Goetz Kubitschek (29 ) Student

Diese Ausstellung hat keinen sachlichen und wissenschaftlichen Charakter.
Sie birgt in ihrer Machart einen diffamierenden Grundzug

#- Eigentliches Thema sind nicht Verbrechen der Wehrmacht, auch nicht des Ostheeres, sondern - völlig überwiegend - angebliche oder reale Vorgänge im Bereich der Heeresgruppe Mitte, welche im Oktober 1941 über 900.000 Mann verfügte.

#- Das Internationale Militärtribunal in Nürnberg klagte die Wehrmacht nicht an und sprach ihr Oberkommando und den Generalstab frei. Das erwähnen die Aussteller nicht.

#- Die mittlerweile differenzierte historische Diskussion zu Vorgeschichte und Verlauf des Ostfeldzugs kommt genausowenig zur Sprache wie Kriegsverbrechen von Partisanen, Rotarmisten und anderen Kampfgruppen an deutschen Soldaten (Mordaufrufe Ilja Ehrenburgs)

Der Geist der Wahrheit lehrt:
verachten, was vprübergeht,
lieben, was ewig dauert.
Charles de Foucould

#- Ausstellungleiter Hannes Heer bestreitet entgegen dem wissenschaftlichen Forschungsstand, daß es im Osten von Anfang an von der sowjetischen Führung organisierte Partisanenüberfälle auf deutsche Soldaten gab, die nach der Haager Landkriegsordnung nicht zulässig waren. Am 3. Juli 1941 hatte der kommunistische Diktator Stalin in einer Rundfunkansprache alle Völker der Sowjetunion zum Partisanenkrieg aufgerufen.

#- Die grausame Kampfführung der Partisanen gegen Soldaten der Wehrmacht, die auch zur Brutalisierung des Krieges geführt hat, wird durch die Ausstellung nicht beleuchtet. Zahlreich sind die Fälle, in denen Partisanen deutsche Gefangene grausam verstümmelten. So geht aus eidesstattlichen Erklärungen und Kriegsakten hervor, daß Ausstechen von Augen und Abschneiden der Geschlechtsteile keineswegs unübliche Maßnahmen waren. Andere gefangene Wehrmachtsangehörige wurden lebend bis zum Kopf eingegraben, wobei auch ihnen die Augen ausgestochen wurden. Auch das Abschneiden von Nase und Ohren sowie alle anderen Arten von Torturen und Verstümmelungen waren nicht selten. Ebenso kam es zu Tötungen durch langsames Verbrennen, Einrammen von Pfählen in den Unterleib und After etc. (Siehe hierzu "Die Wehrmacht-Untersuchungsstelle" von M.de Zayas, Universitas/Langen-Müller)

#- Der Kampf des deutschen Heeres gegen Partisanen in der Sowjetunion und auf dem Balkan wird dagegen als Verbrechen dargestellt. Die Rechtslage nach dem Kriegsvölkerrecht war jedoch klar: Widerstandsgruppen in einem vom Feind besetzten Gebiet waren nach der Haager Landkriegsordnung keine Kombattanten, standen somit außerhalb des Kriegsrechts. Vergeltungsmaßnahmen, wie Geiselerschießungen - moralisch fragwürdig - waren in diesem bitteren Krieg sowohl üblich als auch völkerrechtlich zulässig.

#- In der Ausstellung sind zahlreiche Bilder von "Zivilisten" zu sehen, die erhängt oder erschossen werden. Dabei bleibt vollkommen offen, wer diese Zivilisten waren, bzw. ob es sich hierbei um völkerrechtlich gedeckte Maßnahmen gegen Spione oder Partisanen gehandelt haben könnte. Mangelnde wissenschaftliche Quellenkritik und entstellender Umgang mit Quellen sind Hauptkritikpunkte an der Ausstellung.

#- Die Herkunft der gezeigten Bilder ist umstritten, selten war ein genauer Quellennachweis erbracht. Viele Bilder sind unscharf, manche zeigen nicht einmal das Exekutionskommando. Bei der Beurteilung der Fotografien wird der von Stalin am 17.11.1941 persönlich erlassene "Fackelmännerbefehl" Nr. 0428 nicht berücksichtigt. Dieser beinhaltete, daß russische Partisanen in deutschen Uniformen - vornehmlich in solchen der Waffen-SS - "in 40 - 60 km Tiefe ab der Hauptkampflinie alle Siedlungen zu zerstören und die Zivilbevölkerung niederzumachen" hätten. Weiterhin sei darauf zu achten, daß Überlebende zurückblieben, die über die vermeintlichen deutschen Greueltaten berichten könnten.

#- Kein Wort fällt über die Opfer und Leistungen der zahlreichen deutschen Soldaten, die in gutem Glauben für ihr Land kämpften und gefallen sind. Selbst die früheren Kriegsgegner haben mehrfach der Wehrmacht höchste Disziplin bescheinigt. Schließlich waren die Motive der Wehrmachtsoldaten sehr vielschichtig. Einige wollten einfach nur dazu beitragen, ihre Familien und ihren heimatlichen Besitz zu schützen, andere versuchten die Handlungsfähigkeit eines einigen deutschen Staates angesichts alliierter Besatzungspläne zu erhalten, wiederum andere wandten sich gegen das System des Kommunismus.


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