II. Allgemeine Bemerkungen

Bei einer ersten Lektüre des Hilbergschen Opus fallen drei Punkte auf:

1. Konsequentes Ignorieren von Gegenthesen

Wer sich ohne tiefere Kenntnis der "Holocaust"-Problematik an die Lektüre von Hilbergs Standardwerk macht, wird nie und nimmer auf den Gedanken verfallen, daß die hier dargebotene Version der Ereignisse grundsätzlich strittig sein könnte. Mit keinem einzigen Wort weist Hilberg darauf hin, daß es eine Schule von Forschern gibt, welche sowohl die Realität einer Judenausrottungspolitik im Dritten Reich als auch das Vorhandensein von Vernichtungslagern und Menschentötungsgaskammern bestreitet. Andere Verfechter der orthodoxen "Holocaust"-Version erwähnen die Existenz solcher abweichender Meinungen immerhin, wenn auch oft nur, um sie ohne Prüfung der vorgebrachten Argumente zu beschimpfen.[4] Hilberg hingegen tut so, als habe er nie etwas von den Revisionisten gehört. Er tut so, als kenne er die Studien eines Arthur Butz, eines Wilhelm Stäglich und eines Robert Faurisson nicht. Kein einziges revisionistisches Buch, keine einzige revisionistische Zeitschrift wird von Hilberg auch nur mit einem Wort erwähnt, auf keinen einzigen revisionistischen Einwand gegen die Vernichtungsthese wird von ihm auch nur andeutungsweise eingegangen.

1961, als Hilberg die erste Ausgabe von The Destruction of the European Jews publizierte, konnte er es sich vielleicht noch leisten, Ansichten zu ignorieren, welche die gängige Version vom Geschick der Juden im Dritten Reich in Zweifel zogen; die wenigen damals existierenden revisionistischen Werke waren von meist bescheidenem Niveau.[5] 1985 konnte er es sich diese Haltung nicht mehr leisten. (Daß die revisionistische Forschung seit jenem Jahr große Fortschritte erzielt hat, während die Verfechter der Ausrottungsthese auf der Stelle treten und, mit der einzigen Ausnahme Jean-Claude Pressacs, nichts Neues mehr bieten, sei nur am Rande erwähnt.)

Da das Ignorieren oder Totschweigen von Gegenargumenten einen eindeutigen Beweis der Unwissenschaftlichkeit darstellt, erleidet Hilbergs wissenschaftliche Glaubwürdigkeit dadurch einen herben Schlag.

2. Keine Photos, keine Darstellung der Tatwaffen Gaskammer und Gaswagen

Hilbergs dreibändiges, nicht weniger als 1.351 Seiten umfassendes Riesenwerk enthält genau drei Photographien, nämlich jene auf den Titelblättern der drei Bände. Im Text selbst findet sich keine einzige Photographie, was für ein Opus dieses Umfangs zumindest ungewöhnlich ist. Ebensowenig bietet er seinen Lesern eine physische Darstellung der Gaskammer oder des Gaswagens, obgleich dies angesichts der Neuheit und Fürchterlichkeit dieser Tatwaffen nahe läge. Keine Illustration, keine Skizze läßt auch nur andeutungsweise erahnen, wie diese schauerlichen Mordinstrumente funktioniert haben mögen.

Hilbergs Scheu vor der Begegnung mit der physischen Wirklichkeit der Konzentrationslager und der sogenannten "Vernichtungslager" ist auch daraus ersichtlich, daß er niemals Untersuchungen auf dem Gelände dieser Lager vorgenommen hat. Bis zum Jahre 1985 hatte er, der doch bereits 1948 mit seinen Studien über den "Holocaust" begann, genau einen Tag in Treblinka sowie je einen halben Tag in Auschwitz I und Auschwitz-Birkenau verbracht - und auch dies in allen drei Fällen nur, um an Gedenkfeierlichkeiten teilzunehmen. Andere Konzentrationslager hatte er zu jenem Zeitpunkt überhaupt nie besucht.[6] Dies wirkt äußerst befremdlich. Im Gegensatz zu Hilberg haben Revisionisten wie Dietlieb Felderer, Robert Faurisson, Carlo Mattogno, Germar Rudolf und der Verfasser dieser Zeilen, aber auch der Nichtrevisionist Jean-Claude Pressac, die Räumlichkeiten, wo sich den Augenzeugen zufolge der Massenmord zugetragen haben soll, eingehend untersucht und die betreffenden Baupläne studiert.

3. Diskrepanz zwischen Titel und Inhalt des Werkes

Es unterliegt keinem Zweifel, daß der allergrößte Teil des von Hilberg dargebotenen Materials auf zuverlässigen Quellen beruht. Dies gilt namentlich für die vielen hundert Seiten, auf denen er die Judenverfolgung, also die von Deutschland und seinen Verbündeten ergriffenen antijüdischen Gesetzen und Maßnahmen beschreibt. Doch heißt das Werk nicht Die Verfolgung der europäischen Juden, sondern Die Vernichtung der europäischen Juden, und diesem Titel wird es in seiner Gesamtheit keinesfalls gerecht. Wer sich durch den immerhin 283 Seiten langen ersten Band durchgekämpft hat, ist immer noch nicht bei jenem Thema angekommen, nach dem Hilberg sein Opus benannt hat. Die ersten 123 Seiten des zweiten Bandes, nämlich die Seiten 287 bis 410, sind den »Operationen der mobilen Tötungseinheiten« gewidmet; es geht hier um die Massentötungen an der Ostfront. Nicht weniger als 515 Seiten (S. 411 bis 926) behandeln die Judendeportationen aus den verschiedenen von Deutschland kontrollierten oder mit ihm verbündeten Ländern. Hinsichtlich dieser Deportationen sind die Fakten in den meisten Fällen unumstritten.

Das, was den "Holocaust" in der volkstümlichen Vorstellung so einzigartig spektakulär und bestialisch macht, nämlich die fabrikmäßige Schlächterei in Vernichtungslagern, rückt erst ab Seite 927 ins Rampenlicht; hier beginnt das Kapitel »Die Vernichtungszentren«. Doch muß sich der Leser noch weitere hundert Seiten lang gedulden, bis die Rede endlich auf die »Vernichtungsoperationen« kommt; in den vorhergehenden fünf Unterkapiteln werden »Ursprünge«, »Organisation, Personal und Unterhalt«, »Nutzbarmachung der Arbeitskraft«, »Medizinische Experimente« sowie schließlich »Beschlagnahmungen« in den »Vernichtungszentren« besprochen. Merkwürdigerweise umfaßt das Unterkapitel »Die Vernichtungsoperationen« ganze neunzehn (!!!) Seiten; auf S. 1046 geht es dann bereits um die »Räumung der Vernichtungszentren« und das »Ende des Vernichtungsprozesses«.

Der 290 Seiten lange dritte Band ist in seiner Gänze den »Schlußfolgerungen« gewidmet, den »Nachbetrachtungen«, den »Auswirkungen« und »Fortentwicklungen«, ehe der Anhang das Werk abschließt; in letzterem befinden sich Hilbergs Angaben über die jüdischen Menschenverluste. Als Fazit stellen wir fest:

Bereits zum jetzigen Zeitpunkt läßt sich festhalten, daß der Inhalt des Hilbergschen Opus nicht hält, was der Titel verspricht. Dem Kritiker erleichtert dies freilich die Aufgabe ganz erheblich, erlaubt es ihm doch, sich bei seiner Analyse auf einen umfangmäßig kleinen Teil des Riesenwerks zu konzentrieren und sich hinsichtlich der restlichen Kapitel mit einigen Bemerkungen zu begnügen.


Anmerkungen

  1. In dem von Eugen Kogon, Hermann Langbein, Adalbert Rückerl u.a. herausgegebenen Sammelband Nationalsozialistische Massentötungen durch Giftgas (Fischer Taschenbuch Verlag, Frankfurt 1986) wettern die Herausgeber in der Einleitung gegen »Rechtfertiger der NS-Theorie und -praxis«, welche das Geschehene »in Abrede stellen«, woraus der Leser immerhin ersehen kann, daß es Menschen gibt, welche das gängige "Holocaust"-Bild bestreiten. Freilich werden weder Autoren noch Titel genannt.
  2. Eine Ausnahme stellt Paul Rassiniers bemerkenswertes, bereits 1950 erschienenes Buch Le Mensonge d’Ulysse dar (Nachdruck: La Vieille Taupe, Paris 1980; online: http://www.vho.org/aaargh/fran/archRassi/prmu/prmu.html). Doch handelt es sich bei diesem um einen - zwangsläufig subjektiv gefärbten - Erlebnisbericht und nicht um eine wissenschaftliche Arbeit.
  3. Aussage Hilbergs im Kreuzverhör durch Verteidiger Douglas Christie beim ersten Zündel-Prozeß in Toronto 1985, zitiert in Barbara Kulaszka, aaO. (Anm. 1), S. 16.

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