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24. Round table talk. Der Begriff Holocaust.

Pünktlich, zur vorgesehenen Zeit, hatten sich alle eingefunden. Henry Ford übernahm den Vorsitz und kam gleich zur Sache:

„Meine Herren, ich bin davon überzeugt, daß Ihnen alle hier Anwesenden bereits gut bekannt sind. Wenn nicht näher, so doch aus aktuellen Anlässen. Es erübrigt sich also eine förmliche Prozedur. Aber wir müssen daran denken, daß unser Gedächtnis im Laufe der Ewigkeit nachläßt, so daß ich Sie zur vorsorglichen Unterstützung bitten möchte, sich mit Ihren Namen vorzustellen und gleichzeitig Ihre frühere Nationalität zu nennen oder die Gruppe, für die Sie zu sprechen wünschen.

Es tut mir leid, daß es sich hier nur um eine Männer-Runde handelt. Mir ist aber kein Name einer Frau eingefallen, der ich das vorgesehene Thema hätte zumuten können. Bitte sehr, wollen wir hier beginnen:"

„Mein Name ist Plus XII.(1876-1958), mein bürgerlicher Name ist Eugenio Pacelli. Als ehemaliger Papst werde ich im Namen der katholischen Kirche sprechen."

„Ich heiße Dwight David Eisenhower (1890-1969), befehligte die Alliierten im II. Weltkrieg und war später Präsident der USA."

„Arthur Harris (1892-1984), mehr bekannt bin ich wohl unter dem Begriff Bomber-Harris'. Ich war verantwortlich für die Einsätze der alliierten Luftwaffe im II. Weltkrieg."

„Francisco Franco (1892-1975). Unter dem Zusatz 'Caudillo' war ich in Spanien Staatschef."

„Ich heiße Pierre Laval (1883-1945). Unter Marschall Petain war ich Ministerpräsident des von den Deutschen nicht besetzten Frankreich."

„Mao Tse-tung (1893-1976). Ist es notwendig, Ihnen zu sagen, welche Bedeutung ich in China hatte? Ich glaube nicht."


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„Lenin (1870-1924). Mein Geburtsname ist Wladimir lljitsch Uljanow. Die ganze Welt kennt mich."

„Heinrich Himmler (1900-1945). Ich war Reichsführer SS und Chef der gesamten deutschen Polizei. Zwar bin ich in allen Bereichen nicht annähernd so 'berühmt' wie mein Nachbar zur Linken, Lenin, aber man hat international viel für mein Image getan."

„Jan Masaryk (1886-1948). Ich war Präsident der Tschechoslowakei."

„Hirohito (1901 -1989), Tenno von Japan."

„Ben Gurion (1886-1973), erster Staatschef des neuen Israel. Aber ich möchte betonen: Wenn wir auch lange Zeit keinen eigenen Staat auf der Landkarte hatten, so schließt dies nicht aus, daß wir in diesen langen Zeiten doch eine Nation waren."

„Josef Pilsudski (1867-1935), in Polen habe ich die verschiedensten Aufgaben gehabt. Ich war General, Minister und Staatschef." Ford: „Das heutige Thema soll lauten: 'Was verstehen Sie unter dem Begriff Holocaust?'"

Die Gäste waren ebenso überrascht wie Fords Freunde. Man sah sich seine Nachbaren an. Keiner fühlte sich angesprochen. Dann blieben die Blicke fast aller an Heinrich Himmler hängen. Endlich machte Ford eine Handbewegung gegen Himmler, was bedeuten sollte: Bitte, sagen Sie etwas dazu!

Himmler: „Meine Herren, wir alle wissen doch, was mit dem Begriff 'Holocaust' landläufig gemeint ist. Ich werde aber, wie man in Deutschland zu sagen pflegt, 'den Deubel tun', auch nur ein Sterbenswort zu einem Begriff zu äußern, den wir nicht erfunden haben. Sollen die Erfinder dieses Wortes klärend eingreifen! Außerdem heißt es im Volksmund: Wer sich unaufgefordert verteidigt, klagt sich an."

Nun wanderten alle Augen zu Ben Gurion hinüber: „Ja, ja, mit der Redensart 'immer auf die Kleinen' könnte ich ebenfalls versuchen, um eine direkte Antwort herumzukommen. Denn ich weiß


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wirklich nicht genau, wer der Vater dieses Begriffes ist. Ist es möglich, daß dieses Wort aus einem US-Film der 70er Jahre übernommen worden ist? Aber ich will nicht kneifen. Wir Israelis meinen mit 'Holocaust' die Vernichtung der Juden durch Nazi-Deutschland."

Masaryk: „Hier möchte ich gleich einmal einhaken. Bei dem Gebrauch des Wortes Holocaust hört es sich immer so an, als ginge es nur und ausschließlich um das Schicksal der Juden. Es wird dabei absolut vergessen, daß auch andere Völker einem Holocaust zum Opfer gefallen sind. Auch wurde in der Weise gesprochen, als sei mit dem Begriff Holocaust die Ausrottung nur eines Volkes gemeint. Wir Tschechen haben ebenfalls einige Tote zu beklagen. Wir können aber nicht von Ausrottung sprechen. Als Volk haben wir keine so schwere Zeit durchmachen müssen. Und wenn die Juden ehrlich sein wollen, so müssen auch sie zugeben, daß sie als Volk überlebt haben. Die Zahlen der 'Vernichteten' ändern sich fast mit jedem Jahr, sie werden immer niedriger. Ich halte es also nicht für richtig, wenn der Begriff Holocaust mit Volksausrottung übersetzt wird. Auch die Erklärung Völkermord ist irreführend, wenn das betroffene Volk in seiner Substanz überlebt hat. Viel mehr müßte sich diese Auslegung auch auf viele Stellen der Bibel beziehen, wo der tatsächliche Völkermord auf Gottes angeblichen Befehl geschah und bis heute verherrlicht wird. Wegen Verherrlichung von Gewalt und Völkermord hätte die Bibel längst indiziert werden müssen."

Pacelli: „Ich möchte darauf hinweisen, daß die katholische Kirche schon sehr früh Bedenken zum Alten Testament geäußert hat. Einige meiner Vorgänger im Amt haben aus diesem Grunde den Gläubigen untersagt, die Bibel zu lesen. Ich bin der Meinung, daß der Begriff Holocaust bezüglich der Bibel, ich meine des Alten Testaments, angebracht wäre. Hier ging es tatsächlich um Völkermord. Für Sie, meine Herren, wird wahrscheinlich völlig neu sein,


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daß der Begriff Holocaust griechischen Ursprungs ist und auf eine englische Bibelübersetzung aus dem 16. Jahrhundert zurückgeht, wobei damit seinerzeit das von Abraham geforderte Brandopfer an seinem Sohn Isaak gemeint gewesen sei. Sie sehen, wie unzuverlässig Begriffe heute sein können."

Pilsudzki: „Polen war das erste Volk, welches durch den II. Weltkrieg in Mitleidenschaft gezogen wurde. Es hat einen hohen Blutzoll zahlen müssen, wie es in jedem Krieg üblich ist. Dies ist wie immer bedauerlich, aber es hat danach noch viele Kriege in der Welt gegeben und gibt es immer noch. Man müßte also bei jedem Krieg ebenfalls von einem Holocaust sprechen."

Ben Gurion: „Hier muß ich widersprechen. Man kann die Verbrechen der Nazis an den Juden nicht mit einem ganz normalen Krieg vergleichen. Schließlich haben die Nazis versucht, die Juden systematisch auszurotten. Daß es ihnen nicht gelungen ist, steht auf einem anderen Blatt."

Pilsudski: „Herr Ben Gurion, Sie wollen schon wieder Ihrem Volk eine Sonderrolle zuspielen. Mit welchem Recht tun Sie dies? Wollen Sie es aufgrund der Zahl der Toten, oder worauf fußt Ihre Absicht sonst?"

Ben Curion: „Daß Sie sich darüber aufregen, Herr Pilsudski wundert mich nicht. In Ihrem Land war mein Volk ebenso wenig beliebt und willkommen, wie in Nazi-Deutschland. Es hat sogar schlimme Pogrome gegen uns gegeben. Ich hörte, man hätte in Polen vor dem II. Weltkrieg geäußert, Hitler ein Denkmal setzen zu wollen, wenn er Europa von den Juden befreit."

Pilsudski: „Womit Sie immer noch nicht erklärt haben, was Sie berechtigt, eine Sonderrolle für Ihr Volk einzufordern. Liegt es etwa daran, daß Sie sich von jeher als ein 'auserwähltes' Volk empfunden haben und von allen anderen Völkern heute noch verlangen, dies zu respektieren?"

Ford: „Ich habe nicht die Absicht, einer kontroversen Debatte ei-


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nen Riegel vorzuschieben. Aber ich möchte Sie bitten, die Diskussion nicht ins Persönliche abgleiten zu lassen. - Mister Lenin, Sie wollten etwas sagen?"

Lenin: „Ich möchte einen Vorschlag machen: Wäre es nicht gerechtfertigt, wenn wir das Gewicht auf die Zahl der Toten legen, und zwar im Verhältnis zur Gesamtzahl des Volkes? Danach sollten wir die Bedeutung des Begriffs Holocaust messen."

Ford: „Kann jemand Auskunft darüber geben, wie hoch die Verluste der einzelnen Völker waren?"

Ben Gurion: „Wir beklagen 6 Millionen Tote."

Lenin: „Wer hat die Toten gezählt? Und wie groß war die gesamte jüdische Bevölkerung?"

Ben Curion: „Uns ist aus religiösen Gründen eine Volkszählung nicht erlaubt. Wenn Sie fragen, wer die Toten gezählt hat, so muß ich leider zugeben, daß dies nie geschehen ist. So viel ich weiß, hat ein deutscher Professor vor Gericht ausgesagt, es handle sich bei den '6 Millionen' um eine symbolische Zahl."

Lenin: „Dann gibt es also keine Vergleichszahlen! Damit hinkt bereits eine genaue Angabe der Verhältnismäßigkeit. Vielleicht sollten wir doch lieber einfache Verlustzahlen angeben zu der Feststellung, ob es sich um Völkermord handelt oder nicht."

Henry Ford: „Hat jemand etwas gegen die Zahl '6 Millionen' als symbolischer Zahl einzuwenden, die von Herrn Ben Gurion genannt wurde?"

Franco: „Mit einer symbolischen Zahl zu operieren halte ich für unwürdig nach allen Seiten! Spanien war mit dem Deutschen Reich befreundet. Diese Freundschaft basierte nicht zuletzt auf der Hilfe Deutschlands im Kampf gegen den Bolschewismus. Als die Kampfhandlungen des II. Weltkriegs beendet waren, hörten wir von der furchtbaren Anklage, daß Deutschland versucht habe, die Juden systematisch auszurotten. Wir waren erschüttert und wollten genau wissen, ob unsere Freunde so grausam haben han-


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dein können. Deshalb haben sich unsere Experten bemüht, diese Anklage aufzuklären, den Grundlagen auf die Spur zu kommen. Je länger das Forschen dauerte, desto mehr Verwirrung kam zum Vorschein. So lasen wir von der Aussage des Zeugen Dr. Nyiszli im Auschwitz-Prozeß von 1963, daß Tag für Tag 25.000 Menschen über viereinhalb Jahre vergast worden seien. Das müßte dann die Summe von über 40 Millionen ergeben. Und das bei einer jüdischen Gesamtbevölkerung von rund 1 7 Millionen! Aber auch die Zahlen unterhalb der symbolischen '6 Millionen' differierten und reichten bis zu 75.000 der angeblichen Totenbücher, welche die Sowjets gefunden hätten. Am Ende - ich muß es gestehen - waren wir total verunsichert."

Ben Curion: „Die Zahl von '6 Millionen' ist meines Erachtens korrekt. Es ist nämlich nicht nur diese Zahl erfaßt worden, sondern die Opfer sind uns namentlich bekannt. Bei einer Feier in Jerusalem haben meine Leute abwechselnd über vierundzwanzig Stunden alle Namen vorgelesen. Es waren 6 Millionen Namen!"

Mao Tse-tung: „Wir haben wahrscheinlich die Mathematik nicht erfunden, aber wir haben eine uralte Kultur in allen Bereichen der Wissenschaften. Auch im Kopfrechnen geht es bei uns recht flink. Wenn Sie, Herr Ben Gurion, meinen, man könne in 24 Stunden 6 Millionen Namen verlesen, auch wenn sie von verschiedenen Personen vorgetragen werden, die sich dabei abwechseln, dann ergibt dies folgende Geschwindigkeit beim Vorlesen: In einer Stunde müßten 250.000 Namen ausgesprochen werden, in einer Minute 4.166 und in einer Sekunde 69! So schnell schießt nicht einmal ein Maschinengewehr! Meinen Sie, dies würde aber der schnellste Schnellsprecher schaffen?"

Ben Gurion: „Sie kommen mit Spitzfindigkeiten, Mao Tse-tung!" Mao Tse-tung: „Nur menschliches Vermögen! Damit ist Ihre Argumentation nicht korrekt!"

Ben Curion: „Dann muß hier ein Irrtum vorliegen."


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Pacelli: „Kommt es wirklich auf eine absolut korrekte Zahl an? Ich möchte ein frühes Wort eines alten Juden aufgreifen: Schon ein Toter Jude ist ein Toter zuviel!"

Eisenhower: „Bei aller Sympathie für die Juden kann ich es nicht hinnehmen, daß sich alles nur um dieses eine Volk drehen soll. Andere Völker haben ebenso gelitten, und ich vertrete fest die Ansicht, daß jeder Tote eines Volkes, der mit Vorsatz getötet wurde, ein Toter zuviel sei. Das ist meine Meinung! Und dabei bleibe ich!"

Harris: „Ich möchte mich dieser Auffassung restlos anschließen. Ich meine, wir könnten diese Aussprache beenden, damit wir gemeinsam zu folgendem Resultat kommen: Jeder einzelne Tote durch mutwillige Verursachung ist ein Toter zuviel, und wir sollten dafür den Begriff Holocaust offiziell als weltweit anerkannt einsetzen!"

Ford: „Ich glaube, dies ist ein gutes Schlußwort, dem alle Anwesenden zustimmen sollten. Hat noch jemand einen Einwand?" Hirohito: „Auch wir haben eine lange kulturelle Tradition. Zu unserer Auffassung über den Begriff 'Recht' gehört, daß der Nachweis, ich betone: Nachweis! eines Verbrechens und das Ausmaß ausschlaggebend für das Urteil sind. Wenn es hier schon unterlas-

sen wird, die wichtigsten Maßnahmen anzuwenden, um völlige Klarheit in einen so bedeutenden Vorgang zu bringen, so sollten wir es der Zukunft überlassen, ob die Menschen in der Lage sind, für Ordnung in ihrem System zu sorgen. Ich erinnere, daß man immer und hauptsächlich von Vergasungen der Opfer ausgegangen ist. Jetzt ist ein neuer Experte, ein Herr Goldhagen, aufgetreten, der meint, Vergasungen seien nicht die Haupttötungsart gewesen. Sie sehen, meine Herren, die Verwirrung ist noch lange nicht auf ihrem Höhepunkt. Belassen wir es also einstweilen dabei! Begründen möchte ich meinen Vorschlag mit einer Äußerung von Chaim Bermat, die am 10. 5. 1996 in London im 'Cronicle'


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erschien: 'Der Prozeß der Geschichtsschreibung ist eine einzige Revision. Gesetze zu verlangen, mit denen die erworbene Weisheit um den Holocaust für immer und ewig von diesem Prozeß abgeschirmt werden soll, widerspricht dem Diktat der Vernunft. Solche Gesetze sind vom Prinzip her falsch, und sie sind nicht wirksam. Möglicherweise sind sie in der Praxis schädlich.'

Was mich aber aufhorchen ließ in dieser Debatte war folgendes: Sie alle erweckten bei mir den Eindruck, als gäbe es die Erde erst seit dem Jahre 1933, wobei Sie allerdings bereit sind, nur die Taten einer Seite mit Strenge zu beachten, während Sie über die anderen den Mantel des Schweigens legten. Was sich davor und danach abgespielt hat, scheint Sie nicht zu interessieren. Wenn wir jedoch in Anspruch nehmen wollen, hier weiser zu sein als unsere noch erdgebundenen Nachfolger, dann haben Sie auch hier Ihr Aufgabensoll nicht erfüllt, wie auch wir es in unserem irdischen Leben nicht erfüllt haben."

Ford: „Ihre Rede, Mister Hirohito, klingt überzeugend. Auch erinnern Sie uns rechtzeitig, schlußfolgernde Überlegungen anzustellen, um unserer Absicht gerecht zu werden. Dennoch möchte ich Sie bitten, Ihre Gedanken zu präzisieren!"

Hirohito: „Ich und mein Volk stehen zusammen mit dem deutschen Volk auf der Seite der Verlierer. Wir allein sitzen auf der von den Siegern gezimmerten Anklagebank. Hier jedoch, meine Herren, sollten wir dem Rechnung tragen, wozu wir aufgerufen sind: Ehrlich alles zu beleuchten, was nötig ist, um zu einem gerechten Ergebnis zu kommen. Wenn also von der Einmaligkeit eines Verbrechens gesprochen wird, so muß zwangsläufig alles herangezogen werden, um diese angebliche Einmaligkeit zu untermauern, und zwar mit Sachbeweisen. Zeugenaussagen allein haben kein Gewicht! Wir wurden durch verschiedene Aussagen darauf gestoßen, daß sogar über 40 Millionen Juden vergast worden wären. Die Sieger haben von Einmaligkeit gesprochen, nun sind sie ge-


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zwungen, diese zu beweisen!"

Pilsudski: „Pan Hirohito hat recht! Die 'Einmaligkeit' fordert geradezu die Pflicht heraus, nun nachzuprüfen, ob sie diesem Anspruch gerecht wird."

Henry Ford: „Meine Herren, ich sehe in einigen Augen betretenes Schweigenwollen. Damit ist uns nicht geholfen. Wir müssen hier die Wahrheit ans Licht zerren, auch wenn es uns nicht gefallen sollte. Um Ihnen entgegenzukommen, will ich mich selber in die Pflicht nehmen. Wie Sie alle wissen, stamme ich aus Amerika, den Vereinigten Staaten.

Wenn wir nur ein bißchen über unsere Geschichte nachdenken, so finden wir reichlich Gelegenheit, uns in Grund und Boden zu schämen. Unsere Vorfahren kamen in ein Land, das, wie allseits bekannt ist, Ureinwohner hatte! Es lebten dort Indianer. Zwar hatten sie nicht gerade ein friedvolles Leben, ohne Kampf ums Dasein. Aber diese Kämpfe zwischen den verschiedenen Stämmen gefährdeten nicht ihre gesamte Existenz. Erst als die Weißen kamen, begann man, die Indianer buchstäblich auszurotten. Dieses grausame Unternehmen wurde sogar mit frommen Sprüchen der bibelfesten Mörder untermauert. Ich glaube, es gibt kein größeres Massenverbrechen als die Ausrottung der Indianer, die jetzt nur noch in kleinen Reservaten ihr Leben fristen. Und zu dieser Schande gehört, daß das amerikanische Volk bis heute nicht die geringste Reue zeigt. Vielleicht liegt hierin der Grund, in der neueren Geschichte mit dem sogenannten Holocaust in Europa von sich selber abzulenken.

Die Ausrottung der Indinaner in Amerika verdient für mein Verständnis das Prädikat der Einmaligkeit! Dies ist der wahre Holocaust! Nach Schätzungen sollen damals bis zu 75 Millionen Indianer ermordet worden sein. Und man sollte durch Denkmale in ganz Amerika die Bereitschaft zeigen, sich dieses Verbrechens zu schämen. Solange dies aber nicht geschieht, wird man von dem


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Kurs der Überheblichkeit und lügenhaften Fremdbeschuldigungen nicht abkommen."

Pilsudski: „Wenn Sie, Mister Ford, von Amerika sprechen, so haben Sie mit der Vernichtung der Indianer nicht alle grausamen Verbrechen dieser Art erwähnt. Denken Sie an den Handel mit den Negern! Man spricht von bis zu 110 Millionen, die entweder versklavt wurden oder zu Tode kamen. Der größte Teil soll auf dem Transport, durch Krankheit und Ermordung ums Leben gekommen sein. Ist das etwa kein Holocaust? Und vergessen wir folgendes nicht: Man hat sich bei diesen Verbrechen auf die Bibel bezogen! Gerade die finanziellen Gewinner dieser Barbarei stützten sich auf die Bibel! Besonders Ben Gurion sollte darüber nachdenken! Ich frage Sie, was ist dagegen das grausame Geschehen der Neuzeit?"

Laval: „Wenn wir schon beim Begriff Holocaust sind, der die Absicht des Tötens außerhalb jeder notwendigen Kriegshandlung beschreibt, so dürfen wir die französische Revolution nicht vergessen. Es wurde doch am laufenden Band wahllos und willkürlich gemordet! Schließlich, meine Herren, bin ich selbst das Opfer einer grausamen Verfolgung nach den Kampfhandlungen des II. Weltkrieges geworden. Über 100.000 meiner Landsleute wurden allein aus dem Grunde ermordet, weil sie ein gutes Verhältnis zu den Deutschen hatten.

In Italien sah es nicht anders aus! Man brachte gut 100.000 sogenannte Faschisten um! Gezielt und dennoch wahllos!

Monsieur Hirohito ist wahrscheinlich zu rücksichtsvoll, um an die Hunderttausende ermordeter Kinder, Frauen und Zivilisten zu erinnern, die durch die von amerikanischen Priestern gesegneten Atombomben auf japanische Städte abgeworfen wurden, obgleich der Krieg praktisch vorbei war. Sollte dies kein Holocaust sein?"

Masaryk: „Ich sehe Herrn Pacelli unruhig auf seinem Stuhl sich bewegen. Denken Sie an die Beglückung der Indios in Latein-


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Amerika durch die Verbreitung der christlichen Religion? Die Spanier waren das Transportmittel, und sie sorgten durch Mord und Einschleppung von Krankheiten dafür, daß ungefähr 50 Millionen Indios ihr Leben lassen mußten. Wird da nicht mancher Holocaust in den Schatten gestellt?

Laval: „Aus Mangel an Vertretern eigener Interessen möchte ich hier auch an die Bombenabwürfe über Deutschlands Großstädte erinnern, die keine militärischen Ziele vorsahen, sondern bewußt die Zivilbevölkerung vernichten sollten. Die Stadt Dresden zum Beispiel hatte 600.000 Einwohner und sie war vollgestopft mit cirka ebenso vielen Flüchtlingen aus dem Osten. In zwei Nächten wurde sie mutwillig von etwa 9.000 Bombern heimgesucht. An Verlusten der Zivilbevölkerung waren zu beklagen: 37.000 Kleinkinder und Säuglinge, 46.000 schulpflichtige Kinder, 55.000 Kriegsverletzte, Kranke, Ärzte und Pflegepersonal, 12.000 Rettungsmannschaften der Feuerwehr, Sanitäter, Luftschutzhelfer und 330.000 Frauen, alte Männer und Jugendliche, zusammen also: 480.000! Das war der Holcaust für Dresden, meine Herren!"

Harris: „Gut, ich will mich hier nicht rechtfertigen. Aber wenn schon Vergleiche gezogen werden, dann darf man die Zahl der vernichteten Menschen in der Sowjetunion nicht vergessen. Und die lagen weit höher! Nach russischen Angaben spricht man von rund 66 Millionen Opfern. Ist das nicht das über zehnfache des bisher immer wieder betonten „einmaligen" Holocausts?"

Laval: „Ich warte die ganze Zeit darauf, daß sich Herr Eisenhower zu Wort meldet und soviel Reue an den Tag legt, daß er selber die Zahl der auf sein Konto gehenden einer Million deutscher Kriegsgefangener, die auf seine ausdrückliche Anweisung hin dem Verhungern preisgegeben waren! Obgleich die deutschen Lager voll waren und die Versorgung der Gefangenen durch Luftangriffe nicht unterbunden wurde, tat Mister Eisenhower als Oberbefehlshaber, ohne


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technische Behinderungen, alles, die Deutschen in den Lagern verhungern zu lassen. Wieder ein Holocaust!"

Es herrschte Betretenheit in der Runde. Keiner fühlte sich veranlaßt, noch etwas zu diesem Thema zu sagen. Es wurde auch niemand 'ausgeguckt', wie es am Anfang der Fall war, um einen Bestimmten zum Sprechen zu veranlassen. Dann ergriff Henry Ford das Wort.

Ford: „Herr Himmler, Sie haben sich alle Argumente angehört und sich nicht ein einziges Mal geäußert. Wollen Sie es nicht jetzt tun?" Himmler: „Ohne Ihre Aufforderung hätte ich es nicht getan. Ich denke, jeder, der es einigermaßen ehrlich meint, sollte in sich gehen und vor seinem Gewissen selber prüfen, welche Entscheidung er fällen möchte. Solange die Menschen und Völker nicht bereit sind, gleiches Recht für alle gelten zu lassen, solange es Menschen und Völker gibt, die sich herausgehoben fühlen und Sonderansprüche stellen, werden sie nicht in der Lage sein, das Recht, von dem sie immer reden, auch in der Praxis auszuüben. Dies ist das Problem der gesamten Menschheit!

Aber lassen Sie mich noch ein Wort zur Bedeutung des Begriffs Holocaust sagen. Einer, der es wissen muß, ein Herr Yehuda Radday wird in der offiziösen Bonner Wochenzeitung "Das Parlament" in Nr. 5/1997 zitiert: "Zum Begriff 'Holocaust': Unter den verschiedenen Tieropfern im Jerusalemer Heiligtum gab es eines, das weder von Spendern noch von den Priestern gegessen werden durfte, weil es in Gänze verbrannt wurde. Das hebräische Wort für dieses Opfer war olä (wörtlich: emporsteigend), in der griechischen Übersetzung der Tora wurde das Wort holocauston (=gänz-lich verbrannt) dafür verwendet. Die olä (holocauston) war, solange der Opferdienst in Kraft war und ausgeführt wurde, der höchste Ausdruck totaler Hingabe an Gott. Die Massenabschlachtungen von Menschen durch die Nationalsozialisten als olä ('Holocaust') und damit sogar als von der Tora geboten und Gott wohlgefällig zu


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bezeichnen, ist nicht nur ein Mißverständnis, sondern Blasphemie, Beleidigung der Opfer und Verherrlichung der Mörder."

Ford: "Meine Herren, da sieht man, welch verheerende Folgen es haben kann, wenn Begriffe leichtfertig gebraucht werden. Erst wenn die Wahrheit über die Lüge siegt, wird es in der Welt anders aussehen."

Pacelli (Papst Pius XII.): "Mister Ford, ich sehe Ihr nachdenkliches Gesicht, und ich vermute, Sie wollen die Worte von Herrn Himmler zum Anlaß nehmen, die Gesprächsrunde zu beenden. Erlauben Sie, daß ich gerade an dieser Stelle noch einmal das Wort ergreife. Mit dem erwähnten Zitat wurde mein Fachgebiet berührt. Deshalb sehe ich mich gezwungen, folgendes vorzutragen:

Selbstverständlich habe ich auch den Talmud studiert. Dort habe ich eine Stelle gefunden, die deutlich im Zusammenhang mit dem Holocaust steht, mit dem man die Deutschen niederzwingt. Als Auszug zitiere ich aus Sanhedrin, Fol. 37a, "... daß jeder, der eine israelische Seele vernichtet nach der Schrift ebenso viel tut, als hätte er die ganze Welt vernichtet..."

Der Talmud ist ein Lehrbuch fürs praktische Leben, der gerade heute für die Israeliten die allergrößte Bedeutung hat. Daraus ergibt sich zwangsläufig der Schluß, daß auch heute der "Vernichter" einer israelischen Seele, die ganze israelische "Welt" vernichtet habe.

Um diese Behauptung zu unterstreichen, ging man davon aus, daß die Deutschen etwa sechs Millionen Israeliten in ihrer Gewalt hatten und sie auch vernichteten. So ist der Begriff Holocaust als umfassende Vernichtung untermauert.

Der Talmud lehrt aber auch, daß die Israeliten den persönlichen materiellen Vorteil gegenüber allen anderen auf unkorrekte Weise suchen sollen. Dies bot den Überlebenden dieses Holocaust die besten Möglichkeiten, gewaltige materielle Vorteile zu beanspru-


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chen. Andererseits ergaben sich Schwierigkeiten, der Welt diese Forderungen plausibel zu machen. So entstand in der Öffentlichkeit dieses Bild:

Einerseits waren die europäischen Israeliten angeblich alle vernichtet worden, andererseits wollten sie zu ihren materiellen Vorteilen kommen. Das ist die Erklärung dafür, daß angeblich 6 Millionen vernichtet wurden, jedoch über vier Millionen Israeliten Wiedergutmachungsanträge stellten.

Vermutlich hat man diese meine Überlegungen auch anderswo angestellt. Als Folge kam man auf die Idee, alle Behauptungen der Israeliten zum Gesetz zu erheben, um damit die öffentliche Aufklärung des Sachverhalts zu unterbinden.

Meine Herren, ich sehe Ihre erstaunten Gesichter. Wollen Sie damit allein Ihre Überraschung ausdrücken, oder bezweifeln Sie die Richtigkeit meiner Gedankengänge? Ich kann Ihnen Ihre Entscheidung erleichtern. Am 1. Dezember 1997 hat der schweizer Hebraist , Talmud-Kenner und Spezialist für die Kabalah, Dirk Schröder, in einem "Offenen Brief" dieselbe Entdeckung aus dem Talmud veröffentlicht. Auch er sieht in Sanhedrin Fol. 37a die Grundlage des sagenhaften "Holocaust". Ich danke Ihnen, meine Herren, für Ihre Aufmerksamkeit!"

Henry Ford: „Meine Herren, Ihren erstaunten und erregten Mienen sehe ich an, daß Ihnen diese umwälzende Erkenntnisse Pius XII. und dieses bisher unbekannten Dirk Schröder aus der Schweiz die Hoffnung erkennen läßt, daß die Menschheit auf allmähliche Normalisierung zusteuern wird. Da das ganze Universum in Bewegung ist und überall alles fließt und nichts von Ewigkeit ist, bleibe ich bei meinem Optimismus, daß auch die Menschen einmal, und sei es in beschränktem Rahmen, zur Vernunft kommen werden. Ich danke Ihnen, daß Sie erschienen sind!"

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