Erklärung zu redaktionellen Änderungen am Beitrag von Marcus Gossler: Gedanken zur politischen Zensur

G. Rudolf

From: VffG <[email protected]>
To: Dr Marcus Gossler <[email protected]>
Subject: Re: Verletzung des Urheberrechts
Date: Freitag, 6. April 2001 16:20

Verehrter Herr Dr. Gossler,

Zunächst darf ich mein Bedauern ausdrücken, daß es uns nicht gelang, mit Ihnen in Kontakt zu treten, um die von uns gewünschten Änderungen von Ihnen genehmigen zu lassen. Soweit zurückverfolgbar erhielten wir Ihren Beitrag per Email. Wir speicherten ihn ab und löschten Ihre Email daraufhin, ohne daß wir Ihre Email-Adresse notiert hatten. Ihre Anschrift befand sich nicht in ihrem Beitrag selbst, so daß wir keine Möglichkeit mehr fanden, Sie zu kontaktieren. Ihr Beitrag wäre deshalb auch beinahe gar nicht veröffentlicht worden. Wir habe uns dann aber zu der jetzt publizierten Form entschlossen. Die Tatsache, daß wir Änderungen in dem Beitrags-Anhang selbst zugegeben haben, sollte Ihnen aber die Möglichkeit geben, sich bei eventuellen Angriffen gegen Ihre Person zu schützen, indem Sie uns schlicht für all das verantwortlich machen, weswegen Sie angegriffen werden. Wir haben eine breite Schulter und können damit leben, und zwar aus noch einem anderen Grund:

Juristische Drohungen gehen bei uns nämlich ziemlich ins Leere, zumal VffG eine Untergrundzeitschrift ist, deren Herausgeber wegen etwa 24 "Gedanken-Verbrechen" mit eine angedrohten Haftstrafe von etwa 10 Jahren mit internationalem Haftbefehl gesucht wird, seit einigen Jahren ohne Erfolg. Sie können daher nicht erwarten, mit irgendwelchen juristischen Mitteln auch nur einen symbolischen Erfolg zu erringen. Ich kenne mich darin aus, wie ich derartigen Vernichtungsversuchen meiner Existenz ausweichen kann.

Ich darf Ihnen nachfolgend unsere Änderungen erläutern:

Die Änderungen bei Zitaten erfolgten systematisch:
»« wird für wörtliche Zitate verwendet (kursiv gesetzt)
"" für Hervorhebungen vom Stil "sogenannter" oder "angeblicher" Begriffe oder nichtwörtlich Zitate bzw. fingierte Zitate.
Bei der Zitierung der Gesetzestexte waren in ihrem Originaltext keinerlei Anführungsstriche enthalten (auch keine andere Hervorhebung), so daß wir nicht wußten, wo das Zitat beginnt und wo es aufhört. Wir mußten daher das Zitat in normalen Text umbauen, wobei wir den Wortlaut jedoch so weit wie möglich unverändert ließen.

Weitere Änderungen:

Original

Redigiert

Erläuterung

zwei totalitäre

auch zwei diktatorische

Die Sowjetunion war in Friedenszeiten totalitär, das Dritte Reich lediglich diktatorisch, nicht aber totalitär, zumal der Normalbürger praktisch keiner Änderung seines täglichen Lebens unterworfen war, was eine totale Kontrolle durch den Staat aber wohl voraussetzt.

ein rechtes (nationalsozialistisches) und ein linkes (kommunistisches), die beide auch unabhängig von diesem Krieg entsetzliche Greuel begangen haben.

die gemeinhin als ein rechtes (nationalsozialistisches) und linkes (kommunistisches) eingestuft werden.

Der Nationalsozialismus wird als rechts angesehen, war aber beileibe nicht (nur) "rechts" (wie auch immer definiert), genauso wenig wie die SU einfach (nur) als links eingestuft werden kann. Ich kann zudem auf Seiten des Dritten Reiches in der Vorkriegszeit keine Verbrechen erkennen, die entsetzlich im Sinne dessen wären, was sich in der SU zwischen 1917 und 1941 abgespielt hat. Es handelt sich bei der SU um Friedensverbrechen unvergleichbar größerer Dimension und unbekannter Entsetzlichkeit, so daß sich eine Gleichsetzung beider Regime zu Friedenszeiten verbietet. Weder der Röhmputsch noch die KLs noch die Kristallnacht sind etwas, was ich auch nur annähernd als entsetzlich im "sowjetischen Sinne" oder in der Menschheitsgeschichte hervorstechend bezeichnen würde.

Das rechte Regime hat diesen Krieg begonnen und verloren, was es den Sozialisten in den

Das rechte Regime hat formell gesehen diesen Krieg begonnen und es hat ihn in einem Ausmaß verloren, wie nie zuvor ein Regime einen Krieg verlor. Dies hat es den Linken in den

Wenn Sie in unbegrenzter Naivität darauf bestehen, daß eine offizielle Kriegserklärung auch der wahre Beginn der Feindseligkeiten ist, dann sei Gott mit Ihnen. Ein tiefer Blick in die Vorgänge in Posen, Westpreußen und Ostoberschlesien seit Ende 1918 bis, und insbesondere, in den Monaten seit März 1939 würde Ihnen aber offen darlegen, daß Polen im Jahr 1919 aktiv gegen das Deutsche Reich Krieg führte und diese feindlichen Aktivitäten dann im Frühjahr 1939 gegen und die deutsche ethnische Minderheit massiv wieder aufnahm. Nach 20-jähriger Erduldung aller möglichen militärischen Übergriffe und ethnischer Säuberungen an der deutschen Bevölkerung in den polnisch annektierten deutschen Gebieten wurde tatsächlich "zurückgeschossen". Die Niederlage des Dritten Reiches und Deutschlands war tatsächlich einzigartig in der Menschheitgeschichte, und zwar nicht nur bezüglich der Zerstörung und totalen Besetzung des Landes und der völligen Entmachtung aller Hoheitsgewalt bis in die letzte Nische. Noch nie hatte ein Land und Volk (und nicht nur ein Regime) die ganze Welt zum Feind und wurde von der Welt total überwältigt. Die im Krieg begonnene, aber seither nie unterbrochene Feindpropaganda gegen Deutschland und das deutsche Volk, nicht nur gegen das NS-Regime, sowie die ab 1945 eingesetzten Mittel der Umerziehung und Gehirnwäsche der gesamten Welt, nicht nur des deutschen Volkes, gegen alles Deutsche und Rechte waren bisher schon aus technischen Gründen unmöglich gewesen. Das erst macht die totale Dominanz der Linken weltweit nachvollziehbar. Es war eben nicht nur ein ideologischer Krieg, wie Sie behaupten, sondern ein Krieg mit dem Ziel der Ausrottung oder zumindest massiven Dezimierung des deutschen Volkes und der völligen Zerstörung Deutschlands, was letztlich nur durch die Ost-West-Konfrontation verhindert wurde. Siehe Kaufman, Morgenthau, Nizer, und die tatsächliche Politik zwischen 1945 und 1948 (vgl. J. Bacque)

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tatsächlich oder nur vorgeblich

Gerade jene Verbrechen, deren die "Nazis" nach Kriegsende bezichtigt wurden *und* die damals Entsetzen hervorriefen, fanden eben tatsächlich nicht statt! Für Entsetzen sorgten vor allem die Leichenberge in westlichen Konzentrationslagern, denen die alliierten Sieger Verbrechen als Ursachen unterschoben (Massenvernichtung in Bergen-Belsen und Dachau, beispielsweise), die nie stattfanden, wie heute offiziell anerkannt ist. Die Leichen waren Folge der Zerstörung der deutschen Infrastruktur durch die alliierten Bombardements. Ganz abgesehen davon, daß etliche angebliche Verbrechen heute allgemein als "angeblich" anerkannt sind: Seife aus Judenfett, Gaskammern in westlichen Lagern, Verantwortlichkeit für den Reichstagsbrand, um nur einige zu nennen. Es ist daher nur recht und billig, diese Formulierung zu verwenden.

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(angeblichen) Ereignisse

siehe oben

einschlägig motivierte Psychopathen

Einzelpersonen

Und Sie werfen mir vor, nicht objektiv und emotionsfrei zu sein? Sie schreiben über Personen, die Sie höchstwahrscheinlich gar nicht kennen, und beleidigen Sie dermaßen?

, sie stammen jetzt aber zumeist von Menschen, die mehr an der Vergangenheit als an der Zukunft interessiert sind

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Sie mögen verzeihen, daß ich diese unfundierte (und unwahre) Spekulation gestrichen habe

einschlägige

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dieses beinahe schon kriminalisierende Adjektiv hat ebenfalls nichts mit Objektivität zu tun.

der § 130 ...

primär der §130 ...

aufgrund meiner langjährigen Praxis mit der deutschen Justiz habe ich mir erlaubt, Ihre juristisch nicht völlig korrekte Argumentation zu berichtigen.

ganz offensichtlich die Angabe von unakzeptabel niedrigen Opfer-Zahlen

hier zum Beispiel die Angabe von "unakzeptabel" niedrigen Opferzahlen

Verharmlosung bezieht sich nicht nur auf Opferzahlen, sondern auch auf Mordmethoden, auf Umstände der Judenverfolgung uvam. Unakzeptabel gehört in "", weil es nur angeblich unakzeptabel ist. Akzeptabel ist eine Zahl dann, wenn sie von Fakten und Beweisen getragen wird, was Justiz und Politik aber ignorieren.

Abgesehen von dieser numerischen Dehnbarkeit des Begriffs der Verharmlosung, ist es auch moralisch bedenklich, bei Größenordnungen, die die menschliche Vorstellung sprengen, das Abzählen von Opfern zum Gradmesser für die Verwerflichkeit einer Politik zu machen. Totalitäre Regime, wie die Nationalsozialisten oder die Kommunisten sie errichteten, waren im Interesse ihrer Machterhaltung und Ideologie grundsätzlich zu beliebig vielen Opfern bereit. Ob es dann tatsächlich ein paar Millionen mehr oder weniger waren, ist bloß historisch wichtig, für die moralische Beurteilung hingegen so irrelevant wie die Frage, ob es eine gerade oder ungerade Zahl war.

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So gut sich das anhört, so blödsinnig ist diese Passage. Natürlich ist es moralisch ein Unterschied, ob ein Regime in Friedenszeiten 3000 Todesopfer fordert oder 30 Millionen, um das Dritte Reich mit der SU zu vergleichen. Und freilich ist es ein moralischer Unterschied, ob ein Regime bereit ist, eine strategische Bomberflotte zur Maximierung der Zivilverluste des Feindes zu planen, zu bauen, und einzusetzen und Massenvernichtungswaffen (Hiroshima) einzusetzen, wie es die Westalliierten taten, oder ob dies ausdrücklich nicht geschieht, wie es das Dritte Reich tat, und ob ein Vernichtungskrieg gegen alles und jeden geführt wird, wie es die SU gegen Deutschland tat (nicht gegen das Dritte Reich), oder ob man einen "Marshall-Plan" zum Aufbau des besetzten Landes installiert, wie es das Dritte Reich im Osten tat, wo in den 24 Monaten der Besetzung über 3 Mrd. Reichsmark in Industrie und Landwirtschaft investiert wurden. Auf diese Weise kann man Ihre Argumentation auf den Kopf stellen und Sie gegen die westlichen Demokratien wenden. Wollen Sie das? Offenbar war das Dritte Reich eben NICHT "grundsätzlich zu beliebig vielen Opfern bereit", sonst wäre der Krieg ganz anders geführt und womöglich vom Dritten Reich gar gewonnen worden, etwa indem man 1940 London und Birmingham und 1941 Moskau, Leningrad und Stalingrad mit Sarin und Tabun "ausgeräuchert" hätte. Auch der Unterschied in dem Verhalten der deutschen Besatzungsmacht und bei der Behandlung von kriegsgefangenen im Vergleich mit den alliierten Truppen und "Befreiern" - ob Ost oder West - zeigt ganz deutlich, daß die Deutschen die einzige kriegsführende Macht war, die in jeder Hinsicht vor unnötiger Zerstörung und unnötigen Opfern zurückschreckte.

In den USA hingegen bedroht das Strafrecht die Flagge der Konföderierten Staaten aus dem Bürgerkrieg.

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Diese Aussage ist einfach unwahr. Die Flagge wird durch kein Strafrecht bedroht. Die USA haben mit dem First Amendment einen Verfassungszusatz, der auch das Zeigen dieser Flagge schützt. Es gibt gleichwohl massiven sozialen Druck, diese Flagge zu verbannen.

, oder die in den Konföderierten Staaten erlaubte Sklaverei

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gestrichen, da obige Passage gestrichen werden mußte, da die Flagge ja eben nicht verboten ist.

Alles in allem kann der einzige offene Streitpunkt nur der sein, ob das Dritte Reich ein totalitäres Regime war - der zwischen 1933 und 1939 der Regel relativ normale Alltag im Dritten Reich scheint dies eher zu widerlegen - und ob die polnischen Feindseligkeiten vor dem 1. September als faktische Kriegsakte angesehen werden können. Angesichts des NATO-Krieges gegen Serbien wegen dessen ethnischer Säuberungen im Kosovo, die vor Kriegsausbruch weitaus milder waren als die polnischen Säuberungen in Danzig und Westpreußen zwischen 1919 und 1939, kann man diese Frage durchaus mit "ja" beantworten.

Im übrigen habe nicht ich das Wort "Neger" durch "Schwarze" ersetzt, sondern der Lektor.

Möchten Sie, daß wir Ihren untenstehenden Brief als Leserbrief bzw. als Gegendarstellung abdrucken, oder einen anderen, noch zu formulierenden? Und ziehen Sie es vor, den zur Zeit im Internet ausgehängten Beitrag durch Ihren Originalbeitrag zu ersetzen, den ganzen Vorgang komplett zu löschen oder den jetzigen Beitrag durch Ihren Protest zu ergänzen/einzuleiten? Dies ist das einzige, was ich Ihnen als Wiedergutmachung für unseren Verlust Ihrer Adresse und der sich daraus ergebenden Eigenmächtigkeiten anbieten kann. Ich bitte diesbezüglich um Nachricht.

Mit freundlichen Grüßen

G. Rudolf
VffG


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Der beanstandete, redigierte Beitrag
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