Frank Rennicke (32), Liedermacher

Der Protest der 5.000 Söhne und Enkel

Ich mag wohl zwölf Jahre alt gewesen sein, als ich meinen Großvater nach seiner Kriegsverletzung fragte - ein Kniedurchschuß, mit dem er sich bis zu seinem Tode herumplagte.

Dabei erzählte er mir auch von seiner Gefangennahme durch Sowjetsoldaten. Als Militärpolizist bei der Feldgendarmerie der Wehrmacht hielt man ihn für einen SS-Soldaten und wollte ihn sofort erschießen - nur durch Zufall konnte jemand rechtzeitig übersetzen und den von Ilja Ehrenburg aufgeputschten Soldaten klarmachen, daß es sich um keinen Mann der Waffen-SS handelte. Nur so überlebte mein Großvater - seinen Ehering trage ich heute. Er ließ ihn beim letzten Heimaturlaub daheim - er wäre sonst davon, wie auch von seiner Uhr bei der Gefangennahme "befreit" worden. Wann immer ich diesen Ring ansehe, denke ich an dieses Schicksal und frage mich, wie vielen Feldgendarmen es wohl ähnlich ergangen sein mag und wieviele Soldaten der Waffen-SS nur wegen ihrer Kragenspiegel mit den Siegrunen, nicht nur im Krieg, sondern auch noch nach der Kapitulation ermordet wurden.

Mein Schwiegervater war bei der Waffen-SS und mußte in der sowjetischen Besatzungszone, nur weil er Offizier dieser Truppengattung war, mehrere Jahre in Sowjet-KZs verbringen. Viele tausend seiner Kameraden sind dort verhungert und umgekommen, wie eine Million in den US-amerikanischen Todeslagern am Rhein.(Siehe James Bacque, "Der geplante Tod")

Beide Zeitzeugen haben nichts von Verbrechen gesehen oder gehört. Beide haben keine Verbrechen begangen, sie haben nur ihre Heimat verteidigt. Daher habe ich auch keinen Grund, mich für sie zu schämen. Deswegen war ich auch am 1. März zusammen mit weit mehr als 5.000 meist jungen Deutschen in München, wo die umstrittene Anti-Wehrmachtsausstellung "Verbrechen der Wehrmacht" unsere Väter und Großväter, alle deutschen Soldaten, verunglimpft.

Ziel dieser Ausstellung ist darüber hinaus, die Deutschen insgesamt in aller Welt zu diffamieren und die Ehre der Verstorbenen und noch Lebenden zu verletzen - auch wenn der Geldgeber und durch Lungenkrebsprodukte abermillionenschwere J.P. Reemtsma heuchlerisch das bestreitet. Gleiches gilt für die Mittäter, die sich nicht schämen, als Eröffnungsredner zu fungieren, angefangen von Frau Limbach, der Präsidentin des Bundesverfassungsgerichts, bis hin zu den Oberbürgermeistern der Ausstellungsstädte. Unbegreiflich, daß selbst Soldaten für diese schmutzige Sache Hilfestellung geben.

Bezüglich der Ausstellung muß ich an den Lateinerspruch erinnern, der ins Deutsche übersetzt heißt: wem nutzt es? Ich bin mir sicher, daß viele Bilder der Anti-Wehrmachtausstellung, wenn es nicht ohnehin niederträchtige Fälschungen sind, Vergeltungsaktionen gegen Patisanenüberfälle darstellen. Nach dem geltenden Kriegsrecht waren diese durchzuführen. Dabei ist auch zu erwähnen, daß die Armeen der Alliierten auf auch nur vermeintliche deutsche Sabotageaktionen wesentlich härtere Maßnahmen ergriffen. Der deutsche Soldat wurde immer angehalten ritterlich zu kämpfen um die Ehre seiner Truppe zu wahren. Verstöße wurden schärfstens bestraft. Vereinzelte Verfehlungen waren die Ausnahme. Einen offiziellen Aufruf zum Morden und Schänden, wie z.B. den des bolschewistischen Hetzers Ilja Ehrenburg an die Rot-Armisten, hat es bei uns nie gegeben und ist für Deutsche auch ganz undenkbar.

Die Schülerinnen und Schüler, die klassenweise in diese Ausstellung geführt werden, wissen nicht, ob sie ihren Großvätern noch in die Augen sehen und fragen dürfen. (gekürzt)


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