Das Rudolf Gutachten auf http://www.vho.org/D/rga/rga.html


1.2. 'Gaskammer' im Stammlager Auschwitz I

Zu der 'Gaskammer' im Krematorium des Stammlagers gibt es nach Pressac keine materiellen oder dokumentarischen Beweise, jedoch viele Zeugenaussagen (»As evidence to establish the reality of homicidal gassings there remain only the testimonies of participants,[...]« Zu deutsch: »Als Beweise zur Feststellung der Menschenvergasungen bleiben nur die Aussagen der Teilnehmer [...]« [37]). Diese zeichnen sich laut Pressac durch vielfältige Widersprüche, technische Unmöglichkeiten und allgemeine Unglaubhaftigkeiten aus. Er stellt eine »general tendency to exaggerate« (allgemeine Tendenz zur Übertreibung) fest, erklärt die groben Fehler und sachlichen Unmöglichkeiten in den Aussagen und Aufzeichungen des Lagerkommandanten Höß dadurch, indem er schreibt: »He was present, without seeing« (er war anwesend, ohne zu sehen), d.h., daß Höß keine Ahnung von den Methoden, Risiken und Gefahren im Umgang mit Zyklon B hatte. Dies steht aber im Widerspruch zu einem Befehl des Lagerkommandanten Höß, in dem er zur Vorsicht bei Barackenbegasungen mit Zyklon B auffordert, notwendig geworden aufgrund von Vergiftungsunfällen. Dieser Sonderbefehl des Kommandanten zur Warnung vor Gasunfällen mittels Zyklon B, der dem ganzen Lager mitgeteilt wurde, spricht für eine Vorsorgepflicht gegenüber jenen Häftlingen, die doch angeblich über kurz oder lang an diesem Gas sterben sollten[38]. Pressac erklärt darüber hinaus Form und Grundton des Zeugnisses des SS-Mannes Pery Broad für falsch wegen dessen polnischen Patriotismus, seines durchscheinenden Hasses auf SS-Männer (der er ja selber war) und wegen »leichter« (Anführung bei Pressac) Überarbeitungen des Dokuments durch die Polen, dessen Original fehlt. Richtig sind seiner Meinung nach aber die Grundaussagen betreffs Vergasungen[39].
Die 'Gaskammer' des Stammlagers ist ein Raum eines ebenerdig gebauten Gebäudes, hervorgegangen aus einem am gleichen Ort befindlichen Wirtschaftsgebäude der ehemaligen Kaserne aus der K u. K-Monarchie[40]. Boden und Decke dieses Krematoriums I bestehen aus Stahlbeton, die Außenwände aus Ziegelsteinmauerwerk, die außen durch eine Teerschicht isoliert ist. Bis auf die Zugänge zu dem Gebäude ist es durch eine Erdanschüttung an den Wänden praktisch im Erdreich eingelassen. Die Innenwände sind verputzt und gekalkt. Abbildung 4 zeigt den Grundriß des Gebäudes zu Beginn des Krieges, geplant und gebaut als normales Krematorium mit einer Leichenhalle[41]. Damit erklärt sich auch die Erdanschüttung, die eine gleichmäßig kühle Temperierung gewährleisten sollte. Aus demselben Grunde ist die Trennwand zwischen Leichenhalle und Leichenverbrennungsraum doppelt gemauert mit einem wärmeisolierenden Luftspalt dazwischen. Später soll die Leichenhalle zu einer 'Gaskammer' umfunktioniert worden sein. Zum Einbringen des Zyklon B für Menschenvergasungen sollen damals nachträglich 3 bis 4 Luken durch das Dach geschlagen worden sein sowie 1 bis 2 zusätzliche Luken zum Einbau von starken Ventilatoren[42]. Pressac bildet ein Foto des Krematoriumdaches ab, aufgenommen von den Sowjets kurz nach der Befreiung, auf dem die Dachpappe drei verdunkelte Flecken zeigt, angeblich Mulden der abgedeckten ehemaligen Einwurfluken[42,44].
Im Herbst 1944 ist das Krematorium in einen Luftschutzbunker umgewandelt worden. Die baulichen Veränderungen, besonders den Ersatz der leichten Trennwände durch massive Mauern, kann man Abbildung 5 entnehmen[44]. Der direkte Zugang zu den Luftschutzräumen, durch vierfache Unterteilung der Leichenhalle/'Gaskammer' entstanden, erfolgte durch einen Windfang, der laut Pressac heute als der Opfereingang ausgegeben wird, obwohl die 'Gaskammer' dort noch keinen Eingang hatte[42]. Ebenfalls wurden zu dieser Zeit WCs im vormaligen Waschraum eingebaut sowie heute noch bestehende Lüftungskamine durch das Dach geführt. Die Zyklon B-Einwurflöcher wie auch die Lüftungslöcher sollen zu dieser Zeit verschlossen worden sein.
Abbildung 6 zeigt den Grundriß des Krematoriums im heutigen Zustand[45]. Der Zugang von der Leichenhalle/'Gaskammer' zum ehemaligen Kremierungsraum wurde nach dem Krieg laut Pressac neben der ursprünglichen Stelle neu durchgebrochen. Die Trennwände des Luftschutzkellers einschli(eßlich der Wand zum Waschraum, der nie zur Leichenhalle/'Gaskammer' gehörte, wurden herausgerissen. Dementsprechend sieht der irritierte Besucher noch heute die Abflußrohre der zwei WCs in der behaupteten 'Gaskammer'. Nach dem Krieg soll das Dach mit Dachpappe neu gedeckt worden sein, wodurch die Spuren der Zyklon B-Löcher sowie der Lüftungslöcher der 'Gaskammer' verdeckt worden sein sollen. Der erneute Einbau von vier versetzt angeordneten Zyklon B-Einwurfstutzen durch das polnische Auschwitz-Museum nach dem Krieg soll daher nicht an der ursprünglichen Stelle erfolgt sein. Diese Argumentation Pressacs verwundert, da die Betondecke innen unverputzt und unverkleidet ist. Man hätte also von innen die Lage der originalen, nun eventuell verschlossenen Löcher feststellen und diese neu durchbrechen können.
Wie die Museumsverwaltung den Besuchern auf Nachfrage bestätigt, wurden nach dem Krieg auch die 2 Kremierungsöfen im Kremierungsraum und der außen stehende Kamin ohne funktionellen Zusammenhang aus musealen Gründen an den Stellen der ehemals dort befindlichen Anlagen errichtet[46].
Man kann unwidersprochen feststellen, daß Decke, Außenmauern und Pfeiler sowie das Fundament des Gebäudes im ursprünglichen Zustand sind. Wären in der Stahlbetondecke öffnungen zum Einbau von Einwurfstutzen und Lüftungsanlagen vorhanden gewesen, so müßten an der von innen unverputzten Decke an entsprechender Stelle Verletzungen der Betonstruktur sichtbar sein, da diese nicht rückgängig gemacht werden können, ohne bleibend sichtbare Spuren zu hinterlassen. Neben den heutigen Einwurfstutzen gibt es in der Decke jedoch keine Anzeichen weiterer ehemaliger Öffnungen. Es gab also die behaupteten Durchbrüche an anderer Stelle nicht! Die heute sichtbaren Betondurchbrüche sind weder verputzt, noch sind die Überreste der abgeschnittenen Bewehrungseisen korrekt entfernt worden. Die Löcher sind behelfsmäßig mit Holz verschalt und mit Teer abgedichtet. Eine solch unsaubere Arbeit entspricht weder der beim Umgang mit Giftgas gebotenen Sorgsamkeit noch deutscher Baufacharbeit. Hätte die SS seinerzeit diese Betondurchbrüche angefertigt (andere waren nie vorhanden!), so sollte zudem eine gleichmäßige Verteilung der 4 Stutzen in der Decke des ursprünglichen (!) Leichenkellers zwecks gleichmäßiger Verteilung des Zyklon B im Raum angenommen werden. Die heutigen Stutzen sind aber nur dann gleichmäßig an der Raumdecke verteilt, wenn man den erst nach dem Krieg in diesen Raum einbezogenen Waschraum als Bestandteil des Leichenkellers ('Gaskammer') betrachtet (siehe Abbildung 6). Die Anordnung der Einwurfstutzen ergibt also nur dann einen Sinn, wenn sie speziell für den heutigen Zustand als falsch dimensionierte »museale Rekonstruktionen« (B. Bailer-Galanda[46]), also nach dem Kriege, erzeugt wurden. Bis heute wird unwidersprochen davon ausgegangen, daß die heute sichtbaren Einwurflöcher erst nach dem Krieg erzeugt wurden, ohne dabei auf angeblich vorhandene Überreste alter, zugemauerter Löcher zurückgegriffen zu haben[47].
Aus all diesen Argumenten kann mit Gewißheit gefolgert werden, daß es zur angeblichen Verwendungszeit der Räumlichkeiten als 'Gaskammern' keine Durchbrüche zum Einwurf von Zyklon B gab. Es fehlt zudem jedes Anzeichen einer ehemaligen Einrichtung zur Entlüftung des Raumes.
Angesichts dieser nach dem Krieg durchgeführten realitätsfernen »Rekonstruktionen« kommt auch der jüdisch-amerikanische Architekt Robert van Pelt in Zusammenarbeit mit der jüdisch-kanadischen Holocaust-Historikerin Deborah Dwork zu der Überzeugung, in diesen Räumen hätten niemals Massenmorde stattgefunden:[48]

»Als Auschwitz nach dem Krieg in ein Museum verwandelt wurde, wollte man die Geschichte auf eine Komponente des Lagerkomplexes konzentrieren. Die berüchtigten Krematorien, wo die Massenmorde stattfanden, befinden sich als Ruinen im ca. vier Kilometer entfernten Birkenau. Das Komitee war der Meinung, daß am Ende einer jeden Gedenktour durch das Lager ein Krematorium besichtigt werden sollte. Und so wurde Krematorium I rekonstruiert, das die Geschichte der Verbrennungsöfen von Birkenau erzählen sollte.
Dieses Programm der unrechtmäßigen Aneignung war recht genau. Es entstand ein Kamin als herausragendes Symbol für Birkenau, vier abdeckbare Öffnungen auf dem Dach, die das Einfüllen von Zyklon B in die darunterliegende Gaskammer suggerieren sollten, und zwei der drei Einäscherungsöfen mit Originalteilen. Bis heute gibt es keine Schilder, die auf diese Nachkriegsentstehung hinweisen. Lagerführer bleiben still, wenn Touristen davon sprechen, daß es in diesem Bau geschah.«


Anmerkungen

  1. J.-C. Pressac, aaO. (Anm. 28), S. 123.
  2. Ebenda, S. 201.
  3. Ebenda, S. 126-128.
  4. Ebenda, S. 129.
  5. Ebenda, S. 151/153.
  6. Ebenda, S. 131f.
  7. Ebenda, S. 149; Foto des Daches von Krematorium I unmittelbar nach der Befreiung.
  8. Ebenda, S. 156.
  9. Ebenda, S. 159.
  10. Ebenda, S. 133, daneben: Bestätigung der Veränderungen zur teilweisen Wiederherstellung der Anlage im Schreiben des Staatlichen Museums Auschwitz an J. Hayward, Az I-8523/26/2120/ 91, vom 7.5.1991; B. Bailer-Galanda, Informationen der Gesellschaft für politische Aufklärung, Innsbruck Juni 1991, Nr. 29, S. 1, bezüglich Leuchters Aussagen zum Krematorium I: »2. Er verwechselt museale Rekonstruktionen der Gaskammern, die dem Betrachter einen Eindruck der damaligen Geschehnisse vermitteln sollen, mit real funktionierenden Gaskammern.«; Schreiben von Dr. Scheel, Auswärtiges Amt Bonn, 8.1.79, Aktenzeichen 214-E-Stuparek: »Auch mir ist bekannt, daß es im Lager Auschwitz keine Gaskammern gegeben hat. Die Gaskammern befanden sich im ca. 3 km davon entfernten KZ Auschwitz-Birkenau.«
  11. Siehe dazu auch: Interview von D. Cole mit dem Direktor des Museums Auschwitz, F. Piper: J. Hist. Rev. 1993, 13(2), S. 11-13; Eric Conan, »Auschwitz: La Mémoire du Mal«, L'Express, 19./25.1.1995.
  12. Robert van Pelt, Deborah Dwork, Auschwitz: 1270 to the Present, Yale University Press, New Haven and London 1996, S. 363f.; vgl. D. Irving, »Holocaust-Historiker graben ihr eigenes Grab«, Vierteljahreshefte für freie Geschichtsforschung 1997, 1(4), S. 275-279.


Abbildungen


Abbildung 4: Abbildung  Grundriß des Krematoriums I im Lager Auschwitz I/Stammlager im ursprünglichen Planungszustand. Die Leichenhalle soll später angeblich als 'Gaskammer' benutzt worden sein[41].
1: Vorraum ; 2: Aufbahrungsraum; 3: Waschraum; 4: Leichenhalle (Gaskammer); 5: Ofenraum; 6: Koks; 7: Urnen



Abbildung 5: Abbildung Grundriß des Krematoriums I im Lager Auschwitz I/Stammlager nach dem Umbau zum Luftschutzkeller 1944[44].
1: Schleuse; 2: Operationsraum; 3: ehemaliger Waschraum, nun Luftschutzraum mit Klosetts; 4: Luftschutzräume; 5: vormaliger Ofenraum



Abbildung 6: Abbildung Grundriß des Krematoriums I im Lager Auschwitz I/Stammlager heute, nach den nachträglichen Manipulationen [45].
1: 'Gaskammer'; 2: Zyklon B-Einwurfattrappen; 3: Abflußrohre WCs; 4: ehem. Trennwand Leichenkeller - Waschraum; 5: Lüftungkamin des Luftschutzraumes; 6: Luftschutzschleuse, heute als Opfereingang bezeichnet; 7: Urnen, 8: Koks; 9: Rekonstruierte Öfen; 10: Neu durchbrochener Durchgang zum Ofenraum; gestrichelt: alter Durchgang; 11: Überreste des alten Ofens; 12: Kamin-Attrappe



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