Das Rudolf Gutachten auf http://www.vho.org/D/rga/rga.html


Definitionen


Im folgenden werden die fraglichen Räumlichkeiten zur angeblichen massenhaften Menschentötung mit Blausäure-Giftgas dem üblichen Sprachgebrauch folgend (Menschen-) 'Gaskammern' genannt, zusammen mit der ursprünglichen Bezeichnung der Räumlichkeit (z.B. Leichenkeller I ('Gaskammer')). Dies geschieht ungeachtet der Fragen, ob diese Räume überhaupt 'Gaskammern' waren oder wie eine 'Gaskammer' überhaupt aussieht. Eine Antwort auf die letzte Frage kann man dem ersten und dritten Leuchter-Report entnehmen, in dem die bestehenden Exekutionsgaskammern in den USA beschrieben werden[4,25].
Tatsächlich war der Begriff Gaskammer in der damaligen Fachliteratur ausschließlich für Sachentlausungsanlagen ohne kriminelle Bedeutung reserviert[26]. Um die fachjargonwidrige Bezeichnung von Giftgasmenschentötungsanlagen als 'Gaskammern' zu betonen, aber auch um zu unterstreichen, daß am Anfang jeder wissenschaftlichen Untersuchung durchaus nicht als bereits bewiesen zu gelten hat, was die Mehrheit der Bevölkerung heute als bewiesen ansieht, wird der mißbrauchte Fachbegriff 'Gaskammer' immer in Anführungszeichen gesetzt.
Die damals offizielle Bezeichnung der Sachentlausungsanlagen als Gaskammern kann zu Mißverständnissen führen (siehe Abschnitt 1.4.). Daher wird hier der Begriff (Sach-) Entlausungsanlage verwendet.
Die Leicheneinäscherungsanlagen werden nachfolgend Krematorien genannt. In ihnen sollen sich 'Menschengaskammern' befunden haben. Zur Zeit der deutschen Herrschaft im 2. Weltkrieg erfolgte in den Lagern Auschwitz I (Stammlager) und Auschwitz II (Birkenau) eine getrennte Durchnumerierung der Krematorien: das Krematorium I im Stammlager sowie die Krematorien I bis IV in Birkenau. Heute werden die Krematorien ohne Rücksicht auf den Standort durchnumeriert. Nachfolgend wird die heutige Zählweise übernommen: Das Krematorium I befindet sich im Stammlager, die Krematorien II bis V im Lager Birkenau (siehe Abbildungen 1 bis 3).
Daneben findet man in der Literatur zwei weitere Gebäude in Auschwitz, deren Räume als 'Gaskammern' gedient haben sollen: Zwei westlich bzw. nördlich des Lagers gelegene ehemalige Bauernhäuser. Sie tragen in der Literatur die Namen Bauernhaus I, Bunker I oder Rotes Haus zum einen sowie Bauernhaus II, Bunker II oder Weißes Haus zum anderen. Hier werden diese Gebäude als Bauernhäuser I und II bezeichnet.
Wenn in damaligen Dokumenten die Charakterisierung 'gasdicht' für Luken oder Türen auftauchte, so waren damit in der Regel Holzbrettertüren und -luken gemeint, die z.T. rundum mit einer Filzdichtung abschlossen. Keineswegs darf man sich darunter hermetisch abschließende, schwere Stahltüren und -luken vorstellen. Derartige gasdichte Türen, wie sie für massenhafte Menschenvergasungen hätten verwendet werden müssen, hat es in Auschwitz nachweislich nicht gegeben[27].


Um die Verwendung zu vieler Formeln und Fachtermini zu vermeiden, wird hier unter Blausäure Hydrogencyanid (HCN) verstanden, obwohl erst eine Lösung von HCN in Wasser als Blausäure bezeichnet werden kann.


Anmerkungen

  1. F. A. Leuchter, The Third Leuchter Report, Samisdat Publishers Ltd., Toronto 1989.
  2. Vgl. dazu alleine schon den Titel in F. Puntigam, H. Breymesser, E. Bernfus, Blausäuregaskammern zur Fleckfieberabwehr, Sonderveröffentlichung des Reichsarbeitsblattes, Berlin 1943, sowie die Bezeichnung der Entlausungsräume auf den Plänen der Entlausungsgebäude BW 5a/b, S. 32.
  3. Vgl. dazu H.J. Nowak, W. Rademacher, »"Gasdichte" Türen in Auschwitz«, Vierteljahreshefte für freie Geschichtsforschung 1998, 2(4), S. 248-261.




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