3. Stalins Massenmorde in der Sowjetunion

Nach dem heutigen Stand unseres Wissens müssen wir fragen: Wußte Hitler damals, was erstens die bolschewistische Revolution an Menschenleben gefordert hatte und zweitens durch das bolschewistischasiatische Terror- und Diktaturregime bis zum Abschluß der deutschsowjetischen Verträge 1939 an Menschen geopfert wurde? Konnte man von diesem Vertragspartner überhaupt erwarten, daß die Verträge eingehalten werden?

Da die Geschichtsforschung heute weiß, daß sehr vieles verschwiegen, überzeichnet, vorenthalten und gelogen worden war, ist erklärlich, daß nicht nur die damalige deutsche Führung, sondern die ganze Welt kein ausreichendes Wissen über die Geschehnisse der Lenin-Stalin-Diktatur in der Sowjetunion hatte.

Ein Gewaltsystem, das innerhalb von 15 Jahren stalinistischer Terrorherrschaft über 60 Millionen Menschen vom Leben zum Tode beförderte, mußte erwartungsgemäß auch 1946 beim Gericht der Sieger das Recht, die Menschlichkeit und das Völkerrecht verletzen und mißachten. Wen will es heute noch wundern, daß die Sowjetunion mit ihrem Chefankläger Rudenko - Stalins Bluthund in der Ukraine - den Abschluß deutsch-sowjetischer Geheimprotokolle vom 23. August 1939 und vom 28. September 1939 nebst anderen Zusatzprotokollen leugnete? Die „Gerichtsvorsitzenden der westlichen Siegermächte hatten es der deutschen Verteidigung untersagt, diese internationalen Staatsurkunden beizuziehen und fegten deren Anträge vom Tisch. England, die USA und Frankreich haben sich in diesen Tagen mit großer Schuld beladen, sie haben den Nachweis erbracht, daß bei ihren Regierungen Geschichte nur eine große Lüge ist, auf die man sich allseitig verständigt hat.

Nur zwei Tage vor der völkerrechtswidrigen Hinrichtung der deutschen Hauptangeklagten in Nürnberg wurde im britischen Unterhaus bestätigt, daß die deutsch-sowjetischen Geheimprotokolle, die von Rudenko geleugnet wurden, tatsächlich existierten. Ein Diktator, der so rücksichtslos wie Stalin mit dem Leben von Abermillionen seiner sowjetrussischen Untertanen umging, konnte von der Weltöffentlichkeit als ernstzunehmender Politiker und Staatsmann

141


nicht mehr anerkannt werden. Die angloamerikanischen Staatsmänner haben das offenkundig anders gesehen, als sie sich mit diesem Staat und seinen „Anklägern" auf eine gemeinsame Richterbank setzten. Einen erstmalig fast vollständigen Überblick über die Zahl der Todesopfer der Lenin-Stalin-Diktatur verdanken wir Antonow Owsse-jenko, dem Sohn des Sowjetbotschafters gleichen Namens in Prag. Der sowjetische Historiker und Regimekritiker Roy Medwedjew bezifferte die Opfer der Stalindiktatur Anfang 1989 in „Moscow News" mit 40 Millionen, während der erstgenannte Botschafterssohn Antonow Owssejenko das Todessaldo der sowjetischen Gewaltherrschaft bis zum Einmarsch der Deutschen Wehrmacht am 22. Juni 1941 mit 67 Millionen angibt.

Die Zahl der Todesopfer des bolschewistischen Terrorsystems bis Kriegsausbruch Juni 1941 ist deshalb von maßgeblicher Bedeutung bei der Untersuchung der Kriegsschuldfrage am Rußlandfeldzug, weil Stalin hier eine günstige Gelegenheit sah, sein Schuldkonto zu entlasten und statt dessen die ritterlich kämpfende Deutsche Wehrmacht und mithin den deutschen Frontsoldaten zu belasten und als Mordbrenner vor der Weltöffentlichkeit darzustellen. Ein typisches Beispiel hierfür waren die von deutschen Truppen entdeckten Massengräber von Katyn, wo über 4000 von den Sowjets durch Genickschuß getötete polnische Offiziere liegen. Als die Sowjets das Gebiet im Spätsommer 1943 wieder zurückeroberten, erschien am 26. September 1943 in der Prawda die Mitteilung, daß die Deutschen seinerzeit bei ihrem „Überfall" das fürchterliche Blutbad in Katyn angerichtet hätten.

Es wurden auch Dokumente vorgelegt (gefälschte natürlich)! Und so hatten die Sowjets auf Stalins Anweisung ihre Fälschungen medizinischer Gutachten und Obduktionsberichte konstruiert: Anton Antonow Owssejenko: „In einer frostigen Nacht fuhr eine Kolonne geschlossener Lastwagen, beladen mit Kisten der unterschiedlichsten Formen, über die Minsker Chaussee und nichts wies darauf hin, daß diese Kisten Särge sein könnten. Bestimmungsort der Lastwagenkolonne ist Moskau, das Gerichtsmedizinische Institut. Die Lastkraftwagen wurden auf dem Hof des Instituts entladen. Die Kisten mit den Leichen erschossener polnischer Offiziere trug man in

142


das Gebäude. Am anderen Tag fuhr die Lastwagenkolonne wieder den gleichen Weg zurück. In den polnischen Leichen waren die sowjetischen Kugeln entfernt worden (extrahiert), und jetzt stecken deutsche darin (Wehrmacht-Beutemunition)."

Am Karfreitag, dem 13. April 1990, hat die UdSSR 50 Jahre nach der Tat die sowjetische Schuld an der Ermordnung von rund 15 000 polnischen Offizieren in Katyn und anderenorts eingestanden. Diese Erklärung wurde unpersönlich durch die „Tass" vorgenommen, nicht durch Gorbatschow.

Anton Antonow Owssejenko berichtet, daß im Jahre 1938 die Gesamtzahl der in Gefängnissen und Straflagern einsitzenden Sowjetbürger 16 Millionen betrug. Bei einer Einwohnerzahl von 160 Millionen war also jeder zehnte inhaftiert! Als die Deutsche Wehrmacht auf dieser riesigen Frontlänge von Rumänien bis an die Ostsee in die Sowjetunion einmarschierte, geriet die sowjetische Todesmaschinerie gegen die Gefangenen auf Hochtouren.

Wo es nicht mehr möglich oder zu schwierig war, die große Zahl der Häftlinge weiter ins Landesinnere zu transportieren, wurden die Bedauernswerten einfach liquidiert. Alle diese sowjetbolschewistischen Greueltaten und Kriegsverbrechen wurden selbstverständlich nach Kriegsende den deutschen Behörden und der Deutschen Wehrmacht in die Schuhe geschoben. Und bis heute, 50 Jahre nach diesen schrecklichen Geschehnissen, berichten die Medien von den „deutschen" Greueltaten und dem Wüten der Wehrmacht im Osten.

Anton Antonow Owssejenko schließt seine Berichte des Grauens mit der Wiedergabe seines Spazierganges in Moskau, der ihn an Baustellen mit Steinbrechmaschinen für Sportanlagen für die bevorstehende Olympiade in Moskau vorbeiführte. In den Dreißiger Jahren, berichtet Antonow, hätten solche Steinbrechmaschinen in den Kellern der Moskauer Gefängnisse gestanden, worin man die Leichen der Hingerichteten einlud, und binnen einer halben Stunde sei der blutige Brei dann in die Kanalisation geflossen.

Mit den nachweislichen 67 Millionen Todesopfern des Lenin-Stalin-Systems und den 8,7 Millionen sowjetischen Kriegsgefallenen erhöht sich Stalins Schuldkonto auf 75,7 Millionen Menschen. Zählt man die

143


6,5 Millionen deutschen Gefallenen und die über drei Millionen deutschen Todesopfer bei den völkerrechtswidrigen Vertreibungen aus den deutschen Ostgebieten hinzu, so erhöht sich Stalins Schuldkonto auf zirka 85,2 Millionen Todesopfer.

Auf der Potsdamer Konferenz Juli/August 1945 nannte Stalin eine Zahl von fünf Millionen ums Leben gekommener sowjetischer Militärangehöriger.

Am 14. März 1946 behauptete Stalin in der „Prawda", daß sieben Millionen Sowjetsoldaten ihr Leben verloren.

Die Zahl steigerte sich dann ständig, von unseren Medien selbstanklagend verkündet, bis zum Jahr 1991 auf 40 bzw. 54 Millionen Kriegstote (Prof. Kozlow, russischer Historiker). Der russische Verteidigungsminister Jasow machte dann diesem Spuk ein Ende und nannte ebenfalls im Jahr 1991 die Zahl von 8668449 sowjetischen Militärangehörigen, einschließlich der Vermißten und der in Gefangenschaft verstorbenen Soldaten.

Mit dieser Feststellung ist die Propagandalüge der weit überhöhten Zahl sowjetischer Kriegstoten, aber vor allem auch die Behauptung in „deutscher Kriegsgefangenschaft" seien drei bis vier Millionen Sowjetsoldaten umgekommen, ad absurdum geführt. Man wird davon ausgehen müssen, daß Hitler und die Reichsregierung von derlei Brutalitäten und Unmenschlichkeiten innerhalb der UdSSR im Detail keine Kenntnis hatten.

Daß Personen, die solche Verbrechen befehlen und ausführen lassen, auch die von ihnen abgeschlossenen Verträge achten und einhalten, widerspricht aller Vernunft und jeder politischen und menschlichen Lebenserfahrung. Daß Hitler und die Reichsführung an die Vertragstreue der UdSSR-Regierung und Stalins geglaubt hatten -ja sie sogar persönlich nach Berlin eingeladen hatten -, läßt den Schluß zu, daß Hitler und die Reichsregierung eben von all den Holocaustmaßnahmen der roten Machthaber im Kreml nicht vollständig informiert waren.

Die Untersuchung zur Lösung der Schuldfrage an dem deutsch-sowjetischen Krieg 1941 bis 1945 ist deshalb so wichtig, weil daraus außerhalb der militärhistorischen Forschung politisch die Folgerung zu ziehen war, daß einem solchen Terrorregime wie dem Stalins die

144


Planung und Vorbereitung eines Krieges gegen das Deutsche Reich zuzutrauen und auch nachzuweisen war.

Zu den Vernichtungsaktionen „geringeren" Umfangs zählte während der Stalin-Epoche auch die „Enthauptung" der Roten Armee; 53 Truppenkommandeure mußten ihr Leben lassen. Insgesamt wurden 82 000 Offiziere nach Antonows Angaben erschossen.


Zurück zum Inhaltsverzeichnis
Zum nächsten Kapitel
Zum vorhergehenden Kapitel
Zurück zum Archive