Das Rudolf Gutachten auf http://www.vho.org/D/rga/rga.html


3.4.2.3. Die möglichen Szenarien

Zunächst muß entgegen den Realitäten postuliert werden, daß es in allen 'Gaskammern' Zyklon B-Einwurflöcher gab. Andersartige Zyklon B-Zuführungen im Falle der Krematorien I bis III sind zwar technisch vorstellbar, wären aber reine Erfindungen der Nachkriegszeit, da alle Zeugen von Löchern in der Decke sprechen.
Selbst bei idealen, nicht realisierbaren Bedingungen, also der unmittelbaren Freisetzung überhöhter Konzentrationen, ist mit dem Tod aller Opfer nicht vor 10 Minuten zu rechnen (siehe Erfahrung in den USA bei Exekutionen, Abschnitt 3.1. sowie Tabelle 9).
Bei Blausäuremengen entsprechend den Entlausungsaktionen (ca. 1 Vol.% mittlere Endkonzentration oder 12 g pro m3) scheint ein sicherer und allgemeiner Tötungserfolg - und alles andere wäre ein Desaster gewesen[255] - in den nur mittelgroßen, geheizten angeblichen 'Gaskammern' der Krematorien IV und V, in denen das Zyklon B auf den Boden zwischen die Opfer gekippt worden sein soll, innerhalb von 20 min. möglich, wenn auch aufgrund der Unabwägbarkeiten wegen der langsamen Verdunstung und Verbreitung der Blausäure vom Träger nicht sicher. In den Bauernhäusern I und II würde im Winter bei kaltem Fußboden eine zusätzliche Verzögerung eintreten, da der Fußboden durch die Körperwärme der Menschen kaum erwärmt würde (Die Opfer bekommen höchstens kalte Füße). Ähnliches gilt für die 'Gaskammern' der Krematorien II und III, die als unheizbare, feuchte Kellerräume ganzjährig kühl waren. Nach Beurteilung der zware heute, aber mit Sicherheit nicht damals vorhandenen Einwurflöcher kann das Zyklon B hier ebenfalls nur irreversibel zwischen die Opfer auf den Fußboden gekippt worden sein, und zwar nur durch die einzige existierend Türe. Der Einbau von Apparaturen zur Entfernung des Präparates aus den Kellern nach der Exekution war nicht möglich.
Die Aussage Pressacs[85], daß die 'Gaskammern' der Krematorien IV und V länger zum Töten brauchten, als die der Krematorien II und III, ist zumindest wegen fehlender Heizung der Leichenkeller I ('Gaskammer') der Krematorium II und III falsch und müßte genau umgekehrt lauten.
Die Anwendung geringerer Mengen wird den Tötungserfolg von fern der Quelle stehenden Opfern stark verzögern durch die Atmung und Absorptionseffekte der Blausäure auf der feuchten Haut und auf eventuellen Ausscheidungen der quellennahen Opfer. Theoretische Endkonzentrationen von nur 1 g pro m3 (0,083 Vol.%), wie von Bailer, Wellers und Wegner den Zeugenaussagen zuwider angenommen[11,14,248], würden aufgrund der Absorption an Mauern und Menschen, besonders in Quellennähe, nie erreicht werden. Zweifelhaft ist, ob in den letzten Winkeln unter solchen Bedingungen auch über lange Zeiträume (Stunden) tödlich wirkende Konzentrationen erreicht werden können (größer 0,2 g pro m3, 0,017 Vol.%). Durch den Sauerstoffmangel in den angeblich gasdichten, mit Menschen angefüllten 'Gaskammern' würde auch unter solchen Bedingungen der Tod eintreten. Dies entspräche dem von Bailer beschriebenen, sich eventuell über Stunden hinziehenden, kombinierten Erstickungs- und Vergiftungstod, was aber im Gegensatz zu den Zeugenbekundungen eines schnell eintretenden Vergiftungstodes steht.

Eine wenige Minuten dauernde Tötung aller Opfer auch in größerer Entfernung von der Quelle, den meisten Zeugenaussagen entsprechend, würde wesentlich höhere Blausäure-Ausgangsmengen voraussetzen, als laut Zeugenaussagen angewendet worden sein sollen und nach Lage der begrenzten Zyklon B-Lieferungen angewendet worden sein können. Mit einer Mengenzunahme hätten sich die Sicherheitsprobleme, vor allem betreffs Explosivität in Quellnähe, dramatisch verschärft.


Anmerkung

  1. Bezüglich der Probleme, die bei derartigen Massenvergasungen auftreten können, vgl. C. Grieb, »Der selbst-assistiert Holocaust-Schwindel«, Vierteljahreshefte für freie Geschichtsforschung 1997, 1(1) S. 6ff.


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