Das Rudolf Gutachten auf http://www.vho.org/D/rga/rga.html

4.2. Analysenmethoden


Die Analysen wurden jeweils durchgeführt von:
Bei 1.: Prof. Dr. J. Roth, Alpha Analytic Laboratories, Ashland, Massachusetts
Bei 2.: Jan-Sehn-Institut für Gerichtsgutachten, Abteilung für Gerichtstoxikologie, Krakau, Polen
Bei 3.: Institut Fresenius, Taunusstein, Hessen, ohne Wissen um die Herkunft der Proben.

Zu 1.: Die Amerikaner verwendeten zur Analyse des Eisengehaltes, die für 3 Proben durchgeführt wurde (hier nicht aufgeführt), ein ICP-Spektrometer.(Induced Coupled Plasma, Photoemissionsspektroskopie im Argon-Plasmastrom, erzeugt mittels Induktion.)
Die Ergebnisse lagen jeweils bei 6000 bis 7500 mg pro kg. Die Cyanidanalysen erfolgten analog dem der deutschen Normung (siehe zu 3.). Für einige Proben nahe der Nachweisgrenze von 1 mg pro kg wurden Kontrollanalysen angefertigt. Die Ergebnisse schwankten um bis zu 40%.

Zu 2.: Die Polen verwendeten das Mikrodiffusionskammer-Verfahren, das für den Nachweis von Cyaniden weder üblich noch sonderlich geeignet ist. Nach ihrer eigenen Angabe läßt sich mit diesem Verfahren Eisenblau nicht nachweisen[16,18] . Bei diesem Verfahren wird die Probe 24 Stunden halbkonzentrierter Schwefelsäure ausgesetzt. Die entweichenden Gase werden durch Diffusion in einer KOH-Vorlage aufgefangen. Die Anwendung der auf Blausäure oxidierend wirkenden Schwefelsäure zum Austreiben der Blausäure erscheint bedenklich. Eisengehalte wurden nicht bestimmt.

Zu 3.: Der Eisennachweis erfolgte auch hier mit dem ICP-Spektrometer, der Cyanidnachweis erfolgte nach DIN 38 405, Teil D 13. Kurzbeschreibung für Fachleute: Austreiben der Blausäure durch einstündiges Kochen der Probe in wässriger HCl in leicht reduktivem Medium (SnCl2), Austreibung im kontinuierlichen Luftstrom, Auffangen in wässriger KOH-Vorlage. Nachweis schließlich je nach Konzentration photo- oder titrimetrisch. Die Nachweisgrenze liegt im Bereich 0,5 bis 0,1 mg pro kg. Alle Werte unterhalb 0,5 mg pro kg sind unsicher, sie werden allgemein als »nicht nachgewiesen« vermerkt. Kontrollanalysen wurden beim Institut für Umweltanalytik Stuttgart (IUS) durchgeführt (Tabelle 17). Es wurde erwogen, von einigen Proben Elementaranalysen sowie Porengrößenverteilungmessungen zu machen. Aus Kostengründen sowie wegen der nur beschränkten Aussagekraft vor allem der Elementaranalysen wurde darauf verzichtet.

(Röntgenfluoreszenz- und -emissionsspektrogramme zur Bestimmung der Elementanteile im Probenkörper können zwar recht genau sein, unterscheiden aber nicht zwischen z.B. dem Silicium des zugesetzten Sandes und dem des Quarzanteils des Zements, was für die Bestimmung der Materialart aber von höchstem Interesse ist. Ohne Hinweise auf die ursprüngliche Zusammensetzung erscheint die nachträgliche Bestimmung annähernd aussichtslos. Zwar hat Pressac (siehe Zusatz zu [5]) die Bestandteile der Baustoffe der Krema II und III angegeben, seine Quellen jedoch läßt er unerwähnt.



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