XVII Der unsichtbare Elefant

Mit der Frage, was die Alliierten, der Vatikan und das Rote Kreuz während des Krieges vom Schicksal der Juden gewusst haben, haben sich mehrere Autoren, vorab Martin Gilbert, Walter Lacqueur und Jean-Claude Favez befasst [1], die in ihren dicken Büchern endlos darüber rätseln, warum niemand einen Finger zur Rettung der Juden gerührt habe. Dass man in Wa-shington, London und Moskau, im Vatikan und in Genf nicht gewusst habe, was in Auschwitz und den anderen Vernichtungslagern vor sich ging, sei ganz undenkbar. Der Amerikaner David Wyman spricht in Anbetracht dieser Umstände offen den Verdacht aus, man habe die Ausrottung der Juden bewusst hingenommen [2]. Folgerichtigerweise gab der deutsche Übersetzer des Werks diesem den Titel Das unerwünschte Volk.

Ab 1942 kursierten in jüdischen und jüdisch kontrollierten Zeitungen unzählige Berichte über die Judenvernichtung [3]. Doch wurden die Gruselgeschichten über Dampfkammern, Gaskammern, Gaswagen, Kalkwagen, unterirdische Stromhinrichtungsanlagen usw. von den alliierten Regierungen offenbar ebensowenig erst genommen wie vom IKRK und vom Vatikan. Noch im August 1943, als der offiziellen Geschichtsversion zufolge bereits Millionen Juden vergast worden waren, forderte der US-Aussenminister Cordell Hull den US-Botschafter in Moskau per Telegramm auf, aus dem Entwurf einer gesamtalliierten Erklärung zu „deutschen Verbrechen in Polen" jeglichen Hinweis auf die Gaskammern zu tilgen, da deren Existenz nicht bewiesen sei [4].

In seinem reich dokumentierten Buch Auschwitz und die Alliierten schreibt Martin Gilbert [5]:

Die Namen und die geographische Lage der vier Vernichtungslager Chelmno, Treblinka, Sobibor und Belzec waren spätestens im Sommer 1942 in den alliierten Ländern bekannt. Dagegen blieb das Geheimnis der Gaskammern von Auschwitz-Birkenau von der ersten Maiwoche 1942 an, dem Zeitpunkt ihrer Inbetriebnahme, bis zur dritten Juniwoche 1944 gewahrt.

Wie wir bereits früher dargelegt haben, gab es in Auschwitz eine ausserordentlich grosse Zahl von Überstellungen in andere Lager sowie von Freilassungen, und zwar auch im Frühsommer 1944, als der Genozid seinen grausen Höhepunkt erreicht haben soll[6]. Jeder einzelne dieser insgesamt Zehntausende von Zivilarbeitern, überstellten Häftlingen und Freigelassenen wäre, würde das offizielle „Holocaust"-Bild stimmen, ein Zeuge der systematischsten und brutalsten Menschenvernichtung gewesen, welche die Welt je sah.

Die angebliche Haupttötungsstätte, das Krema II von Birkenau, war, wie die aufgrund von Boden- und Luftaufnahme hergestellte Zeichnung John Balls beweist, nur von einem Zaun umgeben, und das ganze Lager hätte das tagtägliche Morden, den Einwurf von Zyklongranulaten durch die (in Wirklichkeit nicht existierenden) Luken im Dach des Leichenkellers 1 verfolgen können. Gleich angrenzend an das Krema III, die angeblich zweitgrösste Tötungsanlage, befand sich ein Fussballfeld, wo die Häftlinge regelmässig Spiele austrugen.

Wie ein Lauffeuer hätte sich die Kunde von den Gaskammermorden durch Europa verbreitet, binnen Wochen hätte man in den alliierten Hauptstädten davon erfahren, und die Alliierten hätten über Deutschland Millionen von Flugblättern abgeworfen, um das deutsche Volk über die Verbrechen seiner Regierung aufzuklären. Nichts dergleichen geschah.

Ab Ende 1943 wurde der Lagerkomplex Auschwitz immer wieder von den Westalliierten aus der Luft photographiert. Hätten die Luftaufnahmen Hinweise auf eine Massenvernichtung ergeben, so hätten anglo-amerikanische Bomber die einzige Verbindung zerstört, die es im Frühsommer noch zwischen Ungarn und Auschwitz gab, und so die Ausrottung der ungarischen Juden in Auschwitz verhindert. Warum taten sie es nicht?

Martin Gilbert und Walter Laqueur kommen in ihren dicken Büchern zu den folgenden Ergebnissen:

Die einzig mögliche Folgerung aus diesen nackten Fakten zieht der amerikanische Revisionist Arthur Butz [7]:

Ich sehe keinen Elefanten in meinem Keller. Wenn es in meinem Keller einen Elefanten gäbe, würde ich ihn ganz bestimmt sehen. Also gibt es in meinem Keller keinen Elefanten.


Anmerkungen:

  1. Martin Gilbert, Auschwitz und die Alliierten (C.H. Beck, 1982); Walter Laqueur, Was niemand wissen wollte (Ullstein, 1982); Jean-Claude Favez, Das IKRK und das Dritte Reich (Verlag NZZ, 1989).
  2. David Wyman, The Abandonment of the Jews. America and the Holocaust, 1941 - 1945, New York, 1984.
  3. In seinem Buch The Hoax of the Twentieth Century zitiert Arthur Butz zahlreiche entsprechende Meldungen aus dem New York Times.
  4. Laqueur, S. 237.
  5. Gilbert, S. 44.
  6. Hefte von Auschwitz, Verlag des staatl. Museums Auschwitz, Nr. 15 (1975).
  7. Arthur Butz, „Context and Perspectives in the Holocaust Controversy", J.H.R., Winter 1982.

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