2.4. Stabilität von Eisenblau
2.4.1. pH-Sensibilität
Die Ausgangsverbindungen des Pigments, die Hexacyanoferrate, sind Basen sehr starker Säuren[106]. Es wundert daher nicht, daß Eisenblau ein säureresistentes, aber basenzersetzliches Pigment ist. Erst durch warme, verdünnte Schwefelsäure wird Blausäure freigesetzt, Salzsäure dagegen zeigt keine Wirkung [107]. Das Pigment ist in konzentrierter Salzsäure allerdings reversibel löslich, d.h., das Pigment wird nicht zersetzt, sondern nur physikalisch in Lösung gebracht, es entweicht also keine Blausäure[83]. Bei deutlich alkalischen pH-Werten wird merklich Fe3+ als Fe(OH)3 gefällt, das in diesem Bereich noch wesentlich schlechter löslich ist als das Eisenblau (siehe Tabelle
4, S. 47) und damit der Komplex Fe4[Fe(CN)6]3 zerstört.
In der Literatur sind Arbeiten mit Eisenblau bei pH-Werten von 9 und 10 verbürgt, bei denen es noch stabil ist[100]. Der pH-Bereich um 10 bis 11 kann als die kritische Grenze für die Stabilität des Eisenblaus angesehen werden.
Suspensionen von Eisenblau haben einen pH-Wert von etwa 4[87]. (Suspensionen (lat.: schweben) sind grobdisperse Systeme mit Teilchengrößen größer als 10-6 m,
siehe Fußnote 12 auf S. 39, Dispersionen)
Bei diesem leicht sauren Eigen-pH, wie er z.B. durch sauren Regen in Oberflächengewässern gebildet wird, ist das Eisenblau am stabilsten.
In der Technik wird die Basenresistenz durch Zugabe von Nickel verbessert[84,85,108,109].
Anmerkungen