VIII. Hilbergs Statistik jüdischer Opfer:
Anatomie eines Betrugs

1. Die "drei Opferkategorien"

Im dritten Band geht Hilberg auf die jüdischen Menschenverluste im deutschen Herrschaftsgebiet ein (S. 1280-1300). Das betreffende Unterkapitel heißt Statistik der getöteten Juden, obgleich Statistik der umgekommenen Juden präziser wäre, denn die Statistik umfaßt auch Juden, die in Lagern und Ghettos an Epidemien, Entkräftung etc. starben. Hilberg kommt auf 5,1 Millionen jüdische Opfer (S. 1300) und verfehlt die klassische Sechsmillionenzahl somit um fast eine Million.

Auf S. 1282 schreibt er:

»Die Beurteilung, die sich auf Additionen stützt, muß den Ursprung und die Bedeutung der in Dokumenten aus der Kriegszeit gefundenen Zahlen widerspiegeln. Mehrheitlich gehen diese Zahlen auf tatsächliches Zählen der Opfer zurück. Im großen und ganzen kann man sie in drei Kategorien unterteilen: 1. Entbehrungen, hauptsächlich Hunger und Krankheit im Ghetto. 2. Erschießungen und 3. Deportationen in Todeslager.«

Daß die von Hilberg postulierten Opferzahlen »in Dokumenten aus der Kriegszeit gefundene Zahlen widerspiegeln«, die »mehrheitlich auf tatsächliches Zählen zurückgehen«, ist, wie wir bereits mehrfach festgestellt haben, pure Flunkerei.

Auf S. 1299 erklärt Hilberg, wie die diesen drei Kategorien zugehörigen Opfer den Tod fanden. Wir geben seine Tabelle vereinfacht wieder:

Vernichtungslager:

2.700.000 Tote oder weniger

Andere Konzentrationslager:

150.000 Tote

Arbeits- und Durchgangslager:

100.000 Tote

Rumänische und kroatische
Lager:

150.000 Tote oder weniger

Ghettos inkl. Theresienstadt
und Entbehrungen in Freiheit

800.000 Tote

Erschießungen (UdSSR, Serbien
und »anderswo«)

1.300.000 Tote

Insgesamt etwa:

5.100.000 Tote

Zunächst zu den Erschießungsopfern; wegen der unbedeutenden Zahl der serbischen Juden beschränken wir uns auf die Sowjetunion.

Auf S. 409f. hatte Hilberg den Einsatzgruppen über 900.000 erschossene sowjetische Juden zugeschrieben und ergänzt, diese entsprächen »nur ungefähr zwei Dritteln der Gesamtzahl der jüdischen Opfer bei den mobilen Operationen«. Somit müssen etwa 1,35 Millionen Sowjetjuden umgekommen sein. Auf S. 1300 nennt er dann eine weitaus niedrigere Zahl; er beziffert die jüdischen Opfer in der UdSSR auf »über 700.000«, wozu noch »bis zu 130.000« in Litauen, 70.000 in Lettland und »über 1.000« in Estland kämen; dieser Statistik zufolge kann die Zahl der auf dem Territorium der Sowjetunion einschließlich des Baltikums umgekommenen Juden 900.000 kaum überschritten haben. Wie erklärt sich die Differenz von 450.000 zu der früher genannten Zahl?

Möglicherweise hat Hilberg die nach der im Herbst 1939 erfolgten Teilung Polens von West nach Ost geflüchteten polnischen Juden, die nach dem 22. Juni 1941 von den deutschen Heeren eingeholt und getötet wurden, zu den 900.000 in der zweiten Statistik erwähnten sowjetjüdischen Opfern gezählt. Falls es 450.000 waren, müßte man sie natürlich von den polnisch-jüdischen Opfern abziehen, doch diese beziffert Hilberg auf S. 1300 mit »bis zu 3 Millionen«. Da es ihm zufolge im August 1939, kurz vor dem deutschen Einmarsch, in Polen 3,351 Millionen Millionen Juden gab (S. 1288), könnten von diesen auch dann keine 3 Millionen in Polen selbst und 450.000 in der UdSSR vernichtet worden sein, wenn die Deutschen das gesamte polnische Judentum restlos ausgerottet hätten.

Somit ist von Anfang an klar, daß Hilberg mit gezinkten Karten spielt. Fahren wir fort:

Die Zahl der in den "gewöhnlichen" Konzentrationslagern wie Dachau, Buchenwald, Mauthausen und Stutthof gestorbenen Juden gibt Hilberg mit 150.000 an. Sie scheint uns etwas zu hoch gegriffen, doch stimmt die Größenordnung jedenfalls. Ebenfalls im Bereich des Möglichen liegt die Ziffer von 100.000 in Arbeits- und Durchgangslagern umgekommenen Juden.[203] Zu den bis zu 150.000 den rumänischen und kroatischen Lagern zugeschriebenen Opfern äußern wir uns nicht, da wir uns mit diesen Lagern niemals beschäftigt haben.

Bleiben die 800.000 Opfer der Ghettos sowie der Entbehrungen in Freiheit. Wie um Himmels willen kommt Hilberg auf diese Zahl? Die allermeisten polnischen Juden sollen doch aus den Ghettos in Vernichtungslager abtransportiert und dort vergast worden sein, und in der UdSSR hat man ihm zufolge nach der Auflösung der dortigen Ghettos die meisten Juden erschossen! Zählt Hilberg all diese Toten etwa zweimal? Offenbar ja, denn sonst wird die angestrebte Gesamtbilanz ja nie und nimmer erreicht!

Über 2,5 Millionen imaginäre Vergaste, eine maßlos übertriebene Zahl von Erschossenen, eine maßlos übertriebene Zahl von in den Ghettos und in Freiheit an Entbehrungen Umgekommenen - mit diesen Mitteln sorgt der "Holocaust"-Papst dafür, daß er, wenn schon nicht sechs, so doch immerhin über fünf Millionen toter Juden zählen kann.

Betrachten wir nun Hilbergs Statistik für drei besonders wichtige Länder.

2. Ungarn

Das ungarische Judentum wurde 1944 anerkanntermaßen von zwei großen Deportationen heimgesucht. Zwischen Mai und Juli wurde die Mehrzahl der außerhalb Budapest lebenden Juden deportiert, und zwar ganz überwiegend nach Auschwitz. Laut den Depeschen des deutschen Sonderbotschafters in Budapest, Edmund Veesenmayer, betrug die Zahl der Deportierten 437.402. Die Aktion wurde am 7. Juli von Reichsverweser Miklos Horthy gestoppt, so daß die Budapester Juden davon verschont blieben. Im Oktober, nach dem Sturz Horthys und der Machtergreifung der Pfeilkreuzler (ungarischen Nationalsozialisten) unter Ferenc Szalasi, wurden viele tausend ungarische Juden in Gewaltmärschen zur Reichsgrenze getrieben, um Schanzen zur Abwehr der sowjetischen Panzer zu errichten.

Zur ersten Deportation schreibt die Enzyklopädie des Holocaust:[204]

»Die meisten ungarischen Juden wurden bald nach ihrer Ankunft in Auschwitz-Birkenau vergast.«

Auch Hilberg behauptet (auf S. 1000), die »große Masse« der ungarischen Deportierten des Jahres 1944 sei »im Vernichtungszentrum Auschwitz gleich nach der Ankunft vergast« worden. Andererseits beziffert er in einer Tabelle auf S. 1300, wo es um die »Todesfälle nach Ländern« geht, die Gesamtzahl der ungarisch-jüdischen Opfer auf »über 180.000«. Da darin auch die Toten der zweiten, ab Oktober 1944 durchgeführten Deportationswelle inbegriffen sein müssen, haben demzufolge von den 437.000 zwischen Mai und Juli Verschleppten deutlich unter 180.000 den Tod gefunden und somit weit mehr als die Hälfte den Krieg überlebt. Damit widerspricht Hilberg seiner eigenen Aussage, daß »die große Masse« vergast worden sei. Wohin wurden die nicht in Auschwitz Umgekommenen geschickt? Hilberg erwähnt einige tausend anderswohin Überstellte (S. 999f.). Was geschah mit den Restlichen? Wir erfahren kein Wort darüber.

Ebenso wenig erfahren wir, wie Hilberg auf seine 180.000 ungarisch-jüdischen Opfer kommt, denn die Zahl ist völlig aus der Luft gegriffen.

Da die behauptete Massenvernichtung in Birkenau schon wegen ihrer radikalen technischen Unmöglichkeit nicht stattgefunden haben kann, ist anzunehmen, daß die tatsächlichen Menschenverluste der ungarischen Juden einige Zehntausende nicht überschritten haben dürften. Auschwitz diente für die dort nicht registrierten ungarischen Juden zweifellos als Transitlager. Die nachgewiesenen Überstellungen von Auschwitz nach Stutthof[205] fügen sich nahtlos in dieses Bild.

3. Polen

Ein mit den Schwierigkeiten der Bevölkerungsstatistik unvertrauter Beobachter würde vielleicht annehmen, man könne die demographischen Verluste der Juden in Polen einfach dadurch ermitteln, daß man die nach dem Krieg noch dort Ansässigen von der Vorkriegszahl abzieht. Mit dieser Methode operiert u.a. der von Wolfgang Benz herausgegebene Sammelband Dimension des Völkermords,[206] in dem so etwas wie eine jüdische Auswanderung grundsätzlich nicht existiert. Hilberg konzediert immerhin großzügig 15.000 während des Krieges »nach Palästina und anderen Gegenden« emigrierte polnische Juden sowie »Tausende« Überlebende in den sowjetisch annektierten Gebieten und Opfer sowjetischer Deportationen (S. 1293). Ihm zufolge kamen »bis zu 3 Millionen« polnischer Juden um (S. 1300), also fast 90% der (angeblich) 3,351 vor Kriegsbeginn lebenden.

Die Zahl ist ein reines Hirngespinst. Schon die Ausgangsziffer ist viel zu hoch angesetzt, da nach der letzten polnischen Vorkriegsvolkszählung, der zufolge in Polen 3.113.033 Juden lebte, schon 1931 stattgefunden hatte und während der dreißiger Jahre nach Angaben des Münchner Instituts für Zeitgeschichte jährlich rund 100.000 Juden aus Polen emigriert sind.[207] Nach der Teilung Polens im Herbst 1939 setzte eine riesige Massenflucht von Juden aus dem deutschen in den sowjetischen Teil ein. Sanning nennt in seiner Studie Die Auflösung zahlreiche Ortschaften, aus denen sich mehr als die Hälfte der Juden nach Osten abgesetzt haben. Wohl gerieten die sowjetisch besetzten Gebiete Polens nach dem 22. Juni 1941 rasch unter die Kontrolle der Wehrmacht, doch ein großer Teil der dortigen Juden floh mit der Roten Armee, falls sie nicht schon vorher weiter nach Osten deportiert worden waren.

Im Februar 1946 lebten in Polen laut einer Mitteilung der United Press noch 800.000 Juden.[208] Zu berücksichtigen sind ferner folgende Tatsachen:

Über zuverlässige Zahlen verfügen wir in keinem dieser Fälle, so daß es nicht möglich ist, die jüdischen Menschenverluste in Polen auch nur einigermaßen genau zu beziffern. Von Hilbergs bis zu drei Millionen Toten müssen jedenfalls als erstes die imaginären Vergasten abgezogen werden (die allermeisten der 1,65 Millionen in den "reinen Vernichtungslagern" Ausgerotteten sowie ein erheblicher Teil der in Auschwitz Umgebrachten sollen polnische Juden gewesen sein). Aller Wahrscheinlichkeit nach bewegten sich die Verluste der polnischen Juden im deutschen Machtbereich in der Größenordnung von einigen hunderttausend.

4. Sowjetunion

Die Volkszählung von 1939 ergab 3,02 Millionen sowjetischer Juden, für 1940 berichtet das American Jewish Yearbook[210] aber von 5,5 Millionen. Dies läßt sich nur damit erklären, daß ein großer Teil des polnischen, baltischen und rumänischen Judentums von der UdSSR aufgesogen worden sein muß. Zwar lebten laut der Volkszählung von 1959 nur noch 2,267 Millionen Juden im Sowjetreich, doch bei sowjetischen Volkszählungen konnte jeder Bürger die Nationalität, der er sich zugehörig fühlte, selbst angeben, und ein großer Teil der Sowjetjuden hatte sich assimiliert; die Betreffenden betrachteten sich nicht länger als Juden, sondern als Russen, Ukrainer etc. Zudem herrschte damals in der UdSSR ein stark antizionistisches Klima, und ein Bekenntnis zum Judentum konnte Scherereien nach sich ziehen.

Am 1. Juli 1990 - also lange nach dem Beginn der Auswanderung nach Israel und in die USA - sprach die New York Post wieder von fünf Millionen sowjetischen Juden. Daß man angesichts dieses heillosen Zahlenwirrwarrs keine seriösen Schätzungen über das Ausmaß der sowjetjüdischen Verluste im 2. Weltkrieg vornehmen kann, leuchtet ein - ganz abgesehen davon, daß man auch im Kampf gefallene jüdische Rotarmisten sowie in den nichtbesetzten Gebieten an Hunger gestorbene jüdische Zivilisten berücksichtigen müßte, deren Tod nicht auf deutsche Verfolgungsmaßnahmen zurückging und nichts mit dem "Holocaust" zu tun hat.

5. Fazit

Hilbergs Zahl von ca. 250.000 in den - von "Vernichtungslagern" scharf zu unterscheidenden - deutschen Konzentrations-, Arbeits- und Transitlagern umgekommenen Juden ist fast sicher zu hoch, doch dürfte hier immerhin die Größenordnung stimmen. Dazu sind noch die in Auschwitz und Majdanek an Krankheiten, Entkräftung usw. gestorbenen Juden zu zählen. Von den maximal ca. 210.000 Toten, die diese beiden Lager zusammen gefordert haben,[211] entfallen vermutlich rund 60% auf jüdische Häftlinge. Unter gar keinen Umständen können somit mehr als etwa 350.000 Juden in deutschen Lagern den Tod gefunden haben. Die Massenerschießungen in der Sowjetunion, das Elend in den Ghettos und die Evakuierungen der Lager in den letzten Kriegsmonaten können auch im schlimmsten Fall nicht mehr als einige hunderttausend Juden das Leben gekostet haben, so daß die Gesamtbilanz der jüdischen Verluste deutlich unter einer Million liegen dürfte.

Bestätigt wird diese Schätzung durch die Untersuchungen des schwedischen Forschers Carl Nordling. Anhand der Lebensdaten der 722 ersten in der Encyclopaedia Judaica von 1972 angeführten jüdischen Persönlichkeiten, die bei Kriegsausbruch in ihren Heimatländern lebten, ermittelte er, daß von diesen 44% emigrierten, 35% in ihrer Heimat blieben, aber von Deportation und Internierung verschont blieben, 8% deportiert wurden, aber überlebten, während 13% starben.[212]

W. Sanning kommt in seiner ausschließlich auf jüdischen und alliierten Statistiken beruhenden Studie zum Ergebnis, daß nicht mehr 3,5 Millionen Juden für die Deutschen überhaupt greifbar gewesen seien, d.h. zum Zeitpunkt, wo der "Holocaust" angeblich stattfand, im deutschen Einflußbereich gelebt hätten.[213] Nehmen wir einmal an, Sannings Zahl sei zu tief angesetzt, und die Zahl der im deutschen Machtbereich lebenden Juden habe 5 Millionen betragen. Nehmen wir ferner an, Nordlings Statistik sei nicht repräsentativ, und es seien nicht 13%, sondern 20% der Juden im deutschen Machtbereich umgekommen. In diesem Fall beliefe sich die Anzahl der jüdischen Opfer auf eine Million - also auf weniger als ein Fünftel der von Hilberg "errechneten" bzw. erfundenen Zahl.

Im Fall des demographischen Schlüssellandes Polen treten Hilbergs Methoden besonders klar zutage: Er ignoriert die massive Auswanderung von Juden aus dem Polen der Vorkriegszeit, spielt die 1939 erfolgte Massenflucht polnischer Juden in die UdSSR herunter, läßt unzählige "in den Vernichtungslagern Vergaste" als "an der Ostfront Erschossene" oder "in den Ghettos zugrunde Gegangene" ein zweites Mal sterben, verliert kein Wort über die vielen hunderttausend nach dem Krieg ausgewanderten polnischen Juden und berücksichtigt die Tatsache, daß sich viele polnische Juden nach 1945 nicht mehr als solche zu erkennen gaben, mit keinem Wort. Betrügerischer kann man mit Bevölkerungsstatistiken kaum umspringen!


Anmerkungen

  1. In Polen gab es Hunderte von kleinen Arbeitslagern, die nicht als Nebenlager der offiziellen KLs galten. Eine Übersicht über diese Lager bietet das von der Głowna Komisja Badania Zbrodni Hitlerowskich w Polsce (Hauptkommission für die Untersuchung der Hitlerverbrechen in Polen) herausgegebene Werk Obozy Hitlerowskie na Ziemiach Polskich, Panstwowe Wydawnictwo Naukowe, Warschau 1979.
  2. Band III, S. 1467.
  3. Vgl. Kapitel VI.5.
  4. Erschienen 1991 bei R. Oldenbourg.
  5. Gutachten des Instituts für Zeitgeschichte, München 1958, zitiert von W. Sanning, aaO. (Anm. 31), S. 21.
  6. Keesings Archiv der Gegenwart, 16./17. Jahrgang, Essen 1948, Meldung vom 15.2.1946.
  7. Vgl. dazu z.B. Jozef Pawlikowski, »Einige Anmerkungen zu jüdischen Bevölkerungsstatistiken«, VffG, 2(1) (1998), S. 36f. (online: http://vho.org/VffG/ 1998/1/Pawlikowski1.html)
  8. 1941, Band 43, S. 319.
  9. Vgl. Anm. 105 und 106 in Kapitel VII.2.
  10. Revue d'Histoire Révisionniste, Nr. 2 (1990), S. 50 ff.
  11. W. Sanning, aaO. (Anm. 31), S. 342.

Nächstes Kapitel
Vorhergehendes Kapitel
Inhaltsverzeichnis