X. F. D. Roosevelts Ziel: Der Zweite Weltkrieg

„Präsident Roosevelt trägt direkt und indirekt eine Hauptverantwortung für den Ausbruch des Krieges in Europa. Er begann bereits im März 1936 anläßlich der Wiederbesetzung des Rheinlandes auf Frankreich Druck auszuüben, Hitler gegenüber unnachgiebig aufzutreten. Dies war Monate vor seinen massiven isolationistischen Reden in der Kampagne von 1936.

Dieser Druck auf Frankreich und auch England hielt an bis zum Ausbruch des Krieges im September 1939. Die Darlegungen hierüber füllen Bände, besonders nach der Quarantäne-Rede vom Oktober 1937. Als die Krise zwischen München (September 1938) und dem Ausbruch des Krieges näherrückte, drängte Roosevelt die Polen, gegenüber jeglichen Forderungen Deutschlands fest zu bleiben, und die Engländer und Franzosen, den Polen uneingeschränkt (unflinchingly) den Rücken zu stärken.

Es besteht starker Zweifel darüber, ob sich England im September 1939 zum Krieg entschlossen hätte, wären nicht das Drängen Roosevelts und seine Versicherung gewesen, daß die Vereinigten Staaten im Kriegsfall an der Seite Großbritanniens am Kriege teilnehmen würden, sobald er die öffentliche Meinung in Amerika bewegen könnte, die Intervention zu unterstützen.

Roosevelt hat lange vor Ausbruch des Krieges im Jahre 1939 jeden Anschein der Neutralität preisgegeben und bewegte sich angesichts der anti-interventionistischen öffentlichen Stimmung in Amerika ebenso schnell wie sicher und praktikabel in die Richtung, um dieses Land in den europäischen Konflikt hineinzuziehen." (Harry Elmar Barnes, „Revisionism: A Kay to Peace", „Rampart Journal of Individualist Thought" , Vol. II, No. l, Frühjahr 1966. „The Journal of His-torical Review", Torrance/Cal. Sum. 83, Seite 167.) Dabei hätte dieser Mann, der Präsident eines so großen und mächtigen Landes, es wie kein zweiter in der Hand gehabt, eine wirkliche Vermittlerrolle in der Welt zu spielen.

Franklin Delano Roosevelt war 1916 stellvertretender Marineminister, seit 1914 leidenschaftlicher Befürworter der bedingungslosen Kapitulation Deutschlands und drängte im Februar 1917 Präsident

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Wilson, die US-Flotte für die Kriegsbeteiligung auszurüsten und Waffen sowie Munition, da Verkauf auch damals nicht möglich, auszulei-hen. (David Hoggan, „Das blinde Jahrhundert", 1979, Seite 524.) Mit Präsident Wilson als Sonderberater auf der Friedenskonferenz in Versailles 1918/19, bedauerte er, daß Deutschland nicht dauerhaft zerstückelt und ihm nicht klar genug beigebracht worden war, daß es den Weltkrieg ein für alle Mal verloren hat. (F. Freidel, Bd. I, Seite 13.) F. D. Roosevelt war in den Jahren 1920-1928 Direktor von elf Firmen, die alle innerhalb der „goldenen Meile" der Wallstreet/New York lagen. Außerdem war er Präsident einer größeren Handelsgesellschaft „American Construction Council" und der „United Euro-pean Investor Ltd", die an der Besitzumschichtung in Deutschland angesichts der dort herrschenden Inflation gewinnträchtig beteiligt war. A. C. Sutton, „Roosevelt und die internationale Hochfinanz", 1975, Seite 41, 42, 201.)

F. D. Roosevelts Amtsübernahme der US-Präsidentschaft Anfang März 1933 und die „Lage der Nation" zu diesem Zeitpunkt: Reichstes und mächtigstes, nach der ehemaligen Sowjetunion und Kanada mit 9363353 Quadratkilometer das drittgrößte Land der Welt. Zwar ebenfalls Wirtschaftskrise, hier mit elf Millionen Arbeitslosen, doch kontinentweit gesicherte Grenzen, Naturreichtum mit nahezu allen Rohstoffen in beneidenswerter Größenordnung, ungehindert expansive Absatzmärkte, gesicherte Regierungs- und Medienstrukturen mit 2-Par-teien-System, weltweit umfassende Partnerschaften, dünne Besiedlung mit fünfundzwanzig Menschen auf dem Quadratkilometer, keine Kriegszerstörungen und -folgelasten, internationale Gläubigernation. Adolf Hitler wurde am 14. Oktober 1918 als einfacher Frontsoldat bei Ypern/Flandern durch alliierten Gelbkreuz-Gaseinsatz schwer verwundet, anfangs blind.

Lage der deutschen Nation am 30. Januar 1933, dem Tag der Ernennung Hitlers zum Reichskanzler: Bürgerkriegschaos, Wirtschaftselend, mehr als sechs Millionen Arbeitslose bei einer Bevölkerung von fünfundsechzig Millionen, siebenunddreißig Parteien; ausländische Einflußkräfte im Innern des wehrlosen, total abgerüsteten Landes. Keine Reserven, Wirtschaftsboykott des Landes seitens starker internationaler Finanzkräfte; feindselige, in Paktsystemen verbündete

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hochgerüstete Umwelt an allen Grenzen, die fünfzehn Jahre lang zu keiner gerechten Behandlung Deutschlands bereit und nicht gewillt war, die 1918/21 durch die Alliierten von Deutschland geraubte Beute herauszugeben.

Umsturzorganisation, -bewaffnung und -finanzierung durch einen kontinentgroßen, mächtigen, (fast) benachbarten Staat (UdSSR), dessen Zielrichtung (auch) die Ausrottung der deutschen Intelligenz war. Dichte Besiedlung des Landes mit einhundertvierzig Menschen auf den Quadratkilometer.

Ein ausländischer Historiker beschrieb die Lage wie folgt: „Das vorgeschlagene Verfahren hat in der Geschichte nicht seinesgleichen. Deutschland wird ebenso übernommen und verwaltet wie eine Gesellschaft, die ihre Zahlungsverpflichtungen nicht mehr erfüllen kann, vom Gericht dem Konkursverwalter übergeben. In Wahrheit sind die inneren Angelegenheiten ausländischer Kontrolle unterstellt worden, wie es weder in unserer Zeit noch in der Vergangenheit jemals geschehen ist. . . . Noch nie ist bisher vorgeschlagen worden, vom Vermögen einer Nation so völlig Besitz zu ergreifen." (M. Sering, „Germany under . . .", Seite 64 ff.)

„Kaum hatte Roosevelt den Amtseid abgelegt, wurde anläßlich einer Konferenz im Weißen Haus das brisante Thema einer möglichen kriegerischen Verwicklung mit Japan erörtert. Höchst beunruhigt reagierten amerikanische Politiker auch auf die Entwicklung in Deutschland nach der Machtergreifung Hitlers. Unter allen Umständen mußte der Führer daran gehindert werden, die deutsche Aufrüstung zu forcieren. Nichts durfte getan werden, was Hitler helfen würde, sich auf einen .möglichen Krieg' vorzubereiten." (Dirk Kunert, „Ein Weltkrieg wird programmiert", Seite 100.)

Intensive diplomatische Bemühungen zielten darauf ab, deutsch-sowjetische Handelsabsprachen zu vereiteln und die UdSSR auf die Seite der USA zu ziehen.

Im Mai 1933 veranlaßten Roosevelt und seine Lobbyisten, daß die deutschen Bemühungen um eine Annäherung an die USA durch die Entsendung des nicht der NSDAP angehörenden Reichsbankpräsidenten Hjalmar Schacht nach Washington in einer glatten Abfuhr, wenn nicht gar Verhöhnung der deutschen Mission endeten.

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Schacht hatte erklärt, daß Amerika den Krieg gewonnen habe und jetzt den Frieden mitgestalten müsse, indem es die Gleichberechtigung Deutschlands und die weltwirtschaftlichen Voraussetzungen durchsetzen helfe, die nötig sind, um Deutschland in die Lage zu versetzen, seine Schulden zu bezahlen.

Genau in diesen Tagen erklärte der langjährige britische Außenminister Lord Grey - was die internationale Presse weltweit verbreitete -. daß „dem heutigen Deutschland keine Vertragsrevision zuzubilligen" sei. (Keesing, Archiv der Gegenwart, 5. Mai 1933, 823 E.) Präsident Roosevelt lockerte schon mit Beginn seiner Amtszeit die US-Schutzzollschranken lediglich für bilaterale Verträge und baute seine Zollbegünstigungspolitik zu einem ideologisch motivierten System, in Wirklichkeit aber imperialistischen Boykott aus. Nur jene Länder erhielten in bilateralen Verträgen US-Zollvorteile, die sich der politischen Sprachregelung und damit den politischen und schließlich kriegerischen Zielsetzungen Roosevelts willfährig zeigten. Seine Zollpolitik diente ihm als Instrument für seine Außenpolitik. Schon im weiten Vorfeld kriegerischer Ereignisse erschwerte er auf diese Weise - und auch durch grundsätzliche Duldung der publizistischen Kriegshetze in seinem Land gegen die „diktatorischen Mächte" (nicht etwa aber Sowjetrußland!) - zunehmend die Bemühungen anderer großer Nationen zu einem friedlichen Zusammenleben. Am nachhaltigsten wirkte sich dies für Deutschland aus, dem - ganz abgesehen vom Raub großer rohstoffreicher Provinzen wie Ostoberschlesien, Westpreußen, Elsaß-Lothringen - jegliche Goldreserven, Auslandsbesitzungen und das im Ausland befindliche Vermögen, seine Kolonien und nahezu die gesamte Handelsflotte im Zuge des Versailler Friedens gestohlen worden waren. Dennoch blieben seine Verbindlichkeiten, dazu die Reparationsforderungen, aufrechterhalten, - daran änderten auch die Dawes- und Young-Pläne nichts. Um noch einen draufzusetzen: Deutschland war in Versailles verpflichtet worden, allen Siegerstaaten zollfreie Einfuhren zu gestatten, die Meistbegünstigung ohne Gegenleistung zu gewähren. Roosevelt hatte 1932 seine Wahl zum Präsidenten der USA mit dem Wahlversprechen gewonnen, die Vereinigten Staaten nicht in internationale Bündnisse zu verstricken, keine Verpflichtungen in bezug auf

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die Versailler Friedensvertragsbedingungen und die aus ihnen dem Völkerbund übertragenen Statuten, Rechtsgrundsätze und Überwachungsaufgaben zu übernehmen.

Doch vom Tage seiner Amtseinführung hatte er seine Politik darauf abgestellt, die USA als die aus dem Ersten Weltkrieg weitaus reichste und von keinen Kriegszerstörungen betroffene Siegernation allein das ausführen zu lassen, was die siebenunddreißig Siegernationen in Versailles 1919 bezweckt hatten: Die deutsche Unterwerfung, ja Existenzvernichtung der deutschen Nation.

Er entsprach mit dieser Haltung von Anbeginn an genau den Erwartungen jener bereits auf der alliierten Versailler Konferenz vertretenen internationalen Organisationen, die - obwohl sie keine Kriegsteilnehmer im offiziellen Sinn waren -, ihre Zielsetzung bereits darauf abgestellt hatten, die Souveränität des Deutschen Reiches für alle Zukunft zu vereiteln.

Diese Gruppen hatten lediglich den Schwerpunkt ihrer Agitation und diplomatischen Bemühungen von Paris, dann Genf, wo sie endlosen Debatten und Interessengegensätzen ausgesetzt waren und in der Durchsetzung ihres Willens behindert wurden, ja angesichts der sich verändernden Weltlage paralysiert zu werden schienen, nach New York und Washington verlagert.

Hier konnten sie ohne viele Debatten und in Überspielung der „36 kleinen Nationen" - so wurden selbst Großbritannien und Frankreich, erst recht die Imperialmächte Holland und Belgien, eingeschätzt -über den ihnen gefügigen US-Präsidenten F. D. Roosevelt und die von ihnen gesteuerte „öffentliche Meinung" viel mehr erreichen. Das Versailler Unrecht blieb für FDR weiterhin „Recht": die totale Abrüstung Deutschlands ebenso wie die zwangsweise Abtrennung großer deutscher Provinzen und Unterwerfung deutscher Volksgruppen unter fremde Gewaltherrschaft. Jede Kritik an den Versailler Fehlentscheidungen ahndete er als „Rechtsbruch". Mit seiner Zustimmung erhielt die sowjetische Firma „Amtorg" im Juli 1933 eine Anleihe von drei bis vier Millionen Dollar, was als erster Schritt zur diplomatischen Anerkennung der UdSSR gewertet wurde. Nur drei Monate später schlug Roosevelt in einem Brief an den Vorsitzenden des Zentralexekutivkomitees der UdSSR, M. I. Kalinin, die

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gegenseitige Aufnahme von diplomatischen Beziehungen vor, die dann am 16. November 1933 vollzogen wurde. Den US-Präsidenten störte weder der totalitäre Despotismus Stalins, noch dessen Massenliquidierungen, noch die „Vernichtung aller Religionen" in Rußland, noch der Weltherrschaftsanspruch des sowjetischen Regimes. Zwar verpflichtete sich Außenkommissar Litvinow, sich nicht in die inneren Angelegenheiten der USA einzumischen, kommunistische Propaganda in Amerika zu unterbinden und keine Organisation in Rußland zu dulden, die einen revolutionären Umsturz in den USA herbeiführen wolle, freie Religionsausübung zu gewährleisten, auf Wirtschaftsspionage zu verzichten usw., doch hätte dem Präsidenten der Vereinigten Staaten vorher klar sein müssen, was sehr schnell eintrat: die der Sowjetideologie und machtpolitischen Zielsetzung der Kremlführung widersprechenden Verpflichtungen galten als nicht vorhanden.

Amerika und dessen Botschafter blieben die Repräsentanten des „kapitalistischen Feindes", der ebenfalls mit Hilfe der von der Kommunistischen Internationale (Komintern) neuentdeckten „Volksfront" vernichtet werden müsse. Die Weltrevolution blieb weiterhin Endziel. Den amerikanischen Präsidenten störte das alles nicht, für ihn war die Sowjetunion unter Stalin nie ein „Aggressorstaat", sondern bis zu seinem Lebensende ein „friedliebender Vertreter der Demokratien und der Zivilisation".

Am 20. Dezember 1933 bekundeten US-Botschafter Bullit und Stalin in Moskau gegenseitig, daß sich die „UdSSR und die USA als Verbündete" betrachten. In Europa könne man sich eine Entwicklung vorstellen, in deren Verlauf die Sowjetunion so weit nach Europa vorstoße, um die Hälfte Deutschlands zu übernehmen und die andere Hälfte den USA zur dauernden Kontrolle zu überlassen. (David Hog-gan, „Das blinde Jahrhundert", Seite 530 f.)

Senator Hamilton Fish bekundet für das Jahr 1933: „Eine exklusive, aber mächtige Minderheit um Roosevelt trieb seit 1933 zielbewußt zum Krieg gegen das Reich. . . . Das politische Geheimnis von Roo-sevelts Popularität war seine fast unbeschränkte Kontrolle über die jährlichen drei Milliarden Dollar, die er sieben Jahre lang für die Krisenbekämpfung erhielt, bis wir schließlich in den Krieg eintraten.

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Viel davon wurde an die großen Konzernführer gegeben und an sein ,zweites Ich', Harry Hopkins. Anstatt - wie besprochen - die Regierungsausgaben um 25 % zu senken und die Defizite zu stoppen, begann er eine erbärmliche, langangelegte und rücksichtslose Verschwendungssucht." (Fish, „Der zerbrochene Mythos", Seite 11 und 28.) Wie verlogen „Depeschen amerikanischer Vertreter in Berlin" zu jener Zeit aussahen, belegt unter anderem auch der Bericht des stellvertretenden US-Handelsattaches vom 21. April 1934, Douglas Miller, der keine Namen nannte und auch keine Beweise zu präsentieren brauchte. Solcherart Lügen „aus diplomatischen Kreisen" bildeten die Informationsgrundlage des von derartigen „Fachkräften" umgebenen US-Präsidenten: „Das fundamentale Ziel der Nationalsozialisten ist es, einen größeren Anteil an den zukünftigen Gütern der Welt für die Deutschen, die Ausdehnung des deutschen Gebietes und das Wachstum des deutschen Volkes zu sichern, bis es die größte und mächtigste Nation der Welt ist und bis es schließlich, gemäß den Äußerungen einiger NS-Führer, den ganzen Erdball beherrscht." (Department of State, Seite 26.)

Der polnische Unterstaatssekretär im Auswärtigen Amt Warschau, Graf Szembek, notierte nach einem Gespräch mit dem US-Botschafter Bullit in sein Tagebuch: „Ich sagte zu ihm: ,Wir sind Zeugen einer Angriffspolitik der Welt gegen Hitler mehr noch als einer aggressiven Politik Hitlers gegen die Welt.'" Am 11. April 1935. (Szembek, „Journal 1933-1939", Paris 1952, Seite 58 bis 60.)

Am 19. Juli 1935 teilte US-Botschafter Bullit aus Moskau seinem Außenminister Hüll mit: „Diktator Stalin würde Verträge nur erfüllen, wenn sie seinen Zwecken dienten, seine Streitkräfte mobilisiere er nur aus Raubgier, er habe die scheußlichsten Verbrechen, ja Liquidierung von Millionen Klassenfeinden' auf dem Gewissen. Massenmord sei für ihn Mittel der Politik. Stalin würde niemals von seinem Entschluß ablassen, den Kommunismus bis ans Ende der Welt auszubreiten. Die Bol-schewisten bewirken Unruhe und Chaos in der kapitalistischen Welt, in der Hoffnung, daß Elend und Not die kommunistische Revolution herbeiführen werde. Nichts dürfe getan werden, was ihren militärisch-industriellen Komplex stärken könne." (Dirk Kunert, „Ein Weltkrieg wird programmiert", 1984, Seite 142 bis 143.)

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Auf einer Pressekonferenz am 23. Juli 1937 erklärte Roosevelt die Sicherheit der Vereinigten Staaten für bedroht. Seine publizistischen Meinungsmacher hatten bereits seit Herbst 1936 „die Unvermeidbarkeit des Krieges" heraufbeschworen. „Die USA bildeten die Hauptverteidigungslinie gegen die sogenannten Aggressor-Nationen. Die amerikanische Öffentlichkeit wurde psychologisch und emotional systematisch auf den bevorstehenden Konflikt vorbereitet." (Dirk Ku-nert, a. a. O., Seite 192.)

Am 5. Oktober 1937 hielt Roosevelt in Chicago eine vom State Department ausgearbeitete Rede, wobei der berühmte Absatz über die „Quarantäne" für Angreifer von ihm selbst eingebracht wurde, die als Ausgangspunkt für den konsequenten Kriegskurs des US-Präsidenten einzustufen ist:

„Friede, Freiheit und Sicherheit von neunzig Prozent der Welt werden durch die restlichen zehn Prozent in Gefahr gebracht, die mit dem Niederbrechen der internationalen Ordnung und Gesetze drohen. . . . Es scheint unglücklicherweise wahr zu sein, daß sich die Epidemie einer Weltgesetzlosigkeit ausbreitet. Wenn eine Seuche sich ausbreitet, so billigt die Gemeinschaft einträchtig eine Quarantäne der Erkrankten, um die Gesundheit der Gemeinschaft gegen die Ausbreitung der Seuche zu schützen."

Doch nicht Massenmörder Josef Stalin war mit seinem bolschewistischen System, das sämtliche Grundsätze der Humanität im eigenen osteuropäischen und asiatischen Kontinent mit brutalem Terror ausgerottet hat - bis 1937 = dreißig Millionen politische Mordopfer!! -und die übrigen Völker der Welt mit diesen „Segnungen des Sozialismus beglücken" wollte, ausersehen, in Quarantäne genommen zu werden. In Quarantäne sollten ausnahmslos das Deutschland Adolf Hitlers, Italien und Japan genommen werden.

Dies waren ausgerechnet jene Länder, die sich aus Selbsterhaltung und zur Verteidigung der menschlichen Kulturwerte gezwungen sahen, sich zur Abwehr des Bolschewismus im Antikominternpakt zusammenzuschließen.

Am 16. Dezember 1937 schlug Roosevelt dem britischen Botschafter Sir Ronald Lindsay vor, gemeinsam mit Großbritannien Vorbereitungen für Blockade- und Quarantänemaßnahmen gegen Japan und

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Deutschland zu treffen. Lindsays Einwand, dies könnte Krieg provozieren, verwarf der Präsident mit dem „Argument": „Es gibt eine neue Doktrin und Technik für das, was Kriegszustand bedeutet." (Dirk Ku-nert, a. a. O., Seite 172, 273, 354.)

In einem privaten Brief an Lord Elibank, einem einflußreichen Politiker in England, schrieb Roosevelt Anfang Februar 1938: „Er wirke mit Leib und Seel darauf hin, die amerikanische Öffentlichkeit dazu zu erziehen, sich einem Kreuzzug gegen Hitler anzuschließen." (Lord Elibank, „Contemporary Review", Juni 1955, „Franklin Roosevelt, Freund Englands".

Am 8. September 1938 verweigerte der US-Präsident auf zwei Ersuchen des französischen Außenministers Georges Bonnet, die Antwort, eine Vermittlertätigkeit in der deutsch-tschechischen Krise zu übernehmen. Bonnet hat in einem Brief vom 26. März 1971 an US-Senator Hamilton Fish bestätigt, daß der von Franklin D. Roosevelt seit Frühjahr 1938 mit Sondervollmachten ausgestattete Botschafter William Bullit „alles getan hat, was er konnte, um Frankreich in den Krieg zu treiben". („The Journal of Historical Review", a. a. O., Sommer 1983, Seite 157.)

Die in den Vereinigten Staaten herrschende allgemeine Stimmung drückte im Januar 1939 der bekannte Radiopriester Father Coughlin in einer Rundfunkrede aus, als er sagte: „Ich frage Euch, sollen wir uns in irgendeinen europäischen Krieg einlassen, um die Welt reif zu machen für Stalin und den Antichrist?" Er zitiert einen Aufruf des Brooklyn Tablet:

„1. Amerika darf seine traditionelle Neutralität nicht aufgeben und sich nicht in einen fremden Krieg einmischen.

2. Wir dürfen uns nicht in dieses Blutgeschäft einlassen und Geld daraus ziehen, daß Männer, Frauen und Kinder hingeschlachtet werden. Wir dürfen uns nicht der macht- und geldgierigen Rüstungsindustrie unterwerfen, die jubelt bei der Hoffnung, jemand möchte die Nation wieder in den Krieg führen.

3. Wir dürfen nicht zum Werkzeug der Internationalen werden, die uns in den letzten Krieg getrieben haben und nun erwarten, Amerika würde nun Deutschland, Italien, Spanien und Japan bekämpfen." (E. J. Reichenberger, „Wider Willkür und Machtrausch", Seite 239.)

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Von einem angeblich beabsichtigten Angriff Hitlers gegen irgendeinen Nachbarn, geschweige denn den amerikanischen Lebensraum, wußte Father Coughlin nichts zu berichten, jedoch von zahlreichen Kriegstreibern im eigenen Land, die in fremden Kontinenten kriegerische Händel suchten.

Um ihn mundtot zu machen, wurde „die geheime Macht" gegen ihn eingesetzt. Gegen die Hearst-Presse, die ihm den Sender zur Verfügung gestellt hatte, wurde solange ein konzentrierter wirtschaftlicher Boykott durchgesetzt, bis seine Stimme ausgeschaltet war. Auch die ihm noch verbliebene Zeitschrift „Social Justice" mußte ihr Erscheinen einstellen - im freien, friedlichen Amerika! Später, nach dem Krieg, berichtete er, daß er ursprünglich Anhänger F. D. Roosevelts gewesen sei, bis zu dem Tage, als er „authentisch erfuhr, daß er zehn Millionen Dollar zum Kampf der Freimaurer gegen die katholische Kirche Mexikos gestiftet hatte". (E. J. Reichenberger, Seite 239.)

Das war derselbe Mann, der sich stets besorgt um den Erhalt der Religionen in anderen Ländern der Welt äußerte (mit Außnahme der UdSSR, die nun wirklich die Kirchen ausgerottet hatte!) und den Schlachtruf ausgab: „Vorwärts christliche Soldaten!" Am 5. März 1939 sagte US-Senator Hamilton Fish im Columbia radio network: „Die Völker Frankreichs und Großbritanniens wünschen Frieden, aber unsere Kriegstreiber stacheln sie ständig auf, den Münchener Vertrag zu mißachten und sich zu einem Waffengang zu entscheiden (abitrament). Wenn wir nur damit aufhören würden, uns in fremde Länder einzumischen, würden die alten Nationen in Europa ihre Streitigkeiten und die Prozesse des Friedens allein mit arbitration (Schiedsgericht) regeln. Aber offensichtlich wollen wir das nicht zulassen." („The Journal of Historical Review", a. a. O., Sommer 1983, Seite 160.) Im gleichen Monat sandte Roosevelt ein virtual Ultimatum an den britischen Premierminister Neville Chamberlain, in dem er forderte, daß fortan die britische Regierung Deutschland standhaft zu widerstehen habe. „Der Präsident warnte, daß Britannien weder weiter moralische noch materielle Unterstützung durch den Verkauf von Flugzeugen erwarten könne, wenn die Münchener Politik fortgesetzt werde." („The Journal of Historical Review", a. a. O., Sommer 1983, Seite 156.)

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Am 19. März 1939 versicherten der polnische Botschafter in Paris, Lukasiewicz, und US-Botschafter Bullit dem polnischen Außenminister, Präsident Roosevelt werde alles tun, um Deutschland militärisch entgegenzutreten.

„Bullit ließ Polen wissen, ihm sei die Hoffnung der Deutschen auf die Erwerbung Danzigs bekannt, und er rechne mit der polnischen Bereitschaft, die Danzigfrage zu einem Kriegsanlaß zu machen. Er drängte Lukasiewicz, dem Westen die Forderung nach Waffenlieferung und anderem militärischem Beistand zu stellen." (David Hog-gan, „Der erzwungene Krieg", Seite 412.)

„Weder die Briten noch die Franzosen hätten aus der deutsch-polnischen Frage einen Kriegsgrund gemacht, wenn nicht Washington dauernd gebohrt hätte", bestätigte der damalige US-Botschafter in London, Joseph Kennedy. (Charles Tansill, „Die Hintertür zum Krieg", 1951, Seite 597.) Senator Hamilton Fish im National Broadcasting Company Network am 5. April 1939: „Wenn Hitler und die Nazi-Regierung Memel oder Danzig wiedergewinnen, die Deutschland vom Versailler Vertrag entrissen worden waren, und wo die Bevölkerung zu neunzig Prozent aus Deutschen besteht, warum ist es notwendig, Drohungen und Denunziationen auszustoßen und unser Volk in Kriegsstimmung zu setzen? Ich würde nicht das Leben eines einzigen amerikanischen Soldaten einsetzen für ein halbes Dutzend Memels oder Danzigs. Wir haben doch selbst den Versailler Vertrag für nicht akzeptabel erachtet, weil er auf Habgier und Haß begründet war, und solange seine ungleichen Wertmaßstäbe und Ungerechtigkeiten existieren, solange gibt es Kriegsentschlossenheit für die Befreiung . . . Ich klage die Administration an, Kriegspropaganda und -hysterie zu entfesseln, um den Fehlschlag und den Zusammenbruch der New Deal Politik zu verdecken, mit zwölf Millionen Arbeitslosen und einem zerstörten Geschäftsvertrauen.

Ich glaube, wir haben uns sehr viel mehr vor unseren Feinden im Innern unseres Landes zu fürchten, als vor der Außenwelt. Alle Kommunisten sind sich darin einig, uns zugunsten Sowjetrußlands in einen Krieg gegen Deutschland und Japan zu drängen." („The Journal of Historical Review", Torrance, California 90505, P. O. Box 1306, USA, Sommer 1983, Seite 160.)

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Der unermüdliche Streiter für den Frieden, Senator Fish, nochmals: „Bereits im April 1939, also vier Monate vor Ausbruch des Krieges, wurde dem amerikanischen Volk klar, daß die Roosevelt-Regierung sich offen für den Krieg entschieden hatte, und zwar gegen die amerikanische Tradition der Nichteinmischung und Neutralität. Die Kriegshysterie wurde zur Raserei angeheizt. Die Haßkampagne ging vom Weißen Haus aus. Ein Wort des Präsidenten hätte genügt, die Hysterie und das Kriegsgerede verstummen zu lassen. Aber ein solches Wort kam nicht.

Stattdessen ließ Roosevelt am 11. April 1939 einen Artikel in der ,Washington Post' gutheißen, in dem es hieß: ,Sollte ein Krieg in Europa ausbrechen, so wäre unsere Teilnahme daran eine nicht zu umgehende Notwendigkeit.'

Durch die ,New Deal-Organisation' hatte der Präsident so ungeahnte Möglichkeiten, die amerikanische Jugend für ein neues Blutbad vorzubereiten, daß eine nationale Organisation, das ,American First Committee' gegründet werden mußte, um gegen die gefährliche, provokatorische Politik anzugehen." (Hamilton Fish, „Der zerbrochene Mythos", Seite 38/39.)

Der amerikanische Historiker Harry Elmar Barnes: „Es liegt schlüssiges Beweismaterial vor, wonach Roosevelt versichert hat, daß die Vereinigten Staaten ohne Einschränkung jedem europäischen Krieg beitreten würden. Dazu gehört Roosevelts Versicherung gegenüber Anthony Eden anläßlich seiner Reise nach Washington im Dezember 1938, dazu gehört seine Erklärung gegenüber Eduard Benesch im Mai 1939 bei dessen Wochenendbesuch im Roosevelt'schen Anwesen in Hyde Park und letztlich auch der Tyler Kent-Fall mit den diesbezüglichen Schlußfolgerungen." (H. E. Barnes, „Entlarvte Heuchelei", Seite 140.)

Am 24. August 1939 erhielt Roosevelt eine dringende Botschaft vom britischen Premier Chamberlain mit dem Inhalt, da England infolge seiner Garantie an Polen nicht auf die Polen einwirken könne, möge Roosevelt „Druck auf die Polen ausüben, um diese zu veranlassen, in dieser letzten Stunde ihren Kurs zu ändern und sich zu Verhandlungen mit Deutschland bereitzufinden". FDR wies Chamberlains Ansinnen ab. („The Journal of . .", Seite 158.)

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Adolf Hitler am 25. August 1939 gegenüber dem britischen Botschafter Nevile Henderson: „. . . Die Behauptung, daß Deutschland die Welt erobern wolle, ist lächerlich. Das Britische Imperium umfaßt vierzig Millionen Quadratkilometer, Sowjetrußland neunzehn Millionen Quadratkilometer, Amerika 9,5 Millionen Quadratkilometer, während Deutschland noch nicht 600000 Quadratkilometer umfaßt. Wer also die Welt erobern will, ist klar."

Der britische Botschafter in Washington, Lindsay, berichtet über ein Gespräch mit Roosevelt, „der angesichts der Aussicht auf einen neuen Weltkrieg in Ekstase geraten sei":

„Roosevelt versicherte Lindsay ebenfalls, er werde deutsche Schiffe unter falschen Vorwänden anhalten und sie auf Waffen hin untersuchen, so daß sie unter Umständen, die man zwischen England und Amerika genau festlegen könne, den Briten mühelos in die Hände fielen. Der britische Botschafter war persönlich betroffen, daß der Präsident eines so bedeutenden Landes heiter und erfreut über eine Tragödie sein konnte, die alle Menschheitshoffnungen zu vernichten schien." (D. Hoggan, „Der erzwungene Krieg", Seite 683 bis 684.)

„Deutschland war in einen Krieg mit England und Frankreich hineingehetzt worden." (Charles C. Tansill, „Die Hintertür zum Krieg", 1951, Seite 599.)

Nach Kriegsausbruch am 1. September 1939 war Roosevelt bemüht, vor der Welt Amerikas Friedensabsichten und Neutralitätsbemühungen weiterhin zu demonstrieren. In Wirklichkeit war es nur eine Tarnung seiner wahren Absichten. So erließ er am 5. September 1939 folgende Proklamationen:

1.) Bekundung der Neutralität für die USA. Warnung an die Kriegführenden vor Verletzung amerikanischer Rechte.

2.) Verweis auf das Neutralitätsgesetz von 1937 und Verhängung einer Ausfuhrsperre für Waffen, Munition und Kriegsgerät an kriegführende Länder.

Aber bereits zwei Tage später, am 7. September 1939, wies Roosevelt Summer Welles in einem Schreiben an, allen südamerikanischen Staaten und Mexiko nahezulegen, deutsche Handelsschiffe zu beobachten und mit sowenig Treibstoff zu versorgen, daß sie nicht nach Deutsch-205


land zurückfahren können. (F. D. R. His Personal Leiters 1928-1945, New York 1970 Bd. II, Seite 917.)

Joseph Kennedy, US-Botschafter in London, kabelte am 11. September 1939 nach Washington: „Die britische Regierung kann sicherlich keine Übereinkunft mit Deutschland erzielen, aber es mag möglich sein, wenn der Präsident selbst Pläne für einen Weltfrieden ausarbeiten würde . . ."

Roosevelt wies auch diese Chance zurück und erklärte einem engen politischen Kumpel, daß es sich „um die dümmste Botschaft handele, die er jemals erhalten habe". („The Journal of Historical Review", Seite 158.)

Hermann Göring in einer Unterredung am 3. Oktober 1939 mit dem im Auftrag des State Department nach Berlin gereisten Ölhändlers William R. Davis:

„Sie können Mr. Roosevelt versichern, daß Deutschland, wenn er vermitteln will, einer Regelung zustimmen wird, durch die ein neuer polnischer Staat und eine unabhängige tschechoslowakische Regierung ins Leben träten. . . . Was mich selbst und meine Regierung betrifft, so wäre ich glücklich, an ihr teilnehmen zu können, und sollte ich im Fall eines Zustandekommens einer solchen Konferenz Deutschland vertreten, so würde ich Washington als Konferenzort zustimmen." (Charles C. Tansill, a. a. O., Seite 602.) Charles C. Tansill zum 6. Oktober 1939:

„Während Hitler der Welt dieses vernünftige und gemäßigte Programm anbot, flog William R. Davis mit einem Bericht über die versöhnliche Unterredungen mit Göring zurück nach Washington. . . . Wieder in Washington meldete sich Mr. Davis telefonisch bei Miß LeHand: Er stehe zur Verfügung, um dem Präsidenten über seine persönliche Berliner Reise zu berichten. Nach kurzer Pause teilte Miß LeHand mit, ,der Chef habe ,eine Konferenz' und dürfe nicht gestört werden. Als diese Konferenz bis in alle Ewigkeit zu dauern schien, richtete Davis am 11. Oktober an den Präsidenten einen langen Brief, worin er ihm ausführlich alle Einzelheiten über seine Gespräche mit Göring mitteilte und schrieb, Hitlers Rede am 6. Oktober sei in entgegenkommendem Ton gehalten gewesen und bedeute die direkte Versicherung, daß er den Gedanken einer amerikanischen Vermittlung unterstütze.

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Er erhielt auf diesen Brief keine Antwort und keine Aufforderung, ins Weiße Haus zu kommen. Eine Mission, die so erfolgversprechend geschienen hatte, endete unvermittelt als niederschmetternder Fehlschlag." (Charles C. Tansill, a. a. O., Seite 603.) Zu Roosevelts „Kriegführung ohne Kriegserklärung" von 1939 bis 1941 schreibt Tansill weiter:

„Daß Roosevelt den Gedanken einer Friedenskonferenz in Washington verwarf, setzte den Bemühungen der Nazis, die Vereinigten Staaten zu versöhnen, kein Ende. Hitler war äußerst darauf bedacht, mit Amerika nicht in Krieg zu geraten . . .

Auf der im August 1941 stattfindenden Atlantik-Konferenz sprach US-Präsident Roosevelt an den britischen Premier Churchill gewandt, den berühmten Satz: ,Ich kann vielleicht niemals Krieg erklären, aber ich kann vielleicht trotzdem Krieg führen.' Und genauso verhielt er sich in der langen Zeit von siebenundzwanzig Monaten, zwischen dem l. September 1939 und dem 11. Dezember 1941, dem Tag des von Roosevelt so heiß ersehnten Kriegseintritts der Vereinigten Staaten. Die deutsche Presse stellte auf strenge Anweisungen ihre scharfen kritischen Ausfälle gegen die USA und prominente amerikanische Beamte ein. Die Nazibeamten achteten mit zunehmender Sorgfältigkeit darauf, ob nicht irgendwelche Erklärungen amerikanische Gefühle verletzen könnten, und der deutsche Geschäftsträger in Washington, Dr. Hans Thomson, ging so weit, daß er in einer Auslassung für die Presse Präsident Roosevelt ,hochherzig' nannte und seine ,Ermah-nungen zur Neutralität' pries . . .

In dem gleichen Geist erließ Großadmiral Raeder die Weisung, daß amerikanische Schiffe nicht verfolgt oder versenkt werden dürften, ,damit alle Schwierigkeiten, die sich aus einem Handelskrieg zwischen den Vereinigten Staaten und Deutschland ergeben könnten, von vornherein vermieden werden' . . .

Das deutsche Oberkommando erließ Befehle, die Seetreffen innerhalb der Sicherheitszone vorbeugen sollten. Als das Oberkommando der Marine Einwendungen erhob, verweigerte Hitler jede Änderung der betreffenden Befehle, ja, er blieb bei seiner Beschwichtigungspolitik, als amerikanische Schiffe ein Verhalten annahmen, daß ihn wütend gemacht haben muß.

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Im Dezember 1939 lief das deutsche Passagierschiff ,Columbus' aus dem Hafen von Veracruz aus, und es folgte ihm dauernd dichtauf die amerikanische ,Tuscaloosa', die ständig ihre Position funkte. Dies zwang den deutschen Kapitän, sein Schiff vierhundert-fünfzig Meilen östlich von Kap May zu versenken. Dieselbe Taktik wandte die amerikanische ,Broome' an; sie verfolgte das deutsche Schiff ,Rhein', das schließlich ebenfalls von seinem Kapitän versenkt wurde. Dem Frachter ,Idarwild' folgte die ,Broome' so lange, bis im November 1940 die britische ,Diomede' das deutsche Schiff vernichtete, während die ,Broome' beigedreht hatte, um den Erfolg ihrer Jagd zu beobachten. Die deutsche Regierung aber enthielt sich jeden Protestes gegen diese Aktionen." (Charles C. Tansill, a. a. O., Seite 650 bis 652.) - Die Selbstversenkung der unbewaffneten deutschen Schiffe kam dem Kapern durch britische Seestreitkräfte zuvor.

Professor Erich Schwinge, Rechtswissenschaftler und Zeitgeschichtler, behauptet, „daß es von Anfang an Roosevelts Absicht war, in den Krieg einzutreten". Schwinge führt zum Beleg Aussagen zahlreicher Zeitzeugen an. So berichtet Lord Casey, der australische Politiker und spätere Generalgouverneur seines Landes, in seinen „Erinnerungen", nach seinem Eindruck sei der US-Präsident frühzeitig zum Kriegseintritt entschlossen gewesen.

Im Juli 1940, fährt Schwinge fort, habe Roosevelt zu William C. Bul-lit, seinem Sonderbotschafter, geäußert, „daß der Krieg auf die USA zukommt". Am 10. Januar 1941 sei Harry Hopkins, der intime Vertraute Roosevelts, beim englischen Premierminister erschienen und habe ihm eröffnet: „Der Präsident ist entschlossen, den Krieg gemeinsam mit Ihnen zu gewinnen."

Unter dem 20. August 1941 habe General Sir Henry Pownell in seinem Tagebuch notiert, Churchill habe ihm bei der Rückkehr von der Atlantik-Konferenz berichtet, Roosevelt sei Feuer und Flamme für den Eintritt in den Krieg. -Er selbst werde ihn nicht erklären, er hoffe aber, Hitler dazu zu provozieren, etwa einen Zwischenfall herbeizuführen, bei dem Hitler um eine Kriegserklärung nicht herumkomme. Zehn Tage vor Pearl Harbor habe US-Kriegsminister Henry L. Stim-son in seinem Tagebuch vermerkt, Roosevelt habe ihm gegenüber

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geäußert, es sei amerikanische Politik, Japan dazu zu bringen, die USA anzugreifen.

Schwinge: „Die von Roosevelt ins Auge gefaßten Provokationen begannen im Juli 1940 mit der Überlassung von fünfzig Zerstörern an Großbritannien. Der höchste Militärjurist der USA wies darauf hin, daß darin eine grobe Verletzung des Völkerrechts liege, der Präsident schob aber alle Bedenken beiseite. Nach Meinung Churchills hätte schon diese eine Handlung eine Kriegserklärung Hitlers gerechtfertigt." Es sei das noch einschneidendere Leih- und Pachtgesetz gefolgt. „Aufgrund dieses Gesetzes vom 11. März 1941 konnten die USA Großbritannien ohne Bezahlung mit kriegswichtigen Gütern versorgen. Diese ,Rüstungshilfe' war mit dem Völkerrecht ebenfalls nicht in Einklang zu bringen. Der Senator La Follette bezeichnete das Gesetz damals als eine ,Kriegshandlung', der Kongreßabgeordnete Hamilton Fish sprach sogar von einer ,Kriegserklärung'." Im April 1941 habe der US-Präsident dem britischen Premierminister mitgeteilt, er habe die Absicht, die Patrouillentätigkeit seiner Kriegsschiffe bis zum 25. Meridian auszudehnen, fährt Schwinge fort. „Als Churchills Privatsekretär Colville den amerikanischen Sonderbeauftragten Averell Harriman fragte, ob das Krieg bedeute, habe dieser erwidert: ,Das ist, was ich hoffe'."

Im September 1941 habe Roosevelt angeordnet, die amerikanischen Kriegsschiffe hätten, wenn sie auf deutsche U-Boote stießen, „auf Sicht zu schießen" („to shoot on sight"). Schwinge: „Das war eine neue schwere NeutralitätsVerletzung." Im Oktober 1941 habe der US-Präsident die Bewaffnung der Handelsschiffe angeordnet. „Die USA waren mit diesen Maßnahmen faktisch zum Alliierten Großbritanniens und der Sowjetunion geworden. Hitler ließ sich trotzdem nicht zu einer Kriegserklärung bewegen, und auch der Kongreß blieb bei seiner ablehnenden Haltung. Eine Gallup-Umfrage ergab noch im Jahr 1941, daß achtzig Prozent der US-Bevölkerung dafür waren, sich aus dem Krieg herauszuhalten."

Roosevelt habe das, was er suchte, am Ende in Pearl Harbour gefunden. „Er stellte Japan ein Ultimatum, das keine Regierung annehmen konnte, ohne auf der Stelle hinweggefegt zu werden. Nach allem, was wir heute wissen, war das Ultimatum bewußt darauf angelegt, Japan

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zum Kriegseintritt zu provozieren. Der Angriff war klar vorausgesehen worden."

Schwinge zitiert die amerikanische Publizistin und Diplomatin Cläre Boothe Luce: Roosevelt sei der einzige amerikanische Präsident, „der uns jemals in den Krieg hineinlog, weil er nicht den politischen Mut hatte, uns hineinzuführen". (Schwinge, „Churchill und Roosevelt", Seite 95 ff.)

Unter der Überschrift „Wie Washington den Krieg anstrebte", veröffentlicht Ulrich Stern in „Die wahren Schuldigen am Zweiten Weltkrieg" in einem Auszug aus dem Kriegstagebuch der deutschen „Seekriegsleitung", eine „Zusammenstellung von achtundfünfzig Neutralitätsverletzungen oder achsenfeindlichen Maßnahmen der US-Regierung zwischen dem 1. September 1939 und dem Kriegseintritt der USA am 11. Dezember 1941.

Es würde zu weit führen, alle diese gegen das Völkerrecht verstoßenden Maßnahmen und Handlungen seitens der Amerikaner an dieser Stelle einzeln aufzuführen. Es begann mit dem Inkrafttreten des amerikanischen Neutralitätsgesetzes am 4. September 1939 und sofortiger Propaganda Roosevelts, daß das Neutralitätsgesetz abgeändert und das Waffen-Embargo aufgehoben werden müsse. Die letzte kriegsähnliche Maßnahme in diesem Zeitraum geschah am 29. September 1941: „Nach einer Vorausmeldung des B. d. U. (Befehlshaber der U-Boot-Waffe, Dönitz) wurde U 433, vierzig Seemeilen ostwärts Grönlands durch USA-Bewacher mit Wasserbomben angegriffen. Dr. Hörn, der Verteidiger Ribbentrops, erklärte in Nürnberg vor dem Internationalen Militärtribunal 1946: „Schon mehrere Monate vor dem 11. Dezember 1941 waren also seitens der USA Maßnahmen ergriffen worden, die nur in einem Krieg vorgenommen zu werden pflegen." (IMT, XVII, 636).


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