Generationenweit

vom Großvater über den Enkel hinaus wird die Schuld der "Täter" zur nationalen Sippenhaft vermarktet. Auch damals schon gab es drei Generationen, die diese Zeit erlebten, die litten und die hofften. Ein ungeheurer Leidensdruck lag auf allen. Auf unseren Kommandeuren, auf uns damals "Jungen", auf den Väter und Müttern, den Bräuten, den Brüdern und Schwestern, die täglich und mit großen Sorgen den Bombenkrieg durchlebten und die die Sorge um die Väter und Söhne im Felde nicht schlafen ließ. Keiner kann das alles nachempfinden, wenn er nicht selbst in dieser Not gewesen ist. Es ist so schwer für die heutige Generation, die Anwürfe gegen die Großväter und Väter zu verstehen oder gar den Vorwurf der Schuld auf sich zu beziehen. Doch da nur die Zukunft zählt, darf ihr Urteil hier nicht fehlen.

Nachstehend spricht die junge Generation.


Peter Hild (26), Student der Geschichte.

Verleumdung und Haß als Lebensinhalt

Kritik eines Geschichtsstudenten an der Anti-Wehrmachtsausstellung

Es wurde schon viel über die umstrittene Ausstellung des Kommunisten Hannes Heer und des Multimillionärs Jan-Philipp Reemtsma geschrieben. Die meisten Medien sprechen in betroffener Weise von der Notwendigkeit der Bilderschau "Vernichtungskrieg - Verbrechen der Wehrmacht 1941 - 1944". Politiker aller Parteien und Vertreter der Öffentlichkeit unterstützen seit Ausstellungsbeginn 1995 das undifferenzierte Gemisch von Polemik, Unwissenschaftlichkeit und selbstgeißlerischer Betroffenheit. Kritiker kommen entweder gar nicht erst zu Wort (außer vielleicht in gekürzten Leserbriefen) oder man stigmatisiert sie als "Rechtsradikale" oder "Ewiggestrige". Sollte man sich in dieser Weise zufriedengeben, so ist zu bezweifeln, ob wir noch in einer Demokratie und in einem Rechtsstaat leben.

Kein informierter Zeitzeuge und objektiver Historiker wird abstreiten wollen, daß es in jedem Krieg zu Ausschreitungen und Verbrechen kommt. Die "Legende von der sauberen Wehrmacht" die Herr Heer zu zerstören trachtet, hat es niemals gegeben. Auch die deutsche Wehrmacht, die von ihren ehemaligen Gegnern und von dem israelischen Generalstab in unzähligen Studien und ehrenwerten Zeugnissen als die am anständigsten gekämpft habende Streitmacht des Zweiten Weltkrieges bezeichnet wurde, ist bestimmt nicht frei von Schuld. Der Historiker aber muß vergleichen, um einordnen zu können. Zeigt er nur einen Teil der Wahrheit, so lügt er genauso, als würde er Falsches behaupten. Die Macher und Unterstützer der Ausstellung müssen sich vorwerfen lassen, Geschehnisse in der Geschichte nicht nur einseitig darzustellen, sondern bewußt zu manipulieren.

Die hintergründigen und dunklen Absichten der Ausstellung wurden in der Öffentlichkeit so gut wie gar nicht beleuchtet. Nach der Implosion der sozialistischen und kommunistischen Gesellschaften braucht die Ultralinke neue Leitbilder. Da sich die eigenen Ideen als falsch erwiesen haben, trachtet man danach, alle erhaltenen Strukturen zu unterminieren und zu zerstören. Die Ausstellung beabsichtigt heute, da Zeitzeugen zunehmend weniger werden, die Geschichte umzuschreiben. Den Weg der 6. Armee sucht man sich absichtlich aus dem Grund aus, weil es Überlebende der Schlacht von Stalingrad kaum noch gibt. Die deutschen Veteranen sind heute in einem Alter, in dem sie entweder vor dem linken Zeitgeist resignieren oder sich überhitzt so aufregen, daß körperliche Schäden die Folgen sind. Beides ist Ziel der Werte zerstörenden 68er-Generation. Bei der Eröffnung der Ausstellung in der Frankfurter Paulskirche offenbarte ein 68er seine geheimsten Wünsche: er würde erst dann froh sein, wenn die Kriegsgeneration "endlich ausgestorben" sei. In Selbstüberheblichkeit fühlt man sich sicher, besser zu handeln als die Älteren, die man als "Friedhofsgemüs" menschenverachtend diffamiert.

In 15 Städten wurde die Ausstellung protegiert, und heuchlerische Politiker aller Richtungen hofieren den linken Agitprop. Ständig ist von "Nazideutschland" und ähnlichen linken Phrasen zu lesen. Spricht auch nur einer von "Kommirußland"? Wohin die erwirtschafteten Geldmittel fließen, das bleibt dem unwissenden Besucher verborgen. Eine Moderatorin des Hessischen Rundfunks preßte den Fernsehzuschauern ihre Menschenverachtung auf, als sie den Wunsch von Erika Steinbach, MdB (CDU) kommentierte, die Geldmittel der

Ausstellung besser für die Kriegsgräberfürsorge zu verwenden: "Friedhofsruhe also!" Dabei sind der Volksbund Deutsche Kriegsgräberfürsorge und der Heimkehrerverband im Unterschied zu den Selbstgeißlern auf dem einzig richtigen Weg, Vergangenheit gerecht und wahrheitsverpflichtet aufzuarbeiten. Diese Verbände arbeiten gleich wie unzählige Soldatenverbände und Traditionskameradschaften mit den ehemaligen Kriegsgegnern und mit der Jugend aller Nationen zusammen, um der Toten ohne Unterschied zu gedenken und gemeinsam für Versöhnung und Frieden zu arbeiten. Dies sind Taten und nicht Worte, zudem noch positive, anstatt der destruktiven Geisteshaltung der Ausstellungsbefürworter. Der unter seinem Vaterkomplex leidende Herr Reemtsma und seine lemurenhaften Beifallsklatscher ohne eigene Meinung und Wissen tradieren Haß und auch ideologische Lügen. Für den Frieden schaffen sie nichts!

Der hessische Kultusminister Hartmut Holzapfel nötigt seine Lehrer, mit ihren Schülern in Pilgerfahrten - dem Gang König Heinrichs IV. 1077 nach Canossa gleich - die Ausstellung zu besuchen. Wie bei dem Kinofilm "Schindlers Liste" muß auch hier ein einseitiges und fertiges Meinungsbild von unbedarften Schülern übernommen werden, die zu einem Besuch gezwungen werden. Diskussionen mit deutschen Veteranen oder objektiven Historikern sind unpassend. Der gleiche Minister redet von "Faschismus" als der Staatsform in Deutschland von 1933 bis 1945. Ob er damit seiner Unkenntnis freie Luft zu machen versucht? Dieser kommunistische Kampfbegriff - bezogen auf Deutschland - wurde erfunden, um den eigenen Sozialismus im Wortgebrauch nicht zu mißkreditieren. Zudem muß man eigentlich auch von einer Verharmlosung sprechen, denn der italienische oder spanische Faschismus integrierte nicht zwangsläufig wie der deutsche Nationalsozialismus den übersteigerten Rassengedanken.

Die Bilder-Schautafeln sind symbolisch in Form eines Eisernen Kreuzes aufgestellt. Dabei wird besonders deutlich, worauf es den Ausstellungsmachern ankommt: das Verächtlichmachen der Tradition des 1813 gestifteten Eisernen Kreuzes und das Mit-Füßen-Treten deutscher Nationalsymbole. Oberst Gertz lehnt - wie seiner Stellungnahme zu entnehmen ist - Aufrufe zum Boykott der Ausstellung ab. Er wünscht sich, daß man in der Ausstellung "nichts wegläßt". Ob er sich überhaupt bewußt ist, welch Geistes Kindern er damit seinen Beistand leistet, und das in seiner Stellung stellvertretend für alle Bundeswehr-Reservisten?

Zu Beginn der Ausstellung erwartet den Besucher neben dem heuchlerischen Schild, daß "keine Pauschalierung einer ganzen Generation erstrebt sei", ein einseitiges Bücher- und Publikationsangebot linker Machart. Ein kooperierendes dubioses "Institut" befragt die Besucher nach ihren Erfahrungen mit Zeitzeugen. Freilich gibt es nur Verfolgte oder Täter und "Mitläuferinnen". Die Betroffenheitsgierigen und Pseudo-Intellektuellen neigen eben nicht gerade zur Objektivität, sie kennen nur Extreme. Ein Gegengewicht in Form von Aufklärung oder objektiver Information fehlt völlig.

Zweifellos: es sind schreckliche Bilder, auf denen erhängte und erschossene Partisanen zu sehen sind. "Verbrechen" kann der objektive Betrachter darin allerdings kaum sehen! Partisanenkampf in Zivil aus dem Hinterhalt und Deserteursdelikte gelten in jedem Land als Unrecht, dem auch heute noch mit entsprechenden Gegenmaßnahmen begegnet wird. Vergeltungsmaßnahmen sind grausam, aber legitim. Auf den Bildern ist vielfach ein Schild zu erkennen, auf dem geschrieben ist, daß die Hinrichtung geschah, weil hinterhältiger Mord an deutschen Soldaten oder Plünderungen vorausgegangen waren. Auf einem anderen Bild (Ausstellungskatalog Seite 200, Nr. 31) sind - auf einem Schlitten liegend - abgetrennte Gliedmaßen und ein Kopf zu sehen. Bildunterschrift "unbekannter Ort". Sehr ähnliche Bilder sind aus den 1920er und 30er Jahren aus der UdSSR bekannt, als große Hungersnöte Kannibalismus hervorbrachten. Warum wird also suggeriert, daß es "Verbrechen der Wehrmacht" seien, wenn eine Beweisführung ausbleibt? Folterungen und Verstümmelungen von Opfern sind dem Historiker als nachgewiesene Taten der Wehrmacht m. W. unbekannt. Auf weiteren Bildern erkennt man halbentkleidete Tote und Frauen mit gespreizten Beinen (u.a. Ausstellungskatalog Seite 204, Nr. 22). Fotografien, wie sie von polnischen, sowjetischen und tschechischen Grausamkeiten an deutschen Zivilisten und Soldaten vor, während und nach dem Zweiten Weltkrieg bekannt sind.

Das Bundesvertriebenenministerium stellte dahingehend umfangreiche Dokumentationen zusammen, die jahrzehntelang zurückgehalten wurden, um keine Ressentiments gegen das Ausland zu erzeugen. Bei den in der Ausstellung gezeigten Fotografien fehlen ebenso Herkunfts-, Zeit- und Ortsangaben. Wären es eindeutig deutsche Vergehen gewesen, so hätte man doch eine dementsprechende Unterschrift sicherlich nicht versäumt. Herr Heer ließ als Herkunft der Bilder in ihrer Masse den Hinweis anbringen, daß sie bei in Gefangenschaft geratenen oder gefallenen deutschen Soldaten "in den Brieftaschen" gefunden worden seien. Welcher Soldat würde es vorziehen, vor Feldpostbriefen oder den Bildern seiner Familienangehörigen solch ekelerregende Fotografien mit sich herumzutragen? Aber Tote können sich nicht wehren. Das ist schon schlau gemacht von Herrn Heer. Niemand könnte den Gegenbeweis erbringen, daß er nicht die Wahrheit spricht! Allerdings sind seine Behauptungen ohne Beweise (Name und Truppenteil des betreffenden Soldaten, Ort des Fundes. Angabe, wer dargestellt ist, glaubhafte und beeidete Zeugenaussagen usw.) nur inhaltsleere Phrasen. Auf einigen der Bilder stehen fassungslose Soldaten vor Leichenbergen (u.a. Ausstellungskatalog Seite 203, Nr. 18; Seite 204, Nr. 19, 21 und 23) Waren dies alles "Hitlers willige Vollstrecker"? Auf einem Bild stehen neben den Leichenbergen zwei unifomierte Waffenträger, die eindeutig keine Deutschen sind. (Ausstellungskatalog Seite 204, Nr. 24) Zudem fehlt in der Ausstellung jeglicher Hinweis auf den berüchtigten "Fackelmännerbefehl" Stalins, nachdem in jedem Regiment besondere Brandstifterkommandos zu formieren waren, die gemeinsam mit Partisanen und Diversanten alle menschlichen Siedlungen und Behausungen im besetzten Hinterland "vollständig zu zerstören und neiderzubrennen" hatten. Eine Rücksichtnahme der Rotarmisten gegenüber ihrer eigenen Bevölkerung gab es nicht. In der Verkleidung als deutsche Waffenträger wurde zudem die Bevölkerung ganzer Dörfer liquidiert, um den Haß der Sowjetmenschen auf die Deutschen zu vergrößern. (Befehl Nr. 0428 des Hauptquartiers des Obersten Befehlshabers vom 17.11.1941)

Aus der berühmten jugoslawischen Fälscherwerkstatt stammen mit Sicherheit auch zwei ausgestellte "Original-Dokumente". Auf einem Flugblatt und einem Briefkopf der Feldkommandantur Belgrad sind schwerwiegende orthografische Fehler zu erkennen, die deutschen Behörden während des Krieges bestimmt nicht passiert wären. Ich möchte an dieser Stelle auf die gefälschten Dokumente in Bezug auf die vom Zaun gebrochene Affaire um den österreichischen Bundespräsidenten Kurt Waldheim verweisen, bei der ein "anerkannter Historiker" namens Dr. Messerschmidt sich für die Echtheit verbürgt hatte. Übrigens der gleiche Herr, der auch diese dubiose Ausstellung protegiert! Wie bei Bildern in russischen Fälscherwerkstätten auch heute noch retuschiert, hineinkopiert und manipuliert wird, ist jedem klar, der sich nur annähernd in den sowjetisch / russischen Medien auskennt. Selbst bei harmlosen Dingen ist dies alltäglich.

Auch auf den restlichen Ausstellungstafeln wird stets nur die Reaktion deutscher Einheiten gezeigt und niemals die Aktion der gewaltauslösenden Partisanen. Deutsche Opfer werden bis auf eine Begebenheit (Beerdigung gefallener Soldaten der Waffen-SS in Pancewo/Panschowa in Jugoslawien, allerdings im Gegensatz zu den Bildern der Täterhinrichtungen in Miniaturformat und nur ersichtlich, wenn man sich fast auf den Boden legt!) nirgends gezeigt; Deutsche sind für Herrn Heer und Konsorten immer nur die Täter. In Bezug auf das Geschehen in Pancewo/Panschowa möchte ich auf die Eidesstattliche Erklärung der Zeugin Elisabeth Wenzel vom 21.04.97 verweisen. Der Liquidierung von 10 Partisanen ging deren heimtückischer Mord an Wachdienst versehenden deutschen Soldaten im gleichen Ort voraus. Der hinterhältige Mord wurde auf dem Friedhof von Pancewo/Panschowa verübt, wo sich die Partisanen mit Waffen und Munution versteckt hielten. Bedauert werden in dieser Angelegenheit jedoch lediglich die gemordet habenden Opfer der Repressalie. Wird denn in irgendeiner Weise der ersten Opfer gedacht oder derer, die nach dem Abzug der deutschen Truppen als Genozid an den Volksdeutschen in Osteuropa millionenfach verübt wurden? Spricht auch nur ein Mensch über die hinterhältig ermordeten 42 Südtiroler Polizisten und die 9 italienischen Zivilisten (darunter auch Kinder) die dem feigen Bombenattentat in der Via Rasella zu Rom am 22.03.1944 zum Opfer gefallen sind? Diese Täter sind bis heute frei und erhielten sogar italienische Auszeichnungen.

Unrecht wird zu Recht und Manipulationen werden betrieben. Wahrheit, die nicht in das Konzept von Haß und Verleumdung gegen deutsche Soldaten - gleich welcher Generation - paßt, wird unterdrückt! Die Bilder aus Kriegsgefangenenlagern mit hungernden und verstorbenen sowjetischen Soldaten (u.a. Ausstellungskatalog Seite 213, Nr.20) könnten ohne weiteres auch deutsche Soldaten nicht nur in sowjetischem Gewahrsam zeigen. Zu Hunderttausenden starben diese auf die gleiche Weise.

Ich stimme Generalmajor a.D. Gerd-H. Komossa uneingeschränkt zu, wenn er fordert, daß ein verantwortlicher wie auch verantwortungsvoller deutscher Politiker sich endlich auch einmal zum Schutze sowohl der gefallenen und noch lebenden Weltkriegssoldaten als auch ihrer Kameraden der Bundeswehr in der aktiven Truppe und in der Reserve den Mut ergreift, sich für Einigkeit und Recht und Freiheit einsetzt und auch die Ehre unseres Staates, die hier auf dem Spiel steht, verteidigt. Den Tatbestand der üblen Nachrede und Verleumdung (§ 186 und 187 des StGB) und der Verunglimpfung des Ansehens Verstorbener (§ 189 StGB) erfüllt meines Erachtens diese Ausstellung genauso, wie sie gegen Artikel 1 des Grundgesetzes verstößt. Dieser verpflichtet unseren Staat, den (eigenen) Bürger vor Verletzung seiner Menschenwürde durch andere zu schützen und zu bewahren!

Es fehlt an öffentlichen Bekenntnissen! Der Absturz und die Selbstzerstörung der Christusglocke in der Frankfurter Paulskirche am 17. Mai 1997, während die Anti-Wehrmachtsausstellung in diesem Gebäude zu sehen war, sollte uns Zeichen und Mahnung sein!


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