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20. Paul von Hindenburg, 1847-1934. (Ehrenbürger von Leipzig)
Hearst: „Herr von Hindenburg, Sie sind der Welt als einer der größten Heerführer des Ersten Weltkrieges bekannt. Mit Ihnen ist der Name Tannenberg verbunden. Sie retteten Ostpreußen vor der sogenannten 'russischen Dampfwalze'. Wir möchten von Ihnen jedoch etwas über Ihr Amt als Reichspräsident hören."
„Eigentlich hatte ich nie vorgehabt, mich im politischen Sinne öffentlich zu betätigen. Nach Eberts Tod, dem ersten Reichspräsidenten, wurde ich als Kandidat zur Reichspräsidentenwahl aufgestellt. Anders als heute wurde ich damals vom Volk gewählt. Das war 1925. Im Jahre 1932 wurde ich, wie es die Reichsverfassung zuließ, gegen Hitler und Thälmann nochmals zum Reichspräsidenten gewählt.
Hier möchte ich einfügen, daß die alte Reichsverfassung weiterhin auch nach dem Zweiten Weltkrieg gültig ist, weil nach Interna-
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tionalem Völkerrecht keinem Siegerstaat erlaubt ist, die Verfassung der besiegten Nation außer Kraft zu setzen.
Entschuldigen Sie, meine Herren, wenn ich als alter Mann ein bißchen abgeschweift bin. Aber dieser Punkt hat mich seit über 50 Jahren so sehr bewegt, daß ich es mal loswerden mußte.
So, war es das, was Sie wissen wollten? - Ach ja, von damals, Anfang der dreißiger Jahre, wollte ich erzählen. Es sah schlimm aus im deutschen Vaterland. Durch das Diktat von Versailles wurde die deutsche Wirtschaft ausgeblutet. Ich muß auch betonen, daß es keinen Friedensvertrag gab, sondern ein Diktat! Unsere Delegation durfte gar nicht verhandeln, wie es sonst bei Verträgen, auch Friedensverträgen, üblich ist. Sie durfte nur ohne Widerrede unterschreiben. Man glaubte, damit die Knechtschaft des deutschen Volkes besiegeln zu können. Später, viel später, als es bereits zu spät war, haben manche Feinde, wie Lloyd George, ihr Unrecht
eingesehen.
Kommen wir auf 1932 zurück! Wir hatten über 6 Millionen Arbeitslose. Und wir mußten an die Alliierten zahlen! Die Zahlungen waren bis zum Jahre 1988 vorgesehen! Stellen Sie sich das einmal vor! In dieser Not wurde das Volk ratlos und suchte nach Möglichkeiten, aus diesem Elend herauszukommen. Ein großer Teil sah sein Heil im Kommunismus. Der andere, größere Teil, sah seine Zukunft im Nationalsozialismus.
Ich, als Reichspräsident, hatte laut Verfassung das Recht, den Reichskanzler zu ernennen. Niemals habe ich meine Entschlüsse getroffen, ohne mich beraten zu lassen. Aus Gründen meines fairen Verhaltens wurde ich vom Volk anerkannt. Dies äußerte sich darin, daß mir von vielen Städten die Ehrenbürgerschaft angetragen wurde. Dazu gehörte auch die Messestadt Leipzig.
Im Januar 1933 sah ich mich wieder vor der schwierigen Frage, wer jetzt eine neue Regierung bilden sollte. Nach Rücksprache mit meinen Ratgebern, blieb mir keine andere Wahl, als den Vorsit-
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zenden der größten deutschen Partei, Adolf Hitler, mit der Regierungsbildung zu beauftragen. Meine persönlichen Bedenken beruhten auf Aussagen, die ich über Hitler erfahren hatte. Er sollte es nicht weitergebracht haben als zum ungelernten Anstreicher. Außerdem sollte er aus dem böhmischen Braunau stammen, vielleicht ein Tscheche sein.
Als sich Hitler das erste Mal bei mir sehen ließ, habe ich ihm diese Fragen gestellt. Er sagte, daß er auf dem Bau gearbeitet habe und sich vor keiner Arbeit gescheut hätte. Anstreicher sei er jedoch nicht gewesen. Er habe dagegen gemalt, was er auch heute noch tue, wenn es ihm die Zeit erlaube. Später hat er mir ein paar Bilder gezeigt, die ich als gekonnt anerkennen mußte, obgleich ich kein besonderes Verständnis für Malerei habe. Am meisten empörte mich, daß mich niemand darüber belehrt hatte, daß Hitlers Geburtsort nicht in Böhmen liegt, sondern an der deutsch-österreichischen Grenze am Inn. Da erkannte ich, daß es den Leuten nur um Verleumdung gegangen war. Er war ja auch den ganzen Weltkrieg über Soldat gewesen und hatte als einfacher Soldat das E.K. l. bekommen.
Mit der durch mich erfolgten Ernennung Hitlers' zum Reichskanzler hatte ich verfassungsgemäß gehandelt.
Was dann alles gewesen ist, möchte ich hier nicht wiederholen. Sie wissen es selbst. Was Sie aber nicht wissen werden, meine Herren, das will ich Ihnen gern erzählen. Es ist im Grunde ein Witz der deutschen Geschichte:
Nachdem BRD und DDR vereinigt und die ersten Wahlen abgehalten waren, bekam die Messestadt Leipzig ein neues Stadtparlament. Die SED/PDS brachte einen Antrag ein, die Ehrenbürgerschaft des Paul von Hindenburg rückgängig zu machen. Die Begründung: Er habe Adolf Hitler zum Reichskanzler gemacht.
Daraus ergibt sich eine politische Kettenreaktion: Die christliche CDU und andere machten mit den Kommunisten gemeinsame
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Sache und stimmten dem Antrag zu. Daraus muß man schließen, daß diese vaterlandslosen Gesellen jederzeit bereit sind, ihr deutsches Volk an den Bolschewismus zu verraten, wenn sie dadurch ihre Posten sichern können!
Wenn ich entgegen der Verfassung aber den Kommunisten Thälmann zum Reichskanzler gemacht hätte, wäre heute bestimmt alles in Ordnung. Auch für die CDU!
Die logische Folgerung ist weiter, daß damit die CDU das kommunistische Regime, das, nach eigenen Angaben, über 60 Millionen Menschen auf dem Gewissen hat, anerkennt. Dies wird insofern bewiesen, als sie diese Opfer für nicht erwähnenswert ansieht. Auch die 14 Millionen ostdeutschen Vertriebenen und die dabei 3,5 Millionen ermordeter und verstorbener Deutschen spielen bei ihnen keine Rolle!
Nun frage ich Sie, meine Herren, sind solche Leute überhaupt in der moralischen Lage, die Ehrenbürgerschaft einem Menschen nachträglich abzuerkennen? Das ist doch wahrlich ein Witz der Weltgeschichte, der nur in einer Nation Realität sein kann, die seit 50 Jahren unter Kriegsrecht gehalten wird, um sie zu vernichten!" Haerst: „Wie wir vernehmen, sind Sie trotz Ihres Alters geistig erfreulich rege. Vielleicht überraschen Sie uns mit noch einem Bonmot?"
„Wenn Sie mich schon herausfordern, will ich Ihrem Wunsch gern nachkommen. Sind Sie sprachlich so wenig gut drauf, daß Ihnen kein deutsches Wort für 'Bonmot' einfällt? Wie wäre es mit 'geistreicher Redewendung' oder ähnlichem? Aber ich will Ihrer Aufforderung nachkommen:
CDU ist die Abkürzung für Christlich Demokratische Union. Ich halte dies für einen Etikettenschwindel. In dieser Partei wimmelt es von Leuten mosaischen und islamischen Glaubens. Entweder sollte man den Namen der Partei um diesen Zuwachs erweitern oder man könnte, da alle drei Religionen aus der Wurzel des
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Mosaismus entsprungen sind, sofort auf den Ursprung zurückführen. Mein Vorschlag wäre: MPU, das heißt: Mosaische Parteidiktatorische Union. Denn auch der Begriff Demokratie wurde durch die praktische Politik abgewürgt. Die diktatorisch betriebene Auflösung des deutschen Volkes bestätigt dies!"
Hearst: "Das sind klare Worte, Herr von Hindenburg, für die wir Ihnen danken!"
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