ERSTE EINDRÜCKE IN DEUTSCHLAND

Ich hatte gegenüber Deutschland grosse Vorurteile, doch von dem tatsächlichen Ausmaß der Zerstörung des Landes durch den Krieg war ich zutiefst erschüttert. Alle größeren Städte waren durch alliierte Bombardierungen buchstäblich zertrümmert worden, und nur wenige der kleineren Städte waren verschont geblieben. Ich war schockiert, weil der Schutt gegen Ende des Jahres 1946 immer noch nicht weggeräumt worden war - neunzehn Monate nach dem Tag der Kapitulation Deutschlands. Bremerhaven, das wir zuerst zu Gesicht bekamen, war ein typisches Beispiel dafür. Zerstörte Gebäude, ganze Straßenzüge waren ohne jede gewerbliche Tätigkeit, ohne jedes Leben. Die Verwüstung hinterließ den Eindruck, als sei die Zeit mit Ende des Krieges stehengeblieben.

Wir fuhren mit der Bahn nach Heidelberg, eine der wenigen Städte, die nicht bombardiert worden waren, um hier unsere Einweisung zu erhalten. Wegen der Weihnachts- und Neujahrsfeiertage verbrachten wir dort eine ganze Woche. Während jenes außergewöhnlich düsteren Winters sah man kaum einmal die Sonne. Es war bitterkalt. Da es damals in Deutschland sehr wenig Brennmaterial gab, war unser Quartier - ein von den Amerikanern beschlagnahmtes Hotel - stets unzureichend geheizt. Diese Verhältnisse und die Tatsache, daß Smitty und ich uns in einer Stadt befanden, in der wir niemanden kannten, bedeuteten für uns trostlose Feiertage.

Das Hotel war ruhig gelegen und bot eine schöne Aussicht auf den Neckar. Die extreme Kälte machte allerdings Spaziergänge auf dem Philosophen weg entlang des Flusses zu einer rauhen Angelegenheit. Es wären sehr schöne Erlebnisse gewesen, hätten wir in einen warmen Raum zurückkehren können. Doch im Hotel blieb es kalt, auch wenn man mit einem dicken Pullover und darüber einer Jacke als zusätzliche Bekleidung ausgerüstet war. Es waren wenige Deutsche auf den Straßen,

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und wir waren auch hinsichtlich einer Begegnung mit ihnen verunsichert, da wir annehmen mußten, daß sie uns gegenüber feindselig eingestellt waren. Wir hatten gehört, daß Besatzungstruppen angepöbelt oder gar erschossen worden waren, und deshalb hielten wir uns an die Hauptstraßen, um den wenigen Fußgängern, die unterwegs waren, aus dem Weg zu gehen. Ob diese Geschichten der Wahrheit entsprachen oder ob es sich lediglich um Gerüchte handelte, wir wussten es nicht und waren deshalb vorsichtig.

In Heidelberg bekamen wir unsere ersten Eindrücke von deutscher Lebensweise. Eine meiner Überraschungen war die Größe der Badewannen in den Hotelbädern. Sie waren so groß, daß man darin sitzen und die Beine ausstrecken konnte, ohne an das Ende der Wanne anzustoßen. Es war schwierig, das Gleichgewicht zu behalten und es war amüsant festzustellen, daß die Beine nach oben trieben und man im Wassernach vorne rutschte. Das Wasser war warm, und wir konnten die Kälte im Hotel durch das viele Baden ausgleichen - wir badeten in jenem Winter lange und oft!

Die Straßen waren damals gewöhnlich ruhig und einsam, nicht nur wegen der Kälte, sondern auch deswegen, weil in den Städten praktisch alle Restaurants und die Geschäfte geschlossen hatten. Ich erfuhr später, daß die Deutschen überhaupt keinen Brennstoff zugeteilt erhielten, während die Hotels, in denen Amerikaner untergebracht waren, wenigstens etwas bekamen. Die Deutschen froren und vielleicht blieben sie deshalb auch menschlich kühl. Der Winter 1946/47 war für sie trüb und trostlos. Diejenigen, die in den Vororten, in der Nähe von Wäldern lebten, gingen Stöcke und Zweige sammeln, um sie im nicht endenwollenden Kampf gegen die Kälte zu verbrennen. Spätererfuhr ich schreckliche Geschichten von Deutschen, die ganz ohne Brennmaterial auskommen mußten, bei denen der Frost bis in die Wohnungen drang.

Es begann gerade zu schneien, als Smitty und ich am 31. Dezember 1946 Heidelberg verließen. Wir fuhren an jenem Silvesterabend mit der Bahn zur »Hauptverwaltung für die

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Bearbeitung von Kriegsverbrechen, Nummer 7708« in Augsburg. Wir dachten, daß dies nun unser endgültiger Bestimmungsort sei. Im dichten Schneefall verließen wir im offenen Jeep den Augsburger Bahnhof und kamen in die Arras-Kaser-ne, wo wir im Quartier für junge Offiziere untergebracht wurden.

Bei unserer Ankunft schauten wir uns um, ob man den Beginn des neuen Jahres feiern würde, doch wir trafen nur eine Gruppe von vier jungen Offizieren beim Bridge spielen. Als wir uns schliesslich nach der Kantine für Armeeangehörige auf der anderen Hofseite durchgefragt hatten, fanden wir dort mehr Betrieb vor. Noch vor kurzer Zeit waren wir selbst Armeeangehörige gewesen, und deshalb verspürten wir den Wunsch nach etwas kameradschaftlicher Geselligkeit - doch niemand lud uns ein, mitzufeiern.

Wir fühlten uns nicht gerade willkommen. Nach einem einsamen Weihnachten war dies ein ebenso ruhiger Silvesterabend.

Unsere Unterkunft wäre durchaus komfortabel gewesen, hätte es nicht diese extreme Kälte gegeben, die durch die allgemeine Brennstoffverknappung nur noch schlimmer wurde. Wegen der Energie-Einsparungsprogramme wurden die Kasemengebäude nur morgens zwischen 6.00 und 7.00 Uhr geheizt. Die Heizung wurde dann abgestellt, und erst wieder um die Mittagszeit für eine Stunde angeworfen. Bis 17.00 Uhr wurde die Heizung wieder total unterbrochen, um danach bei niedriger Temperatur bis 21.00 oder 22.00 Uhr unterhalten zu werden. Man erwartete, daß sich anschließend jeder zur Bettruhe gelegt hatte. Die Amerikaner in der Arras-Kaserne beschwerten sich über die schlechte Nutzung der vorhandenen Brennstoffvorräte, da man kaum Wärme verspüren konnte, wenn die Heizung nach kurzer Zeit schon wieder abgestellt wurde.

Mein Aufenthalt in Augsburg war kurz, da ich bald der Abteilung Kriegsverbrechen in Melsungen, in der Nähe von Kassel, in der Britischen Zone, zugeteilt wurde. Melsungen liegt im nördlichen Teil Deutschlands, wo ich gerade erst

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hergekommen war, so daß ich das Gefühl einer Rückfahrt hatte. Es gab allerdings einen großen Unterschied bei dieser Reise. Denn als ich in südlicher Richtung nach Augsburg unterwegs war, reiste ich in einer Gruppe, doch dieses Mal war ich alleine unterwegs.

Meine Einsamkeit kam mir bei dieser Fahrt besonders ins Bewußtsein. Der Zug war kalt und unbeleuchtet. Ich sprach mit niemandem, und es machte auch niemand den Versuch, mit mir zu sprechen. Durch keine Unterhaltung abgelenkt, bot sich mir der Anblick der zerstörten Städte um so eindringlicher, und auch die stille Weite deutscher Landschaften ist mir in Erinnerung geblieben. Die Reise schien kein Ende zu nehmen, und meine Füße waren so kalt, daß ich glaubte, sie seien

erfroren.

Auch die langen Wartezeiten zwischen den Zügen in Frankfurt habe ich noch gut in Erinnerung. Als der Zug sich dem ausgebombten Hauptbahnhof näherte, wunderte ich mich darüber, daß es auch hier dunkel, geradezu pechschwarz war. Ich befand mich mitten in einer düsteren, kalten, im höchsten Grade isolierten Innenstadt. Ohne Licht und ohne Geräusch, ohne das geringste Anzeichen von Leben. Wer das erlebte, konnte sich kaum vorstellen, daß Frankfurt über Jahrhunderte Handelszentrum war.

Dichter Schneefall setzte ein, der Bahnhof war beinahe leer. Die wenigen Reisenden die sehr rasch ein- und ausstiegen, und ohne Umschweife ihrem Ziel zustrebten, verloren sich schnell in der Dunkelheit. Die Einsamkeit belastete mich sehr. Da ich kein Deutsch verstand, konnte ich mich mit niemandem unterhalten. Außerdem befanden sich auch keine Deutschen in meiner Umgebung. Ich war froh, endlich den Zug in Richtung Melsungen besteigen zu können. Doch der Rest der Reise war nicht anders als der Anfang von Augsburg nach Frankfurt.

Die Stelle zur Erforschung von Kriegsverbrechen, bei der ich mich zu melden hatte, war eine von mehreren Behörden, die über Deutschland verteilt lagen. Diese Stellen waren der Zentrale für die Erforschung von Kriegsverbrechen in Augs-

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bürg unter der Nummer 7708 unterstellt. Kurz nach Beendigung des Krieges gegründet, hatten diese Einheiten den Auftrag, Kriegsverbrechen zu untersuchen, die vermeintlichen Täter zu verhören, um dann die Verdächtigen jenen Stellen zu übergeben, die sie schließlich zu verurteilen hatten.

In Augsburg mußte ich zu meiner großen Überraschung erfahren, daß die Kriegsverbrecherprozesse bereits in großem Umfang abgeschlossen waren. Noch mehr überraschte es mich, daß die Fahndungskommandos fast am Ende ihrer Tätigkeit angelangt waren und kurz vor der Auflösung standen. Im Lager Dachau, wo einige bedeutende Prozesse abgehalten wurden, (unter anderem der über das »Malmedy-Massaker«), war man inzwischen zum Abschluß gekommen. Die Verurteilten saßen ihre Gefängnisstrafen in Landsberg/Lech ab, und auch die zum Tode Verurteilten waren noch dort und warteten auf die Vollstreckung des Urteils.

Es fiel mir bald auf, wie schleppend die Tätigkeit einiger Abteilungen voranging. Nach gut einem Monat, ohne besondere Aufgaben, hatte ich gehofft, zu einigen der Befragungen herangezogen zu werden. Ich hatte erwartet, bei der Anhörung von Zeugen dabeisein zu dürfen, beziehungsweise die Stellungnahmen der wegen Kriegsverbrechen Angeklagten zu hören und deren Berichte zu kommentieren. Ich war eifrig bemüht, meinen Anteil zur Durchführung der Kriegsverbrecherprozesse beizusteuern. Doch ich hatte das Glück, nicht an Untersuchungen zu den Kriegsverbrecherprozessen beteiligt zu werden. Meine Tätigkeit beschränkte sich auf reine Verwaltungsmaßnahmen.

Mein Gefühl der Abgesondertheit in der Stadt war fast total. Melsungen war vermutlich mal eine bezaubernde deutsche Kleinstadt gewesen, doch ich wäre dafür nicht eingestanden. Es war ein kleines Landstädtchen, und es war während meines gesamten Aufenthaltes in eine Schneelandschaft eingebettet. Es müssen einige Geschäfte vorhanden gewesen sein, doch da sie nichts zu verkaufen hatten, gab es für mich keinen Anlaß, sie aufzusuchen. Melsungen schien vom Krieg unberührt zu

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sein, doch für mich bedeutete das trotzdem Abgeschiedenheit. Ich hatte keinerlei Kontakte zu Deutschen, abgesehen von denen, die unseren Wohnbereich warteten. Ich hatte auch weder die Gelegenheit noch den Wunsch, ihnen zu begegnen. Es gab weder britische noch amerikanische Besatzungssoldaten in Melsungen. Die Leute unseres Kommandos waren die einzigen Amerikaner in der Stadt, und ich war schüchtern und meistens schweigsam inmitten einer Gruppe von älteren Männern zu finden. Ich vermißte Menschen meines Alters, mit denen ich mich unterhalten konnte. Ich fand es schwierig, Beziehungen zu den Angehörigen des Kommandos zu finden, Menschen mit denen ich den ganzen Tag zusammen verbringen mußte. Wenn man neunzehn Jahre alt ist, ist es schon sehr schwierig, einen Altersunterschied von fünf oder sechs Jahren zu überwinden, noch schwieriger wird es dann bei noch viel größeren Altersunterschieden. Ich war eigentlich immer noch ein Junge und ich begann, mich vollkommen fehl am Platz zu fühlen, weil mir die Lebenserfahrung fehlte um am Leben der Erwachsenen teilnehmen zu können. Ich hatte das Gefühl, meine Kollegen gehörten zu einer Gruppe und ich als Einzelgänger zu einer anderen. Der eine große und angenehme Unterschied zu Augsburg war in Melsungen der, daß unsere Quartiere - sowohl die Wohn- als auch die Arbeitsräume -ausreichend beheizt waren. Dies liess mich die Sache mit der Einsamkeit etwas vergessen.

Wir mussten zusammen in einem Haus leben und in einem anderen zusammen arbeiten. Wir waren so wenige, daß man sich nicht in der Anonymität einer großen Gruppe verstecken konnte. Verzweifelt suchte ich alleine zu sein. Wenigstens für eine kurze Zeit des Tages. Doch dieses war innerhalb der Abteilung, die aus vier Amerikanern und einer Person einer anderen Nationalität bestand, unmöglich. Alle waren dennoch bemerkenswert angenehm und sehr zuvorkommend.

Wir trafen uns beim Frühstück. Anschließend begaben wir uns gemeinsam zu dem nicht weit entfernten Haus mit unseren Büros. Zusammen gingen wir dann zurück um unser Mittag-30


sessen einzunehmen. Am Ende des Tages marschierten wir wieder zurück zu unserer Wohnung, natürlich gemeinsam. Jede dieser Prozessionen kam mir als Zwang vor. Da wir praktisch nichts in dem Büro zu leisten hatten (auch eine Quelle des Unbehagens für mich), gingen die Tage nur langsam vorüber. Colonel (Oberst) Henry X. LaRaia, der Leiter der Abteilung, war sehr zugänglich. Doch das konnte den Mangel an Arbeit nicht ausgleichen. LaRaia und seine Frau, die mit ihm in Melsungen war, lebten getrennt von den anderen Mitgliedern der Abteilung, so daß wir am Abend auseinandergingen. Wir anderen konnten zwar nach eigenem Gutdünken über die übrige Zeit verfügen, doch ich war ständig niedergedrückt.

Jeden Abend versammelten sich gewöhnlich die Angehörigen der Abteilung im Wohnzimmer, wo man etwas trank und sich unterhielt, bevor man zum Abendessen ging. Ich war Nichttrinker und hätte diese Zeit lieber alleine verbracht, doch das ging nicht. Einer meiner neuen Kollegen, ein 24 Jahre alter deportierter Pole, Jesse Lukomski, der als Fahnder für die Abteilung arbeitete, suchte mich immer auf und bestand mit einem freundlichen Lächeln darauf, daß ich mich der Gruppe anschließen möchte. Es war die einzige Bekanntschaft, die ich innerhalb der Abteilung machte. In der Tat war er der einzige aus der Gruppe, mit dem ich auch in der Zukunft den Kontakt aufrechterhalten sollte. Er sagte mir später, daß ich damals sehr einsam erschien und daß er mir helfen wollte. Es war jene Einsamkeit, die man fühlt wenn man unter Menschen ist und trotzdem spürt, daß man alleine ist. Dennoch wäre ich damit besser fertig geworden, hätte man mich alleine gelassen.

Glücklicherweise war mein Aufenthalt in Melsungen nur von kurzer Dauer. Nach einigen Wochen wurde ich nach Augsburg zurückversetzt. Dort wurde ich als Protokollant der Abteilung Nr. 13, für Voruntersuchungen von Kriegsverbrechen eingestellt. Die Aufsicht führte Lieutenant Colonel (Oberstleutnant) Charles J. Perry.

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Zurückgekehrt in Augsburg fand ich, daß sich während meiner Abwesenheit in Melsungen wenig verändert hatte. ' Wieder wurde ich der Arras Kaserne zugeteilt, die so kalt war wie zuvor. Ich stellte mich aber bald auf die unzureichende Heizung ein und so war dieser Aufenthalt in Augsburg im Vergleich mit meiner Isolierung in Melsungen erträglicher. Ich war von Amerikanern umgeben, mit denen ich Freundschaften schloß, die über viele Jahre halten sollten.

Ich lernte die Stadt Augsburg besser kennen, obwohl ich das Unterkunftsgelände nur hin und wieder verließ, um in der Innenstadt spazieren zu gehen. Bei den wenigen Gelegenheiten, bei denen ich unser Gelände verließ, wählte ich stets den bekanntesten und direktesten Weg zu den Stellen, zu denen ich mich begeben wollte. Ich hätte mich nicht getraut, ein deutsches Gebäude oder eine deutsche Wohnung alleine zu betreten. Leider gab es in einer dermaßen zerbombten Stadt wie Augsburg wenig zu sehen.

Jedermann litt durch den Frost. Man machte über die unzureichende Heizung Witze. Der einzige Weg der Kälte zu entkommen, so einige meiner Kollegen, sei entweder der Weg ins Bett, aber möglichst nicht alleine, oder in den Apollo-Klub, ein Offiziersklub in der Stadt, der von der Kaserne aus in 15 Minuten erreicht werden konnte. Ich verbrachte allerdings wenig Zeit im Apollo-Klub, da ich ein nettes amerikanisches Mädchen kennengelernt hatte, mit der ich meine Freizeit verbrachte.

Trotz der Tatsache, daß Augsburg durch die Bombardierung verwüstet war, war es im Vergleich mit Melsungen eine Metropole. Die Maximilian Straße - die sich durch die Innenstadt in Richtung Apollo-Klub dahinzog -veränderte sich laufend. Manchmal war sie schmal, dann wieder breiter. Es war eine Hauptgeschäftsstraße. Obwohl doch noch einige der Geschäfte geöffnet hatten, wurden nur wenige Waren angeboten.

Vor den wenigen Lebensmittelgeschäften der Innenstadt die geöffnet hatten, standen lange Warteschlangen. Diese

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Schlangen waren die Folge der großen Lebensmittelknappheit. Die offenen Geschäfte hatten weder Heisch, Wurst oder Fleischprodukte anzubieten und die Leute, die geduldig auf den Einlaß in das Geschäft warteten, konnten meist nur Kleinigkeiten erwerben: Kartoffeln und etwas Wintergemüse: doch zeitweise gab es nicht einmal Kartoffeln. Der geschäftige Viktualienmarkt in der Nähe der Maximilianstraße, hatte eine größere Auswahl an Gemüse, Früchten und Blumen für die, die sich den weiten Weg in die Innenstadt gemacht hatten.

Restaurants waren nur für die Besatzungstruppen zugänglich. Es hat vielleicht einige Restaurants für Deutsche gegeben, doch^es war schwer sich vorzustellen, daß die Wirte ein Menü anzubieten hatten. Man sah Gebäude, in denen einmal Restaurants waren, doch nun waren sie dunkel und freudlos.

Ich blieb bis etwa Mitte Mai in Augsburg bis die Nachforschungsarbeiten der Abteilung abgeschlossen waren. Diese Abteilungen wurden aufgelöst, und diejenigen von uns, die zur Kriegsverbrechen-Gruppe gehörten, wurden nach Dachau versetzt, um dort an der Arbeit über die Kriegsverbrechen teilzunehmen.

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