda ziehen lassen. Schon kurz nach der Eroberung Berlins hatte die Nr. 2 der Tglichen Rundschau - Tageszeitung des Kommandos der Roten Armee für die deutsche Bevlkerung am 16.5.1945 damit begonnen, den grßten sowjetischen Greuelhetzer abzurüsten und zu demontieren. Im nachgedruckten Prawda-Artikel "Genosse Ehrenburg vereinfacht" griff G. Alexandrow den Vlkerhaß Ehrenburgs an:
"Gen. Ehrenburg schreibt in seinem Artikel im Roten Stern, es gbe kein Deutschland, sondern nur eine "kolossale Bande". Wenn man den Standpunkt Gen. Ehrenburgs richtig erachtet, so müßte man daraus folgern, daß die ganze deutsche Bevlkerung das Schicksal der Hitlerclique teilen muß. Man braucht nicht zu betonen, daß Gen. Ehrenburg in diesem Falle nicht der ffentlichen Sowjetmeinung Ausdruck gibt."
Auch die erschütterten deutschen Kommunisten, die im sowjetischen Herrschaftsbereich ein "Neues Deutschland" aufbauen sollten, mußten aus ihrer Scham und Mutlosigkeit erlst werden, die ihnen Abusch im fernen Mexiko im "Freien Deutschland", in dem auch Ehrenburg schrieb, eingeredet hatte: "Deutsche haben diesen Massenmord erdacht und durchgeführt, - deutsche Nazis, aber eben doch Deutsche..." So sollten nun die deutschen KPler auch aus erster Hand erfahren, daß vielleicht nicht alles so ernst gemeint war, wie es gesagt worden war. Schon am 31. Juli 1945, kurz vor dem Ende der Potsdamer Konferenz, durfte daher der allwissende ehemalige Leitungsrat der Auschwitzer Lagerpartisanen, der KPD-Funktionr Bruno Baum, seinen deutschen Genossen in der Parteizeitung verraten - wenn auch noch propagandistisch getarnt und zwischen den Zeilen versteckt, aber doch schon augenzwinkernd und satirisch -, was denn an den ungeheuerlichen "Krematorien" von Auschwitz dran war und wo sie denn nun geblieben wren.
"Erfolg der Propaganda. Das Wichtigste war nun, daß infolge der Propaganda die Zustnde im Lager besser wurden. Selbst in Birkenau, wo man nach der letzten großen Vergasung im Oktober 1944 dazu überging, von den vier Krematorien drei abzumontieren. In wenigen Tagen waren an der Sttte der grßten Menschenvernichtung nur noch Grünflchen zu sehen. Die abmontierten Krematorien jedoch sind nicht etwa der Vernichtung anheimgefallen, sondern wurden, in ihren Einzelteilen sorgfltig numeriert, verschickt. Und zwar: zwei nach Groß-Rosen und eins nach Mauthausen."[111]
Also selbst "Krematorien" wurden nicht vernichtet und mit dem schnell sprießenden Grün wollte der KP-Propagandist über diese von ihm und den "polnischen Kameraden" erfundene Greuel-Geschichte nun "Gras wachsen lassen".[112]
Damit nun nicht übereifrige revisionistische Auschwitz-Archologen im oberschlesischen Polen die Grasnarben nach Fundamentresten durchpflügen - die heute im PMO-Museum gezeigten Ruinen waren also, bis auf eine, nachweislich nicht die behaupteten "Krematorien" - , sei ihnen noch mitgeteilt, wo vermutlich die "nicht vernichteten Krematorien" wieder aufgetaucht sind.
Im neuen Krematorium in Birkenau waren vier Doppelmuffelfen eingebaut worden. Vermutlich die beiden überholten Modelle aus dem "alten" Krematorium und zwei neue in der Topf-Kriegsversion. Bei einem Ofen hatte man nicht einmal mehr die oberen Ofentürverschlußknebel angeschraubt. Als in der zweiten Oktoberhlfte 1944 drei Öfen demontiert wurden, ließ man den schlechtesten, den mit den fehlenden Verschlußknebeln, im Krematorium zurück. Das nach Mauthausen verschickte "Krematorium", vermutlich ein Doppelmuffelmodell in der Kriegsversion, wurde nach dem Krieg als Museums-Exponat originalgetreu wieder aufgebaut. (Abb. 2) Die beiden nach Groß-Rosen bei Breslau verschickten "Krematorien", vermutlich die Baustze der beiden in Birkenau wiederverwendeten Doppelmuffelfen aus dem "alten" Krematorium, wurden sowjetpolnische Beute. Diese wurden dann im PMO-Museum an ihrem alten Standort im ehemaligen "alten" Krematorium wieder aufgebaut, wobei man mehr auf propagandistische Effekte als auf Detailtreue achtete. So wurden alle Ofentüren seitenverkehrt montiert und die Haltetrger für die verschiedenen Türrahmen weggelassen, da diese von sabotierenden Hftlingen beim Abbau im Herbst 1944 zerschnitten worden waren. (Laut Steiner Anm. 57/1) Der auf dem Baum-Foto gezeigte Doppelmuffelofen ohne obere Türknebel wurde als einziges "Krematorium" 1945, zusammen mit seinem Domizil, dem Birkenauer Krematoriumsgebude, vor der anrückenden Roten Armee mit Dynamit "vernichtet". Die sowjetischen Fotografen haben dann auch nur dessen vorgefundenes verbogenes Eisengerippe aufgenommen und der staunenden Weltffentlichkeit gezeigt. Auf keinem Sowjetfoto von 1945 sieht man weitere demolierte Eisenskelette anderer gesprengter Doppelmuffelfen in der Krematoriumsruine. Baum hatte also teilweise recht, als er den Abbau von "drei Birkenauer Krematorien" im Oktober 1944 bezeugte. Nur sind eben, wie von den Propagandisten gerne verwechselt, Muffeln keine "fen", sondern nur Teile von Öfen und Doppelmuffelfen sind keine "Krematorien", sondern nur Teile von Krematorien!
Abbildungsnachweis:
| Tabelle 1: Das Birkenauer Krematorium, das "Neue" oder das "2." im WSS-Sanittsbauplan 2521 lokalisiert , und seine Funktion in der Propaganda. | |||||||||
| Datum | Propagandisten / Zeugen / Realitt des Birkenauer Krematoriums | Bezeichnung des neuen, 2. Krematoriums von Au. |
|
|
|
|
|
|
Bemerkungen |
| 13.04.1943 | Radio Berlin: Sowj. Massenmord von Katyn | über 4000 Polen wurden von Sowjets ermordet | |||||||
| 19.04.1943 | Partisanen-Propagandaplakate in Polen | das Krematorium * | 1 | - | - | - | - | 3000 | Polen sollen von Deutschen ermordet werden |
| 17.08.1943 | BBC-Sendung für die Franzosen, London | Verbrennungsofen im Lager * | 1 | - | - | - | - | 10 | Internierte, incl. franz. Patrioten (Kommunisten) |
| 07.04.1944 | Vrba/Wetzler, tsch. Au-Partisanen, Flucht | Krematorium | 9 | - | - | - | 90 | - | 8+ ein Müllverbrennungsofen, tsch. Juden |
| 25.05.1944 | Cyrankiewicz, pol. Au-Partisanenchef "Rot" | Krematorium | - | - | - | - | - | - | 4 Krematorien + 1 Ziegelei, Juden aus Ungarn |
| 04.07.1944 | Tsch. Exilregierung, London (nach Au-Part.) | Hochofenkammern | 9 | 4 | 36 | 3 | 90 | 1500 | "nur Juden, keine Arier", Ripka an brit. AA |
| 10.10.1944 | WSS-Bauleitung Au II, 4 Öfen vorhanden | Krematorium | 4 | 2 | 8 | 1 | 90 | 48-56 | vor Abbau von 3 Öfen, Ofentür 60 x 60 cm |
| 25.10.1944 | WSS-Bauleitung Au II, 3 Öfen demontiert | Krematorium | 1 | 2 | 2 | 1 | 90 | 12-14 | nach Abbau v. 3 Öfen, 1 nach Mauthausen |
| 25.11.1944 | US-WRB-Report, (nach tsch. Au-Partisanen) | Krematorium IV | 9 | (2) | 18 | 3 | 90 | 1000 | Kapazitt: Hlfte von 9 4-Muffelfen, Juden |
| 01.02.1945 | Prawda, Moskau, Hftlingsgerüchte | (8 von) 12 Spezialfen | 8 | - | 8 | - | - | - | Kinder, Kranke, Alte, Arbeitsunfhige, 12 Öfen |
| 02.02.1945 | Prawda, Moskau, Poleweu-Bericht | ein Hochofen | 1 | - | - | - | - | - | mobile Kinderttungsapparate |
| 03.03.1945 | Sowjetischer "Plan Rajona" | Krematorium V. (kyrillisch) | - | - | - | - | - | - | der kyrillische Plan behauptet "5 Krematorien" |
| 03.1945 | Friedman, galiz. Partisanenchef, Sowj.-Komm. | Krematorium V | 1 | 8 | 8 | 5 | 10 | 5520 | Eisenfahrgestell, 2 m breite Retortentür |
| 07.05.1945 | Prawda, Moskau, Au-Kommissionsbericht | Krematorium 5 | 1 | 8 | 8 | 3-5 | 20-30 | 1104-2760 | Bürger der Sowjetunion u.a. Lnder |
| 07.05.1945 | dito. Dragon/Tauber, Au-Partis., Sowj.-Komm. | Krematorium 5 | 8 | - | 8 | - | - | 1740-2087 | herangeschaffte Leute |
| 10.05.1945 | Dragon Zeuge vor sowj.-poln. Sehn-Kommis. | Krematorium V | 4+4 | - | 8 | 3 | 15-20 | 1656-2208 | erwhnt Rollengestell und geholmte Muldentrage |
| 24.05.1945 | Tauber Zeuge vor sowj.-poln. Sehn-Kommis. | Krematorium V | 2 | 4 | 8 | 4-8 | - | - | spricht von Rollenwagen mit Pritsche, Gleise |
| 05.1945 | Sowjetkommission zeigt nur einen Ofen in Æ | Krematoriums Ruine | 1 | 2 | 2 | 1 | 90 | - | nur ein gespengter Doppelmuffelofen vorhanden |
| 31.12.1945 | Bruno Baum, KP-Au-Partisan, in KPD-DVZ | 1 Ofen = 1 Krematorium | 1 | 2 | 2 | - | - | - | im Okt. 44 wurden "3 Krematorien" abgebaut |
| 31.12.1945 | Kulka, tsch. Au-Partisanenchef, Todesfabrik | Krematorium IV | 8 | - | 8 | 3 | 20 | 1656 | Orientierungsplan mit Au II Krematorien I-IV |
| 1946 | Sehn/Friedman, poln./ jüd.-Kommission | Krematorium V | 1 | 8 | 8 | 3-5 | 30 | 1104-1840 | Lageplan "3764" mit Au II Krematorien II-V |
| * Die Nachkriegspropaganda behauptet die Inbetriebnahme "der Krematorien" in Birkenau im Mrz 1943, vor der Katyn-Entdeckung. Hier haben wir den Beweis, daß am 19.4. und 17.8.1943 nur ein Krematorium im Lagerkomplex existierte. Da am 19.7.1943 das "alte" Krematorium geschlossen wurde und die Krematoriumsarbeiter zu ihrer neuen Betriebssttte nach Birkenau überführt wurden, kann unter dem 19.4. noch das "alte" und unter dem 17.8.1943 nur das neue Krematorium gemeint sein. | |||||||||
|
|
|||
| Planaufstellungsdatum | vermutl. Planaufsteller | Quelle, Mitteiler | Grundriß, Bezeichnung |
| 4.6.1943 | Deutsche WSS-Bauleitung: Plan 2521 für Hftlingskranken-Lager in B III | Pressac (P1) S. 512 aus Ostarchiv | Krematorium |
| Anfang 1944 | Orientierungsplan des KGL Birkenau für Partisanenzwecke, tsch. Agentin u. Bauzeichnerin Foltynova | Aus dem Tschech.: Kraus /Kulka, Die Todesfabrik, Ostberlin 1958, Einleitungsende S. 14 | |
| nach 7.4.1944 | Handzeichnung der geflüchteten tsch. Lagerpartisanen Vrba/Wetzler in Preßburg | Mendelsohn (M1) Plan III | Cremat |
| 26.11.1944 | US-WRB-Report, Zusammenfassung der Lagerpartisanenpropaganda (Vrba-Wetzler-Mordowicz-Rosin) | Szenes/Baron(S10) | ![]() Cremat. IV |
| Juli bis Dez. 1944 | US-Luftaufklrungsbilder der Industriewerke und Hftlingswohnlager von Auschwitz | J. Ball, Air-Photo Evidence, Ball Resource Service Ltd, Delta (B.C.), 1992 | |
| 3.3.1945 | Sowjetischer Plan Rajona, in Anlehnung an den Cyrankiewicz- Partisanenbericht vom 25.5.1944 | Pressac (P1), S. 179 (vgl. VffG 1/98, S. 3). |
KREMATORIUM V. (kyrillisch) |
| 1945/1946 | Sowjetpolnische Kommission, (Sehn-Friedman) Biuletyn 1 Plan 3764 | Sehn (S1); Pressac (P1), S. 514 | ![]() |
| 1946/1955/1957/1958 | Kulka-Foltynova, tsch. Partisanenplan "Orientierungsplan des KGL Birkenau" | Kraus/ Kulka (K4), "1.= Krematorium IV dieser Eintrag war nicht auf dt. Plan." | 1. (Krematorium IV) |
| 1990/1993 | Kulka-Foltynova, tsch. Partisanenplan aus Kulkas (K4), Todesfabrik | Enzyklopdie des Holocaust (engl. Ausgb.nennt Kulka als Quelle, was die dt. Ausg. verschweigt.) | Krematorium V. |
Benutzte Quellen