Leserbriefe

Allgemeines

Warum nicht Nervengifte?

Erlauben Sie mir eine Frage, zu der ich gerne eine Erklärung in Ihrer hervorragenden und mutigen Zeitschrift lesen würde: Warum haben die Deutschen beim Holocaust nicht ihre erfundenen Kampfgifte wie Sarin oder Tabun „verwendet"? Warum haben die Gegner nie den Vorwurf mit diesen Giften erhoben?

ANMERKUNG DER REDAKTION

Die von deutschen Chemikern vor und während des Zweiten Weltkrieges entwickelten Nervengase wären zwar in der Lage gewesen, schnell und vollständig zu töten, allerdings hätten sich die Deutschen vor diesen Gasen selbst auch nicht schützen können, da Gegenmittel damals noch unbekannt waren, und die besten Gasmasken und Schutzanzüge dagegen nicht helfen. Beim Versuch, diese Gifte anzuwenden, hätten sich die SS-Leute mit Sicherheit selbst umgebracht.

Von der Existenz dieser Gifte wußte der normale KL-Insasse und Normalbürger nichts, sehr wohl aber von dem überall verwendeten Zyklon B. Es ist daher nur normal, daß Zeugen Berichte über dieses Mittel in ihren Aussagen einflochten - ob wahr oder falsch -, da sie es als gefährliches Gift kannten, das in den Konzentrationslagern massenhaft verwandt wurde - zur Ungeziefertötung, wohlgemerkt.


Erzwungene Religion

Da das deutsche Leben heutzutage derart pervertiert ist durch den Extremismus von Medien, Politik und Bildung, empfehle ich die nachfolgend dargestellte Vorgehensweise bei Anfragen in Sachen „Holocaust-Leugnung." Wenn mich ein Journalist zur Holocaust-Leugnung befragt, so werde ich fordern:

Ich: Was tut ihr Journalisten gegen die Wiederauferstehungs-Leugnung?

Reporter: Was?

Ich: Wiederauferstehungs-Leugnung ist die Leugnung, daß Jesus Christus am dritten Tage wieder auferstand, ein historisches Ereignis, das von vielen glaubwürdigen Zeugen bestätigt wurde, und es wird heute von einer Milliarde Menschen geglaubt. Viele Menschen haben lieber ihr Leben geopfert als dieses geschichtliche Ereignis zu leugnen.

Rep.: Aber das ist doch Religion...

Ich: Wiederauferstehungs-Leugnung leugnet das, von dem die ganze Welt weiß, daß es wahr ist. Darüber gibt es Berge von Beweisen, und dennoch seid Ihr Journalisten und Akademiker wahrscheinlich selbst Wiederauferstehungs-Leugner, nicht wahr? Ihr betätigt Euch daher als Verharmloser und Volksverhetzer sowie als Verunglimpfer jener toten Christen, deren Leben durch die Frohe Botschaft Jesu Christi verändert wurde. Ihr zeigt weder gegenüber den lebenden noch gegenüber den toten Christen eine ausreichende Sensibilität, wenn Ihr dieses unzweifelhafte historische Ereignis leugnet.

Rep.: Aber...

Ich: Bitte beantworten Sie meine Frage: Was tun Sie gegen die Wiederauferstehungs-Leugnung [während ich ihm fest in die Augen schaue]? Leugnen Sie die Wiederauferstehung Jesu Christi, ja oder nein?

Rep.: [Falls Ja]

Ich: Dann müssen Sie verhaftet, angeklagt und vor Gericht gestellt, bestraft und ins Gefängnis geschickt werden. All Ihre Bücher, die die Wiederauferstehungs-Leugnung stützen, müssen von der Polizei verbrannt werden. Und alle Läden, die diese Bücher verkaufen, müssen geschlossen werden.

Die Wiederauferstehungs-Leugnung ist ein gefährlicher Angriff auf die Würde der nicht unbedeutenden Minderheit der Christen in Deutschland, die aufrichtig an die Wiederauferstehung glauben. Die Bundesrepublik muß ihre ganze Macht einsetzen, um den Glauben an die Wiederauferstehung Jesu Christi zu schützen.

Robert H. Countess, Huntsville, Alabama


Die Opferzahl Dresdens

Sehr geehrte Damen und Herren,

Da ich 1922 geboren wurde, ist mir der Krieg noch in Erinnerung. Als Dresden (meine Heimatstadt) im Februar 1945 angegriffen wurde, befand ich mich nicht dort. Aber ich habe selbst Nachforschungen angestellt und habe keinen Zweifel daran, daß dort mindestens 100.000 Personen umkamen. 1. wurde der Angriff in 5 Wellen geflogen, 2. hatte Dresden keine Bunker, 3. War ein Großteil der Flak damals von Dresden abgezogen worden, 4. waren durch die Massivität der Angriffe die Leitungen wasserleer geworden, 5. befanden sich in Dresden damals (außer der Albertstadt) über 1,25 Millionen registrierte Menschen, 6. neben den registrierten waren ausgerechnet am 13.2.1945 noch etliche Flüchtende aus Schlesien (und aus dem Sudetenland) nach Dresden gekommen, 7. längst nicht mehr benutzte alte Mansardenwohnungen in der Innenstadt waren voll besetzt mit Menschen aus Schlesien, die lieber eine eigne schlechte Wohnung haben wollten als zur Untermiete zu wohnen, 8. alliierte Jäger, besonders Amerikaner, schossen als Tiefflieger auf Dresdner, besonders im Großen Garten, aber auch an den Elbwiesen, 9. alliierte Flieger warfen flüssigen Phosphor ab, besonders an den Elbwiesen (zumeist britische Flugzeuge). Die aus den kaputten Häusern Geflüchteten verbrannten durch diesen flüssigen Phosphor. Viele von ihnen rannten zu den Ufern der Elbe und auf die Albertbrücke, von wo aus sie in die Elbe sprangen und ertranken. Insbesondere Prinz Timo von Sachsen hatte das gesehen und immer wieder geschildert, 10. etliche alte Häuser der Innenstadt, besonders am Altmarkt, verfügten über doppelte Keller, d. h. unter den gewöhnlichen Kellern befanden sich noch alte gewölbeartige Keller. In diese begaben sich viele Einwohner in der Meinung, dort besonders sicher zu sein. Doch gingen sie darin oft durch Sauerstoffmangel zugrunde. 11. Noch bis Kriegsende (8. Mai 45) waren die Polizisten, die hierfür eingesetzt worden waren, mit der Zählung der vielen Leichen nicht mehr fertig geworden. Vorher schon hatten sie es aufgeben müssen, jede Leiche (nach Name und Adresse) zu registrieren. 12. In den Vorstädten wurden viele Leichen oftmals in einem Gärten, einem Park oder dergleichen beerdigt, weil man sich nicht anders behelfen konnte. 13. Daß viele Leichen mit Hilfe von Flammenwerfern auf dem Altmarkt in Dresden verbrannt wurden, ist bekannt. Daneben wurden aber auch jede Menge Leichen im Krematorium in Dresden-Tolkewitz verbrannt und auf jedem der Dresdner Friedhöfe beerdigt. 14. Viele Leichen sind überhaupt erst nach Monaten, ja nach Jahren nach Kriegsende gefunden worden. 14. Geht man davon aus, daß 90% der Bevölkerung (von 1,25 Mio.) überlebt haben könnten, blieben noch immer 10% übrig, die damals getötet wurden. Der Ansatz von 100.000, um nicht zu sagen 12.00, ist also nicht zu „großzügig".

Es gehört schon eine Portion Frechheit dazu, kurz nach der „Wende" am 9. November 1989, ausgerechnet von westdeutscher Seite aus die Anzahl der Toten Dresdens immer mehr zu vermindern. Der Besuch der engl. Königin wurde von der sächsischen Landesregierung in Dresden zum Anlaß genommen, um Schilder, die auf die Dresdner Toten hinwiesen, zu beseitigen. Dabei hätte die Queen diese ohnehin nicht lesen können:

Erst als man es fertig brachte zu behaupten, es seien lediglich 18.000 Menschen bei dem Angriff 1945 in Dresden umgekommen, korrigierte die amtliche Stelle ihre Angaben und gingen wieder auf die (auch viel zu geringe) Angabe auf 36.000.

Übrigens habe ich selbst die Angaben der DDR-Stellen gelesen, wenn ich nach dem Kriege meine Eltern und damit Dresden besuchte. Damals befanden sich Anschläge am Hygiene-Museum und später auch am Rathaus. Die Rede war erst von 330.000 Toten, später wurden es immer mehr. Die höchste Anzahl, die mir in Erinnerung ist, lag bei über 467.000 Toten. Diese Zahl mag zu hoch gegriffen sein. 100.000 sind jedoch zweifellos damals umgekommen. Ich habe mich immer wieder anläßlich meiner Besuche umgehört und hatte den Eindruck, daß mindestens jeder zehnte damalige Einwohner getötet wurde.

Das schreibe ich, weil mit verbohrter Sturheit die Toten, die Dresden erlitt, von Jahr zu Jahr immer mehr vermindert werden, im Gegensatz zu den Toten, die in deutschen KZ umkamen, und die von Jahr zu Jahr immer mehr werden.

Mit freundlichen Grüßen

A. Ochmann

ANMERKUNG DER REDAKTION

Hier wie dort gilt: Insbesondere solche Zahlen, die der Politik als Manövrier- und Propagandamasse dienen, müssen von der Wissenschaft kritisch untersucht und diskutiert werden. Wir alle aber sollten froh sein, wenn sich herausstellt, daß weniger Menschen auf grausame Weise umgekommen sind, als bisher angenommen.


Plündernde belgische Landsleute

Lieber Herr Rudolf,

April 1945: Als SS Kriegsberichter bei der 27. SS-Grenadierdivision war ich in alliierte Kriegsgefangenschaft geraten und durch die Engländer an die Belgier ausgeliefert worden, die mich und einen Kameraden in Spezial-Transport nach Belgien geführt haben, in einem LKW. Dieser Wagen war bis zur Haube vollgestaut mit geraubten Kostbarkeiten, Kameras, Fernseher und allerlei kostbaren Apparaten.

Ich sah die belgischen Soldaten (in englischer Uniform) bei den Zivilbewohnern eindringen und alles mitschleppen, was sie wertvoll fanden, weil sie schrien: »Gij hebt bij ons genoeg gestolen«. Die deutschen Soldaten haben überhaupt nichts gestohlen. Wenn da einer etwas entfremden wollte, erwartete ihn das Kriegsgericht und eine schwere Strafe. Da galt von Anfang an: »Plünderer werden erschossen«.

Willem Wuyts, B-2100 Deurne


Totenkopfdivision

Meine Damen und Herren,

ich möchte allen Mitarbeitern Ihrer Hefte meinen Dank und meine Anerkennung aussprechen. Ich bedaure manchmal, daß diese Hefte nicht jeden Monat oder noch öfter erscheinen. Sie sind sehr gut und man wünschte sich einen sehr breiten Leserkreis in ganz Deutschland. Ich habe eine Sekunde, wenn man die ganze Dimension betrachtet, miterlebt. Ich bin 1939 nach Dachau zur Totenkopfdivision eingerückt, am 30. 11. Nach kurzer Zeit von 4 Wochen etwa, kamen immer mehr Rekruten und wir älteren wurden in das umzäunte Gelände des KL verlegt, in einer Baracke, so wie sie für die Häftlinge gebaut wurden. Ja, wir lagen neben einer Häftlingsbaracke. Uns wurde niemals ein Verbot ausgesprochen mit den Häftlingen zu sprechen. Den Häftlingen sehr wohl. Wir haben daher einige Monate erlebt, wie die Häftlinge lebten und arbeiteten. Zwischen den Baracken war wohl ein Abstand von 10 oder 15 Metern. Die Häftlinge waren so militärisch organisiert wie wir auch, mit der gleichen Aufteilung, bei uns nannte sich das Gruppe, 12 Männer, in einem Zug waren 3 Gruppen. Die Wachmannschaften, sie hatten damals andere Uniformen, sie ähnelten mehr den russ. Uniformen - so sind meine Erinnerungen -, sie kamen nie ins Lager, schon gar nicht in die Baracken, Die Aufsicht führten die Kapos, also Häftlinge, die sich sogar das Recht anmaßten, die Häftlinge zu schlagen, sogar mit einem Knüppel. Die Häftlinge sind genau so angetreten, die einzelnen Kapos meldeten immer den „höheren" Kapos die Anzahl und den Krankenstand. Zum Schluß standen alle in militärischer Formation auf dem Appellplatz, und der Kapo meldete dem SS Offizier, wieviele zur Arbeit angetreten sind. Der teilte mit den Kapos die Arbeit ein und dann wurde von ihm auch die Anzahl der Posten bestimmt.

Nach meiner jeweiligen Verwundungen, ich war beim Regiment „Westland" der DV Wiking, kam ich als Angehöriger der Kradschützenkompanie nach Ellwangen in die Genesungskompanie. Dort in Ellwangen an der Jagst waren wohl 72 KL Häftlinge. Das Schicksal wollte es, daß ich dort 2 Mal Wache stehen mußte, es kann auch 3 Mal gewesen sein, Jedenfalls wurde ich vergattert nach den Richtlinien für das dortige Wachpersonal. Das bedeutete: Wir durften mit den Gefangenen nicht sprechen, wir durften sie nicht zur Arbeit anhalten! Das war Aufgabe des Kapos. Wir durften praktisch gar nichts. Nur aufpassen, daß niemand entwischt. Sofort wenn nötig schießen. Nun, einmal war ich auch dabei, wie eine Offizierswohnung renoviert wurde, ja, dabei kam man tatsächlich auch ins Gespräch, nach der höflichen Anfrage des Häftlings, ob er eine Frage stellen darf. Es ging um den Krieg und um Fronterlebnisse in etwa. Nun ja, man sieht, daß auch strengste Gesetze menschliche Handlungen nicht ausbleiben. Nach dem Kriege, nein, erst jetzt, wo mir solche Berichte zugänglich sind, habe ich erfahren, daß auch SS-Offiziere zum Tode verurteilt wurden wegen Delikte im KL. Der bekannteste Name ist wohl Koch dafür. Ich hätte das früher für absolut ausgeschlossen gehalten. Aber es sind halt auch nur Menschen. Es sind Einzeldelikte und wurden entsprechend geahndet. Es wurden in Ellwangen nur ältere Soldaten aus der Genesungskompanie eingeteilt, niemals Rekruten. Ich möchte noch erwähnen, daß die Verpflegung aus unsere Küche kam. Die Häftlinge hatten ein Radio, spielten an Samstagen und Sonntags Fußball auf dem Platz vor dem Gebäude, das nicht eingezäunt war. Es waren nur politische Häftlinge, trotzdem ist wohl einer einmal geflohen, so wurde erzählt, der ist aufgegriffen worden und in Dachau hingerichtet worden, so wurde erzählt, ich kann aber nicht sagen, in welchem Jahr.

Ihr U. F


zu S. Crowell, »Ausgrabungen in Belzec« in VffG 2(3) (1998), S. 222

Beiliegender Hinweis zeigt, daß es schon einmal eine Sachbeweisaufnahme gegeben hat, und zwar 1945. Dort wurden angeblich Massengräber mit den verbrannten Leichen „gefunden" und „untersucht". Der Inhalt der gesamten Beweisaufnahme könnte aufschlußreich sein.

Auszug aus Jules Schelvis, Vernichtungslager Sobibór, Metropol, Berlin 1998, S. 117:

»Im Oktober 1945 fanden auf Anordnung der polnischen Staatsanwaltschaft auf dem ehemaligen Lagergelände dort, wo die Leichen begraben worden waren, Untersuchungen statt. Das Protokoll vermeldet u. a.: „In einem der Gräben begann die Schicht der menschlichen Asche in der Tiefe von etwa 1,5 m und ging mit geringen Unterbrechungen bis etwa 5 m tief. Auch hier wurden mit der Asche Menschenhaare, ein Stück menschlichen Körpers, Kleiderfetzen und Reste von nicht ganz verbrannten menschlichen Knochen gefunden. [...] Ferner die von der Verbrennung menschlicher Leichen stammende Asche, die von der benachbarten Bevölkerung bei der Suche nach Gold und Kostbarkeiten an die Oberfläche hervorgeholt wurde. "279«

»279 Protokoll 102, 46 vom 12. und 13 Oktober 1945, ZStL-252/59-6-1122 bis 1125«

EfuF

ANMERKUNG DER REDAKTION

Erstaunlich, daß dieses Protokoll nicht in Gänze in diesem neuen Buch über Sobibór wiedergegeben wird. Es ware erstrebenswert, eine Kopie dieses Protokolls aus dem Archiv der Zentralstelle der Landesjustizverwaltungen in Ludwigsburg (ZStL) zu bekommen. Wir bitten diesbezüglich um Unterstützung unserer Leser.


zu G. Rudolf, »„Also wirklich, nun kommt Jungs..."« in VffG 3(2) (1999), S. 176-181

Sehr geehrter Herr Rudolf!

Warum machen Sie bei der Antwort an Marian Kramer auf S. 177 unten einen so weit gehenden Rückzieher? Besonders diejenigen Ihrer Leser, die nicht wissen, wie pingelig Naturwissenschaftler manchmal sein können, sehen das so. Wäre es nicht besser gewesen, wenn Sie sich so ausgedrückt hätten wie am Ende Ihres Gutachtens von 1993, daß Ihre Analysen nämlich beweisen, daß Vergasungen mit Cyanwasserstoff in den sogenannten Gaskammern unter den von den Zeugen bekundeten und von den Gerichten für wahr gehaltenen Umständen nicht stattgefunden haben können?

Und noch eins (nehmen Sie es mir bitte nicht übel, wenn ich immer noch etwas zu sagen habe): Für den Vergleich von Zeugenaussagen mit Sachbeweisen gibt es Besseres als den von Ihnen angeführten genetischen Vaterschaftstest. Wenn die Polizei bei Ihnen einen Blutalkoholgehalt von 2 Promille feststellt, dann können Sie zwanzig Zeugen bringen, die beschwören, daß Sie keinen Tropfen Alkohol getrunken haben. Der Richter wird sich an den Sachbeweis halten. Und wenn umgekehrt ein böser Nachbar Sie anzeigt, daß Sie besoffen mit dem Auto unterwegs sind (auch das kommt vor), und die Polizei stoppt Sie und findet nichts, dann gilt ebenfalls der Sachbeweis. Die Alkohol-Promille sind den Cyanid-ppm besser vergleichbar, weil sie quantitative Angaben sind, während beim Vaterschaftstest die Antwort nur ja oder nein sein kann.

Nichts für ungut! Mit freundlichen Grüßen

C. H. Christmann

zu E. Manon, »Wahnwelten«, in VffG 3(3) (1999), S. 307-313

Sehr geehrte Redaktion.

Der Artikel von Manon läuft der - mutmaßlichen - Intention Ihrer Zeitschrift zuwider. Das haben Sie wohl bei der Entscheidung für den Abdruck nicht gemerkt. Mit dem Zitat des Textes von Elie Wiesel zeigt Manon, daß die Juden selbst ihre Phantasiegeschichten ganz offen als solche deklarieren. Die Juden kann also kein Vorwurf treffen, wenn es um den Wahn der heutigen Zeit geht. Die Gojim - und unter diesen an vorderster Front die Deutschen - sind es, die die Phantasien zur „Realität" erheben und sodann mit ihrer Justiz die so erzeugte Offenkundigkeit allen Bürgern als absolute Wahrheit aufzwingen. Es zeigt sich also bei genauem Hinsehen, daß die Juden das Grundbedürfnis der Gojim nach Mythos befriedigen. Die Gojim sind selbst nicht fähig, sich ohne unsere Hilfe eine metaphysische Orientierung zu erarbeiten.

Für ihre Hilfsleistung verdienen die Juden die Anerkennung der ganzen Menschheit. Papst Johannes Paul II hat das eingesehen und sein Lob für die Juden in folgende Worte gefaßt:

»Das Volk Israel ist das Volk Gottes, es ist der Ausdruck der Gemeinschaft Gottes mit den Menschen, es ist das auserwählte Volk. Dies ist nicht eine natürliche Tatsache oder eine kulturelle, es ist ein übernatürliches Faktum.«

Wenn die Gojim gelegentlich aufwachen und merken, welchem selbstgeschaffenen Wahn sie erlegen sind, reagieren sie periodisch mit Antisemitismus. Das ist ungerecht und es gilt dem entgegenzuwirken. Wenn der Schwindel des 20. Jahrhunderts, der in der phantastischen Übersteigerung des Leidens der Juden in Auschwitz gipfelt, öffentlich auffliegt, darf den Juden kein Haar gekrümmt werden. Sie haben ehrlich gesagt, wie sie den Begriff „Wahrheit" verstehen. Verantwortlich für den Wahn von heute sind die Bundestagsabgeordneten, die 1994 für die Verschärfung des §130 StGB gestimmt haben und die Bundestagsabgeordneten, die 1999 für das Holocaustdenkmal exklusiv zum Gedenken an jüdisches Leiden gestimmt haben. Verantwortlich sind auch die deutschen Richter, die sich notorisch weigern, wissenschaftliche Forschungsergebnisse auch nur zur Debatte zuzulassen. Diese Leute müssen vor Gericht gestellt werden, wenn - wie zu erwarten - das Dogma der Gegenwart zu kriegerischen Auseinandersetzungen mit abermals Millionen Toten geführt haben wird.

Dogmen sind die Basis für das Morden im Kriege. Damit wird die natürliche Tötungshemmung der Menschen beseitigt, sobald es im Interesse der Machthaber liegt, Krieg zu führen. Ordnungsbehörden, die Dogmen mit Staatsgewalt durchsetzen, sind Kriegshetzer, die die Kriege von morgen vorbereiten.

Mit freundlichen Grüßen

Werner Teiresias, Berlin

ANMERKUNG DER REDAKTION

Die Vierteljahreshefte haben keine Intention hinsichtlich irgendwelcher Schuldzuweisungen. »Die Gojim sind selbst nicht fähig, sich ohne unsere Hilfe eine metaphysische Orientierung zu erarbeiten.« Wer ist hier »wir«?


zu W. Rademacher, »Die Wandlungen der Totenzahl von Auschwitz «, in VffG 3(3) (1999), S. 256-267

Sehr geehrter Herr Rudolf,

ich möchte zu diesem Artikel folgendes anmerken:

  1. Die Münchner Versandbuchhandlung Mail Order Kaiser (zur Bertelsmann-Gruppe gehörend) ist ein Beispiel dafür, daß die 4-Millionen-Zahl nach wie vor in den Köpfen herumspukt. Noch im Jahr 1997 hat sie in ihren Prospekten den Spielfilm »Aus einem deutschen Leben« mit folgendem Text angeboten: »Im Lager Auschwitz sind vier Millionen Menschen ums Leben gekommen«. Ich hatte daraufhin der Geschäftsleitung einen wenig freundlichen Brief geschrieben, von dem ich eine Ablichtung beilege. Eine Antwort habe ich nicht erhalten, aber immerhin sah man sich veranlaßt, das Wort »vier« aus dem (sonst unveränderten) Text zu nehmen. Jetzt wird dem Leser vorgeschwindelt: »Im Lager Auschwitz sind Millionen Menschen ums Leben gekommen«. Wenn auch nicht gerade vier, aber »Millionen« (also mindestens zwei) müssen es anscheinend auf jeden Fall sein!
  2. Auschwitz-Kommandant Rudolf Höß hatte in seinen Krakauer Aufzeichnungen behauptet, im Sommer 1941 sei er zum Reichsführer SS nach Berlin befohlen worden. Dort habe Himmler ihm eröffnet, daß er Auschwitz zur Vernichtungsstätte für die Juden bestimmt habe. Man kann wohl davon ausgehen, daß ein so wichtiger Gesprächstermin in Himmlers Dienstkalender (oder in den seiner Adjutanten) vermerkt worden wäre. Nun wurde kürzlich der in einem Moskauer Archiv entdeckte Dienstkalender Himmlers für die Jahre 1941 und 1942 erstmals veröffentlicht (Der Dienstkalender Heinrich Himmlers 1941/42, bearbeitet und kommentiert von Peter Witte u. a., Christians, Hamburg 1999). In ihm sind sämtliche Gesprächs- und Besuchstermine Himmlers Tag für Tag verzeichnet, wobei allerdings mehr oder weniger große zeitliche Lücken existieren. Um diese Lücken möglichst zu füllen, wurde das Dokument von den Bearbeitern um weitere kalendarische Quellen aus der Reichsführung SS (Terminkalender des Adjutanten Werner Grothmann, Diensttagebuch des Referenten Dr. Rudolf Brandt) ergänzt. Bei Durchsicht dieser Unterlagen ergibt sich, daß Höß in der Zeit vom 01.01.1941 bis 31.12.1942 nur ein einziges Mal erwähnt wird, nämlich am 17.07.1942 (Besuch Himmlers in Auschwitz). Bei den Eintragungen im Sommer 1941 sucht man seinen Namen vergeblich. Dieser Umstand läßt erhebliche Zweifel aufkommen, ob das von Höß bekundete Gespräch mit Himmler überhaupt stattgefunden hat. Jedenfalls aber wird seine Behauptung durch die Kalender nicht gestützt.


zu R. Wiesenberg, »Grenzen der Naturwissenschaft«, in VffG 3(3) (1999), S. 298-307

Realtitätsferner Vorschlag

Sehr geehrte Damen und Herren,

Ich las mit großem Interesse den Beitrag »Grenzen der Naturwissenschaft« von Rolf Wiesenberg, Die Ausführungen waren sehr aufschlußreich und durchaus lehrreich. Der Verfasser beschreibt anschaulich die Beziehungen zwischen der realen und der sozialen Welt und die sich daraus ergebende Konfliktsituation. Er kommt zu dem Schluß, daß es Tabus und Dogmen immer gegeben hat und deren Beachtung für das friedliche Zusammenleben der Menschen unabdingbar ist. Und dies gälte auch für die Gegenwart und die Zukunft. Als Ausweg aus der vertrackten Situation in der BRD im Umgang mit den Ereignissen der jüngeren Geschichte schlägt der Verfasser vor, daß die Bundesregierung ihre Vorgaben offen zu Dogmen der Zeit erklären möge. Die Bevölkerung soll aufgefordert werden, für die Dogmen der Zeit einzutreten, wenn sie offen und konkret so deklariert sind.

Zu seinem Vorschlag erlaube ich mir folgende kritische Stellungnahme: Nach meiner Vorstellung müßte das Ergebnis der vorgeschlagenen Maßnahme „konkret", am Tage X etwa so aussehen:

Die Bundesregierung hat in einer Sondersitzung (Fachterminus: „Berliner Konzil") beschlossen, bestimmte Details der jüngeren Zeitgeschichte zu Dogmen zu erheben. Damit soll eine dauerhafte Befriedung in der Auseinandersetzung mit strittigen Themen der deutschen Geschichte herbeigeführt werden. Im einzelnen wurden folgende Details zu Dogmen erklärt:

  1. Deutschland trägt die Alleinschuld am Ausbruch des ersten und zweiten Weltkrieges.
  2. Die Siegermächte haben in allem recht.
  3. Alles am Nationalsozialismus war ausnahmslos schlecht.
  4. Die überwiegende Mehrheit der Deutschen im Dritten Reich war mitschuldig an den Verbrechen des NS-Regimes.
  5. Unter der Nazi-Herrschaft sind 6 (in Worten: sechs) Millionen Juden ermordet worden, davon die meisten durch Giftgas (HCN).
  6. Die Deutsche Wehrmacht war eine verbrecherische Organisation.
  7. Das gesamte deutsche Volk trägt die Verantwortung für die NS-Verbrechen und hat dafür zu bezahlen, und zwar auf unbegrenzte Zeit.
  8. Als Folge dieses Beschlusses wird Artikel 5 des Grundgesetzes wie folgt ergänzt: »Absatz 4: Die Meinungsfreiheit findet ihre Schranken in den von der Bundesregierung verkündeten Dogmen.«

Ich kann mir nicht vorstellen, daß der Verfasser Ihres Artikels ernsthaft daran glaubt, eine solche oder ähnliche „Lösung" wäre wirklich durchführbar. Von der Akzeptanz durch die Bevölkerung ganz zu schweigen. Vielmehr halte ich den Vorschlag lediglich für einen zweifelhaften Versuch, überhaupt eine Alternative anzubieten. So paradox es klingen mag: Je mehr an den Glauben appelliert wird, um so unglaubwürdiger wird die ganze Geschichte. Im religiösen Bereich mag eine Dogmatik akzeptiert werden, aber doch nicht in einem politischen System, das den Namen „Demokratie" wirklich verdient hat. Schließlich wäre den VffG die Arbeitsgrundlage entzogen, sollte denn die vom Verfasser vorgeschlagene „Befriedungs-Aktion" tatsächlich umgesetzt werden. Das kann aber doch wohl nicht beabsichtigt sein.

Mit freundlichem Gruß

O.N.K.


Frieden als Fortsetzung des Krieges

Sehr geehrter Herr Rudolf!

Kaum hatte ich mich vom Schock der antirevisionistischen Fallstricke Knud Bäckers erholt, kommt der nächste Klopper: »Grenzen der Naturwissenschaft« von Rolf Wiesenberg. Der Mann verlangt von uns, wir sollten uns in die Sklaverei einfügen und Dogmen akzeptieren um des lieben Friedens willen. Was versteht er unter „Frieden"? Etwa Abwesenheit von militärischen Aktionen? Ist etwa R.W. noch immer nicht aufgegangen, daß heute Frieden die Fortsetzung den Krieges mit anderen Mitteln ist? Frieden herrscht, wenn Recht und Sitte des eingeborenen Volkes im Lande herrschen. Wer wollte wohl behaupten, daß das im heutigen Restdeutschland so ist? Sicherlich hat der Mensch als gesellschaftlich lebendes Wesen das Verlangen nach Konsens. Darum ja auch immer die vielen Mitläufer, egal wer am Drücker ist. Dabeisein ist eben alles. Wiesenberg ist auch ein solcher Mitläufer.

Aber was nur haben Sie sich bei der Veröffentlichung dieser Artikel gedacht? Nun gleiten Sie doch bitte nicht in den Journalismus ab! Als Leser der VffG möchte ich mich nicht mit dem Herausfummeln dessen abmühen müssen, was glaubhaft ist und was nicht. Dann lieber einige Seiten weniger pro Heft.

Noch eine Bitte: Achten Sie bei Übersetzungen aus dem angelsächsischen auf die Wortwahl; z.B. ist »Liberalist« negativ besetzt. H.-D. Sander hat zutreffend geschrieben, daß die BRD schon längst vom »liberalistischen Totalitarismus« beherrscht wird.

Mit den besten Wünschen für die Zukunft

Friedrich Brunner, Sottrum


zu H.J. Nowak, W. Rademacher, »„Gasdichte" Türen in Auschwitz«, in VffG 2(4) (1998), S. 248-261

Ergänzung

Sehr geehrter Herr Rudolf,

bei der Lektüre obiger Arbeit fällt mir auf, daß ein wichtiger Beweis dafür, welche gasdichte Türen in den KL bei Bedarf eingebaut wurden, völlig übersehen wurde.

In der Arbeit »Kurzwellen-Entlausungsanlagen in Auschwitz« (VffG 2(2) (199), S. 98, Abb. 11) ist die erste Seite eines Briefes der »Zentralbauleitung der Waffen-SS und Polizei Weimar, Weimar-Buchenwald, 4. Juli 1944« abgebildet. Es ist ein Bericht dieser ZBL auf eine Anfrage der ZBL Auschwitz zu Erfahrungen, die vom Bau einer Blausäure-Entlausungsanstalt vorliegen. Bekanntlich eine Blausäure-Anlage zur Kleiderentlausung, wie auch aus dem Text hervorgeht, die baugleich in Auschwitz begonnen war. Mir liegt die Rückseite dieses Briefes vor (ZAM 502-1-333-17 R). Sie enthält u. a. folgende Passagen:

»Türen (Schlagrichtung beachten!) lieferte die Firma

Berninghaus, D u i s b u r g, Postfach 192.

Ersatzgummidichtungen und einige Ersatzthermometer gleich mitbestellen.«

Das beweist eindeutig, daß nur wirklich gasdichte Türen mit Gummidichtung in solchen Anlagen eingebaut wurden und offensichtlich die Empfehlung der Firma von höherer Stelle bekanntgegeben war. Dieser Brief stützt einerseits den Beweis, daß es in Auschwitz keine im technischen Sinne gasdichten Türen gegeben hat und belegt andererseits, daß bei Anwendung von Blausäure in den KL zur Entlausung, sobald Menschen dadurch gefährdet wurden, nur beste, gasdichte Türen verwendet wurden.

Das Schreiben schließt dann:

»Zu beachten ist ferner die verlangte Umstellung auf den Betrieb mit Arigonal. Das Mittel ist flüssig und wird in Stahlfaschen von der Firma: Wolfen, B i t t e r f e l d geliefert. Seine Verwendungsmöglichkeit ist schon bei der Planung zu berücksichtigen.«

Das belegt zusätzlich, daß offenbar genaue Vorschriften für den Bau solcher Anlagen vom Wirtschaftsverwaltungshauptamt vorlagen. Anderes wäre bei einer solchen Dienststelle undenkbar, die gehalten war staatliche Gelder fachgerecht einzusetzen.

Gottfried Sänger, Wolfsburg


zu G. Sommer, »Der Aufstieg und Fall des Charles Lindbergh«, VffG 3(3) (1999) S. 288-294

U-Boot-Krieg

Sehr geehrter Damen und Herren,

in dem o. g. Artikel schreibt der Verfasser, daß sich Hitler 1941 zu einer Kriegserklärung gegen die USA veranlaßt sah, weil die öffentliche Stimmung dort gegen ihn umgeschlagen und eine Kriegserklärung Amerikas gegen Deutschland zu erwarten war.

M. E. wäre dies alleine kein überzeugendes Argument für das deutsche Volk gewesen. Nach meiner Erinnerung war der Hauptgrund vielmehr ein anderer, nämlich die massive Unterstützung Englands durch die USA. Die zu jener Zeit äußerst erfolgreiche und gefürchtete deutsche U-Boot-Waffe (1940 wurden 3,7 Mio. BRT versenkt) operierte hauptsächlich gegen die Geleitzüge, welche die britischen Inseln mit lebenswichtigen Gütern und Kriegsmaterial versorgten. Da diese Geleitzüge, der Lebensnerv Englands, von amerikanischen und britischen Einheiten gebildet wurden, war die Bekämpfung durch die U-Boote ein kriegsrechtliches Problem. Erst nach der Kriegserklärung gegen die USA war dieses Handicap beseitigt, und man hatte hier „freie Hand". Die Unterstützung Japans unmittelbar nach dessen Angriff auf Pearl Harbor war eher von symbolischer Bedeutung und paßte datumsmäßig gut in das Kriegskonzept Hitlers.

Der deutsche U-Boot-Krieg kam erst nach und nach zum Erliegen, nachdem der Gegner neue Ortungssysteme zum Aufspüren der U-Boote zum Einsatz brachte.

Mit freundlichem Gruß

O.E., Köln


Erratum

VffG 4/99, S. 396 & 472: der Name von Kardinal Cusanus war Nikolaus von Kues, nicht Johannes.


Quelle: Vierteljahreshefte für freie Geschichtsforschung 4(1) (2000), S. 110-115.


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