Zweite Vorlesung:

bautechnische Betrachtungen


2.0. Vorwort zur zweiten Vorlesung

Sehr geehrte Leserin, sehr geehrter Leser!

Ich möchte Ihnen nun vor jeder weiteren Vorlesung ein Buch der herkömmlichen Historikerschaft vorstellen, das sich mit dem Holocaust beschäftigt. Ich werde dabei keine vollständige Besprechung des jeweiligen Inhalts durchführen, sondern an Hand einiger Beispiele die Methoden derer aufzeigen, die unser Bild von der Zeitgeschichte prägen.

Zunächst möchte ich eine Art Nachschlagewerk vorstellen. Im Juni 1992 veröffentlichte W. Benz, Leiter des Zentrums für Antisemitismusforschung in Berlin, ein Büchlein im Deutschen Taschenbuch Verlag, in dem er Legenden, Lügen und Vorurteilen besonders über die Geschichte des Dritten Reiches entgegentreten will[1]. Lassen Sie mich wenige Beispiele aus diesem Büchlein herausziehen, um Ihnen zu verdeutlichen, wie einige Geschichtsschreiber hierzulande vorgehen.

Da ist zunächst die Untertreibung der Opfer des alliierten Bombenkrieges. Der Angriff auf Dresden soll nach diesem Buch lediglich rund 35.000 Opfer gekostet haben. Diese Zahl wird von vielen Medien und Historikern immer wieder vorgebracht. Unbestritten ist dagegen, daß bei dem größten Terrorangriff alliierter Bomber auf Hamburg (Aktion Gomorrha) etwa 50.000 Menschen ihr Leben verloren. Dieser Luftangriff ist aber nicht vergleichbar mit dem Angriff auf Dresden im Februar 1944. Dieser war um Größenordnungen infamer und mörderischer. Dresden war zu dieser Zeit mit Flüchtlingen aus dem Osten überfüllt und überschritt dadurch leicht eine Million Einwohner. Die gesamte Innenstadt brannte nach dem Angriff im Feuersturm vollkommen aus. Daß in diesem riesigen Inferno weniger Menschen umgekommen sein sollen als in Hamburg, ist ein schlechter Witz, nein: es ist eine Verharmlosung des Völkermordes am deutschen Volk. Tatsächlich wird die Zahl der beim Angriff umgekommenen eher zwischen 200.000 und 300.000 liegen[2]. Die oft zitierten 35.000 beziehen sich lediglich auf die kurze Zeit nach dem Angriff identifizierten Opfer. Da die Innenstadt vollkommen zerstört war, war im Gegensatz zu Hamburg eine annähernd vollständige Erfassung der Opferzahlen nie möglich. Viele Opfer waren außerdem so stark entstellt, daß sie niemand mehr hätte identifizieren können, selbst wenn es zu dieser Zeit in Dresden noch irgendeine funktionierende Verwaltung gegeben hätte, die das Chaos hätte organisieren können.

Doch es kommt noch viel schlimmer. Vor einigen Jahren hat der österreichische Ingenieur Lachout ein Dokument aus seinem Besitz veröffentlicht, in dem von einer amerikanischen Besatzungsbehörde ausgeführt wird, daß es nirgendwo in Österreich oder im Altreich Menschenvergasungen gegeben hätte und daß Zeugen bei andersartigen Aussagen wegen Falschaussage zu bestrafen seien. Seither hat Herr Lachout gegen viele Leute bzw. Institutionen, die ihn der Urkundenfälschung bezichtigten, Prozesse angestrengt. Das Ergebnis war immer wieder gleich: Die Verfahren wurden wegen geringer Schuld der Angeklagten eingestellt. Mit anderen Worten: Wer Herrn Lachout der Fälschung bezichtigt, macht sich wegen Verleumdung und übler Nachrede strafbar, wenngleich die Gerichte Lügen gegen das eigene Volk nicht bestrafen wollen. Das von Lachout vorgelegte Dokument gilt also als echt. Entsprechende Gutachten haben festgestellt, daß die Echtheit des Lachout-Dokumentes nicht in Zweifel gezogen werden kann[3]. Was liest man nun in obigem Benz-Buch? Es führt aus, daß das Dokument eine Fälschung sei, daß die dort angeführte Dienststelle nicht existiert habe und daß es in Österreich sehr wohl Gaskammern gegeben habe. Nach dem Motto »irgend etwas wird schon hängenbleiben« verbreiten einige unserer Historiker Unwahrheiten munter weiter drauf los, obwohl sie es besser wissen müßten!

Und weiter: Das Buch suggeriert, daß im Konzentrationslager Dachau Gaskammern in Betrieb gewesen sein sollen, obwohl M. Broszat, nachmaliger Leiter des offiziellen Institutes für Zeitgeschichte, schon 1960 feststellte, daß es in den Lagern des Altreiches keine Vergasungen gegeben hat[4]. Die Lüge von den Lampenschirmen aus Menschenhaut wird ebenso bemüht wie die These, daß Hitler die Autobahnen zur Kriegsvorbereitung bauen ließ. Betrachtet man die Tatsache, daß im Dritten Reich vor allem die Autobahnen in Nord-Süd-Richtung und solche im Inneren des Landes gebaut worden sind, so muß man schlußfolgern, daß Hitler die deutschen Südstämme (Bayern, "Ostmärker", Schwaben) gegen die deutschen Stämme des Nordens (Preußen, Sachsen) in einen Bürgerkrieg führen wollte. Für einen Expansionskrieg nach Westen und Osten hätten es jedenfalls Aufmarschwege an die Grenze sein müssen. Die aber wurden gerade nicht gebaut. Die Autobahnthesen von Benz erweisen sich bei näherer Betrachtung also als Humbug.

Ebenso wird die alte These aufgeführt, daß der Abbau der Arbeitslosigkeit im Dritten Reich vor allem mit Hilfe von Rüstungsprogrammen gelang, wobei zur Stützung dieser These kein Literaturverweis gegeben wird. Daß es inzwischen längst gegenteilige Forschungsergebnisse gibt[5], wird dem Leser konsequent verschwiegen. Denn erst nach der Jahreswende 1935/36, als die Arbeitslosenzahl von 6 auf unter 2 Millionen herabgesetzt war, setzten die Rüstungsanstrengungen des Dritten Reiches ein[6]. Auch über Babi Yar werden uns die alten Geschichten erzählt, ohne neuere Untersuchungen auch nur zu erwähnen. Der Beitrag über die Wannseekonferenz glänzt dadurch, daß der Autor vorgibt zu wissen, was die Teilnehmer der Konferenz tatsächlich wollten, nämlich den Massenmord organisieren, auch wenn es keinen Beweis dafür gibt, daß gerade das dort besprochen wurde.

Hinter dem Stichwort "Guernica" verbirgt sich eine baskische Stadt, die durch deutsche Bomber im spanischen Bürgerkrieg restlos zerstört worden sein soll. Dies soll angeblich erfolgt sein, um damit die neue Kriegstechnik des "totalen Krieges" zu erproben, indem man »Terrorangriffe auf ungeschützte Zivilisten« fliegt. Nun ist es unbestrittene Tatsache, daß die Westallierten Erfinder und Praktizierer der Terrorangriffe aus der Luft gegen zivile Ziele sind. So haben die Briten schon zu Beginn der dreißiger Jahre mit der Planung und Entwicklung von Langstreckenbombem zum Angriff auf das zivile Hinterland begonnen, was sie dann gegen die deutsche Stadtbevölkerung in grausamer Weise perfektionierten[7]. Man kann sich ob dieser von Benz und Co. vorgetragenen Logik also nur wundern. So liest man dann auch keine Hinweise, daß es eine Literatur gibt, die bezüglich Sinn und Auswirkung des deutschen Bombardements von Guernica anderer Meinung ist. Wenigstens einen Literaturhinweis sollte man erwarten dürfen, um sich über ein angeblich strittiges Thema informieren zu können[8].

Erstaunt nimmt der historisch gebildete Leser denn auch plötzlich wahr, daß Deutschland am Ersten (!) Weltkrieg doch hauptschuldig ist, obwohl heute annähernd die ganze Historikerschaft der Welt anderer Meinung ist. Wie kann solch eine Meinung bei den Autoren entstanden sein?[9]

Immerhin: Die Legende von der Menschenzuchtanstalt »Lebensborn« wird zurechtgerückt, da es sich um einen Verein zur Unterstützung von Müttern unehelicher Kinder handelte. Ebenso wird mit der Legende vom Reichstagsbrand, der von den Nazis selbst gelegt worden sein soll, aufgeräumt: Es war eben doch ein kommunistischer Einzeltäter.

Als Resümee bleibt festzustellen, daß dieses Büchlein nur dort Fälschungen und Lügen zugibt, wo sie nicht mehr zu vertuschen sind. An anderen Stellen aber wird die Geschichte munter weiter verbogen. Vor allem aber fällt auf, daß dem Leser niemals die Möglichkeit gegeben wird, die Argumente der Gegenmeinung zu überprüfen. Kein Literaturhinweis ermöglicht eine beidseitige Information. Zudem werden die Meinungsträger der anderen Seite kollektiv verunglimpft, was die Autoren und Herausgeber dieses Büchleins vollnds wissenschaftlich abwertet: "Rechtsextremisten", "NS-Apologeten" usw. Wie heißt dieses Buch doch gleich noch? Legenden, Lügen, Vorurteile - nomen est omen.

Ihr E. Gauss

 

2.1 Die Wirtschaftsregion Auschwitz

G: Bevor wir Näheres über das Lager Auschwitz erfahren, möchte ich hier die Region vorstel1en, von der die Rede ist. Ich stütze mich hierbei wie auch bei den nachfolgenden bautechnischen Untersuchungen vor allem auf das von den Exterminationisten hochgelobte Werk von J. C. Pressac, der eine reiche, wenn auch etwas konfuse und unkritische Quellenarbeit geleistet hat[10].

Auschwitz ist nicht irgendein Ort in Polen. Vielmehr handelt es sich um eine Stadt in unmittelbarer Nähe zum oberschlesischen Industrierevier Die Abbildung 2.1 zeigt einen Plan der Region Auschwitz. Die Stadt Auschwitz liegt unmittelbar vor der Mündung der Sola in die Weichsel. Der benachbarte Ort Birkenau (polnisch Brzezinka) liegt an einem Eisenbahnknotenpunkt, der die Strecken aus Böhmen über Ostrau und Bielitz-Biala mit den Strecken nach Krakau und nach Kattowitz verbindet. Die nur einen Kilometer westlich von Birkenau verlaufende Weichsel bildete seit dem 17. Jahrhundert bis zum Jahre 1919 die Grenze zwischen dem deutschen Schlesien und Polen bzw. nach den polnischen Teilungen dem österreichischen Galizien. Während der österreichischen Herrschaft über Auschwitz entstand in dem Ort eine Kaserne des Heeres der K&K-Monarchie. Sie ging 1919 in die Hände der neu gegründeten polnischen Armee über. Nach dem deutsch-polnischen Krieg im September 1939 wurde diese Kaserne in ein Konzentrationslager umgewandelt und mit polnischen Häftlingen belegt. Heute kennt man dieses Lager unter dem Begriff »Stammlager«. Es liegt in unmittelbarer Nähe zur Sola südwestlich von Auschwitz.

Zur deutschen Besatzungszeit änderte sich das Bild der Region Auschwitz gewaltig. Handelte es sich bei dem Ort Auschwitz vor dem Krieg um ein nach westlichen Maßstäben rückständiges Dorf landwirtschaftlicher Prägung, so hinterließen die Deutschen nach ihrem Rückzug dem polnischen Staat eine moderne Kleinstadt mit hochwertiger industrieller Infrastruktur und riesigen, modernen chemischen Fabriken.

Z: Wollen Sie damit sagen, daß die Unternehmungen der Deutschen in Auschwitz den Polen nützlich waren?

G: Ich überhöre Ihren polemischen Unterton nicht! Wenn Sie die deutschen Unternehmungen auf die Entwicklung der Industrie und der Infrastruktur beschränken, dann haben sie den Polen durchaus genützt. Dies beinhaltet allerdings keine Wertung über etwaige andere Unternehmungen der Deutschen in der Region Auschwitz. Auch ist damit überhaupt keine Aussage über die Frage gemacht, ob bei Betrachtung aller Dinge, die dort während des Zweiten Krieges geschehen sind, die Bilanz positiv oder negativ ausfällt.

Z: Hat es nicht nach dem Krieg Aufrufe einiger verhetzter Polen gegeben, die mit dem Wort »Wir beenden die Arbeit der Deutschen« Pogrome gegen überlebende Juden durchgeführt haben?

G: Polen war sicherlich vor dem Krieg eines der Länder mit den stärksten antijüdischen Regungen in der Welt. Dies hat sich nach dem Kriege sicherlich nicht schlagartig geändert. Mir sind die von Ihnen erwähnten Vorgänge zwar auch schon zu Ohren gekommen, aber ich weiß nicht, was daran wahr ist. Ich weiß auch nicht, was Sie mit diesem Einwurf bezwecken?

Landkarte von Auschwitz

Abbildung 2.1: Landkarte der Umgebung von Auschwitz aus der Zeit des Zweiten Weltkrieges.

Z: Nun, offensichtlich haben einige Polen auch an anderen Unternehmungen der Deutschen Gefallen gefunden, nicht nur an der Modernisierung ihrer Region.

G: Narren und Verrückte mag es überall geben. Zurück zum Thema. Der Grund für die beschleunigte Industrialisierung dieser Region ist leicht einzusehen. Die Region Auschwitz stellte wegen ihrer Nähe zum oberschlesischen Revier, wegen der guten Eisenbahnanbindung und des großen Angebots an Prozeßwasser der Flüsse Weichsel und Sola einen idealen Platz für den Ausbau der chemischen Industrie Deutschlands dar. Zudem waren diese Werke wegen ihrer großen Entfernung zu England vor alliierten Bombenangriffen sicher. Rechts in der Abbildung 2.1 ist das Gelände umrissen, auf dem innerhalb weniger Jahre von der I.G. Farbenindustrie AG ein großes Chemiewerk aus dem Boden gestampft wurde. In diesem Werk sollten mit der neu entwickelten Kohle-Veredelungstechnologie aus der Kohle des oberschlesischen Revieres Treibstoffe und künstliches Gummi erzeugt werden. Beide Güter waren durch die internationale Handelsblockade gegen Deutschland im Zweiten Weltkrieg kriegsentscheidende Güter.

Z: Diese Technologie wurde aber nicht von den Nazis entwickelt!

G: Sie wurde unter dem Eindruck der Handelsblockade im Ersten Weltkrieg von deutschen Wissenschaftlern zur Weimarer Zeit entwickelt, wobei mir die damalige politische Überzeugung der Wissenschaftler im einzelnen nicht bekannt ist. Zur Fertigungsreife entwickelt wurde sie dann mit massiver Unterstützung des Dritten Reiches. Nach dem Zweiten Weltkrieg wurde diese Technologie durch alliierten Patent- und Wissenschaftlerraub sowie durch die Demontage der Industrieanlagen in Deutschland vernichtet. Wegen der Autarkie-Ängste der Siegermächte und wegen des billigen Erdöls unterblieb nach dem Krieg eine sicher ökologisch sinnvolle Wiederbelebung der Kohleveredelungstechnologie. Erst nach der Ölkrise in den siebziger Jahren setzte ein bescheidenes Comeback ein.

Doch zurück zur Region Auschwitz. Die chemischen Werke der I.G. Farbenindustrie AG sind das größte, aber nicht das einzige Beispiel deutscher Industrialisierungsvorhaben in dieser Region. Das Problem der benötigten Arbeitskräfte für diese neuen Industrien glaubte man nach Beginn des Rußlandfeldzuges u. a. durch die Zwangsverpflichtung russischer Kriegsgefangener lösen zu können. Daher wurde westlich der Ortschaft Birkenau ein großes Kriegsgefangenenlager der Waffen-SS geplant, in dem die russischen Kriegsgefangenen interniert werden sollten. Später kamen eine Reihe weiterer, kleinerer Lager im oberschlesischen Revier hinzu, insgesamt mehr als 30, die alle organisatorisch dem Lager Auschwitz unterstellt waren und die jeweiligen Häftlinge nahe an deren Arbeitsstätten beherbergten. Auf dem hier gezeigten Plan lag z. B. bei den Siedlungen Harmense, Rajsko und Monowitz jeweils noch ein sogenanntes Außenlager.

Z: Blieb das Lager unter der Verwaltung der Waffen-SS?

G: Die Frage ist nicht eindeutig geklärt. Fest steht, daß die baulichen Belange des Lagers von der Zentralbauleitung der Polizei und Waffen-SS Auschwitz geleitet wurden. Die Personen der Lagerleitung selber gehörten aber der sogenannten Schwarzen SS an. Auf jeden Fall ist die Waffen-SS zu jeder Zeit an der Leitung des Lagers beteiligt gewesen.

Z: Dann hat die Waffen-SS also doch nicht die blütenreine Weste, die ihr von Leuten wie Herrn Schönhuber zugeschrieben wird[11]?

G: Das kommt darauf an, welcher Geschichtsschreibung sie Glauben schenken. Wenn die allgemein als wahr angenommenen Massenmorde in Auschwitz und anderswo stattfanden, dann hätte freilich auch die Waffen-SS ihre Finger mit drin gehabt.

Ab 1942 diente Auschwitz auch als zentrale Drehscheibe für die Deportation der Juden aus West- und Mitteleuropa. Sehr viele Transporte liefen über das Lager Birkenau. Die Häftlinge wurden von hier je nach Einsatzgebiet in Außenlager weiter verteilt oder in andere Lagerkomplexe weitertransportiert. Ein Teil verblieb im Lager Birkenau. Die heutige offizielle Geschichtsschreibung geht davon aus, daß der überwiegende Teil der eingelieferten Juden ohne Registrierung sofort in die Gaskammern geschickt und dort umgebracht wurde.

Nach der Landung der Alliierten in Italien war auch das oberschlesische Industrierevier durch amerikanische Bomber erreichbar, so daß im Frühjahr 1944 die Errichtung der Industrieanlagen und die teilweise schon begonnene Produktion um Auschwitz erheblich gestört wurde. Seltsamerweise wurde das Lager Auschwitz niemals bombardiert, obwohl zu diesem Zeitpunkt das Gerücht vom Massenmord schon weithin bekannt war.

Aus den Luftaufklärungsaufnahmen der alliierten Bomber aus damaliger Zeit kann man viele Einzelheiten des Lagerkomplexes erkennen[12]. Unter anderem erkennt man, daß die polnischen Bauern ihre Äcker bis an den Zaun des Lagers bebauten, so daß eine Geheimhaltung der dortigen Vorgänge vollkommen illusionär ist. Dies unter anderem auch deshalb, da ja viele der dortigen Häftlinge in zivilen und militärischen Betrieben der Deutschen als Arbeiter eingesetzt wurden und somit Kontakt zu Kriegsgefangenen anderer Nationen und Lager und auch zu deutschen Staatsbürgern hatten. Daneben gab es Entlassungen und Urlaub aus der Lagerhaft. Auch arbeiteten viele zivile Baufirmen bei der Errichtung der Gebäude des Konzentrationslagers mit, so daß die These von der Geheimhaltung des Holocaustes nicht akzeptiert werden kann[13]. Um einen Massenmord zu verheimlichen, hätte es im deutschen Besatzungsgebiet sicher Tausende Orte gegeben, die dazu besser geeignet gewesen wären als die Region Auschwitz mit ihrer zur damaligen Zeit regen industriellen Geschäftigkeit.

 

2.2. Gaskammer im Stammlager

G: Doch gehen in wir nun in medias res und werfen zuerst einen Blick auf das Stammlager, also die ehemalige österreichische bzw. polnische Kaseme. In Abbildung 2.2 ist ein Lageplan des Stammlagers wiedergegeben, wie es zur deutschen Besatzungszeit aussah und noch heute erhalten ist. Ohne groß auf die Einzelheiten des Lagers einzugehen, möchte ich Ihre Aufmerksamkeit sofort auf das mit h bezeichnete Gebäude lenken. An dieser Stelle befand sich zur österreichischen Zeit ein Wirtschaftsgebäude. Von den Deutschen wurde hier ein Krematorium errichtet. Dessen Leichenhalle soll als Menschengaskammer benutzt worden sein. Ich möchte hier schon auf das Gebäude mit der Kennzeichnung e verweisen. Es handelt sich um das Lazarett für SS-Angehörige. Seine unmittelbare Nähe zur angeblichen Gaskammer im Krematorium (h) bewegte F. Leuchter zu der Feststellung, daß dortige Vergasungen zur Gefährdung der SS-Mannschaften im Lazarett geführt hätten[14]. Bei der Lüftung der Gaskammer wäre nämlich das Giftgas in die Umgebung des Gebäudes geleitet worden und hätte dort auch die Insassen des Lazaretts gefährdet.

Stammlager Auschwitz I

Abbildung 2.2: Lageplan des Kriegsgefangenenlagers Auschwitz I - Stammlager, nach Informationsbroschüre des Staatlichen Museums Auschwitz 1991.
Block 1-28: Wohnblocks
a: Wohnhaus des Lagerkommandanten; b: Hauptwache; c: Lager-Kommandantur; d: Verwaltungsgebäude; e: SS-Lazarett (SS-Revier); f,g: Politische Abteilung; h: Krematorium I mit "Gaskammer"; i: Wache beim Eingangstor zum Lager (Blockführerstube); j: Lagerküche; k: Aufnahmegebäude; l: Warenlager, Theatergebäude; m: neue Wäscherei

Daß eine solche Gefährdung tatsächlich gegeben gewesen wäre, beweist ein Befehl des damaligen Kommandanten R. Höß, der an alle Lagerstellen vergeben wurde.[15] Diesem Befehl vorausgegangen war ein Unfall bei Barackenbegasungen zur Ungeziefervernichtung, bei dem einige Personen leichte Verletzungen durch Blausäuregas erlitten. In dem darauf ergangenen Befehl wird davor gewarnt, bei Barackenbegasungen mit Zyklon B dem begasten Gebäude näher zu kommen als 15 Meter. Dies entspricht ungefähr der Entfernung der Gaskammer im Stammlager von den Fenstern des SS-Lazaretts. Wenn die angeblich in die Gaskammerdecke eingebauten Ventilatoren nach den Vergasungen die Blausäure nach draußen befördert hätten, hätte das Gas bei ungünstiger Windrichtung durchaus in das SS-Lazarett gelangen können.

Doch wenden wir uns nun dem Krematorium selber zu. In Abbildung 2.3 sehen wir einen Grundriß des Krematoriums, wie es von den Deutschen gebaut wurde. Die Originalbeschriftung ist in Sütterlin, was für damalige Baupläne ungewöhnlich ist, da zu dieser Zeit die lateinischen Buchstaben schon vorgeschrieben waren. Dies hat vereinzelt zur These geführt, daß der Plan nicht in offiziellem Auftrag erstellt worden sein kann, daß es sich also um eine Fälschung handeln könne. Davon wollen wir hier aber absehen. Interessant am Krematorium des Stammlagers, das in der Literatur häufig als altes Krematorium oder als Krematorium I bezeichnet wird, ist die mit 4 markierte Leichenhalle. Sie soll ab 1942 als Gaskammer zur Vergasung von Menschen benutzt worden sein.

Krema I (Stammlager) original

Abbildung 2.3: Grundriß des Krematoriums I im Lager Auschwitz I/Stammlager im ursprünglichen Planungszustand. Die Leichenhalle soll später angeblich als 'Gaskammer' benutzt worden sein.
1: Vorraum ; 2: Aufbahrungsraum; 3: Waschraum; 4: Leichenhalle (Gaskammer); 5: Ofenraum; 6: Koks; 7: Urnen

Es ist hochinteressant, was der Papst der Exterminationisten zu dieser Gaskammer zu sagen weiß: Nach J.C. Pressac gibt es zu dieser Gaskammer keine materiellen oder dokumentarischen Beweise, jedoch viele Zeugenaussagen. Wörtlich führt er (P) aus[16]:

P: »Als Beweise zur Feststellung der Menschenvergasungen bleiben nur die Aussagen der Teilnehmer [...]«

G: Diese Zeugenaussagen zeichnen sich aber laut Pressac durch vielfaltige Widersprüche, technische Unmöglichkeiten und allgemeine Unglaubhaftigkeiten aus. Er stellt eine allgemeine Tendenz zur Übertreibung fest, erklärt z. B. die groben Fehler und sachlichen Unmöglichkeiten in den Aussagen und Aufzeichnungen des Lagerkommandanten Höß dadurch, indem er schreibt, daß Höß anwesend war, ohne zu sehen. Nach seiner Überzeugung hat also der Lagerkommandant Höß keine Ahnung von den Methoden, Risiken und Gefahren im Umgang mit Zyklon B gehabt. Dies steht aber im Widerspruch zu dem bereits oben erwähnten Befehl des Lagerkommandanten Höß, in dem er zur Vorsicht bei Barackenbegasungen mit Zyklon B mahnt. Dieser Befehl spricht für eine Vorsorgepflicht des Kommandanten gegenüber jenen Häftlingen, die doch angeblich über kurz oder lang an diesem Gas sterben sollten. Höß wußte also sehr genau, worüber er spricht. Wenn er Unsinn erzählt, so muß es dafür andere Gründe geben. Diese werden wir später erhellen[17]. Pressac erklärt darüber hinaus Form und Grundton des Zeugnisses des SS-Mannes Perry Broad, eines häufig als Kronzeugen zitierten angeblichen »Täters«, für falsch. Als Gründe führt er auf: Broad schreibt mit einem Unterton extremen polnischen Patriotismus, was unmöglich stimmen könne, da Broad seiner Abstammung nach Brasilianer war. Ferner scheint in seiner Aussage ein intensiver Haß auf die SS-Männer durch. Da er selber SS-Mann war, kann er solche Dinge kaum selber geschrieben haben. Schließlich vermerkt Pressac, daß das einzige verfügbare Dokument dieser Aussage von den Polen »leicht« (Anführung bei Pressac) überarbeitet worden sei. Als letztes stellt Pressac fest, daß es von dieser angeblichen Zeugenaussage kein Original gebe. Dann aber kommt der Hammer: Wenn, so Pressac, die Zeugenaussagen auch über weite Bereiche inhaltlich, stilistisch und formell zweifelhaft seien, so stimmen sie doch alle in einem überein: Es hat Vergasungen gegeben, und dies beweise, daß es Vergasungen dort gegeben habe.

Solch eine Beweisführung, verehrte Zuhörer, müßte sich ein Naturwissenschaftler einmal erlauben:

Sämtliche Versuchsergebnisse und Versuchsprotokolle sind in weiten Teilen unrichtig und offensichtlich gefälscht, aber sie kommen immerhin alle zum gleichen Ergebnis: Die Theorie wird bestätigt. Dies beweist die Richtigkeit der Theorie!

Meine Damen und Herren: Wer eine solche dumm-dreiste Ergebnisfälschung für einen Beweis hält, der ist nun wirklich nicht mehr zu kurieren!

Z: Aber das sind doch nicht die einzigen Aussagen zu dieser Gaskammer!

G: Das stimmt. Die anderen Aussagen taugen noch weniger, so daß sie in der Rege1 gar nicht erst ernsthaft vorgebracht werden.

Doch nun zur angeblichen Bautechnik der Gaskammer im alten Krematorium im Stammlager.

Boden und Decke dieses Krematoriums bestehen aus Stahlbeton, die Außenwände aus Ziegelsteinmauerwerk, die außen durch eine Teerschicht isoliert sind. Bis auf die Zugänge zu dem Gebäude ist es durch eine Erdanschüttung an den Wänden praktisch im Erdreich eingelassen. Die Innenwände sind verputzt und gekalkt. Die Existenz einer Leichenhalle in diesem Gebäude erklärt die Erdanschüttung an den Wänden, die eine gleichmäßig kühle Temperierung gewährleisten sollte. Aus demselben Grunde ist die Trennwand zwischen der Leichenhalle und dem Leichenverbrennungsraum doppelt gemauert mit einem wärmeisolierenden Luftspalt dazwischen. Im Laufe des Jahres 1942 soll die Leichenhalle zu einer "Gaskammer" umfunktioniert worden sein. Zum Einbringen des Zyklon B für Menschenvergasungen sollen damals nachträglich 3 bis 4 Luken durch das Dach geschlagen worden sein sowie 1 bis 2 zusätzliche Luken zum Einbau von starken Ventilatoren[18].

Im Herbst 1944 ist das Krematorium in einen Luftschutzbunker umgewandelt worden. Die baulichen Veränderungen, besonders den Ersatz der leichten Trennwände durch massive Mauem, kann man Abbildung 2.4 entnehmen[19]. Der direkte Zugang zu den Luftschutzräumen, durch vierfache Unterteilung der Leichenhalle bzw. der angeblichen Gaskammer entstanden, erfolgte durch einen Windfang, der laut Pressac heute als der Opfereingang ausgegeben wird, obwohl die vermeintliche Gaskammer dort noch keinen Eingang hatte. Ebenfalls wurden zu dieser Zeit WCs im vormaligen Waschraum eingebaut sowie heute noch bestehende Lüftungskamine durch das Dach geführt. Die Zyklon B Einwurflöcher wie auch die Lüftungslöcher sollen zu dieser Zeit verschlossen worden sein.

Krema I (Stammlager) als Luftschutzbunker

Abbildung 2.4: Grundriß des Krematoriums I im Lager Auschwitz I/Stammlager nach dem Umbau zum Luftschutzkeller 1944.
1: Schleuse; 2: Operationsraum; 3: ehemaliger Waschraum, nun Luftschutzraum mit Klosetts; 4: Luftschutzräume; 5: vormaliger Ofenraum.

 

2.3. Die verflixten Zyklon-Löcher

G: Abbildung 2.5 zeigt den Grundriß des Krematoriums im heutigen Zustand[20]. Der Zugang von der Leichenhalle zum ehemaligen Kremierungsraum wurde nach dem Krieg laut Pressac neben der ursprünglichen Stelle neu durchgebrochen. Die Trennwände des Luftschutzkellers einschließlich der Wand zum Waschraum, der nie zur Leichenhalle bzw. zur Gaskammer gehörte, wurden herausgerissen. Dementsprechend sieht der irritierte Besucher noch heute die Abflußrohre der zwei WCs in der behaupteten Gaskammer. Nach dem Krieg soll das Dach mit Dachpappe neu gedeckt worden sein, wodurch die Spuren der Zyklon B-Löcher sowie der Lüftungslöcher der vermeintlichen Gaskammer verdeckt worden sein sollen. Der erneute Einbau von vier versetzt angeordneten Zyklon B-Einwurfstutzen durch das polnische Auschwitz-Museum nach dem Krieg soll daher nicht an der ursprünglichen Stelle erfolgt sein.

Krema I (Stammlager) heute, nach 'Rekonstruktionen'

Abbildung 2.5: Grundriß des Krematoriums I im Lager Auschwitz I/Stammlager heute, nach den nachträglichen Manipulationen.
1: 'Gaskammer'; 2: Zyklon B-Einwurfattrappen; 3: Abflußrohre WCs; 4: ehem. Trennwand Leichenkeller - Waschraum; 5: Lüftungkamin des Luftschutzraumes; 6: Luftschutzschleuse, heute als Opfereingang bezeichnet; 7: Urnen, 8: Koks; 9: Rekonstruierte Öfen; 10: Neu durchbrochener Durchgang zum Ofenraum; gestrichelt: alter Durchgang; 11: Überreste des alten Ofens; 12: Kamin-Attrappe.

Z: Moment. Die heute im Dach befindlichen Einwurfstutzen sind also von den polnischen Behörden nachträglich gebaut worden?

G: Richtig. Das wird auch frank und frei zugegeben. Ebenso wird neuerdings offen gesagt, daß die heute sichtbaren Kremierungsöfen und der Krematoriumskamin nicht funktionstüchtige Nachbauten sind [21]. Dies sei aus musealen Gründen nötig, da die alte Gaskammer ja schon von der SS bis zur Unkenntlichkeit umgebaut worden sei. So übrigens die sinngemäße Äußerung österreichischer Berufs-Holocauster[22].

Nun ist das Argument Pressacs bezüglich der angeblich durch Dachpappe verdeckten zugemauerten Altlöcher sehr verwunderlich. Da die Betondecke innen unverputzt und unverkleidet ist, hätte man von innen die Lage der originalen, nun eventuell verschlossenen Löcher feststellen und diese neu durchbrechen können. Schließlich kann man ein Loch in einer unverputzten Betondecke niemals derart zumauern, daß man keine Spuren des Loches mehr sieht. Es sei denn, daß die Betondecke komplett abgerissen und neu gegossen worden wäre. Diese These ist allerdings noch von niemandem aufgestellt worden.

Z: Also müßten von innen die Spuren der alten Löcher zu finden sein.

G: Richtig, denn man kann unwidersprochen feststellen, daß Decke, Außenmauern und Pfeiler sowie das Fundament des Gebäudes im ursprünglichen Zustand sind. Wären in der Stahlbetondecke Öffnungen zum Einbau von Einwurfstutzen und Lüftungsanlagen vorhanden gewesen, so müßten an der von innen unverputzten Decke an entsprechender Stelle Verletzungen der Betonstruktur sichtbar sein, da diese nicht rückgängig gemacht werden können, ohne bleibend sichtbare Spuren zu hinterlassen. Neben den heutigen Einwurfstutzen gibt es in der Decke jedoch keine Anzeichen weiterer ehemaliger Öffnungen. Es gab also die behaupteten Durchbrüche an anderer Stelle nicht!

Z: Das war's dann wohl, oder wie?

G: Annähernd. Bleibt die Möglichkeit, daß die heutigen Löcher doch identisch sind mit den alten, auch wenn alle bisher Gegenteiliges verlauten ließen. Die heute sichtbaren Betondurchbrüche sind weder verputzt, noch sind die Überreste der abgeschnittenen Bewehrungseisen korrekt entfernt worden. Die Löcher sind behelfsmäßig mit Holz verschalt und mit Teer abgedichtet. Eine solch unsaubere Arbeit entspricht weder der beim Umgang mit Giftgas gebotenen Sorgsamkeit noch deutscher Baufacharbeit. Es erscheint also extrem unwahrscheinlich, daß diese Löcher von der SS angefertigt wurden. Doch weiter: Hätte die SS seinerzeit diese Betondurchbrüche angefertigt (andere waren nie vorhanden!), so sollte zudem eine gleichmäßige Verteilung der 4 Stutzen in der Decke des ursprünglichen (!) Leichenkellers zwecks gleichmäßiger Verteilung des Zyklon B im Raum angenommen werden.

Z: Was verstehen Sie unter ursprünglichem Leichenkeller?

G: Nun, wenn Sie Abbildung 2.3 und 2.5 vergleichen, so stellen Sie fest, daß der als Gaskammer  bezeichnete Raum in Abbildung 2.5 größer ist als die Leichenhalle und angeblich originale Gaskammer in Abbildung 2.3 " . Dies rührt daher, daß die Polen, wie oben erwähnt, in ihrem Rekonstruktionseifer eine Zwischenwand des Luftschutzkellers zuviel herausbrachen, nämlich die zwischen der ehemaligen Leichenhalle und dem Waschraum. Die heute gezeigte 'Gaskammer' ist also zu groß geraten. Die heutigen Zyklon B-Einwurfstutzen sind aber nur dann gleichmäßig an der Raumdecke verteilt, wenn man die heutige, zu große 'Gaskammer' als Maß nimmt, wenn man also zu der ursprünglichen Leichenhalle den Waschraum hinzuzählt. Die Anordnung der Einwurfstutzen ergibt also nur dann einen Sinn, wenn sie speziell für den heutigen Zustand als falsch dimensionierte 'museale Rekonstruktionen', also nach dem Kriege, erzeugt wurden. Man kann also auch ohne die freimütigen Aussagen des Staatlichen Museums Auschwitz durch diese Indizien feststellen, daß die heutigen Stutzen nach dem Krieg eingebaut wurden und in keinem Zusammenhang zu eventuell früher erstellten Löchern stehen. Dieser Tatbestand wird aber, wie gesagt, ohnehin von allen Beteiligten und Unbeteiligten zugestanden.

Und nun, verehrte Zuhörer, haben wir den Schlamassel: Die heutigen Löcher sind nachträgliche Konstruktionen ohne Zusammenhang mit älteren Durchbrüchen, und ältere Durchbrüche gab es nicht! Damit gab es keine Möglichkeit, in diese Leichenhalle das Giftgaspräparat Zyklon B, den Zeugenaussagen entsprechend, einzufüllen, und vor allem: Es gab keine Möglichkeit, diesen Raum zu entlüften, da offensichtlich keine Ventilatoren im Dach eingebaut waren!

Im Prinzip könnte man damit die Gaskammer im Stammlager Auschwitz schon ad acta legen. Tatsächlich vernimmt man solches aus dem Auswärtigen Amt in Bonn (A)[23]:

A: »Auch mir ist bekannt, daß es im Lager Auschwitz keine 'Gaskammem' gegeben hat. Die 'Gaskammem' befanden sich im ca. 3 km davon entfernten KZ Auschwitz-Birkenau.«

G: Und weiter: Pressac gesteht selber ein, daß es in dieser Gaskammer nur zu gelegentlichen Vergasungen gekommen sein kann. Diese Gaskammer, von der Höß und Broad so viel Schreckliches zu erzählen wissen, ist also mittlerweile zu einer Fata Morgana geschrumpft.

 

2.4. Die Krematorien II und III in Birkenau

G: Wenn sich also selbst das Auswärtige Amt, wahrscheinlich durch einen übermütigen Sachbearbeiter, von den Gaskammergeschichten im Stammlager zurückzieht und nurmehr auf Birkenau verweist, so wollen wir nun unsere weitergehenden Studien über das Lager Birkenau betreiben. In Abbildung 2.6 ist ein Lageplan des Kriegsgefangenenlagers der Waffen-SS und späteren Konzentrationslagers Auschwitz-Birkenau wiedergegeben. Ich werde bei der Behandlung anderer Bauwerke in diesem Lager noch einige Male auf diese Abbildung 2.6 zurückkommen.

Kriegsgefangenenlager Auschitz-Birkenau

Abbildung 2.6: Lageplan des Kriegsgefangenenlagers Auschwitz II/Birkenau, rund 2 km nordwestlich des Stammlagers. Nach Informationsbroschüre des Staatlichen Museums Auschwitz 1991.
BI-III: Bauabschnitt I - III; BIa/b: Frauenlager; BIIa: Quarantänelager; BIIb: Familienlager; BIIc: Ungarisches Lager; BIId: Männerlager ; BIIe: Zigeunerlager; BIIf: Krankenrevier für Häftlinge; K II: Krematorium II mit 'Gaskammer'; K III: Krematorium III mit 'Gaskammer'; K IV: Krematorium IV mit 'Gaskammer'; K V: Krematorium V mit 'Gaskammer'; S: Zentralsauna, Heißluft-/Dampfentlausung; T: Teich; 1: Bauwerk 5a - Zyklon B-Sachentlausung; 2: Bauwerk 5b - Zyklon B-Sachentlausung; 3: Häftlingsbaracke Nr. 13; 4: Häftlingsbaracke Nr. 20; 5: Häftlingsbaracke Nr. 3.

Zuerst möchte ich auf die Krematorien eingehen, in Abbildung 2.6 mit KII bis KV bezeichnet[24]. Über den Grund, in diesem Gefangenen- bzw. Konzentrationslager so viele große Krematorien zu errichten, ist viel spekuliert worden. Die Vertreter der Vernichtungsthese sehen dies als Beweis dafür an, daß das Lager Birkenau seit Sommer 1942, dem Beginn des Krematoriumbaus, als Vernichtungslager geplant war. Pressac meint, daß die offensichtliche Überkapazität an Kremierungsmöglichkeiten unter anderem dem Verkaufsgeschick des damaligen Vertreters Prüfer der Krematoriumsfirma Topf & Söhne zu verdanken ist. Tatsächlich ist den von Pressac veröffentlichten Unterlagen und Urkunden der Lagerverwaltung zu entnehmen, daß die Krematorien IV und V, in Abbildung 2.6 rechts oben, nur sehr kurz arbeiteten und nach wenigen Wochen wegen Materialfehlern ausfielen. Sie wurden nie mehr repariert. Auch die verbliebenen Krematorien II und III sollen nach Pressac weder ständig betriebsbereit noch jemals voll ausgelastet gewesen sein.

Die Revisionisten gehen davon aus, daß die Planung und der Bau der Krematorien im Sommer 1942 deshalb so verstärkt unternommen wurde, weil in diesem Sommer durch eine schlimme Typhus-Epidemie monatlich ein- bis zweitausend Inhaftierte starben, die im alten Krematorium im Stammlager nicht verbrannt werden konnten. Auf Befehl von höchster Stelle des Reiches sollte damals mit allen zur Verfügung stehenden Mitteln diese Seuche bekämpft und eine hygienische Beseitigung der Opfer, unter ihnen auch viele Bewacher der SS, angestrebt werden.

Ob die tatsächliche Krematoriumskapazität wirklich die ihnen von den Exterminationisten zugeschriebene Größe besaß, soll uns erst später interessieren. Zuerst möchte ich hier die Frage der angeblichen Menschen Vergasungskammern behandeln, die in Räumen dieser Krematorien eingerichtet worden sein sollen.

Zuerst und vor allem interessieren uns hier die zwei großen Krematorien Il und III.[25] Dies aus zwei Gründen: Erstens ist die Quellenlage bezüglich der Bautechnik und der Zeugenaussagen hierfür besonders gut, und zweitens sind diese Gebäude am Kriegsende nur teilweise zerstört worden Besonders die angebliche Gaskammer des Krematoriums II ist in ihrer Substanz noch verhältnismäßig gut erhalten.

Von Größe, Ausstattung und Konstruktionsweise sind diese Krematorien durchaus mit anderen damals im Reich gebauten Anlagen sowie mit heutigen vergleichbar[26]. In diesem Zusammenhang möchte ich kurz auf den Prozeß gegen die Erbauer der Kremierungsanlagen im Lager Birkenau hinweisen. Das Gericht sprach im Jahre 1972 die beiden Angeklagten, Baumeister W. Dejaco und Baumeister F. Ertl, frei, da der Verdacht auf Beihilfe zum Massenmord nicht erhärtet werden konnte[27]. Mit anderen Worten Die von ihnen errichteten Anlagen waren keine Massenmordinstrumente. Man geht heute vielfach davon aus, daß diese Kremierungsgebäude erst nach der von Zivilfirmen durchgeführten Errichtung von der SS umgebaut wurden.

Betrachten wir also nun den angeblich zentralen Ort des grausamen Geschehens im Krematorium II und im dazu spiegelbildlich erbauten Krematorium III. In Abbildung 2.7 sehen wir einen Ausschnitt aus dem Grundriß des Kellergeschosses von Krematorium II, und zwar den Leichenkeller I. Abbildung 2.8 zeigt einen Querschnitt durch denselben. Dieser Leichenkeller besitzt, wie aus beiden Abbildungen erkennbar, große Schächte an der linken und rechten Seite. Sie dienten der Ab- bzw. Zuluftführung. Nach der etablierten Meinung hat dieser Leichenkeller des Krematoriums II als Vergasungskeller für 400.000 bis 1 Millionen Menschen gedient, je nach Darstellung. Er ist damit der angeblich am intensivsten genutzte Raum für die Massenvernichtung im Dritten Reich überhaupt. Im Krematorium III sollen etwa 20 % weniger Menschen umgebracht worden sein. Grundlage für die These von der Gaskammer ist vor allem die Tatsache, daß dieser Keller eine Entlüftung besaß im Gegensatz zum anderen Leichenkeller II, in Abbildung 2.7 oben längs nur teilweise wiedergegeben. In diesem Leichenkeller II sollen sich die Opfer vor ihrer Hinrichtung ausgezogen haben.

Grundriß des LK1 von Krema II (Birkenau)
Abbildung 2.7, rechts: Grundriß Leichenkeller I (angeblich 'Gaskammer') der Krematorien II bzw. III (spiegelbildlich) im Lager Auschwitz II/ Birkenau [47].
a: Leichenkeller I/'Gaskammer', 30×7×2,41 m
b: Leichenkeller II/'Auskleidekeller', 49,5×7,9×2,3 m
c: Räume des später unterteilten Leichenkellers III
d: Leichenaufzug zum Ofenraum im Erdgeschoß
e: Entlüftungskanal
f: Betonstützsäulen
g: Betonträger
h: Nachträglich erstellter Kellereingang
1-3: Entnahmestellen Probe 1-3

Abbildung 2.8, links unten: Querschnitt Leichenkeller I (angeblich 'Gaskammer') der Krematorien II bzw. III (spiegelbildlich) im Lager Auschwitz II/ Birkenau [47].

1: Entlüftungskanal
2: Belüftungskanal
3: Erdreich

Z: Ist denn eine Entlüftungsanlage in Leichenkellern etwas Besonderes? Ich kann mir durchaus vorstellen, daß man Leichenkeller, besonders wenn man dort Opfer von Seuchen deponiert, lüften muß.

G: Das trifft genau den Punkt, verehrte Dame! Ein besonders abgeteilter Leichenraum mit besserer Belüftung diente damals im Lager Birkenau, so wie es in heutigen Krematorien ebenfalls üblich ist, als Aufbewahrungsort für die Opfer von Seuchen. Man nennt dies einen Infektionsleichenkeller. Auch Pressac gesteht ein, daß die Dimensionierung der Lüftungsanlage der eines Leichenkellers entspricht[28].

Wie im Querschnitt, Abbildung 2.8, erkennbar, liegen beide Leichenkeller zum überwiegenden Teil unter der Erde. Die längliche Bauart der Keller, ihre unterirdische Lage sowie der geringe Kontakt zu den Kremierungsräumen bewirken eine gleichmäßig kühle Temperatur in diesen Räumen. Dies spricht für deren Planung als Leichenkeller. Als solche sind sie auf den Bauplänen auch ausgegeben. Auch Pressac schließt sich der Interpretation an, daß diese Gebäude als normale Krematorien mit Leichenkellern errichtet wurden[29]. Seinem Standardwerk können wir entnehmen, daß diese Anlagen von einer früheren Planung für ein neues Krematorium im Stammlager aus dem Jahre 1941 abgeleitet wurden.

Ein interessantes bautechnisches Detail möchte ich hier kurz erwähnen. Die Wände der Leichenkeller beider hier behandelter Krematorien bestehen aus doppeltem Ziegelsteinmauerwerk mit einer Teerzwischenschicht zur Isolation[30]. Die Teerschicht zwischen den Ziegelmauern war unerläßlich, da der Grundwasserspiegel im Lager Birkenau trotz eines Entwässerungssystems nur etwa 1 bis 1,5 Meter unter der Erdoberfläche stand und noch heute steht. Dies ist später wichtig zur Behandlung der Frage, ob Leichenverbrennungen in tiefen Gruben möglich waren.

 

2.5. Luftbilder - CIA-Fälschungen?

G: Nun komme ich auch bezüglich dieser Krematorien zu der Gretchen-Frage: Wie hältst Du's mit den Zyklon B-Einwurfstutzen?

Nach Zeugenaussagen sollen zum Einbringen des Zyklons in der Decke des Leichenkellers I drei bis vier Stutzen von ungefähr 30 bis 50 cm Kantenlänge bzw. Durchmesser vorhanden gewesen sein.

Abbildung 2.9 zeigt eine Ausschnittsvergrößerung einer alliierten Luftaufnahme vom Lager Birkenau vom 25.8.1944[31]. Sie wurde 1979 von zwei Angestellten des CIA veröffentlicht. Auf den Quertrakten, den Dächern der jeweiligen Leichenkeller I von Krematorium II und III, erkennt man deutlich Verdunklungen (Pfeile).

Z: Was hat der amerikanische Geheimdienst mit alliierten Luftaufnahmen zu tun?

G: Das ist eine gute Frage. 1979 gab der CIA einige Akten aus seinen Geheimarchiven frei und überstellte sie in die National Archives, darunter auch diese Luftaufnahmen.

Eine erste Auswertung dieser Luftaufnahmen im Jahre 1988 ergab, daß die dunklen Flecken auf Abbildung 2.9 aufgrund ihrer Unregelmäßigkeit keine Erhöhungen sein können[32]. Neuere Untersuchungen zu diesen Aufnahmen durch ein professionelles Luftbildauswertungsuntemehmen im Jahre 1992 haben sogar ergeben, daß diese Luftaufnahmen bestimmt von dem CIA gefälscht wurden[12]. Vielleicht ist der Grund für die Verwicklung des Geheimdienstes schlicht darin zu sehen. daß es ein Staatsgeheimnis zu wahren gilt. Aber lassen Sie mich darlegen, woran man zweifelsfrei erkennt, daß die Luftbilder manipuliert wurden.

Luftbild von KGL Birkenau

Abbildung 2.9: Ausschnittsvergrößerung der alliierten Luftaufnahme Nr. 3183 des Lagers Birkenau vom 25. 8. 44. Maßstab des Originals: 1:10 000. Interessant sind die dunklen Flecken auf den Leichenkellern I (`Gaskammern') beider Krematorien (Pfeile), von denen man heute weiß, daß es keine Einwurfstutzen für Zyklon B sind.

Luftbild von Auschwitz

Abbildung 2.10: Schemazeichnung der obigen Luftaufnahme, Abbildung 2.9. Eingezeichnet sind die Krematorien II und III (unten) sowie drei Häftlingsbaracken in Birkenau. Man erkennt leicht, daß die Flecken auf den Leichenkellern I keine Stutzen sein können: zu große, unregelmäßige Flecken mit für Schatten falscher Ausrichtung.

Leichenkeller 1, Krema II, Schema

Abbildung 2.11: Schemazeichnung der Lage und Größe der Flecken (Luftaufnahme Abb. 2.9) auf der Decke des Leichenkellers I ('Gaskammer') von Krematorium II und der Lage der zwei einzig auffindbaren Löcher (rot).

In Abbildung 2.10 ist eine Schemazeichnung der obigen Luftaufnahme wiedergegeben. Sie sehen rechts unten das Krematorium II, links unten das Krematorium III, rechts oben eine Küchenbaracke und links oben Teile zweier Häftlingsbaracken.

Wenden wir uns jetzt den Verdunklungen auf den angeblichen Gaskammern zu. Die dort sichtbaren Flecken sind im Falle des Krematoriums II einigermaßen in der Mitte der Decke zu finden bei stark unregelmäßiger Form, was einen Schattenwurf durch eine regelmäßige, geometrische Form ausschließt. Im Falle des Krematoriums III sind die Flecken versetzt angeordnet mit einer Ausrichtung, die man für Schattenwürfe halten kann. Vergleicht man die Ausrichtung dieser Flecken, die einen Winkel von etwa 75-80° zur Hauptausrichtung des Haupttraktes bilden, mit der Schattenrichtung des großen Kamins von Krematorium II, hier nur 40-50°, so ist damit bewiesen, daß es sich nicht um Schatten handeln kann. Bestätigt wird dies dadurch, daß diese Flecken, sofern sie vorhanden sind, immer die gleiche Ausrichtung haben, auch wenn der Sonnenstand zur Aufnahmezeit, erkennbar am Kaminschatten, ein anderer war. Erstaunt ist man übrigens, wenn man auf anderen Luftaufnahmen aus dieser Zeit, es gibt deren rund 30 Stück, gar keine Flecken findet. Da man die Höhe des Krematoriumsschornsteins kennt, kann man aus dessen Schatten berechnen, wie hoch die Objekte sein müßten, die auf dem Dach des Leichenkellers Schatten von 3 bis 4 Metern Länge werfen würden. Diese wären etwa 3 Meter hoch, was für eventuelle Einwurfstutzen natürlich unsinnig ist.

Aber weiter. In Abbildung 2.11 ist eine Vergrößerung des Kellers vom Leichenkeller I des Krematoriums II zu finden. Hinzugefügt und mit Kreisen markiert sind die Löcher, die es heute in dieser Decke tatsächlich gibt.

Z: Das sind aber nur zwei.

G: Ganz richtig, es gibt auch nur zwei Löcher, wie selbst Pressac zugestehen muß.[33] Man erkennt aber aus dieser Abbildung nicht nur, daß die Anzahl der Löcher nicht stimmt. Auch die Lage und die Größe der heute auffindbaren Löcher hat nichts mit denen zu tun, die auf den Luftaufnahmen mal sichtbar und mal verschwunden sind. Die Lage dieser Flecken schließt sogar direkt aus, daß es sich um Löcher handeln kann. Diese in der Deckenmitte befindlichen Löcher würden nämlich den in Abbildung 2.7 gestrichelt eingezeichneten Stahlbetonlängsträger durchbrochen haben, was unmöglich stimmen kann. Eine zu den tragenden Säulen versetzte Anordnung der Löcher wäre also unumgänglich gewesen. Damit ist auch für die Flecken auf dem Dach des Leichenkellers I von Krematorium II bewiesen, daß es sich nicht um Einfüllstutzen handeln kann. Die Flecken der Luftaufnahmen legen daher nahe, daß die Luftbilder manipuliert wurden.

Z: Vereitelt die Zerstörung der Krematorien nicht eine genaue Bestimmung der Zahl, Lage und Größe der Löcher?

G: Im Falle des Krematoriums III vorerst ja, denn hier ist die Decke des Leichenkellers I zerbrochen, zusammengesackt und unter einer Schicht von Erde und Vegetation verschüttet. Man müßte aber durch sorgfältige Ausgrabungen rekonstruieren können, was dort vorhanden war. Die Decke der vermeintlichen Gaskammer vom Krematorium II aber ist weder zerbrochen, noch vollständig zusammengesackt, noch vollständig überwuchert. Im Gegenteil: Sie ist in weiten Bereichen zusammenhängend erhalten und ruht teilweise sogar noch auf den Stützpfeilern, kann sich also noch nicht einmal großartig bewegt haben.

Z: Wer hat nun eigentlich diese Krematorien zerstört?

G: Die etablierte Geschichtsschreibung geht davon aus, daß die SS vor dem Rückzug zwecks Spurenbeseitigung die Gebäude zerstörte. Sie beruft sich dabei auf Zeugenaussagen, die aber diesbezüglich ähnlich vertrauenswürdig sind wie bezüglich anderer Fragen. Nach meiner Meinung ist diese Frage durchaus nicht geklärt. Tatsache ist, daß viele Gebäude, darunter die Häftlingsbaracken, nach dem Krieg von Polen, auch wegen deren Baumaterials, geplündert wurden. Bezüglich der Leichenkeller wird man aber von einer Sprengung ausgehen müssen, da Einschläge von z. B. Artilleriegeschossen nicht zu finden sind und eine so massive Betondecke nicht mit einfachem Werkzeug zu zerstören ist.

Lassen Sie mich zum Abschluß noch einen Leckerbissen erwähnen, den der kanadische Luftbildauswerter J. C. Ball als einen der Beweise anführt, daß der CIA die Luftbilder des Lagers Birkenau gefälscht hat. Auf dem Luftbild, von dem ich hier einen Ausschnitt in Abbildung 2.9 wiedergegeben habe, gibt es mehrere Stellen, auf denen angeblich Häftlingskolonnen zu sehen sein sollen, die auf dem Weg in die Gaskammern sind. Nun konnte Ball nicht nur nachweisen, daß Häftlingskolonnen niemals dunklere Schatten werfen können als die Barackenschatten, was aber auf den Bildern der Fall ist. Er zeigt zusätzlich dazu zwei Stellen, die es auch dem Laien möglich machen, die Fälschung zu erkennen: An einer Stelle haben sich die Fälscher verzeichnet und lassen eine Häftlingskolonne teilweise über das Dach einer Häftlingsbaracke marschieren, siehe dazu Abbildung 2.12. An einer anderen Stelle haben die Fälscher bei der Einzeichnung einer Kolonne so nachlässig gearbeitet, daß man die Strichführung des in Zick-Zack-Kurs geführten Schreibers erkennen kann.

Häftlingsmarsch

Abbildung 2.12: Ausschnittsvergrößerung der alliierten Luftaufnahme Nr 3183 des Lagers Birkenau vom25. 8. 44. MaßstabdesOriginals: 1 :10.000. Hier mit einem Kreis die wohl von dem ClA hineingezeichnete Häftlingskolonne. Sie marschiert teilweise über das Dach einer Baracke.

 

2.6. Polnische Maßarbeit

G: Bevor ich mich den in Abbildung 2.11 markierten tatsächlichen Löchern zuwende, möchte ich Ihnen kurz zeigen, wie Löcher aussehen, die ordnungsgemäß in eine Betondecke eingebaut wurden. Abbildung 2.13 zeigt ein Loch in der Betondecke des ebenerdigen Ofenraumes von Krematorium III. Diese Löcher befanden sich über jedem Ofen und dienten der Abführung der Abwärme aus dem Ofenraum. Man erkennt die geraden Betonflächen der Lochkanten, entstanden durch eine saubere Verschalung beim Gießen der Betondecke.Die Zerstörung dieses Loches wurde durch die Sprengung des Gebäudes hervorgerufen. Während die Betondecke an allen anderen Stellen ohne Brüche und Risse erhalten ist, sind drei der fünf Of enraumlöcher stark zerstört, bei den zwei verbliebenen gibt es immerhin einige Risse. Die Brüche und Risse liegen bei diesen Löchern immer in den Winkeln, da diese die Schwachstellen solch eckiger Löcher sind. Der Effekt des Einreißens und Brechens von Strukturen bevorzugt durch solche Winkel ist in der Materialtechnik allgemein bekannt und fällt unter den Begriff der Kerbwirkung.

Wenden wir uns der Decke vom Leichenkeller I des Krematoriums II zu. Wie vorhin erwähnt, ist die Decke des Leichenkellers I vom Krematorium II zwar recht gut erhalten, sie hat aber im Gegensatz zur oben erwähnten Ofenraumdecke an vielen Stellen Risse und Brüche. Der Unterschied zu der fast unbeschadet erhaltenen Ofenraumdecke liegt darin, daß bei der Sprengung in einem Keller alle zerstörende Energie auf die Decke gerichtet ist, da die Kellerwände wegen des umgebenden Erdreiches nicht ausweichen können, wie im Falle des ebenerdigen Ofenraumes. Dies bewirkt eine wesentlich stärkere Zerstörung der Kellerdecke. Dennoch ist diese Decke verhältnismäßig gut erhalten, unter anderem die, von Süden aus gesehen, vorletzte der sieben Säulen trägt sogar noch ein Deckenstück. Man kann dort durch eines der beiden Deckenlöcher in das Innere des Kellers hinabsteigen. Im Gegensatz zu dem in Abbildung 2.13 gezeigten Ofenraumloch handelt es sich bei den zwei einzigen im Dach des Leichenkellers I ('Gaskammer') von Krema II auffindbaren, angeblichen Zyklon B-Einwurflöchern eindeutig um nachträglich durch die Stahlbetondecke gemeißelte Öffnungen, ersichtlich aus Abbildungen 2.14 und 2.15. Man kann sogar noch die Spuren der Meißel im Beton erkennen.

Lüftungsloch Ofenraum KII

Abbildung 2.13: Sauber gearbeitetes Lüftungsloch in der Decke des Ofenraumes zum Obergeschoß, Krematorium III. Man beachte die durch die Sprengung entstandene Zerstörung.

gefälschtes Zyklon B-Loch

Abbildung 2.14: Angebliches Zyklon B-Einwurfloch in der Decke des Leichenkellers I ('Gaskammer') vom Krematorium II. Es ist deutlich sichtbar, daß es nicht von den Bewehrungseisen des Stahlbetons befreit wurde. Diese wurden einfach nach hinten umgebogen (linkes Loch in Abb. 2.11).

Gefälschtes Zyklon B-Loch

Abbildung 2.15: Angebliches Zyklon B-Einwurfloch in der Decke des Leichenkellers I ('Gaskammer') vom Krematorium II, Einstieg zum noch heute begehbaren Teil des Keller. (rechtes Loch in Abb. 2.11).

Z: Sie haben vorhin ausgeführt, daß die SS die Gebäude nach der Erstellung erst zu Gaskammern umgebaut hat. Also kann doch die SS diese Löcher nachträglich eingebaut haben.

G: Theoretisch ja. Lassen Sie uns dieser Frage nachgehen. Halten wir fest: Sämtliche heute sichtbaren Öffnungen in der Decke des Leichenkellers I ('Gaskammer') des Krematoriums II sind nachträglich entstandene Verletzungen des Betons. Sollten irgendwelche dieser Löcher als Zyklon B-Einwurflöcher gedient haben, so müssen diese also nach der Fertigstellung der Dächer durchgebrochen worden sein.

Eine nachträglich unter Verletzung des Betons und der Bewehrungseisenstruktur durchgebrochene Öffnung im Dach eines der betrachteten Leichenkeller I ('Gaskammer') hätte bei der Sprengung derselben unweigerlich dazu geführt, daß die dabei entstehenden Brüche und Risse der Decke bevorzugt durch diese Löcher verlaufen. Die Erklärung dafür liegt darin, daß die Sprengung eine außergewöhnliche Gewalteinwirkung ist und die Rißbildung dann bevorzugt von Schwachstellen ausgeht, denn die Spannungsspitzen erreichen im Bereich einspringender Ecken sehr große Werte. Ich sprach vorhin schon von diesem als Kerbwirkung bekannten Effekt.

Besonders solche Löcher, die durch ihren nachträglichen Einbau die Struktur des Betons schon verletzt haben, stellen daher nicht nur Sollbruchstellen, sondern sogar Mußreißstellen dar. Zur Verdeutlichung sei auf die Zerstörung der Ofenraumlöcher, Abbildung 2.13, verwiesen. Obwohl der Explosionsdruck im ebenerdigen Ofenraum nach allen Seiten ausweichen konnte und die Decke zum Dachgeschoß einigermaßen intakt blieb, wurden, wie bereits erwähnt, drei der fünf sauber in die Betondecke eingegossenen und armierten Ofenraumlüftungslöcher völlig zerstört.

In den Leichenkellem der Krematorien II und III konnte der Explosionsdruck nur nach oben ausweichen, wodurch deren Decken viel stärker zerstört wurden als die Decke des Ofenraumes. Es muß also damit gerechnet werden, daß die angeblichen Zyklon B-Einwurflöcher Orte einer extremen Zerstörung sind. Bevorzugt hier müssen sich Risse und Brüche konzentrieren. Die angeblichen Zyklon B-Einwurflöcher im Dach des Leichenkellers I ('Gaskammer') von Krematorium II zeichnen sich aber durch ihre verhältnismäßige Unversehrtheit aus, sämtliche Risse und Sprünge der Decke liegen um diese herum, siehe besonders Abbildung 2.14. Bei diesem Loch wurde sogar offensichtlich eine Stelle ausgewählt, die frei von Brüchen und Rissen ist. Damit ist bautechnisch bewiesen, daß diese Löcher nach der Zerstörung der Gebäude durchgebrochen wurden, daß es also, mit anderen Worten ausgedrückt, hier vorher niemals irgendwelche Löcher gegeben hat.

Z: Man kann doch wegen des Schnees überhaupt nicht erkennen, ob es dort Risse sind oder nicht! Sie können uns hier auch einen Bären aufbinden!

G: Nun, ich habe auch Bilder, bei denen kein Schnee liegt. Allerdings erkennt man darauf dank der herumliegenden Trümmer, der auf der Decke liegenden Erde und des Bewuchses ebenso keine Risse. Dafür muß man die Decke von der Innenseite des Kellers betrachten. Aber Sie können auch links oben an der Ecke erkennen, daß davon weder ein Riß noch ein Bruch ausgeht. Die anderen Ecken sehen analog aus.

Z: Ist der schwarze Strich links oben nicht ein Riß?

G: Nein, das ist ein Bewehrungseisen, das aus dem Loch herausragt und auf dem Schnee der Decke liegt. Das bringt mich zu den Bewehrungseisen. Betrachten wir das in Abbildung 2.14 gezeigte Loch etwas genauer. Man erkennt deutlich, daß hier die Bewehrungseisen nur einmal durchtrennt und umgebogen wurden. Die Eisen besitzen heute noch die volle Länge. Man könnte sie wieder umbiegen und mit den ebenfalls sichtbaren Stummeln, links im Bild (mit Schnee bedeckt), zusammenschweißen. Dieses Loch kann also niemals als Einwurfluke gedient haben, es wurde nie vollendet. Auch am Rand des Loches in Abbildung 2.15 stehen noch Reste der Bewehrungseisen. In derart roh durchgebrochene, unverputzte Löcher, aus denen die Bewehrungseisen nicht entfernt worden sind, hätten niemals irgendwelche Gaseinführungsapparaturen stabil eingebaut, geschweige denn nach außen abgedichtet werden können. Damit wäre die gesamte Umgebung inklusive der vermeintlichen Täter durch massiv austretendes Giftgas gefährdet worden. Die vermeintlichen Opfer hätten außerdem nur mit Gewalt daran gehindert werden können, durch diese Löcher zu entkommen oder sogar das Giftgaspräparat hinauszuwerfen, da diese Löcher nicht verschließbar waren. Schließlich müßten in diese Löcher eingebaute Einwurfstutzen, ähnlich den Kaminen der Häftlingsbaracken, auf den hochauflösenden Luftaufnahmen an richtiger Stelle (!) sichtbar sein, was sie aber nicht sind. Abschließend kann mit Sicherheit gesagt werden, daß die angeblichen Einwurflöcher erst nach der Sprengung der Gebäude, also nach dem Rückzug der Deutschen, hergestellt wurden.

Z: Wer soll aber Ihrer Meinung nach sonst diese Löcher dort hinein gemacht haben?

G: Nun, es gibt dafür drei Möglichkeiten. Pressac berichtet in seinem Buch über Rekonstruktionsarbeiten der deutschen »Aktion Sühnezeichen« in den sechziger Jahren. Währenddessen wurden die Wände des Leichenkellers II vom Krematorium II wiedererrichtet. Bei Ausschachtarbeiten am Leichenkeller I seien dessen Wände teilweise zusammengebrochen. Man habe deshalb von weiteren Arbeiten an der angeblichen ehemaligen Gaskammer Abstand genommen. Es kann sein, daß während dieser Arbeiten die Löcher hinzugefügt wurden. Ich halte dies aber für die unwahrscheinlichste der drei Möglichkeiten. Wahrscheinlicher ist dagegen, daß entweder sowjetische Einheiten nach der Befreiung oder aber polnische Stellen nach der Lagerübernahme diese Manipulationen durchführten. Nach meiner Ansicht sind hier am ehesten die Polen anzusprechen, die ja auch am Krematorium des Stammlagers entsprechende Manipulationen durchgeführt haben. Als man begann, das Konzentrationslager Auschwitz als Museum einzurichten, wollte man wahrscheinlich nicht nur das Krematorium des Stammlagers als Vorzeigegaskammer herrichten, sondern auch die Ruinen in Birkenau. Wegen des erheblichen Aufwandes hat man davon wahrscheinlich abgesehen.

Z: Aber ist es denn möglich, daß die Polen eine solche unfertige und schlampige Arbeit anfertigen, wie sie an Hand der Löcher sichtbar wird?

G: Nun, die Löcher in der Decke des Krematoriums im Stammlager unterscheiden sich nicht großartig von denen im Krematorium II in Birkenau. Auch im alten Krematorium wurden die Löcher behelfsmäßig durchbrochen und nicht verputzt. Auch hier sind die Bewehrungseisen nur unvollständig abgetrennt worden und ragen z. T. noch in die Öffnung, wenn auch beiseite gebogen. Das Ganze wird für den flüchtigen Betrachter dadurch weniger auffällig, daß die Lochränder durch die Holzkästen verdeckt sind.

Z: Wer die polnische Weise des Wirtschaftens, besonders zur Zeit des Stalinismus, kennt, den kann eine solche Arbeit kaum verwundern.

G: Das mag sein, wie es will. Auf jeden Fall ist der Fall Auschwitz-Birkenau kaum unterscheidbar vom Fall Auschwitz-Stammlager.

Z: Ich gebe zu, daß die Geschichte von der Gaskammer in Birkenau tot ist, wenn die von Ihnen hier gezeigten Löcher tatsächlich die einzigen sind, die es gibt. Aber wer gibt mir eigentlich die Sicherheit, daß Sie hier tatsächlich Bilder von der Decke des Leichenkellers, der eine Gaskammer gewesen sein soll, zeigen? Sie könnten uns hier auch irgendwelche Bilder vorweisen!

G: Wenn ich Sie richtig verstehe, unterstellen Sie mir, daß ich Sie betrügen könnte. Sie wären sich nur sicher, nicht betrogen zu sein, wenn ich hier einen Film zeigen würde, der im Zusammenhang zeigt, daß diese Löcher zum richtigen Keller vom richtigen Krematorium im richtigen Lager stammen, und wenn dieses zugleich von einem offiziellen Vertreter des Staatlichen Museums Auschwitz life während der Aufnahme bestätigt würde. Verstehe ich Sie da richtig?

Z: Ja, genau das meine ich.

G: Ich bin freudig überrascht, daß Sie eine so extrem quellenkritische Einstellung haben. Darf ich fragen, ob Sie diese kritische Einstellung bei den bisherigen Dingen, die Ihnen bezüglich des Holocaustes aufgetischt wurden, auch hatten?

Z: . . .

G: Die hier von mir vorgestellten Bilder sind weder neu, noch erstmalig gezeigt worden. Auch sind sie nie angegriffen, noch auch nur kritisiert worden. Man hat diese Dinge vielmehr bisher totgeschwiegen. Ich mache Ihnen einen Vorschlag. Wenn Ihnen die hier behandelte Problematik in irgendeiner Weise wichtig ist: Investieren Sie DM 240.- für eine Bus-Rückfahrkarte nach Auschwitz und überzeugen Sie sich selber. Ich bin nicht dazu da, Ihnen alle Erkenntnisse des Holocaustes unangreifbar in den angewärmten Wohnzimmersessel zu legen! Wenn Sie es für möglich halten, daß ich Unwahrheiten verbreite, dann beweisen Sie mir dies bitte! Ansonsten darf ist diese Unterstellung auf das entschiedenste von mir weisen!

Zuletzt möchte ich noch darauf hinweisen, daß die zur Zeit geplanten 'Konservierungsarbeiten' im Lager Birkenau, für die seit einiger Zeit kräftig Geld gesammelt wird, zu einer Beweismittelverfälschung oder sogar -vernichtung entarten, wenn an den Zuständen der Krematorien, wie sie jetzt sind, etwas geändert werden sollte[34].

 

2.7. Holzblenden, Einschubvorrichtungen, Duschen und andere Verbrechen

Z: Aber es gibt doch sicherlich Beweise, die für die Existenz der Gaskammern angeführt werden, wenn man einmal von den Zeugenaussagen absieht, oder?

G: Nein, Beweise gibt es nicht, aber es gibt angeblich »kriminelle Spuren«, wie sich J.-C. Pressac auszudrücken pflegt. Lassen Sie mich die wichtigsten davon aufzählen.

Zuerst ist da die Tatsache, daß nach der Fertigstellung der Krematorien II und III ein neuer Treppenabgang in den Leichenkeller II ohne Leichenrutsche gebaut wurde und daß dafür der alte Abgang mit Leichenrutsche stillgelegt wurde. Pressac meint, daß dies ein Beweis für die Existenz der Gaskammem sei. Schließlich könnten Leichen keine Treppen laufen. Somit müßten die Opfer, die die Keller betraten, noch gelebt haben. Es handle sich also um eine Bauänderung für den Massenmord[35]. Nun weiß ich nicht, ob Herr Pressac schon einmal eine Leiche gesehen hat, die von selbst auf eine Leichenrutsche kommt, um dort hinunterzurutschen. Selbst bei Anwesenheit einer Rutsche mußte das Personal also tragend zupacken. Denn schließlich mußten die Leichen von ihrer Sterbestätte zur Leichenrutsche befördert werden und vom Rutschenende zu ihrem Aufbewahrungsort sowie schließlich weiter zu den Öfen. Und letztlich ist unbestritten, daß es in Auschwitz viele Todesopfer z.B. durch Seuchen gegeben hat, die auch in den Krematorien eingeäschert wurden, ohne daß die Leichen deswegen die Treppen von selbst hätten hinabgehen müssen.

Das Argument Pressacs ist bei näherer Betrachtung also ein schlechter Witz. Aber dennoch ist die Frage berechtigt, warum der alte Eingang stillgelegt und ein neuer errichtet worden ist. Wie schon zuvor ausgeführt, sind die Krematorien II und III abgeleitet von einer früheren Planung für ein neues Krematorium im Stammlager aus dem Jahre 1941. Die Zugangsstraße zu den Krematorien lag in Birkenau auf der Seite des Kamintraktes, in Abbildung 2.7 ganz oben. Im Stammlager aber, für das die Krematorien ursprünglich geplant waren, lag die Zugangstraße genau an der gegenüberliegenden Seite des Gebäudes. Zudem konnten die Leichenkeller wegen des hohen Grundwasserstandes nicht ganz unter die Erde abgesenkt werden, wie dies im Stammlager geplant war (siehe Querschnittszeichnung Abbildung 2.8). Somit hatte man sich den Zugang zu den Leichenkellern versperrt. Dies machte die Verlegung des Zugangs von der ursprünglich für das Stammlager geplanten Stelle im Winkel beider Leichenkeller notwendig. Man schuf daher eine Zugangstreppe zu den Büroräumen des Leichenkellers III (in Abbildung 2.7 gestrichelt und mit h markiert) sowie eine Treppe am Ende des Leichenkellers II (in Abbildung 2.7 nicht eingezeichnet). In Folge der dramatisch veränderten Kriegslage nach der Niederlage von Stalingrad im Winter 1942/43 wurde hier wahrscheinlich aus Kostengründen auf eine Leichenrutsche verzichtet, wie sie für die alte Treppe eingeplant wurde. Möglicherweise ist aus demselben Grund am später begonnenen Krematorium III an vielen Stellen gespart worden, wie Pressac belegen konnte. Daß der ursprüngliche Abgang überhaupt gebaut wurde, spricht für eine überhastete Übertragung der alten Pläne für das Stammlager auf die neue Situation in Birkenau. Diese kriminelle Spur besteht also nur in der Phantasie der Exterminationisten.

Ein weiteres Indiz sei nach Pressac die Inventarliste des Leichenkellers II. Dort seien nachträglich handschriftlich vier »Drahtnetzeinschubvorrichtungen« und »Holzblenden« aufgeführt. Pressac meint, daß diese in das Inventar des Leichenkellers I gehören und versehentlich falsch eingetragen worden seien[36]. Die »Drahtnetzeinschubvorrichtungen« seien Netze zum Herablassen des Zyklon B gewesen, die »Holzblenden« hätten der Abdeckung der Einwurfstutzen gedient. Nun sind Holzblenden keine Holzdeckel, sondern Bretter zur Verblendung von Wand-, Möbel- oder Geräteteilen, und Einschubvorrichtungen in einem Krematorium dienen dem Einschieben der Leichen in die Öfen, nicht aber dem Einlassen von Zyklon B. Hier ist Pressac gezwungen, nicht nur den Ort der Inventarisierung der Gegenstände zu verändern, sondern auch die Bedeutung der Wörter zu verdrehen, um daraus kriminelle Spuren zu konstruieren. Was soll man davon halten, sehr geehrte Damen und Herren?

Und weiter: An der Decke des Leichenkellers I befinden sich im Beton eingelassen Holzkeile. Für Pressac dienten diese Holzstücke als Schraubstellen für falsche Duschköpfe, die im Leichenkeller I angebracht gewesen sein sollen, um den Opfern einen Duschraum vorzutäuschen[37]. Als Beleg dafür führt er Zeugenaussagen an, die von diesen Duschköpfen berichten, manchmal auch in dem Sinne, daß aus diesen das Giftgas geströmt sei, was natürlich Unsinn ist.

Z: Warum ist das Unsinn?

G: Weil Zyklon B auf Diatomeenerde adsorbierte Blausäure ist. Die kann man durch keine Leitung und durch keine Duschköpfe schicken.

Nun muß man folgendes wissen, um die Holzstücke richtig interpretieren zu können: Die Dübeltechnik war damals noch sehr unausgereift, und Nageln und Schrauben in Beton ist, wie jeder wissen dürfte, so unmöglich wie in Fels. Man goß daher an der Betonunterseite konisch geformte Holzstücke mit ein, die später zum Festschrauben von z. B. Leitungen und Lampen dienten, wie den Bauplänen zu entnehmen ist. Auch hier also: pure Horror-Phantasien.

Natürlich findet der rührige Pressac noch eine kriminelle Spur: In den Leichenkellern der Krematorien II und III war eine Heizung, obwohl zwischenzeitlich erwogen, niemals eingebaut worden. Pressac interpretiert diesen zwischenzeitlich erwogenen Einbau einer Heizung als Beweis für die Existenz der Gaskammern, da man Leichenkeller nicht vorheizen müsse.

Er ignoriert aber den Umstand, daß in jedem Krematorium die Leichen vor Frosteinwirkung geschützt werden. Bei einem ordnungsgemäßen Betrieb dieser Anlagen hätten die Leichenkeller also zumindest im Winter heizbar gewesen sein müssen. Wohl bemerkt: Die Heizung wurde nie installiert! Zugleich interpretiert er die Entfernung der offen verlegten Wasserleitung im Leichenkeller I als Hinweis auf die Gaskammer, da die Opfer die bloß liegende Leitung hätten abreißen können. Es bietet sich auch die einfachere, 'nichtkriminelle' Erklärung an, daß die mangels Heizung im Winter frostgefährdete Leitung entweder jedesmal komplett geleert oder aber abgebaut werden mußte, um keinen Wasserrohrbruch zu riskieren[38]. Also auch hier wieder nur eine Fata Morgana einer Spur. Und weiter: Pressac präsentiert ein Dokument, laut dem für die Leichenkeller I der Krematorien II und III gasdichte Türen der Maße 100x 192 cm bestellt wurden[39]. Auf dem Übergabeplan, also dem endgültigen Plan von Krematorium II, ist die Türgröße wie auf allen vorherigen Plänen aber mit 190x200 cm eingezeichnet[40]. Dies paßt also nicht vorn und nicht hinten zu diesem Dokument. Noch heute müßte es allerdings möglich sein, anhand der Ruinen festzustellen, ob die Tür eventuell enger gemauert wurde und ob Spuren der Türzargen vorhanden sind. Dafür sind allerdings Ausgrabungen notwendig.

Z: Aber ist nicht die Lieferung bzw. Bestellung von gasdichten Türen ein starkes Indiz?

G: Wenn man sich darunter hermetisch abschließende, schwere Stahltüren vorstellt, die auch ein Ausbrechen der zum Tode Verurteilten verhindern, ja. Nur handelt es sich hier um ganz andere Dinge. Pressac stellt in seinem Werk fest, daß unter gasdichten Fenstern, Luken und Türen durchweg einfache Holzbrettertüren gemeint sind, die durch eine Filzdichtung abgedichtet wurden. Solche Türen und Fenster, die weitaus weniger dicht waren als jede heutige Tür und jedes heutige Fenster, sind kaum geeignet, als Beweis für Menschenvergasungen vorgebracht zu werden.

Z: Vielleicht war es ja nötig, den Infektionsleichenkeller mit seiner Lüftung wenigstens einigermaßen luftdicht abzuschließen, damit nach außen keine Geruchsbelästigung drang und die Lüftung einwandfrei funktionierte.

G: Auch das ist durchaus möglich.

Schließlich möchte ich ein Dokument nicht unerwähnt lassen, das nach einer kritischen Studie als einziges Indiz übrigbleibt. Es handelt sich hierbei um einen Baufortgangsbericht der Waffen-SS[41]. Darin wird berichtet, daß der Auskleidekeller wegen der Verschalung der Decke noch nicht benutzt werden könne. Dies sei aber nicht schlimm, da der Vergasungskeller als Ersatz benutzbar sei. Dieses Schreiben fehlt praktisch in keiner dokumentarischen Veröffentlichung über Auschwitz. Wenn man davon ausgeht, daß dieses Dokument authentisch ist, gibt es außer der These, daß dies der Beweis für die Gaskammer sei, auch andere Erklärungsmöglichkeiten. A. Butz hat die These aufgestellt, daß damit der Ofenraum gemeint gewesen sein könnte. Tatsächlich nennt man den Prozeß der Koksverbrennung in koksgefeuerten Krematorien, wie sie in Birkenau standen, Kohlevergasung[42]. Allerdings befindet sich der Ofenraum im Erdgeschoß und nicht im Keller.

Es bietet sich ferner die Möglichkeit an, daß mit 'Vergasungskeller' ein Kellerraum zur Aufbewahrung von Vergasungsmaterial gemeint war. Pressac selbst zitiert einen Zeugen, der berichtet, in einem der drei Raumteile des Leichenkellers III sei Zyklon B deponiert worden (Keller für Vergasungsmaterial). Ich halte diese Aussage für schlüssig, da Zyklon B bei längerer Lagerung kühl und dunkel gelagert werden soll und dafür in den anderen Gebäuden von Birkenau keine Möglichkeit vorhanden war. Dieser Raum hatte außerdem einen Ofen und war damit leichter vor Frost zu schützen als zum Beispiel der Leichenkeller I. Deswegen erscheint es auch unwahrscheinlich, daß als Ausweichort für den Leichenkeller II bzw. Auskleidekeller der Leichenkeller I benutzt werden sollte, da in ihm ebenso wie im Leichenkeller II Frostgefahr herrschte. Letztlich gibt es Stimmen, die annehmen, daß einer der Kellerräume des Krematoriums I als Entlausungsraum benutzt wurde. Man muß hierfür wissen, daß zur damaligen Zeit die Sachentlausungsräume mit der Bezeichnung 'Gaskammer' oder 'Vergasungsraum' belegt wurden, ohne daß es damit irgend etwas Kriminelles auf sich gehabt häne. Ich halte die Einrichtung einer solchen Kammer im Keller der Krematorien aber für äußerst unwahrscheinlich, da ein kühler und damit immer auch feuchter Keller kaum vollständig vom Giftgas zu entlüften ist und die feuchten Wände enorme Mengen an Blausäure aufnehmen. Dazu werde ich im chemischen Teil dieser Vorlesung Näheres ausführen.

Sie merken, daß man bezüglich dieses Dokumentes in der Tat vor einem Rätsel steht, das aber mitnichten nur eine Interpretation ermöglicht. Ich möchte es damit bezüglich der kriminellen Indizien bewenden lassen, da aller andere Kleinkram kaum der Erwähnung wert ist.

 

2.8. Die Krematorien IV und V in Birkenau

G: Nun möchte ich kurz auf die Krematorien IV und V eingehen.

Der Abbildung 2.16 ist der Grundriß des Krematoriums IV und spiegelbildlich entsprechend des Krematoriums V zu entnehmen[43]. Aufgrund von Kostenüberlegungen wurden diese später erstellten Gebäude einfacher konstruiert als die Krematorien II und III. Wegen Materialmängeln fielen die Einäscherungsöfen beider Krematorien kurz nach Inbetriebnahme der Anlage aus und wurden wegen Überkapazität nicht mehr repariert. Über diese Anlagen, die als die am wenigsten bekannten gelten, gibt es laut Pressac nur wenige Dokumente und widersprüchliche, teilweise unglaubhafte Zeugenaussagen[44]. Geplant wurden diese Krematorien ab dem Sommer 1942, erbaut bis zum Frühjahr 1943. Nach Pressac sollen darin neben den zwei westlichen Räumen, die in den Plänen keinerlei Bezeichnung tragen, auch deren Vorräume angeblich als Gaskammern gedient haben. Alle diese Räume sollen in ihren Außenwänden in etwa 2 m Höhe 30 × 40 cm große, angeblich gasdichte Luken zum Einwurf des Zyklon B besessen haben. Die beiden Räume sollen von dem angeblich ebenfalls als Gaskammer genutzten Vorraum aus beheizbar gewesen sein. Eine Entlüftungsanlage ist nicht nachgewiesen. Pressac geht von einer Lüftung durch natürlichen Zug aus[45]. Dieses Fehlen jeder Lüftungsmöglichkeit läßt einen die Augenbrauen hochziehen, wird einem doch gleichzeitig erzählt, daß diese Gebäude extra wegen des Massenmordes geplant und gebaut worden sein sollen[46]. Interessant sind Pressacs eigene Aussagen bezüglich der Vergasungsvorgänge in diesen vermeintlichen Gaskammern der Krematorien IV und V: »...die Handlungsfolge [der SS-Männer] . . . war irrational und lächerlich geworden.« und »Die Einfüllung des Giftes ähnelte einem Zirkus-Akt.« Dies deshalb, weil die angeblich zum Einfüllen des Giftgases verwendeten Löcher nur über eine Leiter erreichbar waren. Hätte die SS diese Gebäude als Mordinstrumente geplant, so wären diese Öffnungen wohl in erreichbarer Höhe angebracht worden. Man erkennt aus den Plänen, daß die Leichenhalle und der Ofenraum Lüftungskamine besaßen. Die von der etablierten Geschichtsschreibung als Gaskammern bezeichneten Räume haben neben dem Koks- und dem Arztraum als einzige keine Lüftungskamine.

Grundriß Krema IV/V

Abbildung 2.16: Nordseitenansicht (oben) und Grundriß (unten) von Krematorium IV bzw. V (spiegelbildlich) im Lager Auschwitz II/Birkenau.
1: Angebliche 'Gaskammern'; 2: Angebl. Zyklon B-Einwurfluken; 3: Öfen; 4: Koksraum; 5: Arztraum; 6: Leichenhalle; 7: Lüftungskamine; 8: Abflüsse; 9: Ofenraum; 10: Kremierungsöfen.

Um den Wahnsinn zu vollenden, möchte ich auf eine ältere Veröffentlichung Pressacs verweisen, in der er berichtet, daß sich die zum Tode Verurteilten einer absurden Handlungsfolge unterwerfen mußten: Sie hätten sich nämlich neben den in der Leichenhalle liegenden Leichen der letzten Vergasungsaktion auskleiden müssen, um dann, am Arztzimmer und Koksraum vorbeigehend, in die Gaskammern zu gelangen. Schließlich hätte eine Vergasung mangels Lüftbarkeit dazu geführt, daß das ganze Krematorium bei Türöffnung unter Giftgas gesetzt worden wäre[47]. Damals schloß er daraus, daß diese Gebäude unmöglich für den Massenmord konstruiert worden sein können. Da aber zur Planungszeit der Massenmord schon beschlossene Sache gewesen sein soll und angeblich schon lief, entschließt er sich neuerdings, die Logik zu streichen und Planung und Bau dieser Krematorien kriminell zu bezeichnen, wobei er die alten Argumente allerdings bestehen läßt![48] Hier spielt Pressac absurdes Theater, er muß sein Wissenschaftlerhirn massiv vergewaltigen, um diesen Unsinn ernsthaft vertreten zu können.

 

2.9. Gasdichte Luken und Fußbodenarbeiten »im Gasskammer«

G: Natürlich gibt es auch für diese Gaskammern kriminelle Indizien, von denen ich hier zwei wiedergeben möchte. Zum einen führt Pressac als Beleg einige Bestellungen gasdichter Luken bzw. dazugehöriger Beschläge an. Wie schon zuvor ausgeführt, handelt es sich hierbei um einfache Holzluken mit Filzdichtungen. Interessant sind diese Bestellungen, wenn man sich in den Barackengebäuden des Lagers umsieht. Dort sind nämlich die Fenster allesamt in das Mauerwerk eingemauert, es gibt keine zu öffnenden Fensterflügel. Die Beschläge für Flügelfenster oder -luken wurden in der lagereigenen Zentralwerkstatt hergestellt und stellten eine Ausnahme gegenüber den sonst feststehenden Fenstern dar. Die Bezeichnung 'gasdicht' für solche zu öffnenden Fenster oder Luken mit Filzdichtungen ist daher, unter diesem Blickwinkel betrachtet, nicht sonderlich erstaunlich. W. Lüftl hat außerdem darauf hingewiesen, daß die Dokumente als 'Gaskammerindiz' sehr zweifelhaft seien[49], da an einer Stelle gleich zweihundertvierzig Beschläge für gasdichte Luken bestellt wurden[50]. Dies spricht sehr stark dafür, daß es mit solchen Bestellungen, falls es sie tatsächlich gegeben hat, eben nichts Besonderes auf sich hatte.

Als weiteres Indiz führt Pressac Dokumente einer zivilen Baufirma an, in denen die Rede von Arbeiten 'im Gasskammer' ist[51]. Wie bereits erwähnt, war 'Gaskammer' die damals übliche Bezeichnung für Sachentlausungsräume. Von daher hat dieser Tagesbericht überhaupt keine Beweiskraft für Menschenvergasungskammern.

Auf auffällige Unregelmäßigkeiten und Ungewöhnlichkeiten in diesen Dokumenten ist in einem Gutachten aufmerksam gemacht worden, das die Echtheit in Frage stellt. Neben vielen ungewöhnlichen Rechtschreibfehlern und sachlich falschen Formblattausfüllungen enthalten die Dokumente einen beschnittenen Firmenstempel. Als siebter und letzter Punkt ist hier und bei zwei weiteren ähnlichen Tagesberichten die Tätigkeit 'Ordnungsdienst Unterkunft' angeführt, ein nur in militärischen und paramilitärischen Verbänden üblicher Dienst. Daher könne dieser Bericht unmöglich von der besagten zivilen Baufirma stammen[52].

Z: Sind die Überreste dieser Krematorien heute noch einer Untersuchung zugänglich?

G: Nein. Sie sind bis auf das Fundament verschwunden. Das zugehörige Baumaterial wurde wahrscheinlich nach dem Krieg ausgeplündert. Die heute sichtbaren, ungefähr I m hohen Grundmauern dieser Krematorien sind vom Museum Auschwitz wiedererrichtet worden.

Nur ganz kurz möchte ich hier die zwei angeblich westlich bis nordwestlich des Lagers Birkenau gelegenen, zu Gaskammern umgebauten Bauernhäuser erwähnen, die in der Literatur auch Bunker I und II genannt werden. Sie sind der Lage und Konstruktion nach nicht genau bestimmt - Pressac spricht hier von widersprüchlichen Zeugenaussagen[53]. Die Aktionen darin sollen demnach denen in den Krematorien IV und V geähnelt haben. Auch in diesen Gebäuden soll es keine Lüftungsanlagen gegeben haben. Eine kürzlich angefertigte Luftbildanalyse der schon oben erwähnten alliierten Luftaufnahme vom 25. 8. 1944 lieferte das Ergebnis, daß auf dem in Frage kommenden Gelände keinerlei Gebäude, aber auch keine offenen Gruben oder Erdanschüttungen vorhanden waren. Das einzig Erkennbare seien Umrisse der Größe 4 × 10 m von entweder Fundamenten oder aufgefüllten Gruben[54]. Zu dieser Zeit soll die Vernichtung der ungarischen Juden auf Hochtouren gelaufen sein, mit vielen tausend Opfern täglich und stark rauchenden Verbrennungen in offenen Gruben genau im analysierten Bereich[55]. Von alledem ist auf den Aufnahmen keine Spur zu finden. Die entdeckten flachen Umrisse könnten Fundamente sein, die noch heute westlich des Lagers zu finden sind[56]. Möglicherweise handelt es sich dabei um einen nie weitergeführten neuen Bauabschnitt des Lagers, vielleicht aber auch um schon weitaus ältere Gebäudereste.

 

2.10. Die Sachentlausungsanlagen BW 5a/b

G: Wenden wir uns nun den Räumlichkeiten zu, in denen es ohne Zweifel Vergasungen gegeben hat, nämlich die Vergasung von Läusen und anderen Schädlingen in den Sachentlausungsanlagen. Wie bekannt sein dürfte, wurden in Birkenau unter anderem viele Menschen aus dem östlichen Europa eingewiesen. Die Aufnahme großer Menschenmengen aus dem hygienisch rückständigen Osten Europas brachte in allen Lagern schwere gesundheitliche Probleme mit sich, da diese Menschen meist stark verlaust waren. Läuse aber sind die Hauptüberträger des Typhus-Erregers (Fleckfieber). Die Lager besaßen daher alle umfangreiche Entlausungseinrichtungen, in denen die Kleidung und die Habe der neu aufgenommenen Häftlinge zumeist mit dem damals zu diesem Zwecke üblichen Insektizid Zyklon B (Blausäure auf Kieselgur adsorbiert) entlaust wurden. Die Häftlinge selbst wurden geschoren und mußten sich in Duschen gründlich säubern. Dennoch brachen immer wieder Typhus-Seuchen aus, denen Insassen wie Bewacher in hoher Zahl zum Opfer fielen.

In der Abbildung 2.6 sind zwei bis heute unversehrt erhalten gebliebene Gebäude, in denen sich Zyklon B-Sachentlausungskammern befanden, mit  und markiert. Es sind die Bauwerke (BW) 5a und 5b im Bauabschnitt B 1 a bzw. b, in deren West- bzw. Osttrakt sich je eine Zyklon B-Entlausungskammer befand. Diese sind in den Plänen als 'Gaskammer', der damals für Sachentlausungsräumlichkeiten üblichen Bezeichnung, ausgewiesen. Abbildung 2.17 zeigt den Grundriß der beiden Kammern im annähernd ursprünglichen Zustand. Die Kammer des Bauwerks 5a wurde im Sommer 1943 umgebaut und erhielt zwei kleine Heißluftkammern, ersichtlich aus Abbildung 2.18[57]. Ursprünglich, wie heute noch BW 5b, fensterlos, erhielt das BW 5a bei der Umrüstung an allen Außenwänden fest eingemauerte, nicht zu öffnende Fenster.

Im Entlausungsraum des BW 5b erkennt man im Giebel zwei kreisrunde, ungefähr 50 cm im Durchmesser große Öffnungen der ehemaligen Abluft- oder Zuluftkanäle, Abbildung 2.19. Das Dach hat drei Entlüftungskamine, zur Betriebszeit soll es in diesem Raum drei Öfen gegeben haben[58]. Die in den Plänen eingezeichneten, nach innen öffnenden Doppeltüren sind heute durch ebenfalls nach innen öffnende einflügelige Türen ersetzt.

Entlausungsgebäude BW5b

Abbildung 2.17: Grundriß des HCN-Entlausungstrakts der Bauwerke 5a vor dem Umbau und BW 5b bis heute. Probeentnahmestellen BW 5b des Rudolf-Gutachtens eingezeichnet.

a: Entlausungstrakt; b: Schleuse; c: Vorraum; d: Wasch- und Brauseraum; e: Unreine Seite, Auskleide; f: Reine Seite, Ankleide; 16, 17, 19: Probeentnahmestellen des Rudolf-Gutachtens

In dem auf den Plänen als 'Gaskammer' deklarierten Sachentlausungsraum des Bauwerks 5b im Lager Birkenau findet man heute keinerlei Ausrüstung mehr. Aus damaligen Dokumenten kann man erkennen, daß die Deutschen bei ihrem Rückzug alles bewegliche Material mitnahmen, um den Russen nichts in die Hände fallen zu lassen.

Entlausungsgebäude BW 5a

Abbildung 2.18: Grundriß des Heißluftentlausungstrakts des Bauwerks 5a nach dem Umbau 1943, Probenentnahmestellen BW 5a des Rudolf-Gutachtens eingezeichnet.

a: Heißluftentlausungskammern; b: Vorräume; c: Brauseraum; d: Sauna; e: Auskleideraum; f: Ankleideraum; 9-15,18, 20-22: Probenentnahmestellen des Rudolf-Gutachtens

Der Entlausungsraum dieses Gebäudes hat eine Grundfläche von ungefähr 130 m2, er ist bis zum Dachstuhl offen, hat somit einen Rauminhalt von mindestens 400 m3, wobei der gesamte Bereich ab 2 m Höhe als nicht nutzbarer Totraum angesehen werden muß. Eine Nutzung des gesamten Raumes als Entlausungskammer setzt den Einsatz einer Zyklon B-Menge mit mindestens 4 bis 5 kg Blausäure-Gehalt[59] voraus bei einer üblichen Endkonzentration von mindestens 10 g pro m3. Damit sind z. B. bei je 365 Begasungszyklen jährlich, also einer täglichen Benutzung, allein durch diese Anlage und durch das Bauwerk 5a rund 3,6 Tonnen Zyklon B verbraucht worden. Dies entsprach knapp 5O % der gesamten Zyklon B Lieferungen an das Lager Auschwitz im Jahre 1942, bei einer Gesamtlieferung von 7,5 Tonnen[60].

Zieht man in Betracht, daß es in Birkenau neben diesen Gebäuden weitere Blausäure-Entlausungsanlagen verschiedener Größen gab[61], die Lieferungen an das Lager Birkenau auch die angegliederten Arbeitslager versorgten, weit über 30 an der Zahl, sowie daß ab und zu Häftlingsbaracken mit diesem Insektizid begast wurden[62], erkennt man, daß die an das Lager Auschwitz gelieferten Zyklon B-Mengen tatsächlich mit normalen Entlausungsaktionen erklärt werden können.

Wasserrohre Entlüftungsrohre
Abbildung 2.19: Wasserrohrsystem mit Duschköpfen im Entlausungstrakt des Bauwerkes BW 5b. Diese Wasserrohre haben keinerlei Anschluß, sie enden in den Entlüftungsöffnungen. Siehe Abbildung 2.20. Abbildung 2.20: Entlüftungsöffnungen des Entlausungstraktes des Bauwerkes BW 5b, heute ohne Apparaturen. Man erkennt darin die Enden der Wasserleitungen, siehe auch Abbildung 2.19.

Offensichtlich war die jährliche Liefermenge sogar zu gering, um mit ihr eine gänzliche Entlausung aller Güter und Gebäude in allen Lagern des Komplexes Auschwitz durchzuführen, da die Typhus-Seuchen nie ganz unterbunden werden konnten. Aus diesen Überlegungen ergibt sich z. B. auch, daß die Bauwerke 5a und 5b durchschnittlich nicht mehr als einmal täglich benutzt worden sein können.

Auffallend am Entlausungsraum des BW 5b ist die filigrane Konstruktion von Wasserrohren, eingelegt in an den Dachquerbalken befestigten Haken, ersichtlich aus Abbildung 2.20. Einige der Rohrausgänge sind mit Duschköpfen ausgestattet. Die Wasserrohre haben keinerlei Anschluß. Sie enden mit Schlauchanschlüssen in den oben erwähnten Abluftöffnungen, können also erst nach der Entfernung darin installierter Ventilatoren angebracht worden sein. Zwar gibt es in diesem Gebäude Duschräume, allerdings an ganz anderer Stelle (siehe Abbildung 2.17). Dort jedoch sind die Duschinstallationen komplett abgebaut. Da diese Installationen von der deutschen Lagerleitung kurz vor dem Rückzug abmontiert und westwärts transportiert wurden, muß man davon ausgehen, daß diese Duschen von den polnischen Aufsehern des Lagers später eingebaut wurden.

Z: Wann hatte dieses Lager polnische Aufseher?

G: Das Lager Auschwitz wurde nach dem Krieg einige Zeit von polnischer Seite weiter betrieben zur Inhaftierung von deutschen Zivilisten, die verschiedene Zwangsarbeiten verrichten mußten. Wahrscheinlich diente dieser Raum des Bauwerkes 5b als provisorisch eingerichtete Dusche für die deutschen Häftlinge. Dabei scheinen die Polen das Wasser mittels Pumpen zu den Duschleitungsanschlüssen in den ehemaligen Entlüftungsrohren geleitet zu haben.

Z: Ist es nicht möglich, daß in diesen Räumen Menschen vergast wurden?

G: Es hätte sich angeboten, diese These aufzustellen. Schließlich war hier alles vorhanden: Heizöfen, Lüftungsanlage, Schleusen, Rückstände des Giftgases[63] usw. Allerdings öffnen die Türen zur falschen Seite, nämlich nach innen. Unter diesen Voraussetzungen wäre es unmöglich gewesen, den Raum nach einer hypothetischen Vergasung zu öffnen, da sich die Leichen mit Sicherheit vor allem an den Türen befunden hätten. Außerdem gibt es für eine solche These keine Zeugenaussagen. Man müßte also alle alten Thesen einschließlich der Zeugenaussagen über Bord werfen und Neues erfinden. Nein, in den Entlausungskammern ist niemand getötet worden, es sei denn bei Unfällen.

Z: Lese ich das richtig? Im Bauwerk 5a hat es rechts unten eine Sauna gegeben?

G: Das sehen Sie richtig. Die Bauwerke 5a und b wie später auch der Gebäudekomplex der Zentralsauna (Abbildung 2.6 ganz oben) dienten der Reinigung der Häftlinge und der Desinfektion der Häftlingskleidung. Diese Räume beinhalten einen Ankleide- und Auskleideraum, eine Dusche und in dem Falle auch eine Sauna.

Z: War die denn wirklich für die Häftlinge bestimmt?

G: Das müssen wir annehmen. Die Sauna diente aber sicher nicht dem Vergnügen der Häftlinge, sondern der Hygiene im Lager. Inwiefern diese Sauna mit den Freizeitsaunen heutiger Tage zu vergleichen ist, kann ich aber nicht sagen. Allerdings muß man wohl in der Tat von der Vorstellung Abschied nehmen, daß im Lager alles nur der Mißhandlung und Folter der Gefangenen gedient hat.

Z: Wollen Sie damit sagen, daß es den Häftlingen dort gut ging?

G: Sie pflegen, mich grundsätzlich mißverstehen zu wollen. Die in der normalen Literatur verbürgte Existenz von zahlreichen Zahnarztstationen, von einem großen und gut ausgestatteten Krankenlager, von Spiel- und vielerlei Sportplätzen, von Theater, Schwimmbad, Orchester, von Nähstuben, Freigang zur Stadtbücherei Auschwitz, von Postsendungen und Haftentlassungen aus dem Konzentrationslager Auschwitz - Stammlager wie Birkenau -sagen wohl nur in zweiter Linie etwas über den seelischen und körperlichen Zustand der Gefangenen aus. Man kann diese belegten und unbestrittenen Dinge aber nicht deswegen verteufeln oder verschweigen, nur weil sie einem nicht in den Kram passen. Sie können sich aus diesen Dingen Ihren eigenen Reim machen. Ich möchte mich hier aber streng auf die Massenvergasungsproblematik beschränken und mich nicht über das Wohl oder Wehe der nichtgemordeten Gefangenen auslassen.

 

2.11. Kremierungskapazitäten

Z: Bevor wir uns von den Morden zu weit entfernen, möchte ich Sie bitten, daß Sie uns noch die versprochenen Ausführungen zur Kremierungskapazität in Auschwitz machen.

G: Das will ich gerne tun. Zuerst soll hier der Standpunkt der Exterminationisten wiedergegeben werden. J.-C. Pressac führt in seinem Buch ein Dokument an, das von einer täglichen Kremierungskapazität der Auschwitzer Krematorien von 4.756 Leichen spricht. In seinem Gutachten vor einem Wiener Landgericht gesteht der Historiker Jagschitz, daß dies das einzige Dokument ist, in dem derartige Zahlen vorkommen[64]. Pressac selber hält diese Zahlen für unglaubwürdig hoch, da technisch nicht realisierbar[65]. Er setzt die Maximalkapazität um etwa die Hälfte niedriger an.

Das als Grundlage für diese Zahlen dienende Dokument ist vom Techniker und gerichtlich beeideten Bausachverständigen Dipl.-Ing. W. Lüftl einer Kritik unterzogen worden, wobei er sich ebenfalls hauptsächlich auf die Aussagen der Exterminationisten-Bibel von Pressac stützt.[49] Er trägt in dieser Kritik folgende Punkte zusammen, die das Dokument inhaltlich vollkommen unglaubwürdig machen:

1. Dieses angeblich im Juni 1943 erstellte Dokument unbekannter Herkunft stellt eine Kapazitätsberechnung für alle fünf Krematorien an, obwohl zur angeblichen Erstellungszeit dieses Dokumentes das Krematorium I bereits ausrangiert wurde, das Krematorium II wegen einer Reparatur stillgelegt war, das Krematorium IV schon defekt und aufgegeben war und das Krematorium V wegen Materialprobleme nur stellenweise einsatzfähig war (es fiel kurze Zeit später komplett aus).

2. Das Dokument enthält viele Fehlberechnungen und technische Unsinnigkeiten. So wird der Koksverbrauch für einen 12-StundenBetrieb berechnet, die Kapazität aber für einen 24-Stunden-Betrieb. Ferner ist der Koksbedarf pro Kremierung bei den Zwei-Muffel-öfen des alten Krematoriums kleiner als der der Drei-Muffel-öfen der Krematorien II und III. Die Relation müßte aber umgekehrt sein, da die mittlere Muffel der Drei-Muffel-öfen eine wesentlich geringere thermische Abstrahlung und damit einen niedrigeren Heizbedarf gehabt haben muß. 3. Auch der Koksbedarf von etwa dreieinhalb Kilogramm pro Leiche ist als schlechter Witz zu betrachten, da Kremierungen üblicherweise 4050 kg Koks benötigen würden.

Dies alles fahre zumindest dazu, daß man an der Kompetenz des Erstellers dieses Dokumentes zweifeln muß.

Natürlich hat es zu diesem Dokument bereits Stellungnahmen von Kremierungsfachleuten gegeben. So stellte der Direktor des Krematoriums von Calgary (Kanada), I. Lagace, nach dem Studium der Unterlagen in seinem Gutachten fest, daß die tägliche Kremierungskapazität der Auschwitzer Krematorien unmöglich wenige hundert Leichen habe überschreiten können[66]. Über die Diskrepanz zwischen der von Kremierungsfachleuten angegebenen Maximalkapazität der Birkenauer Krematorien von einigen hundert Leichen täglich und der u. a. von Prof. Jagschitz aufgrund dieses Dokumentes untergeschobenen Kapazität von vielen Tausend täglich äußert sich Jagschitz (J) so:

J: »Ich sehe zum Beispiel keine Möglichkeit zu begreifen, wenn in einem, meiner Meinung nach eindeutigen Dokument von ca. 4.700 etlichen Kremierungen [täglich] durch die vier großen Krematorien berichtet wird ..., daß dann irgendein Krematoriumsfachmann aus der USA herkommt und sagt, es können nur Hundert gewesen sein, das ist für mich wirklich zu hoch, ich begreife das nicht. . .«

G: Abgesehen davon, daß es grammatikalisch richtig »aus den USA« heißen müßte und daß I. Lagace aus Kanada kommt: Bei solch offensichtlicher Inkompetenz besaß Prof. Jagschitz seinerzeit die Dreistigkeit, das Einholen technischer und naturwissenschaftlicher Gutachten für unnötig zu halten, wie er es in seinem Gutachten formulierte. Darüber hinaus hat er sich sogar strikt geweigert, die ihm von Herrn Lüftl, damals noch Präsident der Bundesingenieurkammer Österreichs, angebotene sachverständige Hilfe anzunehmen[67].

Z: Wie sah denn nun die Kapazität nach Ihrer Meinung aus?

G: Nun tasten wir uns an dieses Problem Stück für Stück heran. In Tabelle 2.1 sind die Zeiten zusammengefaßt, während derer die jeweiligen Krematorien in Auschwitz tätig waren. Die Daten dazu sind von Pressac an Hand des vorhandenen Dokumentenmaterials und von Zeugenaussagen erstelt worden. Wie Sie erkennen, sind die Krematorien IV und V praktisch ein Totalausfall gewesen. Es hat deswegen viel Streit zwischen der SS und der Baufirrna dieser Krematorien gegeben. Immerhin hat die SS durch den Erwerb dieser schließlich völlig nutzlosen Gebäude etwa 200 000 Reichsmark föwllich in den Sand gesetzt. Die Firma hat aber schon gegen Ende der Bauarbeiten jede Garantieübemahme abgelehnt, da beim Bau nur sehr minderwertiges Material durch die SS zur Verfügung gestellt werden konnte.

Tabelle 2 1: Betriebszeiträume der Auschwitzer Krematorien

Krematorium

Betriebszeiträume

Max. Betriebstage

Krema I (6 Muffeln)

Oktober 41 bis Juni 43

» 600

 

Krema II (15 Muffeln)

Mitte März bis Mitte Mai 43

Juli 43 bis Oktober 43

Januar 44 bis April 44 sporadisch

Mai 44 bis Oktober 44

in Summe » 410

Krema III (15 Muffeln)

Juli 43 bis Oktober 44

» 450

Krema IV (8 Muffeln)

Ende März bis Anfang Mai 43

» 14

Krema V (8 Muffeln)

Mitte Mai bis Ende Juni 43

» 45

Z: Was bedeutet sporadischer Betrieb und warum ist Krema II in einigen Zeiträumen nicht betrieben worden?

G: Das Krematorium II mußte sehr häufig wegen Defekten an der Schamottauskleidung der Öfen wie auch wegen Materialschäden im Fuchs und am Kamin zur Reparatur stillgelegt werden. Deshalb ist es häufiger über Monate nicht in Betrieb gewesen bzw. konnte wegen kleinerer Defekte im Winter/Frühjahr 1944 nur sporadisch arbeiten.

Tabelle 2.2: Gesamtmuffeltage der Auschwitzer Krematorien

Krema

Betrebstage

×

Auslastung

×

Muffeln

=

Muffeltage

I

600

×

100 %

×

6

=

3.600

II

410

×

100 %

×

15

=

6.150

III

450

×

70 %/100 %

×

15

=

4.725/6.750

IV

14

×

100%

×

8

=

112

V

45

×

100 %

×

8

=

360

SUMME:

14.947/16.972

Tabelle 2.2 gibt die Gesamtmuffeltage für jedes Krematorium wieder. Wenn man nun die Anzahl der Kremierungen kennt, die pro Tag durchgeführt werden konnten, so ergibt sich daraus die Gesamtkapazität der Auschwitzer Krematorien.

Z: Was bedeutet der Auslastungsfaktor?

G: Pressac selber berichtet, daß das Krematorium III nie ganz ausgelastet war. Ich habe daher die Muffeltage hier mit einer Auslastung von etwa 70 % berechnet.

Z: Und wie ist nun die Zahl von rund 15.000 Muffeltagen für das Lager Auschwitz zu verstehen?

G: Nun, die Kremierungskapazität aller Krematorien von Auschwitz während ihrer gesamten Betriebszeit ist gleich der Kapazität, die nur eine Muffel gleicher Bau- und Betriebsart innerhalb 15.000 Tagen, also etwa 41 Jahren, hätte. Wenn man nun weiß, wie viele Leichen eine solche Muffel pro Tag einäschern konnte, so ergibt sich daraus die Anzahl der maximal möglichen Einäscherungen im Lager Birkenau. Nach dem von den Exterminationisten zitierten Dokument soll die Leistungsfähigkeit einer Muffel bei etwa 90 Leichen pro Tag gelegen haben. Daraus ergäbe sich eine Gesamtzahl von maximal etwa 1.350.000 Einäscherungen. Nach Pressacs Meinung ist diese Zahl mindestens um den Faktor zwei übertrieben. Er meint, daß die SS sich zu diesen Übertreibungen gezwungen sah, um durch die Abgabe von Erfolgsmeldungen an vorgesetzte Stellen den Unwillen derselben zu vermeiden bzw. die eigenen Karrierechancen zu verbessern. Danach setzt Pressac die Zahl der maximal möglichen Kremierungen mit etwa 675.000 an.

Die Revisionisten berufen sich auf Kremierungsfachleute, die von maximal 3 bis 5 Kremierungen pro Muffel und Tag sprechen und dies damit begründen, daß eine Leicheneinäscherung mindestens anderthalb Stunden dauere. Selbst die Pläne für Katastrophenfälle, also bei massenhaft anfallenden Leichen durch Kriege, Atomunfälle oder Naturkatastrophen, sähen für die Krematorien keine schnelleren Kremierungsfolgen vor, da diese technisch einfach nicht möglich seien. Die von Fachleuten vorgebrachten Gründe für die technischen Leistungsgrenzen möchte ich hier kurz anreißen[68]:

So könne man die Kremierungsöfen nicht rund um die Uhr betreiben, sondern müsse sie zwischenzeitlich auskühlen lassen. Ansonsten würden die Auskleidungen der Öfen, des Fuchses und des Kamins überhitzen und schnell zerstört werden. Auch die Verbrennung mehrerer Leichen gleichzeitig bringe keinen Geschwindigkeitsvorteil, da dadurch die Kremierung selber unzulässig verlangsamt würde[69]. Dies werde einerseits dadurch bedingt, daß die aufeinanderliegenden Leichen im Verhältnis zu ihrem Gesamtvolumen eine nunmehr verringerte Oberfläche hätten, über die die nötige Verbrennungswärme zugeführt werden müsse.

Man müsse schließlich bedenken, daß die Muffeln der Birkenauer Krematorien verhältnismäßig eng waren (Muffeltüre ca. 60 × 60 cm Größe), da sie für die Verbrennung der Leichen ohne Sarg konzipiert waren. Wenn man dort hinein mehrere Leichen packt, verenge man den Zwischenraum zwischen den Leichen und den Schamottwänden unzulässig stark. Dadurch würde der Strom der heißen Ofengase in der Brennkammer beschleunigt und damit die Wärmeabgabe in der Brennkammer verringert. Als Folge ergäbe sich wegen der heißen Abgase für den Fuchs und den Kamin die Gefahr einer Überhitzung sowie allgemein

eine starke Erniedrigung des Gesamtwirkungsgrads der Verbrennung. Die Verbrennungsdauer von drei gleichzeitig eingeschobenen Leichen würde daher nicht etwa genauso lang sein, wie die einer Leiche, sondern mindestens dreimal so lange dauern bei stark erhöhtem Koksverbrauch. Weiterhin könne man nach der Beendigung einer Kremierung nicht unmittelbar die Ofentüren für eine Neubeschickung öffnen, da die Hitze des Ofens und die herausschlagenden Flammen die Arbeiter verbrennen würden. Zudem könnte das Körperwasser der Leichen, die in überhitzte Öfen geschoben werden, explosionsartig verdampfen und das Körperfett Feuer fangen. Nach jeder Kremierung müsse der Of en daher zuerst auf eine bestimmte Temperatur abkühlen.

Z: Können Sie zu dem Koksverbauch etwas Genaueres ausführen?

G: Ja, gerne. Ich habe vorhin erwähnt, daß die Exterminationisten von einem Koksverbrauch von wenigen Kilogramm pro Leiche ausgehen, während die Kremierungsfachleute und die Fachliteratur von 40 bis 50 kg sprechen. Dies rühre daher, daß der Mensch zu 60 bis 70 % aus Wasser bestehe und daß zur gänzlichen Verbrennung hohe Temperaturen notwendig seien.

Z: Warum aber stellen die Exterminationisten diese offensichtlich unsinnige These auf?

G: Ich habe dafür eine Erklärung, die Sie vielleicht überrascht: Die Exterminationisten halten sich wenigstens partiell an die Fakten. Gott sei Dank sind nämlich die Belege der Kokslieferungen an die Krematorien von Auschwitz wenigstens bis zum Oktober 1943 erhalten geblieben. Der Tabelle 2.3 können Sie entnehmen, wie viele Tonnen Koks in welchem Monat nach Auschwitz geliefert worden sind.

Tabelle 2.3: Kokslieferungen an die
Auschwitzer Krematorien

Monat '42

Tonnen

Monat '43

Tonnen

Februar

22

Januar

23

März

39

Februar

40

April

39

März

144,5

Mai

32

April

60

Juni

25

Mai

95

Juli

16,5

Juni

61

August

31,5

Juli

67

September

52

August

71

Oktober

15

September

61

November

17

Oktober

82

Dezember

39

   

Ich möchte zuerst auf eine erstaunliche Sache aufmerksam machen. Während der alleinigen Betriebszeit des alten Krematoriums, also vom Februar 1942 bis zum Februar 1943, betrug der monatliche Koksverbrauch durchschnittlich etwa 30 Tonnen oder 5 Tonnen pro Muffel. Die extrem große Kokslieferung im März 43 erklärt Pressac damit, daß zur Trocken- und Ausheizung der neuen Krematorien große Mengen Koks benötigt werden. Dies wird von Fachleuten bestätigt. In der Zeit der Trockenheizung der neuen Krematorien selber können nur ausnahmsweise wenige Leichen eingeäschert werden. Erstaunlich ist nun, daß der Koksverbrauch für die Zeit nach der Stillegung des alten Krematoriums (Juni 1943) nur auf etwas unter 70 Tonnen anstieg, sich also nur knapp verdoppelte, obwohl sich die Muffelzahl von 6 auf 30 verfünffachte. Hierbei habe ich die Versageranlagen IV und V ignoriert. Der Durchschnittsverbrauch pro Muffel ging also von 5 auf 2,25 t zurück. Der Wirkungsgrad der neuen Öfen wird zwar um einige Prozentpunkte besser gewesen sein als der der alten. Der hier zutage tretende, mehr als halbierte Koksverbrauch der neuen Anlagen kann aber nur durch eines erklärt werden: eine unvollständige Auslastung der Krematorien II und III.

Setzt man den von Pressac angenommenen Koksbedarf von 3 kg pro Leiche an, so konnten von den neuen Anlagen mit der gelieferten Koksmenge pro Monat etwa 23.000 Leichen eingeäschert werden, was nach Pressacs Theorie bei 2.000 bis 3.000 Leichen pro Tag 8 bis 11 Betriebstagen pro Monat entspräche, also einer Auslastung von nur 25 bis 35 %. Damit verringert sich die von Pressac angenommene Zahl von 675.000 Gesamteinäscherungen auf maximal 170.000 bis 240.000 Einäscherungen. Genau genommen müßte man die geringere Kapazität des alten Krematoriums vom Oktober 41 bis zum Mai 43 berücksichtigen, was die Zahlen nochmals verringern würde.

Setzt man dagegen den Koksbedarf ungefähr entsprechend den Angaben von Fachleuten auf das Zehnfache von Pressacs Theorie fest, also bei mindestens 30 kg, so konnten dann in den neuen Anlagen ab Juni 1943 pro Monat maximal 2.000 Leichen eingeäschert werden, was einer Tagesrate von etwa 67 Leichen entspräche, oder bei 30 Muffeln etwa 2 bis 3 Leichen pro Tag und Muffel. Dies, meine Damen und Herren, ist der Faktor, den wir gesucht haben. Die von Kremierungsfachleuten als maximale Obergrenze angegebene Anzahl täglicher Kremierungen pro Muffel, 3 bis 5, wird durch die Kokslieferungen an das Lager Auschwitz nicht nur bestätigt. Es stellt sich vielmehr heraus, daß die dortigen Anlagen niemals diese theoretische, maximale Kapazität erbringen mußten. Dies steht im Einklang mit Pressacs auf Dokumenten und Zeugenaussagen beruhender Aussage, daß das Krematorium III niemals ausgelastet war, selbst als das Krematorium I stillgelegt und die Krematorien IV und V ausgefallen waren.

Wenn wir nun die Gesamtmuffeltage der Auschwitzer Krematorien mit der maximal möglichen Kremierungskapazität multiplizieren, erhalten wir die Anzahl der Leichen, die maximal während des Bestehens des Lagers Auschwitz - Stammlager und Birkenau - verbrannt werden konnten:

16 972 × 5 = 84 860

Führen wir das gleiche für die nach den Kokslieferungen zu berechnenden maximalen, realen Kapazitäten pro Tag und Muffel durch, dann erhalten wir:

16 972 × 3 = 50 916

Wenn Sie sich, meine Damen und Herren, jetzt in Erinnerung rufen, daß in den Totenbüchern des Lagers Auschwitz 66.000 Tote registriert sind[70], wobei hier keine Vergasungstote angeführt sind, so erübrigt sich jeder Kommentar. Die Zahlen stimmen offenbar innerhalb der zu erwartenden Fehlergrenzen überein.

Z: Einen Moment. Ich möchte hier auf die Zahlen von Pressac zurückkommen. Sie erwähnten, daß Pressacs Theorie dazu führt, daß die Krematorien etwa 675.000 Leichen einäschern konnten, wenn der nötige Koks dafür da gewesen wäre. Kann der Koks nicht auch in geheimer Mission geliefert worden sein, um keine Spuren zu hinterlassen?

G: Passen Sie auf: Ich klage Sie an, bei ihrem letzten Urlaub im Ausland eine dort heimische Familie grausam umgebracht und deren Überreste beiseite geschafft zu haben. Zudem stelle ich fest, daß Sie diese Tat vorsätzlich und mit niederen Motiven durchgeführt haben. Weiterhin ist Ihre Tat ganz besonders verwerflich, da Sie sie seit langem geplant haben. Der Beweis dafür ist die Tatsache, daß Sie dafür gesorgt haben, daß alle Beweise vernichtet wurden. Dies beweist zudem, daß Sie sich der Verwerflichkeit Ihres Handelns von Anfang an bewußt waren. Deshalb verlange ich, daß Sie auf der Stelle standrechtlich erschossen werden.

Z: Was soll das?

G: Ich habe nur Ihre Argumentation übernommen und sie auf ein Beispiel angewandt, das Sie begreifen müßten. Denn auch in dem hier behandelten Thema gibt es keine Beweise für das vorgeworfene Verbrechen. Und was fällt Ihnen dazu ein? Das Nichtvorhandensein von Beweisen beweise nur, daß die Nazis alle Beweise vernichtet haben. Etwas anderes ist Ihr Einwurf der geheimen Kokslieferungen ja nicht.

Z: Ich meinte nur, daß man die Möglichkeit in Betracht ziehen muß.

G: Sicher, aber das ist keine Grundlage, auf der Gerichtsurteile, Geschichtsbücher und wissenschaftliche Untersuchungen beruhen können, geschweige denn eine Basis, auf der Frieden und Völkerverständigung gedeihen können.

 

2.12. Leichenverbrennungen in Gruben

Z: Hat Pressac eigentlich gemerkt, daß er mit seinen Kremierungsextrapolationen, die Sie uns hier vorgerechnet haben, nicht alle über eine Million Opfer von Auschwitz verbrennen kann?

G: Freilich weiß er dies. Allgemein gehen ja die Historiker davon aus, daß die Kapazität der Krematorien, obwohl angeblich gigantisch, noch zu klein war, so daß viele Leichen in offenen Verbrennungsgruben im Umland verbrannt worden sein sollen.

Z: Ich denke, Pressac weiß, daß die Krematorien nicht ausgelastet waren.

G: Ja. Er wiederholt den offensichtlichen Unsinn der Historiker nicht. Pressac behauptet hingegen und im Einklang mit einigen Zeugen, daß die Verbrennung in offenen Gruben schneller und effektiver gegangen sei, weshalb man darauf verzichtete, die defekten Krematorien IV und V zu reparieren.

Z: Das kann doch nicht sein! Bei offenen Verbrennungen erreicht man doch nie die nötigen hohen Temperaturen, und man braucht wegen der riesigen Wärmeverluste gigantische Brennstoffmengen.

G: Das ist im Prinzip richtig. Da wir nun bei diesem Thema sind, lassen Sie mich auf die Frage der Grubenverbrennungen, die seinerzeit durch den Leuchter-Report in die Diskussion gebracht wurde, etwas näher eingehen.

Die meisten Zeugen von Massenvernichtungen in Birkenau behaupten in der Tat, daß viele Vergasungsopfer nicht in den Krematorien, sondern in viele Meter tiefen Gruben verbrannt worden sein sollen. Leuchter meint nun, daß dies unmöglich stimmen könne, da der Grundwasserstand im Lager Birkenau tiefe Gruben nicht ermöglicht haben würde; diese wären vielmehr sehr schnell mit Wasser vollgelaufen. Dem entgegen sagen die Exterminationisten, daß das Lager Birkenau ein Entwässerungssystem gehabt habe, das den Grundwasserstand früher genügend tief abgesenkt haben würde, auch wenn heute das Wasser häufig wenige Dezimeter unter der Erdoberfläche steht[71].

Birkenau liegt in unmittelbarer Nähe der Mündung der Sola in die Weichsel. Es ist daher ein sumpfiges Gebiet mit einem Grundwasserspiegel direkt unter der Erdoberfläche. Wenige hundert Meter entfernt vom Lager läuft man selbst im Hochsommer durch sumpfige Feuchtwiesen. Das von den Deutschen angelegte Entwässerungssystem des Lagers Birkenau umfaßt in der Tat eine Vielzahl von Abzugsgräben[72]. Es funktioniert bis zum heutigen Tage, so daß der Grundwasserstand im Lager damals wie heute gleich ist. Der Grundwasserspiegel wird vom Entwässerungssystem auf 60 bis 70 cm unter der Oberfläche abgesenkt, ersichtlich zum Beispiel aus der Abbildung 2.21. Das Foto zeigt einen Baugraben vor der Front der im Westen des Lagers gelegenen Zentralsauna vom 15. 8. 1991, während einer langen Trockenperiode. Auch der Wasserstand des bekannten kleinen Tümpels in der Nähe des Krematoriums IV (siehe Abbildung 2.6), der genauso schon damals existiert haben soll, beweist den unveränderten Wasserstand damals wie heute. Die unterirdische Lage der Leichenkeller der Krematorien II und III wie einiger Gebäudeteile der Zentralsauna war somit nur möglich durch die Anbringung der wassersperrenden Teerzwischenschicht. Hätte das Entwässerungssystem den Wasserstand viele Meter tief abgesenkt, so wäre der Tümpel neben dem Krematorium IV entgegen vielen Zeugenaussagen trocken gelegt worden. Weiterhin wäre dann eine Isolation der Kellerwände der Krematorien II und III im ausgeführten Maße nicht nötig gewesen. Da die Entwässerungsgräben im Lager nur 1 bis 1,5 m tief sind, können sie den Wasserstand unmöglich unter 1 m abgesenkt haben. Dieser Maximalwert wiederum kann nur in unmittelbarer Nähe zu den Gräben erreicht werden.

Die großen Leichenverbrennungsgruben bei den Bauernhäusern westlich außerhalb des Lagers jedoch sollen in einem Gebiet gelegen haben, das nie in das Bewässerungssystem des Lagers einbezogen war, somit also stellenweise einen Grundwasserstand wenige Dezimeter unter der Oberfläche gehabt haben kann. Dieser Befund verdeutlicht, daß das bezeugte Verbrennen von Leichen in mehrere Meter tiefen Gruben unter solchen Bedingungen unmöglich war, da diese Gruben tatsächlich mit der Zeit mit Grundwasser vollgelaufen wären.

Man muß aber auch hier vorsichtig mit Verallgemeinerungen sein. Das Gelände in Birkenau ist nicht eben. Westlich des Lagers, also an der Stelle der angeblichen Grubenverbrennungen ist das Gelände leicht wellig erhöht. Der Grundwasserstand liegt hier auf jeden Fall unter einem Meter unter der Oberfläche. Dies läßt sich deshalb so genau sagen, da dort immer wieder von Neugierigen Löcher gegraben werden. In Abbildung 2.22 können Sie eine Aufnahme eines solchen Loches sehen. Obwohl knapp einen Meter tief, ist es nicht mit Grundwasser vollgelaufen. Man kann an den Wänden dieser Löcher allen möglichen Unrat zutage fördern: Neben Abfall, Scherben und Metallteilen findet man auch Schlacke, Asche und Knochensplitter.

Z: Also doch ein Beweis für die Massenvernichtung!

G: Ganz so einfach ist es nicht. Die genaue Konsistenz dieses Unrats und seine Menge ist nicht bekannt, und auch die Herkunft liegt bisher noch im dunkeln. Handelt es sich um Überreste der bezeugten Grubenverbrennungen aus der Massenvernichtung? Oder handelt es sich um Überreste der Verbrennung von Typhusopfern auf Scheiterhaufen? Oder handelt es sich um eine Abfallgrube des Lagers, kombiniert mit der Schlacke- und Aschegrube der Krematorien? Oder sind die Knochensplitter vielleicht sogar Überreste von Deutschen, die von den Polen nach dem Krieg im Lager Auschwitz gefangen gehalten wurden?

Ich möchte hier nicht weiter spekulieren, sondern vielmehr Ihre Aufmerksamkeit auf eine andere Facette des Grubenverbrennungsproblems richten.

Selbst wenn kein Grundwasser die Gruben gefüllt hätte, und sei es nur, weil die Hitze der Feuer die Gruben trocken gehalten hätte, möchte ich Ihnen folgendes zum Überlegen geben: Welcher intelligente Mensch käme auf die Idee, eine große Masse von Menschenleibern in dann mit Sauerstoff nur sehr schlecht zu versorgenden tiefen Gruben zu verbrennen? Das erste, was die SS-Männer bei ihrer paramilitärischen Ausbildung gelernt haben werden, ist, daß man ein Feuer dadurch klein und sparsam betreiben kann, daß man es in einer Grube entfacht (auch zur Tarnung wegen des Lichtscheins wichtig, siehe Grundausbildung bei der Bundeswehr). Das bedeutet aber: Wegen der schlechten Sauerstoffversorgung geht die Verbrennung nur langsam und unvollständig vor sich, da die Temperatur des Feuers verhältnismäßig niedrig ist. Mit solchen Feuern kann man niemals eine große, gestapelte Masse menschlicher Körper restlos verbrennen. Jeder halbwegs praktisch denkende Mensch, den man nach der Art befragt, wie man Leichen im Freien verbrennt, würde sofort antworten: auf einem Scheiterhaufen, also genauso, wie seit Jahrtausenden praktiziert. Der technische Grund dafür ist recht einfach: Das, was u. a. in Dresden beim Terrorangriff am 13./ 14. 2. 1945 der Feuersturm bewirkt hat, wird im kleinen bei jedem Scheiterhaufen bewirkt: Die nach oben lodernden Flammgase erzeugen von unten einen intensiven Luftzug in die Glut, was die Brenntemperatur enorm steigert. Genau dies ist bei Verbrennungen in riefen Gruben nicht möglich.

Grundwasser im KGL Birkenau heute, (Zentralsauna)

Abbildung 2.21: Damals wie heute unveränderter Grundwasserstand im Lager Birkenau, hier im Hochsommer 1991, in einem Baugraben vor der Zentralsauna: etwa 70 cm. Leichenverbrennungen in mehrere Meter tiefen Gruben, den Zeugenaussagen entsprechend, waren nicht möglich.

Grabungsloch westlich des KGL Birkenau

Abbildung 2.22: Grabungslöcher westlich des Lagers Auschwitz-Birkenau, Stelle mit angeblichen ehemaligen offenen Verbrennungsgruben. Tiefe ca. 1 m, grundwasserfrei.

Es ist bekannt, daß in Birkenau die während der Typhus-Epidemie des Sommers 1942 angefallenen Leichen zuerst in Massengräbern begraben wurden. Wegen der Gefahr der Grundwasserverseuchung mußten sie jedoch wieder exhumiert werden. Da zu dieser Zeit die neuen Kremierungsanlagen noch nicht funktionstüchtig waren, ist es möglich, daß zumindest ein Teil der Leichen auf Scheiterhaufen verbrannt wurde. Zu diesem Zweck nimmt man in der Regel die Grasnarbe und die oberste Schicht des Mutterbodens ab, um diese vor Schaden zu bewahren und um die Asche des Holzes und der Leichen aufzunehmen. Man gräbt zu diesem Zwecke aber keine viele Meter tiefen Löcher.

Auf diese Weise wären die heute zu findenden Spuren westlich des Lagers gut zu erklären. Um diese Fragen zu klären, müßte festgestellt werden, ob und in welchem Ausmaß es sich bei den Funden tatsächlich um menschliche Überreste handelt.

Schließlich möchte ich hier noch anführen, daß auf sämtlichen von den Alliierten aufgenommenen Luftbildem aus dem Frühling und Sommer 1944 nirgendwo Gruben, Gräben, große Mengen Feuerholz oder riesige Rauchschwaden zu sehen sind.

Z: Soll denn zu dieser Zeit überhaupt vergast und verbrannt worden sein?

G: Gerade zu dieser Zeit, mein Herr! Im Frühsommer 1944 sollen innerhalb weniger Wochen 400.000 Juden aus Ungarn spurlos vernichtet worden sein. Weil hierzu die Kapazität der Krematorien bei weitem nicht ausgereicht haben soll, sollen zu dieser Zeit viele große Gruben annähernd pausenlos gebrannt haben, ja der Himmel über Auschwitz soll vom Rauch der Feuer geschwärzt gewesen sein.

Z: Wie erklären unsere Historiker diesen Umstand?

G: Sofern sie bei ihrer alten Überzeugung bleiben, meinen die einen, daß die Deutschen aus Tarngründen immer dann die Feuer löschten, wenn die Flugzeuge kamen.

Z: Aber das ist doch Unsinn! Man kann die Luftaufklärer doch nicht schon Stunden vorher riechen und auch diese riesigen Feuer nicht in wenigen Minuten restlos löschen!

G: Eben. Andere Historiker stellen sich auf den Standpunkt, daß dann eben nur nachts verbrannt wurde. Pressac erkennt aber folgerichtig, daß solche Feuer eine wunderbare Zielbeleuchtung für nächtliche Angriffe gewesen wären. Außerdem stehen die Zeugenaussagen dagegen. Pressac meint daher, daß eben zufällig immer dann, wenn die Alliierten vorbeiflogen, kein Feuer brannte oder die zigtausend Leichen der Vortagshinrichtungen schon verbrannt worden seien. Diese These ist nicht weniger erbärmlich als die anderen.Im übrigen hat der oben erwähnte Luftbildfachmann auch für viele andere angebliche Vernichtungslager, wie Treblinka, Sobibor, Majdanek und Chelmno, von denen es nach deren Auflösung ebenso Luftbilder gibt, nachweisen können, daß diese schon allein wegen ihrer beschränkten Größe niemals auch nur annähernd solche Massengräber beherbergen konnten, wie ihnen zugesprochen wird. Auch gab es in deren Umgebung niemals Erdumwälzungen, die auf Massengräber hinwiesen. Damit stellen sich für die Geschichtsschreibung folgenschwere Fragen bezüglich dieser sogenannten Vernichtungslager. Ich kann Ihnen nur empfehlen, sich diese Veröffentlichung des Herrn Ball aus Kanada zu besorgen.

Z: Die Luftaufnahmen stammen also aus der Zeit nach der Auflösung dieser Lager.

G: Mit rückweichender Front wurden diese Lager aufgelöst und die Gebäude abgebaut. Die Luftaufklärungsfotos der deutschen Luftwaffe, heute von den Amerikanern beschlagnahmt, haben die Gebiete dieser Lager fotografiert.

Z: Aber was soll man darauf erkennen, wenn schon alles abgebaut war?

G: Erdumwälzungen von dem bezeugten Ausmaße, es sollen immerhin Massengräber für Hunderttausende existiert haben, lassen sich auch über Jahre hinweg nicht unsichtbar machen, erst recht nicht für die Augen der Luftfotografie. Aber es hat eben keine solche Erdumwälzungen gegeben.

 

2.13. Bildfälschungen, Bildfälschungen...

Z: Aber es gibt doch Fotos, die Leichenverbrennungen zeigen.

G: Ja, und ich möchte Ihnen hier eines präsentieren, das die Grubenverbrennungen in Birkenau belegen soll. In Abbildung 2.23 ist ein Bild wiedergegeben, das in vielen Büchern veröffentlicht wurde als ein Beweis für die Leichenverbrennungen in offenen Gruben in Birkenau[73]. Nun gibt es zu diesem Bild eine intensive Kritik eines Politologen, der aber leider häufig dank seinem Enthusiasmus über das Ziel hinausschießt[74]. Er führt an, daß der ganz links im Bild sichtbare, vollkommen dunkle Mann belichtungstechnisch unmöglich zu den anderen Männern passe. Ferner habe der zweite Mann von links einen viel zu langen Arm mit zwei Ellenbögen. Auch die angeblich am Boden sichtbaren Leichen hätten unmögliche, unmenschliche Anatomien, besonders die Leiche zu Füßen des Mannes mit den zwei Ellenbögen. Ich möchte mich aber auf diese Details gar nicht einlassen, da von den Historikern betont wird, daß die Qualität dieses Bildes durch die vielen Reproduktionen stark gelitten habe.

Z: Aber das ist doch Unsinn! Durch vielfache Reproduktionen kann sich doch die Anatomie eines Menschen nicht verändern und auch nicht die deutlich sichtbaren Belichtungsparadoxa!

Angebliche Leichenverbrennung im KGL Birkenau

Abbildung 2.23: Angeblich ein Foto einer Grubenverbrennung im Lager Auschwitz-Birkenau.

G: Sind Sie vom Fach?

Z: Ja, ich habe beruflich mit diesen Dingen zu schaffen. Man erkennt hier sofort, daß mit dem Bild etwas nicht stimmt. Mit keinem noch so großen Belichtungsfehler kann es gelingen, den Mann ganz links schwarz und die anderen normal hinzubekommen.

G: Wenn er aber in einem Schatten stünde. . .

Z: Dann müßte die Umgebung dieses Mannes auch dunkel sein. Das ist sie aber nicht!

G: Nun gut. Pressac meint, daß dies nur Kontaktabzüge seien, womit er die schlechte Qualität erklärt.

Z: Das ist ja noch größerer Blödsinn! Wieso sollen Kontaktabzüge denn von sich aus eine schlechte Qualität haben? Das haben sie nicht, zumindest nicht sichtbar für das normale Auge. Wenn einige Leute behaupten, daß dies nur Reproduktionen seien, haben Sie denn jemals die Originale gesehen?

G: Nein, es werden immer nur diese Bilder gezeigt. Möglicherweise gibt es keine Originale. Interessant ist aber, daß es zu diesem Bild viele Variationen gibt. So gibt es ein Bild, bei dem der dunkle Hintergrund durch einen hellen ersetzt ist, bei einem weiteren sind die Konturen der rechts stehenden Männer offensichtlich mit einem Stift nachgezogen.

Z: Das gleiche also wie beim Wannseeprotokoll: Viele unterschiedliche Kopien und kein Original?

G: So sieht es aus. Aber auf diese Dinge möchte ich nicht hinaus. Gehen wir einmal davon aus, daß dieses Bild tatsächlich auf einem Foto beruht.

Z: Das ist doch Unsinn. Mir kann man doch so ein Gemälde nicht als Foto verkaufen!

G: Nun beruhigen Sie sich und lassen Sie mich fortfahren. Also, ich möchte Ihre Aufmerksamkeit nun auf den im Hintergrund sichtbaren Zaunpfahl richten. Wie Sie leicht erkennen können, ist dieser oben fast in einem rechten Winkel abgewinkelt. Nun vergleichen wir diesen Zaunpfahl mit den Zaunpfählen in Birkenau, Abbildung 2.19. Wie Sie hier sehen, sind die Zaunpfähle in Birkenau sanft gerundet. Es gibt aus der damaligen Zeit eine Unmenge Aufnahmen aus dem Lagerleben, von der SS selbst angefertigt. Wo immer Zaunpfähle abgebildet sind, sehen sie so aus.

Mit anderen Worten: Wenn diesem hier gezeigten Bild ein Foto zugrunde liegt, so stammt dieses nicht aus Birkenau. Damit ist zumindest die Betitelung des Bildes falsch.

Z: Meiner Meinung nach handelt es sich hier um eine Komplettfälschung.

G: Das bleibt Ihnen überlassen. Viele ähnliche Bilder sind übrigens dem Internationalen Militärgerichtshof in Nürnberg nach dem Kriege als Beweise vorgelegt und zumeist von ihm auch akzeptiert worden[75].

Z: Aber es gibt doch Filme der alliierten Befreier und Berichte von Deutschen, die nach dem Krieg in die KZs gehen mußten und dort die Leichenberge sahen.

G: Ich habe hier ja auch nicht gesagt, daß alles, was uns vorgeführt wird, Fälschungen sind. Nach dem Zusammenbruch des Reiches herrschten in Deutschland und ganz besonders in den Gefängnissen, Kriegsgefangenen- und Konzentrationslagem chaotische Verhältnisse, da die Versorgung mit Lebensmitteln, Energie, Wasser, sanitären und medizinischen Produkten vollkommen zusammenbrach. Zusätzlich verschärfte sich in den westlichen Konzentrationslagern die Lage durch die zumeist mit Einverständnis der Häftlinge erfolgte Evakuierung der östlichen Lager vor dem Eintreffen der Roten Armee. Dadurch wurden die Lager in West- und Mitteldeutschland vollkommen überbelegt, die Lage wurde dann mit Ausbruch von Typhus- und anderen Epidemien vollkommen unkontrollierbar. In dieser Zeit starben Häftlinge wie Bewacher wie die Fliegen. Aus dieser Zeit stammen die Leichenberge, die die Alliierten bei der Einnahme der Lager vorfanden. Aber auch die Alliierten wurden erst nach Monaten des Kampfes gegen die Seuchen Herr der Lage. Mit gezielter Massenvernichtung haben diese Aufnahmen also nichts zu tun.

Natürlich hat es vereinzelt Fälle gegeben, wo Bilder von Leichenbergen deutscher Zivilisten aus ausgebombten Städten als Bilder von KZ-Opfern dargestellt wurden. Diese bewußten Falschinterpretationen sind aber wohl die Ausnahme geblieben.

Ich möchte aber zum Abschluß dieses Themas auf eine besonders pikante Bildfälschung aufmerksam machen. In Abbildung 2.24 sehen Sie ein Bild, das in dem Film »Der Tod ist ein Meister aus Deutschland, Teil 3« am 2. 5. 1990 im Fernsehen gezeigt wurde. Es stellt angeblich den Abtransport rumänischer Juden nach Auschwitz dar. Bei diesem Film war der Historiker Prof. E. Jäckel für die geschichtlichen Fragen verantwortlich. Nun möchte ich Ihnen in Abbildung 2.25 ein Bild zeigen, das heute noch im Hamburger Hauptbahnhof hängt. Es zeigt einen Güterwaggon vollgestopft mit deutschen Bürgern vor der Abfahrt aufs Land zum Hamstern im Jahre 1946.

HH Bahnhof I HH Bahnhof II
Abbildung 2.24: Angeblich eine Deportation von Juden aus Rumänien nach Auschwitz, gezeigt in dem Film »Der Tod ist eine Meister aus Deutschland«. Abbildung 2.25:unten: Hamburger Bürger in Kohlewaggons im Hamburger Hauptbahnhof vor der Hamsterfahrt aufs Land 1946, ausgehängt im Hamburger Hauptbahnhof. Oben Jäckels Betrug

Z: Das sind die gleichen Bilder!

G: Genau! Nur das Bild des Herrn Jäckel ist derart beschnitten, daß das Bahnhofsgebäude rechts nicht mehr zu erkennen ist. Auch wurde es soweit gekappt, daß der deutsche Postwagen auf dem Bahnsteig nicht mehr zu sehen ist. Ferner wurden die Fenster des Doppeldecker-Reisezuges links hinten retuschiert, da es solche Züge damals in Rumänien nicht gab, sehr wohl aber in Deutschland. Dieses Bild ist eine der plumpesten und gemeinsten Fälschungen, die je entdeckt wurden. Übrigens hat der britische Historiker David Irving Herrn Jäckel seinerzeit wohl zu recht als Fälscher bezeichnet. Sie sehen also: Die Fälscher gegen Deutschland haben Narrenfreiheit. Ich möchte Ihnen zu äußerster Vorsicht raten, wenn sie zu diesem Thema irgendwelche vermeintlichen Beweise vorgelegt bekommen[76].

 


2.14. Anmerkungen

  1. W. Benz, Legenden Lügen Vorurteile, dtv, München 1992.
  2. D. Irving, Der Untergang Dresdens, Bertelsmann, München 1964.
  3. Aktenzeichen dazu siehe in U. Walendy, Historische Tatsachen Nr. 43, Verlag für Volkstum und Zeitgeschichtsforschung, Vlotho 1990, S. 31.
  4. M. Broszat, in Die Zeit, 26. 8. 1960, S. 14;
  5. Siehe Fußnote 41, erste Vorlesung.
  6. A. Ritter, Daten und Fakten zum Dritten Reich, Grabert, Tübingen 21988.
  7. D. Irving, Und Deutschlands Städte starben nicht, Schweizer Verlagshaus, Zürich 1967.
  8. Siehe z. B.: W. L. Bernecker, Krieg in Spanien, Wissenschaftliche Buchgesellschaft, Darmstadt 1991; S. Kappe-Hardenberg, Ein Mythos wird zerstört, Vowinckel, Berg am See 1987.
  9. Zur Kriegsschuldfrage des Ersten Weltkrieges siehe vor allem die vom Erlebnis des Zweiten Weltkrieges noch ungetrübten Untersuchungen im offiziellen Auftrag von A. von Wegerer, Die entscheidenden Ergebnisse der Kriegsschuldforschung, 1932.
  10. J.C. Pressac, Auschwitz: Technique and Operation of the Gaschambers, Beate Klarsfeld Foundation, New York 1989.
  11. F. Schönhuber, Ich war dabei, Langen Müller, München 1981.
  12. Siehe Fußnote 61, erste Vorlesung.
  13. Die Unbekanntheit des Holocausts zur Kriegszeit im deutschen Machtbereich stellt z. B. der Historiker A. M. de Zayas fest und erklärt sie mit der Geheimhaltungspolitik der deutschen Regierung: A. M. de Zayas, »The Wehrmacht Bureau on war crimes«, in The Historical Journal, 35(2),1992, S. 383-399.
  14. F. A. Leuchter, An Engineering Report on the alleged Execution Gas Chambers at Auschwitz, Birkenau and Majdanek, Poland, Samisdat Publishers Ltd., Toronto 1988, 195 pp.; dt.: Der erste Leuchter Report, ebenda, 1988; britische Ausgabe: The Leuchter Report, Focal Point Publications, London 1989, 67pp.
  15. J.-C. Pressac, aaO., S. 201.
  16. J.-C. Pressac, aaO., S. 123.
  17. Siehe Abschnitt 4.12.
  18. J.-C. Pressac, aaO., S. 131f.
  19. J.-C. Pressac, aaO., S. 156.
  20. J.-C. Pressac, aaO., S. 159.
  21. J.-C. Pressac, aaO., S.133, daneben: Bestätigung der Veränderungen zur teilweisen »Wiederherstellung« der Anlage im Schreiben des Staatlichen Museums Auschwitz an J. Hayward, Az I-8523/26/2120/ 91, vom 7. 5. 1991.
  22. B. Bailer-Galanda, Informationen der Gesellschaft für politische Aufklärung, Innsbruck Juni 1991, Nr.29, S.1, bezüglich Leuchters Aussagen zum Krematorium 1: »2. Er verwechselt museale Rekonstruktionen der Gaskammern, die dem Betrachter einen Eindruck der damaligen Geschehnisse vermitteln sollen, mit real funktionierenden Gaskammern.«
  23. Schreiben von Dr. Scheel, Auswärtiges Amt Bonn, 8. 1. 79, Aktenzeichen 214-E-Stuparek.
  24. Heute numeriert man übrigens alle Krematorien der Lager Auschwitz I (Stammlager) und Auschwitz II (Birkenau) durch, wobei das Krematorium im Stammlager die Nummer I erhält und die Krematorien in Birkenau die Nummern II bis V. Früher erfolgte eine getrennte Numerierung in den Lagern.
  25. J.-C. Pressac, aaO., S. 319-29. Pläne zu den Krematorien II und III.
  26. Dem Autor liegt eine Grundriß-Skizze des 1939 erbauten Krematoriums des Konzentrationslagers Sachsenhausen vor, das in Anlage und Dimension durchaus Ähnlichkeiten mit den Krematorien II und III aufweist, ohne daß es dort Massenmorde gegeben hätte. Ebenso sei zum Vergleich auf die Konstruktionsweise moderner Krematorien hingewiesen: H.-K. Boehlke Friedhofsbauten, Callwey Verlag, München 1974, besonders der Krematoriumsplan S. 117, einschließlich Amtsarztzimmer; E. Neufert, Bauentwurfslehre, Ullstein Fachverlag, Frankfurt 1962, S. 423f.
  27. Verfahren gegen die Baumeister W. Dejaco und F. Ertl, Aktenzeichen 20 Vr 6575/72, Hv 56/72, Wien, 18. 1.-10. 3. 1972.
  28. J.-C. Pressac, aaO., S. 224, 289.
  29. J.-C. Pressac, aaO., S. 183, über die nichtkriminelle Planung der Krematorien II und III siehe besonders S. 264.
  30. J.-C. Pressac, aaO., S.187, Kosten und Übersicht über die Bauweise der Krematorien II und III.
  31. Alliierte Luftaufnahme Nr.3183, veröffentlicht von den CIA-Angestellten D.A. Brugioni und R. G. Poirier, Le Monde Juif, Nr. 97, Januar-März 1980, S. 2, angeblich in privater Verantwortung. Originale im US National Archive.
  32. R. Lenski, The Holocaust on Trial, Reporter Press, Decatur, Alabama 1990, gekürztes Protokoll des Prozesses gegen E. Zündel in Toronto 1988, S. 356 ff., Aussage des Luftbildauswerters Kenneth R. Wilson, Seiten 89278941e des Prozeßprotokolls.
  33. J.-C. Pressac, aaO., S. 354.
  34. Siehe Abschnitt 1.3.
  35. J.-C-. Pressac aaO., S. 213 und 218.
  36. J.-C. Pressac, aaO., S. 231, 430, 438.
  37. J.-C. Pressac, aaO., S. 488, Abbildung von in der Betondecke des Leichenkellers I von Kremarorium II noch heute sichtbaren Holzstücken.
  38. J.-C. Pressac, aaO., S. 221, 223. Abbau der Wasserleitungen: S. 286.
  39. J.-C. Pressac, aaO., S.436. Im Inventarverzeichnis auf S.430 erscheint nur im Krematorium II eine handschriftlich eingetragene gasdichte Tür. Zur Abbildung der gasdichten Türen und Luken siehe S. 46-49,425-28, 486,500.
  40. J.-C. Pressac, aaO., S. 227,311, 312.
  41. NürnbergerMilitär Tribunal, Dokument NO-4473, englische Ausgabe, Vol.5, S. 619f.
  42. A.R. Butz, The Hoax of the Twentieth Century, Historical Review Press, Brighton, Sussex, 1976, S. 121.
  43. Plan erhalten von R. Faurisson. Der gleiche Plan befindet sich bei J.-C. Pressac, aaO., S. 401, allerdings in sehr schlechter Qualität.
  44. J.-C. Pressac, aaO., S.379ff., Abschnitt über die Krematorien IV und V. S.379.
  45. J.-C. Pressac, aaO., S. 386.
  46. J.-C. Pressac, aaO., S. 447.
  47. J.-C. Pressac, Le Monde Juif, Nr.107, Juli-September 1982, S. 91-131.
  48. J.-C. Pressac, Auschwitz: Technique and Operation..., aaO., S. 386 ff.
  49. W. Lüftl. Warum sollten technische Gutachten eingeholt werden, bevor ein zeitgeschichtliches Gutachten erstattet wird?, Wien 1992, unveröffentlichtes Manuskript.
  50. J.-C. Pressac, aaO., S. 451.
  51. J.-C. Pressac, aaO., S. 406, 445f., Wiedergabe der entsprechenden Tagesberichte.
  52. E. Lachout, Gutachten: KZ. Auschwitz II - Birkenau, Holocaust-Schlüsseldokument: Tagesbericht vom 2.3.1943 über den Bau einer Gaskammer, Wien, 22. 7. 1991.
  53. J.-C. Pressac, aaO., S. 161 ff.
  54. Pfeiffer, Hansa Luftbild GmbH, Luftbildanalyse der alliierten Aufnahme vom 25. 8. 44, Schreiben vom 17. 7. 91
  55. J.-C. Pressac, aaO., S. 253.
  56. J.-C. Pressac, aaO., S. 176.
  57. J.-C. Pressac, aaO., S. 55-58, Pläne der Bauwerke Sa/b, S. 59 f. Außenaufnahmen.
  58. J.-C. Pressac, aaO., S. 53.
  59. Die Massenangaben beziehen sich immer auf den HCN-Nettogehalt des Präparates.
  60. Office of Chief of Counsel for War Crimes, hier eidesstattliche Erklärung von A. Zaun, Hamburg 24. 10. 1945, Document No. NI-11 396, zitiert nach U. Walendy, Auschwitz im IG-Farben-Prozeß, Verlag für Volkstum und Zeitgeschichtsforschung, Vlotho 1981, S. 62.
  61. Nach J.-C. Pressac, aaO., S. 550, waren es im Lager insgesamt 25 Kammern, in denen mittels Zyklon B Sachentlausung betrieben wurde, wenn auch einige davon erst 1943 und 1944 errichtet wurden.
  62. J.-C. Pressac, aaO., S. 201 u. 471 ff.
  63. Siehe dazu in der 3. Vorlesung.
  64. Protokoll des Gutachtens von Prof. Dr. G. Jagschitz,3.-5. Verhandlungstag derStrafsacheHonsik, 29. 4., 30. 4., 4. 5. 1992, Az. 20e Vr 14184 und Hv 5720/ 90, Landesgericht Wien.
  65. J.-C. Pressac, aaO., S. 244.
  66. R. Lenski (Hg.), The Holocaust on trial, Reporter Press, Decatur, Alabama 1989, S. 249ff.; siehe auch: Did Six Million Really Die?, Samisdat Publishers, Toronto 1992, S. 267 ff.
  67. Briefwechsel zwischen Dipl.-Ing W. Lüftl und Prof. Dr. G. Jagschitz, persönliche Mitteilung von W. Lüftl.
  68. Siehe zur Kremierungstechnologie von damals z.B.: F. Schumacher, Die Feuerbestattung, Gebhardt's Verlag, Leipzig 1939.
  69. Siehe dazu z.B. den Beitrag von R.K. Buchner, »The Problem of Cremator Hours«, in J. Hist. Rev. 1981 2 (3), S. 219ff.
  70. Siehe dazu in Abschnitt 1.3 sowie in Abschnitt 4.2.
  71. W. Wegner, in U. Backes, E. Jesse, R. Zitelmann (Hrsg.), Die Schatten der Vergangenheit, Propyläen, Frankfurt 1990, S. 450ff.
  72. J.-C. Pressac, aaO.. S. 209. Vorflutplan KGL Birkenau.
  73. So z. B. auch von J.-C. Pressac, aaO., S. 422.
  74. U. Walendy, Bild-'Dokumente' für die Geschichtsschreibung?, Verlag für Volkstum und Zeitgeschichtsforschung, Vlotho 1973
  75. E. Aroneanu, Konzentrationslager, Tatsachenbericht über die an der Menschheit begangenen Verbrechen, Dokument F 321 für den Internationalen Militärgerichtshof in Nürnberg, Arbeitsgemeinschaft »Das Licht«, G.M.Z.F.O. Autorisation No 2333, Direction de l'Information, o.O., o.J.
  76. Zum Thema Bildfälschungen vergleiche auch: A. Jaubert, Fotos, die lügen, Athenäum, Frankfurt/Main 1989; G. Frey, Vorsicht Fälschung!, FZVerlag, München 1991.

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